Archiv der Kategorie: Stadtplanung

Artikel zum Thema Stadtplanung, Stadterneuerung, Infrastruktur, Verkehr und Wohnen

Vierter Barriere-Check in der Norderstraße – mit Wunschliste an die Stadtplanung

Ein Beitrag der VCD-Ortsgruppe Flensburg

Wie gut kommt man mit Rollator, Rollstuhl oder mit Sehbehinderung vom Nordermarkt zum Nordertor? Am 6. Juli 2021 fand der vierte Barriere-Check statt. Ein gutes Dutzend Mitwirkende prüften abschnittweise die Strecke. „Gute Ansätze – und einiger Nachbesserungsbedarf, ganz besonders was das Kopfsteinpflaster betrifft“, lautet das Fazit.

Aus den Ergebnissen: Blindenleitlinie als positive Errungenschaft

Die Blindenleitlinie, die durch die gesamte Fußgängerzone führt, ist eine großartige Errungenschaft in Flensburg. Doch Fakt ist: Viele kennen die Bedeutung nicht und halten die Leitlinie für eine Verzierung. Deshalb findet man immer wieder an oder auf der Leitlinie abgestellte Werbeaufsteller, Restaurantmöbel und anderes.

Laut Sondernutzungssatzung der Stadt Flensburg soll seitlich der Blindenleitlinie ein Abstand von 0,75 Metern eingehalten werden. Wir würden uns wünschen, dass darüber besser informiert wird.

Problem Kopfsteinpflaster

“Das Problem mit Kopfsteinpflaster wird unterschätzt. Für Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen oder Trolley ist es eine echte Hürde” sagte ein Teilnehmer nachdenklich bei der Schlussrunde am Nordertor.

“In der Norderstraße fällt einem besonders auf, wie schwierig es ist, den wichtigen Spagat zwischen Erhaltung historischer Bausubstanz und Barrierefreiheit erfolgreich zu meistern und dabei auch noch jeder Form von Handicap möglichst gerecht zu werden”, stimmt Regina Bunge, Stellvertretende Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, zu.
“Nicht nur mobilitätseingeschränkte Personen, auch Radfahrende, Menschen mit Rollkoffer oder Kinderwagen haben ihre liebe Mühe mit dem schön anzusehenden Kopfsteinpflaster, das der Straße ohne Zweifel ein besonderes Flair gibt. Furten im Kopfsteinpflaster stellen für mich einen anzustrebenden Kompromiss dar.”

Furten, also Wegbereiche mit flachen Platten in ausreichender Breite, ermöglichen es Fuß- und Radverkehr, gut unterwegs zu sein. Ansatzweise sind sie bereits vorhanden und sollten systematisch ausgebaut werden.

Unser Fazit: Viel zu tun!

Das Fazit dieser Begehung: Es gibt noch eine Menge zu tun, damit auch Menschen, die mit Einschränkungen leben, in Flensburg gut unterwegs sein können. “Wir müssen lernen, die andere Perspektive mitzudenken”, lautete eine Erkenntnis in der Schlussrunde.

Und: Vorgaben und Standards bilden die Grundlage für gute Straßen- und Wegeplanung. Doch sie müssen auch eingehalten, kommuniziert und überwacht werden. Dafür setzen wir uns ein.

Sorgfältige Dokumentation – Meldemöglichkeit in Vorbereitung

Wie bereits zuvor wurden auch diesmal die kritischen Punkte sorgfältig dokumentiert. Neu: Für jeden der vier Abschnitte gibt es jetzt eine “Wunschliste” mit Verbesserungsvorschlägen. Diese geben wir an Stadtplanung und TBZ weiter, damit sie bei der anstehenden Neugestaltung der Norderstraße einbezogen werden.

Bleibt der Wunsch nach einer nachhaltigen Meldemöglichkeit für Hürden und Verbesserungsmöglichkeiten: Auf einer Online-Straßenkarte sollte man kritische Stellen eintragen können, so dass sie bei anfallenden Arbeiten oder Reparaturen berücksichtigt und schrittweise abgearbeitet werden. Eine solche Karte soll dem Vernehmen nach bei der Stadtverwaltung eingerichtet werden. Darauf freuen wir uns. Mit einem Dank an alle Teilnehmenden endete der vierte Barriere-Check.

  • Barriere-Check Nordermarkt bis Nordertor, 6. Juli 2021
    Komplette Dokumentation mit Beobachtungen und Wünsche zu den vier Wegeabschnitten zum Herunterladen (PDF-Datei) – mehr

Einladung zur VCD Nord-Runde am 27. Juli: Bus-Preise und 365-Euro-Ticket in der Diskussion

Ein Beitrag der VCD-Ortsgruppe Flensburg

Vielerorts wird über die ÖPNV-Fahrpreise und ein 365 €-Ticket diskutiert – aber wie funktioniert das genau? Dazu freuen wir uns auf über einen Input-Vortrag von Jörg Ludolph, Tarifexperte von NAH.SH, bei unserer monatlichen VCD Nord-Runde am Dienstag, 27. Juli, 19:00 Uhr (Online-Treffen). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Kosten für die Öffis gelten für viele als Gradmesser für einen attraktiven ÖPNV. Häufig wird gefordert, der öffentliche Nahverkehr müsse kostenlos sein oder es wird ein 365 €-Ticket angestrebt. In Kiel und Lübeck wurde aktuell beschlossen, die Fahrpreise im Stadtverkehr zu reduzieren, während in Flensburg im August eine Preiserhöhung ansteht.

Wie realistisch ist das 365 €-Ticket, was steckt dahinter und wie können Ticketangebote sozialverträglich und barrierefrei gestaltet werden?

Zu diesem Thema freuen wir uns auf einen Input-Vortrag von Jörg Ludolph, Tarifexperte von NAH.SH. Er wird anschließend bei der Diskussion für unsere Fragen zur Verfügung stehen. Im zweiten Teil ist Zeit und Möglichkeit für den Austausch unter den Mitgliedern und Engagierten im VCD Nord.

Monatliche Treffen im Rahmen des VCD Nord: Information und Diskussion

Der Landesverband VCD Nord lädt künftig monatlich an jedem vierten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr ein zu Austausch und Information. So wollen wir uns besser kennen lernen und zu aktuellen Themen Positionen entwickeln.
Die Online-Treffen finden statt im VCD Zoom-Raum. Teilnahme unter: https://us06web.zoom.us/j/94160191091?pwd=MkVSRmNRV2J3T09Qd3pyL3NjSFM3Zz09

  • Vorschau: Dienstag, 24. August 2021, 19:00 Uhr
    “Deutschland braucht ein Bundesmobilitätsgesetz – jetzt!” – mehr

Stadtspaziergang „Walk & notice“ am 25. – 31. Juli: Aufenthaltsqualität der Flensburger Innenstadt

Forum-Suedermarkt-Plus-200pxVon: Innenstadtforum Südermarkt-PLUS

“Hier ist es schön – hier bin ich gern!”- Wo trifft das in Flensburg zu, wo ist noch Luft nach oben? Helfen Sie mit, die Schwachstellen zu finden und Flensburg schöner zu machen!

“Walk & notice” bedeutet “gehen und wahrnehmen”:  An ausgewählten Standorten lassen wir uns Zeit: Wir nehmen die Umgebung und unsere Eindrücke und Empfindungen wahr. Beobachtungen, Wünsche und Vorschläge sammeln wir mit Hilfe von Fragebögen. So lassen sich Stärken und Entwicklungschancen wahrnehmen. Die Aktion findet statt in Kooperation mit dem VCD Flensburg (mehr).

Stadtspaziergang “Walk & notice” in der Großen Straße – 25.-31. Juli 2021

Als Route haben wir diesmal die Große Straße mit drei Stationen ausgewählt. Feste Orte helfen uns, die verschiedenen Beobachtungen zusammenzutragen und auszuwerten.
Probieren Sie nach Lust und Laune einen oder alle drei Beobachtungsorte in der Großen Straße aus. Auf den Bögen finden Sie jeweils alle Infos.
(Alternativ: Alle drei Bögen auf einmal herunterladen – PDF-Datei: mehr)

Beobachtungsbogen_Grosse-Strasse-65 (PDF-Datei)

1. Die erste Beobachtungsstation: Große Straße 3-9.
Stellen Sie sich mit dem Rücken zwischen die beiden Häuser und blicken Sie sich um!

Beobachtungsbogen_Grosse-Strasse-03-09 (PDF-Datei)

2. Zweite Beobachtungsstation: Große Straße 39.
Hier können Sie bequem Platz nehmen und sich umschauen.

Beobachtungsbogen_Grosse-Strasse-39 (PDF-Datei)

3. Dritte Beobachtungsstration: Große Straße 65.
Auch hier bietet sich wieder eine Bank an. Lassen Sie sich nieder und nehmen Sie das Umfeld wahr.

Beobachtungsbogen_Grosse-Strasse-65 (PDF-Datei)

Fertig? Super, danke!

  • Bitte hier in den Briefkasten stecken: Spielzeuggeschäft Kaskade, Große Straße 21-23, 24937 Flensburg
  • Oder mailen Sie die Beobachtungsbögen – gern mit Fotos! – an kontakt@suedermarkt-plus.de.

Weiter so – wollen wir das wirklich?

Kleingartenkolonie 115

Rechtswidrige Verwüstung der Kleingartenkolonie 115 am Wasserturm. Statt Grün und Erholung: Baulandspekulanten freuen sich auf Profite und scheren sich dabei nicht um Recht und Gesetz. – Foto: Dr. Ralf Cüppers

Ein Leserbrief von Dr. med. Helmreich Eberlein, Flensburg

Im Leitartikel »Bak op om de store partier« (in der Flensborg Avis) vom 14.7.21 schreibt Niels Ole Krogh, wir sollten bei der nächsten Kommunal-Wahl eine der vier großen Parteien wählen, denn nur die würden die notwendige Kontinuität sichern.

Das ist ja eine merkwürdige Vorstellung von der obersten Priorität in der Kommunal-Politik! Kontinuität = weiter so als höchster Wert, und das in einer Zeit, wo angesichts der Menschheits-bedrohenden Krisen des Klimas und des Artensterbens am dringendsten ein radikaler Wandel zu moderieren ist, und die Bereitschaft zu Umdenken und Neudenken gefragt sein müsste!

In einer Situation, in der die bisherige Politik es nicht schafft, ausreichend günstigen Wohnraum bereit zu stellen, und neuen Wohnraum u.a. mit der Zerstörung von dringend benötigten Grünflächen schaffen will statt mit der Ertüchtigung leerstehender Altbauten. Wo eine wirklich zukunftsgerichtete Verkehrspolitik ständig verzögert wird und nicht vom Fleck kommt. Wo die Stadtwerke keinen Plan haben, wie sie das Pariser Klimaziel einhalten wollen, und Fernwärme immer noch ausschließlich mit fossilen Energiequellen produzieren. In einer Situation, wo sich die übergroße Mehrheit der Flensburger:innen von den großen Parteien nicht wirklich vertreten fühlt, denn nur 35% gehen überhaupt zur Wahl. Stattdessen gründen sie immer neue Bürgerinitiativen, um sich irgendwie Gehör zu verschaffen, und machen alle die Erfahrung, dass sie nur abgewimmelt werden, ihre Stimme und Expertise unerwünscht ist, ihre Meinung stört und nicht ernst genommen wird. Selbst noch der Vorsitzende der Arbeitgeber-Vereinigung beschrieb neulich in einem Leserbrief diese Erfahrung, die viele andere erst recht machen.

Und da meint Niels Ole Krogh, wir sollten sicherstellen, dass alles so weiter läuft? Ich meine, es ist sehr gut, dass es endlich alternative Möglichkeiten gibt, wen man wählen kann, und die »großen Parteien« (die so groß gar nicht sind: 20 Prozent von 35 Prozent sind nur 7 Prozent der Wahlberechtigten!) gezwungen werden, mehr den Wählern zuzuhören und sie ernster zu nehmen. Die WiF wurde damals nicht ohne Grund auf Anhieb zur größten Fraktion! Wer weiß, ob nicht das Bündnis Solidarische Stadt einen ebensolchen Erfolg starten kann. Derzeit ist ein Bürgerbegehren für fossilfreie Stadtwerke in Vorbereitung. Mal sehen, ob die »großen Parteien« diesmal auf die Bürger:innen hören wollen!

Kidical Mass – Per Rad sicher unterwegs in Flensburg am 29. Juli ab 10 Uhr vom Nordertor

Kidical Mass – erste Fahrrad-Demo in Flensburg für Kleine und Große!

Am Donnerstag, 29. Juli 2021, um 10:00 Uhr, treffen sich am Flensburger Nordertor alle Alterstufen – und alle per Rad! Die erste Kidical Mass führt vom Nordertor zum Südermarkt. Wer sich für eine kinderfreundliche und lebenswerte Stadt einsetzen will, ist eingeladen mitzufahren! Hier die Informationen zur Aktion.

Foto: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke Mehr Platz, Freiräume und Spaß am Fahrradfahren!

Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? Wenn die Antwort nein lautet, dann muss was passieren. “Ich freue mich, dass es jetzt auch in Flensburg eine Kidical Mass gibt”, sagt Hanna Schmidt, Co-Initiatorin und Mitglied des ADFC-Sprecher:innen-Teams.

Aus Gesprächen wisse sie, so Schmidt, dass viele Menschen gern radfahren würden. Aber zwischen den Autos fühlen sie sich unsicher und sind auch in Sorge um ihre Kinder. “Deshalb setzen wir mit dieser bunten Demonstration ein Zeichen für ein fahrradfreundliches Flensburg!”

„Mehr Platz fürs Rad – mehr Platz für uns!“
“Was wir wollen: Sicher radfahren – gute Wege – für Große und Kleine!“

Alle Infos zur Aktion

1. Darum geht es bei der Kidical Mass

Kidical Mass (mehr) ist eine Initiative, die sich für kinder- und klimafreundliche und damit lebenswertere Städte für alle Generationen einsetzt.

  • Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können!
  • Angstfreies Radfahren für alle Generationen!
  • Sichere Schulweg-Radnetze!
  • Tempo 30 innerorts!

In Flensburg wird die Aktion im Rahmen des Fahrrad-Sommers durchgeführt von ADFC Flensburg, Critical Mass Flensburg, Innenstadtforum Südermarkt-PLUS und VCD Flensburg.

2. Mitmachen: Alle Räder und Altersgruppen sind willkommen!

  • Es gibt keine Altersgrenze. Das Fahrtempo der Kidical Mass wird den Kleinsten angepasst, die auch gerne mit dem Laufrad mitfahren können. Die Schnelleren zeigen Geduld und nehmen Rücksicht.
  • Willkommen ist alles, was rollt: Auch mit Lastenrad, Skates, E-Tretroller und Rollstuhl bist du eingeladen. Wir werden uns bemühen, die Strecke möglichst barrierefrei zu gestalten. Hier bestimmen nicht die Größten und Stärksten das Tempo.
  • Natürlich darfst du auch mitfahren, wenn du kein Kind hast! Eingeladen sind alle, die Lust auf einen gemeinsamen Stadtradel-Ausflug haben.

3. Start und Ziel

Wir wollen gemeinsam eine tollen Mitmachaktion aus der Demo machen.

  • Wir treffen uns am Donnerstag, 29. Juli, um 10:00 Uhr am Nordertor. Zu Beginn gibt es eine kurze Information.
  • Dann steigen wir mit dem nötigen Abstand auf die Räder und fahren durch die Stadt!
  • Wir arbeiten an einem kleinen Rahmenprogramm mit Musik und gegebenenfalls kleinen Spielen, damit für Klein und Groß was dabei ist.
  • Ziel ist der Südermarkt, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet.

4. Wir bleiben auf der sicheren Seite!

  • Die Kidical Mass ist eine betont familienfreundliche Aktion. Wir halten die aktuellen Corona-Regeln ein. Dazu wird zu Beginn informiert.
  • Als angemeldete Demonstration haben wir besondere Rechte. Der Verkehr wird von der Polizei abgeschirmt. Wir werden also behütet durch die Stadt begleitet.
  • Außerdem wird uns medizinisches Personal begleiten.
  • Bitte trag Sorge, dass du bzw. deine Kinder haftpflicht- bzw. unfallversichert sind.

5. Wir freuen uns über Unterstützung!

  • Hilf uns, die Aktion bekannt zu machen: Lade andere ein und bring sie zur Veranstaltung mit!
  • Wir freuen uns über deine Mitgliedschaft oder eine Spende für VCD und ADFC!

Kidical Mass: Eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt!

P.S. Kidical Mass ist eine Tochter der Critical Mass. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier: mehr

Foto: Margit ClassenKidical Mass in Mönchengladbach: Alle können mitmachen!
Foto: Sebastian PeterKIDICAL MASS: Mehr sichere Radwege!

Busverkehr in Flensburg: Tickets werden teurer

VCD: Preiserhöhung falsches Signal für eine Mobilitätswende

Ein Beitrag der VCD Ortsgruppe Flensburg

Der öffentliche Verkehr ist enorm wichtig für die Klimaziele und zur Verkehrsentlastung. Doch in Flensburg werden die Fahrpreise ab 1. August 2021 um rund 5 Prozent steigen. 5 Euro für ein Ticket in die Innenstadt und zurück – das dürfte kaum zusätzliche Fahrgäste in die Busse locken. „Der öffentliche Verkehr muss nicht kostenlos sein, aber für alle bezahlbar!“, fordert der VCD.

Positiv: Verbesserung des Angebots

Auf der positiven Seite: AktivBus stellt grundsätzlich ein attraktives Verkehrsangebot in Flensburg bereit. Ab Spätsommer soll es auf den Linien 1, 2, 3, 4, 7 und 10 insbesondere am Abend Angebotsverbesserungen durch eine Verlängerung des Hauptverkehrszeit-Taktes geben.

Wo bleiben Sozialticket und kostenlose Schülerbeförderung?

Auf der anderen Seite: Ab August 2021 steigen die Preise über alle Fahrkartenarten um rund 5 Prozent an. Das trifft besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen hart. Flensburg liegt sowieso im untersten Bereich, was das Pro-Kopf-Einkommen betrifft (Platz 387 von 401 . Wikipedia – mehr), und gerade die sind durch Corona besonders betroffen.
Im Gegensatz dazu wurden zum Beispiel in Kiel letztes Jahr sowohl das Angebot ausgeweitet als auch die Preise gesenkt: Die Einzelfahrt kostet dort statt 2,70 Euro nur noch 2,40 Euro.

Gleichzeitig wird in Flensburg über die Einführung eines Sozialtickets seit Jahren diskutiert, geschehen ist bisher nichts. Während die Schülerbeförderung im Landkreis Schleswig-Flensburg generell kostenlos ist, sollen Schüler und Auszubildende in Flensburg künftig 35 Euro zahlen.

Schnupperangebote attraktiv gestalten

Durchaus umstritten ist auch die jüngste Entscheidung des Flensburger Rates, am 4. Freitag im Monat bis August 2022 das Busfahren kostenlos zu machen. Geschätzte Kosten dafür: 160.000 Euro.
Prinzipiell sind Schnupperangebote eine gute Sache. Doch diese Maßnahmen dürfte eher zu Frust bei Zeitkartenbesitzer:innen führen, ganz zu schweigen von dem seltsamen Datum. Da hätte es sicherlich bessere Möglichkeiten gegeben, um neue Fahrgäste zu gewinnen.

Kommentar:
Preiserhöhung falsches Signal für eine Mobilitätswende

  

Flensburger Buspreise: 2013 konnte man noch für 4 Euro zum Einkaufen in die Innenstadt und wieder zurück fahren. Ab 2021 ist es 25 Prozent teurer: 5,00 Euro kostet nun die Fahrt hin und zurück. Für eine Mobilitätswende ist das ein falsches Signal.

