Archiv der Kategorie: Ökologie

Artikel zum Thema Umwelt, regenerative Energien, umweltfreundliche Stadtplanung und nachhaltiges Wirtschaften

Demo in Brunsbüttel am 31. Juli 2021: „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge!“

Sharepic Demo 1Gemeinsame Pressemitteilung von Klimabündnis gegen LNG, Grüne Jugend und ROBIN WOOD

Anschließend folgt der Aufruf des Aktionsbündnisses für die Demo am 31.07. in Brunsbüttel

[Hamburg, Berlin, Brunsbüttel 23.7.2021] Unter dem Motto „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge“ mobilisiert ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen, Klimagruppen und Jugendverbänden zu einer Demonstration am 31. Juli im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel.

In Brunsbüttel plant die Betreibergesellschaft „German LNG“ den Bau eines Terminals für extrem klimaschädliches, flüssiges Erdgas (LNG). Mit der Demonstration richtet sich das Bündnis gegen den weiteren Ausbau der Erdgasinfrastruktur sowohl vor Ort, als auch bundesweit und fordert den Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern. Auch das Aktionsbündnis Ende Gelände hat zu Protesten gegen den Neubau aufgerufen. Ende Gelände hat angekündigt, vom 29. Juli bis 2. August mit Aktionen zivilen Ungehorsams vor Ort gegen Erdgas und das geplante Flüssigerdgas-Terminal zu demonstrieren.

„Dass hier immer noch der Bau dieses klimaschädlichen Projektes vorangetrieben wird, ist ein Politikversagen ohne Gleichen. Als starke Klimagerechtigkeitsbewegung werden wir dieses unverantwortliche Vorhaben verhindern“, erklärt Norbert Pralow, Mitglied der BUND-Kreisgruppe Steinburg und aktiv im Klimabündnis gegen LNG.

„Um den Temperaturanstieg zu beschränken, müssen wir jetzt schnellstmöglich aus allen fossilen Energieträgern aussteigen. Doch stattdessen setzen Politik und Energiekonzerne auf den Ausbau der Erdgasnutzung. Zahlreiche Erdgaskraftwerke, Pipelines und Flüssigerdgas-Terminals sollen neu gebaut werden. Sie werden die Klimakrise unweigerlich weiter anfeuern – mit verheerenden Konsequenzen für die Gesundheit und Lebensgrundlage von Menschen weltweit. Sauberes Gas ist ein gefährliches Märchen!“, argumentiert Stina Reichardt vom Demo-Koordinierungskreis.

Die Demonstration startet um 13:00 Uhr in der Flethseer Str. (Nordbünge, Landscheide, erreichbar über B5, Ausfahrt St. Margarethen / Glückstadt, Richtung St. Margarethen, ca. 400m nach der Ausfahrt links). Ab 11:00 Uhr werden Busshuttle vom Bahnhof Itzehoe und aus Wilster angeboten. Die Demonstration endet mit einer Kundgebung an dem Standort des geplanten LNG-Terminals. Danach werden Busse zurück zu den nächstgelegenen Bahnhöfen fahren.

Hintergrund:

Ende Juni hatte „German LNG“ den Antrag auf Planfeststellung für den LNG-Hafen beim Amt für Planfeststellung Verkehr in Kiel eingereicht. Das beantragte Projekt würde bis zu acht Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas jährlich nach Brunsbüttel bringen und damit wesentlich zum Treibhausgasausstoß Deutschlands beitragen. Trotz des jahrelangen und wachsenden Protestes vor Ort unterstützen die Gemeinde Brunsbüttel und die Landesregierung das Projekt. Die Landes- und Bundesregierung haben zusammen Fördergelder in Höhe von 100 Millionen Euro für den Bau des Terminals in Brunsbüttel in Aussicht gestellt. Alle Erdgaskund*innen sollen zudem 90 Prozent der Kosten für die Anschlusspipeline zahlen, das entspricht rund weiteren 100 Millionen Euro.

Das Flüssigerdgas-Terminal in Brunsbüttel ist neben Stade eines von zwei aktuell in der Planungsphase stehenden Projekten für LNG-Importterminals in Deutschland. Darüber hinaus sollen im Zuge des Kohleausstiegs zahlreiche Kohlekraftwerke auf den Betrieb mit Erdgas umgerüstet werden – finanziell gefördert durch den Bund. Gegen diese Entwicklung formiert sich wachsender Widerstand in der Klimagerechtigkeitsbewegung und bei den Umweltverbänden.

  • AUFRUF ZUR DEMONSTRATION AM 31.7.21 IN BRUNSBÜTTEL

    Der Aufruf zur Demonstration in Brunsbüttel wird von 27 Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen und Jugendverbänden unterstützt.

Vierter Barriere-Check in der Norderstraße – mit Wunschliste an die Stadtplanung

Ein Beitrag der VCD-Ortsgruppe Flensburg

Wie gut kommt man mit Rollator, Rollstuhl oder mit Sehbehinderung vom Nordermarkt zum Nordertor? Am 6. Juli 2021 fand der vierte Barriere-Check statt. Ein gutes Dutzend Mitwirkende prüften abschnittweise die Strecke. „Gute Ansätze – und einiger Nachbesserungsbedarf, ganz besonders was das Kopfsteinpflaster betrifft“, lautet das Fazit.

Aus den Ergebnissen: Blindenleitlinie als positive Errungenschaft

Die Blindenleitlinie, die durch die gesamte Fußgängerzone führt, ist eine großartige Errungenschaft in Flensburg. Doch Fakt ist: Viele kennen die Bedeutung nicht und halten die Leitlinie für eine Verzierung. Deshalb findet man immer wieder an oder auf der Leitlinie abgestellte Werbeaufsteller, Restaurantmöbel und anderes.

Laut Sondernutzungssatzung der Stadt Flensburg soll seitlich der Blindenleitlinie ein Abstand von 0,75 Metern eingehalten werden. Wir würden uns wünschen, dass darüber besser informiert wird.

Problem Kopfsteinpflaster

“Das Problem mit Kopfsteinpflaster wird unterschätzt. Für Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen oder Trolley ist es eine echte Hürde” sagte ein Teilnehmer nachdenklich bei der Schlussrunde am Nordertor.

“In der Norderstraße fällt einem besonders auf, wie schwierig es ist, den wichtigen Spagat zwischen Erhaltung historischer Bausubstanz und Barrierefreiheit erfolgreich zu meistern und dabei auch noch jeder Form von Handicap möglichst gerecht zu werden”, stimmt Regina Bunge, Stellvertretende Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, zu.
“Nicht nur mobilitätseingeschränkte Personen, auch Radfahrende, Menschen mit Rollkoffer oder Kinderwagen haben ihre liebe Mühe mit dem schön anzusehenden Kopfsteinpflaster, das der Straße ohne Zweifel ein besonderes Flair gibt. Furten im Kopfsteinpflaster stellen für mich einen anzustrebenden Kompromiss dar.”

Furten, also Wegbereiche mit flachen Platten in ausreichender Breite, ermöglichen es Fuß- und Radverkehr, gut unterwegs zu sein. Ansatzweise sind sie bereits vorhanden und sollten systematisch ausgebaut werden.

Unser Fazit: Viel zu tun!

Das Fazit dieser Begehung: Es gibt noch eine Menge zu tun, damit auch Menschen, die mit Einschränkungen leben, in Flensburg gut unterwegs sein können. “Wir müssen lernen, die andere Perspektive mitzudenken”, lautete eine Erkenntnis in der Schlussrunde.

Und: Vorgaben und Standards bilden die Grundlage für gute Straßen- und Wegeplanung. Doch sie müssen auch eingehalten, kommuniziert und überwacht werden. Dafür setzen wir uns ein.

Sorgfältige Dokumentation – Meldemöglichkeit in Vorbereitung

Wie bereits zuvor wurden auch diesmal die kritischen Punkte sorgfältig dokumentiert. Neu: Für jeden der vier Abschnitte gibt es jetzt eine “Wunschliste” mit Verbesserungsvorschlägen. Diese geben wir an Stadtplanung und TBZ weiter, damit sie bei der anstehenden Neugestaltung der Norderstraße einbezogen werden.

Bleibt der Wunsch nach einer nachhaltigen Meldemöglichkeit für Hürden und Verbesserungsmöglichkeiten: Auf einer Online-Straßenkarte sollte man kritische Stellen eintragen können, so dass sie bei anfallenden Arbeiten oder Reparaturen berücksichtigt und schrittweise abgearbeitet werden. Eine solche Karte soll dem Vernehmen nach bei der Stadtverwaltung eingerichtet werden. Darauf freuen wir uns. Mit einem Dank an alle Teilnehmenden endete der vierte Barriere-Check.

  • Barriere-Check Nordermarkt bis Nordertor, 6. Juli 2021
    Komplette Dokumentation mit Beobachtungen und Wünsche zu den vier Wegeabschnitten zum Herunterladen (PDF-Datei) – mehr

Einladung zur VCD Nord-Runde am 27. Juli: Bus-Preise und 365-Euro-Ticket in der Diskussion

Ein Beitrag der VCD-Ortsgruppe Flensburg

Vielerorts wird über die ÖPNV-Fahrpreise und ein 365 €-Ticket diskutiert – aber wie funktioniert das genau? Dazu freuen wir uns auf über einen Input-Vortrag von Jörg Ludolph, Tarifexperte von NAH.SH, bei unserer monatlichen VCD Nord-Runde am Dienstag, 27. Juli, 19:00 Uhr (Online-Treffen). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Kosten für die Öffis gelten für viele als Gradmesser für einen attraktiven ÖPNV. Häufig wird gefordert, der öffentliche Nahverkehr müsse kostenlos sein oder es wird ein 365 €-Ticket angestrebt. In Kiel und Lübeck wurde aktuell beschlossen, die Fahrpreise im Stadtverkehr zu reduzieren, während in Flensburg im August eine Preiserhöhung ansteht.

Wie realistisch ist das 365 €-Ticket, was steckt dahinter und wie können Ticketangebote sozialverträglich und barrierefrei gestaltet werden?

Zu diesem Thema freuen wir uns auf einen Input-Vortrag von Jörg Ludolph, Tarifexperte von NAH.SH. Er wird anschließend bei der Diskussion für unsere Fragen zur Verfügung stehen. Im zweiten Teil ist Zeit und Möglichkeit für den Austausch unter den Mitgliedern und Engagierten im VCD Nord.

