Archiv der Kategorie: Soziales

Artikel zum Thema Arbeit und Soziales, Armut, SGB II/III und „Hartz IV“, Sozialdaten, Sozialpolitik,Entwicklung des Arbeitsmarktes und Projekten bürgerschaftlicher Selbstorganisation.

Hilfe für die Region: Hochschule Flensburg unterstützt Lieblingsläden mit Internetplattform

Gemeinsam für die Unternehmen der Region: Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und Prof. Dr. Till Albert von der Hochschule Flensburg. Foto: Stadt Flensburg

Für viele kleine und mittlere Unternehmen wird der Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zum Kampf um die Existenz. Mit einer Internetplattform will die Hochschule Flensburg helfen.

Unternehmen müssen schließen. Aufträge bleiben aus. Arbeitsplätze sind in Gefahr. Der Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus bringt viele regionale klein- und mittelständige Unternehmen (KMU) in Bedrängnis. Mittelfristig droht die Zahlungsunfähigkeit. „Da die Region durch KMU geprägt ist, wäre dies ein harter Schlag“, sagen Prof. Dr. Till Albert, Professor für Digitalisierung, und Prof. Dr. Torsten Steffen, Professor für Maschinenbau. Daher wollen die beiden Flensburger Hochschullehrer potenzielle Helfer*innen dabei unterstützen, die regionale Wirtschaft am Leben zu erhalten.

Zusammen mit Kolleg*innen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und dem Team der Web-Entwickler der Hochschule Flensburg haben sie innerhalb kürzester Zeit eine Plattform für regionale Unternehmen entwickelt, auf der Kund*innen ihren Lieblingsladen finanziell unterstützen können. Lieblingsladen, bleib bestehen, heißt die Aktion.

Und so funktioniert es: Auf der Internetseite lieblingsladen-bleib-bestehen.de melden sich die Unternehmen mit ihren Informationen an. Kund*innen finden dort ihren Lieblingsladen und können ihn mit einem monatlichen Beitrag unterstützen. Als Dank erhalten sie nach Krisenende eine Gegenleistung je nach Höhe des Beitrags. Das kann ein Gutschein sein, ein Abendessen mit der Geschäftsführung oder die namentliche Erwähnung auf einer Plakette im Eingangsbereich.

„Für eine langfristige Planung sind kleine monatliche Beträge hilfreicher als große Einzelbeträge“, weiß Albert. Wichtig sei, dass die Plattform schnell, unbürokratisch und unkompliziert funktioniert. „Als Hochschule Flensburg verstehen wir uns auch als Unterstützerin unsere regionalen Unternehmen. Gerade in so schwierigen Zeiten müssen wir Wege finden, nach der Krise wieder zu alter Stärke zu finden“, sagt Dr. Christoph Jansen, Präsident der Hochschule Flensburg.

In diesem Sinne unterstützt auch die Stadt Flensburg die Idee aktiv. „Die Plattform „Lieblingsladen“ zeigt, wie gut die Flensburger füreinander einstehen und wie kreativ sie dabei sind, das ist ein tolles Signal, das einen Beitrag dazu leisten kann Existenzen zu sichern“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Lange.

Hier geht es zur Hilfsplattform: www.lieblingsladen-bleib-bestehen.de.

Corona in Flensburg: Unterstützung zur Nachbarschaftshilfe

Sie sind immunschwach, haben ein hohes Alter erreicht oder leiden unter chronischen Erkrankungen und gehören somit zur Risikogruppe?

Oder Sie möchten diese Menschen ehrenamtlich unterstützen?

Die Fachstelle 50+ der Stadt Flensburg möchte dabei unterstützen, Menschen, die helfen wollen, mit jenen zusammenzubringen, die sich Unterstützung wünschen.
Bitte melden Sie sich unter 0461 / 85 2407 montags bis freitags von 8.30 bis 14.00 Uhr, …

… wenn Sie zur Risikogruppe gehören und Unterstützung wünschen.
… wenn Sie Fragen dazu haben, wer ggf. helfen kann.
… wenn Sie helfen möchten, aber nicht genau wissen, wo und wie.

