Archiv für den Tag 19. Dezember 2025

VdK fordert von Rentenkommission Sozialpolitik statt Fiskaldenke

Für eine echte Rentenkommission: Praxiswissen und Zivilgesellschaft einbinden

Rentendebatte menschlich denken

VdK-Präsidentin Verena Bentele kommentiert die aktuelle Rentendebatte:

„Wenn die Zivilgesellschaft und insbesondere Sozialverbände bei der Rentendiskussion außen vor bleiben, stellt sich die Frage, wie die Kommission ihrem Auftrag gerecht werden soll. Öffentliche Beiträge sogenannter Rentenexperten, die häufig eher Zahlen als Menschen im Blick haben, reduzieren die gesetzliche Rente zu oft auf einen reinen Kostenfaktor. Die Rentenkommission darf Reformoptionen nicht nur nach ihren fiskalischen Auswirkungen bewerten, sondern muss wertfrei ihre sozialpolitischen Folgen analysieren und diese als Gesamtpaket diskutieren.

Verena Bentele – Präsidentin des Sozialverbandes VdK – Foto: © VdK / Marlene Gawrisch

Die gesetzliche Rente zur Basisabsicherung zu degradieren und auf kapitalgedeckte Altersvorsorge zu setzen, wie dies der Bundeskanzler beim Treffen mit der Deutschen Bank vorgeschlagen hat, ist keine Lösung. Viele Menschen mit geringen Einkommen können sich zusätzliche private Vorsorge schlicht nicht leisten. Außerdem bietet kein ETF Zugang zu Reha-Leistungen. Eigenverantwortung für private Vorsorge zu fordern, ist nicht die wichtigste Aufgabe des Staates. Wichtiger wäre, dass die Rahmenbedingungen im Arbeitsmarkt gut sind und die Menschen von ihrem Lohn leben können.

Es ist in der Debatte fatal, wenn Teile der Regierung die Rente ausschließlich als riesigen Kostenfaktor darstellen und Bundeszuschüsse über Jahrzehnte aufsummiert werden. Nötig sind stattdessen höhere Steuerzuschüsse für eine gerechte Finanzierung von gesamtgesellschaftlichen Ausgaben. Dass auch andere politische Maßnahmen Geld kosten, wird in der Debatte häufig ausgeblendet. So führt beispielsweise die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie bis zum Jahr 2040 zu über 50 Milliarden Mindereinnahmen.

Jede Kürzung beim Rentenniveau würde die Not der Menschen vergrößern und letztlich die Ausgaben für Wohngeld und Grundsicherung in die Höhe treiben. Die langfristige Finanzierung eines angemessenen Rentenniveaus muss nicht zu Lasten der jungen Generation gehen, wenn wir die bisher brachliegenden Potenziale auf dem Arbeitsmarkt langfristig heben und endlich alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rente einzahlen.

Auch die Debatte über höhere Altersgrenzen zeigt, dass oft das Wissen über die tatsächlichen sozialen Folgen von höheren Altersgrenzen fehlt. Solange immer noch 35 Prozent der Rentnerinnen und Rentner mit Abschlägen in Rente gehen und 15 Prozent aus gesundheitlichen Gründen eine meist nicht armutsfeste Erwerbsminderungsrente beantragen müssen, steht die Politik zuallererst vor der Aufgabe, die Arbeitswelt so umzugestalten, dass mehr ältere Menschen gesund bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Wir brauchen gezielte Reha- und Qualifizierungsangebote, betriebliche Gesundheitsförderung und flexible Arbeitszeitmodelle.“


Über den VdK:

Der Sozialverband VdK ist mit über 2,1 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. Er setzt sich seit mehr als 70 Jahren erfolgreich für diejenigen ein, die sonst zu wenig wahrgenommen werden. Der Sozialverband VdK kämpft gegen soziale Ausgrenzung, Armut und ungleiche Chancen und für faire Bezahlung, solidarisches Miteinander und für soziale Gerechtigkeit.

Der VdK bietet außerdem kompetente Sozialrechtsberatung und vertritt seine Mitglieder vor den Sozialgerichten. Die 13 Landesverbände sind mit ihren Geschäftsstellen bundesweit vor Ort präsent und organisieren Hilfe und Beratung, Informationsveranstaltungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Weitere Infos unter: www.vdk.de

Letzte Friedenswachen und Veranstaltung der Flensburger Friedensbewegten in diesem Jahr

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

Wir bitten um rege Beteiligung und um Weiterverbreitung der Einladung 

Mit freundlichen Grüßen

Siglinde und Ralf Cüppers

Deutsche Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
DFG-VK Gruppe Flensburg
v.i.S.d.P.: Siglinde & Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Silvester ohne Böller – für die Gesundheit von Mensch und Tier 

  • Naturschutzverbände weisen auf Gefahren durch Lärm, Feinstaub und Müll hin
  • Wildtiere werden aufgeschreckt und verbrauchen ihre Energiereserven
  • Feinstaubgrenzwert wird in Städten zum Teil um das Vierfache überschritten

Böllern, Knallen, Funkenregen – für manche ist es ein Silvesterspaß, für die Umwelt eine große Belastung. Der Lärm erschreckt Haus- und Wildtiere und kann lebensbedrohlich werden, wenn Pferde durchgehen oder Vögel bis zur Erschöpfung umherfliegen. Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit, und Umweltdienste müssen tagelang Extraschichten einlegen, um den Müll zu beseitigen. Plastik-Raketenköpfe liegen noch nach Monaten im Gebüsch und zerbröseln dort zu Mikroplastik.

Böller belasten Umwelt, Tiere und Menschen. (Philippe Lejeanvre / canva.com)

Schleswig-Holsteins Naturschutzverbände BUND, LNV und NABU appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, auf privates Feuerwerk zu verzichten.
„Feinstaub, Lärm und Müll sind eine Gesundheitsgefahr für Menschen und Tiere. Zum Beispiel wurde in Lübeck in der Silvesternacht 2025 ein Feinstaubwert von 211 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen – die Weltgesundheitsorganisation erlaubt nur 50 Mikrogramm pro Kubikmeter! Das ist vor allem für Asthmatiker und Kinder gefährlich“, sagt Gerd Simon vom BUND SH.

Der LNV SH weist auf die Gefahren für Wildtiere hin: „Zwar haben sich viele Wildtiere an Verkehrslärm und Lichtverschmutzung in Siedlungsnähe gewöhnt, doch Silvesterfeuerwerk trifft sie völlig unvorbereitet. Winterruhende Tiere wie Igel und Eichhörnchen werden gestört und laufen Gefahr, überfahren zu werden. Pflanzenfresser wie das Reh sind durch das geringe Nahrungsangebot darauf angewiesen ihren Stoffwechsel im Winter herunterzufahren. Eine durch Feuerwerk ausgelöste Panik und Flucht kostet wertvolle Energie und reduziert die im Winter lebenswichtigen Fettreserven. Feuerwerk sollte nicht nahe Wäldern, Wiesen, Feldern oder Grünanlagen gezündet werden. Zurückbleibende Reste gefährden Wildtiere – Kunststoffteile können Magenverschlüsse, Metallteile schlecht heilende Schnittverletzungen verursachen. Jede und jeder Einzelne kann unsere wildlebenden Tiere unterstützen und Feuerwerksabfälle einsammeln und fachgerecht entsorgen“, sagt Prof. Dr. Holger Gerth, Vorsitzender des LNV SH.

Besonders Vögel seien in der Silvesternacht gefährdet, erklärt Alexander Schwarzlose, Landesvorsitzender des NABU Schleswig-Holstein. „Sie fliehen panikartig in große Höhen, landen für lange Zeit nicht und verlassen oft für mehrere Tage ihre Rast- und Schlafgebiete. Wasservögel reagieren sogar noch in zwei bis sieben Kilometern Entfernung auf Feuerwerk. Damit verbrauchen sie viel Energie, was im Winter lebensbedrohlich sein kann.“
Die Naturschutzverbände plädieren für ein Böller-Verbot und verweisen auf eine aktuelle YouGov-Umfrage, nach der bereits 63 Prozent der Befragten auf privates Silvesterfeuerwerk verzichten. Wenige, zentral organisierte Feuerwerke in mindestens zwei Kilometern Abstand von Schutzgebieten halten die Naturschutzverbände für vertretbar. Bei privaten Feiern könnten gut abgesicherte Feuerschalen, Laternen und selbst gebastelte Knallbonbons für Stimmung sorgen.

Weitere Informationen:
https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/neujahr-ohne-boellerei/
http://www.nabu.de/feuerwerk
https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten/

Abkürzungen:
BUND SH: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V.
LNV SH: Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e. V.
NABU SH: Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V.

Einladung zur Urwaldweihnacht im Scherrebektal – Freitag 26.12.25

Skizze: Einar Rasmussen

Am 2. Weihnachtsfeiertag laden wir wieder zu unserer beliebten „Urwaldweihnacht“ in das Scherrebektal ein. Bei stimmungsvollem Ambiente führt die winterliche Exkursion durch das außergewöhnliche BUND-Naturgelände am südlichen Stadtrand Flensburgs.

Treffpunkt: Parkplatz Straßenmeisterei, Husumer Straße 153, gegenüber Abfahrt Westtangente.

Mit dem Fahrrad nur 10 bis 15 Minuten ab Flensburg Innenstadt.

Wichtig: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhzeug aber bitte keine Hunde mitbringen.

Die Veranstaltung dauert ca. 1 Stunde und ist kostenlos, kleine Spende willkommen!

Nur bei extremen Wetterbedingungen (Glatteis, Sturm…) fällt die Veranstaltung aus.

Bitte gerne weiterleiten!


BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Kreisgruppe Flensburg, im Umwelt & Initiativenzentrum, Burgplatz 1, 24939 Flensburg, Telefon 0461-2 60 67, bundflensburg@gmx.de, www.bundflensburg.de

BUND Schleswig-Holstein

Jede Woche präsentiert der BUND Themen leicht verständlich in Bild und Video auf seinen sozialen Medien:
bei X unter @SHBUND, bei Facebook unter @BUNDSchleswigHolstein und bei Instagram unter @bund_sh und auf seiner Website unter: https://www.bund-sh.de/

SSW-MdL Christian Dirschauer: Neuwahl des Flensburger Seniorenbeirats zügig auf den Weg bringen

Zur Feststellung der Kommunalaufsicht, dass die Auflösung des Flensburger Seniorenbeirats rechtswidrig war, erklärt der Flensburger Landtagsabgeordnete Christian Dirschauer:

Der SSW-Fraktionsvorsitzende Christian Dirschauer - Foto: SSW
Christian Dirschauer – Foto: SSW

Die Situation ist eindeutig. Der rechtmäßige Zustand muss schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Das heißt konkret: Neuwahlen zum Seniorenbeirat. Ich appelliere an alle Ratsfraktionen, diesen Schritt jetzt gemeinsam zu ermöglichen und nicht weiter auf Zeit zu spielen.

Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie von innen wie von außen unter Druck steht, brauchen wir ein Mehr an demokratischer Beteiligung und nicht weniger. Das gilt besonders auf kommunaler Ebene – dort, wo Menschen leben, sich einbringen und Verantwortung übernehmen. Seniorenbeiräte sind kein freiwilliger Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil demokratischer Teilhabe.

Fehler können passieren. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn es ausgerechnet in diesen herausfordernden Zeiten zu einer so gravierenden Fehleinschätzung kommt, die demokratische Beteiligung und Mitwirkung betrifft. Wenn Verwaltungshandeln bei grundlegenden Fragen der Mitbestimmung rechtswidrig ist, schwächt das zusätzlich das Vertrauen in staatliches Handeln.

Jetzt braucht es Klarheit, Verantwortung und Tempo. Demokratische Gremien dürfen nicht verzögert, relativiert oder aus Kostengründen aufgeschoben werden.

Auch das Linke Bündnis fordert eine Neuwahl:

Wort und Klang – Jazz Vielleicht Jazz – am 21.12. um 17 Uhr im ex-Sultanmarkt in der Neustadt 26

Malwina und Jakob Richter und Nick Nordmann

Wort und Klang Mit diesem Projekt bringen Malwina und Jakob Richter Gedichte aus dem 19. Jahrhundert mit ihrer vielseitigen Musik in die Gegenwart. Seit 2018 begeistern die Künstler ihr Publikum auf Bühnen in und um Hamburg. Ob in alten Bibliotheken, Kirchen, gemütlichen Wohnzimmern, Ausstellungen oder der Elbphilharmonie – die Musiker schaffen überall eine magische Atmosphäre, in der Poesie und Musik zu einem einzigartigen Erlebnis verschmelzen.

Ihr Konzertprogramm ist etwas Besonderes. Mit viel Leidenschaft und Feingefühl erwecken sie die Gedichte deutscher altbekannter Lyriker zu neuem Leben und lassen die Texte durch ihre Musik auf eindringliche Weise lebendig und unmittelbar zugänglich werden. Werke berühmter Autoren wie Nietzsche und Rilke, sowie verborgenere lyrische Schätze, werden einfallsreich interpretiert. Elemente von Soul, Klassik, Chanson und Jazz verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Lassen Sie sich von der Kraft der Worte und der Schönheit der Musik berühren und erleben Sie die poetischen Texte in neuem Gewand. Unterstützt werden Sängerin Malwina und Bassist Jakob heute von Nick Nordmann an den Tasten.

21.12.2025 um 17:00 Uhr im ex-Sultanmarkt, Neustadt 26, 24939 Flensburg

Mehr zur Veranstaltung hier

Zum Jahresausklang: Film der BI Bahnhofsviertel „Kurze Geschichte eines kleinen Waldes“

Die Redaktion des Stadtblog Flensburg wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Anlässlich des im Februar bevorstehenden fünften Jahrestags der  Räumung und Rodung des Bahnhofswalds in Flensburg und des für die BI Bahnhofsviertel und den BUND überaus erfolgreichen Urteils des schleswig-holsteinischen Verwaltungsgerichts vom 13.11.25 möchte die Stadtblog-Redaktion noch mal auf den Film „Kurze Geschichte eines kleinen Waldes“ hinweisen. Auch als weihnachtliche Zugabe, mit der sich der Stadtblog zum Jahresabschluss bei seinen Leserinnen und Lesern für ihr Interesse und ihre Treue bedanken möchte. Wir wünschen allen  besinnliche und frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Eine Erzählung der Vorgänge im und um den Bahnhofswald in Form eines Schattentheaters

Den Film hatten zahlreiche MitstreiterInnen der BI Bahnhofsviertel mit Unterstützung von befreundeten KünstlerInnen im Herbst 2024 fertiggestellt. Am 18. Oktober letzten Jahres wurde er dann der Öffentlichkeit im Rahmen einer Austellungseröffnung in der blau:pause vorgestellt. Das Publikum war begeistert und spendete einen Riesenapplaus.

Erzählt werden die Vorgänge im und um den Bahnhofswald in Form eines Schattentheaters. Mit viele Liebe zum Detail und köstlichen Pointen werden die Verantwortlichen der Stadt und die Investoren aufs Korn genommen. Und ebenfalls werden die dramatischen Ereignisse bei der Räumung und Rodung des Bahnhofswalds Ende Februar 2021 und die Folgen des OVG-Gerichtsurteils vom 26. Mai 2023 nicht ausgelassen. Dabei ist der Film eher unbeabsichtig auch eine Hommage an die Filmpionierin Lotte Reiniger und ihre Scherenschnittfilme und kommt ohne digitalen Schnickschnack aus. Und im Abspann kann man dann sehen, wie viele Menschen, und Hunde… an der Realisierung dieses überaus charmanten und liebenswürdigen Films mitgewirkt haben.

Sehen kann man den Film „Kurze Geschichte eines kleinen Waldes“ auf YouTube. Der Link dazu ist untenstehend zu finden. Die BI freut sich über positive Bewertungen, Kommentare und Likes für den Film.

Film „Kurze Geschichte eines kleinen Waldes“

Eine Erzählung der Vorgänge im und um den Bahnhofswald in Form eines Schattentheaters:

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