Archiv für den Tag 20. November 2025

Spendenaufruf für Tacheles e.V. – Gemeinsam gegen soziale Ausgrenzung!

Ein Beitrag aus dem Newsletter von Harald Thomé

Im letzten Newsletter habe ich zu Spenden für Tacheles aufgerufen. Das Ergebnis entsprach ungefähr den laufenden Kosten des Vereins für einen Monat. Die Arbeit von Tacheles muss jedoch das ganze Jahr über finanziert werden. Deshalb möchte ich eindringlich deutlich machen, dass Tacheles deutlich mehr Spenden benötigt. Wir brauchen diese Mittel dringend, um weitermachen zu können – und weitermachen ist gerade in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig.

Das Jahresende nähert sich und es ist trübe im Land.  Immer wieder erreichen mich Rückmeldungen von Menschen, die sich für meinen umfangreichen Newsletter bedanken. Mir macht diese Arbeit Freude, und es ist schön zu sehen, dass der Newsletter für rund 55.000 Empfänger*innen eine wichtige Informationsquelle rund um das Existenzsicherungsrecht ist.

Diesen Dank möchte ich gern aufgreifen und Euch/Sie ermutigen, dies mit einer Spende an den Verein Tacheles e.V. zu honorieren.

Hier ein paar Infos zu Tacheles:

Der seit über 30 Jahren bestehende Verein ist ein bundesweit bekannter Leuchtturm für soziale Gerechtigkeit und Empowerment. All diese Tätigkeiten erfolgen ohne öffentliche Förderung. Tacheles finanziert sich ausschließlich durch Spenden sowie durch eigenwirtschaftliche Tätigkeiten wie Newsletteranzeigen oder gewerbliche Einträge im Adressverzeichnis. Auch die umfangreiche und hochqualifizierte Beratungsarbeit wird seit Jahrzehnten durch weitgehend ehrenamtliches Engagement und Selbstausbeutung getragen.

Tacheles konfrontiert lokale Behörden mit Defiziten und Missständen und fordert konsequent Änderungen ein. Gleichzeitig wirkt der Verein auf der großen politischen Bühne mit, verfasst Fachstellungnahmen in Gesetzgebungsverfahren und entwickelt regelmäßig Vorschläge zur Verbesserung der Lage einkommensschwacher Menschen. So wurde Tacheles etwa vom Bundesverfassungsgericht als Sachverständiger im SGB-II-Sanktionsverfahren benannt und war am positiven Ausgang des Verfahrens maßgeblich beteiligt.

Unsere Projekte 2025

Unsere Arbeit ist komplett unabhängig und ohne jegliche öffentliche Förderung.

Nur durch Spenden können wir weiterhin kostenlose Beratung anbieten, politisch Druck machen und für sozial Benachteiligte eintreten.

Jetzt spenden und ein Zeichen setzen:
www.tacheles-sozialhilfe.de
Direkt zum Spendenformular
Kurzlink: https://t1p.de/dxo9g

Sorgt dafür, dass die Arbeit von Tacheles fortgesetzt werden kann. Mit unserem neuen Spendenformular sollten Spenden ohne Probleme funktionieren und es sind nun auch monatliche Spenden möglich.

Schulstreik gegen Wehrpflicht – am 5. Dezember in Flensburg

Nein zur Wehrpflicht!

Schulstreik Demo am Freitag, 5. Dezember um 12 Uhr am Rathausplatz In Flensburg

Ein neuer Wehrdienst? Was wir eigentlich nur noch aus Erzählungen unserer Eltern kennen, soll jetzt bald auch unsere Generation betreffen. Junge Menschen sollen zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. Was das für uns bedeuten würde, wäre, dass uns unser Recht auf ein (selbstbestimmtes) Leben genommen wird.

Du willst das verhindern? Dann mach mit bei einem Schulstreik in deiner Stadt! #sdajflensburg #sdaj #flensburg #eurekriegeohneuns #frieden #arbeiterjugend #wehrpflicht #neinzurwehrpflicht

Nein zur Wehrpflicht Flensburg auf Instagram https://www.instagram.com/neinzurwehrpflicht_fl

Theaterwerkstatt Pilkentafel am 27., 28. , 29. November 2025: „ST°CKT: Play. Time.“ – Physical Theater Performance

Liebes Publikum,

in der kommenden Woche begrüßen wir zwei Flensburger Künstlerinnen: die Schwestern Emma und Charlotte Görrissen, die in der Schweiz Physical Theatre studiert haben und nun mit ihrem Gastspiel ST°CKT zu uns zurückkehren. in AKTION

Die Performance lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen und unseren gemeinsamen Umgang mit ZEIT zu hinterfragen. ST°CKT steht für Innehalten und Beobachten, für Zweifel und Verzweiflung, für Wundern und Präsenz. Und nicht zuletzt ist jede Aufführung eine gemeinsam erlebte Zeit. 

Das Stück nutzt nur wenig Sprache und ist bereits für Kinder ab 10 Jahren geeignet – eine ehrliche Einladung, neben den üblichen Weihnachtsmärchen mit einem besonderen Theatererlebnis in die Adventszeit einzutauchen.
27., 28. und 29. November, jeweils 20 Uhr
zu den Tickets

Diese Woche: alle drei öffentlichen Aufführungen von „Der Ursprung der Welt“ von frau emma gelb sind ausverkauft. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Dort führen wir eine Warteliste, auf die man sich eintragen kann. Nicht abgeholte Reservierungen gehen dann als Restkarten in den Verkauf.

Rückblick: ein intensives Wochenende liegt hinter uns – die Kurzfilmtage haben uns sehr bewegt. Besonders der Film „Die Möllner Briefe“ (Regie: Martina Priessner, 2025) über den rassistischen Brandanschlag in Mölln 1992 wirkt nach. Unsere Reaktion: Wir rufen dazu auf, „Briefe nach Mölln“ zu schicken. – eine REAKTION

Ausblick: in der ersten Dezember-Woche begrüßen wir das Markus&Markus Theaterkollektiv mit ihrem erfolgreichen Stück „Ibsen:Gespenter“ – in der VORSCHAU

Mit freundlichen Grüßen

Lucie Morin


CHARLOTTE UND EMMA GÖRRISSEN

Physical Theatre Performance

Wir haben keine Zeit. Wir haben Zeit. Die Zeit hat uns…
Der Alltag vieler Menschen ist von einem straffen Zeitplan geprägt. Wir hetzen, zögern, reagieren zu schnell – und fühlen uns doch oft abgehängt.

Wir verschwenden Zeit, haben keine, oder glauben, alle Zeit der Welt zu haben – bis sie uns davonläuft. Was passiert, wenn wir nicht handeln, obwohl es nötig wäre? Wenn unsere Zeit auf der Welt knapp wird?

ST°CKT macht Zeit erfahrbar – persönlich und universell. Mit surrealen Bildern, starker körperlicher Präsenz, Bewegung und dem Spiel mit Objekten zeigt das Stück absurde Facetten des Alltags und unserer Vorstellung von Zeit in europäischen Gesellschaften.

Die Aufführung nutzt wenig Sprache und ist auch für Kinder ab 10 geeignet.


Wir wollen den aufwühlenden Film „Die Möllner Briefe“ mit „Briefen nach Mölln“ beantworten!

Wie die Briefeschreiber*innen von damals, die ihr Mitgefühl, ihre Scham, ihr Entsetzen den Betroffenen gegenüber ausdrückten, wollen wir unsere Wut, unser Entsetzen, unsere Scham darüber, dass die Briefe damals nicht den Betroffenen übergeben wurden, ebenfalls in Briefen ausdrücken. Schreibt den beiden Bürgermeistern Eure Fragen, über Eure Wut, Eure Enttäuschung, Eure Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung zum Jahrestag des Brandanschlags am 23.11.2025.

In der Folge des rassistischen Brandanschlags am 23. November 1992, bei dem drei türkische Frauen und Mädchen ermordet und ganze Familien traumatisiert wurden, haben über 1.000 Menschen in Briefen an die Betroffenen ihre Anteilnahme, Betroffenheit und Scham ausgedrückt. Die Stadt Mölln hat diese Briefe nicht den Adressaten zugestellt, sondern geöffnet und archiviert, bis eine Studentin sie 2019 im Stadtarchiv fand. Der Film folgt İbrahim Arslan, dem Bruder einer Ermordeten bei seiner unermüdlichen Aufarbeitung, während die Trägheit und Ignoranz der Stadt Mölln weitergeht. Der damalige Bürgermeister ist zu keiner Stellungnahme bereit und seinem Nachfolger gelingt es nicht, sich zu entschuldigen.

Den damaligen und dem aktuellen Bürgermeister sollen so viele Briefe wie möglich erreichen!

Schreibt einen Brief oder eine Postkarte, damit sie zum 33. Jahrestags des Anschlags am 23.11. ihre Verantwortung annehmen und zu einer neuen Haltung kommen können.

So werden aus den damaligen „Möllner Briefen“ neue „Briefe nach Mölln“!

Adressen:

Bürgermeister von Mölln von 1985–1997

Adresse seiner Anwaltskanzlei

Joachim H. Dörfler

Breslauer Straße 8a

23611 Bad Schwartau

Bürgermeister von Mölln seit 2022

Adresse der Stadt Mölln

Bürgermeister Ingo Schäper

Wasserkrüger Weg 16 23879 Mölln


VORSCHAU – IBSEN: GESPENSTER

Gespenster – Foto: Robin Junicke

NFT-Gastspiel

Markus&Markus THEATERKOLLEKTIV

IBSEN: GESPENSTER

EIN FAMILIENDRAMA IN DREI AKTEN MIT MARGOT & dem MARKUS & MARKUS THEATERKOLLEKTIV

Wie schon 2023 in „Titanic 2“ geht das Markus&Markus Theaterkollektiv auch hier von einer berühmten Vorlage aus.

In Ibsens Drama Gespenster bittet Osvald seine Mutter, ihm zum Sterben zu verhelfen. Sie zweifelt. Und mit ihr zweifeln noch immer Gesellschaften überall auf der Welt, ob es ein Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben gibt. 
Das Markus&Markus Theaterkollektiv traf seinen Osvald, die 81-jährige Margot, am 1. April und begleitete sie mit der Kamera während ihrer letzten Tage beim Ordnen ihrer Dinge, den letzten Arztbesuchen, Abschiedsfesten und schließlich auch auf ihrem Weg in die Schweiz. Dorthin, wo einige wenige Organisationen seit Jahren Sterbehilfe leisten auf dem schmalen Grat, den die Justiz ihnen lässt. Am 22. Mai waren sie auf Margots Beerdigung. 

Ibsen: Gespenster dokumentiert diese besondere Begegnung. Das Stück ist eine Feier des Lebens, ein Dinner for One, bei dem die Tischdame ihren verstorbenen Freund*innen bereits gefolgt ist. Auf der Bühne sind nur noch Markus&Markus. Ein kontroverser Diskurs prallt auf ein Drama, dessen Protagonistin bereits tot ist. Ibsen: Gespenster ist ein Stück über das Sterben und zugleich Überlebenselixier, denn: „So lange man über mich redet und meine Geschichte erzählt wird, so lange bin ich nicht tot.“

Die Aufführung am Samstag findet in Kooperation mit Winterzeit dem Rotarierclub Nordertor statt.

KONZEPT UND UMSETZUNG Lara-Joy Bues, Katarina Eckold, Manuela Pirozzi, Markus Schäfer, Markus Schmans und als Gast Margot. Markus&Markus Theaterkollektiv sagt über sich: „Niemand recherchiert mehr als wir, haben wir recherchiert.“ Seit dem Ende ihres Studiums der Szenischen Künste in Hildesheim 2012 arbeiten die vier kontinuierlich zusammen und haben eine sehr eigene und erfolgreiche Methode und Handschrift entwickelt. Sie spielen an vielen deutschen Theatern und auf internationalen Festivals. Sie interessieren sich aber für nachhaltige Beziehungen zu Theaterhäusern und Regionen und wurden mit dem George Tabori Förderpreis und dem Preis des Best-Off-Festivals Freier Theater der Stiftung Niedersachsen ausgezeichnet. Nach „Titanic 2“ im Jahr 2023 zeigen sie ihr berühmtes Stück „Gespenster“ in der Theaterwerkstatt Pilkentafel.


Kassenöffnungszeiten

Die Abendkasse öffnet immer 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn. Bei ausverkauften Vorstellungen gibt es dort eine Warteliste, auf die man sich eintragen kann. Sollten reservierte Karten nicht abgeholt werden, können diese dann als Restkarten erworben werden.

Ticketshop: https://karten.pilkentafel.de

Wir empfehlen, Tickets online über unseren Webshop zu erwerben. Die Bezahlung erfolgt per Bankeinzug oder Kreditkarte. Sie können die Karten zu Hause ausdrucken, oder sich auf Ihr Smartphone laden. Über das Internet erworbene Karten können grundsätzlich nicht zurückgenommen oder umgetauscht werden. Für verfallene Karten wird kein Ersatz geleistet.

Vorverkauf über https://karten.pilkentafel.de oder in den Vorverkaufsstellen u.a. Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in der Großen Straße / SHZ-Kundencenter in der Nikolaistraße und bei allen bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen.

Solidarisches Preissystem

Solidarisches Preissystem bei freier Platzwahl  

Aufführungen: 12€ / 18€ / 25€  

„Verbrannte Texte“ Eintritt frei

Orientierung: 25,- € ist für alle, die es sich leisten können. 18,- € ist der reguläre Preis. 12,- € ist der ermäßigte Preis nach Selbsteinschätzung.

Ermäßigte Karten für Studierende gibt es im AStA-Büro der Uni Flensburg für 8€. Anmeldung für Schulklassen (8€ pro Schüler*in) direkt im Büro der Pilkentafel.

Kulturschlüssel

Für jede Aufführung kann man bis zu zwei Eintrittskarten für 1€ beim bequa-Programm Kulturschlüssel im Norden reservieren. Informationen und Reservierung https://foerdekompass.sh/ 

Barrierefreiheit

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel ist eingeschränkt barrierefrei. Der Zugang zum Foyer und in den Theatersaal sind ebenerdig und stufenlos erreichbar. Die Eingangstüren sind ausreichend breit. Die sanitären Anlagen sind leider nicht barrierefrei mit einem Rollstuhl zu erreichen. Bei Fragen oder Hilfestellungen sind wir über unsere Telefonnummer 0461- 24901 erreichbar.

KANÄLE

Newsletter und Spielplanversand: newsletter.pilkentafel.de
Facebook: fb.com/pilkentafel
Instagram: instagram.com/theaterwerkstatt_pilkentafel

Theaterwerkstatt Pilkentafel gGmbH

Pilkentafel 2 • 24937 Flensburg

Büro: 0461-24901 • Mobil: 0160 90 25 90 4

 

Der Hierarch

Anlässlich der Ausführungen von Friedrich Merz zu seinem Besuch im brasilianischen Belém dokumentiert der Stadtblog den untenstehenden Kommentar von Arnold Schölzel in der Jungen Welt vom 20.11.2025

Merz und das Stadtbild von Belém

Arnold Schölzel

Dem Regierungssprecher Stefan Kornelius sei Dank. Er stellte am Mittwoch klar, was Friedrich Merz am 13. November vorm Handelsverband über das brasilianische Belém gesagt hatte. Kann zwar jeder nachlesen, aber Kornelius musste dennoch ran: Der Kanzler wird sich nicht entschuldigen und sieht keinen Schaden in den Beziehungen zu Brasilien. Er hat lediglich einen doppelten Baerbock geschlagen und mit dem Plattfußdiplomaten Johann Wadephul, der trotzig nicht nach Beijing flog, gleichgezogen.

Beléms Stadtpark als Austragungsort der UN-Klimakonferenz 2025 in Belém (COP30) im Bau (Mitte Februar 2025) Foto: Governo do Brasil

Merz war am 7. November immerhin einige Stunden in dem 1,4-Millionen-Einwohner-Nest. Als die Vertreter der freien deutschen Presse dort laut Spiegel »von ihm etwas zur nicht enden wollenden Diskussion über seine Äußerungen zum Stadtbild in Deutschland wissen wollten, fragte er zurück, ob sie in Belém bleiben wollen würden«. Gewöhnlicher AfD-Dreck also. Aber am 13. November war der Kanzler bei einer Rede vorm Deutschen Handelstag so gerührt – von Deutschland, »einem der schönsten Länder der Welt«, und sich selbst –, dass er von der Reaktion der Journalisten erzählte: »Da hat keiner die Hand gehoben. Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.« Nächster Satz: »Wir leben in einem der freiheitlichsten Länder der Welt, und es lohnt sich, unser Land, unsere Demokratie, unsere Wirtschaftsordnung auch zu verteidigen.« Schönheit und Krieg – das ist Merz-Deutschland.

Das sahen die deutschen Journalisten in Belém nicht anders. Jedenfalls gab ihm keiner was aufs Maul oder erhob gar Einwände. Kornelius ordnet nun an: Merz habe sich nicht »missfallend« oder »angewidert« geäußert, sondern lediglich in der Länderschönheitsfrage »eine kleine Hierarchisierung« vorgenommen.

Hierarchie bedeutet strenge Rangordnung, und bei der geht es hier um die eine Tasse, die Merz im Schrank hat: Deutschland ist kriegswürdig, weil schön und frei, Brasilien hässlich, unfrei und kriegsunwürdig. Danke, Kornelius! Danke, Brasilien!https://www.jungewelt.de/artikel/512583.der-hierarch.html

Mehr zur COP30 in Belém hier: https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz_in_Bel%C3%A9m_2025

BUND: Bundesrat muss CCS-Desaster stoppen 

Foto: Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V.

  •  BUND fordert zur Ablehnung des Kohlenstoffspeicher-Gesetzes im Bundesrat auf

  • CO2-Speicherung (CCS) bedroht Klima, Wirtschaft und Trinkwassersicherheit

  • Moore, Wälder und Seegraswiesen als natürliche CO2-Speicher stärken

Berlin/Kiel. Vor der entscheidenden Bundesratssitzung am kommenden Freitag (21.11.) warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eindringlich vor den Plänen zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordern rund 150 Delegierte des BUND die Bundesratsmitglieder auf, den Gesetzentwurf zurückzuweisen. Die vorgesehenen Regelungen zur CO2-Abscheidung und -Deponierung würden die Energiewende ausbremsen und fossilen Industrien sogar neue Geschäftsmodelle eröffnen – mit gravierenden Folgen für Klima und Umwelt und mit großen Risiken für unser Trinkwasser.

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND-Bundesverband – Foto: BUND

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND-Bundesverband, betont: „Diese Gesetzesänderung setzt auf eine Technik, die weder wirksam noch sicher ist. Anstatt CO2-Emissionen von vornherein zu vermeiden, soll das Gas künftig teuer eingefangen und unter enormem Energieaufwand verpresst werden. Gleichzeitig birgt die geplante CO2-Infrastruktur erhebliche und langfristige Risiken: Deponien könnten Trinkwasserressourcen gefährden und ganze Regionen belasten. Niemand kann garantieren, dass die Speicher über Jahrhunderte dicht bleiben. Die Bundesregierung setzt damit auf eine gefährliche Scheinlösung mit enormem zusätzlichem Energie- und Ressourcenverbrauch, die in anderen Ländern bereits gescheitert ist. Das wirft Deutschland energie- und industriepolitisch weit zurück.“

Der BUND kritisiert in seiner Resolution insbesondere die Öffnung der CO2-Infrastruktur für nahezu alle Industriebereiche. Unter dem Deckmantel der Klimaneutralität könnten fossile Konzerne ihr Geschäftsmodell bald sogar noch ausweiten: Je mehr CO2 entsteht, desto lukrativer und attraktiver das System. Gleichzeitig würden Anreize, innovative Technologien und Alternativen zur Vermeidung von Emissionen auszubauen, dadurch verloren gehen.

Marina Quoirin-Nebel, Vorstandsmitglied des BUND SH – Foto: BUND

Norwegen betreibt bereits unterseeische CO2-Speicher, Dänemark plant die geologische Speicherung von CO2 zu Forschungszwecken. Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH) hat dazu eine Stellungnahme bei der dänischen Energiebehörde eingereicht. Marina Quoirin-Nebel, Vorstandsmitglied des BUND SH, schreibt darin unter anderem: „Carbon Capture and Storage (CCS) birgt erhebliche Umweltrisiken, insbesondere für das Meer und seine Ökosysteme, weshalb der BUND SH auch Forschungs- und Erprobungsspeicherungen ablehnt. Wir sehen durch mögliche Leckagen von CO2, Methan und Formationswasser Gefahren für Tourismus, Fischerei sowie Nord- und Ostsee.“

Quoirin-Nebel setzt sich mit dem BUND dafür ein, stattdessen Ökosysteme zu renaturieren, die als natürliche CO2-Speicher wirken: „Neben Mooren und Wäldern sind Seegraswiesen hervorragende CO2 Speicher.“

Von der CO2-Speicherung geht dagegen eine Gefahr durch Gaslecks aus. Durch die genutzten Bohrlöcher sowie durch alte Bohrungen und natürliche Risse, die es zahlreich in der Nordsee gibt, kann CO2 austreten und im Wasser Kohlensäure bilden. Die Säure zerstört die Kalkschalen von Meereslebewesen. Verdrängtes Formationswasser kann im Bereich der Nordseeinseln die Trinkwasserversorgung durch Versalzen und Vergiften der Süßwasserlinsen gefährden.

Der BUND fordert den Bundesrat in seiner Resolution mit Nachdruck auf: Klimaschutz heißt Prioritäten setzen! Ein schneller und naturverträglicher Ausbau erneuerbarer Energien ist unverzichtbar. Klima- und umweltschädliche Produktion und Verbrauch müssen sinken, die Industrie muss konsequent dekarbonisiert und eine echte Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden.

Zur Bundesratssitzung am Freitag, dem 21.11.2025 plant der BUND Bundesverband gemeinsam mit den Landesverbänden eine Protestaktion vor dem Bundesrat.

Hier finden Sie die Stellungnahme des BUND SH an die dänische Energiebehörde:

www.bund-sh.de/publikationen/detail/publication/stellungnahme-geologische-speicherung-von-ccs-in-daenemark/

Hintergrund:

Der Gesetzentwurf zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes wurde am 06. November 2025 im Bundestag verabschiedet. Der Bundesrat hat nun die letzte Möglichkeit, das Gesetz zu stoppen und echten Klimaschutz einzufordern. Der Aufbau und Betrieb einer CCS-Infrastruktur würde enorme Mengen zusätzlicher Energie verbrauchen, Milliarden verschlingen und dennoch keine verlässliche Lösung bieten. Risiken und Folgekosten blieben bei Staat und Verbraucher*innen.

In den USA kommt es immer wieder zu Unfällen mit CO2-Leitungen. 2020 verursachte ein Erdrutsch einen Rohrbruch in einer unterirdischen CO2-Pipeline. 45 Menschen aus der einen Kilometer entfernt liegenden Ortschaft Satartia mussten wegen Erstickungssymptomen im Krankenhaus behandelt werden.

Mehr Infos auch unter:

http://www.kein-co2-endlager.de/

https://www.facebook.com/Kein-CO2-Endlager-175897405789374/

https://twitter.com/ccs_stoppen


BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Kreisgruppe Flensburg, im Umwelt & Initiativenzentrum, Burgplatz 1, 24939 Flensburg, Telefon 0461-2 60 67, bundflensburg@gmx.de, www.bundflensburg.de

BUND Schleswig-Holstein

Jede Woche präsentiert der BUND Themen leicht verständlich in Bild und Video auf seinen sozialen Medien:
bei X unter @SHBUND, bei Facebook unter @BUNDSchleswigHolstein und bei Instagram unter @bund_sh und auf seiner Website unter: https://www.bund-sh.de/

40 Jahre Frauennotruf Flensburg – JUBILÄUMSFEIER am 25.11.2025 im ex-Sultanmarkt

Rednerinnen und Grußworte aus Politik & Gesellschaft, Musik von Birga Görtz & Glückskind, Snacks und was zum Anstoßen.

Dienstag, 25. November, Beginn 18:00 Uhr – EX Sultanmarkt, Neustadt 26, 24939 Flensburg – Eintritt frei!

Birga Görtz spielt mit ihrer neuen Band „Glückskind“ einige eigene Songs mit kraftvollen deutschen Texten.
Die Flensburger Sängerin ist bekannt als Frontrau der Band „Soulfood“ und hat eigens für unsere Veranstaltung neue Lieder komponiert. Birga Görtz (Gesang), Frank Wiggert (Bass) Tina Becker (Cajon)

Bei der Eröffnungsveranstaltung und Vernissage anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums sorgte die Band Glückskind für eine ganz besondere Atmosphäre und setzte mit diesem Auftritt einen starken, inspirierenden Auftakt für unsere Veranstaltungsreihe. Ein Auftakt, der Mut macht und Hoffnung schenkt.

Die positiven Songs mit kraftvollen deutschen Texten und das einfühlsame Schlaflied für Frauen, die sich einmal entspannen dürfen, passten wunderbar zum Anlass und berührten viele Gäste.

Durch die Musik entstand eine Stimmung, die nicht nur bewegte und nachdenklich machte, sondern auch ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Besonders eindrucksvoll war Birga Görtz’ Performance zu Beginn, mit dem Bild der Schuhe, die einem nicht mehr passen – lebendig, ehrlich und stark.

Wir danken Glückskind herzlich für diesen besonderen Beitrag und freuen uns, dass die groovige Band sich aus Anlass unseres Jubiläums gegründet hat.

Der Frauennotruf Flensburg begeht in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum und blickt in diesem Jahr auf 40 Jahre engagierte Arbeit gegen häusliche und sexualisierte Gewalt zurück.

Vier Jahrzehnte kämpferischer Arbeit, Unterstützung und Solidarität für Frauen in Not. Unser Jubiläum ist nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern auch eine wichtige Gelegenheit, um die Bedeutung unserer Arbeit und die Dringlichkeit, das Thema häusliche und sexualisierte Gewalt in die Öffentlichkeit zu tragen, hervorzuheben.
Anlässlich dieses Jubiläums finden rund  um den 25. November 2025, der gleichzeitig das Gründungsdatum des Frauennotrufs und der „Internationale Tag gegen Gewalt“ an Frauen ist, öffentliche Veranstaltungen statt. Der Frauennotuf Flensburg lädt zu einem vielfältigen Programm ein: Lesungen, Theater, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen, die sich mit feministischen Themen, Gewaltprävention und der Geschichte sowie der Gegenwart frauenpolitischer Arbeit befassen.

Untenstehend die Programmübersicht für den Rest des Novembers. Mehr und detaillierte Infos zu den Veranstaltungen hier: https://fin-flensburg.de/veranstaltungen/

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten