Archiv der Kategorie: Inklusion und Integration

Artikel und Posts zum Thema Inklusion und Integration

Campusbad-Ermäßigungen: DIE LINKE fordert unbürokratische Lösung

Das Flensburger Campusbad soll ein Bad für alle sein und besonders auch für jene Personengruppen die einen Sozialpass oder einen Schwerbehindertenausweis haben. Derzeit erreichen den Linke-Kreisverband jedoch Zuschriften von Menschen die berichten, dass die Ermäßigungen derzeit nicht akzeptiert würden. In einer E-Mail der Verwaltung, die der Partei DIE LINKE. vorliegt, wird darauf verwiesen, dass es aufgrund der plötzlichen Umstellung technisch bisher noch nicht möglich ist, Vergünstigungen bei der Online-Buchung zu berücksichtigen.

LINKE-Vorsitzender Luca Grimminger

Der Kreisvorstand der Links-Partei kritisiert scharf, dass Formalismus und Bürokratie Vorrang haben, anstatt allen Flensburger*innen, eben auch sozial schwachen Menschen, den vergünstigten Zugang zum Campusbad zu gewährleisten. Die Coronakrise habe gezeigt, dass schnelle Hilfen und beschleunigte Behördenabläufe möglich sind. So müsse es doch auch möglich sein, Menschen mit erfüllten Voraussetzungen für eine Ermäßigung, den vergünstigten Eintritt zu gewährleisten. Der Kreisvorsitzende Luca Grimminger dazu: „Es kann nicht sein, dass Menschen mit geringen Einkommen oder einer Schwerbehinderung vom Badebetrieb ausgeschlossen werden und die Stadtverwaltung auf eine Lösung erst nach den Sommerferien vertröstet.“ DIE LINKE fordert das Campusbad auf, möglichst schnell eine Lösung herbeizuführen und das Misstrauen gegenüber den Besucher*innen abzulegen.

Veranstaltung am 15.07.2020 im Hafermarkt Flensburg: Räumungen – Abschiebungen – Faschisierung

Veranstaltung zur aktuellen Situation selbstverwalteter Orte und Projekte in Berlin

Mittwoch 15.07 / 19:00 Uhr / Hafermarkt Flensburg

Die Veranstaltung findet draußen statt!

Überall sind linke und selbstverwaltete Orte vor Verdrängung und Räumung bedroht. In Berlin sind es nicht weniger als 4 Projekte, die innerhalb der nächsten Monate drohen mit einem massiven Bullenaufgebot „offiziell“ geräumt zu werden.
Die Kollektivkneipen „Meuterei“ und „Syndikat“, das autonome Jugendzentrum „Potse“, das anarcha-feministische Hausprojekt „Liebig 34“ samt Veranstaltungsraum „XB-Liebig“ und dem antifaschistischen „Infoladen Daneben“ haben sich zusammengeschlossen und bilden mit anderen Aktiven ein Netzwerk namens „Interkiezionale Solidarität“. Der erste anberaumte Räumungstermin steht nun für den 7. August (9 Uhr) fest. Es soll das „Syndikat“ treffen.

Doch auch abseits „rechtssicherer“ Räumungstitel, gehen die Angriffe auf selbstverwaltete Strukturen weiter.
Wie bereits 2016, drangen die Cops am 9.7. mit einem Großaufgebot in die Rigaer94 ein, begleitet von Bautrupps und Securities.

1Aug20DemoMit der offiziellen Begründung der Beweissicherung in 2 Wohnungen,  wird bis dato das gesamte Projekt belagert und vermeintlich besetzte Teilflächen geräumt.

Damit dieser Frontalangriff von Staat & Kapital nicht unbeantwortet bleibt, wird nun bundesweit zu einem „wütenden Räumungsauftakt“ am 1. August um 20 Uhr nach Berlin-Neukölln mobilisiert.

Wie wichtig es ist diese Orte mit allen Mitteln zu verteidigen, was die drohende Räumung mit den gesellschaftlichen Faschisierungstendenzen zu tun hat und warum wir dort alle hinfahren sollten, wollen wir am 15.07.2020, um 19:00 Uhr mit den Projekten aus Berlin und euch diskutieren.

Bis das geschieht, lest und verbreitet den Aufruf zur bundesweiten Demonstration: Räumungen – Abschiebungen – Faschisierung – Raus aus der Defensive // Demonstration am 01.08.2020 – 20 Uhr – Herrfurthplatz – Berlin/Neukölln

Räumungen – Abschiebungen – Faschisierung – Raus aus der Defensive // Demonstration am 01.08.2020 – 20 Uhr – Herrfurthplatz – Berlin/Neukölln

Raus aus der Defensive“ // Demonstration am 01.08.2020 in Berlin

https://de.indymedia.org/node/91172


black mosquito – duburgerstr. 47 – 24939 flensburg

https://black-mosquito.org/

 

Neustadt-Jamsession am Dienstag 14. Juli um 19 Uhr in der Neustadt 12 in Flensburg

Liebe Musiker, liebe Musikinteressierte,

am kommenden Dienstag, den 14. Juli treffen wir uns wieder um 19.00 Uhr zum gemeinsamen Musizieren in der Neustadt 12, Eingang zum Stadtteilhaus.

Wir, das sind Menschen mit unterschiedlichen musikalischen Traditionen und kulturellen Hintergründen.

Wir wollen ohne Leistungsdruck und ohne Auftrittsverpflichtung musizieren, jammen und Songs gemeinsam spielen, die wir alle mögen.
Bringt Eure Instrumente und wenn ihr Freunde und Bekannte habt, die Musik machen möchten, auch die mit. Wenn Ihr Songtexte, Akkorde oder Noten von Eurem Lieblingslied oder Liedern habt, am besten in mehrfacher Kopie ebenso mitbringen.

Es ist jedoch eine Anmeldung unter Telefon 0461-505 94 55 erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Teilnahme mit Mindestabstand und Mund-Nase-Bedeckung.

Übrigens finden unsere Treffen regelmäßig jeden 2. und 4. Dienstag im Monat in der Neustadt 12 statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wir freuen uns auf Euer Kommen.

Jan Hinrich Haacke
Jörg Pepmeyer

Öffentliche Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am 22.06.2020 im Flensburger Rathaus

Wichtige TOPs zum Thema Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr in Flensburg und die Folgen und Auswirkungen der Corona-Krise für die Bürger*innen in Flensburg. Dazu auch eine spannende Anfrage der Linkspartei. Interessierte Einwohner*innen sind herzlich willkommen!

Stadt Flensburg                                                                                                           Flensburg, 12.06.2020
Der/Die Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses

Bekanntmachung
zur 19. Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses
am Montag, 22.06.2020, 16:00 Uhr, Rathaus, Ratssaal

Hinweise für Besucher*innen:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist die Anmeldung für eine Gästeliste erforderlich, die den Einlass in das Rathaus ermöglicht. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter 0461 / 85 4230 oder per Mail an Peters.Jan-Erik@flensburg.de . Aus organisatorischen Gründen bitten wir Gäste mit einer Mobilitätseinschränkung um einen Hinweis bei der Anmeldung. Der Zugang für angemeldete Gäste erfolgt ausschließlich über den Haupteingang Am Pferdewasser.
Bitte denken Sie an Ihre Mund-Nasen-Bedeckung!

Die unter „B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil“ aufgeführten Tagesordnungspunkte werden nach Maßgabe der Beschlussfassung des Sozial- und Gesundheitsausschusses voraussichtlich nichtöffentlich beraten.

Tagesordnung
A. Voraussichtlich öffentlicher Teil

1. Bestätigung der Tagesordnung

2. Bekanntgabe der nichtöffentlich gefassten Beschlüsse der letzten Sitzung

3. Einwendungen gegen die Niederschrift über den öffentlichen Teil der 18. Sitzung vom 11.05.2020

4. Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr der Stadt Flensburg Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE RV-77/2020

5. MV: Jahresabschlussbericht 2019 des Fachbereiches Soziales und Gesundheit SUG-3/2020

6. MV: Jahresabschluss 2019 und Kostenstruktur des Jugendaufbauwerks (JAW)SUG-5/2020

7. MV: Modell-Versuch zum Pooling von schulischen Integrationshilfen SUG-6/2020

8. MV: FlensburgerLeben 2020 – am besten mit Abstand SUG-4/2020

9. Aktuelles zur Corona-Pandemie
9.1 Bericht zur Lage am Arbeitsmarkt
9.2 Bericht zur Versorgung Obdachloser
9.3 Bericht zur Situation in der Pflege

10. Zustimmung zu außer-/überplanmäßigen Aufwendungen/Auszahlungen

11. Mitteilungen und Anfragen
11.1 Arbeitsmarkt und Transferleistungen in der Corona-Krise Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE vom 19.05.2020 AF-22/2020
11.2 Unterbringung osteuropäischer Arbeitskräfte Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE vom 19.05.2020 AF-23/2020
11.3 Fonds zur Abdeckung sozialer Härten Anfrage der SPD-Ratsfraktion vom 04.06.2020 AF-24/2020

12. Beschlusskontrolle

B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil

13. Einwendungen gegen die Niederschrift über den nichtöffentlichen Teil der 18. Sitzung vom 11.05.2020

14. Mitteilungen und Anfragen

15. Beschlusskontrolle

Beschlusskontrolle, öffentlicher Teil:
Vorlage: SUG-15/2019, Sachstand Kulturschlüssel, Zieldatum: 30.06.2020

Für die Richtigkeit:
Gez. Edgar Möller, Vorsitzender
Gez. Asta Simon, Stv. Fachbereichsleiterin

Die Sitzungsunterlagen und Beschlussvorlagen findet man hier

Black Lives Matter: Über 1.000 Menschen beim Silent Protest an der Flensburger Hafenspitze

I CAN´T BREATHE und BLACK LIVES MATTER: Protestplakate auf dem Platz an der Hafenspitze – Mehr Fotos von der Veranstaltung in einer Fotostrecke am Ende dieses Berichts

Ein Bericht und Fotos von Jörg Pepmeyer

Zum Gedenken des von US-Polizisten ermordeten George Floyd haben am Samstag in Deutschland Zehntausende Menschen gegen Rassismus umd Diskriminierung protestiert. Auch in Flensburg hatte ein Bündnis junger Menschen unter dem Motto: Nein zu Rassismus! Gemeinsam sind wir STARK! kurzfristig zu einem Silent Protest an der Hafenspitzen aufgerufen.

