Archiv der Kategorie: Bildung

Artikel zum Thema, Bildung, Schule und Hochschule

Mahnwache am Drohnen- und Tornadostandort Jagel am 31.07.2021 um 11.58 Uhr

Ein Beitrag der DFG-VK Gruppe Flensburg

Wir waren ungewöhnlich lange nicht mehr in Jagel, aber wir waren nicht untätig. Aktionen für den UN-Atomwaffenverbotsvertrag und gegen die Aufrüstung der Marine und das aggressive NATO-Manöver BALTOPS haben andernorts stattgefunden.

Aber jetzt laden wir wieder  herzlich ein zur

59. Mahnwache am Drohnen- und Tornadostandort Jagel am Samstag 31. Juli um 11.58 Uhr
Treffpunkt „wie immer“ vor dem „Tor zum Tod“, Zufahrt zum Fliegerhorst von der B77 aus.

Anfahrtskize siehe hier: https://www.bundeswehrabschaffen.de/wp-content/uploads/2019/03/karte_anfahrt_jagel.jpg

Auch wenn die Bundeswehr sich aus Afghanistan zurückzieht, dort dann vermutlich auch keine Heron-Drohnen mehr eingesetzt werden: Der Drohnenkrieg gegen Mali geht weiter und die Bildauswerter in Jagel machen weiterhin mit.

Es gibt einen Beitrag zu Marine / China

Das steht mit Afghanistan in einem Zusammenhang, denn der Abzug aus Afghanistan kann als Truppenverlegung zur Verschärfung der Kriegsdrohungen gegen China gesehen werden, die getreue Bundesregierung feste mit dabei und die nächste auch im Kielwasser der West-Allianz. 

Mehr und ausführliche Informationen zum Afghanistanabzug auch in dem untenstehenden Flugblatt (zur Ansicht der Datei einfach auf das Plakat klicken).

Die *pdf-Datei kann auch ausgedruckt und zur inhaltlichen Vorbereitung verwendet werden. 

Unser Hygienekonzept wird „wie immer“ akzeptiert. Bislang ist es bei unseren Mahnwachen nicht zu Infektionen gekommen und das muss auch so bleiben. Frau Ordnungsbehörde teilte für dieses Mal mit: „Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist keine Pflicht mehr. Es steht den Teilnehmern jedoch frei trotzdem eine zu tragen wenn sie sich damit wohler fühlen.“

Wir bitten um rege Beteiligung und Weiterverbreitung der Einladung.

Siglinde und Ralf Cüppers

Mahnwachen gegen Krieg und Militär:

Militär löst keine Probleme, denn im Krieg gibt es nur Verlierer: Menschen, die ihr Leben und ihre Gesundheit verlieren, deren Lebensgrundlagen und Existenzen zerstört werden, dazu gehören auch die Soldat*innen. Auch wenn die Kriege längst vorbei sind, leiden die Menschen immer noch an den Folgen wie Verelendung und politische Instabilität. Kriege sind keine Naturkatastrophen. Kriege werden von Menschen vorbereitet, organisiert und Menschen stellen sich für Kriegshandlungen zur Verfügung. Daher kann Krieg und Militär auch durch Menschen beendet und abgeschafft werden.

Seit rund fünf Jahren treffen sich deshalb Menschen aus der Region etwa monatlich am Fliegerhorst Jagel, um gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung mit unterschiedlichen Aktionen zu protestieren. Das Geschwader ist dadurch als todbringende Bundeswehreinheit bekannt geworden.

Informationen über gelaufene und zukünftige Aktionen gibt es unter:  www.bundeswehrabschaffen.de

Dort sind die Berichte zu vorangegangenen Mahnwachen und die Einladungen zu den künftigen Mahnwachen zu finden, weitere Informationen zur Aufrüstung der Bundeswehr mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung, dort können auch Transparente, Aufkleber Plakate etc. bestellt werden.

Finanzielle Unterstützung nehmen wir gerne an auf unser Konto
Friedenswerkstatt Kiel, IBAN DE08 2109 0007 0011 8672 05

Deutsche Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
DFG-VK Gruppe Flensburg
v.i.S.d.P.: Siglinde & Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Initiativen fordern: AfD nicht zur Bundestagswahl zulassen!

cropped-AgR_Silhuetten_logo_wordpress2Offener Brief – An die Mitglieder des Landeswahlausschuss zur Bundestagswahl 2021

Veröffentlicht am

Betreff: Wahlausschuss zur Bundestagswahl 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie als vom Landeswahlleiter benannte Vertreter und Vertreterinnen, die über die Zulassung von Parteien zur Bundestagswahl am 26.9.2021 zu entscheiden haben.

Wir möchten Sie auffordern der AfD und ihren Kandidatinnen und Kandidaten die Zustimmung zur Kandidatur zu verweigern.

Wir sind Teil der bundesweiten Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“ und haben uns in Schleswig-Holstein vor fünf Jahren gegründet, um rassistischen Parteien zu zeigen: Für euch ist hier kein Platz!

Unsere Überzeugung ist, dass rassistische Parteien wie die AfD keine demokratische Legitimation besitzen und an Wahlen zu den Parlamenten nicht teilnehmen sollen.

Rassistische Hetze, wie sie auch die AfD betreibt, darf nicht länger als „Meinungsfreiheit“ verharmlost werden.

Wir halten es nicht nur notwendig, sondern auch legitim, gegen die Aufstellung der AfD zu stimmen.

Die AfD ist eine Partei, in der Rassist*innen und Faschist*innen aktiv sind. Mit ihrer Propaganda und ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit und in den Parlamenten ist die AfD mit verantwortlich für Gewalttaten, bis hin zu Morden, an politischen Gegnern, Frauen, Geflüchteten, Migrant*innen und Menschen, die sie als minderwertig ansehen.

Mit dem Mord an Walter Lübcke – der Mörder hatte Wahlkampf für die AfD gemacht

und auf der von Höcke initiierten Demonstration in Chemnitz am 1.9.2018 den

Entschluss zur Tat gefasst – und den Attentaten von Halle und Hanau wurden in vielen demokratischen Parteien und Organisationen die Stimmen lauter, die die AfD als eine in Teilen faschistische Partei erkannten und benannten.

Ihre Menschenverachtung zeigt die AfD nicht nur in ihrer rassistischen Haltung zu Flucht und Asyl, zu anders Denkenden, sondern auch in der Corona-Pandemie mit ihrer politischen Nähe und teilweise personellen Unterstützung der Querdenken-Bewegungen und der Corona-Leugnung.

Wir fordern Sie auf: Nehmen Sie Ihr Recht in Anspruch und stimmen gegen eine Zulassung der AfD zur Bundestagswahl.

Eine öffentlich wahrnehmbare und geschlossene Ausgrenzung der AfD gemeinsam durch alle demokratischen, antifaschistischen und antirassistischen Gruppen ist dringend erforderlich und sollte – insbesondere von den Verantwortungsträger*innen in der Politik – als ein wichtiger und legitimer Bestandteil der Demokratie gesehen wird.

Mit freundlichem Gruß

Bettina Jürgensen

Sprecherin

Aufstehen gegen Rassismus Schleswig-Holstein

https://www.agr-sh.de/

https://www.facebook.com/aufstehen.sh

Offener Brief an Landeswahlausschussmitglieder als PDF

Demo in Brunsbüttel am 31. Juli 2021: „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge!“

Sharepic Demo 1Gemeinsame Pressemitteilung von Klimabündnis gegen LNG, Grüne Jugend und ROBIN WOOD

Anschließend folgt der Aufruf des Aktionsbündnisses für die Demo am 31.07. in Brunsbüttel

[Hamburg, Berlin, Brunsbüttel 23.7.2021] Unter dem Motto „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge“ mobilisiert ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen, Klimagruppen und Jugendverbänden zu einer Demonstration am 31. Juli im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel.

In Brunsbüttel plant die Betreibergesellschaft „German LNG“ den Bau eines Terminals für extrem klimaschädliches, flüssiges Erdgas (LNG). Mit der Demonstration richtet sich das Bündnis gegen den weiteren Ausbau der Erdgasinfrastruktur sowohl vor Ort, als auch bundesweit und fordert den Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern. Auch das Aktionsbündnis Ende Gelände hat zu Protesten gegen den Neubau aufgerufen. Ende Gelände hat angekündigt, vom 29. Juli bis 2. August mit Aktionen zivilen Ungehorsams vor Ort gegen Erdgas und das geplante Flüssigerdgas-Terminal zu demonstrieren.

„Dass hier immer noch der Bau dieses klimaschädlichen Projektes vorangetrieben wird, ist ein Politikversagen ohne Gleichen. Als starke Klimagerechtigkeitsbewegung werden wir dieses unverantwortliche Vorhaben verhindern“, erklärt Norbert Pralow, Mitglied der BUND-Kreisgruppe Steinburg und aktiv im Klimabündnis gegen LNG.

„Um den Temperaturanstieg zu beschränken, müssen wir jetzt schnellstmöglich aus allen fossilen Energieträgern aussteigen. Doch stattdessen setzen Politik und Energiekonzerne auf den Ausbau der Erdgasnutzung. Zahlreiche Erdgaskraftwerke, Pipelines und Flüssigerdgas-Terminals sollen neu gebaut werden. Sie werden die Klimakrise unweigerlich weiter anfeuern – mit verheerenden Konsequenzen für die Gesundheit und Lebensgrundlage von Menschen weltweit. Sauberes Gas ist ein gefährliches Märchen!“, argumentiert Stina Reichardt vom Demo-Koordinierungskreis.

Die Demonstration startet um 13:00 Uhr in der Flethseer Str. (Nordbünge, Landscheide, erreichbar über B5, Ausfahrt St. Margarethen / Glückstadt, Richtung St. Margarethen, ca. 400m nach der Ausfahrt links). Ab 11:00 Uhr werden Busshuttle vom Bahnhof Itzehoe und aus Wilster angeboten. Die Demonstration endet mit einer Kundgebung an dem Standort des geplanten LNG-Terminals. Danach werden Busse zurück zu den nächstgelegenen Bahnhöfen fahren.

Hintergrund:

Ende Juni hatte „German LNG“ den Antrag auf Planfeststellung für den LNG-Hafen beim Amt für Planfeststellung Verkehr in Kiel eingereicht. Das beantragte Projekt würde bis zu acht Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas jährlich nach Brunsbüttel bringen und damit wesentlich zum Treibhausgasausstoß Deutschlands beitragen. Trotz des jahrelangen und wachsenden Protestes vor Ort unterstützen die Gemeinde Brunsbüttel und die Landesregierung das Projekt. Die Landes- und Bundesregierung haben zusammen Fördergelder in Höhe von 100 Millionen Euro für den Bau des Terminals in Brunsbüttel in Aussicht gestellt. Alle Erdgaskund*innen sollen zudem 90 Prozent der Kosten für die Anschlusspipeline zahlen, das entspricht rund weiteren 100 Millionen Euro.

Das Flüssigerdgas-Terminal in Brunsbüttel ist neben Stade eines von zwei aktuell in der Planungsphase stehenden Projekten für LNG-Importterminals in Deutschland. Darüber hinaus sollen im Zuge des Kohleausstiegs zahlreiche Kohlekraftwerke auf den Betrieb mit Erdgas umgerüstet werden – finanziell gefördert durch den Bund. Gegen diese Entwicklung formiert sich wachsender Widerstand in der Klimagerechtigkeitsbewegung und bei den Umweltverbänden.

  • AUFRUF ZUR DEMONSTRATION AM 31.7.21 IN BRUNSBÜTTEL

    Der Aufruf zur Demonstration in Brunsbüttel wird von 27 Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen und Jugendverbänden unterstützt.

Von Bagdad zum Ural – Haithabu: Wikinger an der Wolga

Aus dem Reisebericht des Ibn Fadlan

Um Anmeldung wird gebeten

Der Ferientipp: Das Wikinger Museum Haithabu lädt am Donnerstag, 29. Juli, um 17:30 Uhr zu einer spannenden Zeitreise in die Welt vor 1000 Jahren ein.

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Christoph Schmidt liest aus dem Reisebericht des Ibn Fadlan – Foto: © Chr. Schmidt

Im Versammlungshaus bei den Wikinger Häusern liest der Archäologe Dr. Christoph Schmidt aus dem Originaltext des arabischen Diplomaten Ibn Fadlan.
Der Wissenschaftler entführt seine Zuhörer während seiner zweistündigen Lesung ins 10. Jahrhundert und nimmt sie mit auf eine Expedition von Bagdad an die Wolga.
Ibn Fadlanschildert in seinem Bericht anschaulich Religion, Kultur und Lebensgewohnheiten der Menschen, die ihm auf seiner einjährigen Reise begegnen.
Dabei trifft er auf schwedische Wikinger, die am Ufer der Wolga ihr Lager aufgeschlagen haben. Facettenreich beschreibt der Diplomat ihr Aussehen, ihre Sitten und Gebräuche, darunter das Begräbnis eineshohen Wikingerfürsten.

Einen weiteren Termin gibt es am 12. August 2021 um 17:30 Uhr.

Aufgrund begrenzter Sitzplätze wird um eine Anmeldung unter 04621 813122 gebeten.

Die Veranstaltung findet bei den Wikinger Häusern Haithabu statt.

Kosten: 14 Euro

Wikinger Museum und Wikinger Häuser Haithabu

Am Haddebyer Noor 3
24866 Busdorf, Deutschland

Auf unserer Corona-Sonderseite im Internet (landesmuseen.sh/coronavirus) sind stets aktuelle Besuchshinweise zu finden.

Interview: „Wer Lebensmittelverschwendung in den Griff bekommt, kann nur gewinnen“

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein macht sich stark für Lebensmittelwertschätzung und gegen Nahrungsmittel im Müll. Das Ziel ist klar: Lebensmittelverschwendung halbieren. Welche Schritte es dafür braucht und warum Ramschkisten im Supermarkt nicht helfen, erklärt Selvihan Benda, Leiterin des Referates Lebensmittel & Ernährung.

Seit Jahren setzen sich die Verbraucherzentralen für eine nachhaltige, abfallarme und ressourcenschonende Ernährung sowie für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Warum ist Lebensmittelverschwendung ein wichtiges Thema?

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Zur Person: Selvihan Benda ist Ökotrophologin und seit über 12 Jahren bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im Einsatz. Seit mehr als zwei Jahren leitet sie das Referat Lebensmittel & Ernährung. Die Lebensmittelverschwendung ist eines von vielen Themen, die sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen bearbeitet.

Selvihan Benda:
„Jedes Jahr landen in Deutschland etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist ethisch nicht vertretbar und absolut klimaschädlich, weil es den Ausstoß von Treibhausgasen unnötig nach oben treibt. Wenn in privaten Haushalten nur halb so viele Lebensmittel im Müll landen würden, ließen sich sechs Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Deutschland hat sich deshalb im Zuge der 17 globalen nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG: Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen verpflichtet, einen Beitrag zur Halbierung der weltweiten Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu leisten.“

Wer ist für dieses Ausmaß an Verschwendung verantwortlich und was muss sich ändern?

„Die öffentliche Diskussion um Lebensmittelabfälle dreht sich meist um Verbraucherinnen und Verbraucher. Tatsächlich haben aber auch Landwirtschaft, Handel und Gastronomie einen großen Anteil. Unser Ziel ist, die Verschwendung von Lebensmitteln zu halbieren. Das geht nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen – also Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft, Handel, Industrie, Gastronomie und Verbraucher.“

Wie kann so eine gemeinsame Anstrengung aussehen und welche Rolle spielt das Land Schleswig-Holstein dabei?

„Auf Bundesebene gibt es seit zwei Jahren die nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) läuft schon seit mehreren Jahren. Für die Umsetzung in Schleswig-Holstein brauchen wir eine verantwortliche Stelle, die alle Akteure im Land zusammenbringt. Mit unserem verbraucherpolitischen Klönschnack im April haben wir dafür einen Auftakt gegeben. Dabei haben alle Beteiligten betont, dass sie an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Wir wünschen uns eine Plattform der Landesregierung für alle maßgeblichen Vertreter von Verbänden, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen und Wissenschaft. Das Ziel ist eine dauerhafte Kooperation und Entwicklung gemeinsamer Ansätze.“

Wo steht Schleswig-Holstein bei der nationalen Anstrengung gegen Lebensmittelverschwendung?

„Nicht dort, wo es stehen könnte. Bisher ist unklar, welche Lebensmittel in welchen Mengen im Müll landen und wo das Problem am größten ist. Wir brauchen deshalb eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Abfallwirtschaft, um die Gründe und Mengen der Lebensmittelverschwendung und -abfälle in Schleswig-Holstein zu erfassen. Diese Daten können helfen, die Problembereiche einzugrenzen und Lösungen zu entwickeln. Eine Veränderung der Konsumgewohnheiten wird erst sichtbar, wenn Daten dazu regelmäßig erfasst und verglichen werden. Nur so erfahren wir, wie verschiedene Gruppen damit umgehen – ob es bei Einkaufsgewohnheiten und Verwendung von Lebensmitteln zum Beispiel Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Hier geht das Geographische Institut der Universität Kiel jetzt mit einem Forschungsprojekt voran.“

Gibt es also bisher in Schleswig-Holstein keine Maßnahmen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen?

„Doch, mehrere Initiativen engagieren sich hier für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. Was aber fehlt, ist eine gebündelte umfassende Darstellung, die Transparenz für Verbraucher schafft. 2012 und 2013 hat das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein die Kampagne „bewusst einkaufen kann jeder.de“ mit diversen Akteuren umgesetzt und damit das Bewusstsein für einen nachhaltigen und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln gestärkt. Eine Plattform zur Verstetigung der Inhalte und zum Austausch der Akteure fehlt seitdem. Um dieses wichtige Thema in der Gesellschaft zu verankern, sehen wir das Landwirtschaftsministerium in der Verantwortung, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Diese sollten alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette einbeziehen und in die Pflicht nehmen – ebenso die Gastronomie, Außer-Haus-Angebote und Gemeinschaftsverpflegung.“

Wie steht es mit den Verbrauchern? Was würde sie motivieren, Lebensmittel besser zu verwenden?

„Im Alltag fehlen oft die richtigen Anreize. In der Gastronomie gibt es zum Beispiel erst wenige Angebote für kleine Portionen – und wenn, dann oft nur auf Nachfrage. Besser wäre es, in der Speisekarte darauf hinzuweisen. In Supermärkten fällt mir oft auf, dass Lebensmittel im Abverkauf regelrecht verramscht werden. Irgendwo versteckt steht eine unansehnliche Wühlkiste mit unsortierten Artikeln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Es gibt kein gutes Gefühl, darin nach Angeboten zu suchen. Wertschätzung sieht anders aus. Außerdem sollte es mehr lose Ware und kleinere Verpackungen mit angemessenen Preisunterschieden zur größeren geben. Wenn zehn Brotscheiben nur 20 Cent mehr kosten als fünf, dann wird schnell zur größeren Verpackung gegriffen. Der Preis sollte nicht zum Kauf des Vorteilspacks verleiten.“

Was bringt es Verbraucherinnen und Verbrauchern, wenn sie Lebensmittelverschwendung vermeiden?

„Ich denke, niemand fühlt sich gut, wenn er oder sie verwelktes Gemüse und angeschimmelten Käse aus dem Kühlschrank räumen und wegschmeißen muss. Wer diese Probleme in den Griff bekommt, kann nur gewinnen. Und dabei ist eine umfassende Verbraucherbildung unabdingbar – mit Wissen rund um Lagerung, Herstellung und Weiterverwendung von Lebensmitteln. Planvoll einzukaufen und komplett zu verwenden, spart Geld, bringt mehr Ordnung und Sauberkeit in die Küche und verbessert die persönliche Ökobilanz.“

Zum Hintergrund:

In zehn Thesen hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zusammengefasst, welche Schritte notwendig sind, um die Lebensmittelverschwendung zu halbieren.

Vernissage Malerei/Zeichnungen von Katarse am 23. Juli um 19 Uhr in der NORDER147

Katarse ist eine Künstlerin, die in Flensburg bereits einige Streetart-Werke im öffentlichen Raum hinterlassen hat.

Die am Freitag, 23. Juli um 19 Uhr eröffnende Ausstellung in der NORDER147 zeigt Zeichnungen, Malerei und ein Objekt.

Am 24.sten und 25.sten Juli ist die Ausstellung jeweils von 12 bis 20 Uhr für Besucher:innen geöffnet. Zur Vernissage nach Möglichkeit einen negativen C-Test, aber in jedem Fall eine Maske mitbringen, danke!

Katarse

KATARSE

Katarse says:

„The magic of birth and mortality that lies in the world of fungi is the topic of fascination for many, and in the case of Katarse_ it is the main focus of her artistic oeuvre. The journey through the world of neon, funghi, robots will be taking place in the Norder147. You are welcome to join the event of introspection, mesmerism and inner demons.

Artist’s personality is not only in their works, it is in their name:

„I am inviting you to share the experience of my catharsis. KATARSE_ is the solo exhibition dedicated to my personal artistic development for the last year. It is dedicated to the things and thoughts that accompanied me throughout this time, and their synthesis in the form of paintings, drawings and objects.“

Deutsche Übersetzung

Katarse sagt:

„Die Magie von Geburt und Sterblichkeit aus der Welt der Pilze ist eine Faszination für Viele. Im Falle von KATARSE ist es der Fokus meines künstlerischen Oeuvres. Diese Reise durch die Welt von Neon, Pilzen und Robotern wird in der NORDER147 stattfinden. Sie sind eingeladen, diesem Erlebnis von Selbstbeobachtung, absoluter Bewunderung dieser Vorgänge und der Ausgestaltung meiner inneren Dämonen beizuwohnen.

Die Persönlichkeit der Künstlerin ist nicht nur in ihren Werken zu finden, sondern auch in ihrem Namen: 

„Ich lade Sie dazu ein, meine Katharsis mitzuerleben. KATARSE ist die meiner künstlerischen Weiterentwicklung des vergangenen Jahres gewidmete Einzelausstellung. Gewidmet den Erlebnissen and Gedanken, die mich durch diese Zeit begleitet haben und ihrer Synthese in der Form von Gemälden, Zeichnungen und Objekten“.

Alle weiteren Informationen findet ihr auch auf der Webseite der NORDER147: www.norder147.com
Auf Facebook findet ihr uns hier
E-Mail: info@norder147.com
Norderstr. 147
24939 Flensburg

 

Druckgrafiken – Rund um Phänomenta, Nordertor und Collundtspark

KunststudierendeKunststudierende der Europa-Universität Flensburg stellen im Treppenhaus der Phänomenta ihre Arbeiten aus. Die Druckgrafiken zeigen Fragmente – Berührungspunkte und Zwischenstücke aus dem Gebiet um Phänomenta, Nordertor und Collundtspark herum. Die zeichnerische Erkundung und die Überführung in die Technik der Radierung verweist auf ein Areal, das neben seiner architektonischen Vielfalt oftmals auch als Leerstelle und gesellschaftlich unbelebter Raum wahrgenommen wird. Die Ausstellung wird über längere Zeit dort zu sehen sein.

Wann: Öffnungzeiten der Phänomenta
Wo: Treppenhaus der Phänomenta, Norderstr. 157-163, Nordertor

Hier geht´s zur Website der Phänomenta: https://www.phaenomenta-flensburg.de/

Weiter so – wollen wir das wirklich?

Kleingartenkolonie 115

Rechtswidrige Verwüstung der Kleingartenkolonie 115 am Wasserturm. Statt Grün und Erholung: Baulandspekulanten freuen sich auf Profite und scheren sich dabei nicht um Recht und Gesetz. – Foto: Dr. Ralf Cüppers

Ein Leserbrief von Dr. med. Helmreich Eberlein, Flensburg

Im Leitartikel »Bak op om de store partier« (in der Flensborg Avis) vom 14.7.21 schreibt Niels Ole Krogh, wir sollten bei der nächsten Kommunal-Wahl eine der vier großen Parteien wählen, denn nur die würden die notwendige Kontinuität sichern.

Das ist ja eine merkwürdige Vorstellung von der obersten Priorität in der Kommunal-Politik! Kontinuität = weiter so als höchster Wert, und das in einer Zeit, wo angesichts der Menschheits-bedrohenden Krisen des Klimas und des Artensterbens am dringendsten ein radikaler Wandel zu moderieren ist, und die Bereitschaft zu Umdenken und Neudenken gefragt sein müsste!

In einer Situation, in der die bisherige Politik es nicht schafft, ausreichend günstigen Wohnraum bereit zu stellen, und neuen Wohnraum u.a. mit der Zerstörung von dringend benötigten Grünflächen schaffen will statt mit der Ertüchtigung leerstehender Altbauten. Wo eine wirklich zukunftsgerichtete Verkehrspolitik ständig verzögert wird und nicht vom Fleck kommt. Wo die Stadtwerke keinen Plan haben, wie sie das Pariser Klimaziel einhalten wollen, und Fernwärme immer noch ausschließlich mit fossilen Energiequellen produzieren. In einer Situation, wo sich die übergroße Mehrheit der Flensburger:innen von den großen Parteien nicht wirklich vertreten fühlt, denn nur 35% gehen überhaupt zur Wahl. Stattdessen gründen sie immer neue Bürgerinitiativen, um sich irgendwie Gehör zu verschaffen, und machen alle die Erfahrung, dass sie nur abgewimmelt werden, ihre Stimme und Expertise unerwünscht ist, ihre Meinung stört und nicht ernst genommen wird. Selbst noch der Vorsitzende der Arbeitgeber-Vereinigung beschrieb neulich in einem Leserbrief diese Erfahrung, die viele andere erst recht machen.

Und da meint Niels Ole Krogh, wir sollten sicherstellen, dass alles so weiter läuft? Ich meine, es ist sehr gut, dass es endlich alternative Möglichkeiten gibt, wen man wählen kann, und die »großen Parteien« (die so groß gar nicht sind: 20 Prozent von 35 Prozent sind nur 7 Prozent der Wahlberechtigten!) gezwungen werden, mehr den Wählern zuzuhören und sie ernster zu nehmen. Die WiF wurde damals nicht ohne Grund auf Anhieb zur größten Fraktion! Wer weiß, ob nicht das Bündnis Solidarische Stadt einen ebensolchen Erfolg starten kann. Derzeit ist ein Bürgerbegehren für fossilfreie Stadtwerke in Vorbereitung. Mal sehen, ob die »großen Parteien« diesmal auf die Bürger:innen hören wollen!

Die Wiedervereinigung – ein Erfolgsprojekt? – Online-Veranstaltung am 26. Juli 2021

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DIE LINKE. Schleswig-Holstein und DIE LINKE. Flensburg laden am Montag, den 26. Juli um 19 Uhr zu Vortrag und Diskussion ein:

mit Eva von Angern – Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt
und Luca Grimminger – Kreisvorsitzender DIE LINKE. Flensburg und Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Schleswig-Holstein

Noch immer macht es für Rentner*innen aber auch Arbeitnehmer*innen einen Unterschied, ob sie in Ost oder West arbeiten. Ganz absurd wird dieser Ungleichheit zum Beispiel in Berlin, wo Beschäftigte bei dem gleichen Unternehmen in Ost- und West-Berlin unterschiedliche Gehälter erhalten, obwohl sie oft nur hunderte Meter voneinander entfernt malochen.
Aber auch in der Fläche gibt es viele Probleme wie die Abwanderungen der Bevölkerung. Besonders davon betroffen ist Sachsen-Anhalt. Laut einer Studie aus 2020 ziehen von hier besonders viele junge Menschen weg.
Ist die Einheit also ein Erfolgsprojekt?
Fast 31. Jahre nach dem Vollzug der Einheit wollen wir über diese Frage und viele weitere sich ergebende Aspekte am 26.7. um 19 Uhr mit Eva von Angern, der Fraktionsvorsitzenden von DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt sprechen.

Die Veranstaltung wird über Facebook Live, YouTube und auf unserer Homepage; https://www.linke-flensburg.de/ übertragen.
YouTube: https://youtu.be/Dn8W_gJUFHE

Kidical Mass – Per Rad sicher unterwegs in Flensburg am 29. Juli ab 10 Uhr vom Nordertor

Kidical Mass – erste Fahrrad-Demo in Flensburg für Kleine und Große!

Am Donnerstag, 29. Juli 2021, um 10:00 Uhr, treffen sich am Flensburger Nordertor alle Alterstufen – und alle per Rad! Die erste Kidical Mass führt vom Nordertor zum Südermarkt. Wer sich für eine kinderfreundliche und lebenswerte Stadt einsetzen will, ist eingeladen mitzufahren! Hier die Informationen zur Aktion.

Foto: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke Mehr Platz, Freiräume und Spaß am Fahrradfahren!

Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? Wenn die Antwort nein lautet, dann muss was passieren. “Ich freue mich, dass es jetzt auch in Flensburg eine Kidical Mass gibt”, sagt Hanna Schmidt, Co-Initiatorin und Mitglied des ADFC-Sprecher:innen-Teams.

Aus Gesprächen wisse sie, so Schmidt, dass viele Menschen gern radfahren würden. Aber zwischen den Autos fühlen sie sich unsicher und sind auch in Sorge um ihre Kinder. “Deshalb setzen wir mit dieser bunten Demonstration ein Zeichen für ein fahrradfreundliches Flensburg!”

„Mehr Platz fürs Rad – mehr Platz für uns!“
“Was wir wollen: Sicher radfahren – gute Wege – für Große und Kleine!“

Alle Infos zur Aktion

1. Darum geht es bei der Kidical Mass

Kidical Mass (mehr) ist eine Initiative, die sich für kinder- und klimafreundliche und damit lebenswertere Städte für alle Generationen einsetzt.

  • Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können!
  • Angstfreies Radfahren für alle Generationen!
  • Sichere Schulweg-Radnetze!
  • Tempo 30 innerorts!

In Flensburg wird die Aktion im Rahmen des Fahrrad-Sommers durchgeführt von ADFC Flensburg, Critical Mass Flensburg, Innenstadtforum Südermarkt-PLUS und VCD Flensburg.

2. Mitmachen: Alle Räder und Altersgruppen sind willkommen!

  • Es gibt keine Altersgrenze. Das Fahrtempo der Kidical Mass wird den Kleinsten angepasst, die auch gerne mit dem Laufrad mitfahren können. Die Schnelleren zeigen Geduld und nehmen Rücksicht.
  • Willkommen ist alles, was rollt: Auch mit Lastenrad, Skates, E-Tretroller und Rollstuhl bist du eingeladen. Wir werden uns bemühen, die Strecke möglichst barrierefrei zu gestalten. Hier bestimmen nicht die Größten und Stärksten das Tempo.
  • Natürlich darfst du auch mitfahren, wenn du kein Kind hast! Eingeladen sind alle, die Lust auf einen gemeinsamen Stadtradel-Ausflug haben.

3. Start und Ziel

Wir wollen gemeinsam eine tollen Mitmachaktion aus der Demo machen.

  • Wir treffen uns am Donnerstag, 29. Juli, um 10:00 Uhr am Nordertor. Zu Beginn gibt es eine kurze Information.
  • Dann steigen wir mit dem nötigen Abstand auf die Räder und fahren durch die Stadt!
  • Wir arbeiten an einem kleinen Rahmenprogramm mit Musik und gegebenenfalls kleinen Spielen, damit für Klein und Groß was dabei ist.
  • Ziel ist der Südermarkt, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet.

4. Wir bleiben auf der sicheren Seite!

  • Die Kidical Mass ist eine betont familienfreundliche Aktion. Wir halten die aktuellen Corona-Regeln ein. Dazu wird zu Beginn informiert.
  • Als angemeldete Demonstration haben wir besondere Rechte. Der Verkehr wird von der Polizei abgeschirmt. Wir werden also behütet durch die Stadt begleitet.
  • Außerdem wird uns medizinisches Personal begleiten.
  • Bitte trag Sorge, dass du bzw. deine Kinder haftpflicht- bzw. unfallversichert sind.

5. Wir freuen uns über Unterstützung!

  • Hilf uns, die Aktion bekannt zu machen: Lade andere ein und bring sie zur Veranstaltung mit!
  • Wir freuen uns über deine Mitgliedschaft oder eine Spende für VCD und ADFC!

Kidical Mass: Eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt!

P.S. Kidical Mass ist eine Tochter der Critical Mass. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier: mehr

Foto: Margit ClassenKidical Mass in Mönchengladbach: Alle können mitmachen!
Foto: Sebastian PeterKIDICAL MASS: Mehr sichere Radwege!

Brandgefahr bei Photovoltaik-Anlagen ist ein Gerücht

Immer wieder machen im Internet Gerüchte die Runde, dass von Photovoltaikanlagen eine erhöhte Brandgefahr ausgehe. Zudem hält sich hartnäckig die Legende, dass die Feuerwehr nicht löscht, wenn eine Photovoltaikanlage installiert ist. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ist diesen Fragen nachgegangen und hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Brandrisiko gefunden.

Photovoltaikanlagen liegen im Trend. Nahezu täglich fragen Interessierte bei der Verbraucherzentrale nach Informationen und Beratung zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Anlagen für den selbst erzeugten Sonnenstrom bieten Hausbesitzern und Mietern die Möglichkeit, Stromkosten zu senken und dabei etwas für Umwelt, Klima und Energiewende zu tun.

Keine auffallend erhöhte Brandgefahr bei Photovoltaikanlagen

Zugleich schüren unter anderem Klimawandel-Leugner immer wieder Ängste, dass Photovoltaikanlagen angeblich ein erhöhtes Brandrisiko mit sich bringen. Belege dafür hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein trotz intensiver Recherche nicht gefunden. „Laut der umfangreichen Recherche des vom TÜV Rheinland, Fraunhofer ISE und Bundeswirtschaftsministerium geförderten Leitfadens Brandrisiko haben etwa 0,016 Prozent der bis 2013 der in Deutschland verbauten Anlagen tatsächlich einen Brand verursacht“, sagt Sascha Beetz, Referent für Energie und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die Ursache waren in der Regel Planungsfehler, defekte und dennoch verbaute Geräteteile oder Installationsfehler.“ Wichtig sind deshalb der fachgerechte Einbau und die regelmäßige Wartung oder Überprüfung der Anlagen, beispielsweise nach Unwettern. Die höchste Brandgefahr in deutschen Haushalten geht von Wäschetrocknern aus, gefolgt von weiteren Haushaltsgeräten.

verbraucherzentraleHausdächer mit Solaranlagen werden gelöscht

Kommt es zu einem Brand, so muss die Feuerwehr in jedem Einzelfall das Risiko für die Einsatzkräfte abschätzen. Diese sind im Umgang mit stromführenden Materialien und Batteriespeichern ausgebildet. Die Brände werden bestmöglich gelöscht. Nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes DFVW war in den letzten zehn Jahren trotz des enormen Zubaus keine übermäßige Steigerung der Brandgefahr durch installierte Anlagen zu erkennen.

Information und Beratung zu Photovoltaikanlagen

Wer sich für eine Photovoltaikanlage interessiert, bekommt bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale alle wichtigen Informationen zu Planung, Sicherheit und Kosten. Vertragsangebote für Miet-Photovoltaikanlagen können Interessierte außerdem von Fachleuten für Energierecht prüfen lassen, um Kostenfallen zu vermeiden.

Flensburg per App erkunden: Mit nachhaltigem Blick auf die eigene Stadt schauen

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Foto: Jan Sohler & Anna Glindemann

Stadtspaziergang des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.  jetzt mit kostenloser App

Flensburg, 16.07.2021. Seit heute können sich Flensburger*innen über eine weitere Corona-konforme, kostenlose Aktivität freuen: Ein neuer App-basierter Stadtspaziergang lädt ein, die eigene Stadt an sieben Stationen von der nachhaltigen Seite zu entdecken.

Der interaktive Stadtrundgang des Flensburger Vereins „Transformatives Denk- und Machwerk e.V.“, der in Kooperation mit der Stadt Flensburg gestaltet wurde, beginnt am Museumsberg. Er führt am Diakonissenkrankenhaus vorbei durch die Norderstraße bis zum Kompagnietor im Hafenbereich. 1,5 Stunden Zeit sollten zum Besuch aller Stationen eingeplant werden, aber der Vorteil der App-Lösung ist natürlich ein von den Teilnehmer*innen frei wählbares Tempo. Mit Hilfe der Navigationsfunktion werden Interessierte von Station zu Station geleitet und ermutigt, auf dem Weg die Augen offen zu halten und die Umwelt (neu) zu entdecken. Unterwegs gibt es Quizfragen, Wahrnehmungsaufgaben sowie Lehrreiches zu den Themen Suffizienz und Stadtplanung.

„Suffizienz in der Stadtplanung bedeutet vor allem, dass sich eine möglichst komfortable Alltagsbewältigung und nachhaltiger Städtebau nicht ausschließen”, so Levke Mahrt, vom Arbeitskreis Rundgänge im Transformativen Denk- und Machwerk e.V.. Ihre Kollegin Anna Glindemann, ehemalige Praktikantin bei der Stadt Flensburg im Forschungsprojekt „Entwicklungschancen und -hemmnisse suffizienzorientierter Stadtentwicklung“ (EHSS), ergänzt: „Der Spaziergang knüpft genau an diesem Punkt an und zeigt auf, welche Handlungsmöglichkeiten beispielsweise kommunale Planung besitzt, um eine ressourcenarme und dennoch lebenswerte Stadt für viele zu gestalten.“

Bound

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So geht’s zum interaktiven Stadtspaziergang:

Benötigt wird die App „Action Bound“, die kostenlos im Google Play Store bzw. Apple App Store auf das Smartphone bzw. Tablet heruntergeladen werden kann. Über einen QR-Code lassen sich dann die Informationen für den Stadtspaziergang kostenlos herunterladen. Für den Rundgang ist so keine Internetverbindung notwendig. Alternativ kann in der Action Bound App selbst unter „Bound finden“ das Stichwort Suffizienz eingegeben werden, auch dann erscheint der Rundgang.

Hintergrund: Klimawandel, knappe Ressourcen und soziale Ungleichheit als Themen der Stadtplanung

Besonders in der Stadtplanung wird der Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels, knapper werdenden Ressourcen und steigender sozialer Ungleichheit zukünftig stärker thematisiert und gestaltet werden müssen. Ein Aspekt zeigt sich bereits jetzt in Flensburg: Der Neubau von Wohn- und Geschäftsgebäuden bedeutet, dass der Flächenverbrauch steigt. Vorher freie Flächen, oftmals öffentliche Räume oder Grünflächen, müssen zu Gunsten von Neubauten weichen, wodurch der Druck auf lokale Ökosysteme wächst und es nicht selten zu Konflikten mit Anwohnenden oder Umweltschutzorganisationen kommt. Auch stellt sich die Frage, für wen die Stadt gebaut wird – für Menschen, die auch ohne energieintensive Fortbewegungsmittel, also Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen, ihren Alltag bewältigen wollen, oder sind Wege zur Arbeit oder dem Einkaufen nur mit dem Auto zu bewerkstelligen?

Suffizienz will in Ergänzung zu den technikbasierten Nachhaltigkeitsstrategien der Effizienz und Konsistenz den absoluten Ressourcenverbrauch im Rahmen einer Änderung der Verhaltensweisen von Menschen senken und dabei soziale und ökologische Belange zusammenführen. Suffizienz orientiert sich an einem Leben nach dem menschlichen Maß, das heißt Räume sollen für möglichst viele Menschen nutzbar sein.

Auf die Frage, weshalb Suffizienz zukünftig stärker in die Stadtplanung integriert gehört, antworten Alexandra Knak, Mitarbeiterin im Forschungsprojekt EHSS seitens der Stadt Flensburg, und Henning Brüggemann, Bürgermeister der Stadt Flensburg und Projektleiter des Forschungsprojektes seitens der Stadt: „Nur mit technischen Innovationen für eine immer effizientere Nutzung von Ressourcen und ihre Rückgewinnung werden wir die Übernutzung unserer Ökosysteme nicht in den Griff bekommen. Es braucht zusätzlich eine Änderung in unseren Verhaltensweisen und einen Wandel unserer kulturellen Leitbilder. Hier setzt Suffizienzpolitik an. Durch städtebauliche Rahmenbedingungen begünstigt sie ressourcenarme Lebensweisen, die dem Leitbild des immer Mehr ein Genug entgegensetzen.“

MachwerkMit der Entstehung des suffizienzorientierten Stadtspaziergangs setzen die Stadt Flensburg, der gemeinnützige Flensburger Verein „Transformatives Denk- und Machwerk e.V.“ sowie das an der Europa-Universität Flensburg angesiedelte Forschungsprojekt EHSS ihre Zusammenarbeit auch in diesem Jahr fort. Weitere Informationen und Kontakte des Transformativen Denk- und Machwerk e.V.: https://transformwerk.org/suffizienz-in-flensburg/

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