Archiv für den Tag 16. Februar 2026
Flurgespräch: DIALOG IM BETRIEB GESTALTEN am 25. März im Gewerkschaftshaus Flensburg
SOLIDARISCHE STRATEGIEN GEGEN SPALTUNG UND HETZE
Flurgespräch im Rahmen der Internationale Wochen gegen Rassismus sowie Vorbereitung auf die Betriebsratswahlen 2026 – Jetzt anmelden!
12 bis 14 Uhr am 25.März 2026
Gewerkschaftshaus, Große Straße 21-23 Flensburg
Referentin: Petra Wlecklik
Die Veranstaltung richtet sich an Betriebsrät*innen, Vertrauensleute und gewerkschaftlich Aktive, die im Arbeitsalltag mit diskriminierenden Vorfällen oder rechten Haltungen konfrontiert sind oder präventiv handeln möchten. Mit Mittagsimbiss und Getränken.
Anmeldung unter flensburg@dgb.de oder 0461-1444010

Dialog im Betrieb gestalten – Solidarische Strategien gegen Spaltung und Hetze
Im Mittelpunkt des Flurgesprächs steht die Frage, wie Errungenschaften der Mitbestimmung verteidigt, die Wahlbeteiligung gestärkt und eine klare Position für Solidarität und gegen Ausgrenzung im Betrieb eingenommen werden kann.
Thematische Schwerpunkte sind unter anderem:
Diskriminierung und Ausgrenzung im Betrieb erkennen, einschätzen und handeln
Schutz von Beschäftigtengruppen und Stärkung solidarischer Lösungsansätze
Dialog im Betrieb fördern und demokratische Beteiligung stärken
Handlungsmöglichkeiten des Betriebsrats nach dem BetrVG, insbesondere § 70, § 80 und § 87 BetrVG nutzen
Ziel der Veranstaltung ist es, Teilnehmende zu stärken, praxisnahe Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den solidarischen Zusammenhalt im Betrieb zu fördern – für eine klare Haltung zur Demokratie und Vielfalt vorantreiben.
Diese Veranstaltung berechtigt eine Freistellung nach § 37(2) BetrVG und nach § 37(2) MBG Schl.-H.
V.i.S.d.P. Stadtverband Flensburg im DGB SH Nordwest, Große Straße 21-23, 24937 Flensburg
Mehrheit im Sozialausschuss für Neuwahl des Seniorenbeirats – Seniorenbeirat tagt öffentlich am 19.02. im Aktivitetshuset
MIt einer Mehrheit von SSW, SPD, Linkes Bündnis und Grünen wurde heute in der Sitzung des Flensburger Sozialausschusses die Verwaltung beauftragt, am 6. September 2026 eine Neuwahl des Seniorenbeirats durchzuführen. Die Vertreter der CDU und FDiF stimmten dagegen. Der heutige Beschluss muss allerdings noch vom Finanzausschuss, dem Hauptausschuss und der Ratsversammlung bestätigt werden. Insbesondere die Ausgaben für die Neuwahl in Höhe von 60-70.000 Euro dürften im Finanzausschuss noch für Zündstoff sorgen. (Mehr zum Antrag von SSW, SPD und Linkes Bündnis auf Neuwahl des Seniorenbeirats am Ende der Einladung zur öffentlichen Seniorenbeiratssitzung)
Seniorenbeirat tagt öffentlich am 19. Februar um 9:30 Uhr im Aktivitetshuset
Zu einer öffentlichen Sitzung treten als Geschäftsführender Seniorenbeirat die vier verbliebenen, mit einem Mandat der älteren Bürger Flensburgs gewählten Seniorenbeirats-Mitglieder am Donnerstag, den 19. Februar 2026 zusammen.
Und zwar im Aktivitetshuset, Norderstrasse 49, um 9:30 Uhr.

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Flensburg hatte den vier verbliebenen Seniorenbeirats-Mitgliedern die Anerkennung verweigert, die Nutzung des sonst üblichen Tagungsraums im Rathaus untersagt und das Seniorenbeirats-Büro geschlossen.
Gäste sind wie immer willkommen.
SENIORENBEIRAT FLENSBURG (Bis auf weiteres geschäftsführend)
Mail: seniorenbeirat-fl@posteo.de
Mehr zu den Vorgängen um den Seniorenbeirat auch hier:
Brücken statt Barrieren – Treffen der AG Inklusion am 19.02.in Flensburg

Am kommenden Donnerstag, den 19.02. trifft sich wieder die „AG Inklusion“ im Kreisbüro der Partei „Die Linke“, Norderstraße 88 – Los geht’s um 18.30 Uhr
Thema: Brücken statt Barrieren!
Wie geht es Menschen mit sicht- und unsichtbaren Einschränkungen in Flensburg?
Interessierte zum Erfahrungsaustausch sind wie immer herzlich willkommen!
Mehr zur AG Inklusion:
Wir organisieren Hoffnung und Widerstand, wo Barrieren statt Brücken zu finden sind…
Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, das Leben von Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Einschränkungen in Flensburg zu verbessern! Denn wir sind nicht, sondern werden behindert…

Instagram: @ag.inklusion_linke.flensburg
Weitere Infos unter inklusion@linke-flensburg.de
Quinn Slobodian: Kapitalismus ohne Demokratie
Eine Buchbesprechung von paradox-a im untergrundblättle vom 15. Februar 2026
Rechtslibertäre Zonen als reale Dystopie
Der Geschichtsprofessor Quinn Slobodian veröffentlichte Ende 2023 das Buch Kapitalismus ohne Demokratie. Wie Marktradikale die Welt in Mikronationen, Privatstädte und Steueroasen zerlegen wollen.

Ironischerweise erinnert mich dies an das inspirierende Buch des postautonomen Autoren John Holloway „Kapitalismus aufbrechen“ (2010). Holloway suchte im Sinne der Anti-Globalisierung nach Ansatzpunkten, wie sich soziale Bewegungen staatlichen und kapitalistischen Zugriffen entziehen können, in der kreativen Verweigerung, im Protest und dem Aufbau von Alternativstrukturen. Die Lektüre von Slobobians Untersuchung zeigt, wie ein neoliberale Eigentümer, Investoren und Strategen bereits seit Jahrzehnten nach Möglichkeiten suchen, sich der Besteuerung und Regulierung durch den Staat zu entziehen. Demnach ist es
ein Irrtum, die Welt nur als Puzzle von Nationalstaaten zu betrachten. Historikerinnen und Sozialwissenschaftler rufen uns in Erinnerung, dass die moderne Welt pockenartig, durchlöchert, verbeult und ausgefranst, zerrissen und mit Stecknadel gespickt ist. Innerhalb der nationalen Container findet man ungewöhnliche Rechtsräume, anormale Territorien und eigentümliche Zuständigkeitsbereiche. Da sind Stadtstaaten, Steueroasen, Enklaven, Freihäfen, Technologieparks, Zollfreibezirke und Innovationszentren. Die Welt der Nationalstaaten ist übersät mit Zonen – und deren Einfluss auf die Politik der Gegenwart beginnen wir gerade erst zu verstehen (S. 12).
Um den Autoren dies gleich noch weiter ausführen zu lassen:
Was ist eine Zone? Auf einer grundlegenden Ebene ist sie eine Enklave, die aus dem Territorium eines Nationalstaates herausgelöst und von den üblichen Formen der Regulierung ausgenommen wird. Innerhalb einer Zone werden oft die Besteuerungsbefugnisse aufgehoben, so dass Investoren, die dort tätig werden, de facto selbst festlegen können, an welche Regeln sie sich halten wollen. Zonen sind beinahe extraterritoriale Gebiete: Sie gehören zum Gastland und sind zugleich von ihm getrennt. Die Zonen nehmen eine verwirrende Vielfalt von Formen an – einer offiziellen Einstufung zufolge gibt es mindestens 82 Varianten (S. 12f.).
Weltweit gibt es mehr als 5400 Zonen, sehr viel mehr als in [Peter] Thiels Traum von einer Welt der tausend Länder. Allein im letzten Jahrzehnt sind tausend neue Zonen entstanden. Einige sind nicht grösser als eine Fabrik oder ein Lagerahaus, ein Schalter auf der Logistikschalttafel des Wektmarkts oder ein Standort für Lagerung, Montage oder Veredelung eines Produkts zwecks Vermeidung von Zöllen. Andere sind urbane Megaprojekte […] die wir private Stadtstaaten eigenen Regeln unterworfen sind (S. 13f.).
Mit der Metapher einer Perforation, einer Durchlöcherung der Territorialität von Nationalstaaten, nimmt Slobodian einen Aspekt gegenwärtiger Herrschaftsordnungen unter die Lupe, der wenig beachtet wird. Die geringe Aufmerksamkeit, welche die Vielzahl an Zonen erfährt liegt meiner Ansicht nach erstens daran, dass sie unser Denken in nationalstaatlichen Grenzen herausfordert. Zweitens leben in einigen Zonen nur überreiche Menschen und ihre Bediensteten (beziehungsweise ihre Briefkastenfirmen), während drittens in anderen – wie den Sonderwirtschaftszonen oder Exportproduktionszonen – Menschen ohne rechtliche Absicherung unter Sklavenbedingungen arbeiten.
Verschiedenartige Zonen durchziehen also die kapitalistischen Nationalstaaten – aber sie brechen nicht den Kapitalismus auf, sondern der Kapitalismus bricht den nationalstaatlichen Zugriff auf, beziehungsweise umgeht diese. Und Staaten mischen in dieser Dynamik kräftig mit, weil sie entweder selbst schwach sind und von Reichen korrumpiert werden (wie z.B. in Honduras) oder weil sie wirtschaftliche Anreize für die Ansiedelung innovativer globaler Unternehmen schaffen wollen.
Anhand von elf Fällen illustriert Slobodian, wie, warum und unter welchen Umständen Zonen entstehen konnten und entwickelt wurden. Als Paradigma für neoliberale Denker wie Ludwig von Mises galt dabei (1) Hongkong. Es folgt (2) Canary Wharf, einem neugebauten Büroviertel mit Kapitalanlagemöglichkeiten, das wie die City of London eigener Logik und Regeln folgt und die gentirfizierte Stadt zerstückelt. Singapur (3) steht für einen hochgradig autoritär-kapitalistischen Unternehmens-Staates, der – entgegen der Behauptung der Neoliberalen – durchaus auf staatlicher Planung beruht.
Im Südafrika, dessen Apartheits-Regime immer unhaltbarer wurde, wurde das Gebiet (4) Ciskei vermeintlich selbstverwaltet und 1980 unabhängig. Dahinter steckte allerdings nicht die Bestrebung, nach einer Selbstorganisation der dort mehrheitlich lebenden Xhosa, sondern der Versuch, ihrer weiteren Unterdrückung bei gleichzeitiger Einrichtung eines Niedrig-Kosten-Produktionstandortes.
Im Kapital über die (5) sezessionistischen Bestrebungen in den US-amerikanischen Südstaaten wird insbesondere auch auf dessen Bündnis mit dem „Anarchokapitalismus“ von Murra Rothbbard, Ron Paul und Hans-Hermann Hoppe eingegangen. Weiterhin betrachtet Slobobian (6) Gated Communities, wofür „Sea Ranch“ in Nordkalifornien eine Art Musterbeispiel darstellt. Diese haben zwar eine lange Vorgeschichte, wuchsen aber erst seit den 1970er Jahren stark an. In den USA gab es im Jahr 2000 knapp 20.000 davon. In Gated Communities wird Sicherheit und Freizeit, teilweise auch Bildung und Gesundheit privatisiert und Armut, Kriminalität oder Müll draussen gehalten.
Angelehnt an die mittelalterliche Kleinstaaterei wird das Fürstentum Liechtenstein (7) als Beispiel für eine Steueroase angeführt. In Liechtenstein gibt es fast doppelt so viele Firmensitze (75.000) wie Einwohner*innen (ca. 40.000). Der Staat stellt damit selbst ein Unternehmen für „Finanzdienstleistungen“ dar. Unter der Überschrift „Ein Geschäftsclan weisser Männer in Somalia“ (8) beschreibt der Autor wie das Land als Experimentierfeld unter anderen für Michael von Notten diente, der auf die dortige Clangesellschaften seine anarchokapitalistischen Phantasien projizierte, indem sie dort unter anderem einen Freihafen installierten.
Auch Dubai (9) ist ein Musterbeispiel für die Verbindung von laissez-faire-Kapitalismus und autokratischem Herrschaftsgefüge. Dort entstand ein Investitions-Hotspot für die globale ökonomische Elite auf dem Rücken von hunderttausenden entrechteten migrantischen Arbeiter*innen. In Honduras (10) hatten ausländische Superreiche schon lange das Sagen und führten den Neokolonialismus fort. 2020 wurde auf der Insel Roatán unter anderem von Parti Friedman, die Sonderentwicklungszone (ZEDE) „Próspera“ gegründet.
Es handelt sich quasi um einen von einem Unternehmen betriebenen Privatstaat. Als letztes Beispiel thematisiert Slobodian das Metaversum (11) im Internet, in welchem Technologie-Unternehmen Parallelwelten schaffen, in denen gespielt, gehandelt und gearbeitet werden kann. Auch darin spiegelt sich ein mittlerweile schon älterer anarchokapitalistischer Traum.
Da ich mich mit dem Thema schon eine Weile beschäftigt habe, erscheinen mir viele der genannten Beispiele nicht neu. Der Beitrag des Autoren besteht allerdings darin, nachvollziehbar zu illustrieren, dass Zonen eigene Rechtsräume bilden und damit essentieller Bestandteil der globalen Herrschaftsordnung sind. Leider macht Slobodian den Fehler, die Erzählung der Neoliberalen und Rechtslibertären teilweise zu reproduzieren, in dem er unkommentiert deren Selbstbeschreibung als „libertär“ verwendet.
Es wird zwar klar, dass der Historiker die Erschaffung derartiger Zonen kritisiert, weil sich die ökonomischen Gewinner*innen in ihnen der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, ihren angeeigneten Reichtum verstecken und Arbeitskräfte zu miserablen Bedingungen ausbeuten können. Allerdings formuliert er keine Kritik am Konzept von Nationalstaaten selbst und erweckt auch eher den Eindruck, angemessen besteuert und reguliert wäre der Kapitalismus schon okay.
Mit anderen Worten bleibt trotz der umfangreichen und gelungenen Zusammenstellung ein Gefühl davon zurück, der sozialdemokratisch-keynesianistische Wohlfahrtsstaat sollte sich erneuern und die rechtslibertären Megaprojekte zurückdrängen. Doch es gibt kein Zurück in die 50er und 60er Jahre. Statt zuzulassen, das der Ultra-Kapitalismus die Gesellschaft zerbricht, gälte es Kapitalismus aufzubrechen, d.h. nach anderen politisch-ökonomischen Formen jenseits des kapitalistischen Nationalstaates zu suchen.
Autonome, selbstorganisierte Zonen sollten gestärkt und geschützt werden, um attraktive Gemeinwesen für eine lebenswerte Zukunft zu bilden. Wenn es wirklich eine „Freiheit der Wahl“ gibt – wie es sich Liberale vorstellen – würde unter fairen Bedingungen ein Grossteil der Menschen sicherlich nicht die ultra-kapitalistischen, sondern die anarchistischen Varianten wählen…
paradox-a
Petition: Boykott der Fuball-WM in den USA!
Kein Fairplay für Unrecht – Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA

Petition auf openPetition
An die nationalen Fußballverbände (u.a. DFB, ÖFB, SFV), die FIFA sowie die Regierungen der teilnehmenden Staaten.
Die Forderung
Wir fordern die nationalen Fußballverbände und ihre Regierungen dazu auf, die Teilnahme an der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika abzusagen. Ein sportliches Großereignis dieser Tragweite darf nicht in einem Land stattfinden, dessen Regierung systematisch gegen das Völkerrecht, fundamentale Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien verstößt.
Begründung
Sport ist niemals unpolitisch. Die FIFA-Statuten verpflichten den Verband zur Einhaltung aller international anerkannten Menschenrechte. Die aktuelle Politik der US-Regierung unter Donald Trump steht in direktem Widerspruch zu diesen Werten:
- Völkerrechtswidrige Aggressionen: Der militärische Angriff auf Venezuela sowie die aggressiven Drohungen und Annexionsbestrebungen gegenüber Grönland zeigen eine Missachtung der Souveränität fremder Staaten und brechen mit dem geltenden Völkerrecht.
- Menschenrechtsverletzungen im Inland: Der tödliche Vorfall in Minnesota, bei dem eine amerikanische Staatsbürgerin und Mutter (Renee Nicole Good) durch einen ICE-Beamten durch 3 Schüsse in den Kopf ums Leben kam, ist nur die Spitze eines Eisbergs aus staatlicher Gewalt und fehlender Rechenschaftspflicht.
- Abbau des Rechtsstaats: Die willkürliche Verhaftung von Einwanderern ohne richterliche Beschlüsse oder rechtliche Behelfe stellt einen massiven Bruch mit dem normativen Recht dar. Eine Regierung, die gerichtliche Entscheidungen ignoriert und außerhalb rechtsstaatlicher Standards agiert, darf nicht durch die Ausrichtung eines globalen Friedensfestes wie der Weltmeisterschaft legitimiert werden.
- Unberechenbarkeit und Autoritarismus: Ein Land, das sich zunehmend in ein autoritäres System verwandelt, bietet weder die moralische Grundlage noch die notwendige Sicherheit für ein internationales Turnier, das Völkerverständigung zum Ziel hat.
Begründung
Fazit
Ein „Weiter so“ darf es im Weltsport nicht geben. Wenn Grundrechte mit Füßen getreten werden, darf der Fußball nicht wegschauen. Wir rufen alle Verbände dazu auf, ein klares Zeichen für die Menschlichkeit und das Recht zu setzen und die WM in den USA zu boykottieren.
Für die Freiheit, das Recht und die Integrität des Sports!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Uwe Luhmann, Mechtersen
Petition unterzeichen auf openPetition https://www.openpetition.de/petition/online/kein-fairplay-fuer-unrecht-boykott-der-fussball-wm-2026-in-den-usa
Theaterwerkstatt Pilkentafel: Programm für den März 2026 – Jetzt Karten bestellen!
Die Termine in der Übersicht:

Filmvorführung & Gespräch
Wiederständige Bilder: Kurzfilme zum Recht auf Abtreibung
In Kooperation mit film:korte und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Flensburg
Im Rahmen von FemMarch
Seit den 70ern ist das Recht auf Abtreibung ein zentrales Kampfthema der Frauenbewegung. Allen Hoffnungen auf eine langsame und zäh erkämpfte Legalisierung zum Trotz sehen wir uns einer Verschlechterung der tatsächlichen Lage gegenüber. Ganz besonders in Flensburg durch die ideologische starre Haltung der katholischen Kirche bei der Fusion der Krankenhäuser.

Die Flensburger Kurzfilmtage haben mit dem Kurzfilm FUSION im Wettbewerb zu einer weiterführenden Diskussion angestoßen. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um über Formen von Widerstand und Recht zu sprechen. In mehreren Kurzfilmen wird der Fokus auf Abtreibungs-Situationen liegen. Dabei werden politische Rahmenbedingungen, Formensprache als Widerstand und Gefühle betrachtet – ob als experimentelle Form, in der die Protagonistin im Wartezimmer von der Gejagten zur Jägerin wird, oder als Recherchearbeit über die lokale Situation in Flensburg.
In einem anschließenden Gespräch möchten wir mit Gästen Strategien diskutieren, die sich Kunst und Recht im Ringen um straffreie, zugängliche und sichere Abtreibungen erobern können.
Vivian Buchhorn wird weitere Filme kuratieren und das Gespräch moderieren.
05.03, 20 Uhr

Filmvorführung & Gespräch
Ein Tag ohne Frauen
In Kooperation mit film:korte und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Flensburg
Im Rahmen von FemMarch
„Was, wenn sich jede Frau einfach einen Tag frei nehmen würde…“
Als 90 Prozent der isländischen Frauen an einem Herbstmorgen im Jahr 1975 ihre Arbeit niederlegten und ihre Häuser verließen, weil sie sich weigerten zu arbeiten, zu kochen oder sich um die Kinder zu kümmern, brachten sie ihr Land zum Stillstand und katapultierten Island zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein“.
Zum ersten Mal von den Frauen selbst erzählt und mit spielerischen Animationen versehen, ist EIN TAG OHNE FRAUEN subversiv und unerwartet lustig. „Wir liebten unsere chauvinistischen Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen, “wir wollten sie nur ein wenig verändern!“ Der Film erschien pünktlich zum 50. Jahrestag des Streiks im Jahr 2025 und regt mit seiner Botschaft über die kollektive Kraft der Frauen, die Gesellschaft zu verändern, dazu an, das Mögliche neu zu denken.
Im Anschluss an die Filmvorführung laden das Gleichstellungsbüro und die Pilkentafel zu einem Gespräch, um genau das zu tun: das Mögliche zu denken.
06.03., 20 Uhr
Gemeinsam mit der CVO-Buchhandlung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Juno Grenz
Queerfeministischen Perspektiven auf die Normalisierung (extrem) rechter Positionen
Vortrag & Gespräch
Der Kampf ‚gegen Gender‘ lässt sich in Europa seit den 2010er Jahren und inzwischen auch weltweit beobachten. Er spielt eine zentrale Rolle für die zunehmende Normalisierung von (extrem) rechten Positionen. Insbesondere über Angriffe auf die Thematisierung von geschlechtlich und sexuell vielfältige Lebensweisen in Bildungskontexten werden Queerfeindlichkeit und Antifeminismus wieder ‚salonfähig‘ gemacht.

Der Vortrag zeichnet zunächst die Anfänge der ‚Anti-Gender‘-Mobilisierung nach. Anschließend wird verdeutlicht, dass diese inzwischen nicht mehr ausschließlich über Angriffe und Skandalisierungen funktioniert, sondern zunehmend in den privaten Bereich der Familienerziehung vordringt. Dieses Vorgehen verspricht, bereits im Kindesalter queerfeindlich-antifeministische, völkisch-nationalistische und autoritäre Vorstellungen zu vermitteln.
Vor dem Hintergrund der vorgestellten Erkenntnisse wird anschließend diskutiert, wie der zunehmenden Normalisierung von (extrem) rechten Positionen begegnet und was ihr entgegengesetzt werden kann.
Juno Grenz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Geschlechterforschung des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Europa-Universität Flensburg. In ihrer Forschung befasst sie sich u.a. damit, wie in der sogenannten ‚Neuen Rechten‘ gegen eine Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse mobilisiert und autoritäre Erziehungskonzepte re-etabliert werden. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Bildung in Zeiten von Antifeminismus“ ist im November 2025 im Budrich-Verlag erschienen.
12.03., 20 Uhr

Gastspiel in Kooperation mit dem Frauenforum und dem Gleichstellungsbüro
Kollektiv ohne Konsens
GERMANIAB*TCH
In GERMANIAB*TCH beleuchtet das Kollektiv ohne Konsens, was oft verharmlost wird: die Rolle von Frauen in der extremen Rechten und ihr antifeministisches Handeln. Ob als Mütter, Influencerinnen, Politikerinnen oder Aktivistinnen – sie sind Teil des ideologischen Zentrums und verbreiten menschenfeindliches Denken. Die Inszenierung ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Rechercheprozesses, in dem sich das Kollektiv tief in antifeministische Netzwerke, rechte Ästhetik und Geschlechterbilder eingearbeitet hat. Entstanden ist eine performative Collage, die mit Tarnung, Unbehagen und ideologischen Brüchen spielt. Dabei treffen dokumentarisches Material, feministische Theorien und ironische Brüche aufeinander.
Das Kollektiv verbindet gesellschaftspolitische Schärfe mit Spiellust, Humor und popkulturellen Referenzen. GERMANIAB*TCH ist eine Stückentwicklung über das scheinbar Unsichtbare, das längst wirkt, über das Verharmloste, das längst gefährlich ist.
14.03., 20 Uhr
Gastspiel
Brexit Colada
Das Erbe
ein Neo-Musical
Wir müssen über das Erben sprechen! – Das sagen nicht nur Brexit Coloda, das fanden vor einem Jahr auch begeisterte Zuschauer*innen in Flensburg und vielen anderen Orten. Und so laden wir die beiden noch mal ein: Zwei adelige Privilegierte auf einer Grenzerfahrung zwischen Aktionismus und Hedonismus. Mit wortgewaltigen Liedern lassen sie Hochkultur mit Popkultur kollidieren und stellen elementare Fragen an das Erbe und die bröckelnde Gesellschaft auf einem ächzenden Planeten.

Ein 90-minütiges Stück zwischen Theater, Performance und Musik, mit einem geerbten Konzertflügel voller Überraschungen. Durch Einflüsse aus Klassik, Punk, Elektronik, Pop und Songwriting schaffen zwei revoltierende Randfiguren ein neues Genre: Neo-Musical. Neo-Musical bedeutet die Disneyfizierung der Realität aus dem Genre Musical herauszuexorzieren und die Abgründe des Kapitalismus singbar zu machen. Aber der Humor muss bleiben! Das Erbe fragt nach Ressourcenverteilung, Solidarität und dem guten Leben. Dürfen die Wohlständischen diesen Kampf überhaupt kämpfen? Wer erbt hier was und wieviel? Und hast du Erbscham? Diesen Planeten erben wir jedenfalls alle.
19., 20., 21.03., jeweils 20 Uhr
Filmvorführung & Gespräch
gesprächs:bedarf
A Night of Knowing Nothing
In Kooperation mit film:korte und Studierenden der EUF und HS

Payal Kapadia
FR / IND 2024 Dokumentarfilm 96’
OmeU (Hindi, Bengali mit engl. Untertiteln)
Am Film and Television Institute of India wird eine Box mit Briefen gefunden, die Zeugnis ablegen von der Unmöglichkeit einer kastenübergreifenden Liebe und den Protesten der Studierenden gegen die hindu-nationalistische BJP. Wie im Traum erscheinen die 16-mm-Bilder in Schwarz-Weiß zu den vorgelesenen Briefen. Ausgelassenen Tanzszenen folgen Bilder von Streiks und Protesten, denen mit wachsender Gewalt begegnet wird. Die Freiheit der Studierenden prallt auf die Diskriminierung von Frauen, Muslim*innen, Dalit und kritischer Journalist*innen.
Tanzen, Lieben, Demonstrieren und Diskutieren als Möglichkeiten des Protests durchziehen Payal Kapadias Debüt-Film und erhellen die von Traurigkeit durchtränkten Bilder. Fragen danach, was und wie erinnert wird und welche Rolle Hochschulen in Zeiten steigender gesellschaftlicher Spaltung und zunehmender Vereinfachung haben, weisen weit über Indien hinaus.
Dieser Film wird im Rahmen von gesprächs:bedarf, einer wiederkehrenden Reihe von filmkorte e.V., gemeinsam mit Studierenden aus Flensburg gezeigt. Im Anschluss an den Film wird es ein moderiertes Gespräch geben.
Payal Kapadia (*1986) hat selbst am Film and Television Institute of India (FTII) in Pune studiert. Ihre Kurzfilme liefen auf zahlreichen Filmfestivals, u. a. in Cannes und auf der Berlinale. A Night of Knowing Nothing ist Kapadias erster Langfilm. Er wurde 2021 in Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
26.03., 19 Uhr
SERVICE:
Kassenöffnungszeiten
Die Abendkasse öffnet immer 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn. Bei ausverkauften Vorstellungen gibt es dort eine Warteliste, auf die man sich eintragen kann. Sollten reservierte Karten nicht abgeholt werden, können diese dann als Restkarten erworben werden.
Ticketshop: https://karten.pilkentafel.de
Wir empfehlen, Tickets online über unseren Webshop zu erwerben. Die Bezahlung erfolgt per Bankeinzug oder Kreditkarte. Sie können die Karten zu Hause ausdrucken, oder sich auf Ihr Smartphone laden. Über das Internet erworbene Karten können grundsätzlich nicht zurückgenommen oder umgetauscht werden. Für verfallene Karten wird kein Ersatz geleistet.
Vorverkauf über https://karten.pilkentafel.de oder in den Vorverkaufsstellen u.a. Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in der Großen Straße / SHZ-Kundencenter in der Nikolaistraße und bei allen bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen.
Solidarisches Preissystem
Solidarisches Preissystem bei freier Platzwahl
Aufführungen: 12€ / 18€ / 25€
Orientierung: 25,- € ist für alle, die es sich leisten können. 18,- € ist der reguläre Preis. 12,- € ist der ermäßigte Preis nach Selbsteinschätzung.
Ermäßigte Karten für Studierende gibt es im AStA-Büro der Uni Flensburg für 8€. Anmeldung für Schulklassen (8€ pro Schüler*in) direkt im Büro der Pilkentafel.
Kulturschlüssel
Für jede Aufführung kann man bis zu zwei Eintrittskarten für 1€ beim bequa-Programm Kulturschlüssel im Norden reservieren. Informationen und Reservierung https://foerdekompass.sh/
Barrierefreiheit
Die Theaterwerkstatt Pilkentafel ist eingeschränkt barrierefrei. Der Zugang zum Foyer und in den Theatersaal sind ebenerdig und stufenlos erreichbar. Die Eingangstüren sind ausreichend breit. Die sanitären Anlagen sind leider nicht barrierefrei mit einem Rollstuhl zu erreichen. Bei Fragen oder Hilfestellungen sind wir über unsere Telefonnummer 0461- 24901 erreichbar.
KANÄLE

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Instagram: instagram.com/theaterwerkstatt_pilkentafel
Theaterwerkstatt Pilkentafel gGmbH
Pilkentafel 2 • 24937 Flensburg
Büro: 0461-24901 • Mobil: 0160 90 25 90 4






























































