Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Artikel zum Thema Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung und Unternehmen. Strukturdaten, Zahlen und Fakten zur regionalen Wirtschaft, Wirtschaftsentwicklung und -struktur

** SAVE THE DATE: Zukunft(s)gestalten 2020 vom 14. bis 16. Januar in Flensburg **

Wie können wir gemeinsam eine gute Zukunft für alle gestalten? Wie können Varianten einer Zukunft aussehen, die den sozial-ökologischen Krisen unserer Zeit begegnen?

Über diese Themen möchten wir, die Studierenden des Masters Transformationsstudien der Europa-Universität Flensburg, mit Ihnen und Euch ins Gespräch kommen. Dazu organisieren wir zum zweiten Mal die Konferenz „Zukunft(s)gestalten“, die vom 14. bis 16. Januar 2020 in Flensburg stattfinden wird. Wir laden Sie und Euch schon heute ein, sich den Termin vorzumerken.

Die Konferenz wird von uns Studierenden selbst organisiert und besteht aus unseren Vorträgen und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, das zum Austausch und Handeln anregen soll.

Das Programm und die Referent*innen werden im Dezember auf unserer Webseite bekanntgegeben, die sich aktuell im Aufbau befindet. Es bleibt also spannend! Anmeldungen sind ab Mitte Dezember möglich und für alle kostenfrei.
Diese Einladung kann gerne an alle Interessierten in sämtlichen Verteilern weitergeleitet werden!

Herzliche transformative Grüße!

Zukunft(s)gestalten 2020 –
Keine Zukunft ist auch keine Lösung
Eine Konferenz des 3. Semesters M.A. Transformationsstudien
Universität Flensburg
Auf dem Campus 1
24943 Flensburg

Umzug der Flensburger Brauerei an die Westerallee: Kritische Stellungnahme von Cordelia Feuerhake zur Veranstaltung im Rathaus

Zum Ablauf der Bürger*innenversammlung im Rathaus am 13.11. und zur Berichterstattung darüber erreichte uns ein Kommentar von Cordelia Feuerhake. Sie ist unter anderem Mitglied im Flensburger Naturschutzbeirat, der sich nachdrücklich gegen die Planungen an der Westerallee ausgesprochen hatte. Frau Feuerhake begründet untenstehend sehr ausführlich und nachvollziehbar ihre Kritik am Ablauf der Veranstaltung und dem Vorhaben an der Westerallee.

Kommentar

Zur Organisation:

Von 18 Uhr bis ca 19.45 Uhr wurden Vorträge gehalten zum Planungsverlauf – seitens der Politik ( Chronologie der Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung , dargestellt vom Vorsitzenden des Supa ), der Verwaltung (dto, insbesondere Verlauf der Alternativen-Prüfung), der Brauerei ( Historie, Produktionsabläufe, Prognose der Bedarfe) – und Vorstellung der Gutachten zum Lärmschutz, zum Verkehr und zum Naturschutz…

Fast 2 Stunden mussten die Anwesenden zuhören. Vieles  hätte kürzer dargestellt werden können u.a. die Gutachten.  Gutachten sind im Planungsprozess vorgeschrieben, sie ergründen die Probleme bei Durchführung des Projekts und bieten Lösungen bzw. Ausgleiche. Selten bis nie wird ein Projekt dadurch verhindert…  (fast) alles kann ausgeglichen werden…

So auch hier:

Bzgl. Verkehr gibt es laut Gutachten gar kein Problem – eine sehr stark befahrene Straße kann noch ein bisschen obendrauf vertragen. Genauso hätte der Gutachter seinen Bericht ausführen können, nämlich mit einem Satz. Dass er ein – akademischer – Fachmann auf seinem Gebiet ist und natürlich die entsprechenden fachspezifischen Methoden anwendet, ist eigentlich klar und muss nicht durch Erläuterung von Messmethoden, Tabellen etc bewiesen werden.

Bzgl. Lärm kann das Problem gelöst werden: Ein Satz hätte genügt: „ Ich habe mich eingearbeitet in die Lärmemissionen einer Brauerei und komme zum Ergebnis, dass der Lärm am Tag durch Lärmschutzwände o.ä. an dieser Stelle auf das gesetzlich erlaubte Maß reduziert werden kann und dass bei Nachtbetrieb – weil dann die gesetzlichen Grenzwerte niedriger liegen – etwas mehr an baulichen Vorkehrungen erfolgen muss z.B. Einhausung. Bzgl. der Fachkenntnis des Gutachters – s.o.

Dto bzgl. Naturschutz – Fauna und Flora…. keine ernsthaften Schädigungen von Tier- und Pflanzenarten..

Diskussionsrunde danach: Mangelhafte Mikrofone, vieles konnte nur schlecht oder gar nicht verstanden werden, die Redenden mussten mehrere Anläufe nehmen, wurden unterbrochen von der Versammlungsleitung – ein unschöner Verlauf….

Und dann zweimal das Glockenschellen mit Durchsage – Ende, Rathausschließung –  was für ein Niveau für eine wichtige Einwohnerversammlung!

Zum Inhalt:

Die Brauerei wächst und braucht absehbar mehr Fläche: Gefordert werden 10 ha. Und die neue Fläche soll  in der Nähe des Altstandorts sein, damit über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren beide Standorte benutzt und mit den LKWs gegenseitig angefahren werden können, bis dann – voraussichtlich – ein Gesamtumzug ab 2035 stattfindet.

Sollte man – die Politik – den gewünschten Flächenbedarf  hinterfragen?  Könnte man bei einer anderen räumlichen Organisation weniger Fläche beanspruchen??  Sollte vielleicht auch hinterfragt werden, ob der Wunsch bzw. die Planung angemessen ist, mehr als 10 Jahre lang zwei Standorte logistisch zu bedienen mit Zwischenverkehren, die bei einem Standort wegfallen würden – im Hinblick auf Verkehrsminimierung, Schadstoff-Ausstoß von LKWs, Klimaschutz usw… ?? Der schrittweise Umzug der Brauerei hat betriebswirtschaftliche Gründe – Abschreibung von Investitionen am Altstandort, die eben erst nach 10 bis 12 Jahren erfolgt sein werden. Aber sind die Umwelt-Nachteile  -s.o. Verkehr – nicht viel gewichtiger und sollten von der Stadt d.h. der Politik entsprechend gewertet werden mit der Forderung an die Brauerei, den Umzug in einem Schritt durchzuführen?     Und damit  wären Standortalternativen möglich  auch außerhalb der Stadtgrenzen….

Angedachte Fläche an der Westerallee: Änderung des Landschaftsplans, um ein Teil des Landschaftsschutzgebiets zu Bauland machen zu können

Die Vorstellung der von der Stadtplanung gefundenen Standort-Alternativen innerhalb des Stadtgebiets und der Wertungskriterien für diese ist zu hinterfragen. Es gäbe wahrscheinlich mehr und andere Wertungskriterien, die zu anderen Ergebnissen bzgl. des Standorts geführt hätten.  Schon bei der Standort-Suche und den Kriterien für eine Bewertung der möglichen Flächen hätte die Öffentlichkeit eingebunden werden können, was möglicherweise weitere und ganz andere Erkenntnisse erbracht hätte…

Die vorgesehene Fläche an der Westerallee ist Landschaftsschutzgebiet und teilweise Kleingartenfläche, sie gehört der Stadt.  Leider ist sie damit die allereinfachste Verfügungsfläche. Aber können wir – die Politik – es verantworten beim jetzigen  Erkenntnis-Stand zur Klimaproblematik – übrigens Thema im gleichen Raum am Abend vorher , vorbildliches Flensburg mit seinem Klimapakt … – , weiterhin bei entsprechender Nachfrage eines Investors die noch vorhandenen Grün- und Freiflächen in der Stadt, viele aus gutem Grund mit einem Schutzstatus versehen, einfach so aufzugeben, den Schutzstatus aufzuheben – was ist der dann eigentlich wert ?? – die Kleingärtner zu vergraulen nach dem Motto, es gäbe in allen Kolonien einen gewissen Leerstand, also bitte umziehen und konzentrieren, bis die nächste „Verfügungsfläche Kleingarten“ dran kommt??  Frischluftschneisen u.ä. kann man ja bei dieser Denkweise auf wenige  Meter  Breite verkleinern und praktischerweise neben die B200 legen, wo sowieso im Abstandsstreifen nicht gebaut werden kann.

Vorschlag: Der Klimapakt der Stadt Flensburg, e.v., bekommt  ein sinnvolles neues Projekt, nämlich die Kleingartennutzung zu fördern und zu bewerben mit naturnah bewirtschafteten Parzellen! Würde allerdings die Verfügbarkeit für neue Bauflächen reduzieren…. aber klimanützlich wäre es auf jeden Fall!

Der Naturschutzbeirat wurde von einem Zuhörer erwähnt, dieser habe sich gegen die Planung ausgesprochen.  Das ist richtig – ich bin Mitglied im Naturschutzbeirat – , es nützt nur leider in der Regel gar nichts. Die Politik lässt sich davon nicht beirren, und der Beirat hat reine Beratungsfunktion. Die drei hauptberuflichen Naturschutzfachleute der unteren Naturschutzbehörde im Rathaus sind auch im Beirat. Diese Fachleute haben sich ebenfalls gegen die Planung ausgesprochen. Die Leitung dieser unteren Naturschutzbehörde hat gemäß Kommunalrecht der / die OberbürgermeisterIn. Und sie hat gegen den fachlichen Rat ihrer Mitarbeiter für die Planung votiert – als Chefin der unteren Naturschutzbehörde – natürlich in Abwägung vieler Aspekte, nicht nur der naturschutzbezogenen…

Zum Verkehrsgutachten wird angemerkt: Der ermittelte geringe Anteil von ca 5%  LKW am Gesamtverkehr auf der Hauptverkehrsachse B199  würde geringfügig und damit vernachlässigbar durch 17 weitere LKW pro Stunde erhöht. Bei dieser Zählung und Einschätzung werden LKW mit PKW eins zu eins gleichgesetzt. Die Belastung durch Lärm, Straßenverschleiß, Menge an Abgasen und Platzbedarf auf der Fahrbahn ist aber um ein Vielfaches höher als beim PKW. Das hätte korrekterweise eingerechnet werden müssen und würde zu einem viel höheren Prozentsatz an Belastungs-Anteil durch die LKWs führen!

Zur konkreten Planung der Gebäude wird angemerkt: 35 m Höhe für das Hochregal-Lager – ist das mal visualisiert worden? Sämtliche Maßstäbe für die Gegend würden gesprengt werden, die Halle, falls sie so gebaut würde,  wahrscheinlich als „neues Wahrzeichen „ Flensburgs alles andere optisch überragen  und auf der gesamten westlichen Stadtseite von weitem gesehen werden ….

Und überhaupt:

Die PolitikerInnen, die den Standort Westerallee mitentschieden haben, hätten vor dem versammelten Publikum stehen müssen, statt die Verteidigung der Planung der Verwaltung zu überlassen. Auch wenn es bzgl. der Entscheidungsverläufe bestimmt Querverbindungen gibt – trotzdem ist die Politik zuständig für alle Beschlüsse. Die Politik kann diese Planung stoppen oder weiterlaufen lassen. Die Politik entscheidet, ob die Flensburger Klimaziele konkrete Konsequenzen vor Ort haben, ob Naturschutz und Reduzierung von Verkehrsbelastung im konkreten Fall  Priorität haben, ob überhaupt Maßstäbe gewahrt werden – oder nicht…. Plastikhüllen  und Einwegbecher vermeiden und Lastenfahrräder anschaffen –das ist zu einfach!

Und zum Abschluss:

Der Versammlungsleiter Axel Kohrt wies am Ende zur Beruhigung der Gemüter darauf hin, dass ja überhaupt erst einmal ein Aufstellungsbeschluss gefasst worden sei und damit sei ja noch gar nichts entschieden.  Damit widerspricht er sich selbst. Ich zitiere: Axel Kohrt : „Es liegt in der Natur der Sache, dass es nicht mehr so grün sein wird wie vorher. Das haben wir aber schon beim Aufstellungsbeschluss gewußt.“ Artikel in der Flensborg Avis 1.11.2019 Überschrift „Kleingartenanlage wird Wohnquartier“

Cordelia Feuerhake           15.11.2019

Siehe dazu auch den AKOPOL-Beitrag vom 16.11.2019: Umzug Flensburger Brauerei: Turbulente Bürger*innenversammlung in der Bürgerhalle des Rathauses
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/11/16/umzug-flensburger-brauerei-turbulente-buergerinnenversammlung-in-der-buergerhalle-des-rathauses-2/

 

Umzug Flensburger Brauerei: Turbulente Bürger*innenversammlung in der Bürgerhalle des Rathauses

Mögliche Alternativflächen am Flughafen Schäferhaus

Für den 13.11. hatte die Stadt Flensburg zum Thema „Gewerbeentwicklung an der Westerallee“ zu einer Bürger*innenversammlung in die Bürgerhalle des Rathauses eingeladen. Tatsächlich ging es bei dem eher unscheinbaren Thema um die Verlagerung von wichtigen Betriebsteilen der Flensburger Brauerei an die Westerallee. Die will angesichts wachsender Produktionszahlen und Platzmangel an ihrem alten Standort, an der Westerallee auf einem noch in städtischem Besitz befindlichen Gelände ihr neues Logistik- und Abfüllzentrum bauen.

Geltungsbereich Bebauungsplan

Vorab hatte die Ratsversammlung Anfang November die entscheidenden Weichen für das Bauprojekt gestellt. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde mit Ratsbeschluss am 7. November auf einen erweiterten Geltungsbereich umgestellt, gleichzeitig wurde die Änderung von Landschaftsplan und Flächennutzungsplan auf den Bereich nördlich des Wittenberger Wegs beschränkt. Für das im Vorjahr begonnene Bauleitplanverfahren sollte nun auf der Bürger*innenversammlung unter Leitung des SUPA-Vorsitzenden Axel Kohrt der aktuelle Sachstand vorgestellt werden. Dazu gehörten die derzeit vorliegenden Ergebnisse verschiedener fachlicher Untersuchungen zu den Themen Verkehr/Schall oder Umwelt-/Artenschutz sowie ein erster Entwurf für einen Bebauungsplan. Allen Anwesenden sollte zugleich Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben werden. (Nähere Infos zum Projekt an der Westerallee auch online in der „Gläsernen Akte“)

Rund 200 Interessierte, vornehmlich aus dem Stadteil Westliche Höhe, folgten dann am Mittwochabend der Einladung. Und die machten sehr schnell ihrem Unmut über die Pläne und den Umgang der Stadt mit den Bürger*innen lautstark deutlich. Stein des Anstoßes war dabei auch der angedachte Bau eines knapp 35 Meter hohen Hochregallagers und die möglichen Auswirkungen durch den erhöhten LKW-Verkehr im Stadtteil Westliche Höhe. Besonders kritisert wurde, dass damit auch die Luftqualität leiden würde. Viel entscheidender war aber, dass Teilnehmer darauf hinwiesen, dass es geeignete Ausweichflächen in der Nähe des Flensburger Flugplatzes Schäferhaus gäbe. Die waren sogar schon mal in einer Vorauswahl, befinden sich jedoch in Privatbesitz und gehören Bauer Bernd Andresen. Der war ebenso auf der Versammlung und betonte, dass er weiterhin verkaufswillig sei, jedoch sei ihm in Vorverhandlungen mit der Stadt ein derartig niedriger Preis für sein Land angeboten worden, den er nicht akzeptieren konnte und mochte. Schlussendlich bot die Stadt der Brauerei das Gelände an der Westerallee an, auf dem sich früher auch einmal Kleingärten befanden.

Dass trotz anderweitig verfügbarer Flächen die Brauerei zum Günstigpreis ein in städtischem Besitz befindliches Gelände erhalten soll, ist dabei nicht nachvollziehbar.  Es ist ebenso unverständlich, warum an der Westerallee angesichts drängender Wohnungsnot keine Wohnungen entstehen sollen, sondern der Brauerei für ihr Vorhaben der Vorzug gegeben werden soll.

Für die Versammlung in der Bürgerhalle war somit viel Klärungs- und Informatiosbedarf vorhanden. Die Diskussion wurde jedoch sehr schnell immer hitziger und die Veranstaltung stand kurz vor dem Abbruch. Dies lag vor allem auch daran, dass Axel Kohrt, Flensburger SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses mit der Leitung und Moderation völlig überfordert war. Sein autoritäres Bemühen angesichts der überaus scharfen Kritk der Bürger*innen die Kontrolle über den Ablauf der Versammlung zu behalten, sorgten für großen Unmut und Protest bei den Anwesenden. Zudem verhedderten er und die Verwaltung sich in widersprüchlichen Aussagen zum  Stand des Projekts.

Schlußendlich gab es Zusicherungen der Verwaltung, die Kritik der Versammlungsteilnehmer*innen bei den weiteren Projekt-Planungen zu berücksichtigen. Richtig beruhigen konnte das die Gemüter aber offenbar nicht. Und ebenso wurde deutlich, dass es zukünftig bei solchen Veranstaltungen umso notwendiger ist, die Leitung und Moderation in geeignetere Hände zu legen.

Berichtigung: In einer ersten Version des obigen Beitrages hieß es, dass Oberbürgermeisterin Simone Lange an der Veranstaltung teilgenommen habe. Das ist nicht richtig. Frau Lange möchte jedoch, wie auch dem untenstehenden shz-Artikel von Julian Heldt zu entnehmen ist, hinsichtlich eines Verkaufs der oben erwähnten Flächen am Flugplatz Schäferhaus noch einmal das Gespräch mit Bauer Andresen suchen.

Siehe dazu auch den Beitrag vom 16.11.2019:
Umzug der Flensburger Brauerei an die Westerallee: Kritische Stellungnahme von Cordelia Feuerhake zur Veranstaltung im Rathaus
Zum Ablauf der Bürger*innenversammlung im Rathaus am 13.11. und zur Berichterstattung darüber erreichte uns ein Kommentar von Cordelia Feuerhake. Sie ist unter anderem Mitglied im Flensburger Naturschutzbeirat, der sich nachdrücklich gegen die Planungen an der Westerallee ausgesprochen hatte. Frau Feuerhake begründet sehr ausführlich und nachvollziehbar ihre Kritik am Ablauf der Veranstaltung und dem Vorhaben an der Westerallee.
Weiterlesen unter https://akopol.wordpress.com/2019/11/16/umzug-der-flensburger-brauerei-an-die-westerallee-kritische-stellungnahme-von-cordelia-feuerhake-zur-veranstaltung-im-rathaus/

Mehr zum Ablauf der turbulenten Bürgerversammlung ebenso in einem Beitrag von Julian Heldt vom 15.11.2019 im Flensburger Tageblatt:

Brauerei-Umzug

Und am 14.11.2019 auf shz-Online:

Umzug der Flensburger Brauerei : Eine emotional aufgeladene Bürgerversammlung und eine Überraschung

Die Bürgerversammlung war geprägt von gegenseitigen Beschimpfungen und viel Polemik, brachte jedoch neue Erkenntnisse

unter : https://www.shz.de/26346712 ©2019

 

Wohnbebauung am Sandberg: Bürger*innenversammlung am 21.11.2019 um 18 Uhr im Technischen Rathaus Flensburg

Flensburg. Die Stadt Flensburg lädt zur öffentlichen Bürger*innenversammlung am Donnerstag, 21. November um 18 Uhr im Technischen Rathaus, Schützenkuhle 26, Paul-Ziegler-Zimmer ein.

Im Dezember 2017 wurde ein Bauleitplanverfahren begonnen, um auf dem Gelände der inzwischen aufgelösten Kleingartenkolonie zwischen Schulze-Delitzsch-Straße und Campus („Mumm’sche Koppel“) eine Wohnbebauung zu entwickeln. Die Erschließung soll über die bisherige Zufahrt der Kleingärten als Stichstraße von der Schulze-Delitzsch-Straße erfolgen. Vorgesehen sind Geschosswohnungsbauten mit bis zu fünf Vollgeschossen und ca. 165 Wohnungen (überwiegend zur Miete). Außerdem noch zwei Stadthäuser mit bis zu drei Vollgeschossen.
Vorgestellt und diskutiert werden sollen die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung und sich wesentlich unterscheidende Lösungen. Allen Anwesenden wird Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben.
Die Leitung der Versammlung erfolgt durch Herrn Joachim Schmidt-Skipiol vom Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung.
Der Eingang (barrierefrei) erfolgt vom Hof aus, in dem einige Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Pläne können bereits ab 17.45 Uhr eingesehen werden.

Forum Bundesbank: „Was können wir aus der Geldgeschichte lernen?“ mit Dr. Hendrik Mäkeler am 18.11.2019 im Audimax Flensburg

Vortrag von Dr. Hendrik Mäkeler

Leiter der Hauptgruppe Numismatik und Geldschichte im Zentralbereich Bargeld der Deutschen Bundesbank

am Montag, den 18. November 2019 um 17:30 Uhr
im Audimax (Hörsaalzentrum) der Hochschule Flensburg, Thomas-Fincke-Straße, 24943 Flensburg

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Hochschule Flensburg statt.

Veranstalter: Forum Bundesbank – Hauptverwaltung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Unter dem Motto „Forum Bundesbank“ richtet die Hauptverwaltung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein regelmäßig öffentliche, für jedermann zugängliche Vortragsveranstaltungen aus. Vertreter der Deutschen Bundesbank und externe Fachleute referieren im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe zu zentralen und aktuellen Themen rund um das Geld.

Wer wir sind

Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland im Europäischen System der Zentralbanken. Sie ist an den geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken der Euro-Zone beteiligt und setzt sie in Deutschland um. Sie sorgt für die Bargeldversorgung und einen reibungslosen unbaren Zahlungsverkehr. Zudem ist sie eingebunden in die Aufsicht über die Kreditinstitute. lhre Wirtschaftskompetenz stellt die Bundesbank der Bundesregierung zur Verfügung. Sie vertritt die Bundesrepublik Deutschland in vielen internationalen Gremien. Darüber hinaus engagiert sich die Bundesbank im Bereich der ökonomischen Bildung. Sie bietet dabei u.a. Informationsveranstaltungen zu aktuellen geld- und wirtschaftspoltischen Thema an.

Den Flyer zur Veranstaltung findet man hier >

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Veranstalter:

Deutsche Bundesbank
Hauptverwaltung in Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
Willy-Brandt-Straße 73, 20459 Hamburg
Telefon: 040 3707-2220
Telefax: 040 3707-2205
E-Mail: pressestelle.hv-hms@bundesbank.de
Internet: www.bundesbank.de
www.bundesbank.de/forum_hamburg

Wir benachrichtigen Sie gern über weitere Veranstaltungstermine.

Bei Interesse senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird ausdrücklich nur für diesen Zweck verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

 

Menschlich und digital: Neuer Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Flensburg

Einer für alle – alle für die Digitalisierung: Die Hochschule Flensburg bündelt ihre Aktivitäten im Bereich Mensch-Computer-Interaktion, Visualisierung und Usability im neuen Forschungs- und Transferschwerpunkt CIVU.

Eine App fürs Museum. Ultraschall spielerisch lernen. Das räumliche Denken im Unterricht fördern. Usability-Tests für Funkgeräte oder die Ostsee via VR-Brille ins Wohnzimmer holen. Sven Bertel könnte noch viele Beispiele aufzählen. Beispiele, die zeigen, was die Hochschule Flensburg in den Bereichen (Mensch-Computer)-Interaktion, Visualisierung und Usability leistet. „Bisher haben die Kollegen und Kolleginnen schon sehr erfolgreich gearbeitet, aber jeder eher in seinem Bereich“, sagt der Professor für Usability. Durch die Bündelung und Vernetzung des Know-hows und der Ressourcen im neuen Forschungs- und Transferschwerpunkt „CIVU – Center for Interaction, Visualization and Usability“ wollen die sechs beteiligten Professoren*innen und zwölf wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen noch mehr Schlagkraft entwickeln.

Ein schlagkräftiges Team: Im neuen Forschungs- und Transferschwerpunkt „CIVU – Center for Interaction, Visualization and Usability“ werden Ressourcen gebündelt. Foto: Gatermann

Die Interaktion zwischen Mensch und Computer, die strukturierte Darstellung riesiger Datenmengen sowie die virtuelle Realität werden im Alltag immer wichtiger. „Digitalisierung ist aus unserer Gesellschaft und unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie spielt in Industrie und Arbeit eine ebenso große Rolle wie in Freizeit, Wohnen und Kommunikation“, sagt Bertel, Sprecher der CIVU-Leitung, zu der auch Prof. Dr. Michael Teistler und Prof. Angela Clemens gehören. An der Hochschule Flensburg setzt man auf die Mischung von Expert*innen aus der Angewandten Informatik, der Medieninformatik und der Internationalen Fachkommunikation. Hier kommen also alle Bereiche zusammen, wenn es beispielsweise um die optimale Gestaltung benutzerfreundlicher Oberflächen geht.

In ihrem Zusammenschluss wollen die Flensburger Forscher*innen sich durch die Betonung der menschlichen Komponenten im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion unterscheiden und so Schwungmasse erzeugen, wie Bertel sagt: „Wir wollen gemeinsam neue Forschungsfelder erschließen.“ Bereits in der Vergangenheit hat der Fachbereich Information & Kommunikation in diesem Bereich rund 1,25 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und mehr als 70 einschlägige Fachpublikationen veröffentlicht. Hierbei spielen nicht zuletzt die Studierenden eine große Rolle, wie Prof. Teistler betont: „Allein im Master-Studiengang Angewandte Informatik haben wir seit seiner Gründung vor einigen Jahren bereits mehr als 20 wissenschaftliche Artikel mit Studierenden als Erstautoren veröffentlicht“.

Man muss nicht in die virtuelle Glaskugel blicken, um zu sehen, dass da noch mehr an Projekten, Forschungsgeldern und Veröffentlichungen hinzukommen wird. Zunächst begrüßt das CIVU aber einen neuen Kollegen: Torben Wallbaum beschäftigt sich seit diesem Semester als Professor für Human-Computer Interaction u.a. mit Tangible & Wearable Computing, also mit anfassbaren und tragbaren Computersystemen.

 

Beschlüsse der Ratsversammlung vom 07.11.2019

Kommunalpolitik in Flensburg

Flensburg. Die Ratsversammlung der Stadt Flensburg hat in ihrer Sitzung am 07. November zu den folgenden ausgewählten Tagesordnungspunkten die nachstehenden Beschlüsse gefasst:
 
Tagesordnungspunkt 1.1
Resolution zu einem Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen im neuen Flensburger Krankenhaus.
Die Ratsversammlung berät über eine Resolution der Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Linke sowie der Ratsfrau Gabriele Ritter zum Fortbestand der Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen auch im zukünftigen Zentralkrankenhaus.
Die Dringlichkeit wurde mehrheitlich abgelehnt. Eine Beratung fand daher nicht statt.
 
Tagesordnungspunkt 7

Finanzpolitische Nachhaltigkeitsstrategie
Die Ratsversammlung beschließt eine Vorlage, in der die Vorschläge der Arbeitsgruppe „Finanzpolitischer Dialog“ zur Verbesserung der Haushaltslage der Stadt Flensburg zusammengefasst werden.
Es liegen Änderungsvorschläge von FDP sowie von SSW, Bündnis 90/Die Grünen und SPD sowie von der CDU zur Vorlage vor.
Die 4. Ergänzung der Vorlage (Beratungsstand des Finanzausschusses vom 30.10.2019) wird bei 26 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen angenommen.

Tagesordnungspunkt 8

Öffentlich-rechtlicher Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein über die Konsolidierungshilfen (2019-2023) nach §11 Finanzausgleichsgesetz
Dem Öffentlich-rechtlicher Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein über die Konsolidierungshilfen (2019-2023) nach §11 Finanzausgleichsgesetz  stimmt die Ratsversammlung zu. Damit wird der Vertrag wirksam.

Tagesordnungspunkt 10

Kinderfreundliches Flensburg  
Die Ratsversammlung befürwortet die Unterstützung der Bemühungen, die UN-Kinderrechte in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufzunehmen und beauftragt die Verwaltung, die Skizze eines Konzeptes für ein kinderfreundliches Flensburg zu entwerfen und über diese bis Ende Februar 2020 zu berichten.
Einstimmig bei 1 Enthaltung angenommen.

Tagesordnungspunkt 11

vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes „Hele Mond“ (Nr. 164)
Die Ratsversammlung beschließt die planzeichnerische Anpassung des Bebauungsplans. Dabei soll die Wegeführung auf dem Grundstück präzisiert werden.
Einstimmig angenommen.

Tagesordnungspunkt 12

Änderung des Flächennutzungsplanes und 44. Änderung des Landschaftsplanes und Bebauungsplans „Katharinen-Hospiz“ (Nr. 292)
Die Ratsversammlung beschließt eine Änderung des Flächennutzungsplanes, sowie des Landschaftsplanes um die Erweiterung des Katharinenhospizes planerisch zu ermöglichen.
Angenommen bei 26 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen.
 
Tagesordnungspunkt 13

Änderung des Flächennutzungsplanes und 54. Änderung des Landschaftsplanes „Erweiterung des Gewerbegebietes Westerallee“ und Bebauungsplan „Gewerbegebiet südlich der Westerallee“ (Nr. 311)
Die Ratsversammlung beschließt eine Änderung des Flächennutzungsplanes, des Landschaftsplanes und den Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplanes, um eine Erweiterung des Gewerbegebietes und die in Aussicht gestellt Verlagerung von Betriebsteilen der Flensburger Brauerei zu ermöglichen.
Angenommen bei 24 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen.

Alle Vorlagen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten finden Sie unter: https://ratsinfo.flensburg.de/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZXWxMF5eu0myJpB-qvkmB-I

     

Philosophie mittenmang mit Dr. Romy Jaster am 13.11.2019 im s:hz Medienhaus in Flensburg

Lügen, Bullshit, Psychofallen – Wie funktionieren Fake-News?

am Mittwoch, 13.11.2019 um 18 Uhr
s:hz Medienhaus
Fördestr. 20 
24944 Flensburg

MITTENMANG IST MAN MITTENDRIN.

Mittendrin tobt das Leben und das ist manchmal ganz schwer zu verstehen. Viele Debatten laufen schnell und verzweigt, Standpunkte sind schwer zu finden, komplexe Gedanken finden in der Berichterstattung oft keinen Platz. Hier kann die Philosophie wertvolle Hilfestellungen geben, sie kann aufklären und kritische Perspektiven einnehmen.

Bei „Philosophie mittenmang“ , der Veranstaltungsreihe des Philosophischen Seminars der EUF, diskutieren Philosophinnen und Philosophen mit allen Interessierten über aktuelle und bewegende Themen aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft. Dazu gehen sie mittenmang in die Stadt, dorthin, wo sich drängende Fragen stellen.

Eine Veranstaltungsreihe des
Philosophischen Seminars der
Europa-Universität Flensburg.
Organisation:
Prof. Dr. Anne Reichold
Prof. Dr. David P. Schweikard
philosophie@uni-flensburg.de
www.uni-flensburg.de/philosophie

Umzug Flensburger Brauerei: Bürger*innenversammlung am 13.11.2019 um 18 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses

Gewerbeentwicklung an der Westerallee

Flensburg. Die Stadt Flensburg lädt zur öffentlichen Bürger*innenversammlung am Mittwoch, 13. November um 18 Uhr im Rathaus, Rathausplatz 1, Bürgerhalle ein.

Für das im Vorjahr begonnene Bauleitplanverfahren im Zusammenhang mit der Verlagerung von Betriebsteilen der Flensburger Brauerei an einen Standort südlich der Westerallee wird in einer zweiten Bürger*innenversammlung der aktuelle Sachstand vorgestellt. Hierzu gehören die derzeit vorliegenden Ergebnisse verschiedener fachlicher Untersuchungen zu den Themen Verkehr / Schall oder Umwelt-/Artenschutz sowie ein erster Entwurf für einen Bebauungsplan.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde mit Ratsbeschluss am 7. November auf einen erweiterten Geltungsbereich umgestellt , gleichzeitig wurde die Änderung von Landschaftsplan und Flächennutzungsplan auf den Bereich nördlich des Wittenberger Wegs beschränkt.

Vorgestellt und diskutiert werden sollen die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung und sich wesentlich unterscheidende Lösungen. Allen Anwesenden wird Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben.

Die Leitung der Bürgerversammlung erfolgt durch Herrn Axel Kohrt vom Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung.
Der Zugang erfolgt vom Eingang Nord (Am Pferdewasser).

Nähere Infos in der „Gläsernen Akte“:
https://www.flensburg.de/Wohnen-Wirtschaft/Stadt-und-Landschaftsplanung/St%C3%A4dtische-Planungen/index.php?La=1&object=tx,2306.9018.1&kat=&kuo=2&sub=0

Mehr zum Ablauf der turbulenten Bürgerversammlung in dem AKOPOL-Beitrag vom 16.11.2019: Umzug Flensburger Brauerei: Turbulente Bürger*innenversammlung in der Bürgerhalle des Rathauses
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/11/16/umzug-flensburger-brauerei-turbulente-buergerinnenversammlung-in-der-buergerhalle-des-rathauses-2/

Hartz-IV-Sanktionen: Gemeinsame Erklärung von Wohlfahrtsverbänden und DGB zum BVG-Urteil

Arbeitslose fördern statt ins Existenzminimum eingreifen

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Diakonie Deutschland und der Paritätische Wohlfahrtsverband gemeinsam mit weiteren Partnern, Verbänden und Organisationen, die bestehenden Sanktionsregelungen im Hartz-IV-System aufzuheben und ein menschenwürdiges System der Förderung und Unterstützung einzuführen.

Anlass ist die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts am 5. November 2019 zur Frage, ob die bestehenden Sanktionen, die bis zum vollständigen Entzug der Leistungen einschließlich der Miete reichen können, verfassungsgemäß sind. Das Gericht hatte über den Fall eines Arbeitslosen aus Erfurt zu urteilen, der mit 234,60 Euro im Monat weniger auskommen sollte, weil er ein Jobangebot abgelehnt und Probearbeit verweigert hatte.

Die Unterzeichnenden sind sich einig: Es darf keine Kürzungen am Existenzminimum geben. Durch Sanktionen werde das Lebensnotwendige gekürzt und soziale Teilhabe unmöglich gemacht, erklären die Unterzeichner, zu denen auch 50 Einzelpersonen aus Verbänden, Organisationen und Parteien gehören. Die Politik ist schon lange in der Verantwortung, das Hartz-IV-System so zu ändern, dass die Würde der Leistungsbezieher geachtet und nicht durch Sanktionen beeinträchtigt wird.

„Die Grundsicherung soll das Existenzminimum abdecken, also das zum Leben unbedingt Notwendige,“ sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. „Wer mit Sanktionen das Lebensnotwendige kürzt, nimmt existentielle Not in Kauf. Die Diakonie setzt sich für ein sicheres Existenzminimum ein, für alle Menschen!“

„Sanktionen führen zu Leid und dazu, dass Menschen sich zurückziehen,“ sagt Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Sie entspringen einer längst überwundenen Rohrstockpädagogik des vergangenen Jahrhunderts. Sie sind deshalb komplett und ersatzlos zu streichen.“

„Die Sanktionen in ihrer jetzigen Form tragen nicht dazu bei, den Menschen eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen“, sagt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes, „Und gerade die verschärften Sanktionen bei den Unter-25-Jährigen sind kontraproduktiv: Sie treiben junge Menschen ins Abseits. Wir wollen eine Grundsicherung, die unterstützt und fördert, statt zu gängeln!“

Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des DGB sagt dazu: „Die Urteile des Bundesverfassungsgerichts sind immer nur verfassungsrechtliche Grenzen, über die der Gesetzgeber auch hinausgehen kann. Denn nicht alles, was unsere Verfassung vielleicht gerade noch so zulässt, ist auch im Interesse von Arbeitsuchenden und Beschäftigten. Und längst nicht alles, was gut und richtig ist wie beispielsweise der Mindestlohn, ergibt sich aus der Verfassung. Der Gesetzgeber kann und muss sicherstellen, dass das Existenzminimum durch Sanktionen nicht unterschritten wird.“

Hintergrund:

Im bestehenden Sanktionsrecht ist jede Arbeit zumutbar – auch prekäre Arbeitsverhältnisse. Sanktionen haben negative soziale Folgen. Sie schaden der sozialen und beruflichen Eingliederung. Die Folgen sind Verschuldung, soziale Isolierung, massive gesundheitliche und psychische Belastungen bis hin zu drohender Wohnungslosigkeit. Der Kontakt zum Jobcenter wird teilweise abgebrochen; das Hilfesystem erreicht die Betroffenen nicht mehr. Jedes Jahr sind acht Prozent der Leistungsberechtigten von Sanktionen betroffen.

Die gemeinsame Erklärung zum Download:

Gemeinsame Erklärung Hartz-IV-Sanktionen: Für ein sicheres Existenzminimum: Grundsicherungsbeziehende fördern statt Eingriffe ins Existenzminimum (PDF, 17 kB) Die Unterzeichnenden fordern die bestehenden Sanktionsregelungen aufzuheben.An Stelle der geltenden Sanktionsregelungen ist ein menschenwürdiges System der Förderung und Unterstützung nötig.

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