Programm der Theaterwerkstatt Pilkentafel im Dezember 2022

Programmübersicht für den Dezember:

Kartenverkauf

Auf der Homepage der Theaterwerkstatt Pilkentafel

An den VVK-Stellen SHZ-Kundenzentrum, Touristinfo und Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

In den ASTA-Büros der EUF und FH nur für Studierende zum Sonderpreis von 7,– €

Preisstufen für die Aufführungen:

20,– € für Großzügige
15,– € für Bürger und Bürgerinnen, die ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten
10,– € für Studierende, Schüler/innen, Sozialpassinhaber/innen
Für das Frühstück in der Pilkentafel ist der Eintritt kostenlos

Untenstehend die Veranstaltungstexte mit den Terminen in chronologischer Reihenfolge:

Commonnorm

TachoTinta (Silvia Ehnis Perez Duarte, Seulki Hwang, Mijin Kim, Jeff Pham, Mira Plikat)

am 01./ 02./ 03. Dezember, 20 Uhr

Normalität ist eine Illusion! Eine Choreografie auf der Zerbrechlichkeit der Erwartungen und Gewohnheiten. Wir erklären unseren Verstand zur Illusion. Wir arbeiten an der Illusion der Normalität. Wir drehen uns um uns selbst und verdrehen dem Publikum den Kopf. Drehen so lange, bis wir ins Delirium fallen und der Blick sich langsam klärt. Mit ihrer charakteristischen spielerischen Note zeigen die fünf Tänzer:innen von TachoTinta eine Reihe von Widersprüchen, die mit der Wahrnehmung des Publikums spielen. Sie verlieren sich selbst im Versuch Einstimmigkeit in der Gruppe zu finden. Eine lebendige choreografische Konfrontation, die das innere Narrativ des Betrachters in Frage stellt, diese behagliche Annahme die behauptet, in unsere Realität bereits alles bekannt sei, solange die Normalität herrsche. 

TachoTinta hat 2019/20 bei uns als fester Bestandteil der Tafelrunde CulturalDrag geprobt und aufgeführt. Mit commonorm waren sie schon mehrfach in Residenzen hier, haben Probenstände gezeigt und nun ist endlich die Premiere dieses Tanzkollektivs, das dringliche, inhaltliche Auseinandersetzung, Spielfreude, persönliche Risiken und hohe Virtuosität im Tanz verbinden.

Frühstück in der Pilkentafel

Sonntag, 04.12., 11 Uhr

Vielleicht bleiben nach der Aufführung noch Fragen, Eindrücke, ein Bedürfnis nach Rückmeldung oder schlicht der Wunsch, die Künstler*innen kennen zu lernen? Oder man möchte etwas über ein Stück wissen, obwohl es nicht gesehen wurde? Dafür gibt es das Frühstück in der Pilkentafel. Es gibt um 11:00 Kaffee und Croissants. Und danach ein moderiertes Gespräch, in dem die Künstler*innen Auskunft über ihre Arbeit geben und Raum für Fragen, Nachfragen, Rückme Prof. Dr. Christine Thon im Gespräch mit TachoTintaldungen, neue Gedanken, Begegnungen und bestenfalls Erkenntnisse. Am 04.12. ist Prof. Dr. Christine Thon im Gespräch mit TachoTinta.


Vom Reisen in ehemalige Kolonien – Eine Positionsbestimmung

Pilkentafel.das Ensemble

am 08./ 09./ 10. Dezember, 20 Uhr

Der Rum- und Zuckerhandel mit den ehemaligen dänischen Kolonien in Westindien hat Flensburg nicht nur reich gemacht, sondern das Stadtbild geprägt. Ganz Europa wurde zu dem, was es jetzt ist, auf Grund der Kolonialgeschichte. Aber was sind die Folgen auf der anderen Seite? Ist die nicht noch stärker geprägt? Und das vor allem unfreiwillig? Wurde sie nicht über lange Zeit ihrer Geschichte beraubt, ihrer Identität? Und wie ist es heute?

Diese Fragen brachten uns, Elisabeth Bohde und Torsten Schütte, 2009 nach Namibia und 2014 auf die Virgin Islands. Diese Reisen waren Selbstversuche, wir hielten uns selbst als Lackmusstreifen in ein Konfliktfeld. Die Eindrücke waren disparat, manchmal trostlos, manchmal absurd, oft unerklärlich, hinterließen uns ratlos.

Mit welcher Geste begegnen wir den Leidtragenden unserer gemeinsamen und doch ungleichen Geschichte? Können wir was wiedergutmachen? Sollen wir das? Wer profitiert heute von wem? Bleiben wir nicht Touristen in einem fremden Leben? Müssen sich die anderen für uns interessieren?

Nun verarbeiten wir diese Erfahrungen zu einem Theaterabend, der erklärt und verwirrt, unterhält und betroffen macht, persönliches und sachliches enthält. Die Mittel und Formen sind so unterschiedlich wie die Erfahrungen – es gibt Objekte und Choreographien, Musik und Film, Poesie und Information, gespielte Figuren und „Wahrhaftiges“, organische Entwicklungen und abrupte Abbrüche.

Beteiligte

Von und mit: Elisabeth Bohde, Torsten Schütte

Objekte: Johannes Caspersen

Kostüme: Gesine Hansen

Musik: Matthias Kaul


Wie lebt und erlebt Flensburg seine Kolonialität

Eine Zwischenbilanz

am 14. 12. 19 Uhr

2012 eröffnete das Schifffahrtsmuseum Flensburg nicht nur die Dauerausstellung Zucker Rum Sklaverei, sondern auch eine Diskussion über das koloniale Erbe der Stadt. 2017 gab es die große Ausstellung Rum, Schweiß und Tränen – Flensburgs koloniales Erbe von Imani Tafari-Ami, die erstmals den schwarzen karibischen Blick auf die gemeinsame Geschichte warf, danach kam viel in Bewegung. Das Buch Sønderjylland / Schleswig Kolonial von Marco Petersen erschien, die EUF berief mit Sybille Bauriedl eine ausgewiesene Expertin für die Kolonialität nicht nur von Hafenstädten, ein postkolonialer Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, postkoloniale Stadtführungen erfreuen sich großer Beliebtheit,… Man kann sagen, das Thema ist in der Stadtgesellschaft angekommen, es ist viel passiert.

Aber man kann auch sagen, dass wenig passiert ist: die Rumregatta heißt immer noch Rumregatta, es gibt immer noch kein Denkmal für die Opfer unserer Kolonialgeschichte, das Stadtmarketing setzt weiter auf Rumfolklore, die Stadt hat sich nie zu ihrem kolonialen Erbe bekannt…

Eintritt:

Ermäßigt 5,– // Normalpreis: 10,–


Theaterwerkstatt Pilkentafel gGmbH

Pilkentafel 2 • 24937 Flensburg

Büro: 0461-24901 • Mobil: 0160 90 25 90 4

info@pilkentafel.de 

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel auf:

FacebookTwitter •  Instagram • Homepage

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Veröffentlicht am 24. November 2022, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Flensburg News, Kultur, Kulturtipps, Soziales, Veranstaltungstipps. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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