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BUND fordert zur Ablehnung des Kohlenstoffspeicher-Gesetzes im Bundesrat auf
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CO2-Speicherung (CCS) bedroht Klima, Wirtschaft und Trinkwassersicherheit
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Moore, Wälder und Seegraswiesen als natürliche CO2-Speicher stärken
Berlin/Kiel. Vor der entscheidenden Bundesratssitzung am kommenden Freitag (21.11.) warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eindringlich vor den Plänen zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordern rund 150 Delegierte des BUND die Bundesratsmitglieder auf, den Gesetzentwurf zurückzuweisen. Die vorgesehenen Regelungen zur CO2-Abscheidung und -Deponierung würden die Energiewende ausbremsen und fossilen Industrien sogar neue Geschäftsmodelle eröffnen – mit gravierenden Folgen für Klima und Umwelt und mit großen Risiken für unser Trinkwasser.
Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND-Bundesverband, betont: „Diese Gesetzesänderung setzt auf eine Technik, die weder wirksam noch sicher ist. Anstatt CO2-Emissionen von vornherein zu vermeiden, soll das Gas künftig teuer eingefangen und unter enormem Energieaufwand verpresst werden. Gleichzeitig birgt die geplante CO2-Infrastruktur erhebliche und langfristige Risiken: Deponien könnten Trinkwasserressourcen gefährden und ganze Regionen belasten. Niemand kann garantieren, dass die Speicher über Jahrhunderte dicht bleiben. Die Bundesregierung setzt damit auf eine gefährliche Scheinlösung mit enormem zusätzlichem Energie- und Ressourcenverbrauch, die in anderen Ländern bereits gescheitert ist. Das wirft Deutschland energie- und industriepolitisch weit zurück.“
Der BUND kritisiert in seiner Resolution insbesondere die Öffnung der CO2-Infrastruktur für nahezu alle Industriebereiche. Unter dem Deckmantel der Klimaneutralität könnten fossile Konzerne ihr Geschäftsmodell bald sogar noch ausweiten: Je mehr CO2 entsteht, desto lukrativer und attraktiver das System. Gleichzeitig würden Anreize, innovative Technologien und Alternativen zur Vermeidung von Emissionen auszubauen, dadurch verloren gehen.
Norwegen betreibt bereits unterseeische CO2-Speicher, Dänemark plant die geologische Speicherung von CO2 zu Forschungszwecken. Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH) hat dazu eine Stellungnahme bei der dänischen Energiebehörde eingereicht. Marina Quoirin-Nebel, Vorstandsmitglied des BUND SH, schreibt darin unter anderem: „Carbon Capture and Storage (CCS) birgt erhebliche Umweltrisiken, insbesondere für das Meer und seine Ökosysteme, weshalb der BUND SH auch Forschungs- und Erprobungsspeicherungen ablehnt. Wir sehen durch mögliche Leckagen von CO2, Methan und Formationswasser Gefahren für Tourismus, Fischerei sowie Nord- und Ostsee.“
Quoirin-Nebel setzt sich mit dem BUND dafür ein, stattdessen Ökosysteme zu renaturieren, die als natürliche CO2-Speicher wirken: „Neben Mooren und Wäldern sind Seegraswiesen hervorragende CO2 Speicher.“
Von der CO2-Speicherung geht dagegen eine Gefahr durch Gaslecks aus. Durch die genutzten Bohrlöcher sowie durch alte Bohrungen und natürliche Risse, die es zahlreich in der Nordsee gibt, kann CO2 austreten und im Wasser Kohlensäure bilden. Die Säure zerstört die Kalkschalen von Meereslebewesen. Verdrängtes Formationswasser kann im Bereich der Nordseeinseln die Trinkwasserversorgung durch Versalzen und Vergiften der Süßwasserlinsen gefährden.
Der BUND fordert den Bundesrat in seiner Resolution mit Nachdruck auf: Klimaschutz heißt Prioritäten setzen! Ein schneller und naturverträglicher Ausbau erneuerbarer Energien ist unverzichtbar. Klima- und umweltschädliche Produktion und Verbrauch müssen sinken, die Industrie muss konsequent dekarbonisiert und eine echte Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden.
Zur Bundesratssitzung am Freitag, dem 21.11.2025 plant der BUND Bundesverband gemeinsam mit den Landesverbänden eine Protestaktion vor dem Bundesrat.
Hier finden Sie die Stellungnahme des BUND SH an die dänische Energiebehörde:
Hintergrund:
Der Gesetzentwurf zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes wurde am 06. November 2025 im Bundestag verabschiedet. Der Bundesrat hat nun die letzte Möglichkeit, das Gesetz zu stoppen und echten Klimaschutz einzufordern. Der Aufbau und Betrieb einer CCS-Infrastruktur würde enorme Mengen zusätzlicher Energie verbrauchen, Milliarden verschlingen und dennoch keine verlässliche Lösung bieten. Risiken und Folgekosten blieben bei Staat und Verbraucher*innen.
In den USA kommt es immer wieder zu Unfällen mit CO2-Leitungen. 2020 verursachte ein Erdrutsch einen Rohrbruch in einer unterirdischen CO2-Pipeline. 45 Menschen aus der einen Kilometer entfernt liegenden Ortschaft Satartia mussten wegen Erstickungssymptomen im Krankenhaus behandelt werden.
Mehr Infos auch unter:
http://www.kein-co2-endlager.de/
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BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Kreisgruppe Flensburg, im Umwelt & Initiativenzentrum, Burgplatz 1, 24939 Flensburg, Telefon 0461-2 60 67, bundflensburg@gmx.de, www.bundflensburg.de
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