Archiv der Kategorie: Stadtwerke

Hier finden sich Artikel und Material über die Stadtwerke Flensburg

Stadtwerke Flensburg beliefern öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein mit Öko-Strom

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit mehreren Jahren Strom für öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein. Nun wurde der Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Foto: Jörg Pepmeyer

Liefervolumen entspricht mehr als die Hälfte des gesamten Flensburger Stromverbrauchs

Öffentliche Ausschreibung: Stadtwerke Flensburg erhalten erneut Zuschlag für die Strombelieferung öffentlicher Liegenschaften in Schleswig-Holstein

Flensburg. Die Stadtwerke Flensburg werden ab 2022 für zwei weitere Jahre viele öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein mit Öko-Strom versorgen. Hierzu gehören diverse Organisationen und Behörden des Bundes, des Landes Schleswig-Holstein und Kommunen mit rund 2.400 Zählern. Das Liefervolumen beträgt 255 Millionen Kilowattstunden im Jahr mehr als die Hälfte des gesamten Flensburger Stromverbrauchs. Die öffentlichen Einrichtungen hatten die Stromversorgung für die Lieferjahre 2022 und 2023 EU-weit über die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) ausgeschrieben, die nun einen neuen Rahmenvertrag mit den Stadtwerken Flensburg geschlossen hat.

Als zentraler Dienstleister des Landes Schleswig-Holstein übernimmt die GMSH die staatlichen Bauherren- und Planungsaufgaben für Land und Bund in Schleswig-Holstein. Außerdem ist sie zuständig für die Bewirtschaftung der vom Land genutzten Liegenschaften und für die Beschaffung von Material und Leistungen für die Landesbehörden. Diese Leistungen kann sie auch sonstigen Trägern der öffentlichen Verwaltung anbieten, zum Beispiel Kommunen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Für ihre Kunden schreibt die GMSH regelmäßig Rahmenverträge über verschiedenste Leistungen aus. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung für die Stromversorgung für die Jahre 2022 und 2023 konnten sich die Stadtwerke Flensburg gegen den Wettbewerb behaupten.

„Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit 2003 Strom an diverse öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein,“ berichtet Ralph Hansen, der bei den Stadtwerken für die Kundenbetreuung zuständig ist. „Deshalb freut es mich, dass unser Angebot wieder den Zuschlag bekommen hat. Bei der Ausschreibung konnten wir die fünf bereits in den Jahren 2020 und 2021 versorgten Bestandslose sichern und neue Lose hinzugewinnen.“

Der Stadtwerke Flensburg GmbH gelang es, sich erneut gegen renommierte Wettbewerber durchzusetzen und die Stromversorgung für öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein für weitere zwei Jahre zu übernehmen. Dabei waren der Preis und die Kompetenz, die die Stadtwerke bereits im Geschäft mit sogenannten Bündelkunden haben, ein mitentscheidender Faktor. „Denn die saubere Abrechnung von über 3.000 mehr oder weniger großen Gewerbekunden mit ganz unterschiedlichem Verbrauchsverhalten und Anforderungen erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Und natürlich auch das optimale Zusammenspiel der beteiligten Abteilungen Stromhandel, Netznutzung, Geschäftskundenvertrieb und Abrechnung.“ so Hansen abschließend.

Stadtwerke Flensburg verlegen neue Hochspannungsleitung

Spannung unter der Förde – Stadtwerke Flensburg starten Bohrung

Flensburg. Ab dem 10. Januar 2022 wird es spannend im Flensburger Hafen. Die Stadtwerke bohren direkt unter der Flensburger Förde, um dort eine Hochspannungsleitung zu verlegen. Mit der Horizontalbohrung werden verschiedene Leerrohre für die Leitung direkt vom Gelände des Flensburger Heizkraftwerkes zur Harniskaispitze gezogen.

Grund für die Unterwasserbohrung ist eine beschädigte 60.000 Volt-Hochspannungs-Kabelverbindung, welche vom Flensburger Heizkraftwerk ins Umspannwerk Ost führt. Das Umspannwerk dient dazu, die hohe Spannung auf haushaltsübliche Werte zu reduzieren und den Strom weiter zu verteilen.

„Das Kabel weist im alten Hafendüker, so wird der unterirdische Kanal genannt, einen Mantelfehler im äußeren Bereich auf und muss deshalb ausgetauscht werden.“ weiß Nils Seidel, der bei den Stadtwerken für die Planung zuständig ist. „Über eine Horizontalbohrung werden wir die Rohrleitungen unterirdisch wieder in Stand setzen und neue Kabel hineinlegen, ohne dafür einen Graben ausheben zu müssen, was unter Wasser sehr schwierig ist.“

Das dafür speziell notwendige Bohrwerkzeug steht bereits seit Dezember am Hafen und kommt nun zum Einsatz. Die Baustelle im Bereich des Heizkraftwerkes der Stadtwerke wird ab Montag, 10. Januar eingerichtet. Auch auf der gegenüberliegenden Hafenseite werden ab diesem Termin Vorbereitungen an der Hafenspitze getroffen; Die für die Leitung benötigten Leerrohre werden verschweißt und für den Einzug ausgelegt.

„Die Horizontalspülbohranlage wird einen unterirdischen Kanal bohren und auf ihrem Rückweg mehrere Leerrohre einziehen. In diese Leerrohre werden dann später Leitungen für Strom (neues Hochspannungskabel), Telekommunikation und weitere zukünftige Anwendungen eingezogen.“ erklärt Seidel weiter.

Auf einer Länge von insgesamt 370 m wird die Bohrung ca. 20 m unter dem Hafen erfolgen. Die Arbeiten sollen bis Anfang Februar dauern.

Ende Februar soll das „alte“ Kabel außer und das neue Hochspannungskabel in Betrieb gehen.

Stadtwerke Flensburg steigern Flensburgs Stromabsatz um 50 %

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit einem Jahr Strom für die bundeseigenen Immoblien. Zukünftig werden es fast 500 GWh järlich sein. Foto: Jörg Pepmeyer

Die Stadtwerke Flensburg werden ab 01. Januar 2022 weitere Immobilien der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit Strom versorgen.

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, wertet das als großen Erfolg: „Wir werden damit nochmals 175 Gigawattstunden (GWh) Strom an die BImA absetzen. Mit diesem Auftrag steigern wir unseren Stromabsatz um fast die Hälfte des Verbrauchs der Stadt Flensburg. Mit den 320 GWh, die wir bereits seit 01. Januar 2021 an die BImA liefern, setzen wir an diesen Kunden sogar mehr Strom ab als an unsere Heimatstadt.“

Frank Feustel, Leiter Stromvertrieb Geschäftskunden ergänzt: „Das ist auch ein Erfolg unserer strukturierten Beschaffungspolitik. Gerade jetzt ist die Preisentwicklung auf den Energiemärkten, auf denen wir als Versorger den Strom für unsere Kunden einkaufen, äußerst schwer vorhersehbar. Und gerade bei derart großen Mengen ist es wichtig, dass der Stromeinkauf strukturiert arbeitet und Risiken minimiert werden. Nur auf dieser Basis konnten wir der BImA ein attraktives Angebot machen.“

In Summe haben die Stadtwerke jetzt acht von elf Losen der aktuellen Ausschreibung gewonnen. Sieben davon mit Ökostrom. Insgesamt werden vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 nochmals 3.200 Zähler der BImA-Immobilien versorgt. Insgesamt beliefern die Stadtwerke dann Strom an 8.000 Zähler der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Deutschlandweit zählen dazu unter anderem bekannte Behörden wie die Bundespolizei und der Zoll.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums und handelt nach den modernen Standards der Immobilienwirtschaft. Sitz der Zentrale ist Bonn. Aufgabenschwerpunkte sind das einheitliche Immobilienmanagement des Bundes, Immobilienverwaltung und -verkauf sowie die forst- und naturschutzfachliche Betreuung der Geländeliegenschaften. Die BImA verfügt zudem über ein großes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, den sie primär im Rahmen der Wohnungsfürsorge Bundesbediensteten zur Verfügung stellt. Die Wohnraumoffensive des Bundes unterstützt die Bundesanstalt, indem sie nun auch selber baut.

Die BImA deckt den Grundstücks- und Raumbedarf der Bundesressorts durch Flächen und Gebäude im eigenen Bestand, durch Neubau, Kauf oder Anmietung. Im Anschluss stellt sie den Nutzern die Liegenschaften auf der Basis von Mietverträgen zur Verfügung. Mit rund 4.700 Dienstliegenschaften verwaltet die BImA nahezu alle Dienstliegenschaften des Bundes, darunter beispielsweise die Verwaltungsgebäude der Ministerien und Oberen Bundesbehörden sowie die Bundeswehrliegenschaften im Inland.

Umweltschützer: Darstellung des Strommixes der Stadtwerke Flensburg ungenügend

Kritik von Flensburger Umweltschützern gibt es an der am 14.12. von den Stadtwerken veröffentlichten Darstellung der Zusammensetzung des Strommixes.

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

Die Stadtwerke sind gesetzlich verpflichtet im Rahmen der sog. Stromkennzeichnung jährlich über die Herkunft, den Energiemix und die CO2-Bilanz des von ihnen vermarkteten Stroms Auskunft zu geben. Philipp Austermann von der Initiative Fossilfreies Flensburg hatte vor einigen Wochen eine aktuelle Darstellung des Strommixes bei den Stadtwerken angefordert und für das Jahr 2019 den untenstehenden und recht ausführlichen Chart bekommen.

Kritik gibt es nun allerdings von ihm an der mit Datum 14.12.2021 auf der Homepgae der Stadtwerke veröffentlichten Stromkennzeichnung für das Jahr 2020. https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/Strommix-SWFL.pdf

Nach Ansicht von Austermann sei die mit den Veröffentlichungen der vorangegangenen Jahre nicht vergleichbar, wie auch die von 2019. Bei der Stromkennzeichnung für 2020 fehle im „Energieträgermix Stromprodukte“ der Anteil der „Erneuerbaren Energien, finanziert aus EEG“, weswegen dieser Mix nicht mit dem bundesweiten Durchschnitt (auf der rechten Seite) vergleichbar sei.

Der Umweltaktivist hat nun in einer Mail die Stadtwerke angefragt, ob sie das noch korrigieren wollen, oder ob sich die Veröffentlichungsvorschriften dahingehend verändert hätten, dass hier keine Vergleichbarkeit mehr gegeben sein muss.

Darüber hinaus bittet Austermann die Stadtwerke um Mitteilung, wo die Veröffentlichung gemäß § 8 Abs. 3 EWKG (Gesetz zur Energiewende und zum Klimaschutz in Schleswig-Holstein) für 2020 abgerufen werden kann.

Darstellung des Energiemixes für das Fernwärmenetz schwierig zu finden und nicht aktuell

Ein Beispiel hierfür ist auch die Darstellung des Energiemixes des von den Stadtwerken betriebenen Fernwärmenetzes in Langballig. In dieser Darstellung sind entsprechend § 8 Abs. 3 EWKG von den Stadtwerken die Werte bezüglich der CO2-Emissionen, des Energieträgermixes sowie des Primärenergiefaktors für das Jahr 2019 dokumentiert (da gibt es im Text zwar die fehlerhafte Zahl 2016, es gilt aber 2019). Dort werden 97,7% der Wärme mit Holzhackschnitzeln und Biogas erzeugt. Lediglich 2,3% entfallen auf den Einsatz von Heizöl. Allerdings steht dort nicht, wo die jeweiligen Energieträger herkommen.

Wünschenswert wäre das allerdings auch für die entsprechenden Angaben des Fernwärmenetzes in Flensburg. Nur leider sind die aktuellen Daten auf der Homepage der Stadtwerke für einen Laien faktisch nicht zu finden. Und für 2020 gibt es ebensowenig eine Zusammenstellung des Energieträgermixes, lediglich für 2019: https://www.swfl.de/fileadmin/user_upload/pdf/fernwaerme/Flensburg/EWKG-Angaben-Flensburg-2019.pdf. Dabei ist auffällig, dass 94% der für die Wärmeerzeugung in Flensburg aufgewendeten Energieträger fossile Brennstoffe, wie Kohle, Erdgas und Heizöl sind. Von einer CO2- und klimaneutralen Versorgung mit Fernwärme sind die Stadtwerke Flensburg somit noch meilenweit entfernt.

Insofern sollten die Stadtwerke diese Daten zukünftig detaillierter aufbereitet, transparent und aktualisiert der Öffentlichkeit zugänglich machen, und dies auch zügig in Angriff nehmen. Vielleicht sollten sich aber auch die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke und die politischen Gremien der Stadt Flensburg noch mal darüber Gedanken machen, wie die gesetzlichen Vorgaben in diesem Sinne besser umgesetzt werden können.  

Vertragsverlängerung – Stadtwerke Flensburg beliefern JYSK bundesweit weiter mit Öko-Strom

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit fünf Jahren Strom an das Einrichtungsunternehmen JYSK (ehemals DÄNISCHES BETTENLAGER). Foto: Jörg Pepmeyer

Flensburg. Die Stadtwerke Flensburg versorgen JYSK bereits seit 2016 mit Öko-Strom. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von 47 Millionen Kilowattstunden pro Jahr und eine Laufzeit bis zunächst Ende 2022.

Veit Scheffel, Kundenbetreuer und Produktentwickler bei den Stadtwerken, freut sich über die Vertragsverlängerung. „Ich freue mich sehr, dass wir im nationalen Stromvergleich für unsere Kunden nach wie vor attraktiv sind. Das liegt sicher an unseren stabilen und fairen Preisen, aber auch an der jahrelangen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unserem Kunden JYSK.“

Als ein fortschrittliches Unternehmen bieten die Stadtwerke Flensburg ihren Geschäftskunden maßgeschneiderte Lösungen an, die optimal auf ihren Bedarf abgestimmt sind. „JYSK hat sich für ein Tranchenmodell entschieden, welches das Beschaffungsrisiko minimiert.“ berichtet Scheffel weiter. „Die aktuelle Strompreisentwicklung zeigt es ganz deutlich: Der Anstieg der Marktpreise für Strom (sowie Gas) kann besonders für Unternehmen momentan extreme Preiserhöhungen bedeuten. Wer auf herkömmliche Beschaffungsmodelle wie z.B. die Stichtagsbeschaffung setzt, kann von diesen Erhöhungen überrascht werden. Genau dafür bieten wir unseren Großkunden mit der Tranchenbeschaffung die Lösung.“

Auch Michael Rotermund, Head of Communications bei JYSK ist von diesem Modell überzeugt. „Zusammen mit den Stadtwerken haben wir die Gesamt-Strommenge, die wir für weite Teile unserer deutschen Filialen benötigen, in sechzehn Tranchen aufgeteilt und werden diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten kaufen. Durch den Mischpreis, der dadurch entsteht, erhoffen wir uns Vorteile. Wir legen fest, wann und zu welchem Preis wir die Tranchen kaufen, so verteilt sich das Risiko.“

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg sieht die hohe Bedeutung dieses Kunden: „Die Stadt Flensburg verbraucht pro Jahr rund 339 Millionen Kilowattstunden, JYSK 48,5. Dieser Auftrag hat ein Volumen, das fast 14 % des Flensburger Stromverbrauchs entspricht.“

Der Öko-Strom stammt aus dem Kraftwerk Bjølvo in Norwegen und wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen. Bei der Erzeugung entstehen weder CO2 noch andere Schadstoffe, was durch ein Zertifikat des TÜV Nord bescheinigt wird.

 

Preiserhöhung der Stadtwerke Flensburg: Strom mehr als 9% – Wasser 2,5%

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Foto: Jörg Pepmeyer

Nach der Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% folgen jetzt Strom und Wasser. Die Stadtwerke begründen die Preiserhöhung für Strom, der Arbeitspreis steigt um 9,9%, mit erheblichen Preissprüngen an den Rohstoffmärkten und Strombörsen. Beim Wasserpreis sei nach Angaben der Stadtwerke die Preiserhöhung „inflationsbedingt“ notwendig. Dazu die Mitteilung der Stadtwerke Flensburg:

Strom- und Trinkwasserpreise 2022

Die Höhe der Strompreise basiert auf unterschiedlichsten Kostenbestandteilen sowie Abgaben und Umlagen. Während die staatliche Abgabe für erneuerbare Energien für 2022 sinkt, sind die Kosten an den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe zur Stromproduktion und die Strompreise an den Strombörsen um mehr als das Doppelte gestiegen. Darum müssen die Stadtwerke Flensburg zum 01. Januar 2022 ihre Strom-Preise anpassen. Beim Trinkwasser ist dies inflationsbedingt ebenfalls notwendig.

Im gesamten Jahr 2021 lagen die Strom- und Wasserpreise der Stadtwerke auf dem Niveau des Vorjahres. Das ist in 2022 nicht mehr möglich. Beim Strom ist zwar die staatliche Abgabe für erneuerbare Energien um rund 50 % gesunken, dieser Rückgang wird aber durch außergewöhnlich stark gestiegene Preise an den Rohstoffmärkten und Strombörsen mehr als umgekehrt. Der Preis für Erdgas stieg in den letzten 12 Monaten um rund 130 %, Kohle um 70 % und CO2-Zertifikate um 113 %. Die Preise für die Beschaffung von Strom (dann notwendig, wenn das wärmegeführte Flensburger Kraftwerk nicht genügend Strom produziert), entwickelten sich um 113 % nach oben. Die Erhöhung der CO2-Preise ist staatlich gewollt. Die hohen Rohstoff- und Strombörsenpreise sind auch für Experten kaum noch zu interpretieren.

Die Märkte verhalten sich extrem nervös und die weitere Entwicklung ist schwer vorhersehbar. Für Erdgas und Kohle gibt es weltweit eine hohe Nachfrage, insbesondere in Asien, wo die Konjunktur früher angesprungen ist als in Europa. Das führt gemäß dem Gesetz von Angebot und Nachfrage zu hohen Preisen für diese Komponenten.

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg sagt zur Kostensituation: „Wir geben die Senkung der EEG-Umlage zu 100 % an unsere Kunden weiter. Bei den Beschaffungskosten und Börsenpreisen haben wir mit spitzem Bleistift gerechnet und einige Einsparpotentiale gefunden.“ Trotzdem ist eine Anpassung des Strompreises in der Grundversorgung zum 01. Januar 2022 um rund 9 % unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung etwas mehr als 5 Euro pro Monat und bei einem Haus etwas mehr als 10 Euro pro Monat aus.

Der Trinkwasserpreis ist weniger komplex als der Strompreis, da hier deutlich weniger Kostenbestandteile einfließen. Diese sind aber inflationsbedingt gestiegen, so dass auch der Trinkwasserpreis zum 01. Januar 2022 im Grund- und Arbeitspreis um 2,5 % angepasst werden muss. Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke Flensburg, erklärt, wie sich das auswirkt: „Bei einer Wohnung sind das rund 50, bei einem Haus etwas mehr als 60 Cent pro Monat höhere Kosten, je nach Verbrauch.“

    2021 2022 22 vs 21  
          %
Strom Grundversorgung Grundpreis 89,88 €/Jahr 89,88 €/Jahr 0,0 €/Jahr 0,0
  Arbeitspreis 31,15 ct/kWh 34,22 ct/kWh 3,07 ct/kWh 9,9
Trinkwasser Grundpreis 83,19 €/Jahr 85,27 €/Jahr 2,08 €/Jahr 2,5
  Arbeitspreis 1,75 €/m³ 1,79 €/m³ 0,04 €/m³ 2,5

Die monatlichen Abschläge bleiben unverändert. Die Stadtwerke empfehlen eine entsprechende Anpassung analog zu den Energiekosten. Entweder selbst im Kundenportal oder beim Service-Cente

Märchen unter dem Wasserturm in den Herbstferien

Zum Abschluss der Märchenwoche am 15. Oktober ein fantastischer Märchenabend mit Mitmachaktionen im Volkspark

Flensburg. Vom 11. bis 14. Oktober gibt es jeden Tag um 17 Uhr eine Märchenerzählung (ca. 30 min) am Fuße des Wasserturmes (Volkspark) unter freiem Himmel… Märchenerzählerinnen aus der Region laden im Auftrag des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Flensburg alle Menschen Groß und Klein herzlich ein, ihren Geschichten zu lauschen. Vor und nach der Geschichte ist Gelegenheit die großen Märchenfiguren rund um den Wasserturm genauer zu bestaunen. Es wird ein paar Sitzgelegenheiten vor Ort geben. Kissen können gerne mitgebracht werden.
Die Märchenwoche findet ihren Abschluß in einem

Märchenabend im Volkspark Flensburg am Freitag – Die Herbstferien gemeinsam märchenhaft ausklingen lassen!

In Zusammenarbeit mit dem Bücherbusteam der Stadtbibliothek Flensburg und den Stadtwerken veranstaltet das Spielmobilteam des Kinder-und Jugendbüros Flensburg am Freitag, den 15.Oktober von 17 bis 20 Uhr einen fantastischen Märchenabend im Flensburger Volkspark.

Der Volkspark ist sowohl zu Beginn als auch am Ende der Aktion mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Haltestelle Bohlberg Linien 3 und 7) fabelhaft zu erreichen.
Teile des Parks werden in der Dämmerung mit hunderten mystischen Lichtern beleuchtet. Mit dem Sonnenuntergang um 18:23 Uhr kann der Aktionsort dann in einem völlig neuen Licht erlebt werden.
Der Wasserturm wird an diesem Abend bis 21 Uhr geöffnet sein und ermöglicht einen sagenhaften und kostenfreien Blick auf den Park und die Stadt von oben.
Das Spielmobilteam des Kinder-und Jugendbüros wird auf und um den Spielplatz am Wasserturm 10 faszinierende Märchen-Mitmachstationen aufbauen, an denen sich die großen und kleinen Besucher*innen verzaubern lassen können.
Am Bücherbus unter dem Wasserturm wird das Bücherbusteam der Stadtbibliothek Flensburg eine märchenhafte Malaktion anbieten.
Im dänisch-deutschen Märchenskulpturen-Park am Wasserturm können die mächtigen von Schüler*innen der Werkkunstschule Flensburg geschaffenen 17 Holzskulpturen bestaunt werden.

Wasserturm Mürwik

Foto: Stadtwerke Flensburg

Zur Aussichtsplattform in 26 m Höhe gelangen Besucher über eine Treppe oder den Aufzug. Oben führt ein Rundgang um den großen Wasserspeicher, in dem 1,5 Mio. Liter Trinkwasser bester Flensburger Qualität gespeichert sind. Die Wassertürme in Mürwik und auf der Westlichen Höhe sind wichtige Bestandteile der Flensburger Wasserversorgung. Sie sorgen für einen konstanten Wasserdruck im Leitungssystem und stehen auf den beiden höchsten Punkten im Westen und Osten der Stadt 77 Meter über Normalnull. Außerdem dienen ihre Wasservorräte als Reserven für Spitzenverbräuche, wie sie an heißen Sommertagen auftreten können.

KURT COBAIN – Better Listen – 15.+16. Oktober im Kühlhaus Flensburg

Theaterdrama von Rainer Hansen

Das Drama „Kurt Cobain – Better Listen“ mit Lasse Wagner als Cobain-Darsteller und Finja Sannowitz (Niederdeutsche Bühne Flensburg) als Kurts Ehefrau Courtney Love bringt mit musikalischer Begleitung der Kieler Rockband „Solid Water“ und weiteren renommierten Darsteller*Innen ein spannendes und tragisches Künstler-Leben auf die Theater-Bühne. Tauchen wir also ein in Songs wie „Smells Like Teen Spirit“, „Come As You Are“, „Heart Shaped Box“., die uns „Nirvana“ als Grunge-Pioniere, als Aushängeschild der Generation X hinterlassen haben.

Freitag, 15. und Samstag 16. Oktober 2021, Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr
Kulturwerkstatt Kühlhaus
Mühlendamm 25, 24937 Flensburg

Tickets: VVK 20 EUR / 14 EUR + GEB / AK 23 EUR / 17 EUR

Tickets hier

Mehr zum Kühlhaus: http://kuehlhaus.net/

Drei Mitarbeiter der Stadtwerke Flensburg unterstützen Flutopfer in der Region Ahrtal

Volker Hinrichs und Bjaven Perschk bei der Abfahrt von den Stadtwerken Flensburg

Am Sonntag machten sich die beiden Stromnetz-Spezialisten der Stadtwerke Volker Hinrichs und Bjaven Perschk auf den Weg. Mit einem Stadtwerke Werkstattwagen wollen sie den Flutopfern in der Region Ahrtal vor Ort helfen.

Eine Woche lang werden die beiden Niederspannungsmonteure den Fachleuten der Ahrtal-Werke in Bad Neuenahr-Ahrweiler bei den Arbeiten im sogenannten Niederspannungsnetz unter die Arme greifen. Das ist der Teil der Stromnetze, mit dem der Strom direkt in die Haushalte und kleinere Betriebe geleitet wird. Die Spannungen liegen dort im Bereich von 230 wie zuhause bis maximal 1.000 Volt.

Hauptaufgabe der Flensburger wird sein, die Netzanschluss-Installationen in den von der Flut betroffenen Häusern wiederherzustellen, damit die Stromversorgung wieder sicher und stabil funktioniert. Bisher gab es hier, wenn überhaupt, nur ein Provisorium. Bei den Arbeiten wird auch die Sicherheit der bisher nur notdürftig instandgesetzten Hausanschlüsse überprüft und es werden neue Zähle eingebaut.

Ab 18. Oktober werden sich die beiden Stadtwerke-Mitarbeiter Volker Hinrichs und Arne Andresen ein weiteres Mal auf den Weg ins Ahrtal machen, um nochmals Hilfe vor Ort zu leisten.

Für diese Hilfe werden sie von den Stadtwerken unbürokratisch freigestellt und mit allen Hilfsmitteln unterstützt, die sie für die Arbeiten benötigen.

Thomas Räther, Geschäftsbereichsleiter der Stadtwerke Energienetze, ist seinen Mitarbeitern sehr dankbar: „Für die Hilfs- und Einsatzbereitschaft sowie das Engagement bedanke ich mich sehr bei den drei Netzkollegen. Aber auch die Menschen vor Ort werden das sicher zu schätzen wissen und sich über eine gesicherte Energieversorgung nach so vielen Monaten freuen.“ Aufgerufen zu der Unterstützung hatten die Energieverbände.

Bündnis Klimabegehren Flensburg startet Crowdfunding – Digitale Infoveranstaltung am 5. Oktober

Unterstütze jetzt unser Crowdfunding!

Spende jetzt für unsere Kampagne!
Die meisten von euch wissen ja, dass wir seit Beginn des Jahres den Start des Klimabegehrens vorbereiten. In den letzten Monaten haben wir das Klimabegehren in Flensburg bekannt gemacht, inhaltliche Expert*innenpapiere geschrieben, Gespräche mit Stadt und Stadtwerken geführt, Infoveranstaltungen gemacht und uns mit anderen Klimaentscheid-Teams vernetzt. Bevor nun endlich die Unterschriftensammlung losgeht, müssen wir erstmal etwas anderes sammeln – nämlich Geld. Auch wenn wir unsere Ausgaben gering halten, ist unsere Kampagne nicht umsonst. Deswegen starten heute wir ein Crowdfunding! Damit wollen wir die Kosten für das Klimabegehren auf vielen Schultern verteilen. Denn wir brauchen euch alle, damit endlich wirksamer Klimaschutz in Flensburg umgesetzt wird.

Was ihr nun tun könnt:
1. Tragt mit eurer Spende auf Startnext zum Gelingen unserer Kampagne bei
2. Verbreitet unser Crowdfunding: Leitet diese Mail weiter oder teilt den Link über Social Media.

Wir stehen in den Startlöchern, um die Klimawende in Flensburg wirklich werden zu lassen. Gemeinsam mit euch schaffen wir den Absprung!

Kostenschätzung: Auftrag endlich erteilt

Es geht endlich voran!
Seit Mai warten wir auf die Kostenschätzung der Stadt, die wir brauchen, um mit der Unterschriftensammlung starten zu können. Die Stadt hat ein Gutachter*innenbüro gesucht, das die Kostenschätzung übernehmen kann – und nun endlich eins gefunden. Die Kostenschätzung wird von der Firma Ramboll übernommen. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt und hoffen, dass der Prozess zügig geht, damit wir möglichst bald anfangen können, Unterschriften zu sammeln. Derzeit planen wir Gespräche mit der Stadt und der Firma Ramboll, denn auch wir haben uns ja Gedanken zu den Kosten und zur technischen Umsetzbarkeit unserer Forderungen gemacht, die wir in den Kostenschätzungsprozess einbringen wollen.

Digitale Infoveranstaltung am 5. Oktober

Ihr wollt mehr über das Klimabegehren erfahren? Ihr wollt ein paar Gesichter aus unserem Bündnis sehen? Ihr wollt vielleicht sogar Teil unseres Projektes werden, das in Flensburg wirksamen Klimaschutz vorantreibt? Dann kommt zu unserer Online-Infoveranstaltung am 5. Oktober! Die Veranstaltung findet im Rahmen der Alternativen Orientierungswoche der Uni Flensburg statt – aber eingeladen sind alle, egal ob Studierende oder nicht.

Dienstag, 5. Oktober um 18 Uhr
Schaltet euch über diesen Link dazu: lecture.senfcall.de/til-cor-2nw-e9l

Wir freuen uns auf euch!

Flensburger Fernwärme wird teurer

Am Donnerstag haben die Stadtwerke Flensburg verkündet, dass ab dem 1. November Heizen um ganze 12,8% teurer wird. Die durchschnittlichen Abgaben pro Haushalt werden vermutlich bis Mitte nächsten Jahres um deutlich mehr als 20 Prozent steigen. Damit wird nun also Realität, was Umwelt- und Klimaschutzorganisationen seit langem prognostizieren. Grund für die erhöhten Kosten sind der gestiegene Preis für CO2-Zertifikate, die von den Stadtwerken auf dem Kohlenstoffmarkt bezahlen müssen. Wir fordern die Stadtwerke Flensburg auf, in Anbetracht einer sich immer weiter verschärfenden Situation endlich ein zukunftstaugliches Konzept für die Energiewende vorzulegen. Ein „Weiter so“ führt zu gewaltigen, nicht akzeptablen Belastungen für alle Bürger*innen Flensburgs.

Mehr auf https://klimabegehren-flensburg.de/

Bündnis solidarische Stadt Flensburg: Scharfe Kritik an der Preiserhöhung der Stadtwerke

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert scharf die Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% – Foto: Jörg Pepmeyer

Preiserhöhung als Ergebnis verfehlter Unternehmensstrategie

Exorbitante Preiserhöhung für die Fernwärme: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen«

Gabi Ritter, Fraktionsvorsitzende von Bündnis solidarische Stadt: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen« – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert die Unternehmensstrategie der Stadtwerke und den »intransparenten und undemokratischen Schweinsgalopp, mit dem die Preiserhöhung durchgedrückt wurde. Überfallartig wurde die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Folgen diskutieren und sozial abfedern zu können«, so Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis solidarische Stadt.

»Eine Strategie ist erst eine Strategie, wenn sie tatsächlich eine belastbare Strategie ist,“ ergänzt Ratsherr Andreas Zech, Diplom Kaufmann und ehemaliger Unternehmensberater. Und am kürzlich verabschiedeten Strategiepapier der Stadtwerke „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ lässt er kein gutes Haar: „Im  Strategiepapier 2021-2025 fehlt eine langfristige Strategie über 5 Jahre, um die ambitionierten und notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Klimaziele konkret erreichen zu können. Viele Fragen blieben offen, viele Themenbereiche wurden ausgeklammert. Daher haben wir, sowohl in der Gesellschafterversammlung als auch in der Ratsversammlung vom 19.08.2021 die Strategie 2021-2025 inhaltlich scharf kritisiert und konsequent abgelehnt.“

Ratsherr Andreas Zech von Bündnis solidarische Stadt: »Die Stadtwerke-Strategie 2021-2025 ist untauglich, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen.« Foto: Jörg Pepmeyer

Andreas Zech weiter: »Seit vielen Jahren haben sich die Stadtwerke erneuerbaren Energien verweigert. Ob Solar, Wind, Erdwärme, … für die Stadtwerke waren die erneuerbaren Energien kein Thema. Wider besseres Wissen hielten sie erst an der Kohle, und jetzt am Gas fest. Damit wurde und wird die Entwicklung, weg von fossilen und klimaschädlichen Brennstoffen – deren Kosten zunehmend unkalkulierbar werden – blockiert«.

Mit zunächst rekordverdächtigen 12,8 % Preiserhöhung für die Fernwärme läuten die Stadtwerke die Verteuerung ein. Der Grund: Höhere Beschaffungskosten für die klimaschädlichen Rohstoffe und die bei der Verbrennung anfallenden Emissionszertifikate.

»Dabei verschweigen die Stadtwerke, dass es sich gerade um den ersten Schritt einer Preiserhöhung von rund 25 % handelt«. Der zweite Schritt stehe für März 2022 schon im Raum. »Stets wurden klimaschonende Energiekonzepte als preistreibende, hohe Belastung für die Verbraucher*innen ins Feld geführt. Nun zeigt sich, dass es genau umgekehrt ist. Hätten die Stadtwerke schon vor Jahren angefangen, mit ihren hohen Gewinnen auf lokale, erneuerbare Energien zu setzen, wären wir dem unberechenbaren Rohstoffmarkt für fossile Brennstoffe nicht so ausgeliefert gewesen und die Preiserhöhung entsprechend moderater ausgefallen. Nun müssen 98 % der Flensburger Haushalte – also fast alle – diese Fehlentscheidungen mit ihrer Heizkostenabrechnung bezahlen«, kritisiert Gabi Ritter.

Jeglichen Mahnungen zum Trotz hätten die Stadtwerke auf ihr einträgliches Versorgungsmonopol bestanden und damit bis heute die Türen für regionale, klimaschonende und bezahlbare Versorgungsstrukturen verschlossen gehalten.

Das Bündnis solidarische Stadt erwartet jetzt von den Stadtwerken eine konsequente Umkehr ihrer Strategieplanung. Dazu gehöre als oberstes Ziel Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und soziale Verträglichkeit statt Rekordgewinne: »Flensburgs Dächer gehören umgehend mit Solarkollektoren ausgestattet. Wind, Erdwärme und Wasser sind lokale Ressourcen, die es zu nutzen gilt. Hier lohnt es zu investieren, da die Anlagen marktunabhängiger zu betreiben sind.«

Umgehend brauche es auch ein gestaffeltes Preissystem, um soziale Härten abzufedern. Ebenso erwartet das Bündnis solidarische Stadt einen transparenten Kommunikationsprozess unter Beteiligung der lokalen Energie- und Klimaschutzinitiativen und der interessierten Einwohnenden. »Deren Wissen und Expertise stellt eine unverzichtbare Ressource dar, um zeitnah in einen zukunftsfähigen, bezahlbaren Umbau der Energieversorgung einsteigen zu können«, unterstreicht Gabi Ritter abschließend.

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Zur Stadtwerke-Strategiedebatte auch der Rede-Beitrag von Ratsherr Andreas Zech auf der Ratsversammlung vom 19.08.2021

Beschaffungskosten mehr als verdoppelt – Stadtwerke Flensburg passen Fernwärmepreise an

Kraftwerk am Hafen-Westufer: Stadtwerke Flensburg begründen Fernwärme-Preiserhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten – Foto: Stadtwerke Flensburg

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg vom 01.10.2021: Die Stadtwerke Flensburg benötigen für die Produktion von Energie unter anderem Erdgas, Kohle und CO2-Zertifikate. Deren Preise an den Beschaffungsmärkten haben sich seit Oktober letzten Jahres mehr als verdoppelt. Einen derart hohen Kosten-Sprung nach oben führt dazu, dass die Stadtwerke zum 01. November 2021 ihre Preise für Fernwärme anpassen müssen.

Zum Jahresanfang 2021 konnten die Stadtwerke ihre Preise noch auf dem Niveau des Vorjahres halten und haben diese nicht erhöht. Das ist jetzt nicht mehr möglich, denn die Preise auf den Rohstoffmärkten sind förmlich explodiert. In den letzten 12 Monaten stiegen die Preise für Erdgas um rund 130 %, für Kohle um 70 % und für CO2-Zertifikate um 113 %. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im letzten Jahr. Für den CO2-Preis war das politisch gewollt und vorgesehen. Die Erklärung für die hohen Rohstoffpreise ist etwas komplexer, vielfältiger und auch für Experten nicht eindeutig zu interpretieren.

Fakt ist: Die Märkte sind seit einigen Monaten extrem nervös und volatil. Die sehr hohen Preise für Erdgas (LNG), die seit Monaten in Asien aufgerufen und auch bezahlt werden, tragen sicher auch zu den insgesamt hohen Gaspreisen in Europa bei. Die Kohlepreise steigen ebenfalls wohl auch aufgrund hoher Nachfrage. In Deutschland war Kohle wegen der vergleichsweise geringen Produktion aus der erneuerbaren Windenergie im ersten Halbjahr Hauptbrennstoff der Stromproduktion. Zu der prekären Marktsituation tragen weiter die niedrigen Speicherfüllstände in Europa und die Unsicherheit über russische Lieferungen insbesondere über die neue Leitung Nordstream 2 bei. Dazu Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Einen erheblichen Teil der mehr als doppelt so hohen Beschaffungskosten konnten wir durch Optimierungen und Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen.“

Obwohl die Stadtwerke so einen hohen Teil der Kostensteigerung übernommen haben, ist eine Anpassung des Fernwärmepreises zum 01. November 2021 um durchschnittlich 12,8 % pro Jahr an das gestiegene Beschaffungspreisniveau unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung 7 Euro pro Monat und bei einem Haus 26 Euro pro Monat aus.

Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke, gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr: „Die Beschaffungsmärkt sind aktuell sehr dynamisch und die Situation für 2022 ist zurzeit kaum vorhersehbar. Aber wir prüfen und bewerten dies regelmäßig und wenn sich etwas signifikant verbessern sollte, werden wir das berücksichtigen und an unsere Kunden weitergeben.“

 

Siehe dazu auch den Stadtblog-Beitrag vom 30.09.2021: Massive Preiserhöhungen der Stadtwerke: Initiative Klimabegehren Flensburg kritisiert Energiepolitik unter: https://akopol.wordpress.com/2021/09/30/massive-preiserhohungen-der-stadtwerke-initiative-klimabegehren-flensburg-kritisert-energiepolitik/

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