Monatliche Treffen im Rahmen des VCD Nord: Information und Diskussion

Der Landesverband VCD Nord lädt künftig monatlich an jedem vierten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr ein zu Austausch und Information. So wollen wir uns besser kennen lernen und zu aktuellen Themen Positionen entwickeln.
Die Online-Treffen finden statt im VCD Zoom-Raum. Teilnahme unter: https://us06web.zoom.us/j/94160191091?pwd=MkVSRmNRV2J3T09Qd3pyL3NjSFM3Zz09

  • Vorschau: Dienstag, 24. August 2021, 19:00 Uhr
    “Deutschland braucht ein Bundesmobilitätsgesetz – jetzt!” – mehr

Interview: „Wer Lebensmittelverschwendung in den Griff bekommt, kann nur gewinnen“

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein macht sich stark für Lebensmittelwertschätzung und gegen Nahrungsmittel im Müll. Das Ziel ist klar: Lebensmittelverschwendung halbieren. Welche Schritte es dafür braucht und warum Ramschkisten im Supermarkt nicht helfen, erklärt Selvihan Benda, Leiterin des Referates Lebensmittel & Ernährung.

Seit Jahren setzen sich die Verbraucherzentralen für eine nachhaltige, abfallarme und ressourcenschonende Ernährung sowie für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Warum ist Lebensmittelverschwendung ein wichtiges Thema?

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Zur Person: Selvihan Benda ist Ökotrophologin und seit über 12 Jahren bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im Einsatz. Seit mehr als zwei Jahren leitet sie das Referat Lebensmittel & Ernährung. Die Lebensmittelverschwendung ist eines von vielen Themen, die sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen bearbeitet.

Selvihan Benda:
„Jedes Jahr landen in Deutschland etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist ethisch nicht vertretbar und absolut klimaschädlich, weil es den Ausstoß von Treibhausgasen unnötig nach oben treibt. Wenn in privaten Haushalten nur halb so viele Lebensmittel im Müll landen würden, ließen sich sechs Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Deutschland hat sich deshalb im Zuge der 17 globalen nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG: Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen verpflichtet, einen Beitrag zur Halbierung der weltweiten Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu leisten.“

Wer ist für dieses Ausmaß an Verschwendung verantwortlich und was muss sich ändern?

„Die öffentliche Diskussion um Lebensmittelabfälle dreht sich meist um Verbraucherinnen und Verbraucher. Tatsächlich haben aber auch Landwirtschaft, Handel und Gastronomie einen großen Anteil. Unser Ziel ist, die Verschwendung von Lebensmitteln zu halbieren. Das geht nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen – also Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft, Handel, Industrie, Gastronomie und Verbraucher.“

Wie kann so eine gemeinsame Anstrengung aussehen und welche Rolle spielt das Land Schleswig-Holstein dabei?

„Auf Bundesebene gibt es seit zwei Jahren die nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) läuft schon seit mehreren Jahren. Für die Umsetzung in Schleswig-Holstein brauchen wir eine verantwortliche Stelle, die alle Akteure im Land zusammenbringt. Mit unserem verbraucherpolitischen Klönschnack im April haben wir dafür einen Auftakt gegeben. Dabei haben alle Beteiligten betont, dass sie an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Wir wünschen uns eine Plattform der Landesregierung für alle maßgeblichen Vertreter von Verbänden, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen und Wissenschaft. Das Ziel ist eine dauerhafte Kooperation und Entwicklung gemeinsamer Ansätze.“

Wo steht Schleswig-Holstein bei der nationalen Anstrengung gegen Lebensmittelverschwendung?

„Nicht dort, wo es stehen könnte. Bisher ist unklar, welche Lebensmittel in welchen Mengen im Müll landen und wo das Problem am größten ist. Wir brauchen deshalb eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Abfallwirtschaft, um die Gründe und Mengen der Lebensmittelverschwendung und -abfälle in Schleswig-Holstein zu erfassen. Diese Daten können helfen, die Problembereiche einzugrenzen und Lösungen zu entwickeln. Eine Veränderung der Konsumgewohnheiten wird erst sichtbar, wenn Daten dazu regelmäßig erfasst und verglichen werden. Nur so erfahren wir, wie verschiedene Gruppen damit umgehen – ob es bei Einkaufsgewohnheiten und Verwendung von Lebensmitteln zum Beispiel Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Hier geht das Geographische Institut der Universität Kiel jetzt mit einem Forschungsprojekt voran.“

Gibt es also bisher in Schleswig-Holstein keine Maßnahmen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen?

„Doch, mehrere Initiativen engagieren sich hier für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. Was aber fehlt, ist eine gebündelte umfassende Darstellung, die Transparenz für Verbraucher schafft. 2012 und 2013 hat das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein die Kampagne „bewusst einkaufen kann jeder.de“ mit diversen Akteuren umgesetzt und damit das Bewusstsein für einen nachhaltigen und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln gestärkt. Eine Plattform zur Verstetigung der Inhalte und zum Austausch der Akteure fehlt seitdem. Um dieses wichtige Thema in der Gesellschaft zu verankern, sehen wir das Landwirtschaftsministerium in der Verantwortung, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Diese sollten alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette einbeziehen und in die Pflicht nehmen – ebenso die Gastronomie, Außer-Haus-Angebote und Gemeinschaftsverpflegung.“

Wie steht es mit den Verbrauchern? Was würde sie motivieren, Lebensmittel besser zu verwenden?

„Im Alltag fehlen oft die richtigen Anreize. In der Gastronomie gibt es zum Beispiel erst wenige Angebote für kleine Portionen – und wenn, dann oft nur auf Nachfrage. Besser wäre es, in der Speisekarte darauf hinzuweisen. In Supermärkten fällt mir oft auf, dass Lebensmittel im Abverkauf regelrecht verramscht werden. Irgendwo versteckt steht eine unansehnliche Wühlkiste mit unsortierten Artikeln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Es gibt kein gutes Gefühl, darin nach Angeboten zu suchen. Wertschätzung sieht anders aus. Außerdem sollte es mehr lose Ware und kleinere Verpackungen mit angemessenen Preisunterschieden zur größeren geben. Wenn zehn Brotscheiben nur 20 Cent mehr kosten als fünf, dann wird schnell zur größeren Verpackung gegriffen. Der Preis sollte nicht zum Kauf des Vorteilspacks verleiten.“

Was bringt es Verbraucherinnen und Verbrauchern, wenn sie Lebensmittelverschwendung vermeiden?

„Ich denke, niemand fühlt sich gut, wenn er oder sie verwelktes Gemüse und angeschimmelten Käse aus dem Kühlschrank räumen und wegschmeißen muss. Wer diese Probleme in den Griff bekommt, kann nur gewinnen. Und dabei ist eine umfassende Verbraucherbildung unabdingbar – mit Wissen rund um Lagerung, Herstellung und Weiterverwendung von Lebensmitteln. Planvoll einzukaufen und komplett zu verwenden, spart Geld, bringt mehr Ordnung und Sauberkeit in die Küche und verbessert die persönliche Ökobilanz.“

Zum Hintergrund:

In zehn Thesen hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zusammengefasst, welche Schritte notwendig sind, um die Lebensmittelverschwendung zu halbieren.

Großer Fahrrad-Flohmarkt am 30. Juli auf dem Südermarkt: Alles rund ums Rad – kaufen und verkaufen

“Alles rund ums Rad” – darum geht es beim großen Fahrrad-Flohmarkt am Freitag, 30. Juli, 15:00-18:00 Uhr am Südermarkt. Fahrräder, Ausrüstung und sonstigen Bedarf rund ums Rad kann man hier kaufen, verkaufen und tauschen – von privat für privat!
Wer Keller und Garage leeren oder zum Beispiel neue Räder für die Kids besorgen will, ist herzlich willkommen!

Organisatorisches: Nach aktuellem Stand ohne Anmeldung. Der Platz kann – mit Abstand – frei gewählt werden

Veranstalter: ADFC Flensburg, Aktionsgruppe KLIMA Flensburg, Innenstadtforum Südermarkt-PLUS, VCD Flensburg – mit Unterstützung der Marktaufsicht Flensburg.
Kontakt: kontakt@suedermarkt-plus.de

Fahrrad-Flohmarkt

Weiter so – wollen wir das wirklich?

Kleingartenkolonie 115

Rechtswidrige Verwüstung der Kleingartenkolonie 115 am Wasserturm. Statt Grün und Erholung: Baulandspekulanten freuen sich auf Profite und scheren sich dabei nicht um Recht und Gesetz. – Foto: Dr. Ralf Cüppers

Ein Leserbrief von Dr. med. Helmreich Eberlein, Flensburg

Im Leitartikel »Bak op om de store partier« (in der Flensborg Avis) vom 14.7.21 schreibt Niels Ole Krogh, wir sollten bei der nächsten Kommunal-Wahl eine der vier großen Parteien wählen, denn nur die würden die notwendige Kontinuität sichern.

Das ist ja eine merkwürdige Vorstellung von der obersten Priorität in der Kommunal-Politik! Kontinuität = weiter so als höchster Wert, und das in einer Zeit, wo angesichts der Menschheits-bedrohenden Krisen des Klimas und des Artensterbens am dringendsten ein radikaler Wandel zu moderieren ist, und die Bereitschaft zu Umdenken und Neudenken gefragt sein müsste!

In einer Situation, in der die bisherige Politik es nicht schafft, ausreichend günstigen Wohnraum bereit zu stellen, und neuen Wohnraum u.a. mit der Zerstörung von dringend benötigten Grünflächen schaffen will statt mit der Ertüchtigung leerstehender Altbauten. Wo eine wirklich zukunftsgerichtete Verkehrspolitik ständig verzögert wird und nicht vom Fleck kommt. Wo die Stadtwerke keinen Plan haben, wie sie das Pariser Klimaziel einhalten wollen, und Fernwärme immer noch ausschließlich mit fossilen Energiequellen produzieren. In einer Situation, wo sich die übergroße Mehrheit der Flensburger:innen von den großen Parteien nicht wirklich vertreten fühlt, denn nur 35% gehen überhaupt zur Wahl. Stattdessen gründen sie immer neue Bürgerinitiativen, um sich irgendwie Gehör zu verschaffen, und machen alle die Erfahrung, dass sie nur abgewimmelt werden, ihre Stimme und Expertise unerwünscht ist, ihre Meinung stört und nicht ernst genommen wird. Selbst noch der Vorsitzende der Arbeitgeber-Vereinigung beschrieb neulich in einem Leserbrief diese Erfahrung, die viele andere erst recht machen.

Und da meint Niels Ole Krogh, wir sollten sicherstellen, dass alles so weiter läuft? Ich meine, es ist sehr gut, dass es endlich alternative Möglichkeiten gibt, wen man wählen kann, und die »großen Parteien« (die so groß gar nicht sind: 20 Prozent von 35 Prozent sind nur 7 Prozent der Wahlberechtigten!) gezwungen werden, mehr den Wählern zuzuhören und sie ernster zu nehmen. Die WiF wurde damals nicht ohne Grund auf Anhieb zur größten Fraktion! Wer weiß, ob nicht das Bündnis Solidarische Stadt einen ebensolchen Erfolg starten kann. Derzeit ist ein Bürgerbegehren für fossilfreie Stadtwerke in Vorbereitung. Mal sehen, ob die »großen Parteien« diesmal auf die Bürger:innen hören wollen!

Kidical Mass – Per Rad sicher unterwegs in Flensburg am 29. Juli ab 10 Uhr vom Nordertor

Kidical Mass – erste Fahrrad-Demo in Flensburg für Kleine und Große!

Am Donnerstag, 29. Juli 2021, um 10:00 Uhr, treffen sich am Flensburger Nordertor alle Alterstufen – und alle per Rad! Die erste Kidical Mass führt vom Nordertor zum Südermarkt. Wer sich für eine kinderfreundliche und lebenswerte Stadt einsetzen will, ist eingeladen mitzufahren! Hier die Informationen zur Aktion.

Foto: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke Mehr Platz, Freiräume und Spaß am Fahrradfahren!

Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? Wenn die Antwort nein lautet, dann muss was passieren. “Ich freue mich, dass es jetzt auch in Flensburg eine Kidical Mass gibt”, sagt Hanna Schmidt, Co-Initiatorin und Mitglied des ADFC-Sprecher:innen-Teams.

Aus Gesprächen wisse sie, so Schmidt, dass viele Menschen gern radfahren würden. Aber zwischen den Autos fühlen sie sich unsicher und sind auch in Sorge um ihre Kinder. “Deshalb setzen wir mit dieser bunten Demonstration ein Zeichen für ein fahrradfreundliches Flensburg!”

„Mehr Platz fürs Rad – mehr Platz für uns!“
“Was wir wollen: Sicher radfahren – gute Wege – für Große und Kleine!“

Alle Infos zur Aktion

1. Darum geht es bei der Kidical Mass

Kidical Mass (mehr) ist eine Initiative, die sich für kinder- und klimafreundliche und damit lebenswertere Städte für alle Generationen einsetzt.

  • Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können!
  • Angstfreies Radfahren für alle Generationen!
  • Sichere Schulweg-Radnetze!
  • Tempo 30 innerorts!

In Flensburg wird die Aktion im Rahmen des Fahrrad-Sommers durchgeführt von ADFC Flensburg, Critical Mass Flensburg, Innenstadtforum Südermarkt-PLUS und VCD Flensburg.

2. Mitmachen: Alle Räder und Altersgruppen sind willkommen!

  • Es gibt keine Altersgrenze. Das Fahrtempo der Kidical Mass wird den Kleinsten angepasst, die auch gerne mit dem Laufrad mitfahren können. Die Schnelleren zeigen Geduld und nehmen Rücksicht.
  • Willkommen ist alles, was rollt: Auch mit Lastenrad, Skates, E-Tretroller und Rollstuhl bist du eingeladen. Wir werden uns bemühen, die Strecke möglichst barrierefrei zu gestalten. Hier bestimmen nicht die Größten und Stärksten das Tempo.
  • Natürlich darfst du auch mitfahren, wenn du kein Kind hast! Eingeladen sind alle, die Lust auf einen gemeinsamen Stadtradel-Ausflug haben.

3. Start und Ziel

Wir wollen gemeinsam eine tollen Mitmachaktion aus der Demo machen.

  • Wir treffen uns am Donnerstag, 29. Juli, um 10:00 Uhr am Nordertor. Zu Beginn gibt es eine kurze Information.
  • Dann steigen wir mit dem nötigen Abstand auf die Räder und fahren durch die Stadt!
  • Wir arbeiten an einem kleinen Rahmenprogramm mit Musik und gegebenenfalls kleinen Spielen, damit für Klein und Groß was dabei ist.
  • Ziel ist der Südermarkt, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet.

4. Wir bleiben auf der sicheren Seite!

  • Die Kidical Mass ist eine betont familienfreundliche Aktion. Wir halten die aktuellen Corona-Regeln ein. Dazu wird zu Beginn informiert.
  • Als angemeldete Demonstration haben wir besondere Rechte. Der Verkehr wird von der Polizei abgeschirmt. Wir werden also behütet durch die Stadt begleitet.
  • Außerdem wird uns medizinisches Personal begleiten.
  • Bitte trag Sorge, dass du bzw. deine Kinder haftpflicht- bzw. unfallversichert sind.

5. Wir freuen uns über Unterstützung!

  • Hilf uns, die Aktion bekannt zu machen: Lade andere ein und bring sie zur Veranstaltung mit!
  • Wir freuen uns über deine Mitgliedschaft oder eine Spende für VCD und ADFC!

Kidical Mass: Eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt!

P.S. Kidical Mass ist eine Tochter der Critical Mass. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier: mehr

Foto: Margit ClassenKidical Mass in Mönchengladbach: Alle können mitmachen!
Foto: Sebastian PeterKIDICAL MASS: Mehr sichere Radwege!

Brandgefahr bei Photovoltaik-Anlagen ist ein Gerücht

Immer wieder machen im Internet Gerüchte die Runde, dass von Photovoltaikanlagen eine erhöhte Brandgefahr ausgehe. Zudem hält sich hartnäckig die Legende, dass die Feuerwehr nicht löscht, wenn eine Photovoltaikanlage installiert ist. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ist diesen Fragen nachgegangen und hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Brandrisiko gefunden.

Photovoltaikanlagen liegen im Trend. Nahezu täglich fragen Interessierte bei der Verbraucherzentrale nach Informationen und Beratung zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Anlagen für den selbst erzeugten Sonnenstrom bieten Hausbesitzern und Mietern die Möglichkeit, Stromkosten zu senken und dabei etwas für Umwelt, Klima und Energiewende zu tun.

Keine auffallend erhöhte Brandgefahr bei Photovoltaikanlagen

Zugleich schüren unter anderem Klimawandel-Leugner immer wieder Ängste, dass Photovoltaikanlagen angeblich ein erhöhtes Brandrisiko mit sich bringen. Belege dafür hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein trotz intensiver Recherche nicht gefunden. „Laut der umfangreichen Recherche des vom TÜV Rheinland, Fraunhofer ISE und Bundeswirtschaftsministerium geförderten Leitfadens Brandrisiko haben etwa 0,016 Prozent der bis 2013 der in Deutschland verbauten Anlagen tatsächlich einen Brand verursacht“, sagt Sascha Beetz, Referent für Energie und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die Ursache waren in der Regel Planungsfehler, defekte und dennoch verbaute Geräteteile oder Installationsfehler.“ Wichtig sind deshalb der fachgerechte Einbau und die regelmäßige Wartung oder Überprüfung der Anlagen, beispielsweise nach Unwettern. Die höchste Brandgefahr in deutschen Haushalten geht von Wäschetrocknern aus, gefolgt von weiteren Haushaltsgeräten.

verbraucherzentraleHausdächer mit Solaranlagen werden gelöscht

Kommt es zu einem Brand, so muss die Feuerwehr in jedem Einzelfall das Risiko für die Einsatzkräfte abschätzen. Diese sind im Umgang mit stromführenden Materialien und Batteriespeichern ausgebildet. Die Brände werden bestmöglich gelöscht. Nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes DFVW war in den letzten zehn Jahren trotz des enormen Zubaus keine übermäßige Steigerung der Brandgefahr durch installierte Anlagen zu erkennen.

Information und Beratung zu Photovoltaikanlagen

Wer sich für eine Photovoltaikanlage interessiert, bekommt bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale alle wichtigen Informationen zu Planung, Sicherheit und Kosten. Vertragsangebote für Miet-Photovoltaikanlagen können Interessierte außerdem von Fachleuten für Energierecht prüfen lassen, um Kostenfallen zu vermeiden.

Flensburg per App erkunden: Mit nachhaltigem Blick auf die eigene Stadt schauen

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Foto: Jan Sohler & Anna Glindemann

Stadtspaziergang des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.  jetzt mit kostenloser App

Flensburg, 16.07.2021. Seit heute können sich Flensburger*innen über eine weitere Corona-konforme, kostenlose Aktivität freuen: Ein neuer App-basierter Stadtspaziergang lädt ein, die eigene Stadt an sieben Stationen von der nachhaltigen Seite zu entdecken.

Der interaktive Stadtrundgang des Flensburger Vereins „Transformatives Denk- und Machwerk e.V.“, der in Kooperation mit der Stadt Flensburg gestaltet wurde, beginnt am Museumsberg. Er führt am Diakonissenkrankenhaus vorbei durch die Norderstraße bis zum Kompagnietor im Hafenbereich. 1,5 Stunden Zeit sollten zum Besuch aller Stationen eingeplant werden, aber der Vorteil der App-Lösung ist natürlich ein von den Teilnehmer*innen frei wählbares Tempo. Mit Hilfe der Navigationsfunktion werden Interessierte von Station zu Station geleitet und ermutigt, auf dem Weg die Augen offen zu halten und die Umwelt (neu) zu entdecken. Unterwegs gibt es Quizfragen, Wahrnehmungsaufgaben sowie Lehrreiches zu den Themen Suffizienz und Stadtplanung.

„Suffizienz in der Stadtplanung bedeutet vor allem, dass sich eine möglichst komfortable Alltagsbewältigung und nachhaltiger Städtebau nicht ausschließen”, so Levke Mahrt, vom Arbeitskreis Rundgänge im Transformativen Denk- und Machwerk e.V.. Ihre Kollegin Anna Glindemann, ehemalige Praktikantin bei der Stadt Flensburg im Forschungsprojekt „Entwicklungschancen und -hemmnisse suffizienzorientierter Stadtentwicklung“ (EHSS), ergänzt: „Der Spaziergang knüpft genau an diesem Punkt an und zeigt auf, welche Handlungsmöglichkeiten beispielsweise kommunale Planung besitzt, um eine ressourcenarme und dennoch lebenswerte Stadt für viele zu gestalten.“

Bound

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So geht’s zum interaktiven Stadtspaziergang:

Benötigt wird die App „Action Bound“, die kostenlos im Google Play Store bzw. Apple App Store auf das Smartphone bzw. Tablet heruntergeladen werden kann. Über einen QR-Code lassen sich dann die Informationen für den Stadtspaziergang kostenlos herunterladen. Für den Rundgang ist so keine Internetverbindung notwendig. Alternativ kann in der Action Bound App selbst unter „Bound finden“ das Stichwort Suffizienz eingegeben werden, auch dann erscheint der Rundgang.

Hintergrund: Klimawandel, knappe Ressourcen und soziale Ungleichheit als Themen der Stadtplanung

Besonders in der Stadtplanung wird der Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels, knapper werdenden Ressourcen und steigender sozialer Ungleichheit zukünftig stärker thematisiert und gestaltet werden müssen. Ein Aspekt zeigt sich bereits jetzt in Flensburg: Der Neubau von Wohn- und Geschäftsgebäuden bedeutet, dass der Flächenverbrauch steigt. Vorher freie Flächen, oftmals öffentliche Räume oder Grünflächen, müssen zu Gunsten von Neubauten weichen, wodurch der Druck auf lokale Ökosysteme wächst und es nicht selten zu Konflikten mit Anwohnenden oder Umweltschutzorganisationen kommt. Auch stellt sich die Frage, für wen die Stadt gebaut wird – für Menschen, die auch ohne energieintensive Fortbewegungsmittel, also Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen, ihren Alltag bewältigen wollen, oder sind Wege zur Arbeit oder dem Einkaufen nur mit dem Auto zu bewerkstelligen?

Suffizienz will in Ergänzung zu den technikbasierten Nachhaltigkeitsstrategien der Effizienz und Konsistenz den absoluten Ressourcenverbrauch im Rahmen einer Änderung der Verhaltensweisen von Menschen senken und dabei soziale und ökologische Belange zusammenführen. Suffizienz orientiert sich an einem Leben nach dem menschlichen Maß, das heißt Räume sollen für möglichst viele Menschen nutzbar sein.

Auf die Frage, weshalb Suffizienz zukünftig stärker in die Stadtplanung integriert gehört, antworten Alexandra Knak, Mitarbeiterin im Forschungsprojekt EHSS seitens der Stadt Flensburg, und Henning Brüggemann, Bürgermeister der Stadt Flensburg und Projektleiter des Forschungsprojektes seitens der Stadt: „Nur mit technischen Innovationen für eine immer effizientere Nutzung von Ressourcen und ihre Rückgewinnung werden wir die Übernutzung unserer Ökosysteme nicht in den Griff bekommen. Es braucht zusätzlich eine Änderung in unseren Verhaltensweisen und einen Wandel unserer kulturellen Leitbilder. Hier setzt Suffizienzpolitik an. Durch städtebauliche Rahmenbedingungen begünstigt sie ressourcenarme Lebensweisen, die dem Leitbild des immer Mehr ein Genug entgegensetzen.“

MachwerkMit der Entstehung des suffizienzorientierten Stadtspaziergangs setzen die Stadt Flensburg, der gemeinnützige Flensburger Verein „Transformatives Denk- und Machwerk e.V.“ sowie das an der Europa-Universität Flensburg angesiedelte Forschungsprojekt EHSS ihre Zusammenarbeit auch in diesem Jahr fort. Weitere Informationen und Kontakte des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.: https://transformwerk.org/suffizienz-in-flensburg/

Triff Robert Habeck und Marlene Langholz-Kaiser am 16. Juli in Flensburg

HabeckIm Zuge seiner Küstentour besucht Robert Habeck auch seine Heimatstadt Flensburg.

Gemeinsam mit Marlene Langholz-Kaiser lädt er Euch ein, ihn am 16. Juli um 18 Uhr auf dem Platz vor dem Museumshafen zu treffen!

Es lohnt sich unbedingt, eine halbe bis ganze Stunde vorher da zu sein, denn wir haben richtig gute Musik als Vorprogramm: „SIM-Special“ spielt für uns! Also fast ein bißchen Hafenfest-Feeling!
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ein paar Fragen zu stellen.

Eine Veranstaltung von Bündnis90/Die Grünen Flensburg

Greenpeace lädt zum Kleidertausch am 19. Juli im Carlisle-Park ein

Am Montag, den 19. Juli 2021, veranstaltet Greenpeace Flensburg um 18 Uhr einen Kleidertausch im Carlisle Park.

Anmeldung erforderlich

Der Kleidertausch findet in einem kleinen Rahmen mit lockerer Atmosphäre statt. Es wird darum gebeten nur gut erhaltene und eine überschaubare Menge an Kleidung mitzubringen.

Anmeldungen sind über die E-Mail Adresse (presse@flensburg.greenpeace.de) oder Instagram (@greenpeace_flensburg) bis Montag um 12 Uhr möglich.

Vor Ort sollen Masken getragen, Abstände sowie die üblichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Veggie oder Fleisch? Beim Nährwert-Check gewinnen pflanzliche Würstchen

Tipps und Hinweise der Verbraucherzentrale Schlesig-Holstein

In der Grill- und Picknicksaison sind Würstchen der Hit – unkompliziert, mehrheitsfähig und mit allen möglichen Beilagen kombinierbar. Dabei muss es kein Fleisch sein. Der Handel bietet eine beachtliche Auswahl an veganen und vegetarischen Produkten. Doch was taugen Veggie-Würstchen? Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) hat Nährwerte, Zusatzstoffe und Preise bei 96 Würstchen mit und ohne Fleisch verglichen. Das Ergebnis: Veggie-Würstchen sind im Schnitt etwas teurer als die Klassiker aus Fleisch. Dafür punkten sie im Vergleich mit hohem Proteingehalt und wenig Fett. 

„In Würstchen gehört Fleisch und nichts Anderes!“ Das schrieb eine empörte Schleswig-Holsteinerin kürzlich in einer Email an die Verbraucherzentrale, weil sie sich beim Einkauf vergriffen und versehentlich vegetarische Würstchen gekauft hatte. Fleisch oder nicht – diese Frage sorgt oft für hitzige Diskussionen. Auf der einen Seite entdecken vor allem junge Menschen die vegetarische Ernährung für sich, auf der anderen Seite schwören Fleischfans auf Tradition und die vermeintlichen Vorteile von Fleisch. Fakt ist: Mit rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr essen die Deutschen mehr als doppelt so viel Fleisch, wie gesund ist. „Grund genug, auch als Fleischfan öfter mal zur vegetarischen Alternative zu greifen“, sagt Saskia Vetter, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Von Bratwurst über Wiener bis hin zu Salami-Snacks bietet der Handel die gesamte Würstchen-Auswahl auch als pflanzliche Variante.

Bei den Nährwerten schneiden Veggie-Produkte sehr gut ab

Klassische Würstchen besteht größtenteils aus Fleisch vom Schwein, Geflügel oder Rind. Bei veganen und vegetarischen Alternativen bilden Lupine, Algen, Soja, Weizen oder Eier die Basis. Im Nährwertvergleich schneiden Veggie-Würstchen um einiges besser ab als die Klassiker aus Fleisch. Veggie-Würstchen enthalten im Schnitt weniger Kalorien und Fett, dafür mehr Eiweiß und sogar eine kleine Portion Ballaststoffe. „Das ist nicht nur gut für die schlanke Linie, sondern macht auch länger satt und unterstützt die Verdauung“, sagt Oecotrophologin Saskia Vetter. Veggie-Produkte punkten mit rund 20 Prozent Eiweißanteil und nur rund 14 Prozent Fett. Dagegen bestehen die Würstchen mit Fleisch im Schnitt zu einem Viertel aus Fett und liefern rund 15 Prozent Eiweiß. Vor allem die ungesunden gesättigten Fettsäuren machen hier den Unterschied: Veggie-Produkte enthalten meist nur etwa zwei Gramm pro 100 Gramm, die Fleischprodukte zehn Gramm. Zusätzlich entfallen bei Veggie-Produkten die Nachteile des roten Fleisches: Untersuchungen zeigen, dass ein regelmäßiger Verzehr von rotem Fleisch wie Rind oder Schwein das Risiko für Schlaganfälle, Herzerkrankungen und Diabetes erhöht.

Fast alle Würstchen enthalten Zusatzstoffe

Fleischliebhaber bemängeln bei Veggie-Produkten häufig eine künstliche Zusammensetzung und Zusatzstoffe. Der direkte Vergleich zeigt: Ob mit oder ohne Fleisch, die meisten Würstchen enthalten Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel, Konservierungsstoffe und Stabilisatoren. Auch Antioxidationsmittel, Gerinnungsmittel und Säuerungsmittel sind häufig in der Zutatenliste zu finden. Bei den Veggie-Produkten sind in mehr als der Hälfte der Produkte unbedenkliche Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl, Xanthan oder Methylcellulose im Einsatz. Neun
Produkte enthalten Carrageen, von dessen häufigem Verzehr vorsorglich abgeraten wird. Bei den Würstchen mit Fleisch sind größtenteils unerwünschte Zusatzstoffe zu finden. So enthalten zwei Drittel der Produkte Stabilisatoren wie Natriumcitrat und die Hälfte Konservierungsstoffe wie Natriumnitrit. Vom Verzehr größerer Mengen sowie vom häufigen Verzehr wird abgeraten. Die gute Nachricht ist, dass es auch ganz ohne geht: Fünf von 44 Würstchen mit Fleisch (vier davon in Bioqualität) kommen ohne Zusatzstoffe aus. Bei den fleischfreien Alternativen sind zehn von 52 Würstchen (davon sechs in Bioqualität) frei von Zusatzstoffen.

Problematische Belastung mit Mineralöl

Leider gibt es kritische Inhaltsstoffe, die nicht auf der Zutatenliste stehen: Mineralölbestandteile. Diese Schadstoffe gelangen bei der Verarbeitung und Herstellung in die Produkte. Erst kürzlich hat ein Test der Zeitschrift Ökotest gezeigt, dass vegetarische und vegane Würstchen zu großen Teilen mit Mineralölen belastet sind. Auch bei Würstchen mit Fleisch gab es in der Vergangenheit Testergebnisse, die Schadstoffbelastungen und Antibiotikarückstände offengelegt haben.

Fazit: Punktsieg für Veggie-Würstchen

Im Handel gibt es viele gute Veggie-Alternativen zu Grillwürstchen, Wiener Würstchen und Salami-Snacks. Im Schnitt kosten sie etwa 50 Cent mehr pro Kilogramm, glänzen dafür mit Proteingehalt und liefern sogar Ballaststoffe. Auch durch den Vergleich der Nährwerttabellen lässt sich leicht die gesündere Wahl treffen. Wie immer lohnt sich der Blick auf die Zutatenlisten, um unerwünschte Zusatzstoffe zu vermeiden. Faustregel für Zutatenlisten: je kürzer, desto besser.

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