Archiv für den Tag 30. Januar 2026

Museumsberg Flensburg und Eiszeithaus: Veranstaltungen im Februar 2026

Ausstellung auf dem Museumsberg

Unterschätzt! – Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund

Malerin in Ekensund, um 1903, Otto Heinrich Engel, ©Museumsberg

Nach zahlreichen Ausstellungen zur Künstlerkolonie Ekensund in der 150-jährigen Geschichte des Museumsberg Flensburg wird im Winter 2025/26 die Frauenpower von Ekensund erstmals in den Fokus gerückt. Exemplarisch für die unterschiedlichen Lebensläufe von Frauen im frühen 20. Jahrhundert werden sechs ausgewählte Biografien aus dem Ekensunder Umkreis gewürdigt.

Die Sichtbarkeit der Frauen ist abhängig von verschiedenen, historischen und lokalen Bedingungen. In der Regel verliefen die vielversprechenden Karriereanfänge neben der traditionellen Care-Arbeit mit der Zeit ins Leere. Sophie Eisenlohr, die spätere Ehefrau von Alex Eckener konnte schon während ihrer Kindheit in London so gut Tiere malen, dass sie heute als Wunderkind gelten würde. Ihre Schwägerin Toni Eckener sorgte als Netzwerkerin und Gastgeberin dafür, dass das Elternhaus ein Ort für die ganze Familie blieb. Sie vermietete auch Pensionszimmer u. a. an Ada Nolde, mit der sie freundschaftlich verbunden blieb. Ein Originalfenster aus dem heutigen Eckener-Haus mit dem eingeritzten Namen von Nolde zeugt in der Ausstellung von dem beliebten Treffpunkt in Flensburg.

Porträt Emmy Gotzmann, 1909, Fotograf: Heinrich Hinz, Flensburg

Eine Frau, die ausschließlich für die Kunst nach Ekensund kam, war die Malerin Emmy Gotzmann (1881-1950). Ihr herausragendes Talent führte sie mit Anfang Zwanzig von Berlin in die Flensburger Region. Die Akzeptanz ihrer Zeitgenossen musste sie sich erst erarbeiten. Die Qualität ihrer Werke überragte oftmals die der ihrer männlichen Kollegen. 1908 bekam sie gemeinsam dem Flensburger Bildhauer Heinz Weddig eine große Ausstellung im Flensburger Kunstgewerbemuseum, dem heutigen Museumsberg. Die Flensburger Nachrichten berichteten damals überrascht von der Ausdruckskraft in den Bildern von Gotzmanns „Künstlererscheinung, welche die Schönheit der Landschaft mit der rückhaltslosen Farbenbegeisterung des modernen Malers schaut.″ Die gesamte Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens kann nun dort bewundert werden, wo ihre Karriere begann.

Dauer: noch bis 8. März 2026

Sonntag,1. Februar, 11.30 Uhr
Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund
Führung mit Melanie Huhn

Donnerstag, 5. Februar, 18.00 Uhr
Let’s talk about: Starke Frauen
Gespräch mit Dorothee Bachem, Madeleine Städtler und Melanie Huhn

Freitag, 6. Februar, 16.00 Uhr
Stark! Ein Nachmittag für Emmi Leisner
Talk mit Musik

Sonntag, 8. Februar, 11.30 Uhr
Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund
Führung mit Madeleine Städtler

Sonntag, 8. Februar, 13.30 Uhr
Damengedeck
Gesprächsrunde mit Karin Brümmer, Madeleine Städtler und Melanie Huhn

Sonntag, 22. Februar, 11.30 Uhr
Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund
Führung mit Madeleine Städtler

Donnerstag, 26. Februar, 18.00 Uhr
Kreuz und que(e)r durch die Ausstellung „Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund“
Führung mit Gregor Dittmann


Sonntag, 1. Februar, 11.00 Uhr
Sonntags-Atelier für Kinder ab 6 Jahren

Sonntag, 8. Februar, 11.00 Uhr
Sonntags-Atelier für Kinder ab 6 Jahren

Donnerstag, 12. Februar, 18.00 Uhr
Interreligiöser Dialog

Sonntag, 15. Februar, 11.00 Uhr
Sonntags-Atelier für Kinder ab 6 Jahren

Sonntag, 15. Februar, 11.30 Uhr
Ausstellungseröffnung „150 Jahre Museumsberg – Visionen und Utopien“
Mehr dazu gleich untenstehendend

Sonntag, 15. Februar, 11.30 Uhr
Friesenstuben und Friesentee
Teeverkostung und Führung mit Martina Klose-März

Montag, 16. Februar, 15.00 Uhr
Aufgeweckte Kunstgeschichten mit Martina Klose-März
Bildbetrachtung für Menschen mit Demenz
(Anmeldung: 0461/852956)

Sonntag, 22. Februar, 11.00 Uhr
Sonntags-Atelier für Kinder ab 6 Jahren


Neue Ausstellung auf dem Museumsberg ab 15. Februar

150 Jahre Museumsberg Flensburg – Visionen und Utopien

Entwurf für das Museumsgebäude, 1891 – Copyright: Museumsberg Flensburg

Jubiläumsausstellung vom 15. Februar bis 25. Oktober 2026

Der Museumsberg Flensburg feiert seine 150-jährige Erfolgsgeschichte mit einer großen Jubiläumsausstellung über gelebte Visionen und Utopien der Zukunft. Mit seiner dieser Ausstellung blickt der Museumsberg voller Stolz und gleichzeitig kritisch zurück auf eine seine lange Tradition. Neugierig und offen für Impulse wagt das Museum aber auch einen Blick nach vorne. In einem experimentellen Zukunftslabor werden im Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern die Utopien für das Museum der kommenden 150 Jahre ausgehandelt.

Museumsgründer Heinrich Sauermann (1842-1904) – Copyright: Museumsberg Flensburg

1876 verkaufte der Tischler Heinrich Sauermann (1842-1904) seine Möbelsammlung der Stadt Flensburg. Das damals gegründete Kunstgewerbemuseum der Stadt Flensburg hatte zwar eine wachsende Sammlung von Kulturgütern aus Schleswig-Holstein und der Grenzregion, aber kein Museumsgebäude. Seine Vision, den Flensburgerinnen und Flensburgern das historische Erbe ihrer Region angemessen zu präsentieren, erfüllte sich 1903 mit der Eröffnung des heutigen Museums über den Dächern der Stadt.

Als eines der ersten Gewerbemuseen in Deutschland gegründet, ging es in Flensburg nie um ein bloßes Ausstellen von Originalen. Die damals vom Fortschritt der Industrialisierung und Fließbandproduktion geprägten Gesellschafft sollte sehen, welche meisterlichen Stücke vergangene Generationen in der Region gefertigt haben. Mit dem Blick auf historische Unikate, die die Identität mit der Region und dem Handwerk förderten, gab man Impulse für das Bewusstsein der Menschen von morgen. Mittlerweile umfasst die durch Schenkungen, Erbschaften und Ankäufe gewachsene Sammlung über 30.000 Objekte auf dem Gebiet der Kunst und Kultur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Darunter fallen äußerst wertvolle, aber auch kuriose, skandalträchtige oder gefälschte Dinge, die in der Ausstellung entdeckt werden können.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. Februar 2026, um 11.30 Uhr in der Aula des Hans-Christiansen-Hauses eröffnet.


Ausstellung:

„Lieblingsstücke!“ Die Kunsthalle zu Kiel zu Gast auf dem Museumsberg Flensburg

noch bis 2027

Johan Christian Dahl, Der Kopenhagener Hafen im Mondschein, 1831

Ein Dutzend handverlesener Meisterwerke aus der Kieler Gemäldesammlung sind zu Gast auf dem Museumsberg Flensburg, während die Kunsthalle zu Kiel grundlegend saniert wird.

„Lieblingsstücke!“ ist die Präsentation der wertvollen Leihgaben betitelt, und das ist kein Zufall. Museumsdirektor Michael Fuhr durfte sich wirklich seine Favoriten aus der wunderbaren Kieler Sammlung aussuchen. Für die kommenden fünf Jahre haben jetzt kostbare Werke von Malergrößen wie Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff und Asger Jorn ihren Platz zwischen den Bildern der Flensburger Sammlung eingenommen. Die Spannbreite reicht vom niederländischen Barockstillleben über Porträts und Landschaften des 19. Jahrhunderts bis zu Ikonen der klassischen Moderne. Alle zwölf Leihgaben sind so gehängt, dass sie mit der Flensburger Sammlung in Dialog treten und sich den Besucher*innen so neue Zusammenhänge erschließen.

Aktuelle Öffnungszeiten: 10.00 – 17.00 Uhr, täglich außer montags

Museumsberg
Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956

museumsberg@flensburg.de
https://www.museumsberg-flensburg.de


Naturwissenschaftliches Museum

Dauerausstellung:

Foto: Naturwissenschaftliches Museum

Elch, Fuchs, Schweinswal und viele andere typische Tiere des nördlichen Schleswig-Holsteins und angrenzender Gebiete zeigt das Naturwissenschaftliche Museum auf dem Flensburger Museumsberg. Es veranschaulicht die Entstehung und Entwicklung der Landschaft, die durch die Eiszeiten wesentlich geprägt wurde. Ökologische Zusammenhänge und Besonderheiten werden verständlich erläutert.

Zahlreiche Entdecker- und Mitmachangebote laden Alt und Jung zum Beobachten und Experimentieren ein. Große und kleine Sonderausstellungen sowie naturpädagogische Veranstaltungen vervollständigen das Angebot.

Die Ausstellung verteilt sich auf sechs Räume: Wald, Feldmark, Stadt, Binnengewässer mit Mooren, Ostsee/Förde und Eiszeit. Der größte Teil der paläontologisch-geologischen Sammlung befindet sich im nahe gelegenen Eiszeit-Haus.

Donnerstag, 05. Februar, 18.00 Uhr
Taschenlampenführung
(Anmeldung: 0461/852504)

Aktuelle Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10.00-17.00 Uhr

Naturwissenschaftliches Museum
Museumsberg 1
24937 Flensburg

Tel.: 0 461 – 85 25 04
Fax: 0 461 – 85 29 93
E-Mail: naturwissenschaftliches-museum@flensburg.de

https://www.naturwissenschaftliches-museum.de


Eiszeit-Haus:

Fossiliensprechstunde am 1. Februar

Versteinerter Seeigel – Foto: Jörg Pepmeyer

Am Sonntag, den 1. Februar von 11 bis 16 Uhr findet im Eiszeit-Haus, Mühlenstraße 7, wieder die beliebte Fossiliensprechstunde statt.

Versteinerungen aller Art können Besucher*innen des Eiszeit-Hauses an diesem Sonntag während der Öffnungszeiten (11-17 Uhr) einem Experten vorlegen. Ob ein vermeintlicher Saurierknochen oder eine 500 Millionen Jahre alte Koralle vom Ostseestrand, kostenlos werden die mitgebrachten Schätze aus der Erdgeschichte begutachtet und es gibt darüber hinaus auch praktische Tipps zum Sammeln von Versteinerungen in Schleswig-Holstein.

Kindermittwoch im Eiszeit-Haus – es geht wieder los!

Ab dem 4. Februar 2026 können Kinder im Eiszeit-Haus eine spannende Mitmachaktion erleben. Jeden Mittwoch zwischen 15 und 16 Uhr können sie nicht nur viele tolle Schätze entdecken, sondern auch experimentieren, basteln oder forschen.

Die Themen der Aktion sind rund um den Winter angesiedelt.

Eine Anmeldung ist nicht nötig, und das Angebot ist kostenfrei.

Ab 4. Februar 2026 jeden Mittwoch von 15 – 16 Uhr!

Eiszeit-Haus, Mühlenstr. 7, 24937 Flensburg

11. Februar, 17.30-19 Uhr
De Steensöker
Offenes Treffen für Gesteins- und Fossilieninteressierte

17. Februar, 19.30 Uhr
Vulkane – Phänomene eines dynamischen Planeten – können sie auch uns in Deutschland gefährden?
Dienstags-Vortrag mit Birger-G. Lühr

Aktuelle Öffnungzeiten & Preise

Mittwochs und sonntags von 11 Uhr bis 17.00 Uhr

Der Eintritt ins Eiszeit-Haus ist kostenlos, außer bei Sonderveranstaltungen.
Spenden zur Verbesserung der Ausstellung sind stets willkommen.

Eiszeit-Haus Flensburg
Mühlenstraße 7
24937 Flensburg

Telefon: 0461 / 85 – 25 77 während der Öffnungszeiten
Telefon: 0461 / 85 – 25 04
Website: https://www.eiszeit-haus.de/ E-Mail: eiszeit-haus@flensburg.de


Die Februar-Veranstaltungen auf dem Museumsberg und im Eiszeit-Haus nochmal zusammenfassend im untenstehenden Programm-Flyer zur Ansicht und zum Download: 

Zukunft für die Meere statt Deponien: Demo gegen CCS am 5. Februar in Kiel

Foto: Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V.

Carbon Capture and Storage, kurz CCS, soll Thema des Maritimen Zukunftsdialogs der schleswig-holsteinischen Landesregierung am 05.02.2026 im Haus B neben dem Landtagsgebäude sein.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH), die Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager und Fridays for Future rufen zu einer Kundgebung auf und laden alle, denen der Schutz unserer Meere wichtig ist, dazu ein.

Wir wollen zeigen, dass CCS keine Zukunft schafft, sondern die Zukunft unserer Meere zerstört!

Kundgebung gegen CCS:

Donnerstag, 5. Februar 2026, 12.15 Uhr

vor dem Haus B neben dem Landtag Schleswig-Holstein,

Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel.

Teilnehmende und Medienvertreter*innen sind willkommen!

Mehr Informationen:
BUND-Stellungnahme

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/klimawandel/Stellungnahme-CCS-Gesetzesentwurf-BUND.pdf

Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager:

http://www.kein-co2-endlager.de/

https://www.facebook.com/Kein-CO2-Endlager-175897405789374/

https://twitter.com/ccs_stoppen


BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Kreisgruppe Flensburg, im Umwelt & Initiativenzentrum, Burgplatz 1, 24939 Flensburg, Telefon 0461-2 60 67, bundflensburg@gmx.de, www.bundflensburg.de

BUND Schleswig-Holstein

Jede Woche präsentiert der BUND Themen leicht verständlich in Bild und Video auf seinen sozialen Medien:
bei X unter @SHBUND, bei Facebook unter @BUNDSchleswigHolstein und bei Instagram unter @bund_sh und auf seiner Website unter: https://www.bund-sh.de/

Politisches Abendgebet am 2. Februar ’26 um 18 Uhr in der Kirche St. Johannis in Flensburg

herzliche Einladung zum nächsten Politischen Abendgebet am 2. Februar, um 18 Uhr in St. Johannis,

Unter dem Titel „Die Welt ist voller Lösungen“

Im neuen Jahr machen wir uns auf den Weg, nach Hoffnungsräumen zu suchen,

in uns und um uns.

Eine herzliche Einladung hierzu, wir freuen uns auf Euch/Sie!

Es grüßt

Joachim Mocka

im Namen der Arbeitsgruppe Politisches Abendgebet in der Aktionsgruppe Klima Flensburg

Alles ist mit allem verbunden.

Im „bunten Flensburg“ und im ganzen Kreisgebiet engagieren sich viele unterschiedliche Gruppen für Wege zu Frieden, Gerechtigkeit und zum Schutz unserer Lebensgrundlagen. Uns alle treibt etwas Gemeinsames: Das Gefühl für eine kollektive Verantwortung.

Wir wollen erspüren, was uns trägt und einen Raum gestalten zur Stärkung, Motivierung und Vernetzung. Wir halten es für wichtig, dass sichtbar wird: Wir sind viele auf dem Weg zu einer solidarischeren Gesellschaft.

Arbeitsgruppe Politisches Abendgebet in der Aktionsgruppe KLIMA Flensburg

 

Artur Rutkevich Quartett am 7. Februar in der NORDER147 in Flensburg

Jazz Konzert

Samstag, 07. Februar 2026, Einlass 19 Uhr – Beginn 19:30 Uhr

HUTKONZERT

(für die Gage der Musiker)

Das Artur Rurkevich Quartett hat seine künstlerische Heimat in den vibrierenden Jazz Clubs Berlins wie Schlot, ZigZag und Bflat gefunden. Doch ihr wahres Zuhause erstreckt sich über die Grenzen Berlins hinaus –  auf Jazzfestivals in ganz Europa oder auf Tour durch verschiedene Städte der Welt.

Das Quartett wurde 2022 von Artur Rutkevich im Rahmen des Musikstudiums am Jazzinstitut in Berlin gegründet. Die Band brilliert durch die energiegeladenen Klänge und den klaren Sound.
Im Zentrum der Band entfaltet Artur Rutkevich am Alt-Saxophon einen eindrucksvollen, kontrastreichen und kraftvollen Sound, der mitreißt und das Publikum in seinen Bann zieht.

Diese aufstrebende Formation aus der pulsierenden Metropole Berlin verkörpert die innovative und kreative Seele der modernen Jazzszene. Sie verbinden traditionelle Jazz-Elemente mit modernen Einflüssen. Taucht ein in die fesselnde Welt dieser jungen, talentierten Musiker:

Artur Rutkevich, Alt-Saxophon
Nick Cavoli, Trompete
Tiago Duarte, Double Bass
Bastian Menz, Schlagzeug


Instagram: @arturion_saxonio


Weitere Informationen zum Programm der Norder147 findet ihr auch auf der Webseite der NORDER147: www.norder147.com
Auf Facebook findet ihr uns hier
E-Mail: info@norder147.com

NORDER147gUG (haftungsbeschränkt)
Norderstraße 147
24939 Flensburg
Geschäftsführung Dany Heck

Infrastruktur-Zukunftsgesetz: Bundesregierung will Klagerecht von Umweltverbänden einschränken

BUND: Wer Klagen einschränkt, verdeckt Planungsfehler

• Infrastruktur-Zukunftsgesetz würde gerichtliche Kontrolle und Verbandsklagerecht bei Autobahnneubau schwächen

• BUND SH fordert die Landesregierung Schleswig-Holstein zur Ablehnung des Gesetzes im Bundesrat auf

Berlin/ Kiel. Mit Verweis auf die im Bundesrat angesetzte Aussprache zum Entwurf des Infrastruktur-Zukunftsgesetz plädiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland für eine deutliche Überarbeitung. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung Vorhaben der Verkehrsinfrastruktur unter anderem durch die Einschränkung von Umwelt- und Naturschutzstandards beschleunigen. Geplant sind hierfür Eingriffe in zentrale Beteiligungs- und Kontrollrechte der Zivilgesellschaft, kritisiert der BUND, mit weitreichenden Folgen für Natur, Umwelt und Bürgerbeteiligung.

BUND SH-Landesvorsitzender Dietmar Ulbrich, Foto: BUND

Dietmar Ulbrich, Vorsitzender des BUND-Landesverbands Schleswig-Holstein (BUND SH) sagt dazu: „Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz darf in der jetzigen Form nicht in Kraft treten und muss überarbeitet werden. Es stellt eine Zäsur für die Bürgerbeteiligung dar und schwächt die gerichtliche Kontrolle sowie das Verbandsklagerecht beispielweise beim Autobahnneubau. Wir fordern von Ministerpräsident Daniel Günther eine Ablehnung dieses Gesetzentwurfes im Bundesrat.“

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz zielt darauf, die gesellschaftliche Kontrollfunktion massiv zu schwächen. Vorgesehen sind unter anderem der Wegfall der aufschiebenden Wirkung von Verbandsklagen.

Ulbrich kritisiert: „Umweltverbände wie der BUND klagen nicht aus Eigennutz, sondern im Sinne der Allgemeinheit und als Anwälte der Natur. Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz macht es möglich, Bäume zu fällen oder Moore trocken zu legen, bevor endgültig entschieden ist, ob und wie überhaupt gebaut werden darf. Schleswig-Holstein kann im Bundesrat maßgeblich beeinflussen, ob dieses Gesetz in Kraft tritt. Eine Zustimmung in der vorliegenden Form wäre ein fatales Signal für Rechtsstaatlichkeit, Umwelt- und Naturschutz sowie rechtsstaatlicher Teilhabe.“

Dort, wo Kontrolle stattfindet, dient sie dem Allgemeinwohl und deckt falsche Planungen oder Gesetzesverstöße auf. Dadurch werden Projekte meist nicht verhindert, sondern vor allem Planungsfehler behoben und Eingriffe in die Natur vor Ort minimiert. Das Verbandsklagerecht wirkt damit als Korrektiv im Rechtstaat und nicht als Blockadeinstrument. Insgesamt verschiebt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz Entscheidungsbefugnisse und Abwägungsspielräume zulasten der Länder, während es ihnen gleichzeitig die Verantwortung für ökologische Schäden, Vollzugsprobleme und Akzeptanzkonflikte vor Ort überstülpt.

Ulbrich weiter: „Sanierungsbedürftige Schienen, Straßen und Brücken sind ein Versäumnis der Politik und nicht durch Klagen der Umweltverbände entstanden. Viel zu lange wurde Geld in den Bau neuer Straßen statt in die notwendige Sanierung investiert. Hier braucht es eine Priorisierung für den Erhalt. Umweltverbände klagen nur gegen Verstöße im Umwelt- und Naturschutzrecht. Wer hier Klagen einschränkt, löst keine Probleme, sondern verdeckt Planungsfehler.“

Stellungnahme der Umweltverbände zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Verkehr für ein Infrastruktur-Zukunftsgesetz:
https://www.dnr.de/publikationen/gemeinsame-stellungnahme-zum-referentenentwurf-des-bundesministeriums-fuer-verkehr


BUND Schleswig-Holstein

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