Archiv für den Tag 22. Januar 2026
Pflegekosten explodieren: VdK fordert Entlastung und Gewinnbegrenzung
Preissteigerung für Pflegebedürftige und Familien ein Schock
VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert gute Versorgung statt Profitgier
Die Kosten für die Pflege in Deutschland steigen weiterhin stark an: Im ersten Jahr in einem Pflegeheim müssen Menschen hierzulande laut aktueller Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) im Bundesdurchschnitt inzwischen rund 3245 Euro pro Monat selbst bezahlen. Das sind 261 Euro mehr als Anfang 2025.
Angesichts dieser Entwicklung fordert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, spürbare Entlastungen von Bund und Ländern: „Die erneute Preissteigerung ist für Pflegebedürftige und Familien ein Schock. Viele können diese Summen schon seit Langem nicht selbst tragen. Die Menschen sind verzweifelt und brauchen dringend wirksame Maßnahmen von Bund und Ländern.“
Der VdK schlägt schon seit Langem vor, die Investitionskosten in stationären Pflegeeinrichtungen vollständig durch die Bundesländer zu finanzieren. Dadurch könnten Bewohnerinnen und Bewohner um rund 514 Euro pro Monat entlastet werden. Zusätzlich würde die Übernahme der Ausbildungskosten für Pflegekräfte eine weitere monatliche Entlastung von etwa 124 Euro bringen. Insgesamt ergäbe sich so ein Entlastungspotenzial von bis zu 638 Euro pro Monat für Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner.
Auch die ambulante Pflege ist von deutlichen Kostensteigerungen betroffen. Grund hierfür sind in erster Linie steigende Personalausgaben. Allerdings fehlen bislang umfassend erhobene Daten zur Kostenentwicklung in diesem Bereich, was laut Bentele endlich transparent und offen dargestellt werden muss in pflegepolitischen Debatten. Sie warnt: „In der ambulanten Pflege führen steigende Kosten in der Regel zu einer Reduzierung der ambulanten Leistungen. Am Ende bedeutet das eine höhere Belastung für Angehörige oder führt sogar zur Unterversorgung.“
Darüber hinaus fordert der VdK ein Erwerbs- und Besitzverbot für Private-Equity-Fonds in der Pflegewirtschaft sowie eine strenge Grenze für Renditen. „Private-Equity-Gesellschaften nutzen die Pflegebedürftigen und ihr Umfeld aus und treiben die Preise in die Höhe, und zwar auf Kosten der Pflegebedürftigen und der Pflegequalität. Wir fordern: Gute Versorgung statt Profitgier“, so Bentele.
Der VdK spricht sich ferner für eine Dynamisierung der Leistungen der Pflegeversicherung aus, die sowohl die ambulante als auch die stationäre Pflege umfasst. Anstatt einzelne Bereiche isoliert zu betrachten, muss die Politik die Pflege unabhängig vom Ort der Pflege in den Blick nehmen, um sie langfristig finanzierbar und qualitativ hochwertig zu sichern.
Über den VdK:
Der Sozialverband VdK ist mit über 2,1 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. Er setzt sich seit mehr als 70 Jahren erfolgreich für diejenigen ein, die sonst zu wenig wahrgenommen werden. Der Sozialverband VdK kämpft gegen soziale Ausgrenzung, Armut und ungleiche Chancen und für faire Bezahlung, solidarisches Miteinander und für soziale Gerechtigkeit.
Der VdK bietet außerdem kompetente Sozialrechtsberatung und vertritt seine Mitglieder vor den Sozialgerichten. Die 13 Landesverbände sind mit ihren Geschäftsstellen bundesweit vor Ort präsent und organisieren Hilfe und Beratung, Informationsveranstaltungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Weitere Infos unter: www.vdk.de
Land genehmigt Flensburger Haushalt
Beschränkungen in der Haushaltsführung beendet
Flensburg. Das haben auch langjährige Verwaltungsvorstände wie Kämmerer Henning Brüggemann noch nicht erlebt: Keine sechs Wochen nach Beschluss der Haushaltssatzung der Stadt Flensburg für das Haushaltsjahr 2026 genehmigt die Kommunalaufsichtsbehörde den städtischen Haushalt und führt zur Beendigung der vorläufigen Haushaltsführung. Der städtische Haushalt beinhaltet einen Jahresfehlbetrag von rund 48 Millionen Euro.

