Archiv für den Tag 12. Januar 2026
Berufungsantrag? – Offener Brief der BI Bahnhofsviertel Flensburg an alle Ratsfraktionen
Urteil zum Bahnhofswald: Stadt Flensburg geht in Berufung
BI Bahnhofsviertel: „Woher nehmen die Verantwortlichen der Stadt die Zuversicht, dass das OVG seine damalige Beurteilung revidiert?“

Ein Beitrag Bürgerinitiative Bahnhofsviertel
Am 23.Dezember letzten Jahres legte die Stadt Flensburg beim Oberverwaltungsgericht Berufung ein gegen das am 13.11.25 ergangene Urteil des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts.
Dieser Berufungsantrag hat angesichts der Qualität des VG-Urteils, vor allem aber aufgrund der Tatsache, dass das nun angerufene OVG selbst schon einmal gleichlautende Einschätzungen abgegeben hat, keinerlei Aussichten auf Erfolg. Es handelt sich absehbar um eine Verschwendung von Ressourcen, die die Stadt nicht hat und die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.
Mit unserem Offenen Brief an alle Ratsfraktionen weisen wir die Flensburger Kommunalpolitiker auf diesen Umstand hin und richten an sie den Appell, die Verwaltung aufzufordern, den Berufungsantrag zurückzuziehen.
Alle Einzelheiten hierzu lesen Sie in unserem Brief:
Zum Hintergrund:
Sitzungsprotokoll und Urteil des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts vom 13.11.2025 zur Ansicht und zum Download
Die 2. Kammer des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts hat am 13.11.2025 mit ihrem Urteil (Az. 2 A 13/25) die durch die Stadt Flensburg auf der Grundlage des Bebauungsplans Nr. 303 für ein Hotel erteilte Baugenehmigung aufgehoben. Es gab damit einer vom BUND Landesverband SH erhobenen Umweltverbandsklage statt. Die Baugenehmigung sei rechtswidrig, weil insbesondere der zugrunde liegende Bebauungsplan der Stadt unter Prognose- und Abwägungsfehlern leide, die auch im gerichtlichen Verfahren nicht geheilt werden könnten. Die Interessen des Biotop- und Artenschutzes seien im Bebauungsplan nicht hinreichend berücksichtigt worden. So führe das Vorhaben – anders als die Stadt im Bebauungsplan annehme – zu einer grundsätzlich verbotenen Biotopbeeinträchtigung im Hinblick auf eine im Plangebiet vorhandene Quelle. Der Plangeber habe deshalb auch nicht geprüft, ob die Erteilung einer Befreiung vom Biotopschutz möglich wäre. Zudem habe der Plangeber nicht ausreichend ermittelt, welche Auswirkungen die Planung auf das weitere gesetzlich geschützte Biotop in Gestalt des artenreichen Steilhangs habe. Insgesamt spiegele sich die besondere Wertigkeit des betroffenen Naturraums in der für den Bebauungsplan gegebenen Begründung nicht hinreichend wider. Die Stadt Flensburg hat am 23.12.2025 Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Das Urteil des Verwaltungsrechts zum Flensburger Bahnhofswald vom 13.11.2025 auf 50 Seiten und das Sitzungsprotokoll untenstehend zur Ansicht und zum Download sowie im Anschluss ein Beitrag des Stadtblog zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts zum Baustopp vom 26. Mai 2023
Mehr zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts zum Baustopp vom 26. Mai 2022


Dazu auch ein Kommentar von Jörg Pepmeyer
Völlig unnötig und überflüssig!
Was die Stadt da ohne die politischen Gremien zu konsultieren macht, ist schlichtweg eine Frechheit. Ohne auch nur den Hauch einer Chance im Berufungsverfahren vor dem OVG Recht zu bekommen, versucht man lediglich auf Zeit zu spielen, den BUND und die Bürgerinitiative als Kläger auszuhungern. Denn die müssen für den völlig überflüssigen Termin wieder ihren Anwalt in Marsch setzen und dafür tief in die Tasche greifen. Und wer trägt die Verantwortung dafür? Die Verwaltungsleitung im Flensburger Rathaus, deren Chef OB Fabian Geyer ist. Der will übrigens nach einer aktuellen Meldung des Redaktionsnetzwerks Deutschland im Jahr 2028 wieder zur OB-Wahl antreten. Wenn das mal nicht zum Fiasko wird.
Erste Exilanten aus Grönland erreichen Flensburg

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer
Im Interview berichtet die Bärenmutter, dass sie und ihre Jungen aus Grönland kommend per Anhalter mit einem Fischkutter (rechts im Bild) in Flensburg aufgeschlagen seien. Ursine Maritimus, so der Name der Bärin, will angesichts der Drohungen von Donald Trump, Grönland zu annektieren, für sich und ihre Kinder in Flensburg Asyl beantragen. „Ich will nicht unter der Herrschaft eines faschistischen US-Präsidenten leben und zusehen, wie us-amerikanische Konzerne bei der Ausbeutung unserer Heimat Natur und Umwelt zerstören.“ Ebenfalls befürchtet sie mit ihrem Nachwuchs als Bettvorleger in Trumps Schlafzimmer zu enden. MIttlerweile hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, „Asyl für Ursine!“, die ihre Unterstützung für das Asylbegehren der Bärenfamilie zugesagt hat.
Mühlenflimmern: »Unser Fluss… Unser Himmel« am 14. Januar 2026 in der Bergmühle Flensburg

»Unser Fluss … Unser Himmel«
Mittwoch, 14. Januar 2026 um 19 Uhr/Filmstart 19.30 Uhr
Die Bergmühle zeigt den irakischen Film »Unser Fluss … Unser Himmel« (2021) von Maysoon Pachachi.
BAGDAD, IRAK. Winter 2006. 3 Jahre nach der US-geleiteten Invasion. Extreme sektiererische Gewalt, nächtliche Ausgangssperren. Und die fortgesetzte Besatzung des Landes.
Eine Nachbarschaft in Bagdad mit Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft im Winter 2006. Eine Nachbarschaft, die sich umeinander kümmert, zusammenhält und es schafft verbindende und schöne Momente trotz Anschläge, