Archiv der Kategorie: Stadtwerke Flensburg

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Erhalt des Wirtschaftshafens: OFFENER BRIEF AN DIE OBERBÜRGERMEISTERIN DER STADT FLENSBURG

In einem Offenen Brief stellen Kapitän Jens Boysen und Rüdiger Speth kritische Fragen an Oberbürgermeisterin Simone Lange zum möglichen Ende des Wirtschaftshafens am Ostufer und zu einer Verlegung an das Westufer. Gleichzeitig fordern sie die Ratsversammlung angesichts der am 21. Februar anstehenden Sitzung auf, nicht voreilig das Ende des Wirtschaftshafens am Ostufer zu beschließen. (Siehe dazu auch die Ergänzungsvorlage von SSW, DIE LINKE, Flensburg wählen und WiF für die Ratsversammlung am 21.02.2019)

Der Offene Brief wurde heute im Rathaus an die Oberbürgermeisterin übergeben und parallel an alle Rats- und Ausschussmitglieder als Printexemplar verteilt. Es ist geplant eine Unterschriftenliste zur Unterstützung auf den kommenden Veranstaltungen zur Hafenzukunft auszulegen.

QUO VADIS HAFEN FLENSBURG?

SEHR GEEHRTE FRAU OBERBÜRGERMEISTERIN LANGE,

die Verfasser und UnterzeichnerInnen dieses Briefes sind Flensburger EinwohnerInnen, die seit langem mit der Entwicklung des Wirtschaftshafens und der Situation im geplanten Sanierungsgebiet Hafen Ost vertraut sind.

Die Veranstaltung im Robbe und Berking Yachting Heritage Center am 16.1.2019 hat unsere Befürchtungen, die sich seit dem Beschluss der Ratsversammlung im Dezember 2017 verstärkten, bestätigt.

Ein noch völlig unausgereiften Stadtentwicklungskonzept wurde mit einer professionell vorgetragenen Kosten-/Nutzenabwägung dargestellt. Bei vielen Besuchern entstand der Eindruck, dass die ganze Veranstaltung mit den Vorträgen, Präsentationen und Zahlenwerken sehr einseitig auf nur ein Ziel ausgerichtet wurde, die Alternativlosigkeit für das Vorhaben aufzuzeigen.

Besonders im Vortrag des Wirtschaftsberaters wurde deutlich, dass den BesucherInnen falsche Zahlen und manipulierte Grafiken präsentiert wurden. Wie kann auf der Basis dieser Vorgehensweise ein Vertrauen in die Planung entstehen?

Insgesamt wurde nur klar, dass hier unter Zeitdruck versucht werden soll, an erhebliche Fördermittel zu kommen.

Die Kopplung vom Ende des Wirtschaftshafens am Ostufer und einer Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm wurde, obwohl bereits in der Begründung der RV 160/2017 klar erkennbar, bislang abgestritten und hier zum ersten Mal öffentlich zugegeben.

Anlass Fragen zu stellen und unsere Einwände publik zu machen, denn wir machen uns Sorgen, die wir uns angesichts der drohenden Veränderungen um den Wirtschaftshafen und den daraus resultierenden Risiken, auch für die kommenden Generationen, um das Wohl der Stadt machen.

… zum finanziellen Risiko

1) Zitat des Wirtschaftsberaters: Von 70 Projekten rechnen sich 40 nicht! Was passiert, wenn das Finanzkonzept nicht eingehalten wird (Stichwort: Fördephilharmonie, Leuchtturmprojekt auf der Harniskai-Spitze und Fußgängerbrücken)?

2) Wer trägt das Kostenrisiko, sollte die Planung nicht einzuhalten sein oder die Kosten für die Umsiedlung des Wirtschaftshafen von Ost nach West sich tatsächlich verxfachen?

3) Hat die Stadt für den Fall, das nach dem Ratsbeschluss am 21.2.19 die Projektkosten komplett aus dem Ruder laufen, noch die Möglichkeit steuernd einzugreifen? Gibt es einen Plan B?

4) Flensburg engagiert sich zur Zeit in mehreren großen Stadtumbauprojekten. Vom Bahnhofsumfeld über Schwarzenbachtal zur Neustadt: diese Projekte sind weit von einer zufriedenstellenden Umsetzung entfernt. Etliche große Projekte wurden in der Vergangenheit mit viel Euphorie und bürgerschaftlichem Engagement gestartet und endeten dann im Chaos (K8, Heinrichtunnel, Highship, Entwicklung Fahrensodde, Hotelbauplanung in der Gallwik, Klar-Schiff Projekt, Fußgängerpromenade Westufer uvam).

5) Was sollte die Stadtplaner plötzlich befähigen, dieses Großprojekt zum Erfolg zu führen? Hat die Stadt tatsächlich die personellen Ressourcen, dieses Projekt einschließlich eines Fördermittelmanagements und Projektcontrollings professionell zu stemmen.

…zu den Kosten

1) Reichen die im Finanzplan eingestellt Kosten (2,5 Mio €) für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Wirtschaftshafens West wirklich aus? Nach Expertenschätzungen dürften sich die wahren Kosten auf 15 Mio. € belaufen.

2) Kann Flensburg die Differenz aus eigener Tasche bezahlen?

3) Lassen sich die Stadtplaner von 32 Mio. € Fördergeld so blenden, dass jegliche Risikoabwägung unterbleibt?

4) Der Ausstieg aus den Erbpachtverträgen (Raiffeisen, Koch) und die geplante Verlagerung bestehender Gewerbebetriebe (Jacob Cement, FYS, Asse Kanal, Reifen Boysen, Tankstelle, KFZ-Werkstatt, Lampengeschäft) wird einen Großteil der ausgelobten Fördermittel in Anspruch nehmen (ca. 12,5 Mio €). Auch ein Teil der Fördergelder für die Europawiese / Harniskai (1,6 Mio. €) ist zurückzuzahlen, da die Laufzeit erst 2028 endet.

5) Allein für die beiden Fußgängerbrücken (Klappbrücke Industriehafen und Volkspark) und die Uferpromenade wird eine Summe von 30,5Mio € aufgerufen. Verschwiegen werden allerdings die Folgekosten für Betrieb, Instandhaltung und Wartung der Anlagen, die den kommunalen Haushalt Jahr für Jahr belasten.

6) Ist diese Planung, angesichts eines Haushaltes unter Konsolidierung, nicht als grob fahrlässig einzuschätzen?

… zu der Wirtschaftlichkeit des Hafens

1) In Ihrer Präsentation wurde die Alternativlosigkeit der Hafenverlagerung dargestellt. Man arbeitet dabei bewusst mit einem unvollständigen Zahlenwerk um die Notwendigkeit zu unterstreichen, den Hafen auf die Westseite zu verlagern. Nach unserer Recherche sind dabei große Teile der Einnahmen aus dem Wirtschaftshafen nicht berücksichtigt. Dafür werden die Gesamtkosten aller Hafenanlagen von der Badebrücke Ostseebad bis zur Solitüde dem Wirtschaftshafen zugerechnet. Weitere Kosten für Umzug und Sanierung wurden bewusst klein gerechnet.

2) Soll der Hafen auf der Westseite überlebensfähig werden, benötigt er wirtschaftliche Perspektive mit Erweiterungsmöglichkeiten. Verweigert man ihm diese durch Volumenbegrenzung oder z. B. durch Einschränkung des LKW-Verkehrs in der Nordstadt, besteht die Gefahr, dass die beteiligten Hafenbetriebe ihre Investitionen einschränken oder ihr Engagement auf Nachbarhäfen wie Apenrade oder Rendsburg verlagern.

Fazit: Das geplante Konzept geht nicht auf und alle bis dahin bereits getätigten Investitionen müssten abgeschrieben werden. Ein nicht unerhebliches Risiko für den Finanzhaushalt.

3) Die Kaimauer auf dem Harniskai soll für die Seeschifffahrt (Kreuzfahrer, Kräne und Schlepper, Werft) erhalten bleiben. Dies erfordert zwangsläufig den Erhalt des ISPSBereiches.

Um Wohnen im urbanen Gebiet zu realisieren, sind Lärm und Emissionsauflagen einzuhalten. Wenn Seeschiffe dort festmachen, erfordert das zwangsläufig die Installation eines Landanschlusses (ca. 1,3Mio.€). Wo finden sich diese Kosten in Ihrer Kalkulation?

4) Was passiert an den Tagen, an denen der Kai am Westufer durch Werftpontons blockiert ist?

Ein Hafenumschlag ist dann nicht möglich und es entstehen Kosten durch die Wartezeit (Überliegegeld).

5) Ihre Planungen stehen dem Gutachten der IHK diametral gegenüber. Was passiert, sollten die dort skizzierten Potenziale tatsächlich gehoben werden? Können die potenziellen Volumen am Westufer bei der zur Verfügung stehenden Kailänge von 205m und der eingeschränkten Wassertiefe überhaupt abgewickelt werden (411 000t plus 90 000t Kohle)?

6) Was bisher nicht bedacht wurde sind die Folgekosten, da der Güterumschlag (insbesondere die dringend benötigten Baustoffe), sofern er nach Apenrade oder Rendsburg, verlagert wird, zusätzlich per LKW über 30 km transportiert werden müssen. Damit verteuern sich sämtliche Haus- und Straßenbauprojekte im Großraum Flensburg. Die Baukosten können sich nach Expertenmeinung im Betonbau um bis zu 10% verteuern. Diese Entwicklung ist vorhersehbar und vielleicht sogar politisch gewollt.

7) Bereits jetzt wird mit einer Verlagerung des Umschlags nach Apenrade geliebäugelt. Mit der gleichen Logik könnte sich Hamburg von seinem Hafen verabschieden und im Geiste europäischer Kooperation Rotterdam oder dem Tiefwasserhafen Jade-Weser Port den Vorzug geben. Auch hier wird wieder nur auf Fördergelder aus europäischen Töpfen geschielt und die langfristigen Folgen für Infrastruktur und Ökologie ignoriert. Bekennt sich die Stadt also zu ihrem Wirtschaftshafen oder wird ein Tod auf Raten billigend in Kauf genommen, was einem enormen Imageverlust für den gesamten Wirtschaftshafenstandort Flensburg und der klimafreundlichen Stadt gleichkommt..

8) Gesellschaft, Mobilität und Transport verändern sich. Brauchen wir nicht in Zukunft einen funktionierenden Hafen, um Güter von der Straße wieder auf das Schiff zu verlagern? In Norwegen gibt es viele kleine Ortschaften, die einen eigenen funktionierenden Versorgungshafen besitzen. Sollte dies nicht auch in Flensburg stärker berücksichtigt werden? Aber: was einmal weg ist kann i. d. R. nicht wieder rückgängig gemacht werden!

9) Brauchen die Stadtwerke nicht in Zukunft das durch den Kohleausstieg frei werdende Areal für die alternative Energiegewinnung (Gas, Wasserstoff, E-Bus Terminal, etc.)?

…zu den Auswirkungen hinsichtlich der Infrastruktur und der Lebensqualität in der Stadt

1) Mit erhebliche Umwelt- und Straßenbelastung ist zu rechnen, wenn der Schwerlastverkehr bei einem Hafen West durch die Neustadt abgeführt wird.

2) Die Folgen wären, dass diese zusätzlichen Lärm- und Emissionsbelastungen die Lebensqualität der EinwohnerInnen in der Nordstadt erheblich reduzieren würden.

3) Ein Beispiel: An einem Tag nimmt eine Straßenbaustelle 1200t Material auf. Das sind 96 Fahrzeugbewegungen zu 25t am Tag, Bei einem Jahresumschlag von 150 000t passiert das 125 mal/Jahr, also an jedem 2. Arbeitstag. Zudem wird die LKW Belastung aufgrund der Enge in der Blockbebauung von Apenrader und Harrisleer Straße noch verstärken.

4) Welche Maßnahmen sollen seitens der Stadt ergriffen werden, um die Neustadt bei einem Hafenumzug von Ost nach West nicht zusätzlich zu belasten?

5) Ein LKW belastet die Straßen ähnlich wie das Befahren mit 40.000 PKW. Sind die gerade mit viel Aufwand sanierten Straßen in der Neustadt überhaupt für diese dauerhaften Belastungen ausgelegt?

6) In letzter Konsequenz besteht das Risiko, dass es zu Einschränkungen bzw. für ein Fahrverbot für den Schwerlastverkehr in der Stadt kommt, sofern die Belastung deutlich ansteigt, was gleichermaßen das Ende des Hafens auf der Westseite bedeutet.

7) Das kann keine nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsorientierte Politik einer Stadt sein, die sich dem Klimaschutz auf die Fahne geschrieben hat. Ein großes Konfliktpotential zwischen Ökologie und Ökonomie besteht, was dem Image der Stadt schadet.

8) Behält man den Hafen Ost als Wirtschaftshafen bei, kann die vorhandene Infrastruktur genutzt werden, die für den Schwerlastverkehr ausgelegt ist, nämlich über Nordstraße und Osttangente zur Autobahn.

…zu möglichen Entwicklungsalternativen:

1) Warum ist eine sukzessive Entwicklung des bestehenden Gewerbegebietes unter Einbeziehung vorhandener Betriebe nicht gewollt? Vorsichtige Entwicklungen bedeuten geringere Risiken und eine bessere Projektsteuerung.

2) Ist es möglich, dass aufgrund der hohen Fördersumme den Aussagen von Stadtverwaltung, Stadtplanung und Investoren blind vertraut wird?

3) Wo findet eine Kontrolle durch die Ratsversammlung inhaltlich tastsächlich statt?

4) Wie wird bei Interessenskonflikten verfahren?

5) Wer übernimmt letztendlich die Verantwortung, wenn vorschnell und sehr einseitig dieses Prestigeprojekt durchgedrückt werden soll? Die zustimmenden Ratsfraktionen werden sich vor den kommenden Generation den Vorwurf stellen müssen und… werden sich nicht rausreden können: Das haben wir nicht gewusst, das Risiko konnte nicht erkannt werden oder, oder, oder.

Quo vadis Hafen Flensburg?

Die Unterzeichner sind in Sorge, dass jetzt unter Zeitdruck mit Blick auf erhebliche Fördermittel zulasten Flensburgs und zukünftiger Generationen, irreversible Entscheidungen getroffen werden.

Die aus dem Projekt entstehenden Risiken werden verschwiegen statt das Gebiet im Sinne aller Beteiligten und EinwohnerInnen nachhaltig zu entwickeln.

Wir sind nicht gegen die Sanierung des Hafengebietes Ost. Hier schlummern sicherlich viele Entwicklungsmöglichkeiten. Der Erhalt des Wirtschaftshafens und die Förderung des angesiedelten Gewerbes waren zentrale Forderungen aus den vergangenen Workshops. Unabhängig von Ihrer Parteizugehörigkeit und der immer wieder aus den Reihen der SPD laut gewordenen Forderung einer Verlegung des Wirtschaftshafen nach Westen, nämlich nach Apenrade fordern wir Sie auf, das Projekt des Sanierungsträgers, hinsichtlich unserer Einwände und Fragen, prüfen zu lassen und somit den zeitlichen Druck aus dem politischen Vorgehen zu nehmen. Wir hoffen auf Antworten auf unsere Fragen und sind gerne bereit mit Ihnen in den Dialog zu treten.

Mit freundlichen Grüßen

Kapitän Jens Boysen, Rüdiger Speth

Flensburg im Februar 2019                                    (den Offenen Brief gibt es auch als Download hier )

Kapitän Jens Boysen

Pilkentafel 6

24937 Flensburg

Rüdiger Speth

Flurstraße 21

24939 Flensburg

Siehe zum Thema auch folgende Beiträge

vom 9. Februar 2019: Flensburger Norden macht mobil gegen Hafenverlegung – Info- und Diskussionsveranstaltung am 12.02.2019 in der Aula der Petrischule
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/02/09/flensburger-norden-macht-mobil-gegen-hafenverlegung-info-und-diskussionsveranstaltung-am-12-02-2019-in-der-aula-der-petrischule/

vom 08. Februar 2019: Wirtschafshafen Flensburg: DIE LINKE, SSW, Flensburg wählen und WIF gegen voreilige Entscheidung der Ratsversammlung
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/02/08/wirtschafshafen-flensburg-die-linke-ssw-flensburg-waehlen-und-wif-gegen-voreilige-entscheidung-der-ratsversammlung/

vom 6. Februar 2019: Informationsveranstaltung des SSW: „Entwicklung Hafen Flensburg“ am 13.02.2019 um 19 Uhr im Flensborg Hus
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/02/06/informationsveranstaltung-des-ssw-entwicklung-hafen-flensburg-am-13-02-2019-um-19-uhr-im-flensborg-hus/

vom 25. Januar 2019: Mögliches Aus für den Flensburger Wirtschaftshafen: CDU schlägt Hafen-Umzug vor
unter https://akopol.wordpress.com/2019/01/25/moegliches-aus-fuer-den-flensburger-wirtschaftshafen-cdu-schlaegt-hafen-umzug-vor/

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Flensburger Norden macht mobil gegen Hafenverlegung – Info- und Diskussionsveranstaltung am 12.02.2019 in der Aula der Petrischule

Der Verein Flensburger Norden e.V. lädt ein zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung und einer eventuellen Unterschriftensammlung gegen die Hafenverlegung:

am Dienstag, den 12.02.2019 um 19:00 Uhr
in der Aula der Petrischule
Apenrader Straße 164, 24939 Flensburg

Themen der Veranstaltung

Städtische Planung für das Hafen-Ostufer: Geplante Verlegung des Wirtschaftshafens von der Hafen-Ostseite an die Hafen-Westseite an den Stadtwerke Kai

1. Vorstellung der städtischen Planung: Handlungskonzept des städtischen Sanierungsträgers IHRSAN

Referent: n. n. (Vertreterin von IHRSAN angefragt)

2. Prognostizierte Auswirkungen für den Flensburger Norden, wenn das Konzept umgesetzt wird

Referent: Rüdiger Speth

3. Kritische Anmerkungen zu diesem Konzept unter verschiedenen Aspekten wie:

Langfristige Perspektiven für einen Hafen am Stadtwerke-Kai.
Hinterfragung der Prognosen für den geplanten Wohnungsbau.
Weitere vorhersehbar Probleme.
Fördermittel

Referenten: Gerda Brau, Andreas Zech

4. Mögliche Alternativen für die Ostufer-Planung – Visionen

Referenten: Gerda Brau, Andreas Zech

5. Fragen und Diskussion

Eventuell wird es eine Unterschriftensammlung gegen die Verlegung des Hafens gehen

Cordelia Feuerhake

„Es geht auch anders: Alternativen gegen die Alternativlosigkeit“

Siehe zum Thema auch folgende Beiträge

vom 08. Februar 2019: Wirtschafshafen Flensburg: DIE LINKE, SSW, Flensburg wählen und WIF gegen voreilige Entscheidung der Ratsversammlung
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/02/08/wirtschafshafen-flensburg-die-linke-ssw-flensburg-waehlen-und-wif-gegen-voreilige-entscheidung-der-ratsversammlung/

vom 6. Februar 2019: Informationsveranstaltung des SSW: „Entwicklung Hafen Flensburg“ am 13.02.2019 um 19 Uhr im Flensborg Hus
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/02/06/informationsveranstaltung-des-ssw-entwicklung-hafen-flensburg-am-13-02-2019-um-19-uhr-im-flensborg-hus/

vom 25. Januar 2019: Mögliches Aus für den Flensburger Wirtschaftshafen: CDU schlägt Hafen-Umzug vor
unter https://akopol.wordpress.com/2019/01/25/moegliches-aus-fuer-den-flensburger-wirtschaftshafen-cdu-schlaegt-hafen-umzug-vor/

Stromausfall in Flensburg – Ausfall einer 150.000 Volt-Leitung nach Dänemark

Flensburg/Glücksburg/Harrislee: Heute am frühen Morgen kam es in Flensburg, Glücksburg und Harrislee zu einem Ausfall der Stromversorgung. Rund 62.000 Haushalte waren zeitweise davon betroffen. Ab 9:15 Uhr war der größte Teil wieder mit Strom versorgt.

Grund für den großflächigen Stromausfall war nach dem jetzigen Stand ein Ausfall der 150.000 Volt-Leitung nach Dänemark. Da die Stadtwerke Flensburg technisch mit dem dänischen Stromnetz verbunden sind, haben Probleme dort auch Auswirkungen auf die Flensburger Versorgung. Als Folge des Leitungsausfalls nach Dänemark wurde eine für solche Fälle vorgesehene Schutzeinrichtung ausgelöst und im Flensburger Kraftwerk eine Anlage für die Stromversorgung heruntergefahren. Gleichzeitig trennten die Stadtwerke ihr Stromnetz von den Stromnetzen nach Dänemark und in den Süden und versorgten Teile in Flensburg ausschließlich im Inselbetrieb, d.h. das Kraftwerk versorgte die Stadt allein mit Strom.

Da aber eine Anlage ausgefallen war, reichte die Kapazität der verbleibenden Kessel nicht aus, um das Flensburger Netzgebiet vollständig mit Strom zu versorgen. Dies führte wiederum zu einem Frequenzrückgang im Stromnetz. Dieses Netz muss aber stabil mit einer Frequenz von 50 Hertz betrieben werden, da es sonst zu weiteren Störungen kommen kann.

Ein Versuch, Strom aus Dänemark über eine andere 60.000 Volt-Leitung zu beziehen, um den Flensburg Bedarf zu decken, war aufgrund des zu hohen Frequenzunterschiedes zwischen dänischem und Flensburger Netz zuerst nicht erfolgreich.

Erst nachdem die Stadtwerke ihr Netz manuell so einstellten, dass das dänische Netz und das Flensburger Netz nahezu die gleiche Frequenz hatten, konnte die Verbindung mit der dänischen 60.000 Volt-Leitung erneut gestartet werden. Diesmal mit Erfolg.

Ab 8:55 Uhr konnten die Stadtwerke das Flensburger Stromnetz wieder sukzessive hochfahren und die Verbindung mit dem dänischen Netz stabilisieren.

Die Fernwärmeversorgung, deren Pumpen elektrisch betrieben werden und die ausgefallen waren, wurde dann ebenfalls wiederaufgebaut.

Seit 9:15 Uhr war der Großteil Flensburgs wieder mit Strom versorgt.

Die Stadtwerke bedanken sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für Ihr Verständnis und Ihre Geduld. Auch bei den zahlreichen Anruferinnen und Anrufern im Service-Center, die ebenfalls alle sehr verständnisvoll waren, möchten sich die Stadtwerke bedanken.

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2019 für Strom, Wasser und Fernwärme

Strompreis steigt erheblich – Fernwärme und Wasser verteuern sich ebenfalls

Gestiegene Beschaffungskosten sorgen für höhere Energiepreise

Flensburg: Die Beschaffungskosten für die Rohstoffe zur Energieproduktion und die Preise für CO2-Zertifikate sind gestiegen. Zum Teil erheblich. Darum müssen, so die Stadtwerke Flensburg, der Strompreis und der Preis für Flensburger Wärme zum 1. Januar 2019 angehoben werden. Wasser verteuert sich ebenfalls.

Zu Beginn des Jahres 2018 hatte das Unternehmen den Strompreis für die Grundversorgung noch um 4,5% senken und die Energiekosten für 2018 insgesamt stabil halten können.

Für 2019 ist das nicht möglich. Die seit Monaten stetig steigenden Rohstoff- und CO2-Zertifikatspreise erhöhen nach Angaben der Stadtwerke die Kosten für die Produktion von Strom und Flensburger Wärme im Flensburger Kraftwerk erheblich. Laut Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke konnte das Unternehmen deren Einfluss aber abmildern: „35% der Kostensteigerung geben wir nicht an unsere Kunden weiter. Durch Optimierungen in unseren Prozessen und einige besser als geplant laufende Geschäftsaktivitäten konnten wir die Auswirkungen für unsere Kunden deutlich reduzieren.“  Insgesamt sei die Kostensteigerung aber so hoch, dass die Stadtwerke die Energiepreise zum 1. Januar 2019 wie folgt anpassen müssen:

2019 2018 Differenz
19 vs 18
Strom (Einfachtarif)  
Arbeitspreis ct /kWh 31,15 28,41 2,74
Grundpreis Euro / Jahr 89,88 89,88 0,00
Flensburger Wärme  
Arbeitspreis sekundär Euro / MWh 68,76 65,93 2,83
Arbeitspreis Euro / MWh 67,25 64,48 2,77
Grundpreis Euro / Jahr 529,54 508,20 21,34
Wasser  
Arbeitspreis Euro / m³ 1,72 1,69 0,03
Grundpreis Euro / Jahr 81,88 80,35 1,53

Beim Wasser ist eine Anpassung notwendig, um die höheren Ausgaben für Instandhaltung und Reparaturen im Wassernetz auszugleichen. Es ist die erste Änderung des Grundpreises seit 1. Februar 2011, also seit fast 8 Jahren.

Zusammen gefasst bedeutet das: Für eine Wohnung fallen im nächsten Jahr im Schnitt für Strom, Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 7 Euro pro Monat mehr an, für ein Haus sind es 17 Euro.

Kessel 13 – Stadtwerke Flensburg bauen nächste moderne erdgasbetriebene KWK-Anlage

Ein weiterer Schritt zum kohlefreien Kraftwerk

Flensburg: In einer außerordentlichen Sitzung hat die Ratsversammlung der Stadt Flensburg gestern den Bau der nächsten erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg genehmigt. Dadurch können jährlich 120.000 to CO2 eingespart werden.

Die Anlage „Kessel 13“ soll im Jahr 2022 in Betrieb gehen und zwei Kohlekessel vorzeitig ersetzen. Diese dürften aus technischer Sicht noch bis zu 10 Jahre weiter betrieben werden, gehen aber kurz nach der Inbetriebnahme von Kessel 13 in den vorzeitigen Ruhestand. Der Kessel 13 senkt die CO2-Emissionen bei gleicher Erzeugungsmenge um 40%. Damit gehen die Stadtwerke Flensburg den nächsten bedeutenden Schritt zur signifikanten Reduzierung der CO2-Emissonen mit dem Ziel einer CO2-neutralen Energieerzeugung.

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, beschreibt die Dimension der Investition für den Flensburger Energieversorger: „Die neue Erdgas-KWK-Anlage Kessel 13 wird rund 70 Millionen Euro kosten. Zusammen mit den fast 130 Millionen Euro, die das Projekt Kessel 12 gekostet hat, den 100 Millionen Euro, die der Glasfaserausbau benötigt, und den jährlichen Investitionen in die Effizienz und Kostenoptimierung der Netze investieren wir mehr als 300 Millionen Euro in Flensburgs Umwelt und Zukunft. Von den Dimensionen und der Tragweite her ist das durchaus vergleichbar mit dem Flensburger Fernwärmeausbau im Jahr 1969. Insgesamt sind die Investitionen für ein Stadtwerk unserer Größenordnung eine immense Summe und die können wir nur stemmen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, wie das bei diesem Projekt der Fall ist. Dafür möchte ich mich auch bei der Flensburger Ratsversammlung, unserem Aufsichtsrat und der Verwaltung der Stadt sehr bedanken. Nur durch diesen Zusammenhalt können wir diesen großen Schritt stemmen.“

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke sieht in der Entscheidung eine historische Weichenstellung, die ähnlich wie die Entscheidung zu Gunsten der Kraft-Wärme-Kopplung und dem Einsatz von damals hochmodernen Wirbelschichtkesseln jetzt den endgültigen Umstieg von der Kohle auf Gas und im Weiteren sicher auch die Weiterentwicklungen zur Nutzung regenerativer Energien einleitet.  „Ein derartiger Kraftakt ist nur im gemeinsamen Wirken von Mitarbeitern, Gesellschafter und letzten Endes auch treuen Kunden zu ermöglichen. Der Aufsichtsrat ist hier seiner Verantwortung, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens abzusichern und dem dringend gebotenen Umweltschutz Rechnung zu tragen, durch besonders intensive Abwägung und große Transparenz bei der Entscheidungsfindung nachgekommen. Das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Stadtwerke Flensburg kann auch damit weiter gestärkt werden.“

Dabei haben die Beteiligten nicht nur ihr internes Fachwissen genutzt, sondern auch den Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Herrn Stefan Kapferer nach Flensburg eingeladen. Durch seine Mitarbeit in der Kohlekommission der Bundesregierung konnte er wertvolle Hinweise über mögliche Trends und Entwicklungen in der Energiewirtschaft geben und so die Entscheidungsfindung kompetent unterstützen.

Simone Lange, Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg freut sich über das Engagement in den Klimaschutz für ihre Stadt: „Die Senkung des CO2-Ausstosses ist nicht nur für den Klimaschutz ungeheuer wichtig. CO2 ist das Klimagift Nr.1. Es geht auch um eine weitere Verbesserung unserer Flensburger Atemluft, weil CO2 auch gesundheitliche Auswirkungen hat. Ich habe mich von Anfang an in den Entscheidungsprozess eingebracht und dafür stark gemacht, noch mehr und noch früher etwas für die Umwelt zu tun. Darum bin ich sehr zufrieden und trage die Entscheidung mit, früher schrittweise aus der Kohle auszusteigen.“

Die Details der neuen Erdgasanlage zeigen den technischen Fortschritt: Mit einer Fernwärmeleistung von 70 Megawatt wird der Kessel 13 einen Wirkungsgrad von über 90% erreichen. Das liegt noch einmal rund 10% über den alten Kohlekesseln. Durch die gemeinsame Produktion vom Strom und Fernwärme wird der Brennstoff extrem gut ausgenutzt und die Stadtwerke können die hohe Effizienz unseres Kraftwerkes noch einmal deutlich steigern. Moderne Gaskraftwerke, die nur Strom produzieren, weisen zum Beispiel Wirkungsgrade von maximal 60% auf.

Mit ihren beiden erdgasbetriebenen Anlagen können die Stadtwerke dann die die Flensburger Energieversorgung mit bis zu 80% mit Erdgas abdecken.

Petition: „Werkstatt statt Leerstand – Hafenwerk bleibt!“ jetzt unterzeichnen!

Das Hafenwerk ist eine seit 2004 bestehende Galerie- und Werkstattgemeinschaft von 6 Holzhandwerksbetrieben in einem Teil des ehemaligen Hübsch-Silos am Ostufer des Flensburger Hafens.

In den letzten 14 Jahren ist es uns gelungen, einen lebendigen, kreativen und inspirierenden Ort zu schaffen, der Raum bietet für anspruchsvolles und facettenreiches Handwerk, für Aus- und Weiterbildung, für Kultur und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Unsere Wintergast ist in der Flensburger Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken.

Dem Hafenwerk ist gekündigt worden.

Bitte helft uns mit eurer Unterschrift, unseren Vermieter, die Stadtwerke Flensburg, zu überzeugen, ihre Kündigung zurückzuziehen.

Hier geht´s zur Petition https://www.openpetition.de/petition/online/werkstatt-statt-leerstand-hafenwerk-bleibt

Begründung

Unsere aktuelle Situation:

Am 30.9.2018 hat das Hafenwerk die ordentliche Kündigung zu Ende September 2019 bekommen.

Die Kündigung wurde begründet mit dem maroden Zustand des Gebäudes und vor allem dem des Vordachs über der Laderampe. Die Stadtwerke gehen von einer Gefahr für Leib und Leben für Benutzer und Passanten aus.

Darüber hinaus wurde die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung in den Raum gestellt. Es ist der erklärte Wunsch der Stadtwerke, uns vor Ablauf der Kündigungsfrist von einem Jahr außerhalb des Gebäudes zu wissen.

Mit einem Abriss des Vordaches und einem positiven Gutachten über die Standsicherheit unseres Gebäudeteils wären die angegebenen Kündigungsgründe beseitigt.

Die Stadtwerke sind bisher nicht bereit, die Kosten hierfür zu investieren. Diese belaufen sich auf 1-2 Jahresmieten des Hafenwerks.

Stattdessen hat uns die IHRSan drei Ausweichobjekte angeboten. Abgesehen davon, dass eine Umsiedlung einer ortsspezifischen Gemeinschaft problematisch ist, sind die angebotenen Objekte entweder aufgrund ihrer hohen Mietkosten, oder der auf zwei Jahre begrenzten Mietdauer, keine echte Alternative. Die dritte Immobilie ist bereits verkauft.

Im Zuge der Umgestaltung des Ostufers möchte die Stadt Flensburg uns erklärtermaßen den Betrieb des Hafenwerks mit seinen Veranstaltungen weiter ermöglichen. Eine geplante Sanierung des Gebäudes sieht uns als Nutzer der bisherigen Räumlichkeiten vor. Die Umsetzung von Projekten dieser Größenordnung können bekanntlich lange Vorlaufzeiten haben. Aufgrund der Unsicherheit, wann diese Maßnahmen durchgeführt werden, fürchten wir einen Auszug ins Ungewisse ohne Wiederkehr.

Aus unserer Sicht sollten in diesem Zusammenhang statt kurzfristigen, wirtschaftlichen Gesichtspunkten, auch langfristige, strukturelle und stadtplanerische Aspekte angeführt werden, besonders im Kontext der geplanten Umgestaltung des Ostufers.

  • Wenn das denkmalgeschützte Silo saniert werden soll, warum jetzt einen Leerstand herbeiführen, der den Verfall des Gebäudes beschleunigt?
  • Wenn wir an diesem Ort gewollt sind, warum dann ein aufwendiger und kostspieliger Umzug, der sich vermeiden ließe?

Deshalb:

Unterstützt uns mit eurer Unterschrift in unserem Bemühen, eine ein- vernehmliche Lösung zum Verbleib des Hafenwerks am jetzigen Standort zu finden.

Diese Petition werden wir mit den geleisteten Unterschriften Ende November dem Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg GmbH, Herrn Maik Render, und der Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg, Frau Simone Lange, überreichen.

Wir werden alles unternehmen, um uns und Flensburg diesen Platz zu erhalten und sind für jede Unterstützung dankbar.

HERZLICHEN DANK

Werkstattgemeinschaft HAFENWERK

 

Neue Fenster für Wasserturm Mürwik – eingeschränkte Öffnungszeiten

Flensburg: Bis zum 30. September ist der Mürwiker Wasserturm der Stadtwerke noch für die Öffentlichkeit geöffnet. Allerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Warum? Ein kompletter Austausch der Wasserturm-Fenster ist dringend notwendig. Die alten Fenster sind zum Teil undicht, lassen Regenwasser durch und beschlagen häufig. Außerdem ist der klare Blick durch die Fenster schon etwas getrübt.

Gerold Kraschon, Abteilungsleiter Labor/Wasserwerk bei den Stadtwerken, erklärt wann und warum der Wasserturm für den Fenstertausch kurzfristig geschlossen werden muss: „Wir können die neuen Fenster nur einbauen, wenn das Wetter dies zulässt. Das ist naturgemäß schwer planbar und wir wollen immer sofort loslegen wenn die Wetterlage gut ist, um noch vor dem Winter fertig zu werden. Es darf nicht regnen und, noch wichtiger, der Wind darf nicht zu stark wehen. Es sind relativ große und schwere Fensterelemente, die wir mit einem Kran nach oben befördern müssen. Und was passiert, wenn der Wind zu stark ist, kann sich jeder gut vorstellen.“

Auch wenn der Wasserturm noch bis 30. September für Besucher geöffnet, kann es sein, dass er kurzfristig je nach Wetterlage, geschlossen werden muss. Die Stadtwerke bitten um Verständnis und raten vor einem Besuch kurzfristig telefonisch nachzufragen, ob der Turm geöffnet hat.

Telefonnummer: 0461 487 1502

Unabhängig davon sind die „normalen“ Öffnungszeiten für den Wasserturm Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr. Montags und dienstags bleibt der Wasserturm geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Wasserturm MürwikDer Blick vom Wasserturm ist fantastisch und reicht bei gutem Wetter bis nach Dänemark. Die Schiffswerft, die Stadtwerke Flensburg, die Kirchtürme von St. Nikolai, St. Marien und St. Jürgen, die Schiffbrücke und die schöne Hügellandschaft Angelns sind dann gut zu sehen.

Zur Aussichtsplattform in 26 m Höhe gelangen Besucher über eine Treppe oder den Aufzug. Oben führt ein Rundgang um den großen Wasserspeicher, in dem 1,5 Mio. Liter Trinkwasser bester Flensburger Qualität gespeichert sind. Die Wassertürme in Mürwik und auf der Westlichen Höhe sind wichtige Bestandteile der Flensburger Wasserversorgung. Sie sorgen für einen konstanten Wasserdruck im Leitungssystem und stehen auf den beiden höchsten Punkten im Westen und Osten der Stadt 77 Meter über Normalnull. Außerdem dienen ihre Wasservorräte als Reserven für Spitzenverbräuche, wie sie an heißen Sommertagen auftreten können.

Zwei Neue im Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg

Oberste Reihe v.l.n.r.: Henning Brüggemann, Stadt Flensburg; Rolf Bombe, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Jochen Niedermeyer, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Michael Mundt, Arbeitnehmervertreter Stadtwerke Flensburg; Mitte v.l.n.r.: Gert Bendixen, bürgerliches Mitglied der CDU; Susanne Rode-Kuhlig, Ratsfrau FDP; Ulrike Kaetow, 2. Stellvertreterin, Arbeitnehmervertreterin Stadtwerke Flensburg; Ralf Suhr, bürgerliches Mitglied der WiF; Untere Reihe v.l.n.r.: Thorsten Kjärsgaard, 1. Stellvertreter, bürgerliches Mitglied des SSW; Luisa Cordroch, bürgerliches Mitglied von DIE LINKE; Ellen Kittel-Wegner, Ratsfrau Bündnis 90/Die Grünen; Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender, bürgerliches Mitglied der SPD (Anja Bauer, bürgerliches Mitglied der CDU, ist nicht auf dem Foto)

Flensburg: Die Flensburger Ratsversammlung hat in ihrer Sitzung vom 5. Juli 2018 die Besetzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke Flensburg beschlossen. Neben den 10 Mitgliedern, die weitermachen, gibt es zwei Neubesetzungen.

Der Aufsichtsrat der städtischen Tochter setzt sich aus 12 Personen zusammen. Vier stammen aus den Reihen der Stadtwerke-Arbeitnehmer, acht Mitglieder werden von den gewählten Parteien der Stadt Flensburg belegt. Und zwar grundsätzlich im gleichen Verhältnis wie die Parteien aufgrund der aktuellen Kommunalwahl Plätze in der Ratsversammlung haben.

Aus der Politik sind folgende Personen aus der Ratsversammlung benannt:

Anja Bauer, bürgerliches Mitglied der CDU

Gert Bendixen, bürgerliches Mitglied der CDU

Luisa Cordroch, bürgerliches Mitglied von DIE LINKE

Rolf Helgert, bürgerliches Mitglied der SPD

Ellen Kittel-Wegner, Ratsfrau Bündnis 90/Die Grünen

Thorsten Kjärsgaard, bürgerliches Mitglied des SSW

Susanne Rode-Kuhlig, Ratsfrau FDP

Ralf Suhr, bürgerliches Mitglied der WiF

Aufgrund des letzten Kommunalwahlergebnisses gibt es somit eine Änderung im Stadtwerke Aufsichtsrat: Von der Partei DIE LINKE wird Luisa Cordroch ab sofort dem Aufsichtsgremium des Flensburger Energieversorgers angehören. Helmut Trost von der SPD ist nicht mehr dabei.

Von Arbeitnehmerseite der Stadtwerke sind folgende vier Vertreter benannt:

Ulrike Kaetow

Rolf Bombe

Michael Mundt

Jochen Niedermeyer

Ingo Stössel, der dem Aufsichtsrat seit vielen Jahren angehörte, wird durch Jochen Niedermeyer abgelöst, der bei dem Flensburger Energieversorger in der Netzplanung arbeitet.

In seiner 1. Sitzung am 18. Juli 2018 hat der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter gewählt:

Rolf Helgert bleibt 1. Vorsitzender,

erster Stellvertreter ist Thorsten Kjärsgaard,

zweite Stellvertreterin ist Ulrike Kaetow.

Rolf Helgert dazu: „Es ist eine spannende Aufgabe, den Konzern Stadtwerke als Aufsichtsrat zu begleiten. Ich bin dankbar, die in den letzten 8 Jahren angestoßenen Veränderungen in der Unternehmenspolitik auch in den nächsten Jahren als verantwortlicher AR-Vorsitzender in einem motivierten und sehr sachkundigen Aufsichtsrat fortsetzen zu dürfen.“

Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Ich freue mich, dass wir einerseits mit den bewährten Aufsichtsratsmitgliedern eine hohe Kontinuität und Stabilität in unserem Gremium und unserer strategischen Ausrichtung haben. Andererseits können die neuen Mitglieder neue Impulse in das Unternehmen einbringen.“

Erstmalig werden hier auch die Vergütungen für die Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrates genannt:

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 11,3 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2017 – Töchter machen 1,9 Mio. Euro Verlust unter https://akopol.wordpress.com/2018/06/07/jahresabschluss-der-stadtwerke-flensburg-113-mio-euro-ueberschuss-im-geschaeftsjahr-2017/

Kostenfrei Schwimmen lernen in den Sommerferien im Freibad Weiche – Jetzt anmelden!

Aktion Ferienschwimmen

Flensburg. Das Bildungs- und Sportbüro der Stadt Flensburg bietet auch in diesen Sommerferien gemeinsam mit dem Jugendtreff Weiche ein kostenloses Ferienschwimmen an.

Dieses findet vom 9. bis 26. Juli im Freibad Weiche statt.Seepferdchen

Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse bis einschließlich 5. Klasse einer Flensburger Schule, die Schwimmen lernen möchten und die ihren Wohnsitz in Flensburg haben.
Die Anmeldungen liegen in den Schulen bereit.

Die Stadt bittet, diese an den Förder- und Trägerverein

Jugendtreff Weiche e.V., Jägerweg 2 in 24941 Flensburg

zu senden.

Anmeldeschluss ist der 4. Juli 2018

 

 

 

 

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 11,3 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2017

Töchter machen 1,9 Mio. Euro Verlust

Erstmalig werden auch die Vergütungen für die Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrates genannt

Flensburg: Im letzten Jahr haben die Stadtwerke ihren Umsatz um 7,4% gesteigert. Mit 416,3 Millionen Euro lag er im reinen Energie-und Wassergeschäft erstmals über der 400 Mio. Euro Marke. In der Unternehmensgruppe waren es 428,6 Mio. Euro. Das operative Ergebnis der GmbH liegt mit 23,6 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt 11,3 Millionen Euro. Drei Millionen Euro gehen als Gewinnabführung an den 100%igen Anteilseigner, die Stadt Flensburg. Weitere rund 8,4 Mio. Euro erhält die Stadt aus Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer.

Neben dem schwierigen Marktumfeld mit hohem Preis- und Wettbewerbsdruck werden auch die Rahmenbedingungen des Energiemarktes immer komplexer. Mit Energiewende, Digitalisierung und Sektorenkopplung müssen Energieversorger sich in den unterschiedlichsten Themenfeldern behaupten und das unter ständiger Unsicherheit aufgrund der nicht mehr vorhersehbaren und kaum planbaren Rahmenbedingungen. Die Stadtwerke Flensburg haben das in den letzten Jahren gut gemeistert und sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Jahresüberschuss nach Steuern den positiven Trend der letzten Jahre fortgeschrieben.

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist darum auch sehr zufrieden: „Wir haben im operativen Ergebnis im vierten Jahr in Folge die 23 Millionen-Euro-Marke überschritten. Mit dem Jahresüberschuss nach Steuern von 11,3 Millionen setzen wir den positiven Trend der letzten Jahre fort. Und das nicht nur in unserem Kerngeschäft mit Energie und Wasser. Im Jahr 2017 haben wir begonnen, unseren Heimatstandort Flensburg mit den Nachbargemeinden Glücksburg und Harrislee komplett mit schnellen Glasfaserkabeln auszustatten. Wir investieren in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro in die digitale Zukunft unserer Region und sind die einzige größere Stadt in Schleswig-Holstein, in der der Glasfaserausbau flächendeckend betrieben wird. Jeder, der einen Glasfaseranschluss will, bekommt diesen auch von uns. Stadtteil für Stadtteil. Auch überregional tut sich etwas. Mit unseren bundesweiten Erdgasprodukten für Privatkunden und Unternehmen sind wir in 2017 richtig durchgestartet. Bis Ende des Jahres konnten wir rund 15.000 Kunden für uns gewinnen.“

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender des Flensburger Energieversorgers, ergänzt: „Die Stadtwerke Flensburg als kommunales Unternehmen garantieren die Versorgungssicherheit, sichern Arbeitsplätze, unterstützen die heimische Wirtschaft und liefern wichtige Einnahmen für den städt. Haushalt bei immer noch sehr günstigen Energiepreisen. Die nachhaltige strategische Ausrichtung mit einer Prioritätensetzung in der operativen Ausrichtung der verschiedenen Ziele und die gemeinsame Konsolidierungsarbeit werden auch im Jahr 2017 belohnt.

Für den Aufsichtsrat ist wichtig, dass mit weiter reduziertem Einsatz von Kohle die Unternehmenszusagen für unsere Klimaziele zur CO2 Reduzierung eingehalten werden. Die Stadt und Umlandgemeinden unseres Versorgungsgebietes mit Glasfaseranbindungen und attraktiven Telekommunikations-Diensten der Stadtwerke zu versorgen ist eine große unternehmerische und finanzielle Herausforderung. Es ist erfreulich und beruhigend, dass der großartige Zuspruch unserer Kunden auch hier die getroffenen Entscheidungen unterstützt.

Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensführung und  den Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit zum Wohle unserer Kunden.“

Im Einzelnen stellt sich das Geschäftsjahr 2017 wie folgt dar:

Strom – stabil

Im letzten Jahr bewegte sich der Stromabsatz an Endkunden mit 1.530 Gigawattstunden (GWh) etwa auf dem Vorjahresniveau (1.551 GWh). Der leichte Rückgang von 1,4% ist einem geringen Rückgang bei der Kundenzahl und einem allgemeinen Stromverbrauchsrückgang geschuldet. So ging der bundesweite Stromverbrauch in 2017 insgesamt um 0,8% zurück. Nach wie vor ist das Stromgeschäft die tragende Säule der Stadtwerke Flensburg. Es macht fast 80% des Gesamtumsatzes aus.

Erdgas – Angebot

Seit Ende 2016 bieten die Stadtwerke bundesweit neben Strom auch Erdgas an. Mit Erfolg: Bis Ende 2017 haben bereits 15.000 Haushalte zu dem Energieversorger aus Flensburg gewechselt und sich damit für ein konzernfreies Erdgas-Angebot entschieden.

Glasfaser

Die Stadtwerke werden Flensburg, Glücksburg und Harrislee in den nächsten Jahren komplett mit schneller Glasfaser versorgen. Die Umsetzung erfolgt Stadtteil für Stadtteil. Im Aktionszeitraum erhält jeder Kunde seinen Glasfaseranschluss kostenlos. In den ersten vier Stadtteilen hat dies mit 2.500 Anschlüssen hervorragend funktioniert und die Anschlussquoten haben die Erwartungen des Flensburger Energie- und Telekommunikationsanbieters übertroffen.

Fernwärme – immer öfter warme Winter Mit 976 GWh in 2017 pendelt sich der Fernwärmeabsatz über die Jahre betrachtet auf einen Wert von knapp unter 1.000 GWh ein. Nahezu alle Flensburger Haushalte und Unternehmen werden mit Fernwärme versorgt. Die 674 km Fernwärmeleitung reichen bis ins
10 km entfernte Glücksburg oder in die dänische Grenzgemeinde Padborg.

Die Stadtwerke versorgen die Stadt Flensburg schon seit 1969 mit umweltschonender Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung. Damit haben sie die Sektorenkopplung, die jetzt im Rahmen der Energiewende von allen Seiten gefordert wird, schon lange vor dieser Forderung umgesetzt. Sektorenkopplung ist die gekoppelte oder gemeinsame Betrachtung der Sektoren der Energie wie Strom, Wärme, E-Mobilität, Industrie und Kälte.

Trinkwasser – wie im Vorjahr

Mit 4,8 Mio. m³ haben die Stadtwerke bis auf die erste Stelle hinter dem Komma exakt so viel Trinkwasser wie im Vorjahr an ihre Flensburger Kunden geliefert.

Für die Umwelt

Im Jahr 2016 nahmen die Stadtwerke ihre 128 Millionen Euro teure Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) „Kessel 12“ in Betrieb und ersetzten damit zwei alte Kohlekessel. Die neue GuD-Anlage erzeugt 40% weniger CO2-Emissionen bei gleicher Energiemenge als bei der Verbrennung von Kohle. Im Sommer 2017 war es dann soweit: Die Stadtwerke konnten erstmals überhaupt in der Fernwärmeversorgung komplett auf Kohle verzichten. Von Ende Juni bis September lief in Flensburgs Kraftwerk ausschließlich die GuD-Anlage mit Erdgas.

Als weitere Brennstoffe setzten die Stadtwerke
16.883 t Ersatzbrennstoffe mit ca. 45 Prozent biogenen Anteilen sowie 7.712 t Holzhackschnitzel (biogene Anteile 100 Prozent) und 1.819 t Altholz (biogene Anteile 99,6 Prozent) ein. Dadurch wurden rd. 16.105 t Kohle verdrängt und 23.233 t CO2 vermieden.

Insgesamt zeigen die Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen Wirkung: Bezogen auf jede einzelne erzeugte GWh gingen die CO2-Emissionen im Gesamtjahr 2017 im Vergleich zum Jahr 2010 um 20% zurück.

Töchter und Beteiligungen

Hier übernehmen die Stadtwerke die Rolle der kommunalen Daseinsvorsorge und tragen die Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bäderbetrieb.

Das professionell und zukunftsorientiert geführte Unternehmen Aktivbus ist auch im Jahr 2017 mit einem Wirtschaftsergebnis von unter einhunderttausend Euro Verlustausgleich vorbildlich.

In Summe übernehmen die Stadtwerke rund 1,9 Millionen Euro Verluste der Töchter, die notwendig sind, damit das öffentliche Leben und der Verkehr in der Stadt funktionieren.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl entsprach mit 639 fast genau dem Vorjahr, ebenso die Zahl der 59 Auszubildenden.

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2017:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 55

Zu den obenstehenden Zahlen auch die G & V der Stadtwerke Flensburg im SWF-Geschäftsbericht 2017

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 46

Jahresergebnis 2017 Töchter Stadtwerke Flensburg (nur unmittelbare Beteiligungen)

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 53

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Jahr 2017

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 44

SWF-Geschäftsbericht 2017 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2017 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2017.pdf

 

 

 

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