Archiv der Kategorie: Bürgerbeteiligung

Artikel zum Thema Bürgerbeteiligung, Demokratie, Öffentlichkeit und Transparenz

„Spieglein, Spieglein“ – Werke des Bildhauers Rainer Kurka vom 23.08. – 08.12.2019 im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf

Rainer Kurka, „Spieglein, Spieglein“, 2016, Terrakotta, Acrylfarbe © Rainer Kurka

Sie machen den Eindruck, als wären Sie nach realen Vorbildern entstanden. Die meist weiblichen Terrakottafiguren des Bildhauers Rainer Kurka blicken den Betrachter auffordernd, nachdenklich oder melancholisch an. Manchmal sind gleich mehrere Gemütsregungen in den Gesichtern zu erkennen, die zusätzlich durch individuelle Details, wie Äderchen und Sommersprossen, faszinieren. Die Haltung der lebensgroßen Gestalten wirkt natürlich, nicht inszeniert: mal starrer, mal lässig. Obwohl die Vermutung nahe liegt, handelt es sich bei den Arbeiten des Künstlers nicht um tatsächliche Porträts. Die Figuren sind Gestalten der Phantasie.

Als Interventionen in der Dauerausstellung sind ausgewählte Skulpturen Kurkas im Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf zu sehen. Sie stehen im Dialog mit den gusseisernen Personendenkmälern des 19. Jahrhunderts.

In ihrer Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit erschaffen die zeitgenössischen Arbeiten nicht nur einen intensiven Spannungsbogen zum Betrachter. Als Interventionen öffnen sie in der Gegenüberstellung mit den gusseisernen Personendenkmälern des 19. Jahrhunderts zudem ein ganz neues Spannungsfeld zwischen idealisierten, realistischen und individuellen Darstellungen von Menschen.

In welcher Gestalt wird der Mensch in der Skulptur des 19. Jahrhunderts im Gegensatz zu heute festgehalten? Welche Ansprüche und äußeren Einflüsse veranlassen Künstler damals und heute dazu, den Menschen in einer bestimmten Form darzustellen? Geben Porträts des 19. Jahrhunderts die reale Gestalt der dargestellten Person wieder oder spielte auch hier die Fantasie des Künstlers die größere Rolle?

Mit ihrer Platzierung in der Dauerausstellung und damit inmitten der gusseisernen Objekte des 19. Jahrhunderts bewirken die Arbeiten Kurkas einen bewussten Bruch. Der Kontrast ermöglicht einen anderen Blick und Zugang sowohl auf die älteren als auch auf die jüngeren Objekte. Der Vergleich zwischen den zeitgenössischen Skulpturen und den Bildnissen des 19. Jahrhunderts sorgt für die Auseinandersetzung mit Zeitgeist, Zeitgeschmack und gesellschaftlichen Entwicklungen damals und heute.

Über den Künstler:

Rainer Kurka wird in Erlangen geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren erlernt er die Sandstein-Bildhauerei. Mit dem Schwerpunkt Plastisches Gestalten studiert er Architektur an der TU Darmstadt und Università degli Studi di Firenze. Nach dem Abschluss arbeitet er als Künstlerischer Mitarbeiter am Fachgebiet Plastisches Gestalten der TU Darmstadt sowie als Dozent an der FH Wiesbaden am Fachbereich Gestaltung. Als freischaffender Künstler lebt und arbeitet Rainer Kurka seit 2009 in Berlin.

Eisenkunstguss Museum Büdelsdorf

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American Protest Poetry am 23.08.2019 um 20 Uhr in der NORDER147 in Flensburg

This evening will be held in English… so for everybody having a lovestory with the English language or for native speakers, of course: Come and join us for a precious time with bread, wine and poetry! And… nobody has to be perfect to take part!
Birgit Nielsen who lived in America for more than 25 years will be guiding us through the evening.

See you soon,
Dany

Flensburg: Ausschüsse und Ratsversammlung tagen

Öffentlichkeit erwünscht!

Flensburg. Nach der Sommerpause nimmt die kommunalpolitische Arbeit wieder Fahrt auf. In der kommenden Woche finden mehrere Sitzungen statt.

Der Sozial- und Gesundheitsausschuss tagt am Montag, 19.08.2019, ab 17:00 Uhr im Europa-Raum (E67) des Rathauses.

Am Dienstag, 20. August 2019, findet im Rathaus, Europa-Raum (E 67), die 19. Sitzung des Hauptausschusses statt. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 16:00 Uhr.

Der Jugendhilfeausschuss trifft sich zu seiner 11. Sitzung am Mittwoch, 21. August 2019, um 16:00 Uhr im Gemeindezentrum Engelsby. Brahmsstr. 13.

Am Donnerstag, 22.08.2019, tritt die Flensburger Ratsversammlung zu ihrer 12. Sitzung im Ratssaal zusammen. Der Beginn ist ebenfalls um 16:00 Uhr.

Die Tagesordnungen für alle Sitzungen findet man im Ratsinformationssystem:
http://www.flensburg.de/politik-verwaltung/ratsinformationssystem/index.php.

Ausgezeichnetes Badewasser an den Flensburger Stränden – Wassertemperatur 19 °C

Badewasserqualität ausgezeichnet

Flensburg. Die Gesundheitsdienste teilen mit:

Die Flensburger Badestellen Ostseebad und Solitüde werden auch in diesem Jahr wieder von den städtischen Gesundheitsdiensten nach der Badegewässerverordnung überwacht. Vierzehntägig erfolgen Beprobungen zur Feststellung der Badewasserqualität.

Probenahme am 13. August 2019
Solitüde:
Ergebnis: ausgezeichnete Badewasserqualität
Wassertemperatur: 19 °C

Probenahme am 13. August 2019
Ostseebad:
Ergebnis: ausgezeichnete Badewasserqualität
Wassertemperatur: 19 °C

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Gesundheitsdienste
unter Telefon 85 2600 bzw. per E-Mail:
Gesundheitsdienste@Flensburg.de

 

„Am Fusse Yggdrasils“ – 5. Skaldentreffen am 17.08. – 18.08.2019 im Wikinger Museum Haithabu

Geschichten und Musik rund um die nordische Mythologie jeweils von 09:00 – 17:00 Uhr im Wikinger Museum Haithabu

Musik und Geschichten um die nordische Mythologie © Kai-Erik Ballak

Skalden nannte man bei den Wikingern alle die, die mit ihrer Musik und ihren Geschichten die Menschen unterhalten konnten. Über das Jahr verteilt sind solche Skalden vereinzelt immer wieder in Haithabu. Aber einmal im Jahr kommen sie zusammen, um gemeinsam zu feiern und ihr Publikum mit Liedern und Geschichten zu verzaubern, die sie von ihren weiten Reisen in ferne Länder mitgebracht haben. Überall zwischen den Häusern von Haithabu hört man Geschichten raunen und die Musik klingt bis zum Hafen und weckt die Sehnsucht nach der Ferne.

Dieses Jahr werden Lieder und Geschichten vom „Fusse Yggdrasils“ erklingen. Yggdrasil, der Weltenbaum, steht im Zentrum der neun Welten. Da gibt es die Welt der Riesen, der Götter und der Menschen. Viele Geschichten hörte der Weltenbaum raunen und einige davon werden die Skalden von Haithabu erzählen.

Das Programm im Überblick:

10 Uhr und 13 Uhr
Graubart der Wanderer erzählt, „wie die Welt entstanden ist“. Die Besucher erfahren dabei, wie die Wesen, die in dieser Welt leben, erschaffen wurden und wie diese Welt von den Göttern geordnet wurde.

11 Uhr und 14 Uhr
Thomas Petersen spielt Musik, wie sie auch in der Zeit der Wikinger geklungen haben könnte. Die Instrumente auf denen er spielt, sind von ihm nach Funden selbst gebaut.

12 Uhr und 15 Uhr:
SITRAMÉ erzählen musikalisch die Sage von den Schwanenmädchen, dem schlauen Nix und der großen Sehnsucht. Die Museumsbesucher begleiten die Gruppe auf ihrer musikalischen Reise in die slawische Spreewaldregion.

16 Uhr:
gemeinsame Abschlussrunde aller Künstler
Urd Valdemarsdatter ist immer irgendwo zwischen den Häusern unterwegs und erzählt ihre Geschichten.

Besonders geeignet für:

Erwachsene, Familien, Jugendliche, Kinder

Treffpunkt:

Die Veranstaltung findet bei den Wikinger Häusern Haithabu statt. Am Museum sind ausreichend Parkplätze vorhanden, der Fußweg zu den Häusern beträgt etwa 20 Minuten.