Mit Erlass vom 20. Januar genehmigt das Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport den Kernhaushalt mit lediglich moderaten Änderungen. Im Bereich der Kreditermächtigungen werden rd. 1.98 Millionen € und bei den Verpflichtungsermächtigungen rd. 1,54 Millionen Euro gestrichen.
Damit erkennt die Behörde ausdrücklich die bisherigen haushaltspolitischen Anstrengungen der Flensburger Verwaltung im Zusammenwirken mit der Kommunalpolitik an, resümiert Oberbürgermeister Fabian Geyer angesichts der ermutigenden Signale aus Kiel. Gleichzeitig dankt er der Kommunalaufsicht für die zügige Bearbeitung, die nun mehr Planungssicherheit im weiteren Haushaltskontext bietet. Der Prozess der Haushaltskonsolidierung habe nicht nur längst begonnen, sondern ist mit externer Beratung etwa durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in vollem Gange. Die Kommunalaufsicht würdigt zudem das Projekt FördeVerwaltung, die Verwaltungsstrategie und den Abbau von 170 Stellen – Maßnahmen, die allesamt bis 2030 der Konsolidierung des Haushalts dienen sollen.
All dies sei unabdingbar für den Erhalt der Handlungsfähigkeit, betont OB Fabian Geyer. Doch trotz der Anerkennung der Arbeit der Stadtverwaltung sei die Genehmigung des Haushalts „kein Freifahrtschein“, ist sich der Verwaltungschef bewusst. Er drängt darauf, konsequent den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.
Das Ministerium moniert indes die Entwicklung der Verschuldung und den Abwärtstrend des Eigenkapitals bis Ende 2029 von rund minus 67 Millionen Euro. Wenn der Ergebnisplan nicht wesentlich verbessert und die Investitionsvolumina nicht überarbeitet würden, könne man 2027 nicht mit nur geringfügigen Kürzungen rechnen, heißt es von der Kommunalaufsicht.
„Wir müssen weiterhin liefern“, weiß Henning Brüggemann. Als Herausforderung benennt der Kämmerer die Auflage der Kommunalaufsicht. Sie verpflichtet die Stadt Flensburg, bis zum 15. Juli 2026 dem Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport über die weiteren, anstehenden Maßnahmen, die sich derzeit noch in der politischen Beratung befinden, und über die zusätzlichen Konsolidierungspotenziale mithilfe externer Beratung einschließlich ihrer finanziellen Auswirkungen zu berichten. Für die kommenden Haushalte ist nach derzeitiger Lage absehbar, dass Maßnahmen aus der Investitionsplanung gestrichen oder zumindest gestreckt werden müssen.
Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt jeden Freitag in der Norderstraße 37
Wann: Jeden Freitag, 15:00 – 19:00 Uhr
Wo: Flensburg, Norderstr. 37, Hinterhof
Was: Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt
Du kommst mit deinem Rad vorbei und wir stellen dir den Ort und das Werkzeug zur Verfügung. Dabei unterstützen wir dich auch bei der Reparatur. Alle sind willkommen – und wir wollen speziell FLINTA* (Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen) ermutigen, sich ihren Rädern zu widmen. Vor Ort ist auch immer mindestens eine FLINTA*, die unterstützt. Es gibt keine doofen Fragen oder Probleme!
Immer freitags
Paritätischer: Pflegebedürftigkeit wird für immer mehr Menschen zur Armutsfalle
Stellungnahme von Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes anlässlich aktueller Zahlen zu deutlich steigenden Pflegeheim-Kosten.
Berlin, 22. Januar 2026

Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes: „Die wachsenden Belastungen für Pflegebedürftige müssen endlich gestoppt werden! Für immer mehr Menschen wird Pflegebedürftigkeit zur Armutsfalle. Die solidarische Pflegevollversicherung liegt als Lösung längst auf dem Tisch. Doch statt entschlossen zu handeln, setzen Bundesregierung und Länder mit dem sogenannten Zukunftspakt Pflege auf Stückwerk und halbgare Ankündigungen. Jetzt braucht es einen Neustart – einen Startschuss für eine echte Reform und den überfälligen Systemwechsel in der Pflege.“
Der Paritätische
Der Paritätische ist ein Wohlfahrtsverband von eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Wohlfahrtspflege, die Soziale Arbeit für andere oder als Selbsthilfe leisten. Getragen von der Idee der Parität, das heißt der Gleichheit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten, getragen von Prinzipien der Toleranz,Offenheit und Vielfalt, will der Paritätische Mittler sein zwischen Generationen und zwischen Weltanschauungen, zwischen Ansätzen und Methoden sozialer Arbeit, auch zwischen seinen Mitgliedsorganisationen. Mehr unter: https://www.der-paritaetische.de/verband/

Hoffnung strahlt hell – Kundgebung für Vielfalt und Zusammenhalt am 24. Januar in Flensburg
Hoffnung strahlt hell ’26
Samstag, 24. Januar um 16:30 Uhr, Südermarkt in Flensburg
Live: NorderPopChor – Lavinia Luna
Wenn die Dunkelheit hereinbricht, lassen wir unser Licht leuchten und zeigen, dass Flensburg bunt ist. Lasst uns gemeinsam für Frieden, Demokratie und eine tolerante, solidarische Gemeinschaft einstehen. Kommt vorbei und lasst uns zusammen strahlen!
Gemeinsam wollen wir ein starkes Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt setzen.
Unter dem Motto „Hoffnung strahlt hell“ laden wir Euch herzlich ein, an unserem Lichtermeer am 24.01. von 16.30 – 18:30 Uhr auf dem Südermarkt teilzunehmen.
Wir freuen uns auf Euch!
































