Corona in Flensburg: Aufforderung an Reiserückkehrer*innen sich bei der Stadt zu melden

Tagesmeldung vom 30.03.2020 – 22 Infizierte und 102 Verdachtsfälle

Flensburg. Im Rahmen der heutigen Stabssitzung hat Oberbürgermeisterin Simone Lange mitgeteilt, dass nach aktuellem Stand 22 nachweislich mit dem Corona-Virus infizierte Menschen in Flensburg leben. Gleichzeitig gibt es 102 Verdachtsfälle in Flensburg.

In Schleswig-Holstein gibt es nach wie vor Menschen, die von Reisen zurückkehren. Die Stadt Flensburg bittet darum, dass Reiserückkehrer*innen, insbesondere wenn es sich bei den Reisezielen um Risikogebiete handelt, sich bei der Stadt melden, um mögliche Gefährdungen anzusprechen und auszuschließen. Meldungen können über das Infotelefon der Stadt Flensburg unter der Rufnummer 0461/858585 getätigt werden.

Oberbürgermeisterin Simone Lange appelliert an die Flensburgerinnen und Flensburger „Wir haben es bisher gut geschafft, dem Virus Einhalt zu bieten. Damit das auch so bleibt, müssen wir die beschlossenen Maßnahmen konsequent durchhalten. Gleichzeitig ist es natürlich wichtig, dass wir auch die Gefährdung von Reiserückkehrer*innen so minimal wie möglich halten“.

 

Kündigungsausschluss für die Zeit der Corona-Krise beschlossen

Mietshäuser in der Burgstraße in Flensburg – Mehr Schutz für säumige  MieterInnen vor Wohnungskündigung während der Corona-Krise

Mieterbund fordert: Gesetzliche Klarstellungen sowie „Sicher-Wohnen-Fonds“ müssen folgen

(dmb) Der Bundestag hat  am 25.3. das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ verabschiedet. Mieterinnen und Mieter, die aufgrund der COVID-19-Pandemie im Zeitraum von April bis Juni 2020 ihre Miete nicht oder nicht vollständig zahlen können, sind ab April 2020 bis Ende Juni 2022 vor der Kündigung ihrer Mietverträge wegen Zahlungsverzugs sicher. „Die schnelle Umsetzung des von uns geforderten Kündigungsausschlusses freut uns sehr. Die Mieterschaft ist vor dem Verlust ihrer Wohnung und ihrer Gewerberäume zunächst geschützt. Das ist in der momentanen Situation das Allerwichtigste“, kommentiert der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, das neue Gesetz.

„Die Zeit bis zur nächsten Sitzung des Parlaments – voraussichtlich im April 2020 – muss jetzt genutzt werden, um notwendige Korrekturen und Verbesserungen vorzunehmen“, so Siebenkotten. „Insbesondere muss ausdrücklich klargestellt werden, dass die Nachzahlung der ausgefallenen Miete an den Vermieter vor Juni 2022 nicht nur vor der fristlosen, sondern auch vor der ordentlichen Kündigung schützt. Mieterinnen und Mieter dürfen nicht mit Verzugszinsen belastet werden, wenn sie bis Juni 2022 die Miete nachzahlen. Außerdem ist der vorgesehene Dreimonatszeitraum zu kurz, er sollte auf mindestens sechs, besser zwölf Monate verlängert werden, und zwar ohne dass es dafür eines weiteren Beschlusses des Bundestages bedarf. Selbst wenn die Pandemie vorher endet, haben Mieterinnen und Mieter mit Sicherheit deutlich länger mit den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen.“

Als notwendige Ergänzung zum jetzt verabschiedeten Kündigungsschutz fordert der Deutsche Mieterbund gemeinsam mit dem Gesamtverband der deutschen Wohnungswirtschaft (GdW) die Einrichtung eines „Sicher-Wohnen-Fonds“. Dieser soll die Miete bei COVID-19-bedingtem Ausfall als Zuschuss oder zinsloses Darlehen übernehmen und an den Vermieter auszahlen, um so das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter nicht zu belasten. „Ohne finanzielle Unterstützung werden von der Krise gebeutelte Mieter, kleine Selbstständige, aber auch viele Gewerbetreibende, nach der Pandemie den Rückstand nicht oder allenfalls nur teilweise ausgleichen können. Daher muss dieser Solidarfonds, den inzwischen immer mehr Verbände und PolitikerInnen befürworten, jetzt schnell und unbürokratisch eingerichtet werden“, erklärt Siebenkotten.

Mieterschutz in Zeiten von Corona

Worauf Mieter während der Corona-Krise achten müssen

(dmb) Die Ausbreitung des Corona-Virus, Kontaktverbote und die Empfehlung der Bundesregierung, zu Hause zu bleiben, die Verunsicherung bei vielen Mieterinnen und Mietern ist groß.

Der Deutsche Mieterbund beantwortet einige wichtige Fragen rund um das Thema Corona und Miete. Aufgrund der noch nie dagewesenen Situation können diese Antworten jedoch nur eine Einschätzung wiedergeben und stellen keinen verbindlichen Rechtsrat dar.

Zur Unterstützung vor Ort stehen unsere Mietervereine mit Rat und Tat zur Verfügung. Ihren Mieterverein finden Sie unter: www.mieterbund.de.

1.    Ich verdiene kein Geld mehr. Muss ich weiter meine Miete zahlen?

Ja. Der Mieter ist grundsätzlich zur Mietzahlung verpflichtet. Entsteht ein Zahlungsrückstand von mehr als einer Monatsmiete, darf der Vermieter grundsätzlich fristlos kündigen. Auf den Grund, warum der Mieter nicht zahlen konnte, kommt es dann nicht mehr an.
Um sich vor dem Verlust der Wohnung zu schützen, sollte der Mieter bei drohenden Mietzahlungsschwierigkeiten sofort mit seinem Vermieter Kontakt aufnehmen und versuchen, sich auf die Stundung der Mietzahlung zu einigen. In Betracht käme ebenfalls eine Ratenzahlung, soweit möglich, oder der Verzicht des Vermieters auf die Miete, wenn dies wirtschaftlich für ihn vertretbar wäre. All dies ist natürlich nur auf freiwilliger Basis möglich. Eine entsprechende Vereinbarung sollte dann aus Beweisgründen schriftlich erfolgen.
Hinweis: Der Deutsche Mieterbund hat den Bundesgesetzgeber u.a. aufgefordert, die Kündigung für die Zeit der Corona-Krise auszuschließen und einen „Sicher-Wohnen-Fonds“ für den Mietausfall einzurichten. Das Gesetz zum Kündigungsschutz wird voraussichtlich in dieser Woche im Bundestag verabschiedet. Mehr Informationen dazu unter www.mieterbund.de.

2.    Mein Nachbar ist an Covid-19 erkrankt. Darf ich die Miete mindern?

Nein. Die Erkrankung eines Mitbewohners oder Nachbarn stellt keinen Mangel der Mietsache und damit keinen Grund zur Mietminderung dar.
Wird die Nutzung der Mietsache durch Engpässe bei der Versorgung mit Energie oder Wasser beeinträchtigt, muss der Mieter aber nur eine entsprechend geminderte Miete zahlen. Darauf, ob der Vermieter den Versorgungsengpass vertreten muss, kommt es bei der Minderung nicht an.

3.    Muss ich meinen Vermieter in meine Wohnung (Wohnungsbesichtigungen, Reparaturen) lassen?

Ob der Vermieter die Wohnung des Mieters besichtigen darf, hängt von einer Abwägung des Eigentumsrechts des Vermieters mit dem Recht des Mieters auf Privatsphäre ab. Bei einer Pandemie ist zudem der Schutz des Mieters auf körperliche Unversehrtheit zu beachten und maßgeblich.
Besichtigungen, die keinen dringend notwendigen Zweck verfolgen, müssen daher aus Sicht des Deutschen Mieterbundes auf die Zeit nach der Pandemie verschoben werden. Bei notwendigen Reparaturen (bspw. Rohrbruch) muss der Mieter aber Zugang zur Wohnung gewähren.

4.    Ich habe meine Wohnung gekündigt und muss eigentlich nächste Woche ausziehen. Nun bin an Covid-19 erkrankt / stehe unter Quarantäne. Muss ich ausziehen?

Nein. Der Vermieter kann in dieser Situation nicht vom Mieter verlangen, dass er die Wohnung räumt. Auch jetzt gilt schon im Vollstreckungsrecht: Das Recht des Mieters auf körperliche Unversehrtheit hat Vorrang vor dem Räumungsinteresse des Eigentümers. Da alle Menschen aufgerufen sind, sich solidarisch zu verhalten und Kontakte drastisch zu reduzieren, kann der Mieter – auch zum Schutz anderer – nicht zum Auszug verpflichtet werden.

5.    Ich möchte umziehen. Geht das nun noch?

Solange die angemietete Wohnung frei ist, das beauftragte Umzugsunternehmen noch arbeitet und keine Ausgangssperren verhängt sind, grundsätzlich ja. Auch hier ist dem Mieter aber zu raten, mit allen Beteiligten die Durchführung des Umzuges abzuklären und sich im Sinne des Eigenschutzes und des Schutzes der Gemeinheit zu entscheiden.

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Das Flensburger Spielmobil-Team gibt Tipps und Anregungen

Freizeit und „Ferien“ in Corona-Zeiten

Flensburg. Das Corona-Virus hat große Auswirkungen auf alle – ganz besonders auf Kinder. Vieles von dem, was wichtig ist, ist zurzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Kindergärten und Schulen, Freizeiteinrichtungen und Spielplätze sind geschlossen. Alle sollen möglichst zu Hause bleiben und so wenig Kontakt zu anderen Menschen haben wie möglich.

Niemand weiß wirklich, wie lange die jetzigen Einschränkungen dauern werden. Abwarten oder langweilen sind dennoch keine Optionen. Deshalb hat das Team vom Spielmobil wichtige Tipps und Informationen für alle Kinder und Jugendlichen vorbereitet, deren Alltag momentan auf den Kopf gestellt ist.

Auf www.flensburg.de gibt das Team Anregungen, die ohne viel Material, alleine, mit Eltern und/oder Geschwistern, umgesetzt werden können. Videobotschaft, Erklär- und Bastelvideos und spannende Surftipps sollen dabei helfen, besser mit der aktuellen Ausnahmesituation umgehen zu können.

Denn auch in un- und außergewöhnlichen Situationen kann man Spaß haben. Der Wunsch und Gruß vom Spielmobil an alle lautet daher auch: „Habt viel Freude, bleibt gesund und hoffentlich sehen wir uns im bald wieder – beim Spielmobil, einem Fest oder bei einer Ferienpassaktion.“

Corona: Stadt Flensburg freut sich über gespendete Schutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel

Private Spende an die Stadt

Flensburg. Das Corona-Virus ist zurzeit allgegenwärtig und ein Ende ist bisher nicht absehbar. Das betrifft uns alle in unserem Alltag. Besonders betrifft es aber die, die beruflich Gefahr laufen, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Sie müssen sich und andere schützen.

Deshalb sind Atemschutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel gerade im Gesundheitswesen so wichtig. Je länger die Krise andauert, desto mehr Material wird in diesen sensiblen Bereichen benötigt.

Genau deshalb hat sich nun ein Ehepaar an die Stadt gewandt und Atemschutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel aus eigenen Beständen an die Stadt gespendet.

Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigt sich erfreut: „Ich bin sehr dankbar für diese Spende, da sie uns Spielräume für unsere zukünftige Arbeit eröffnet und hilft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sensiblen Bereichen auch zukünftig zu schützen, falls diese Mittel knapp werden sollten. Ich möchte alle Flensburgerinnen und Flensburger bitten zu schauen, ob auch sie noch Schutzmasken, Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel zur Verfügung haben, die sie spenden können. Die aktuelle Spende zeigt mir, dass wir in Flensburg gut aufgestellt sind. Wir werden die Situation gut meistern, wenn wir weiter zusammenhalten!“

Menschen, die ebenfalls Spenden möchten, können sich gerne von Mo.-Fr. zwischen 09:00 und 16:00 Uhr im Vorzimmer der Oberbürgermeisterin unter 0461/852227 bzw. unter oberbuergermeisterin@flensburg.de melden.