Verständlich, wer sagt: Da fahre ich lieber mit dem Auto. Denn die Parkgebühren sind auf deutlich niedrigerem Niveau. Für 1,70 Euro darf man auf öffentlichem Grund eine Stunde lang sein Auto abstellen. Oder man parkt einfach kostenlos: auf einem Anwohnerparkplatz, im Halteverbot oder in der Norderstraße bei der Marienkirche – kontrolliert ja sowieso niemand.

Pkw verursacht Kosten, Busverkehr Einnahmen

Dass hier ein Missverhältnis besteht, ist allgemein einsichtig. In einer Kommune finanziert jede:r Bürger:in den Pkw-Verkehr mit durchschnittlich 150 Euro pro Jahr mit. Denn die Kosten – Unterhalt und Bau von Parkplätzen, Straßenreinigung, Straßenbeleuchtung und Entwässerung, Mehraufwendungen bei Feuerwehr, Polizei, Grünflächenämtern und städtischen Bauhöfen – sind nicht einmal zur Hälfte gedeckt.

Der Pkw-Verkehr erfordert Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und ihren Unterhalt, bringt aber den Kommunen keine unmittelbaren Einnahmen. Im Gegensatz zum ÖPNV: Wer Bus fährt, kommt für einen großen Teil der Kosten selbst auf.

  • VCD: Versteckte Subventionen des Autoverkehrs – mehr
  • Universität Kassel: “Der Autoverkehr kostet die Kommunen das Dreifache des ÖPNV” – mehr

Busverkehr: Nachhaltige Finanzierungsinstrumente schaffen

Paul Hemkentokrax, Geschäftsführer von Aktiv Bus, wünscht sich eine ehrliche Diskussion über die zukünftige Finanzierung des ÖPNV und nachhaltige Finanzierungsinstrumente (Flensburger Tageblatt, 07.07.2021 – mehr). Dem ist nichts hinzuzufügen.

VCD-Position:
“ÖPNV muss nicht kostenlos sein, aber für alle bezahlbar!”

Der VCD setzt sich für Kostenwahrheit im Verkehr ein. Die Kosten, die ein Verkehrsträger verursacht, sollen diesem auch weitestgehend angelastet werden. Dazu zählen Betriebskosten, Kosten für Bau und Unterhalt der Verkehrsinfrastruktur, aber auch externe Kosten, wie Umweltschäden, Gesundheitsausgaben, Lärmbelastungen und Unfälle.
Der notwendige Verkehr muss von umweltbelastenden auf umweltschonende Verkehrsmittel verlagert und Antriebe und Fahrzeuge müssen effizienter werden (VCD-Positionspapier: “Bus und Bahn für alle bezahlbar”, s.u.).

Ein leistungsstarker und bezahlbarer ÖPNV ist für den VCD ein elementarer Baustein der Verkehrswende. Nulltarif für Bus und Bahn muss nicht sein. Denn:

  • Ticketverkäufe decken heute durchschnittlich drei Viertel der Betriebskosten des ÖPNV. Auf diese Finanzierungssäule sollte nicht einfach verzichtet werden, wenn das Angebot deutlich verbessert werden soll.
  • Bei pauschalen Preisermäßigungen wechseln vor allem Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zum ÖPNV, nicht aber die Autofahrer:innen. Um diese zum Umstieg zu bewegen, darf die Pkw-Fahrt nicht der bequemste Weg sein. Dafür braucht es – neben einem hochwertigen öffentlichen Verkehr – neue Gesamtkonzepte: Weniger und teurere Parkplätze und Auto-Fahrspuren, die zu Busspuren und Fahrradstreifen umgewidmet werden.
  • Gleichzeitig müssen Länder und Kommunen aber auch den Menschen ohne oder mit sehr geringem Einkommen Mobilität in ihrer Region ermöglichen.

Weiterlesen

  • VCD-Positionspapier: “Bus und Bahn für alle bezahlbar” (Juli 2012). PDF-Datei – mehr
  • VCD Hintergrund: “ÖPNV zum Nulltarif – Möglichkeiten und Grenzen”. PDF-Datei – mehr
  • Deutscher Bundestag, Wissenschaftlicher Dienst: “Kostenloser öffentlicher Personennahverkehr in Deutschland” (28.01.2020). PDF-Datei – mehr
    Inhalt: Modellprojekte in Deutschland und ihre Verläufe, Übersicht zu Untersuchungen und Stellungnahmen.
  • Wikipedia: “Tarifsystem im Öffentlichen Personenverkehr” – mehr
    Lesenswerte Zusammenstellung mit vielen Beispielen
  • IGES: “Gutachten: Mobilitätspass” (19.11.2020). PDF-Datei – mehr
    Ein Mobilitätspass ist ein “Bürgerticket”, ähnlich dem Semesterticket. Alle Bürger:innen zahlen einen überschaubaren Betrag und haben Anrecht auf kostenlose Mobilität.

Bündnis solidarische Stadt: Zeit für Veränderung

Neue Fraktion streitet für eine ökologische und soziale Stadt und für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung in Flensburg

Zu einem Pressegespräch lud am Donnerstag die neue Fraktion in der Flensburger Ratsversammlung, Bündnis solidarische Stadt, ein. Rund anderthalb Stunden standen Ratsfrau und Fraktionsvorsitzende Gabi Ritter, Ratsherr Andreas Zech und die beiden bürgerschaftlichen Mitglieder, Christiane Schmitz-Strempel und Jörg Pepmeyer den JournalistInnen Rede und Anwort. Die interessierte natürlich brennend, was das Bündnis solidarische Stadt in den nächsten Jahren vor hat.

Gabi Ritter Andreas Zech Original 2

Bündnis solidarische Stadt: Fraktionvorsitzende Gabi Ritter und Ratsherr Andreas Zech

Eine neue links-grüne Fraktion in der Ratsversammlung

Rückblick: Nachdem Ende April Gabi Ritter und Andreas Zech ihren Austritt aus der LINKE- und der Grünen-Fraktion aus unterschiedlichen Gründen erklärt hatten, bildeten beide im Mai die neue Fraktion Bündnis solidarische Stadt. (Mehr zum Austritt der beiden hier) Ihr Anliegen und ihre politischen Ziele formulierten sie in einem Leitbild das politisch links-grün verortet ist. Hauptanliegen ist die Entwicklung einer sozialen und ökologischen Stadt mit einer größtmöglichen demokratischen Beteiligung aller FlensburgerInnen. Das Bündis versteht sich ebenso als Zusammenschluss von Menschen, die in zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen, Foren, Vereinen und Bürgerinitiativen aktiv sind. Zehn von ihnen sitzen seit kurzem als bürgerschaftliche Mitglieder der Bündnis-Fraktion auch in mehreren Ausschüssen. Und die zählt mitsamt ihren bürgerschaftlichen Mitgliedern, wie Gabi Ritter zu Beginn des Gesprächs stolz bemerkt, genderkorrekt sechs Frauen und sechs Männer.

Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung

Neben diesen eher allgemeinen Ausführungen machten anschließend Gabi Ritter und Andreas Zech deutlich, was sich in Flensburg ändern müsse. Vor allem beim Thema Hafen-Ost und dem Bahnhofswald sei deutlich geworden, dass es in Flensburg ganz erheblich an Transparenz mangele, so seien wichtige Daten und Informationen über die Projekte der Öffentlichkeit vorenthalten oder schlichtweg von den EntscheidungsträgerInnen ignoriert worden. Auch Christiane Schmitz-Strempel, Aktivistin der Bürgerintitaive Bahnhofsviertel und seit Mai Mitglied im Umwelt- und Planungsausschuss, kritisierte scharf, dass die Beteiligung und Information der BürgerInnen bei der Beratung und der Entscheidung in den Ausschüssen und in der Ratsversammlung absolut unzureichend gewesen sei. Notwendig sei deshalb ein Mehr an demokratischer Teilhabe und Transparenz, entsprechende Beteiligungsformate sollten deshalb vor allem bei wichtigen Planungsprojekten, aber auch in anderen Bereichen und bei wichtigen kommunalpolitischen und generationenübergreifenden Entscheidungen genutzt und eingesetzt werden. Gabi Ritter kann sich sogar die Schaffung eines EinwohnerInnenrats vorstellen.

Dazu will die Fraktion bei der Bürgerbeteiligung und -information zukünftig auf digitale Formate setzen. Dies habe sich bei der Corona-Pandemie sehr gut bewährt. Die Übertragung von Ausschuss- und Ratssitzungen im Netz sollte zur Regel werden. So hätten sich bei manchen digitalen Ausschuss-Sitzungen über hundert Gäste eingeloggt. Die BürgerInnen seien also sehr wohl interessiert an der Kommunalpolitik, den Debatten und Entscheidungsprozessen in den Ausschüssen und der Ratsversammlung. Es brauche allerdings unbedingt die entsprechenden Beteiligungsformate. Auch im Zeichen der Barrierefreiheit und der Transparenz sei dies unverzichtbar, so Gabi Ritter. Entsprechende Anträge für die Ausschüsse und Ratsversammlung will die Fraktion in den kommenden Monaten vorbereiten.

Kritik an der Debatten-Kultur und an den Umgangsformen

Besondere Kritk gab es am Ablauf der Ausschuss-Sitzungen und den Sitzungen der Ratsversammlung. Christiane Schmitz-Strempel bemängelte die derzeitige Debatten-Kultur. Es würde gar nicht wirklich um Inhalte gestritten. Es gehe nach ihrer Beobachtung nicht um einen fairen Austausch der Meinungen und Argumente, sondern um das Abnicken vorgefertigter Vorlagen ohne große Debatte. Das am besten auch noch ohne Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Die großen Fraktionen würden dabei ihre Machtposition rücksichtslos ausspielen.  Jörg Pepmeyer, stellvertretendes Mitglied im SUPA und Vertreter der Bündnis-Fraktion im Sozialauschuss hat den Eindruck, dass es oftmals keine wirklich faktenbasierte Debatte gibt, und besonders bei Bauprojekten privatwirtschaftliche Interessen recht durchsichtig bedient würden, ohne dass relevante Daten und Informationen tatsächlich hinterlegt würden. Damit würden KommunalpolitikerInnen objektiv als Lobbyisten und Sachwalter privater Interessengruppen handeln, ohne tatsächlich die Karten auf den Tisch zu legen. So dürfe es nicht weitergehen. Andreas Zech monierte sinnentsprechend die Entscheidung zum Neubau-Projekt am Hafermarkt, wo Investor LIDL ohne große Hindernisse jetzt so ziemlich machen könne, was er wolle, mitsamt einem neuen überdimensionierten Supermarkt. Und dass es ein städtisches Einzelhandelskonzept gibt, das den von LIDL geplanten Markt in dieser Größenordnung nicht vorsieht, spiele offensichtlich keine Rolle mehr. Das zum Schaden der Einzelhandelsstruktur in der Innenstadt, aber auch in Adelbylund, so ergänzend Andreas Zech.

Neben der eher inhaltlichen Kritik an der Debattenkultur liegt den Mitgliedern der Bündnis-Fraktion aber auch die Art und Weise des menschlichen oder eher weniger menschlichen Umgangs in den Ausschüssen und in der Ratsversammlung im Magen. So sei das respektlose, überhebliche, teils gönnerhafte und wenig wertschätzende Verhalten mancher KommunalpolitikerInnen gegenüber den Kollegen und Kolleginnen in den Ausschüssen und der Ratsversammlung nicht hinnehmbar und stoße viele kommunalpolitisch interessierte Menschen und BesucherInnen der Sitzungen regelrecht ab. Auch hier will die Bündnis-Fraktion aktiv werden. So will sie die anderen Fraktionen zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde einladen. Ziel ist ein verbindlicher Verhaltenskodex, der auch im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung gelten soll. 

Soziale und ökologische Umgestaltung der Stadtgesellschaft

Gleichzeitig ging es in dem Gespräch auch um die Forderung nach einer sozial gerechten und ökologischen Umgestaltung der Stadtgesellschaft. Vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen sieht die Bündnis-Fraktion als ein wichtiges politisches Ziel. In den letzten Jahren seien viel zu wenig Sozialwohnungen geschaffen worden und zu viele Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen. Es könne nicht angehen, dass vorrangig der private Wohnungsbau in Flensburg auf der politischen Agenda stehe, so Jörg Pepmeyer. Ebenso müsse der Flächenfraß in der Stadt gestoppt werden. Es gäbe keinerlei zusammenfassenden Informationen darüber, wieviel Grün- und naturnahe Flächen in den letzten 25 Jahren in Flensburg durch Gewerbe, Wohn- oder sonstige Bebauung unwiderbringlich verloren gegangen sind, fügte Jörg Pepmeyer hinzu. Die Bündnis-Fraktion fordert deshalb die Erstellung eines umfänglichen Grünflächenberichts durch die Verwaltung, in dem zum Verbleib der städtischen Grünflächen, wie auch zum Ersatz dieser Flächen, verlässliche und vergleichbare Daten und Zahlen präsentiert werden.

