Archiv der Kategorie: Stadtwerke

Hier finden sich Artikel und Material über die Stadtwerke Flensburg

Märchen unter dem Wasserturm in den Herbstferien

Zum Abschluss der Märchenwoche am 15. Oktober ein fantastischer Märchenabend mit Mitmachaktionen im Volkspark

Flensburg. Vom 11. bis 14. Oktober gibt es jeden Tag um 17 Uhr eine Märchenerzählung (ca. 30 min) am Fuße des Wasserturmes (Volkspark) unter freiem Himmel… Märchenerzählerinnen aus der Region laden im Auftrag des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Flensburg alle Menschen Groß und Klein herzlich ein, ihren Geschichten zu lauschen. Vor und nach der Geschichte ist Gelegenheit die großen Märchenfiguren rund um den Wasserturm genauer zu bestaunen. Es wird ein paar Sitzgelegenheiten vor Ort geben. Kissen können gerne mitgebracht werden.
Die Märchenwoche findet ihren Abschluß in einem

Märchenabend im Volkspark Flensburg am Freitag – Die Herbstferien gemeinsam märchenhaft ausklingen lassen!

In Zusammenarbeit mit dem Bücherbusteam der Stadtbibliothek Flensburg und den Stadtwerken veranstaltet das Spielmobilteam des Kinder-und Jugendbüros Flensburg am Freitag, den 15.Oktober von 17 bis 20 Uhr einen fantastischen Märchenabend im Flensburger Volkspark.

Der Volkspark ist sowohl zu Beginn als auch am Ende der Aktion mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Haltestelle Bohlberg Linien 3 und 7) fabelhaft zu erreichen.
Teile des Parks werden in der Dämmerung mit hunderten mystischen Lichtern beleuchtet. Mit dem Sonnenuntergang um 18:23 Uhr kann der Aktionsort dann in einem völlig neuen Licht erlebt werden.
Der Wasserturm wird an diesem Abend bis 21 Uhr geöffnet sein und ermöglicht einen sagenhaften und kostenfreien Blick auf den Park und die Stadt von oben.
Das Spielmobilteam des Kinder-und Jugendbüros wird auf und um den Spielplatz am Wasserturm 10 faszinierende Märchen-Mitmachstationen aufbauen, an denen sich die großen und kleinen Besucher*innen verzaubern lassen können.
Am Bücherbus unter dem Wasserturm wird das Bücherbusteam der Stadtbibliothek Flensburg eine märchenhafte Malaktion anbieten.
Im dänisch-deutschen Märchenskulpturen-Park am Wasserturm können die mächtigen von Schüler*innen der Werkkunstschule Flensburg geschaffenen 17 Holzskulpturen bestaunt werden.

Wasserturm Mürwik

Foto: Stadtwerke Flensburg

Zur Aussichtsplattform in 26 m Höhe gelangen Besucher über eine Treppe oder den Aufzug. Oben führt ein Rundgang um den großen Wasserspeicher, in dem 1,5 Mio. Liter Trinkwasser bester Flensburger Qualität gespeichert sind. Die Wassertürme in Mürwik und auf der Westlichen Höhe sind wichtige Bestandteile der Flensburger Wasserversorgung. Sie sorgen für einen konstanten Wasserdruck im Leitungssystem und stehen auf den beiden höchsten Punkten im Westen und Osten der Stadt 77 Meter über Normalnull. Außerdem dienen ihre Wasservorräte als Reserven für Spitzenverbräuche, wie sie an heißen Sommertagen auftreten können.

KURT COBAIN – Better Listen – 15.+16. Oktober im Kühlhaus Flensburg

Theaterdrama von Rainer Hansen

Das Drama „Kurt Cobain – Better Listen“ mit Lasse Wagner als Cobain-Darsteller und Finja Sannowitz (Niederdeutsche Bühne Flensburg) als Kurts Ehefrau Courtney Love bringt mit musikalischer Begleitung der Kieler Rockband „Solid Water“ und weiteren renommierten Darsteller*Innen ein spannendes und tragisches Künstler-Leben auf die Theater-Bühne. Tauchen wir also ein in Songs wie „Smells Like Teen Spirit“, „Come As You Are“, „Heart Shaped Box“., die uns „Nirvana“ als Grunge-Pioniere, als Aushängeschild der Generation X hinterlassen haben.

Freitag, 15. und Samstag 16. Oktober 2021, Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr
Kulturwerkstatt Kühlhaus
Mühlendamm 25, 24937 Flensburg

Tickets: VVK 20 EUR / 14 EUR + GEB / AK 23 EUR / 17 EUR

Tickets hier

Mehr zum Kühlhaus: http://kuehlhaus.net/

Drei Mitarbeiter der Stadtwerke Flensburg unterstützen Flutopfer in der Region Ahrtal

Volker Hinrichs und Bjaven Perschk bei der Abfahrt von den Stadtwerken Flensburg

Am Sonntag machten sich die beiden Stromnetz-Spezialisten der Stadtwerke Volker Hinrichs und Bjaven Perschk auf den Weg. Mit einem Stadtwerke Werkstattwagen wollen sie den Flutopfern in der Region Ahrtal vor Ort helfen.

Eine Woche lang werden die beiden Niederspannungsmonteure den Fachleuten der Ahrtal-Werke in Bad Neuenahr-Ahrweiler bei den Arbeiten im sogenannten Niederspannungsnetz unter die Arme greifen. Das ist der Teil der Stromnetze, mit dem der Strom direkt in die Haushalte und kleinere Betriebe geleitet wird. Die Spannungen liegen dort im Bereich von 230 wie zuhause bis maximal 1.000 Volt.

Hauptaufgabe der Flensburger wird sein, die Netzanschluss-Installationen in den von der Flut betroffenen Häusern wiederherzustellen, damit die Stromversorgung wieder sicher und stabil funktioniert. Bisher gab es hier, wenn überhaupt, nur ein Provisorium. Bei den Arbeiten wird auch die Sicherheit der bisher nur notdürftig instandgesetzten Hausanschlüsse überprüft und es werden neue Zähle eingebaut.

Ab 18. Oktober werden sich die beiden Stadtwerke-Mitarbeiter Volker Hinrichs und Arne Andresen ein weiteres Mal auf den Weg ins Ahrtal machen, um nochmals Hilfe vor Ort zu leisten.

Für diese Hilfe werden sie von den Stadtwerken unbürokratisch freigestellt und mit allen Hilfsmitteln unterstützt, die sie für die Arbeiten benötigen.

Thomas Räther, Geschäftsbereichsleiter der Stadtwerke Energienetze, ist seinen Mitarbeitern sehr dankbar: „Für die Hilfs- und Einsatzbereitschaft sowie das Engagement bedanke ich mich sehr bei den drei Netzkollegen. Aber auch die Menschen vor Ort werden das sicher zu schätzen wissen und sich über eine gesicherte Energieversorgung nach so vielen Monaten freuen.“ Aufgerufen zu der Unterstützung hatten die Energieverbände.

Bündnis Klimabegehren Flensburg startet Crowdfunding – Digitale Infoveranstaltung am 5. Oktober

Unterstütze jetzt unser Crowdfunding!

Spende jetzt für unsere Kampagne!
Die meisten von euch wissen ja, dass wir seit Beginn des Jahres den Start des Klimabegehrens vorbereiten. In den letzten Monaten haben wir das Klimabegehren in Flensburg bekannt gemacht, inhaltliche Expert*innenpapiere geschrieben, Gespräche mit Stadt und Stadtwerken geführt, Infoveranstaltungen gemacht und uns mit anderen Klimaentscheid-Teams vernetzt. Bevor nun endlich die Unterschriftensammlung losgeht, müssen wir erstmal etwas anderes sammeln – nämlich Geld. Auch wenn wir unsere Ausgaben gering halten, ist unsere Kampagne nicht umsonst. Deswegen starten heute wir ein Crowdfunding! Damit wollen wir die Kosten für das Klimabegehren auf vielen Schultern verteilen. Denn wir brauchen euch alle, damit endlich wirksamer Klimaschutz in Flensburg umgesetzt wird.

Was ihr nun tun könnt:
1. Tragt mit eurer Spende auf Startnext zum Gelingen unserer Kampagne bei
2. Verbreitet unser Crowdfunding: Leitet diese Mail weiter oder teilt den Link über Social Media.

Wir stehen in den Startlöchern, um die Klimawende in Flensburg wirklich werden zu lassen. Gemeinsam mit euch schaffen wir den Absprung!

Kostenschätzung: Auftrag endlich erteilt

Es geht endlich voran!
Seit Mai warten wir auf die Kostenschätzung der Stadt, die wir brauchen, um mit der Unterschriftensammlung starten zu können. Die Stadt hat ein Gutachter*innenbüro gesucht, das die Kostenschätzung übernehmen kann – und nun endlich eins gefunden. Die Kostenschätzung wird von der Firma Ramboll übernommen. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt und hoffen, dass der Prozess zügig geht, damit wir möglichst bald anfangen können, Unterschriften zu sammeln. Derzeit planen wir Gespräche mit der Stadt und der Firma Ramboll, denn auch wir haben uns ja Gedanken zu den Kosten und zur technischen Umsetzbarkeit unserer Forderungen gemacht, die wir in den Kostenschätzungsprozess einbringen wollen.

Digitale Infoveranstaltung am 5. Oktober

Ihr wollt mehr über das Klimabegehren erfahren? Ihr wollt ein paar Gesichter aus unserem Bündnis sehen? Ihr wollt vielleicht sogar Teil unseres Projektes werden, das in Flensburg wirksamen Klimaschutz vorantreibt? Dann kommt zu unserer Online-Infoveranstaltung am 5. Oktober! Die Veranstaltung findet im Rahmen der Alternativen Orientierungswoche der Uni Flensburg statt – aber eingeladen sind alle, egal ob Studierende oder nicht.

Dienstag, 5. Oktober um 18 Uhr
Schaltet euch über diesen Link dazu: lecture.senfcall.de/til-cor-2nw-e9l

Wir freuen uns auf euch!

Flensburger Fernwärme wird teurer

Am Donnerstag haben die Stadtwerke Flensburg verkündet, dass ab dem 1. November Heizen um ganze 12,8% teurer wird. Die durchschnittlichen Abgaben pro Haushalt werden vermutlich bis Mitte nächsten Jahres um deutlich mehr als 20 Prozent steigen. Damit wird nun also Realität, was Umwelt- und Klimaschutzorganisationen seit langem prognostizieren. Grund für die erhöhten Kosten sind der gestiegene Preis für CO2-Zertifikate, die von den Stadtwerken auf dem Kohlenstoffmarkt bezahlen müssen. Wir fordern die Stadtwerke Flensburg auf, in Anbetracht einer sich immer weiter verschärfenden Situation endlich ein zukunftstaugliches Konzept für die Energiewende vorzulegen. Ein „Weiter so“ führt zu gewaltigen, nicht akzeptablen Belastungen für alle Bürger*innen Flensburgs.

Mehr auf https://klimabegehren-flensburg.de/

Bündnis solidarische Stadt Flensburg: Scharfe Kritik an der Preiserhöhung der Stadtwerke

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert scharf die Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% – Foto: Jörg Pepmeyer

Preiserhöhung als Ergebnis verfehlter Unternehmensstrategie

Exorbitante Preiserhöhung für die Fernwärme: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen«

Gabi Ritter, Fraktionsvorsitzende von Bündnis solidarische Stadt: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen« – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert die Unternehmensstrategie der Stadtwerke und den »intransparenten und undemokratischen Schweinsgalopp, mit dem die Preiserhöhung durchgedrückt wurde. Überfallartig wurde die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Folgen diskutieren und sozial abfedern zu können«, so Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis solidarische Stadt.

»Eine Strategie ist erst eine Strategie, wenn sie tatsächlich eine belastbare Strategie ist,“ ergänzt Ratsherr Andreas Zech, Diplom Kaufmann und ehemaliger Unternehmensberater. Und am kürzlich verabschiedeten Strategiepapier der Stadtwerke „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ lässt er kein gutes Haar: „Im  Strategiepapier 2021-2025 fehlt eine langfristige Strategie über 5 Jahre, um die ambitionierten und notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Klimaziele konkret erreichen zu können. Viele Fragen blieben offen, viele Themenbereiche wurden ausgeklammert. Daher haben wir, sowohl in der Gesellschafterversammlung als auch in der Ratsversammlung vom 19.08.2021 die Strategie 2021-2025 inhaltlich scharf kritisiert und konsequent abgelehnt.“

Ratsherr Andreas Zech von Bündnis solidarische Stadt: »Die Stadtwerke-Strategie 2021-2025 ist untauglich, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen.« Foto: Jörg Pepmeyer

Andreas Zech weiter: »Seit vielen Jahren haben sich die Stadtwerke erneuerbaren Energien verweigert. Ob Solar, Wind, Erdwärme, … für die Stadtwerke waren die erneuerbaren Energien kein Thema. Wider besseres Wissen hielten sie erst an der Kohle, und jetzt am Gas fest. Damit wurde und wird die Entwicklung, weg von fossilen und klimaschädlichen Brennstoffen – deren Kosten zunehmend unkalkulierbar werden – blockiert«.

Mit zunächst rekordverdächtigen 12,8 % Preiserhöhung für die Fernwärme läuten die Stadtwerke die Verteuerung ein. Der Grund: Höhere Beschaffungskosten für die klimaschädlichen Rohstoffe und die bei der Verbrennung anfallenden Emissionszertifikate.

»Dabei verschweigen die Stadtwerke, dass es sich gerade um den ersten Schritt einer Preiserhöhung von rund 25 % handelt«. Der zweite Schritt stehe für März 2022 schon im Raum. »Stets wurden klimaschonende Energiekonzepte als preistreibende, hohe Belastung für die Verbraucher*innen ins Feld geführt. Nun zeigt sich, dass es genau umgekehrt ist. Hätten die Stadtwerke schon vor Jahren angefangen, mit ihren hohen Gewinnen auf lokale, erneuerbare Energien zu setzen, wären wir dem unberechenbaren Rohstoffmarkt für fossile Brennstoffe nicht so ausgeliefert gewesen und die Preiserhöhung entsprechend moderater ausgefallen. Nun müssen 98 % der Flensburger Haushalte – also fast alle – diese Fehlentscheidungen mit ihrer Heizkostenabrechnung bezahlen«, kritisiert Gabi Ritter.

Jeglichen Mahnungen zum Trotz hätten die Stadtwerke auf ihr einträgliches Versorgungsmonopol bestanden und damit bis heute die Türen für regionale, klimaschonende und bezahlbare Versorgungsstrukturen verschlossen gehalten.

Das Bündnis solidarische Stadt erwartet jetzt von den Stadtwerken eine konsequente Umkehr ihrer Strategieplanung. Dazu gehöre als oberstes Ziel Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und soziale Verträglichkeit statt Rekordgewinne: »Flensburgs Dächer gehören umgehend mit Solarkollektoren ausgestattet. Wind, Erdwärme und Wasser sind lokale Ressourcen, die es zu nutzen gilt. Hier lohnt es zu investieren, da die Anlagen marktunabhängiger zu betreiben sind.«

Umgehend brauche es auch ein gestaffeltes Preissystem, um soziale Härten abzufedern. Ebenso erwartet das Bündnis solidarische Stadt einen transparenten Kommunikationsprozess unter Beteiligung der lokalen Energie- und Klimaschutzinitiativen und der interessierten Einwohnenden. »Deren Wissen und Expertise stellt eine unverzichtbare Ressource dar, um zeitnah in einen zukunftsfähigen, bezahlbaren Umbau der Energieversorgung einsteigen zu können«, unterstreicht Gabi Ritter abschließend.

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Zur Stadtwerke-Strategiedebatte auch der Rede-Beitrag von Ratsherr Andreas Zech auf der Ratsversammlung vom 19.08.2021

Beschaffungskosten mehr als verdoppelt – Stadtwerke Flensburg passen Fernwärmepreise an

Kraftwerk am Hafen-Westufer: Stadtwerke Flensburg begründen Fernwärme-Preiserhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten – Foto: Stadtwerke Flensburg

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg vom 01.10.2021: Die Stadtwerke Flensburg benötigen für die Produktion von Energie unter anderem Erdgas, Kohle und CO2-Zertifikate. Deren Preise an den Beschaffungsmärkten haben sich seit Oktober letzten Jahres mehr als verdoppelt. Einen derart hohen Kosten-Sprung nach oben führt dazu, dass die Stadtwerke zum 01. November 2021 ihre Preise für Fernwärme anpassen müssen.

Zum Jahresanfang 2021 konnten die Stadtwerke ihre Preise noch auf dem Niveau des Vorjahres halten und haben diese nicht erhöht. Das ist jetzt nicht mehr möglich, denn die Preise auf den Rohstoffmärkten sind förmlich explodiert. In den letzten 12 Monaten stiegen die Preise für Erdgas um rund 130 %, für Kohle um 70 % und für CO2-Zertifikate um 113 %. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im letzten Jahr. Für den CO2-Preis war das politisch gewollt und vorgesehen. Die Erklärung für die hohen Rohstoffpreise ist etwas komplexer, vielfältiger und auch für Experten nicht eindeutig zu interpretieren.

Fakt ist: Die Märkte sind seit einigen Monaten extrem nervös und volatil. Die sehr hohen Preise für Erdgas (LNG), die seit Monaten in Asien aufgerufen und auch bezahlt werden, tragen sicher auch zu den insgesamt hohen Gaspreisen in Europa bei. Die Kohlepreise steigen ebenfalls wohl auch aufgrund hoher Nachfrage. In Deutschland war Kohle wegen der vergleichsweise geringen Produktion aus der erneuerbaren Windenergie im ersten Halbjahr Hauptbrennstoff der Stromproduktion. Zu der prekären Marktsituation tragen weiter die niedrigen Speicherfüllstände in Europa und die Unsicherheit über russische Lieferungen insbesondere über die neue Leitung Nordstream 2 bei. Dazu Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg: „Einen erheblichen Teil der mehr als doppelt so hohen Beschaffungskosten konnten wir durch Optimierungen und Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen.“

Obwohl die Stadtwerke so einen hohen Teil der Kostensteigerung übernommen haben, ist eine Anpassung des Fernwärmepreises zum 01. November 2021 um durchschnittlich 12,8 % pro Jahr an das gestiegene Beschaffungspreisniveau unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung 7 Euro pro Monat und bei einem Haus 26 Euro pro Monat aus.

Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke, gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr: „Die Beschaffungsmärkt sind aktuell sehr dynamisch und die Situation für 2022 ist zurzeit kaum vorhersehbar. Aber wir prüfen und bewerten dies regelmäßig und wenn sich etwas signifikant verbessern sollte, werden wir das berücksichtigen und an unsere Kunden weitergeben.“

 

Siehe dazu auch den Stadtblog-Beitrag vom 30.09.2021: Massive Preiserhöhungen der Stadtwerke: Initiative Klimabegehren Flensburg kritisiert Energiepolitik unter: https://akopol.wordpress.com/2021/09/30/massive-preiserhohungen-der-stadtwerke-initiative-klimabegehren-flensburg-kritisert-energiepolitik/

Massive Preiserhöhungen der Stadtwerke: Initiative Klimabegehren Flensburg kritisiert Energiepolitik

 

Klimawandel: Stadtwerke unter Druck

Was sollen die Stadtwerke „zwischendurch“ machen?

Viele Stadtwerke setzen bei der Wärmewende auf CO2-arme statt CO2-freie Technologien. Diese Strategie gerät durch den raschen Klimawandel und Ziele wie Klimaneutralität für 2045 unter Druck, wie sich auf dem Stadtwerke-Kongress in Dortmund zeigte.

von Jörg Staude
 

SSW-Spitzenkandidat: Energiepreise in Schleswig-Holstein viel zu hoch

Nach der Bundestagswahl muss das EEG endlich geändert werden. Dies forderte der SSW-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, Stefan Seidler, bei seinem heutigen Besuch auf der „Husum Wind“-Messe. Denn ausgerechnet im Energiewendeland Schleswig-Holstein seien die Strompreise am höchsten.

„Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein die höchsten Energiepreise in Deutschland zahlen, obwohl unser Norden beim Ausbau der Erneuerbaren Energien Vorreiter ist. Die Mechanismen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Verteilung der Netzkosten für den Transport unseres sauberen Stroms in den Süden müssen nach der Bundestagswahl dringend geändert werden. Ansonsten wird die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bei den Bürgerinnen und Bürgern sinken“, sagte Seidler heute bei seinem gemeinsamen Messebesuch mit seiner nordfriesischen Kollegin, der SSW-Wahlkreiskandidatin Sybilla Nitsch.

„Wir wollen, dass der Ausbau der Stromnetze schneller vorangebracht wird und die Kosten bundesweit verteilt werden. Die Netzentgelte sind so anzupassen, dass regenerative Energien nicht zur Belastung werden. Zudem sind regionale Eigenversorgung und die Nutzung erneuerbaren Stroms besonders zu berücksichtigen“, so Seidler.

Sybilla Nitsch fordert zudem, dass der Bund mehr Zuschüsse zur Verfügung stellen muss, um den Ausbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee voranzubringen. „Hierbei müssen natürlich die ökologischen Belastungsgrenzen von Nord- und Ostsee berücksichtigt werden“, stellte Sybilla Nitsch klar. Weiter fordert der SSW, dass der Bund bessere gesetzliche Rahmenbedingungen für eine Gewinnbeteiligung der Bürgerinnen an alternativen Energieformen wie Bürgerwindparks schafft.

„Schleswig-Holstein ist Modellregion für Erneuerbare Energien besonders bei der Windkraft. Und als solche muss Schleswig-Holstein deutlich stärker vom Bundesgesetzgeber unterstützt werden,“ so Nitsch.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Flensburg

Flensburg. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg hat in seiner Sitzung vom 25. August 2021 aus den eigenen Reihen einen neuen Vorsitzenden und dessen erste Stellvertreterin gewählt. Thorsten Kjaersgaard (SSW) wird ab 01. September 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrates. Damit löst er Rolf Helgert (SPD) ab, der das Amt nach mehr als elf Jahren niederlegt.

Der Geschäftsführer der Flensborg Avis, Thorsten Kjaersgaard übernimmt ab dem 01.09.2021 den Vorsitz im Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg.

„Seit 2011 gehöre ich dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg an, war seit 2017 als erster Stellvertreter im Amt. Die Arbeit und die Aufsichtsratsmitglieder sind mir also gut bekannt. Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe und die damit verbundene Verantwortung.“ so Kjaersgaard über seine neue Funktion.

Der 55-jährige Kjaersgaard löst Rolf Helgert ab, der zum 31.08.2021 den Aufsichtsrat der Stadtwerke verlassen wird. Als Vorsitzender begleitete Helgert elf Jahre die Stadtwerke bei verschiedenen Projekten, unter anderem beim Bau der Gas- und Dampfturbinenanlage Kessel 12 und den Glasfaserausbau in der Region.

„Herr Helgert hat sich in seiner aktiven Zeit für die Stadtwerke Flensburg sehr verdient gemacht. Mit Weitblick und seiner wirtschaftlichen Erfahrung hat er uns als Sparringspartner und Berater immer zur Seite gestanden und das Unternehmen mitgestaltet“, betont Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg.

Helgert: „Ich hatte in den vergangenen elf Jahren die Möglichkeit, tief in die energiewirtschaftlichen Themen einzutauchen und habe viel darüber gelernt. Die Arbeit in einem motivierten und sehr sachkundigen Aufsichtsrat hat mir immer Spaß gemacht. Es war eine sehr schöne, interessante und herausfordernde Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde.“

v.l.n.r.: Rolf Helgert, Thorsten Kjaersgaard, Dr. Dirk Wernicke

Als erste Stellvertreterin von Thorsten Kjaersgaard wurde Julia Döring gewählt, zweite Stellvertreterin bleibt Ulrike Kaetow. Alle Ämter werden zum 01. September 2021 übernommen.

Der Aufsichtsrat der städtischen Tochter setzt sich aus insgesamt zwölf Personen zusammen. Vier stammen aus den Reihen der Stadtwerke-Arbeitnehmer, acht Mitglieder werden von den gewählten Parteien der Stadt belegt.

Aus der Politik sind aus der Ratsversammlung benannt:

Anja Bauer, Gert Bendixen (beide bürgerliches Mitglied der CDU), Imke Kracke (bürgerliches Mitglied SPD), Grünen-Ratsfrau Julia Döring und FDP-Ratsfrau Susanne Rode-Kuhlig sowie Ralf Suhr (bürgerliches Mitglied der WiF). Für Rolf Helgert rückt voraussichtlich Dr. Christoph Janssen für die SPD zum 01. Oktober 2021 in den Aufsichtsrat nach.

Von Arbeitnehmerseite der Stadtwerke sind vier Vertreter:innen benannt: Ulrike Kaetow, Rolf Bombe, Jochen Niedermeyer und Michael Mundt.

Mehrheit im Flensburger Umwelt- und Planungsausschuss für Sozialticket

Bericht von der 56. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung, Stadtentwicklung (SUPA), am 24.08.2021 – Rücknahme der Fahrpreiserhöhung bei AktivBus, Sozialticket

Der 56. Ausschuss für Umwelt, Planung, Stadtentwicklung (SUPA) tagte am 24. August in der Bürgerhalle.

Zwei verkehrsrelevante Themen standen an:
Die Rücknahme der Fahrpreiserhöhung bei Aktiv Bus und die spannende Frage: Findet die lange Geschichte des Sozialtickets einen Abschluss? Wird es eingeführt?

56. SUPA-Sitzung in der Gesamtbewertung

Verständlichkeit der Redebeiträge 2/3
Lesbarkeit der Präsentationen 1/3
Spannung 2/3
Gesamtbewertung 2/3

TOP 7: Rücknahme der Fahrpreiserhöhung bei Aktiv Bus (ab 1. August 2021): Vielleicht später …

Aktiv Bus Flensburg GmbH ist eine 100%-ige Tochter der Stadtwerke Flensburg, Geschäftsführer ist Paul Hemkentokrax. Das engagierte Unternehmen sorgt für ein gutes Angebot, das stetig ausgebaut wird, und wirtschaftet gut: In Flensburg werden 80 Prozent der anfallenden Kosten durch Fahrkarteneinnahmen gedeckt. Das ist sehr viel: In Schleswig-Holstein insgesamt decken Fahrkarteneinnahmen nicht einmal die Hälfte ab (AK Masterplan Mobilität, 11. August 2021). Für die restlichen 20 Prozent muss die Stadt Flensburg sorgen.

Dennoch sind die erwirtschafteten Mittel und die Zuschüsse der Stadt nicht kostendeckend. Also: Fahrpreiserhöhung um rund 5 Prozent zum 1. August.

Die Ratsfraktion Die LINKE hatte die Rücknahme der Fahrpreiserhöhung beantragt. Frank Hamann – übrigens jemand, der immer laut, deutlich und gut verständlich spricht! – erläuterte den Antrag: Das sei keine Kritik an Aktiv Bus, die Erhöhung sei unumgänglich gewesen. Aber der öffentliche Verkehr sei Aufgabe der Daseinsfürsorge und die Stadt solle ihren Zuschuss erhöhen. Edgar Möller, SSW, wies darauf hin, dass sich im Sozial- und Gesundheitsausschuss (SUG)  bereits eine Mehrheit für diesen Antrag gefunden hatte.

Entscheidung vertagen – erstmal prüfen

Justus Klebe, SPD, fand teurere Buspreise auch nicht gut, zumal sie in Kiel und Lübeck ja gesenkt worden seien. Andererseits kämen bei einer Rücknahme hohe Kosten auf die Stadt Flensburg zu. Vielleicht könne man differenzieren: Den Fahrpreis für das Einzelticket belassen und die Fahrgäste so Richtung Monatskarten lenken?
Daher der Antrag der SPD: Erst einmal berechnen, welche Kosten entstünden – durch Rücknahme insgesamt, durch Rücknahme nur bei Monats- und Mehrfahrtenkarten und nur bei Schüler- und Azubi-Monatskarten.

Gegen die Option, die Entscheidung zu vertagen und erstmal zu prüfen, lässt sich wenig einwenden. Den Antrag der LINKEN befürworteten nur Frank Hamann und Jörg Pepmeyer (Bündnis solidarische Stadt), der Rest stimmte geschlossen dagegen. Der SPD-Antrag dagegen fand die große Zustimmung, nur FDP und Flensburg Wählen! enthielten sich.

TOP 8: Einführung des Sozialtickets: Erstmal auf Probe für ein Jahr!

Im Frühjahr 2019 wurde im Sozial- und Gesundheitsausschuss über ein Sozialticket für Menschen in prekären finanziellen Lebenssituationen diskutiert. Grundlage war ein gemeinsamer Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, WiF und Die LINKE. Nun, im Spätsommer 2021, könnte der Weg geebnet werden.

Ein Antrag der LINKEN auf ein Sozialticket mit 50-prozentiger Rabattierung für eine 12-monatige Testphase  war bereits einstimmig im SUG befürwortet worden.

Wie Frank Axen, Stadt Flensburg, erläuterte, hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, den eingeplanten Etat für das NeubürgerInnenticket, nämlich 50.000 Euro jährlich, dafür zu verwenden und das Sozialticket zunächst für ein Jahr einzuführen. Eine 50-prozentige Ermäßigung sei denkbar. Kinder seien einbezogen, denn das Sozialticket gelte für alle mit Sozialpass, auch für Kinder.

Und die Kosten?

Die Frage nach den Kosten sorgte für Diskussion. Wie sollten diese aufgefangen werden, wenn sie die 2x 50.000 Euro aus dem Neubürgerticket übersteigen? Christian Schweckendieck (FDP) brachte den entscheidenden Vorschlag: Regelmäßige Berichterstattung über die Ausgaben im SUPA zur Kostenkontrolle. Nach einem Jahr ist die Gesamtevaluation vorgesehen.

Also: Ein Sozialticket mit 50 Prozent Ermäßigung, gebunden an den Sozialpass – für eine Testphase für ein Jahr. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung und wurde mit 13 Stimmen, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.

Fazit: Fortschritte – aber haben wir wirklich alle Zeit der Welt?

Immerhin: In kleinen Schritten geht es voran in Richtung soziale und klimafreundliche Mobilität.
Gleichzeitig haben die Ereignisse in diesem Sommer uns allen vor Augen geführt, welche Folgen der Klimawandel konkret hat. Unsere Kinder und wir selbst gehören zu den Betroffenen.
Wollen wir uns das leisten – so weiterzumachen, als hätten wir alle Zeit der Welt?

Anderswo geht man die Mobilitätswende offensiver an.
Im Interview erläutert der Kieler OB Dr. Ulf Kämpfer das Vorgehen in Kiel. Klar, auch dort gibt es noch einen langen Weg. Aber zumindest ist das Ziel hier deutlich vorgegeben und klare Schritte sind unternommen: Dazu mehr auf der Seite des VCD Flensburg

Bündnis Klimabegehren Flensburg kritisiert Strategieplanung der Stadtwerke im Vorfeld der Ratsversammlung

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das „Bündnis Klimabegehren Flensburg“  will erreichen, dass die Stadtwerke zeitnah aus der Nutzung fossiler Energieträger aussteigen – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis Klimabegehren Flensburg weist die vorliegende Strategieplanung der Stadtwerke Flensburg als ungenügend zurück. Die Ratsversammlung Flensburg wird am Donnerstag darüber entscheiden. »Gut 90 Prozent dieser Strategie entspricht Wort für Wort der Vorigen« stellt die Pressesprecherin des Bündnisses, Clara Tempel, fest. »Es liest sich, als hätte es Fridays for Future-Proteste, Dürren, Flutkatastrophen, weltweite Waldbrände und den alarmierenden IPCC-Bericht nie gegeben«. Im vorige Woche erschienenen Bericht warnt das Gremium weltweit führender Klimaforschender, dass die Erderhitzung bereits in den frühen dreißiger Jahren die 1,5 °C-Grenze überschreiten wird.

Ratsversammlung verspielt Glaubwürdigkeit

Die Flensburger Ratsversammlung wiederum hatte sich bereits vor zwei Jahren im Beschluss RV-82/2019 in der 3. Ergänzung einstimmig dazu bekannt, „mit den verfügbaren kommunalen Einflussmöglichkeiten“ dazu beizutragen, diese Grenze nicht zu überschreiten. »Die Stadtwerke Flensburg sind der größte Emittent von Treibhausgasen in der Stadt, deshalb widerspricht die Ratsversammlung ihren eigenen Beschlüssen und verspielt ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie dieser Strategieplanung zustimmt«, sagt Tempel.

Zwar ließen sich verhaltene Zeichen in die „richtige Richtung“ vernehmen – so möchten die Stadtwerke sich nun am jeweils gültigen Klimaschutzgesetz der Bundesregierung orientieren, was zurzeit Klimaneutralität bis 2045 vorsieht. Dies sei aber offensichtlich viel zu spät: »Wer seit Jahren pressewirksam vom „Flensburger Kohleausstieg“ spricht, kann nicht erst ab 2030 aus der Kohle aussteigen wollen. Wer Klimaschutz will, muss schon jetzt vorausdenken und darf nicht einfach weiter ins Geschäft mit dem Erdgas einsteigen«.

Steigende Preise für Emissionsrechte

Die Klimaschädlichkeit von Erdgas kritisieren Klimaaktivist*innen in Flensburg schon seit Jahren und der aktuelle IPCC-Report bestätigt dies. Die steigenden Preise für Emissionsrechte und Erdgas haben auch gravierende soziale Auswirkungen für alle Menschen in der Stadt.

»Seit 2019 versuchen wir, Aufsichtsrat und Ratsmitglieder über diese damals bereits absehbare Entwicklung aufzuklären. Nun sind jährliche Mehrausgaben von über 10 Mio. Euro zu erwarten und letztendlich werden die Flensburger Haushalte mit ihrer Heizkostenabrechnung dafür gerade stehen müssen«, kritisiert Philipp Austermann vom „Bündnis fossilfreies Flensburg“, welches Klima- und Geschäftsdaten der Stadtwerke auf der Bündnis-Webseite fortlaufend auswertet.

Bündnis Klimabegehren fordert Paradigmenwechsel

Clara Tempel und Helmreich Eberlein (Pressesprecher_innen)

Clara Tempel und Helmreich Eberlein, Sprecher_innen des „Bündnis Klimabegehren Flensburg“ – Foto: „Bündnis Klimabegehren Flensburg“Pressefotos | Flickr

»Die Klimakrise wartet nicht« ergänzt Dr. Helmreich Eberlein. Es brauche einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

»Die Fernwärmeversorgung muss vom Ziel der rechtzeitigen vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energie her gedacht werden, nicht von der Fortschreibung des Bisherigen. Ein sofortiges 1000-Dächer-Programm auf Basis des Flensburger Solarkatasters, Großwärmepumpen an der Förde wie in Aarhus, Lieferverträge und Kooperation mit regionalen Windstrom-Produzenten, sowie eine Absenkung der Vorlauftemperatur, um Wärmeverluste zu vermeiden – um nur einige der Bausteine zu nennen, auf denen eine konsequente Energiewende für Flensburg aufbauen muss.« sagt Dr. Eberlein.

Rat soll Verantwortung beweisen

Der Rat hat diese Woche die Gelegenheit, soziale Verantwortung für die Region Flensburg zu beweisen und darüber hinaus zu zeigen, dass er das Anrecht junger Menschen und zukünftiger Generationen auf eine lebenswerte Welt ernst nimmt. »Daher erwarten wir, dass er die vorgelegte Strategieplanung zurück in die Klausur schickt und darin konkrete Maßnahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Energieversorgung festschreiben lässt«. Alles andere sei eine Bankrotterklärung der Stadt, die sich gerne als Vorreiterin beim Klimaschutz sähe.

Anlässlich der Entscheidung über die Strategieplanung am Donnerstag wird das Bündnis Klimabegehren Flensburg eine Kundgebung vor dem Deutschen Haus abhalten, Beginn ist um 15:30 Uhr. Unterdes wartet des Bündnis immer noch auf die Kostenschätzung der Stadt Flensburg, um sein Bürger*innenbegehren starten zu können. Vor nunmehr elf Wochen wurde diese bereits bei der Stadt beantragt.

Klimabegheren

Hintergrund:

Das Bündnis Klimabegehren Flensburg ist ein Zusammenschluss aus alteingesessenen Flensburger*innen, Studierenden und Vertreter*innen von Organisationen wie den Ortsgruppen von Greenpeace, Students for Future, dem VCD und dem BUND, dem Bündnis fossilfreies Flensburg und der Aktionsgruppe Klima Flensburg. Sie reihen sich mit ihrem Vorhaben in eine Vielzahl von Klimaentscheiden ein, die seit einiger Zeit auf kommunaler Ebene (z.B. in Kassel, Mannheim, Darmstadt und Lüneburg) ein deutliches Zeichen für konsequenten Klimaschutz setzen.

 

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

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