Kommentar

Dr. med. Ralf Cüppers schreibt am 27.03.2020 dazu:

Als niedergelassener Arzt durfte ich mir heute meine persönliche Schutzausrüstung bei der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung abholen.
Ich schicke ein Foto an Jörg, daß er es hier einfügen kann. Mehr gab es nicht. Es ist kein Witz.

Corona: Informationen zur Kinderbetreuung verschickt

Tagesmeldung vom 27.03.2020: 21 Personen infiziert – 181 Verdachtsfälle

Flensburg. Neue Mailadresse: fachberatung-kindertagespflege@stadt.flensburg.de
Die in Aussicht gestellten Informationen in Sachen Kindebetreuung sind heute an Kooperationspartner, Kitaträger und Tagespflegestellen verschickt worden. Darin sind auch die nach derzeitigem Stand noch offenen Fragen geklärt worden. Bei weiteren Fragen ist die Stadt unter der Mailadresse fachberatung-kindertagespflege@stadt.flensburg.de erreichbar.

Mit dem heutigen Tag sind in Flensburg  21 Personen gemeldet, bei denen das Corona-Virus nachgewiesen wurde. Hinzu kommen 181 Verdachtsfälle.

Die Zahl der nachweislich infizierten Personen ist damit von gestern bis heute gleichgeblieben. Auch in den letzten Tagen hat sich der Anstieg eher moderat entwickelt. Das zeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen anschlagen und der Anstieg der Infektionen gebremst werden kann.

Oberbürgermeisterin Simone Lange appelliert dazu an die Flensburgerinnen und Flensburger: „Es ist toll, dass unsere gemeinsamen Bemühungen bisher gute Ergebnisse erzielen. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, dass wir alle weiter so diszipliniert sind wie in den vergangenen Tagen. Das reicht vom Händewaschen bis hin zur geltenden Kontaktsperre. Denn die Gefahr ist noch nicht gebannt. Insbesondere die älteren Menschen bitte ich darum, weiterhin umsichtig und vorsichtig zu sein, da sie in besonderem Maße gefährdet sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam die schwierige Zeit überstehen werden.“

VCD: Mutig und nachhaltig handeln in Corona- und Klimakrise

Große Straße am 26. März zur Mittagszeit

Die Corona-Krise hält uns in Atem. Gleichzeitig verlangt der Klimaschutz unser Engagement und Handeln. Jetzt im Autoverkehr besondere Rücksicht zu nehmen, Fuß- und Radverkehr zu stärken und Wirtschaftshilfen mit Umweltauflagen zu verbinden, fordern Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, und Julia Born, Sprecherin der VCD Ortsgruppe Flensburg.

Wer derzeit nicht auf das Auto verzichten will, sollte Solidarität zeigen und jetzt besonders langsam und rücksichtsvoll fahren. Denn jeder Verletzte weniger entlastet Arztpraxen und Krankenhäuser. Das Verkehrsmittel der Wahl bleibt jedoch das Fahrrad: Wer mit dem Rad unterwegs ist, schützt sich und andere vor Ansteckung, stößt keine gesundheitsschädlichen Abgase aus und stärkt sein Immunsystem.

Raum für Rad- und Fußverkehr schaffen – zuverlässigen Busverkehr erhalten

Viele Städte sind noch nicht für sicheres und angenehmes Radfahren ausgelegt. Es fehlen Rad- und Fußwege oder sie sind zu schmal, um Abstand zu halten. So werden derzeit in New York Straßen für den Autoverkehr gesperrt, damit Fußgänger mehr Platz haben (Der Tagesspiegel, 26.03.2020 – mehr).
Damit Menschen in unverzichtbaren Berufen zu ihrem Arbeitsplatz kommen, ist es wichtig, dass Busse und Bahnen auch bei reduziertem Takt regelmäßig und zuverlässig fahren. An dieser Stelle danken wir den Fahrer*innen bei AktivBus und anderen Unternehmen, die den Betrieb mit Sonderfahrplänen aufrechterhalten.

Hilfsprogramme mit Klimaschutzauflagen verbinden

Konjunkturprogramme für Unternehmen und Branchen in Not müssen – im Gegenzug für staatliche Hilfe – mit konkreten Klima- und Umweltsschutzauflagen verbunden sein. Umweltvorgaben zu lockern, ist keine Option, denn drängende Innovationen würden dadurch falsch gesteuert. Investitionen sollten auf Zukunftsfähigkeit setzen, um Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern und neue zu schaffen.

Es gilt, Weitblick zu zeigen und Corona-Infektion und Klimakrise gleichzeitig in den Blick zu nehmen. „Beide, Corona-Epidemie und Klimakrise, verlangen Ideen und entschlossenes Handeln“, so die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann.
„Nach der Corona-Krise muss gerade in Flensburg der notwendige Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes viel konsequenter in Angriff genommen werden“, erklärt Born.

Corona: Stadt Flensburg lässt Eltern, Kitaträger und Tageseltern nicht allein!

Aktuelle Tagesmeldung

Flensburg. Besondere Zeiten fordern besondere Maßnahmen. Bereits seit dem 12.03. sind die Kindertagesstätten per Landesverordnung geschlossen und die Schließung ist zunächst bis zum 19.04. angeordnet.

Die Stadt Flensburg hat in dieser auch für die Eltern schwierigen Zeit entschieden, auf Antrag eine Erstattung der Elternbeiträge für den Schließungszeitraum (zunächst bis 19.04.) zu gewähren. Dies soll für alle Bereiche gelten, in denen keine Betreuung stattgefunden hat. Sowohl für Kita, Tagespflege und den offenen Ganztag.

Oberbürgermeisterin Simone Lange „Uns ist wichtig, dass es möglichst eine landesweite Regelung für die Befreiung gibt. Das schafft Transparenz auch über die kommunalen Grenzen hinweg. Deshalb werden wir auch den Dialog mit dem Städteverband suchen“.

Die Tagespflege und die Notversorgung in den Kitas sind wichtige Angebote in diesen Zeiten. Die durchgeführte Betreuung wird hier wie gewohnt abgerechnet.

Die Flensburger Regelung hat auch die Anbieter im Blick. Deshalb soll die nächste Abschlagszahlung an die Kitaträger vorgezogen werden, um die Liquidität der Träger zu sichern. Weitere Maßnahmen sind in der Beratung.

Alle Tageseltern erhalten auch weiterhin den städtischen Anteil zu ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Da auch in diesem Bereich Einnahmeverluste zu verzeichnen sein können, verweist die Stadt auch auf die in Aussicht gestellten Hilfen, die z.B. für Kleinstunternehmer und Soloselbständige bereitgestellt werden. Nähere Informationen erteilt das Infotelefon der Wireg.

Kooperationspartner, Kitaträger und Tagespflegestellen erhalten hierzu noch einmal gesondert Post, damit diese die Eltern informieren können. Fragen hierzu können an die Abt. Kindertagestätten gestellt werden.

In Flensburg sind mit dem heutigen Tag 21 infizierte Personen nachgewiesen worden. Davon 17 mit dem Hauptwohnsitz in Flensburg.

Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln – jetzt die freie Zeit nutzen und mit Kindern üben

Auch und vor allem zu Zeiten der Corona-Krise ist Hygiene wichtig. Das gilt nicht nur für den Umgang im Alltag, sondern auch bei Lebensmitteln und ihrer Zubereitung in der Küche. Zum Schutz der Gesundheit sollten Eltern ihren Kindern die Hygieneregeln Schritt für Schritt beibringen.

Die Schließung aller Schulen und Kitas stellt Familien vor große Herausforderungen bei der Betreuung und Verpflegung. Gegessen wird fast nur noch zu Hause, Eltern müssen den Alltag neu ordnen. „So anstrengend diese Umstellung für alle ist: Jetzt kann man die Chance und die freie Zeit nutzen, um Kinder an Hygieneregeln im Alltag und vor allem in der Küche heranzuführen. Am besten geht das mit gemeinsamem Kochen und Tisch decken“, so Selvihan Koç, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale.

Informationen zur Hygiene bei der Zubereitung von Mahlzeiten
Für Eltern, die ihr Wissen zu Hygieneregeln bei der Zubereitung auffrischen möchten, gibt es verschiedene Informationsmöglichkeiten. Die Internetseiten der Verbraucherzentrale, des Bundesinstituts für Risikobewertung sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Tipps und Hintergrundwissen. „Es gibt auch andere gute Informationsquellen. Wichtig dabei ist immer zu hinterfragen, ob eine Quelle verlässlich ist. Misstrauen ist geboten, wenn kommerzielle Absichten hinter den Angaben erkennbar sind – etwa eine Empfehlung für spezielle Produkte zu hohen Preisen.

Gesunde Ernährung im Ausnahmezustand
Die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland ist gesichert. Es gibt keinen Grund zur Panik und für Hamsterkäufe. Die Empfehlungen für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung für Kinder und Familien lassen sich problemlos einhalten, da alle frischen Lebensmittel weiterhin zu haben sind. Das Bundeszentrum für Ernährung und die Verbraucherzentrale geben Tipps für eine einfache und familienfreundliche Umsetzung.

Weitere Informationen zu den rechtlichen Folgen für Verbraucher in der Corona-Krise unter www.verbraucherzentrale.sh.

Corona: Hohe Anrufer*innenzahl beim städtischen Infotelefon

Flensburg. Am Montag ist der Stab der Stadt Flensburg erneut zusammengetreten. Dabei wurde mitgeteilt, dass in Flensburg derzeit 15 nachweislich infizierte Personen und 150 Verdachtsfälle gezählt wurden.

Das Infotelefon der Stadt Flensburg, das unter 0461/858585 erreichbar ist, wird stark angenommen. Seit dem 12.03.2020 wurden knapp 1.400 Anrufe bei der Hotline entgegengenommen, die an Werktagen zwischen 8:00 und 18:00 Uhr und an Wochenenden zwischen 10:00 und 16:00 Uhr zu erreichen ist.

Aus aktuellem Anlass teilt das Gesundheitsamt mit, dass Mitarbeiter des Gesundheitsamtes keine Hausbesuche machen und auch nicht an Haustüren klingeln um Leistungen anzubieten. Hintergrund ist, dass sich in anderen Kreisen bereits Menschen als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben haben, um sich Geldbeträge zu erschleichen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigt sich erleichtert, dass die Bundesregierung keine Allgemeine Ausgangssperre vorgeschlagen hat: „Mit den Äußerungen der Kanzlerin vom gestrigen Abend wissen wir nun, welche Maßnahmen uns erwarten. Ich freue mich, dass aktuell keine generelle Ausgangssperre verhängt werden soll und bin mir sicher, dass dies dem disziplinierten Verhalten der Menschen – auch in Flensburg – geschuldet ist. Ich hoffe, dass sich die Maßnahmen nun auch landes- und bundesweit in den Betroffenenzahlen widerspiegeln.

Coronakrise gemeinsam meistern – vom Verbraucher zum Anbieter

Viele Menschen geraten in diesen Tagen wegen der weitreichenden Beschränkungen in Schwierigkeiten. Manche werden plötzlich arbeitslos und verlieren ihr Einkommen, andere sind bei der Arbeit im Supermarkt oder Krankenhaus überlastet. Einige können nicht aus dem Haus, andere haben kein Zuhause und keinen Zugang zu Lebensmitteln. Jetzt sind freiwillige Helfer*innen besonders gefragt.

Während viele Menschen, Vereine und Betriebe jetzt auf Unterstützung angewiesen sind, haben auf der anderen Seite viele Schleswig-Holsteiner*innen plötzlich viel Zeit und wollen etwas Sinnvolles tun. Verbraucher*innen können jetzt mit umsichtigem Verhalten helfen, die Krise gemeinsam zu meistern. Wer aktiv helfen will, hat viele Möglichkeiten.

In der Nachbarschaft helfen

In der eigenen Nachbarschaft kann man besonders unkompliziert und direkt Hilfe anbieten – zum Beispiel Einkäufe und andere Besorgungen für kranke und alte Menschen erledigen. Auch beim eigenen Einkauf können Verbraucher*innen andere durch besonnenes Verhalten unterstützen – etwa indem sie auf Hamsterkäufe verzichten und besonders begehrte Produkte wie preisgünstiges Toilettenpapier nur dann kaufen, wenn es wirklich nötig ist. Denn: Viele Menschen mit kleinen Einkommen und hoher Arbeitsbelastung sind darauf angewiesen, ohne großen Aufwand an günstige Produkte des täglichen Lebens heranzukommen.

Lokale Wirtschaft und Kultur unterstützen

Cafés, Kinos, Hotels und kleine Geschäfte geraten wegen der aktuellen Beschränkungen in eine existenzbedrohende Krise. Wer also ein Geschenk braucht, Lesestoff sucht oder sich für die Zeit nach Corona neu einkleiden will, kann lokale Anbieter auch jetzt unterstützen. Einige betreiben Online-Shops oder Lieferservice auf Bestellung, bei anderen kann man Gutscheine kaufen. Die Stadt Kiel bietet eine Übersicht über den lokalen Einzelhandel mit Bestellmöglichkeiten. Zudem können Verbraucher*innen ihren Verein, ihr Fitnessstudio oder das Theater vor Ort unterstützen. Diese Einrichtungen sind unter Umständen verpflichtet, Kosten für Mitgliedsbeiträge, Abonnements oder Eintrittskarten zu erstatten. Wer freiwillig darauf verzichtet oder Gutschein-Lösungen akzeptiert, leistet einen Beitrag zur Existenzsicherung solcher Anbieter vor Ort.

Aushelfen im Supermarkt oder bei der Ernte

Einige Supermärkte brauchen jetzt Aushilfen, die zum Beispiel Regale einräumen und beim Lieferservice einspringen. Wer hier anpacken will, fragt am besten direkt im örtlichen Lebensmittelmarkt nach. Dasselbe gilt für Gastronomie mit Lieferdienst. Auch die Landwirtschaft braucht dringend
Arbeitskräfte, da wegen der Reisebeschränkungen keine Erntehelfer nach Schleswig-Holstein einreisen können. Wer hier aushelfen möchte, kann sich an die zuständige Arbeitsagentur vor Ort wenden.

Anpacken im Krankenhaus

Krankenhäuser suchen jetzt freiwillige Helfer, um das eigene Personal zu entlasten und krankheitsbedingte Ausfälle aufzufangen. Gesucht werden unter anderem Menschen mit einer medizinischen Ausbildung, aber auch Studierende oder Hilfskräfte mit Gastronomie-Erfahrung. Hilfsbereite können sich zum Beispiel am Universitätsklinikum Kiel online registrieren. Auch in anderen Kliniken Schleswig-Holsteins kann man seine Unterstützung direkt anbieten.

Blut oder Plasma spenden

Die Blutspende-Dienste rufen dazu auf, jetzt zu spenden. Denn bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus wird befürchtet, dass die Reserven knapp werden. Viele schwerkranke Menschen, unter anderem Krebspatienten, sind ständig auf die Versorgung mit Blutpräparaten angewiesen. Informationen dazu gibt es unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz.

Geld spenden für Bedürftige

Viele gemeinnützige Organisationen entwickeln jetzt Projekte und brauchen Geld, um Menschen in der Krise zu helfen. Betroffen sind zum Beispiel freie Künstler, Obdachlose oder die lokalen Tierheime. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bietet einen Überblick und viele Informationen über seriöse Hilfsorganisationen. Von Spenden an der Haustür oder aufgrund von Anrufen und Emails rät die Verbraucherzentrale dringend ab. Dabei ist das Risiko hoch, an Betrüger zu geraten. Besser ist es, sich vorab bei örtlichen Organisationen oder im Internet bei der DZI zu informieren und dann selbst zu entscheiden, wofür man spenden möchte.

Antworten auf wichtige Alltagsfragen für Verbraucher*innen in der Corona-Pandemie bietet die Verbraucherzentrale. In Schleswig-Holstein unter https://www.verbraucherzentrale.sh/

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