Weit über 1.000 Menschen, vielfach ganz in Schwarz gekleidet, folgten dem Aufruf. Inoffiziell wurde aus Polizeikreisen am späten Nachmittag sogar eine Zahl von 1.800 genannt. Für die Flensburger Organisatoren ein Riesenerfolg, hatten sie doch gerade mal mit 500 Teilnehmenden gerechnet. Die Gruppe um Initiatorin Rakiya Suleman, Schülerin am Fördegymnasium, bekam gleichzeitig Unterstützung von Aktivisten der lokalen Fridays for Future Gruppe und der Jugendorgansisation Solid. In Windeseile stellten sie ein Programm auf die Beine, das nicht nur mit hochkarätigen Gästen besetzt war, sondern vor allem die von Rassismus Betroffenen zu Wort kommen ließ.

In mehreren Beiträgen sprachen die über ihre Erfahrungen mit dem alltäglichen Dikskriminierungen aufgrund ihrer Hautfarbe, kritisierten ebenso, dass die rechtsnationale AfD dem Rassismus in Deutschland ungestraft Vorschub leisten dürfe. Ebensowenig wurde die Geschichte Flensburgs ausgelassen. Die Stadt und ihre Kaufleute hatten während der dänischen Kolonialzeit vom Sklavenhandel und der Ausbeutung der aus Afrika verschleppten Menschen beim Zuckerrohranbau auf den dänischen Karibikinseln enorm profitiert. Davon zehrt Flensburg bis heute noch. (Mehr zum Anteil Flensburgs und seiner Kaufleute hieran: Zucker, Rum und Sklavenarbeit. Kurzer Abriß zur Kolonialgeschichte Flensburgs und der Dänisch-Westindischen Inseln https://www.grin.com/document/107942 )

Den Anfang machte Cliff Ahengua, der gleichzeitig die Veranstaltung moderierte. Er erläuterte das Anliegen der Organisatoren und erklärte, dass es nicht nur in den USA sondern auch in Deutschland einen ausgeprägten Rassimus und die gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft bis hin zu gewalttätigen Übergriffen gibt.

Patricia Nnadi vom Kollektiv afrodeutscher Frauen in Kiel forderte in ihrer sehr kämpferischen Rede alle Betroffenen auf, konsequent für ihre Rechte zu kämpfen. Vielen Menschen sei zudem nicht klar, dass der Rassismus zur europäischen Geschichte gehöre und immer noch tief verwurzelt in der Gesellschaft sei und das Denken und Verhalten immer noch präge. Das spiegele sich auch im Umgang mit Migranten und Menschen anderer Hautfarbe wieder und bedeute für diese ständige Benachteiligungen und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Die Präsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, Aminata Touré, setzte sich mit den konkreten Folgen des alltäglichen Rassismus auseinander. Den Vorurteilen und Demütigungen, denen Menschen anderer Hautfarbe ausgesetzt sind, wenn es um die Anmietung einer neuer Wohnung gehe, beim Einkaufen, bei der Arbeit. Es müsse daher darum gehen, weiterhin für mehr Gerechtigkeit und Chancengleicheit zu kämpfen. Gleichzeitig machte sie den Betroffenen Mut: „Wir sind so viel mehr, als die Verletzungen, die wir erleben. Ja, das sind wir.“ Auch sie erinnerte daran, dass der Rassismus und das ihm zugrunde liegende Menschenbild im Kontext mit der europäischen Geschichte und dem Kolonialismus stehe und forderte mehr noch als bisher dies im Schulunterricht zum Thema zu machen.

Lorenz Gösta Beutin Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE kritiserte wie auch andere Redner*innen zuvor das Racial Profiling, das polizeiliche Vorgehen gegen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft und die Verdächtigungen, denen diese Menschen ständig ausgesetzt seien. Ebenso habe die AfD den Rassismuss wieder hoffähig gemacht, sei gleichzeitig die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten erheblich angestiegen. So wurden 2019 allein 8.000 derartiger Straftaten registriert, während die Dunkelziffer von Experten allerdings auf das vier- bis fünffache geschätzt wird. Scharf ging er auch mit der Flüchtlingspolitik der EU ins Gericht. So gäbe es derzeit keine Seenotrettung im Mittelmeer, würden unzählige Flüchtlinge jämmerlich ertrinken, während die EU dabei lediglich zuschaue. Auch das sei eine Form des Rassismus.

Unterbrochen wurden die Ansprachen zweimal mit einem über 8 1/2 Minuten langem Schweigen der Protestierenden im Gedenken an George Floyd und die Opfer rassistischer Übergriffe. Genau 8 Minuten und 42 Sekunden lang hatten US-Polizisten den auf der Straße liegenden George Floyd trotz seines verzweifelten Flehens „I can`t breathe!“ die Luft abgedrückt, bis er starb.

Das Anliegen der Veranstalter*innen wurde auch von vielen Teilnehmer*innen der Kundgebung  mit selbsgemalten Plakaten und Transparenten unterstützt, bei denen ebenso die rassistisch motivierte Polizeigewalt gegen Migranten und Menschen anderer Hautfarbe in Deutschland thematisiert wurde. Und passend zum Motto der Veranstaltung spielte Mitorganisator Alex Bergholz auf seiner Gitarre einen Klassiker von Bob Marley „Redemption Song“, in dem es um Befreiung und Emanzipation geht. Es gab sogar einige im Publikum, die der Aufforderung von Alex Bergholz folgten, mitzusingen.

Ingesamt war die Stimmung trotz des traurigen Anlasses bei den Teilnehmenden außerordentlich gut. Gab es im Abschluss den Wunsch vieler das Thema Rassismus und was es politisch und für die Betroffenen bedeutet, noch stärker auf die Tagesordnung der öffentlichen Debatte in Flensburg zu setzen. Dies umso mehr, weil befürchtet wird, dass angesichts der wirtschaftlichen Krise die AfD und andere Rechte sich des Themas bedienen werden, um ihr politisches  Süppchen zu kochen.

Alles in allem bewerteten die Organisatoren die Veranstaltung als vollen Erfolg. Auch Rakiya Suleman bedankte sich in diesem Sinne am Schluss noch mal ausdrücklich bei allen, die dabei waren und bekam einen besonders herzlichen Applaus.

Unten nun wie angekündigt die Fotos von der Veranstaltung:

Cliff Ahengua, Mitorganisator und Moderator der Veranstaltung

Weit über 1.000 Menschen auf dem Platz an der Hafenspitze

Die Initiatorin der Veranstaltung Rakiya Suleman

Mitorganisator Alex Bergholz singt Redemption Song von Bob Marley

Sprecherin Sarah Schierholz berichtete von ihren ganz privaten Erfahrungen

Patricia Nnadi vom Kollektiv afrodeutscher Frauen, Kiel

Auch in Deutschland gibt es rassistische Polizeigewalt

Die Präsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags Aminata Touré

8 1/2 Minuten Stilles Gedenken an George Floyd

Lorenz Gösta Beutin, Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE

Rakiya Suleman freut sich über den Zuspruch und die Glückwünsche zur gelungenen Veranstaltung

 

 

 

Solidarität mit dem #GeorgeFloydMovement – Silent Protest am 6. Juni an der Hafenspitze

Nein zu Rassismus!

Gemeinsam sind wir STARK!

Wir, eine Gruppe Jugendlicher aus Flensburg, haben sich an die Black Lives Matter Gruppierung aus Deutschland angeschlossen.
Gemeinsam, mit ganz Deutschland, wollen wir am

Samstag, den 6.6.2020 um 14:00 Uhr

einen Silent Protest an der Hafenspitze

halten. Dazu wollen wir euch alle einladen, um gemeinsam für Gerechtigkeit und gegen Rassismus zu demonstrieren.

Werben und Reposten ist sehr erwünscht!
https://www.facebook.com/events/1177004559320262/

Siehe auch den Bericht zur Veranstaltung: Black Lives Matter: Über 1.000 Menschen beim Silent Protest an der Flensburger Hafenspitze
unter: https://akopol.wordpress.com/2020/06/07/black-lives-matter-ueber-1-000-menschen-beim-silent-protest-an-der-flensburger-hafenspitze/

Das Einwanderungsbüro in neuen Räumlichkeiten

Umzug an die Schleswiger Straße

Flensburg. Ab Mittwoch, den 10.06.2020  betreut das Einwanderungsbüro seine Kund*innen am neuen Standort in der Schleswiger Straße 66 (ehemals Katasteramt). Die Mitarbeiter*innen freuen sich auf ihre neuen Büros und darauf unter noch besseren Arbeitsbedingungen ihren Aufgaben nachkommen zu können.
Für die Zeit des Umzugs von 02.06. bis zum 04.06. ist das Einwanderungsbüro nicht erreichbar.
Danach sind  Terminvereinbarungen wie gewohnt unter der Rufnummer  0461- 85 2000 oder per E-Mail unter einwanderungsbuero@flensburg.de  möglich.
Der neue Standort ist mit den Buslinien 12 und 14 zu erreichen.
Wichtig: Auch innerhalb dieses Gebäudes ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zwingend vorgeschrieben.

„Hereinspaziert in unser Leben!“ – Pflegekindern ein Zuhause geben

Stadt Flensburg sucht Pflegefamilien

Vorbereitung für Pflegepersonenbewerber*innen startet im August 2020

Der Pflegekinderdienst der Stadt Flensburg sucht Menschen, die für Kinder zur Verfügung stehen, wenn deren Eltern die Betreuung vorübergehend oder auch länger nicht wahrnehmen können. Insbesondere möchten wir Paare mit und ohne Kinder im Alter zwischen 30 und 45 Jahren ansprechen. Erfahrungen im Umgang mit eigenen und fremden Kindern sind erwünscht. Die räumlichen Verhältnisse sollten großzügig, ein eigenes Zimmer für das Pflegekind vorhanden sein.

Pflegeeltern müssen sich darüber im Klaren sein, dass Kinder aus belasteten Familien sehr viel Hilfe benötigen. Sie sollten offen für die Zusammenarbeit mit den Angehörigen des Kindes und weiteren unterstützenden Diensten sein.

Weiterführende Informationen unter

www.flensburg.de/Leben-Soziales/Kinder-Jugendliche/Adoptionen-Pflegekinder-

Der Pflegekinderdienst der Stadt Flensburg bietet einen umfassenden Vorbereitungskurs (Start August 2020) an, der Voraussetzung für die Aufnahme eines Pflegekindes ist und für den man sich ab sofort bewerben kann.

Interessierte bewerben sich bitte telefonisch, per Email oder auf dem Postweg beim Pflegekinderdienst.

Stadt Flensburg
Pflegekinderdienst
Rathausplatz 1
24931 Flensburg
Email: adoption-und-pflegekinder@flensburg.de
Tel. 0461/ 85-4139 oder 85-2770

Erbsensuppenspende 2020

Flensburgs Stadtpräsident Hannes Fuhrig, die Dezernentin für Jugend, Soziales, Gesundheit und Zentrale Dienste, Karen Welz-Nettlau und der Stellvertretende Standortälteste Kapitän Kurt Leonards bei der Übergabe des Spendenschecks in der Marineschule Mürwik.

Scheckübergabe diesmal in ganz kleinem Rahmen

Erlös soll Einrichtungen in der Region Flensburg zugute kommen

Flensburg. Der unter der Verantwortung des stellvertretenden Standortältesten Flensburg, Herrn Fregattenkapitän Kurt Leonards, durchgeführte traditionelle Erbsensuppen- und Punschverkauf durch Angehörige der Bundeswehr des Standortes Flensburg jährte sich – auch dieses Jahr unter großem Zuspruch der Flensburger Bevölkerung – zum 43. Male.
Durch den Verkauf entstand ein Überschuss und der sollte als Spende den Weg zu karitativen Einrichtungen finden. Hierzu hatten Fregattenkapitän Kurt Leonards gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten Hannes Fuhrig und der Dezernentin für Jugend, Soziales, Gesundheit und Zentrale Dienste, Karen Welz-Nettlau in den Ratssaal zur feierlichen Übergabe eingeladen. Durch die Corona-Situation musste die Veranstaltung leider abgesagt werden.

Stadtpräsident Fuhrig und Dezernentin Welz-Nettlau besuchten stattdessen den stellvertretenden Standortältesten zur Übergabe des Spendenschecks in der Marineschule Mürwik.  Kapitän Leonards dankte bei dieser Gelegenheit Hauptmann Vormann, in dessen Händen die praktische Organisation des Erbsensuppenverkaufs in der Vorweihnachtszeit liegt. Außerdem nahm er den Besuch zum Anlass die Grüße des Standortältesten Admiral Abry auszurichten, der sich zurzeit für die Bundeswehr im Auslandseinsatz befindet.

Stadtpräsident Hannes Fuhrig würdigte in seinen Dankesworten das besondere Engagement der Soldatinnen und Soldaten, die sich freiwillig und in großer Zahl bei der Erbsensuppenaktion einbringen. Sozialdezernentin Karen Welz-Nettlau freute sich über die große Spendensumme. „Damit können viele attraktive Projekte bei einer ganzen Reihe von Initiativen realisiert werden. Ganz herzlichen Dank an den Standortältesten am Standort Flensburg-Glücksburg und alle Beteiligten auch weiterer Standorte. Wir freuen uns sehr, dass sie dieses Engagement schon über so viele Jahre aufrechterhalten und wir hoffen, dass es noch lange weitergeht“, sagte sie bei der Scheckübergabe.

Im Vorgespräch hatte der Standortälteste bereits mitgeteilt, dass die Verteilung der Erlöse in der Hauptsache den Einrichtungen in der Region zugutekommen solle. Die höchste Summe, nämlich 15.000,- Euro, wird damit an die Stadt Flensburg übergeben. Die Stadt Flensburg leitet kleinere Einzelsummen an 14 Projektinitiatoren Flensburgs weiter, die sich mit kreativen Projektideen zum Jahresmotto 2019 „Flensburg is(s)t bunt – wir wachsen zusammen“ beworben hatten. Insgesamt gingen bei der Fachstelle 50+ der Stadt Flensburg bis zum 31.12.2019 23 Anträge ein. Die in diesem Jahr höchstdotierte Projektidee stammt von Sameh Alkaderi Alkali und der Theaterschule Flensburg. Für ein nun bald entstehendes Theaterstück mit Livemusik für Kinder und Familien, mit Menschen aus dem Orient und aus Deutschland, gibt es eine Summe von 2.000,- €.

Weitere Spenden aus dem Verkauf durch die engagierten Bundeswehrangehörigen gehen in Höhe von 4.000,- € an die Stadt Glücksburg, sowie in Höhe von 3.000,- € an das „Spendenparlament Flensburg und Umgebung e.V.“. Erstmalig wird in diesem Jahr auch der „Katharinen Hospiz Förderverein e.V.“ mit einer Spende in Höhe von 4.000,- € bedacht.
Aber auch Einrichtungen mit Bezug zur Bundeswehr werden bedacht. So erhält das Bundeswehr-Sozialwerk 2.000,- € und das Soldatenhilfswerk 2.000,- € aus den Erlösen. Der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. als international tätige Einrichtung erhält 2.000,- € und die katholische Familienstiftung für Soldaten 2.000,- €.
Der Gesamterlös in Höhe von 34.000,- € entstand auch dank der vielen Flensburgerinnen und Flensburger, die in der Adventszeit Erbsensuppe am Stand nahe der Holmnixe kauften.
Die Unterstützung durch den Standortältesten hat Tradition. Seit dem Jahre 1985 erhielt allein die Stadt Flensburg insgesamt rund 387.900 Euro und konnte über 460 Antragsteller*innen bei der Durchführung verschiedenster Projekte unterstützen.
Das Motto für das kommende Jahr lautet „Gemeinsam statt einsam – stark machen gegen Vereinsamung im Quartier“. Vereine, Verbände, Institutionen etc. können Anträge bis zum 31.12.2020 stellen. Voraussetzung dafür ist auch in diesem Jahr wieder, dass sich mindestens zwei Antragsteller*innen finden, die gemeinsam eine Idee planen und umsetzen werden. Die Antragsformulare sind in der Fachstelle 50+ der Stadt Flensburg erhältlich und ab Herbst 2020 unter www.engagiert-in-flensburg.de .

Die Verteilung der Spendensumme von der Stadt Flensburg in der Übersicht:

Summe
Projekttitel
Antragsteller*in 1
Antragsteller*in 2

500,00
Natur und gesundes Essen gemeinsam genießen
Adelby 1/Kita Sol-Lie
Jugendzentrum AAK

500,00
Flensburg is(s)t bunt – wir wachsen weiter zusammen in Flensburg-Neustadt auf Dicker Willis Koppel
Dicker Willis Koppel e.V.
Naturwissenschaftliches Museum Flensburg

800,00
Essen baut Brücken
Adelby 1/Kita Kiwi
EUF Ernährung und Verbraucherbildung

800,00
Komm mit uns auf eine kulinarische Weltreise
Jugendzentrum AAK/Flitz gGmbH
Jugendtreff Weiche

900,00
Spontantheater inklusiv: Wir trauen uns!
KuKiNe e.V.
Impro-Kontor

900,00
Herstellung neuer Hochbeete, Bänke, Komposter u.w.
Radieschen und Co e.V.
Verein der Gartenfreunde e.V.

1000,00
Spiel, Sport und Spass im Freibad Weiche für alle Generationen
Förder- & Trägerverein Jugendtreff Weiche e.V.
DLRG 50 plus

1000,00
Hochbeete für den Friedensweg
AWO interkulturell
Projekt Clowns und Helden (Sportpiraten FL)

1000,00
Förde-Watching – Ein Auge auf das haben, was vielen Menschen lieb, aber verborgen ist.
Unterwasserteam Flensburg
Umweltbildungszentrum der EUF

1100,00
Kultur-Genuss im Stadtteilcafé Sandberg – die Donnerstags-VA
AWO Pflege SH Servicehaus Sandberg
Stadtverband FL der AWO

1300,00
Zusammen wachsen und gemeinsam unser neues Zuhause gestalten
Jüdische Gemeinde Flensburg e.V.
Gemeinde der Griechen FL und Umgebung e.V.

1500,00
Kinder- und Familien-Musikfestival mit „Unter meinem Bett“ aus Hamburg
Sportpiraten Flensburg e.V.
Volksbad Flensburg e.V.

1700,00
Flensburg is(s)t bunt – Kinder und Jugendliche erleben nachhaltige und multikulturelle Ernährung
Schutzengel gGmbH
Transformatives Denk- und Machwerk e.V. i. Gründung

2000,00
Zuckerfest (Theaterstück für Kinder und Familie mit Livemusik
Sameh Alkaderi Alkali
Theaterschule Flensburg gGmbH

Zusammen 15.000,00 Euro

FLENSBURG. KAUFT. KUNST. – Verkaufsausstellung Flensburger Künstler auf dem Museumsberg

Jetzt als Online-Ausstellung noch bis zum 12. Juli
und
im Heinrich-Sauermann-Haus vom 10. Juni bis 12. Juli 2020

Die aktuelle digitale Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg ist schon jetzt ein großer Erfolg. In einer Slide-Show wird die Kunst von etwa 45 Künstlerinnen und Künstlern aus Flensburg und dem nahen Umland präsentiert. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Werke kommen ungemindert und direkt den Kunstschaffenden zugute.
Pünktlich zum Internationalen Museumstag am 17. Mai wurden die Werke digital auf die Webseite  www.museumsberg.de gestellt. Bereits jetzt zeigt die große Nachfrage das Interesse der Bürger und Bürgerinnen an aktueller Kunst und bekräftigt die Verbundenheit mit der Flensburger Kunstszene.
Als Einrichtung der Stadt Flensburg ist der Museumsberg mit den Kunstschaffenden, die während der Corona-Krise durch die Absage so vieler Ausstellungen und Veranstaltungen unter Verdienstausfällen leiden, solidarisch. Der Eintritt in die Ausstellung im Heinrich- Sauermann-Haus ist daher frei. Dort können Besucher*innen vom 10. Juni bis zum 12. Juli 2020 alle Werke, auch die bereits verkauften, im Original erleben.
Auf eine feierliche Ausstellungseröffnung muss aus Gründen des Infektionsschutzes leider verzichtet werden.
Dörte Ahrens, die Kuratorin der Ausstellung steht gerne für Rückfragen zur Verfügung: 0461/85 2081. Die Liste der teilnehmenden Künstler*innen ist auf der Homepage veröffentlicht.

Museumsberg Flensburg
Museumsberg 1, 24937 Flensburg
Telefon 0461/852956
www.museumsberg.de
museumsberg@flensburg.de

neue Öffnungszeiten:

Di – So 11.30 – 17.00 Uhr

Corona-Kundgebung an der Hafenspitze: Die Angst ist kein guter Ratgeber!

Corona-Kundgebung am Samstagnachmittag: Trommel-Rhythmen sorgen für gute Laune

Es braucht den gemeinsamen Diskurs!

Ein Beitrag und Fotos von Jörg Pepmeyer

Dass die Corona-Krise zu einer enormen Verunsicherung auch in Teilen der Flensburger Bevölkerung gesorgt hat, konnte man wieder am Samstag nachmittag an der Hafenspitze beobachten. Mehr als 200 Menschen trafen sich um gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen und gegen die ihrer Meinung nach bedrohliche Einschränkung der Grundrechte zu protestieren. Aufgerufen dazu hatte die „Initiative Flensburg für Grundrechte“, ehemals der Flensburger Ableger der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand.

Bei den Protestlern waren auch viele, die ich persönlich aus zivilgesellschaftlichen Gruppen und von gemeinsamen Aktionen kenne. Ebenso dabei die ehemalige FDP-Kommunalpolitikerin Anja Nielsen und Ratsherr Marc Paysen von der Wählergemeinschaft Flensburg Wählen. Zudem traf ich auch einige Bekannte, die ich noch in der jüngeren Vergangenheit als fortschrittlich denkende Menschen erlebt habe und die unter anderem in Sozialberufen und als Pädagogen arbeiten. Mehrheitlich sicher keine Faschisten, wie ihnen von Gegnern dieser in den letzten Wochen regelmäßig stattfindenden Corona-Kundgebungen unterstellt wird, aber durch die Corona-Krise nicht nur politisch erheblich verunsichert.

Nun wäre gegen einen derartigen Protest im Allgemeinen nichts einzuwenden, doch zeigte sich insbesondere bei den Ausführungen des Demo-Organisators und Sprechers Alexander Kuhn, dass es ihm und anderen Mitstreitern um mehr als nur um die Corona-Politik der Bundesregierung geht. Kuhn, der auch für das Magazin Rubikon schreibt, schürte in seiner Ansprache an die Kundgebungsteilnehmenden vor allem die Angst vor dem Verlust grundlegender Bürgerrechte und der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen über sich und sein Leben. Die Bundesregierung hätte quasi eine Corona-Diktatur errichtet. Dabei unterstellte er, dass es ein Kartell der Mächtigen gibt, die gezielt die Corona-Pandemie nutzen würden, um die Gesellschaft gemäß ihren Interessen umzuformen und die Demokratie zu zerstören. Ähnlich wie er es bereits in Rubikon im März geschrieben hatte: „Es sind die unreflektierten oder gar kühl beabsichtigten Handlungen der ermächtigten Menschen unserer Nationen, die diese Krise künstlich herbeiführten und konsequent weiter vorantreiben.“ (siehe: https://www.rubikon.news/artikel/das-killer-virus-in-zahlen)

Das war natürlich schon ziemlich starker Tobak, traf aber offensichtlich den Nerv der Versammelten. Alexander Kuhns Strategie war natürlich darauf angelegt die Angesprochenen anschließend zu den eigentlichen Schützer*innen der Verfassung und der Grundrechte zu erklären. Es hätte nur noch ein Schwur gefehlt. Derartig motiviert und geschmeichelt gab es dann auch schon Einige, die pathetisch von der Inanspruchnahme des Artikel 20 Abs 4 unserer Verfassung sprachen. Das aber eher am Rande.

Alexander Kuhn spricht zu den Teilnehmenden. Am VW-Bulli Frank Horn, Mitorganisator der Kundgebung. Auf seiner Facebook-Seite verbreitet Frank Horn rechte, FPÖ und AfD-affine Inhalte. Peter Stiller, dem der Bulli gehört, hat sich am 18.05. auf seiner Facebook-Seite von der Veranstaltung ausdrücklich distanziert und sich gegen Vorwürfe gewehrt, er sei ein Nazi: „So Leute ich habe mit der Demo am Samstag an der Hafenspitze nichts zu tun. Habe mein Bulli ausgeliehen, wusste aber nicht zu welchem Zweck. Für mich sind alle Menschen gleich und haben die gleichen Rechte. Egal welcher Nation sie angehören, welche Hautfarbe sie haben, welche Sprache sie sprechen und an welchen Gott sie glauben. Und keiner darf in unserem Land wegen seiner Herkunft benachteiligt werden. Dazu stehe ich ohne wenn und aber.

Aber tatsächlich ist aufgrund der Folgen der Corona-Krise die Angst bei vielen Menschen enorm groß, in eine existenzbedrohende Lage zu geraten, den Job zu verlieren, die Kredite fürs Haus und Auto nicht mehr tilgen zu können, oder sonstwie die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Das offen zuzugeben und darüber mit anderen zu sprechen, um gemeinsam und solidarisch zu handeln und Problemlösungen zu finden, fällt vielen Menschen außerordentlich schwer. Und offensichtlich sind viele auch psychisch von der Corona-Krise überfordert, stellen die massiven Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben Denk- und Verhaltensroutinen völlig auf den Kopf. Das bestätigten auch meine Gespräche mit Corona-Protestlern. Und ich hatte den Eindruck, dass sie nicht wissen, wie sie sich und ihre Interessen organisieren können. Und ebensowenig, wie sie mit ihren Ängsten umgehen sollen. Da ist die Vorstellung, es gäbe omnipotente und unsichtbare Strippenzieher, eine brauchbare Projektionfläche für das eigene Unvermögen und die Hilflosigkeit der Situation angemessen begegnen zu können.

Natürlich ging Alexander Kuhn darauf nicht ein. Dabei hätte ich zumindest konkrete politische Vorschläge von ihm erwartet, wie die Folgen und die Lasten der Corona-Krise fair und solidarisch geteilt werden sollen. Wie auch die Vermögenden und Einkommensmillionäre dazu verpflichtet werden sollen, ihren Teil dazu beizutragen und nicht wie so oft, nur die Durchschnittsverdiener und „kleinen Leute“. Noch besser, welcher Vorschläge und politischen Forderungen bedarf es, um eine gesellschaftlich Veränderung jenseits einer marktradikalen, kapitalistischen Verwertungslogik in Gang zu setzen, hin zu einer solidarischen, demokratischen, freien und ökologischen Gesellschaft, die keinen Raubbau an den Menschen und der Natur betreibt? Aber auch das war nicht das Thema von Kuhns Rede. Faktisch blieb er alle Antworten schuldig und hätte mit seinen anti-staatlichen Befindlichkeits- und Bürgerrechts-Plattitüden auch jeden AfDler begeistert.

Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Mehrheit der Zuhörer*innen das in irgendeiner Weise gestört hat. Sie quittierten die Ausführungen von Alexander Kuhn mit großem Applaus. Vielleicht weil sie von den eigentlichen und wirklich bedrohlichen Problemen und Aufgaben ablenkten und weil es das war, was die Leute an diesem Nachmittag unbedingt hören wollten und er ihnen vermeintlich aus der Seele sprach.

Ich denke ebenso, dass von den Anwesenden kaum einer wahrhaben will oder es bewusst ausblendet, dass es in den kommenden Monaten und spätestens im Herbst richtig zur Sache geht. Dann geht es aber gar nicht so sehr um Grundrechte, sondern für ganz viele Menschen um außerordentlich existentielle Themen, um Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Wohnungsverlust usw. Bei aller möglichen Ernsthaftigkeit vieler Kundgebungsteilnehmenden bezweifle ich stark, ob sie diesen Ernst der Lage wirklich erkannt haben und wie wichtig es jetzt ist, gemeinsam Gegenmacht zu organisieren. Das heißt seine Interessen zu bündeln, sich Verbände und möglicherweise Parteien als Bündnsipartner zu suchen, um den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise gemeinsam und mit konkreten, mehrheitsfähigen politischen Zielen und Forderungen begegnen zu können. Das gilt insbesondere auch für die Situation vor Ort, also in der Stadt Flensburg.

Protest gegen die Corona-Kundgebung auf der anderen Seite des Platzes an der Hafenspitze. Die rote Linie war von der Polizei gezogen worden, um eine direkte Konfrontation zwischen den beiden Parteien zu vermeiden. Bis auf lautstarke verbale Scharmützel gab es dann auch keine ernsthaften Konflikte.

Dass die knapp 40 Gegendemonstranten gestern Nachmittag auf verlorenen Posten standen und mit ihren Argumenten keinen der Corona-Protestler wirklich erreichten, ist daher nicht verwunderlich. Dennoch ist es enorm wichtig, dass alle Seiten ins Gespräch miteinander kommen. Dazu bedarf es aber eines moderierten Diskussionsformats. Und es ist ebenso wichtig, entsprechend den obigen Ausführungen nicht das Trennende, sondern unbedingt das Gemeinsame zum Thema eines von gegenseitigem Respekt getragenen, offenen Bürgerdiskurses „Runder Tisch Corona Flensburg“ oder ähnliches zu machen. Denkbar wäre auch ein Format „Thing“, also unter freiem Himmel an der Hafenspitze zu diskutieren.

Tut man das nicht, würde man der Spaltung der Bevölkerung und dem Erstarken der AfD und sonstigen rechten Gruppen in Flensburg enormen Vorschub leisten. Ganz davon abgesehen, dass ein gemeinsames und solidarisches Handeln der Menschen zur Bewältigung der Corona-Folgen in weite Ferne rücken würde.

Petition: Aufnahme von Flüchtlingen von den griechischen Inseln in Schleswig-Holstein

Jetzt mitzeichnen!

Liebe Landesregierung,
lieber Herr Günther!

Das Land Schleswig-Holstein möge sich bitte angemessen an der Aufnahme und Verteilung der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln beteiligen und voran gehen.

Es sind ausreichend Kapazitäten in unserem Land vorhanden, insbesondere sollten sofort alle unbegleiteten Kinder und Jugendliche aufgenommen werden.

Bitte holen Sie die Menschen aus der Hölle heraus!

Bsp.Moria: 20000 Geflüchtete, 167 Menschen teilen sich eine Toilette, 242 teilen sich eine Dusche.

Nicht auszudenken, wenn dort das Corona Virus zuschlägt!

Bitte werden Sie jetzt aktiv, noch ist Zeit zur Evakuierung, wir machen uns alle mitschuldig, wenn wir nichts tun..

Swantje Schmagold-Trocha
aus Winnemark

Petition unterzeichnen hier

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