Kosten:

normaler Eintrittspreis, siehe Besuch

Veranstalter:

Landesmuseen SH

Wikinger Museum Haithabu

Am Haddebyer Noor 3
24866 Busdorf

Termine und weitere Informationen unter www.haithabu.de.

 

 

 

Sprechstunde des Stellvertretenden Behindertenbeauftragten der Stadt Flensburg am 19. August 2019

Sprechstunde mit Tim Jäger

Flensburg. Auch der Stellvertretende Beauftragte für Menschen mit Behinderung  der Stadt Flensburg, Tim Jäger, bietet im August eine Sprechstunde an.

Am Montag, 19.08.  von 13 – 14 Uhr steht er

im Raum H 52 des Flensburger Rathauses

zur Verfügung.

Zu den Sprechzeiten ist auch die telefonische Erreichbarkeit unter 851085 gewährleistet.

Außerhalb der Sprechzeiten werden Anfragen unter behindertenbeauftragter@flensburg.de entgegen genommen.

Wo Europa entsteht: Grenzregionen als Labor für Europa? – Diskussionsveranstaltung am 22.08.2019 auf dem Flensburger Museumberg

Donnerstag, den 22.08 um 19 Uhr
Aula im Hans-Christiansen-Haus
Museumsberg Flensburg

Öffentlich & kostenlos. Es wird um Anmeldung per Eventbrite gebeten

Gastgeber: European Democracy Lab

Grenzregionen haben von der europäischen Integration enorm profitiert. Nicht zuletzt der Binnenmarkt und der Schengen-Raum kamen ihnen zugute und halfen ihnen, von ihrer nationalen Randlage ins Herz Europas zu rücken. In Grenzregionen zeigen sich allerdings auch wie durch ein Vergrößerungsglas die funktionalen und demokratischen Defizite des gegenwärtigen “Europa der Nationalstaaten”: Staatsgrenzen trennen immer noch nationale Rechtsräume voneinander und verhindern, dass Grenzregionen zusammenwachsen – darunter auch solche, die früher eine Einheit bildeten. Menschen beiderseits der Grenzen unterliegen in vielen Lebensbereichen unterschiedlichen Gesetzen und leben somit eher Rücken an Rücken als Tür an Tür. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bleibt vielfach notwendig und gewünscht, bleibt aber oft eine mühselige Angelegenheit. Doch werden gerade dort, in Grenzregionen, vielfältige neue Formate der Zusammenarbeit entwickelt und erprobt, die die Konturen eines anderen, dezentralen und bürgernahen Europas zeichnen. Was können wir aus der Erfahrung von Grenzregionen lernen? Was ließe sich auf andere Regionen übertragen? Welche Rolle könnten und sollten Regionen in Europa einnehmen? Welchen Beitrag können sie zur Entstehung einer postnationalen europäischen Demokratie leisten?

Um diese Fragen zu erörtern, laden die Region Sønderjylland-Schleswig, REGIOPARL | Regional Parliaments Lab und das European Democracy Lab zu einer Diskussion über die Zukunft von Regionen in Europa am Donnrestag, den 22.08 um 19 Uhr in der Aula im Hans-Christiansen-Haus im Museumsberg Flensburg ein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

* Öffentlich & kostenlos *
Wir bitten um Anmeldung per Eventbrite.

Die Veranstaltung ist Teil der Dialogreihe „Europa ja, aber wie?“ des European Democracy Labs in Städten in deutschen Grenzregionen. Wir danken der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Stiftung Forum Morgen.

Where Europe emerges: Border regions as laboratories for a decentralised and citizen-oriented Europe?

Border regions have benefited enormously from European integration. The internal market and the Schengen area have benefited them, ultimately moving them from their national periphery to the heart of Europe. In border regions, however, the functional and democratic deficits of the current „Europe of nation states“ can also be seen through a magnifying glass: State borders still separate national legal areas from each other and prevent border regions from growing together – including those that used to form a unit. People on both sides of the border are subject to different laws in many areas of life and thus live back to back rather than door to door. Cross-border cooperation often remains necessary and desired, but often remains a laborious affair. But it is precisely there, in border regions, that various new formats of cooperation are developed and tested, which draw the contours of a different, decentralised and citizen-oriented Europe. What can we learn from the experience of border regions? What could be transferred to other regions? What role could and should regions play in Europe? What contribution can they make to the emergence of a post-national European democracy?
To discuss these questions, the Sønderjylland-Schleswig Region, REGIOPARL | Regional Parliaments Lab and the European Democracy Lab invite you to a discussion on the future of regions in Europe on 22.08 at 19.00 in the Aula of the Hans-Christiansen-Haus in Flensburg.

Don’t miss it!

The event is public and free of charge, please register via Eventbrite.

We thank the Federal Agency for Civic Education and the Stiftung Forum Morgen for their support.

Workshop „Klimawende von unten“ am 21. August in der Ostseeschule Flensburg

Mittwoch, den 21. August 2019
von 17:30 – 22:00 Uhr
in der Mensa der Ostseeschule
Klosterholzweg 30, 24944 Flensburg

Der Verein BürgerBegehren Klimaschutz e.V. kommt im Auftrag des Umweltinstitut München e.V. nach Flensburg, um mit allen Interessierten einen Klimawende-Workshop zu veranstalten. Schwerpunktmäßig geht es um die Stadtwerke Flensburg, im Schlussteil um die Schaffung eines Klimaschutzbündnisses.

Ziel ist es u.a. Verbündete im Klimaschutz zusammenzubringen, die den Forderungen von Fridays for Future Nachdruck verleihen. Denn eine CO2-neutrale Stadt ist 2050 deutlich zu spät. Außerdem sollen gemeinsam Perspektiven entwickelt werden, wie unsere Stadtwerke, die z.Zt. noch rund 600.000t CO2 im Jahr ausstoßen, in greifbarer Zukunft wirklich „grün“ werden können und des weiteren eine nachhaltige Verkehrswende gelingen kann.

Kommt zahlreich! Teilnahme ist gratis, für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Die Einladung mit dem Programm und allen Infos gibt es hier auch als PDF-Datei: Einladung Workshop Klimawende – bitte gerne an alle potentiell interessierten Personen weiterleiten.

„Klimawende von unten“ ist eine gemeinsame Kampagne von BürgerBegehren Klimaschutz, dem Umweltinstitut München e.V. und Mehr Demokratie e.V. – mehr Informationen unter https://www.klimawende.org/ .

Programm:

17:30-18:30: Vortrag und Austausch
Eric Häublein (BürgerBegehren Klimaschutz Berlin e.V.) erklärt anhand bundesweiter und erfolgreichen Bürgerbegehren und Klimawende-Kampagnen was man für den Erfolg braucht und worauf man achten soll.

18:30-19:30: Stadtwerke for Future
Philipp Austermann (Fridays for Future Flensburg) und Johnny Mahnke (Mitgründer von Attac Flensburg und EES e.V.) bringen uns die Geschichte und Gegenwart der Stadtwerke (insbesondere ihre Energieerzeugung durch fossile Energien) näher und präsentieren daraus resultierend die Forderungen von Fridays for Future.

19:30-20:00 Pause – Imbiß

20:00-21:30: Workshop
Unter der Leitung von Eric Häublein erarbeiten wir gemeinsam Ideen und Maßnahmen mit denen die Stadtwerke Flensburg tatsächlich nachhaltig „grün“ werden können.

21:30-22:00: Abschluss
Könnte die Umsetzung unserer Ideen der Startschuss für ein starkes gemeinsames Klimaschutzbündnis in Flensburg werden?

Für Fragen:
– Sophie Franzen: fs-ews@stud.hs-flensburg.de (Energiewissenschaften HS)
– Ursula Thomsen-Marwitz: 0151-53712913 (Koordinatorin Menschlichkeit leben e.V.)

Vorführung: „Unter den Dächern von Haithabu – Leben und Handwerk wie vor 1000 Jahren“ im Wikinger Museum Haithabu

Bis zum 18.08.2019 täglich von 09:00 – 17:00 Uhr

Unter den Dächern von Haithabu © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen

Drei Wikingerfamilien (Erichsen, Krause, Weber-Janz) ziehen in die Häuser von Haithabu ein und leben dort wie vor 1000 Jahren. In den Kochkesseln über den offenen Herdfeuern garen die Eintöpfe. Die Frauen weben an senkrechten Webstühlen und fertigen kunstvolle Bänder in Brettchenweberei. Die Männer präsentieren Pelz- und Lederarbeiten, bauen Bögen und Pfeile und fertigen allerhand Gegenstände für den täglichen Bedarf. Wer wissen möchte, wie die Kinder in Haithabu gespielt haben, findet hier vielfältige Antworten.

Besonders geeignet für:

Erwachsene, Familien, Jugendliche, Kinder

Treffpunkt:

Die Veranstaltung findet bei den Wikinger Häusern Haithabu statt. Am Museum sind ausreichend Parkplätze vorhanden, der Fußweg zu den Häusern beträgt etwa 20 Minuten.

Kosten:

normaler Eintrittspreis, siehe Besuch

Veranstalter: Landesmuseen SH

Wikinger Museum Haithabu

Am Haddebyer Noor 3
24866 Busdorf

Termine und weitere Informationen unter www.haithabu.de.

 

 

 

Kinderarmut: Paritätische Studie belegt wachsende soziale Ungleichheit in Deutschland

Eine wachsende soziale Kluft zwischen armen und reichen Familien belegt eine neue Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands, für die aktuelle amtliche Daten ausgewertet wurden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht darin der Frage nach, wie viel Geld Familien mit Kindern zur Verfügung haben und was sie für die physischen und für soziale Grundbedarfe der Teilhabe der Kinder ausgeben.

Um die Studie zu lesen, einfach auf das Bild klicken

Im Zehn-Jahres-Vergleich ging die ohnehin breite Schere zwischen den Haushaltseinkommen der ärmsten und der reichsten Familien weiter auseinander, so der Befund. Während der Konsum im Durchschnitt moderat und beim obersten Zehntel spürbar zugenommen hat, mussten sich die ärmeren Kinder über die Jahre weiter einschränken: Arme Familien hatten real weniger Geld als noch zehn Jahre zuvor zur Verfügung, um ihren Kindern mehr als das physisch Notwendige zu finanzieren. „Arme Kinder werden ärmer und immer weiter abgehängt. Das, was für die Mehrheit Gleichaltriger selbstverständlich ist, bleibt ihnen auf Grund der Einkommenssituation ihrer Eltern versagt. Arme Familien haben faktisch immer weniger im Portemonnaie und gespart wird notgedrungen an allem, was über das physisch Überlebensnotwendige hinausgeht“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Während die breite Mehrheit sich immer mehr leisten kann, sind arme Kinder zunehmend außen vor. Das Gefühl nicht dazu zu gehören, ausgegrenzt zu sein und abseits stehen zu müssen, ist das Lebensgefühl armer Kinder in Deutschland. Frust, Resignation, weniger Bildungserfolg und höhere Krankheitsanfälligkeit sind schließlich sehr häufig die Folgen der Einkommensarmut der Familien“, so Schneider.

Während die durchschnittlichen Ausgaben für ein Kind bei rund 600 Euro liegen, konnten sich die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind nur 364 Euro für ihr Kind leisten. Die reichsten zehn Prozent der Familien gaben im Schnitt 1.200 Euro im Monat für ihr Kind aus. Besonders eklatant sind die Differenzen bei den Ausgaben für die sozialen Grundbedarfe der Teilhabe. Ob Spielzeug, Zoo-Besuch, das gelegentliche Eis bei einem Ausflug oder auch eine Kindertheatervorstellung: Insgesamt konnten die ärmsten Paarhaushalte mit einem Kind gerade einmal 44 Euro pro Monat für Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie außerhäusliche Verpflegung ihres Kindes ausgeben und damit – preisbereinigt – fast 30 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Der Durchschnitt gab für ein Kind fast drei Mal so viel (123 Euro) aus, die reichsten zehn Prozent dagegen sogar 257 Euro und damit fast sechs Mal so viel wie die ärmsten Familien und preisbereinigt sogar 14,7 Prozent mehr als zehn Jahre vorher. „Ein gleichberechtigtes Aufwachsen ist für die Kinder in den einkommensarmen Haushalten nicht möglich. Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich manifestiert sich am Ende im sozialen Ausschluss der Kinder“, so Mit-Autor der Studie Andreas Aust von der Paritätischen Forschungsstelle.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert, das Bildungs- und Teilhabepaket zu ersetzen durch einen Rechtsanspruch auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilfegesetz. Darüber hinaus müsse der Familienlastenausgleich „vom Kopf auf die Füße gestellt“ werden: Der Verband plädiert für die Einführung einer einkommens- und bedarfsorientierten Kindergrundsicherung.

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