Insolvenz des DIAKO-Krankenhauses: Krankenhäuser gehören in öffentliche Hand!

Insolvenz des DIAKO-Krankenhaus in Flensburg: Auch die Fusion und der Neubau des gemeinsamen Krankenhauses von DIAKO und Maltesern am Peelwatt steht auf der Kippe – Foto: Jörg Pepmeyer

Ein Kommentar von Jörg Pepmeyer

Im November letzten Jahres machte ein anonymer Briefschreiber  und Insider der DIAKO auf die prekäre wirtschaftliche Lage des Krankenhauses aufmerksam. Damals behauptete die DIAKO-Geschäftsführung, dass die Auslastung und damit die Erlöse  gut seien. Diese Aussagen stellen sich nunmehr in einem ganz  anderen Licht dar. (Mehr dazu in einem Beitrag des Nordschleswiger vom 24.11.2021: Finanziell unter Druck, aber nicht insolvent: Diako Flensburg weist Gerüchte zurück unter: https://www.nordschleswiger.dk/de/suedschleswig/finanziell-unter-druck-aber-nicht-insolvent-diako-flensburg-weist-geruechte-zurueck )

Auch das Franziskus Krankenhaus der Malteser musste in den letzten zwei Jahren, vor allem Corona bedingt, auf seine Rücklagen zurückgreifen. Da ist die im Juni diesen Jahres vertraglich besiegelte Fusion der beiden Krankenhäuser und der geplante Bau des gemeinsamen neuen Zentralkrankenhauses am Peelwatt wohl der Strohhalm gewesen, an den man sich geklammert hat. Aber auch das dürfte sich in der geplanten Form sicherlich erledigen, weil die finanziellen Ressourcen beider Krankenhäuser in Flensburg, auch wenn das Land 250 Mio. Euro für den Klinik-Neubau zuschießen will, derzeit wohl nicht ausreichen, um für mehrere Hundert Millionen Euro ein neues Krankenhaus auf der grünen Wiese zu bauen. Und auch die Geschäftsführung des Franziskus-Krankenhauses ließ gestern bereits durchblicken, dass ohne ein tragfähiges und erfolgreiches Sanierungskonzept für das DIAKO-Krankenhaus alle Planungen in dieser Richtung Makulatur sein dürften. Und ebenso steht im schlimmsten Fall der Verkauf des DIAKO-Krankenhauses an einen privaten Klinikbetreiber an. Der müsste sich dann bereit erklären in die Fusion und die Planungen für den Bau des neuen Krankenhauses am Peelwatt einzusteigen. Nur steht das jetzt alles mehr oder weniger in den Sternen.

Ich habe mich schon bei den Beschlüssen der politischen Gremien in Flensburg im letzten Jahr, wie auch bei der Zustimmung der Ratsversammlung zum Verkauf des Peelwatt-Grundstücks am 28. Januar diesen Jahres gefragt, ob die Flensburger Kommunalpolitiker wirklich über die prekäre wirtschaftliche Lage des DIAKO-Krankenhauses Bescheid wussten, oder das bewusst ignoriert haben.

Insofern erscheint es sinnvoller, das geplante neue Flensburger Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft zu bauen und zu betreiben, dann gäbe es auch nicht den leidigen Streit um die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen im neuen Krankenhaus. Wobei angesichts der derzeitigen unsicheren Rahmenbedingungen es ebenso überlegenswert wäre, das Krankenhaus-Projekt am Peelwatt vorerst auf Eis zu legen und die weitere Entwicklung abzuwarten.

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Veröffentlicht am 24. November 2022, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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