DIE LINKE Flensburg fordert: Sofortiger Baustopp am Bahnhofswald!

Tabula rasa im Bahnhofswald: Die mit Sand aufgefüllte Fläche des zerstörten und geschützten Quellbiotops – Links am Bildrand die vom Bagger zusammengeschobenen Reste der Biotop-Vegetation – Foto: Jörg Pepmeyer

Der Kreisverband der Flensburger Linkspartei ist außerordentlich empört über das Vorgehen der Hotel-Investoren Jan Duschkewitz und Ralf Hansen und fordert einen sofortigen Baustopp. Dazu untenstehend die Stellungnahme der Flensburger Linkspartei:

Seit dem Morgen des 14.07.2022 „rollen nun wieder die Bagger“ am Bahnhofswald. Dies ist eine klare und wiederholte unmissverständliche Ignoranz der Investoren gegenüber der Bürger*inneninitiative Bahnhofswald und damit auch gegenüber berechtigten Einwendungen von Bürger*innen der Stadt.

Zum Hintergrund:
Am 20.08.2020 kam das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zur Erkenntnis, das im jetzigen Baugebiet des geplanten Hotels Quellen nachgewiesen worden sind. Folgerichtig stufte das Landesamt den Baustellenabschnitt als Biotopschutzgebiet ein. Dies sieht die Stadtverwaltung bis heute anders und ignoriert weiterhin den gesetzlichen Schutzstatus in ihren Bebauungsplan „Hauptpost 303“.
Daraufhin legte der BUND Schleswig-Holstein gegen die bereits erteilte Baugenehmigung der Stadt Flensburg Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig ein. Das Verwahren läuft heute noch, Ausgang offen.
Durch die nun startenden Bauarbeiten könnten die Sickerquellen beseitigt und somit unwiderruflich vernichtet werden.

Tjark Naujoks Mitglied des KV Flensburg sagt dazu: „Der Start der Bauarbeiten am Bahnhofswald ist sowohl für die Stadt, als auch für die Bürger*innen ein schwarzer Tag! Anstatt das Verwahren vor dem Verwaltungsgericht Schleswig abzuwarten oder auf den BUND zuzugehen, wird hier von Seitens der Investoren versucht einseitig Fakten zu schaffen. Und was macht die Stadt Flensburg? Schaut aus dem Rathaus zu und hofft durch die Urlaubszeit auf milden Protest aus den Reihen der Anwohner*innen.“

Außerdem müssen sich die Stadt und die Investoren unangenehme Fragen gefallen lassen:
Was soll eigentlich mit einem Hotel erreicht werden, von dem nun auch überregional bekannt ist, dass es von weiten Teilen der Stadtbevölkerung abgelehnt wird? Und die noch viel dringlichere Frage: Wie stellt sich die Stadtverwaltung zukünftige Bauvorhaben vor? Sollen die auch mit dem Kopf durch die Wand gegen den ausdrücklichen Protest von Anwohner*innen und der Stadtbevölkerung durchgedrückt werden?

Wir als LINKE Flensburg fordern stattdessen den sofortigen Baustopp. Und gleichzeitig fordern wir die Investoren und die Stadtverwaltung wiederholt dazu auf, endlich in offene Gespräche mit dem BUND und der Bürger*inneninitiative Bahnhofswald zu gehen und nicht dauerhaft die wirtschaftlichen Interessen gegenüber den berechtigten Umwelten-, Naturschutz- und Artenschutzanliegen vorzuziehen.

Mehr zum Thema auch in dem Stadtblog-Beitrag vom 15.07.2022: Bahnhofswald Flensburg: Plötzlich rollen die Bagger – BUND hält dagegen! unter https://akopol.wordpress.com/2022/07/15/bahnhofswald-flensburg-plotzlich-rollen-die-bagger-bund-halt-dagegen/

und im Stadtblog-Beitrag vom 14.07.2022: Bahnhofswald Flensburg: Investoren lassen geschütztes Quellbiotop wegbaggern und planieren unter: https://akopol.wordpress.com/2022/07/14/bahnhofswald-flensburg-investoren-lassen-geschutztes-quell-biotop-wegbaggern-und-planieren/

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Veröffentlicht am 16. Juli 2022, in Ökologie, Bahnhofsviertel, Bahnhofswald Flensburg, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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