Auch beim Thema Verkehr sieht die Bündnis-Fraktion erheblichen Handlungsbedarf. Der Invidualverkehr in der Stadt, so Andreas Zech, müsse zugunsten des ÖPNV verringert werden. Allerdings seien die aktuellen und saftigen Fahrpreiserhöhungen der AKTIV-Bus völlig konzeptlos und unsozial. Da helfe auch kein freier Freitag im Monat, um die Attraktivität zu erhöhen. Beispiele in anderen Städten zeigten, dass man auch ohne derartige Fahrpreiserhöhungen auskommen kann. Das Bündnis solidarische Stadt strebt zudem als langfristiges Ziel einen kostenfreien ÖPNV in Flensburg an.

Als kleine Fraktion Debatten anstoßen und Themen setzen

Die Fraktion, die voraussichtlich noch bis Mai 2023 in der Ratsversammlung vertreten sein wird, will sich zukünftig besonders um die Zusammenarbeit mit den lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen und Initiativen bemühen. Vorrangig gehe es auch darum Erfahrungen zu sammeln. Klar sind sich alle Beteiligten, dass die Arbeit in den Ausschüssen und der Ratsversammlung manche Ernüchterung mit sich bringen wird. Allerdings könne die Fraktion in den Ausschüssen und der Ratsversammlung Themen setzen, die kommunalpolitische Debatte in Gang bringen und Öffentlichkeit bei strittigen Entscheidungen schaffen. Dennoch wolle man nichts unversucht lassen, mit anderen Fraktionen Gemeinsamkeiten auszuloten und entsprechende Beschlussinitiativen und Anträge in den Ausschüssen und der Ratsversammlung auf den Weg zu bringen. Dies auch in Abstimmung mit zivilgesellschaftlichen AkteurInnen, Vereinen und Initiativen. Inhaltlich und programmatisch orientiere sich die Fraktion an dem bereits zitierten Leitbild für eine soziale, ökologische und demokratische Stadt. Wichtige organisatorische und inhaltliche Debatten mit der Verabschiedung eines umfangreichen Arbeitsprogrammes habe es zudem auf zwei vor kurzem abgehaltenen Klausurtagungen gegeben, so Gabi Ritter und Andreas Zech. In Kürze werde es auch eine eigene Homepage und E-Mail-Adresse des Bündnisses geben und die Fraktion auch in den sozialen Medien vertreten sein. 

Die Zukunft ist offen

Auf die abschließende Frage, ob das Bündnis solidarische Stadt auch bei der Kommunawahl 2023 antreten werde, antworteten die Bündnis-VertreterInnen, das sei durchaus denkbar. Es hänge aber davon ab, wie sich das Bündnis entwickle und ob sich das politische Konzept als tragfähig für eine weitere Legislaturperiode erweise. Und natürlich auch davon, in welchem Umfang es Menschen gibt, die sich dafür engagieren möchten, so Gabi Ritter und Andreas Zech. Auf jeden Fall lädt die Fraktion alle kommunapolitisch interessierten Menschen, AktivistInnen und AkteurInnen der Zivilgesellschaft herzlich ein, bei ihr mitzumachen.

Kontakt:

Ab 23. Juli ist die Fraktion auch telefonisch erreichbar unter 85 4470, das Fraktionsbüro befindet sich im Rathaus, Zimmer E 51, E-Mails (übergangsweise) bitte an Andreas Zech: atozech@icloud.com

 

Barriere-Check am 6. Juli um 10 Uhr: Nordermarkt und Norderstraße

Logo-VCD-200px

Wie gut ist man in Flensburg mit Kinderwagen, Rollator, Trolley, Rollstuhl oder bei Sehbehinderung unterwegs? Wir testen die Strecke Nordermarkt Richtung Nordertor und dokumentieren Barrieren. Gemeinsam mit Bewegungs- und Sehbehinderten begehen wir einen Straßenzug und untersuchen, wie barrierefrei man hier unterwegs sein kann. Die Ergebnisse geben wir zur Behebung an Stadtverwaltung, TBZ und Ratsfraktionen weiter.

Forum-Suedermarkt-Plus-200px

Wir laden Sie nun herzlich ein zum nächsten Barriere-Check am Dienstag, 6. Juli 2021, 10:00-11:30 Uhr. Diesmal werden wir vom Nordermarkt zur Norderfischerstraße gehen. Treffpunkt: 10:00 Uhr am Nordermarkt.

!cid_image001_png@01D685B8Mehr Informationen zu den Barriere Checks finden Sie hier: https://nord.vcd.org/der-vcd-nord/ortsgruppe-flensburg/news/barriere-check-iii-vom-flensburger-nordermarkt-zur-hafenspitze/ 

AKFVeranstalter sind die Aktionsgruppe KLIMA Flensburg, VCD Flensburg, VdK Flensburg, Seniorenbeirat Flensburg und Innenstadtforum Südermarkt-PLUS.

Sollten die Coronabedingungen ein Treffen nicht erlauben, können Interessierte die Strecke zu individuellen Zeiten begehen. vdk-banner-nordDeshalb die Bitte um Anmeldung unter flensburg@vcd-nord.de oder 0461 7950 9938 oder kontakt@suedermarkt-plus.de
Achtung: Kurzfristige Änderung aufgrund von Corona-Bedingungen möglich!

Critical Mass am 2. Juli in Flensburg

194957946_4281817825195882_3880511931960416501_nFahrrad-Demo für bessere Fahrradinfrastruktur und mehr Rücksicht auf und Wahrnehmung von Fahrradverkehr.

Freitag, 2. Juli, 18:30 – 20:00 Uhr
Hafenspitze, Am Kanalschuppen, 24937 Flensburg

Wir treffen uns ab 18:00 Uhr an der Hafenspitze und fahren dort um 18:30 Uhr gemeinsam los.

Zusammen radeln wir etwa ein bis zwei Stunden durch Flensburg. Nach §27 StVO bilden wir einen „geschlossenen Verband“ und fahren zu zweit nebeneinander mit ca 10km/h auf der Straße. Zur Zeit herrscht Maskenpflicht auch während der Fahrt.

E-Scooter-Test des Seniorenbeirats: Ja – aber!

Ein Beitrag der VCD Ortsgruppe Flensburg

Ja, fahren mit dem E-Tretroller macht Spaß, auch Älteren. Und die Apps sind einfach zu bedienen. Aber: Wer damit unterwegs ist, sollte nicht die Gehwege benutzen und die Fahrzeuge nur dort abstellen, wo sie niemand stören. Zur eigenen Sicherheit einen Helm mitnehmen. Und: Busfahren ist erheblich billiger … Dies und mehr ergab der E-Scooter-Test des Seniorenbeirats! Außerdem: Die Position des VCD zu den E-Tretrollern.

Foto: Seniorenbeirat Flensburg

Inhaltsübersicht

  1. Flensburger Seniorenbeirat testet E-Tretroller
  2. E-Scooter: Was sagt der VCD Bundesverband?
  3. E-Tretroller in Flensburg: Unter Beobachtung

1. Flensburger Seniorenbeirat testet E-Tretroller

Die Seniorenbeirät:innen wollten es wissen: Im Juni probierten sie die E-Scooter von Tier und Bird aus, die in Flensburg zum Verleih bereit stehen. Getestet wurde das komplette Paket: Herunterladen und Konfigurieren der App, Anmietung und Abrechnung und natürlich Fahrkomfort und Bedienung.

Keine Alternative zu Auto oder öffentlichem Verkehr

Fazit: E- Tretroller sind keine Konkurrenz oder Alternative zum ÖPNV. Sie reduzieren, wenn überhaupt, nur sehr minimal die Pkw- Nutzung. Auch ist der mögliche Beitrag zum Umweltschutz nur gering. Dennoch, bei rücksichtsvoller Verwendung können sie für viele Menschen ein tolles Gefährt sein.

Allerdings eher auf der teuren Seite, zum Beispiel im Vergleich mit dem Bus: Bei einer Startgebühr von knapp 1 Euro und einem Minutenpreis von 0,19 Euro kommen für eine halbe Stunde knapp 7 Euro zusammen.

Tier und Bird: Wer liegt vorn?

Beim Vergleich zwischen den beiden Gefährten schnitt Tier etwas besser ab:
Mit den größeren Rädern lassen sich Schwellen leichter überwinden, es gibt eine Handyhalterung für die Navigation, die Roller sind recht standsicher und sollen teilweise mit Helmen ausgerüstet sein – wobei nur welche ohne Helme bereitstanden.
Nachteile: Sie sind etwas schwerer als die Bird-Roller und die Klingel war zu sehr versteckt.

Mehr Rücksichtnahme gefordert

Die Tester:innen fordern Sensibilität für die Bedürfnisse anderer Verkehrsteilnehmer:innen ein: “Wichtig ist, dass sich Fahrer und Fahrerinnen an die einschlägigen Vorgaben halten. Auch beim Abstellen der Fahrzeuge! Da bleiben leider oft Personengruppen, die einen Rollator oder Rollstuhl nutzen, Kinderwagen schieben oder Langstock benötigen, unberücksichtigt. Oftmals wohl auch aus Gedankenlosigkeit”, so der Seniorenbeirat.

Ein Verbot dieser Scooter ist jedoch aus Sicht des Seniorenbeirats nicht angezeigt, auch nicht eine mögliche Reglementierung im Rahmen einer Sondernutzungsverordnung.

Weiterlesen: Seniorenbeirat testet E-Scooter

  • Seniorenbeirat Flensburg: “Auf E-Scootern unterwegs”. Ausführlicher Bericht. PDF-Datei – mehr
  • Testergebnisse in der Übersicht und kurze Stellungnahme. PDF-Datei – mehr

2. E-Scooter: Was sagt der VCD Bundesverband?

Die Kritik an E-Tretrollern macht eine Fehlentwicklung unseres Verkehrssystems schmerzhaft deutlich, so der VCD Bundesverband: Klimafreundliche Fortbewegungsmittel wie Rad- und Fußverkehr – und seit zwei Jahren auch E-Scooter – teilen sich knappe Verkehrsflächen, während Autos den größten Raum beanspruchen.

Um E-Scooter sinnvoll in den Mobilitätsmix zu integrieren, fordert der VCD in einem Hintergrundpapier als erstes eine faire Umverteilung von Verkehrsflächen:

  • Abstellplätze für E-Scooter gehören auf die Straße und nicht auf den ohnehin schon schmalen Gehweg.
  • Das Radwegenetz, das E-Scooter mitnutzen sollen, gehört dringend ausgebaut. Lücken müssen geschlossen, Breite und Qualität verbessert werden.
  • Zusätzliche Kontrollen müssen gewährleisten, dass Zufußgehende im Verkehrsraum nicht noch weiter verdrängt werden.
    Diese Kontrollen sollten sich auf alle Verkehrsteilnehmenden erstrecken: Geschwindigkeitsübertretungen und Falschparken tragen erheblich stärker zum Unfallrisiko im Verkehr bei.

Was die Anbieter tun können

Der VCD empfiehlt auch eine stärkere Regulierung der E-Sharing-Anbieter:

  • Nachzuweisendes Qualitätsmanagement: 24h-Hotline, Abstellhinweise, zeitnahes Einsammeln und Reparatur falsch abgestellter oder defekter Fahrzeuge.
  • Die Anbieter können mit einem Bonus-Malus-System beitragen, erwünschtes Nutzerverhalten zu erreichen.
  • Hochwertige Fahrzeuge mit langer Lebendauer und hoher Recycling-Quote der Komponenten.
  • Abstellverbotszonen und Verteilerschlüssel (nur eine bestimmte Anzahl Scooter pro Standort) und Abstellbereiche auch am Stadtrand.

Sinnvoll verknüpfen mit dem öffentlichen Verkehr

Das größte Potential von E-Tretrollern für die Verkehrswende liegt in ihrer Funktion als Verlängerung des ÖPNV, um von der Haltestelle zügig bis nach Hause zu gelangen. Hierfür ist jedoch eine sinnvolle Eingliederung in das Nahverkehrssystem wichtig:

  • Die Einrichtung fester Leihstationen an Haltestellen – und zwar nicht nur in der Innenstadt, sondern vor allem auch in ländlichen Gebieten und Randregionen, in denen bislang kaum ein Angebot besteht.
  • Zudem müssen E-Scooter tariflich eingebunden werden, beispielsweise durch einfache Buchungsmöglichkeiten und verringerte Nutzungsgebühren für Fahrgäste des ÖPNV.

So kann der ÖPNV in Kombination mit E-Scootern zu einer zeit- und kosteneffizienten Alternative zum Auto werden.

  • VCD: “E-Scooter – Ein Puzzleteil der Verkehrswende”. PDF-Datei – mehr
  • VCD: “Chance statt Ärgernis: So wird der E-Scooter Teil der Verkehrswende”. Pressemitteilung – mehr

3. E-Tretroller in Flensburg: Unter Beobachtung

In Flensburg haben die beiden Anbieter Tier und Bird freiwillige Vereinbarungen mit der Stadt Flensburg getroffen.
Dabei geht es um “Regelungen zur Verkehrssicherheit, Qualitätsstandards für den Betrieb sowie zum Datenaustausch. Außerdem wurde gemeinsam die Business-Area sowie Verbotszonen festgelegt. … Die Zonen werden im laufenden Betrieb weiter angepasst”, so die Information der Stadt Flensburg.

  • Stadt Flensburg: “E-Tretroller in Flensburg”. Ausführliche Information – mehr
    Auf dieser Seite sind auch die Hotlines der beiden Anbieter zu finden:
  • TIER Mobility GmbH, Tel.: 030 568 386 51, 8-20 Uhr
    E-Mail: flensburg@de.tier-ops.app
  • Bird: Tel.: 030 2555 7419
    E-Mail: hilfe@bird.co

In der VCD Ortsgruppe Flensburg haben wir uns entschlossen, den Betrieb zunächst zu beobachten. Besprechung und Auswertung, welche unterstützenden Maßnahmen vor Ort möglich und angezeigt sind, sollen im Rahmen eines Treffens der Ortsgruppe stattfinden. Interessierte sind gerne willkommen – bitte Kontakt aufnehmen unter flensburg@vcd-nord.de.

  • Info-Seite Flensburg-mobil.net: “Gut zu wissen: (Fast) alles über E-Tretroller” – mehr
Foto VCD Flensburg: E-Tretroller an der Schiffbrücke, Flensburg

Die „Christiansens Gärten“: Bewahren und Entwickeln!

Der erste Bauabschnitt zur Aufwertung des historischen Park-Ensembles ist abgeschlossen

Flensburg. Sie sind etwas Einzigartiges mitten im Zentrum von Flensburg: Die „Christiansens Gärten“ gelten heute als das wichtigste bürgerliche Gartendenkmal der Aufklärungszeit im Norden Schleswig-Holsteins. Der 4,2 ha große Christiansenpark, derMuseumsberg sowie der „Alte Friedhof“ – als erster kommunaler Friedhof des Landes – sind die Reste des weitläufigen Landschaftsgartens der Kaufmannsfamilie Christiansen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

230759P

Sie freuen sich über die laufenden Baumaßnahmen zur Aufwertung der historischen Christiansens Gärten: Claus Rödding (WES-Landschaftsplanung GmbH), Claudia Takla-Zehrfeld (Stadt Flensburg) und Hartmut Strauß (Förderkreis Christiansen-Parke.V.) (v.l.n.r.). Foto: © Stadt Flensburg

Vor diesem Hintergrund werden seit Mitte letzten Jahres Baumaßnahmen durchgeführt, um das wertvolle kulturhistorisches Ensemble wieder als Einheit erlebbar zu machen und auch als Zeugnis der deutsch-dänischen Geschichte in das Bewusstseinder Bevölkerung zu verankern. Gleichzeitig soll die öffentliche Nutzung für Naherholung, Spiel und Bewegung verbessert werden. „Wir wollen die Flächen als wichtiges Kulturgut bewahren und als Freiraum für die Naherholung mit verstärkter Anbindung an die Innenstadtweiterentwickeln“, so Claudia Takla-Zehrfeld (Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung und Klimaschutz).

So wird unter anderem das Wegesystem erweitert, der Wegebelag verbessert, Baumpflanzungen vorgenommen, Spielgeräte installiert sowie Ruhebänke und – zonen geschaffen. Dabei gilt – in Orientierung an den Gestaltungslinien der bürgerlichenLandschaftsparke – das „Prinzip der Überraschung“. Der Landschaftsplaner Claus Rödding, der federführend das Bauprojekt leitet, erklärt hierzu: „Früher wie heute sollen die Besucher der historischen Parkanlage überrascht werden, indem ganz bewusst verschiedeneElemente nicht sofort sichtbar angeordnet sind. Ob es die „Spiegelteiche“, die „Mumiengrotte“, der „Sonnentempel“ oder die neu angelegten blühenden Wildstaudenflächen sind – es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken“, so Rödding. Die Aufwertung der Flächenerfolgt auch in Abstimmung mit dem Förderkreis Christiansenpark e.V., der seit 1997 besteht und sich um die Erhaltung der historischen Parkanlage kümmert.

Mittlerweile ist der erste Bauabschnitt im oberen Christiansenpark abgeschlossen. Weitere umfangreiche Maßnahmen, die bis Ende des Jahres 2023 fertig gestellt sein sollen, folgen kurzfristig. Mehr Informationen zum Bauprojekt erhält manunter: www.flensburg.de/Christiansens_Gärten.

Lärmaktionsplan wird umgesetzt – Tempoanpassungen im Flensburger Stadtgebiet

230683P

Der zuständige Stadtrat Stephan Kleinschmidt sowie Fachbereichsleiterin Claudia Takla-Zehrfeld enthüllen symbolisch das erste Tempo-30-Schild in der Toosbüystraße. Ab Mittwoch wird die Neuregelung dann an allen unten genannten Standorten in Kraft treten. Foto: © Stadt Flensburg

Tempo 30 in wichtigen Straßenzügen ab Mittwoch, 23. Juni

Flensburg. Lärm ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er lässt uns oft nicht schlafen, führt zu Konzentrationsstörungen und damit langfristig auch zu psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Mit dem Lärmaktionsplan soll hier Abhilfe geschaffen werden. Der Entwurf des Lärmaktionsplanes ist im Dezember 2020 mit großer Mehrheit von der Flensburger Ratsversammlung beschlossen worden. Nun folgt die Umsetzung in wichtigen Straßenzügen.

Dabei ist es vorgesehen, dass dort, wo die Lärmproblematik besonders vorherrscht das zulässige Tempo auf 30 km/h reduziert wird.

Hiervon sind folgende Straßen betroffen:

Tempo 30 ganztags

Straße Abschnitt Länge
Toosbüystraße/
Neue Straße
Knuthstraße –
Schiffbrücke
547 m
Flurstr./Marienhölzungsweg Hermann-Löns-Weg –
Waldstraße
281 m
Knuthstraße Nordergraben –
Duburger Straße
379 m

Ausweitung der vorhandenen Tempo-30-Anordnungen

Straße Abschnitt Länge
Schützenkuhle/Stuhrsallee
Ausdehnung Tempo 30
ganztags und ganzer Abschnitt
Zur Exe –
Kanonenberg
615 m
Waldstraße
Ausdehnung Tempo 30
ganztags und ganzer Abschnitt
Norderallee –
Flurstraße
211 m

Tempo 30 nachts

Straße Abschnitt Länge
Apenrader Straße Werftstraße –
Ostseebadweg
596 m
Husumer Straße Munketoft –
Schützenkuhle
358 m
Schützenkuhle Zur Exe –
Am Pferdewasser
122 m
%d Bloggern gefällt das: