Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Artikel zum Thema Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung und Unternehmen. Strukturdaten, Zahlen und Fakten zur regionalen Wirtschaft, Wirtschaftsentwicklung und -struktur

Stadtwerke Flensburg: Glasfaser für alle – ab Januar im Süden von Mürwik

Online-Infoveranstaltung am 31. Januar

Der flächendeckende Glasfaserausbau der Region geht weiter, damit bald jeder seinen Glasfaseranschluss hat. Ab 31. Januar 2022 ist dieser für die Mürwiker buchbar. Schnelle Entscheider sparen bis zum 13. März die Anschlussgebühr von rund 1.000 Euro.

So sieht´s drinnen aus

Passend zur aktuellen Lage findet die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Flensburg für den Süden von Mürwik und Engelsby Dorf online statt: Am Montag dem 31. Januar ab 19:30 Uhr. Natürlich interaktiv, d.h. jeder kann bequem von Zuhause oder unterwegs Fragen stellen und erhält umgehend seine Antwort.

Wie´s geht? Einfach den YouTube-Kanal der Stadtwerke www.youtube.com/StadtwerkeFlensburg aufrufen. Besondere Soft- oder Hardware ist nicht notwendig.

Während der sechswöchigen Aktionsphase bis zum 13. März bieten die Stadtwerke weitere Beratungstermine per Telefon oder Video an. Buchbar über den Verfügbarkeits-Check auf der Stadtwerke-Glasfaser-Website http://www.swfl-glasfaser.de oder per E-Mail an service@swfl-glasfaser.de.

Ganz ohne Termin geht´s auch. Unter 487-44-77 berät die Telefon-Hotline montags bis freitags von 8:00 – 20:00 Uhr. Im Kundencenter in der Nikolaistraße sind die Stadtwerke montags bis freitags von 9:00 – 16:00 Uhr für alle Interessenten da. Aus Rücksicht auf Besuchende und Mitarbeitende hat dort immer nur eine Person Zutritt. So kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke betont die Vorteile der Glasfaser: „Bei Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Datentransports ist die Glasfaser bis ins eigene Heim Spitzenreiter. Sie ist heute schon unverzichtbar für das Berufs- und Privatleben, Tendenz steigend. Das funktioniert am besten, wenn jede Wohnung und jedes Haus einen eigenen Glasfaseranschluss hat wie wir ihn anbieten.“

Schleswig-Holsteinischer Landtag diskutiert steigende Energiepreise

Energiewendeminister Albrecht zur Landtagdebatte: „Die Preise sind eine enorme Belastung für Menschen und Wirtschaft in unserem Land. Die aktuelle Situation an den Energiemärkten ist das Ergebnis einer zu langsamen und zu wenig konsequenten Energiewende.“

KIEL, 27.01.2022. Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht hat im schleswig-holsteinischen Landtag angesichts steigender Energiepreise für eine schnellere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern geworben. Hierin liege die Hauptursache für den enormen Preisanstieg. Im Jahr 2021 sei die Nachfrage nach Kohle und Erdgas weltweit stark gestiegen. Hinzu komme die kurzfristige Abschaltung französischer Atomkraftwerke sowie geopolitische Spannungen in Osteuropa. „Die aktuelle Situation an den Energiemärkten ist nicht das Ergebnis der Energiewende. Sie ist das Ergebnis einer zu langsamen und zu wenig konsequenten Energiewende“, so Albrecht. „Die CO2-Bepreisung hat nur einen kleinen Anteil an der so deutlichen Erhöhung der Strom- und Gaspreise. Wir müssen den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv vorantreiben.

Albrecht warb zudem für eine soziale Abfederung der Energiepreise, insbesondere für Geringverdienende und forderte den Bund auf, die Regelsätze unverzüglich anzupassen.

„Ich begrüße auch ausdrücklich, dass auf Bundesebene überlegt wird, geplante finanzielle Entlastungen im Energiebereich vorzuziehen. Dazu gehört die zügige Abschaffung der EEG-Umlage sowie einen Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfängerinnen und Wohngeldempfänger.“

Kein Verständnis zeigte Albrecht gegenüber Energieversorgungsunternehmen, die mit sehr hohen Preisen für Neukunden in der aktuellen Situation reagieren. Mehrere Stromanbieter hatten zuletzt wegen stark gestiegener Preise die Lieferungen an ihre Kunden mit Sonderverträgen eingestellt. Damit fielen diese automatisch in die Grundversorgung. Grundversorger stehen dann vor der Herausforderung, kurzfristig in einem sehr teuren Umfeld für diese Kunden Strom zu beschaffen.

Albrecht kündigte an, dass die Kartellbehörde für Energie Schleswig-Holstein jede auffällige Tarifgestaltung in der Grund- und Ersatzversorgung auf missbräuchliches Verhalten prüfen werde.

Viele Fertigprodukte und Gewürze mit Ethylenoxid belastet – erhöhtes Krebsrisiko bei Verzehr

Tipps und Hinweise der Verbraucherzentrale

Fast täglich rufen Hersteller Lebensmittel zurück, weil diese mit dem krebserregenden und erbgutverändernden Schadstoff Ethylenoxid belastet sind. Betroffen sind verschiedene Produkte wie Müsliriegel, Fertiggerichte oder Joghurt. Wie viele Produkte belastet sind und wie groß das Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ist, bleibt unklar.

Die Lebensmittelwarnungen betreffen meist Produkte mit Sesam, Guarkern- und Johannisbrotkernmehl oder Gewürzen wie Zimt. Diese Zutaten sind in diversen Lebensmitteln enthalten. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin- oder Mineralstofftabletten sind häufig betroffen. Verbraucher finden die aktuellen Warnungen auf der Internetseite lebensmittelwarnung.de, im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF) und zum Teil auf Aushängen in Lebensmittelgeschäften. Laut Berichten von Öko-Test wurden Rückstände von Ethylenoxid auch in bio-zertifizierten Produkten nachgewiesen.

Nachbesserungsbedarf bei Veröffentlichung von Lebensmittelwarnungen
Verbraucher können von einem Rückruf oder einer öffentlichen Warnung betroffene Lebensmittel in den Verkaufsstellen zurückgeben oder entsorgen. Wer das Risiko verringern will, verzichtet am besten auf verarbeitete Fertigprodukte und meidet Lebensmittel mit den Zusatzstoffen Johannisbrotkernmehl (E410) und Guarkernmehl (E412). Die Verbraucherzentrale sieht bei der Veröffentlichung von Lebensmittelwarnungen Nachbesserungsbedarf. „Lebensmittelwarnungen müssen die Verbraucher schneller und besser erreichen. Veröffentlichungen auf Internetseiten oder Aushänge genügen nicht“, so Selvihan Benda, Referatsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Ethylenoxid ist in der EU verboten
Ethylenoxid ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas. Aufgrund seiner krebserregenden und erbgutverändernden Eigenschaften ist es als Begasungsmittel in der Lebensmittelerzeugung seit 1991 in der Europäischen Union (EU) verboten. In Indien, den USA und Kanada wird Ethylenoxid als Begasungsmittel eingesetzt, um Schimmelpilze und Bakterien in hitzeempfindlichen Lebensmitteln zu entfernen. Für diesen Schadstoff ist keine tägliche Aufnahmemenge ohne gesundheitlichen Risiken festgelegt. Deshalb sollten potenziell belastete Lebensmittel nicht verzehrt werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gelten jegliche Rückstände des Stoffes in Lebensmitteln als unerwünscht. Grundsätzlich sind Lebensmittel, in denen zu hohe Ethylenoxidgehalte nachgewiesen werden, nicht verkehrsfähig und müssen vom Markt genommen werden. Sie dürfen in der EU nur dann verkauft werden, wenn Ethylenoxid nicht nachgewiesen werden kann (unter 0,05 mg pro Kilogramm Lebensmittel).

Weitere Informationen bietet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein auf ihrer Internetseite, aktuelle Warnungen sind in den Social Media-Kanälen Twitter, Facebook und Mastodon zu finden.

Beschlüsse der Flensburger Ratsversammlung vom 27.01.2022

Kommunalpolitik in Flensburg

Flensburg. Die Ratsversammlung der Stadt Flensburg hat in ihrer 33. Sitzung am 27. Januar zu den folgenden ausgewählten Tagesordnungspunkten die nachstehenden Beschlüsse gefasst:

11. Kernhaushalt 2022 – RV-173/2021 und dazu die 1. und 2. Ergänzung
Die Ratsversammlung beschließt den 1. und den 2. Nachtragshaushalt 2022. Wegen Kürzungen der Investitionsmittel, höherer Zuwendungen bei den Schlüsselzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs und aufgrund einer positiven Gewerbesteuerentwicklung wurden ergänzende Beschlüsse notwendig.
Angenommen bei 32 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 5 Enthaltungen.

12. Teilnahme am Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ – RV-2/2022
Die Ratsversammlung entscheidet über einem Antrag der Stadtverwaltung zur Teilnahme der Stadt „Zukünftigen Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI)
Einstimmig angenommen.

13. Bebauungsplan „Hauptfeuerwehrwache“ (Nr.298) Erneuter Aufstellungsbeschluss – RV-140/2021
Bei 1 Enthaltung einstimmig angenommen.

14. Berufung der Mitglieder des Beirates für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Flensburg für die Amtszeit 2021 bis 2025 – RV-180/2021
Die Ratsversammlung nimmt die Berufung der neuen Mitglieder für den Beirat zur Kenntnis.

15. Reduzierung der Elternbeiträge für Kitas und Kindertagespflege aufgrund der Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes (KitaG) – RV-169/2021
Die Änderung des KITA-Gesetzes zieht eine Beitragsänderung nach sich, die die Ratsver-
sammlung beschließt.
Einstimmig angenommen.

16. Bestellung von städtischen Vertretungen im Aufsichtsrat Tourismus Agentur Flensburger Förde GmbH (TAFF) – RV-4/2022
Die Ratsversammlung beschließt, wer die Stadt im Aufsichtsrat der TAFF vertritt.
Bei 2 Enthaltungen einstimmig angenommen

17. Wahl des Gemeindewahlausschusses für die Wahl einer Oberbürgermeisterin/eines Oberbürgermeisters im Jahr 2022 – RV-11/2022
Die Ratsversammlung wählt den Wahlausschuss für die kommende Oberbürgermeisterin/ Oberbürgermeister-Wahl
Einstimmig angenommen.

18. Beratung und Beschlussfassung über die Gründung und Beteiligung an der zukünftigen Digitalagentur Smarte Grenzregion GmbH – RV-7/2022
Die Ratsversammlung beschließt über die Gründung der Agentur und die Bereitstellung der nötigen Mittel.
Bei 5 Enthaltungen einstimmig angenommen.

Alle Unterlagen und die Beschlussvorlagen zur 33. Sitzung der Ratsversammlung gibt es hier

VdK-Präsidentin: „Bundessozialgerichts-Urteil benachteiligt Krankenversicherte mit wenig Geld“

  • Sozialverband legt Verfassungsbeschwerde gegen geänderte Rechtsprechung zur „Genehmigungsfiktion“ ein

  • Krankenkassen können seit Mai 2020 Anträge für medizinische Leistungen leichter verzögern

Der Sozialverband VdK hat am 20.01.2022 Verfassungsbeschwerde gegen eine geänderte Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) eingelegt, die den Druck von Krankenkassen nimmt, innerhalb einer bestimmten Frist notwendige medizinische Leistungen zu genehmigen.

„Seit der neuen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts können sich nur noch wohlhabende Versicherte ein Vorstrecken der oft sehr hohen Kosten etwa für Hilfsmittel wie Rollstühle leisten. Menschen mit kleinen Einkommen müssen auf solche Hilfsmittel, aber auch auf dringend benötigte Therapien oder Operationen verzichten. Das verstößt gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, was wir für verfassungswidrig halten“, kritisierte Verena Bentele ein BSG-Grundsatzurteil vom 26. Mai 2020, das die sogenannte Genehmigungsfiktion abgeschafft hatte.

Diese sah vor, dass eine vom Krankenversicherten beantragte Leistung automatisch als genehmigt galt, wenn die Krankenkasse nach Ablauf einer dreiwöchigen Frist – bei einer erforderlichen gutachterlichen Stellungnahme nach fünf Wochen – nicht über den Antrag entschieden hatte. Die Genehmigungsfiktion sollte langsame Verwaltungsverfahren beschleunigen. Nach Ablauf der Frist konnten Versicherte sich die Leistung selbst beschaffen und die Kosten von der Krankenkasse erstatten lassen oder als Sachleistung von der Krankenkasse beanspruchen. Ein Antrag auf Sachleistung kann nun auch nach Ablauf der drei- beziehungsweise fünfwöchigen Frist von der Krankenkasse abgelehnt werden.

„Das benachteiligt alle Menschen, die nicht genug Geld haben, über einen ungewissen Zeitraum eine große Summe vorzustrecken, ohne zu wissen, ob sie es überhaupt erstattet bekommen. Studien zeigen sehr deutlich, dass der Gesundheitszustand von Menschen mit wenig Geld schlechter ist. Mit dieser Entscheidung des BSG werden daher wissentlich die Unterschiede zwischen Arm und Reich zementiert, die soziale Spaltung im Land vertieft sich weiter“, sagte Bentele. Ziel der Verfassungsbeschwerde sei, die Genehmigungsfiktion wieder voll herzustellen.

Über den Sozialverband VdK

Der Sozialverband VdK setzt sich mit seinen mehr als 2 Millionen Mitgliedern für soziale Gerechtigkeit ein. VdK-Mitglieder profitieren von der kompetenten Beratung im Sozialrecht. Als größter Sozialverband Deutschlands vertritt der VdK wirksam die sozialpolitischen Interessen aller Bürgerinnen und Bürger: unabhängig – solidarisch – stark. Mehr unter www.vdk.de.

VdK-Präsidentin: „Vergleiche der Gegenwart in Deutschland mit NS-Gräueltaten sind Volksverhetzung“

  • Sozialverband VdK appelliert anlässlich des heutigen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus an jeden einzelnen, sich für Demokratie einzusetzen

  • „Wir dürfen Menschenfeindlichkeit niemals akzeptieren“, sagt Verena Bentele

KZ Auschwitz, Ankunft ungarischer Juden, 1944. Foto: Wikimedia Commons / Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0.

Berlin, 27.1.2022. Am 27. Januar wird deutschlandweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, den Millionen von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Kriegsgefangenen, Andersdenkenden und Menschen mit Behinderungen, die dem Rassenwahn und dem Vernichtungswillen zum Opfer fielen. An jenem Tag vor 77 Jahren befreiten die Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.

Anlässlich dieses Gedenktages sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Wer Menschen aufgrund ihrer Behinderung, Herkunft, Religion, ihrer Ansichten oder ihres Geschlechts verbal oder körperlich angreift, sie ablehnt oder abwertet, überschreitet rote Linien. Das gilt heute genauso wie gestern. Vorurteile, Verblendung und Hass waren die Grundlage für Verfolgung und beispiellose Gräueltaten.

Die Lehre aus dieser Vergangenheit muss sein, dass wir Menschenfeindlichkeit, egal, ob politisch, religiös oder ideologisch motiviert, niemals akzeptieren und legitimieren. Sie muss aber auch sein, dass wir jeden Versuch aufs Schärfste zurückweisen, diese Gräueltaten der Vergangenheit durch Vergleiche mit der Gegenwart in Deutschland zu verharmlosen, wir müssen sie als das bezeichnen, was sie sind: Volksverhetzung. Die Demokratie gilt es zu schützen.

Jede und jeder einzelne ist gefordert, sich dafür einzusetzen. Der Sozialverband VdK fühlt sich dieser Lehre aus unserer Vergangenheit verpflichtet.“

Über den Sozialverband VdK

Der Sozialverband VdK setzt sich mit seinen mehr als 2 Millionen Mitgliedern für soziale Gerechtigkeit ein. VdK-Mitglieder profitieren von der kompetenten Beratung im Sozialrecht. Als größter Sozialverband Deutschlands vertritt der VdK wirksam die sozialpolitischen Interessen aller Bürgerinnen und Bürger: unabhängig – solidarisch – stark. Mehr unter www.vdk.de.

„Tolle Erfahrung“: Student der Hochschule Flensburg wird für seine Bachelorarbeit ausgezeichnet

Justus Börms hat sich mit dem Entstehungsprozess von Aerogelen beschäftigt – und wurde dafür ausgezeichnet. Foto: Hochschule Flensburg

In seiner Abschlussarbeit beschäftigt sich Maschenbaustudent Justus Börms mit einer Anlage zur Herstellung von Aerogelen – und wird dafür von der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung ausgezeichnet.

Zugegeben: Der Titel kommt recht sperrig daher. Das gibt auch Justus Börms zu, wenn er sagt, womit er sich in seiner Bachelor-Arbeit beschäftigt hat. Nämlich mit der „Auslegung und Planung einer Anlage für den Lösungsmittelaustausch bei der Herstellung von Aerogelen“. Der Jury der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung allerdings ist sofort klar, worum es geht – und zeichnet den Maschinenbaustudenten der Hochschule Flensburg mit dem zweiten Platz des Petersen-Preises der Technik aus.

Was genau Aerogele sind, war Justus Börms anfangs auch nicht ganz klar. „Es ist noch ein Nischenthema“, sagt er. Aber die Firma, bei der er als Werksstudent tätig war, beschäftigt sich mit der Herstellung dieser hochporösen Festkörper, die oft zur Wärmeisolation eingesetzt werden. Das Unternehmen ARCTOS Industriekälte AG schlug dem Studierenden vor, in seiner Abschlussarbeit Größe und Ausmaße einer Anlage auszulegen, die den Austausch von Wasser mit einem anderen Lösungsmittel – der bei der Produktion von Aerogelen unter enormen Druck eine zentrale Rolle spielt – effizient gestaltet. Die Berechnung und Simulation der Prozesse war dem Studenten des Maschinenbaus, zumal mit der Vertiefung Verfahrenstechnik, schon vertrauter. „Es war am Ende des Studiums eine tolle Erfahrung. Ich konnte nochmal so viel dazu lernen“, sagt Börms.

So habe seine Ansprechpartnerin im Unternehmen fachlich und auch mit Kontakten in die Forschungsszene unterstützt. Bei seinem betreuenden Professor konnte er sich immer wieder Feedback zum Fortgang seiner Arbeit holen. Prof. Dr. Thies Langmaack war es auch, der die Bachelor-Thesis bei der Dr. Werner-Petersen-Stiftung einreichte.

Die wissenschaftliche Arbeit bringt ihn auch in Zukunft voran, ist sich Börms sicher. Eine Simulation zu schreiben, sei universell anwendbar und wichtige Grundlage im Ingenieursbereich. Und so wendet sich Justus Börms in seinem Masterstudium einer anderen ingenieurswissenschaftlichen Fachrichtung zu: Er beschäftigt sich mit nachhaltigen Energiesystemen. „Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern.“

Hochschule Flensburg: Letzte Chance auf einen Studienplatz

Noch freie Plätze: Unter anderem gibt es in den maritimen Studiengängen noch Studienplätze. Foto: Hochschule Flensburg/Dewanger

Gute Nachrichten für alle, die den Bewerbungsschluss verpasst haben: Für das Sommersemester gibt es in einigen Studiengängen noch freie Plätze. 

Wer den ersten Bewerbungsschluss Mitte Januar verpasst oder sich erst danach für ein Studium entschlossen hat, bekommt an der Hochschule Flensburg jetzt noch einmal die Möglichkeit, sich für einen der begehrten Studienplätze zu bewerben.

Wie der Studierendenservice mitteilt, gibt es noch freie Plätze in folgenden Bachelorstudiengängen: Energiewissenschaften mit den Schwerpunkten Elektrische Energiesystemtechnik, Energie- und Umweltmanagement oder Regenerative Energietechnik, Seeverkehr, Nautik und Logistik sowie Schiffstechnik.

Aber auch für Studieninteressierte, die bereits ihren Bachelor in der Tasche haben, gibt es noch Möglichkeiten auf einen Masterstudienplatz in folgenden Masterstudiengängen:

Applied Bio and Food Sciences, Internationale Fachkommunikation und Systemtechnik.

Das Studienangebot zum Studienstart im Frühjahr ist regelmäßig kleiner als zum Wintersemester, da sich die Hochschulen auf die regulären Schulabgänger*innen im Sommer ausgerichtet haben, die dann gleich im Herbst ins Studium starten wollen, wie Sylvia Rußbüldt, Leiterin des Studierendenservice, erklärt.

Studieninteressierte können sich gern an die Zentrale Studienberatung (studienberatung@hs-flensburg.de) wenden, informieren sich über die Homepage www.hs-flensburg.de oder nehmen Kontakt mit der Bewerbungshotline auf. Telefon: 0461 805 – 1807.

Hartz IV Aufstocker in Flensburg: Die Linke fordert existenzsichernden Mindestlohn

Tjark Naujoks, Flensburger LINKE-Kandidat für die Lantagswahl am 8. Mai (Mitte) und die beiden Kreisvorsitzenden Katrine Hoop und Luca Grimminger

Tjark Naujoks, Flensburger LINKE-Kandidat für die Lantagswahl: „Die Verantwortung liegt in der Hand von Politik und den Arbeitgeber*innen“.

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit über Menschen mit Bezug von Hartz-IV-Leistungen trotz sozialversicherungspflichtiger Arbeit in Flensburg muss für Politik und Arbeitgeber ein Alarmsignal sein. „Es kann nicht sein, dass in Flensburg rund 1710 Menschen von ihrem Gehalt  nicht leben können! Wir müssen uns die Frage stellen: Was macht es mit den Menschen, wenn Sie trotz körperlichen und psychischen Belastungen im Beruf am Ende des Monats nicht genügend Geld haben um sich das Essen für sich und für ihre Familie nicht leisten können?“ so Tjark Naujoks.

Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung des Mindestlohns ist dabei nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Arbeitgeberverband spiele dabei eine unwürdige Rolle gegen Aufstocker*innen, denn er wollen eine Klage gegen den Mindestlohn einreichen. „Da darf man sich die Frage stellen, wo der designierte OB-Kandidat Fabian Geyer als Vertreter des Arbeitgeberverbands seine Verantwortung in der Stadt sieht? Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Geyer nur einen Gedanken an die sozial Schwachen in unserer Stadt denkt.“ unterstreicht Naujoks.

Hier sei insbesondere Politik und Gesellschaft gefragt: „Es muss wieder mehr politischer Druck auf Arbeitgeberverbände ausgeübt werden,“ so Naujoks. DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von mindestens 13 Euro die Stunde und die Abschaffung von Ausnahmen beim Mindestlohn. Die Überprüfung zur Einhaltung des Mindestlohns müsse verstärkt durch den Zoll stattfinden.
Es müssten insbesondere im Handwerk, in der Gastronomie und in den sozialen Berufen mehr Tarifverträge abgeschlossen werden, die dann wiederum durch das Bundesministerium für Arbeit als Allgemeingültig anerkannt werden. Tjark Naujoks abschließend: „Am Ende helfen nur Löhne, von denen jede*r Leben kann! Das muss auch Ziel von Politik und Arbeitgeberseite sein. Der andere Effekt wäre, dass durch einen höheren Mindestlohn auch die Altersarmut bekämpft wird.“

Online-Veranstaltung: „System Change“ statt „Climate change“! mit Dr. Tina Sanders am 31. Januar

Jetzt anmelden!

Die Erde brennt, taut, trocknet aus und wird überflutet. Auf allen Erdteilen sind die Folgen des menschengemachten Klimawandels zu sehen. In der Antarktis droht gerade ein Gletscher in den Ozean abzubrechen; die Folge wird ein Anstieg des Meeresspiegels von mehr als 65 cm sein. In vielen Teilen der Welt nehmen Wald- und Moorbrände zu, Überschwemmungen nach Starkregenereignissen stehen auf der Tagesordnung. Die Lebensgrundlage der Menschen im globalen Süden ist akut bedroht, und folgen des Klimawandels sind jetzt schon ein Hauptgrund für Krieg und Flucht.

Verursacher des Klimawandels ist der immense Ausstoß an Treibhausgasen vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern wir Kohle, Öl und Gas. Hauptverursacher dieser Emissionen sind die Energiekonzerne und die Länder der westlichen Welt.  Und sie wissen es ganz genau. Es ist Ihnen klar, dass sie ihre Energieversorgung und Wirtschaften „nachhaltiger“ und „grüner“ gestalten müssen, um langfristig das Überleben der Menschheit zu sichern. Die Profite der eigenen Konzerne sollen dabei nicht angetastet werden. Soll doch die Konkurrenz dafür zahlen, zum Beispiel die Chinesen. Oder besser noch die arbeitenden Menschen, die eh schon ihren Profit erwirtschaften.

Aktuell steigen Preise für Energie und Lebensmittel rapide an, als Grund werden die brüchigen Lieferketten genannt, die durch die Pandemie entstanden sind. Das kommt den Konzernen zu Gute und spült noch mehr Geld in die Taschen von wenigen Superreichen.  Die Regierungen und die Zentralbanken leiten keine Maßnahmen gegen die Inflation ein, denn das würde die Profite schmälern. Ob Menschen am Ende des Monats entscheiden müssen, ob die frieren oder hungern, ist ihnen egal.

Was bleibt uns zu tun?

  • Die Profiteure des Energiemarktes los werden. Enteignung der Energiekonzerne
  • Konzepte entwickeln, wie wir die Emissionen radikal runterfahren können

Mittel dabei sind Solidarität und Internationale Zusammenarbeit! Eben ein internationaler system change!

Online-Veranstaltung der DKP-Schleswig-Holstein mit Dr. Tina Sanders (Umwelt-Mikrobiologin aus Hamburg)

am Montag, den 31. Januar 2022 um 18:30 Uhr

Bitte anmelden (für den Zugangslink) unter schleswig-holstein@dkp.de

Optisch perfektes Obst und Gemüse belastet Umwelt und Klima

Verbraucherzentralen und Umweltbundesamt fordern den Handel auf, standardmäßig Obst und Gemüse in jeder Größe und Optik anzubieten.

Strenge Vorgaben des Handels an das Aussehen und die Größe von Obst und Gemüse belasten die Umwelt, denn häufig müssen dafür zusätzlich Pflanzenschutz- und Düngemittel eingesetzt werden. Außerdem entstehen unnötige Lebensmittelverluste. Zwei aktuelle Veröffentlichungen beschäftigen sich mit diesem Thema. Die Verbraucherzentralen bemängeln eine zu strikte Handhabung des Handels; das Umweltbundesamt (UBA) schlägt Lösungen für umwelt- und klimafreundlichere Vorgaben vor.
Verbraucherzentralen und UBA fordern den Handel auf, standardmäßig Obst und Gemüse in jeder Größe und Optik anzubieten.

Selbstgesetzte Vorgaben des Handels für Obst und Gemüse belasten die Umwelt und das Klima. So kommen Äpfel oft nur mit makelloser Schale in den Handel, Möhren und Kohlrabi liegen häufig mit Blattgrün im Geschäft, obwohl diese das Gemüse schneller welken lassen. Damit Obst und Gemüse frisch und makellos aussieht, werden oft zusätzliche Pflanzenschutz- und Düngemittel eingesetzt. Was den Handelsvorgaben nicht entspricht, wird den Erzeugern in der Regel nicht abgenommen. Im besten Fall wird es zu Saft weiterverarbeitet oder verfüttert, häufig auch untergepflügt oder entsorgt.

Weniger Vorgaben bedeuten bessere Haltbarkeit
Verzichtet der Handel auf diese Vorgaben, profitieren neben der Umwelt auch Verbraucher und Erzeuger. Ohne Blattgrün bleibt Gemüse länger frisch, weil über die Blätter kein Wasser mehr verdunstet. Wird unterschiedlich großes Obst und Gemüse angeboten, können Verbraucher nach Bedarf auswählen und Lebensmittelabfälle im Haushalt verringern. Erzeuger können ihren Einsatz an Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren und einen größeren Anteil ihrer Produkte an den Handel verkaufen. Dies zeigt das UBA in seiner Veröffentlichung „Mehr Natürlichkeit im Obst- und Gemüseregal – gut für Umwelt und Klima“, in der es zusammen mit Experten Lösungsvorschläge entwickelt hat. UBA-Präsident Dirk Messner: „Die gesetzlichen Vorgaben reichen aus für hochwertige Lebensmittel. Der Handel muss hier nicht noch unnötig nachlegen. Damit die Umwelt beim Obst- und Gemüseanbau weniger belastet wird, müssen alle aktiv werden – auch der Handel.“

Bei Stückpreisen bleibt der kleinere Blumenkohl liegen 
Dies unterstützen die Verbraucherzentralen. „Es gibt große Spielräume, Obst und Gemüse so anzubieten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten können. Der Handel sollte diese nutzen“, sagt Selvihan Benda, Ökotrophologin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. In einem bundesweiten Marktcheck haben die Verbraucherzentralen ausgewähltes Obst und Gemüse in 25 Supermärkten, Biohandelsmärkten und Discountern untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Ein Viertel der Äpfel und 18 Prozent der Möhren wurden in Klasse II, also mit Makeln und in verschiedener Größe, angeboten. In Discountern war dieses Angebot im Vergleich zu Supermärkten und Biomärkten geringer. Kohlrabi, Blumenkohl, Eisbergsalat und Brokkoli wurden fast ausschließlich zum Stückpreis statt nach Gewicht angeboten. So fehlt der Anreiz, zu kleinerem Gemüse zu greifen. Kohlrabi und Radieschen wurden fast immer mit Blättern verkauft, obwohl Käufer diese meist im Geschäft entfernen. Länger gelagertes Gemüse zum günstigeren Preis gab es in rund einem Viertel der Geschäfte.

UBA und Verbraucherzentralen empfehlen mehr Vielfalt und Spielraum
Der Handel sollte auf eigene Anforderungen an Größe, Einheitlichkeit und Aussehen verzichten und die Spielräume der gesetzlichen Normen nutzen. Wo eine Klassen-Kennzeichnung vorgeschrieben ist, sollte Klasse II zum neuen Standard werden. Obst und Gemüse sollte nach Gewicht und nicht mit Stückpreisen verkauft werden. Gemüse wie Kohlrabi, Radieschen und Möhren sollte ohne Blätter angeboten werden.
Damit der Handel seine Vorgaben verringern kann, müssen Konsumenten das Angebot annehmen. Dafür braucht es leicht zugängliche und verständliche Informationen direkt beim Einkauf.

Hier finden Sie den Marktcheck der Verbraucherzentralen und die Studie des Umweltbundesamtes.

Buchtipp: „Blinde Passagiere – Die Coronakrise und die Folgen“ von Karl Heinz Roth

Im Zusammenhang mit der Debatte um die Corona-Pandemie und ihre Folgen möchten wir auf ein überaus bemerkenswertes und empfehlenswertes Buch hinweisen, das vor kurzem erschienen ist. Der Arzt und Historiker Karl Heinz Roth hat ein Grundlagenwerk zur kritischen Aufarbeitung der weltweiten Coronapandemie vorgelegt.

Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen; Karl Heinz Roth, Verlag Antje Kunstmann, München 2022, 503 Seiten, 30 Euro

Wie tief die weltumspannende Pandemie in unsere Gesellschaften und den Alltag der Menschen hineinwirkt, zeigt Karl Heinz Roth in diesem hervorragend recherchierten und elegant geschriebenen Buch – ein Grundlagenwerk für die kritische Aufarbeitung dieser Krise, zur Vermeidung kommender.

Seit zwei Jahren dominiert die durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöste Pandemie die Welt. Sie hat alle Kontinente und Regionen erfasst, sich in mehreren Wellen ausgebreitet und immer neue Epizentren gebildet. Sie hat das Alltagsleben der Menschen durchdrungen, soziale Beziehungen verändert, die Medien beherrscht, das politische Establishment herausgefordert und zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen auf die Probe gestellt.
Der Mediziner und Historiker Karl Heinz Roth stellt das Geschehen aus einer globalen Perspektive dar, berichtet über die Vorgeschichte, die bis in die 2000er Jahre zurückreicht, analysiert die Ausbreitung und die Dynamik von Covid-19 und erörtert die Eigenschaften und Auswirkungen der Pandemie auf den Menschen. Er thematisiert die Gegenmaßnahmen, die dabei zutage getretenen Versäumnisse und die mentalen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns.
Zum ersten Mal werden in diesem Buch die einzelnen Aspekte einer weltumspannenden Pandemie fachübergreifend betrachtet, aufeinander bezogen und kontextualisiert, wodurch sich auch strittige Fragen – wie etwa nach dem Virus als Laborflüchtling, nach der Rolle der internationalen Großstiftungen oder nach den Effekten und Kollateralschäden – diskutieren und klären lassen.

Karl Heinz Roth

Karl Heinz Roth, geboren 1942, promovierte in Medizin und Geschichtswissenschaft und war bis 1997 in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis tätig. 1986 gründete er mit anderen die Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts und ist seither Vorstandsmitglied. Er hat zahlreiche Publikationen zur Arbeits-, Medizin-, Sozial-, Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts veröffentlicht.

Zum Buch gibt es ebenso auch eine ausgezeichnete und umfängliche Rezension von Gerhard Hanloser im Blog der Wochenzeitung Der Freitag: https://www.freitag.de/autoren/ghanloser/blinde-passagiere

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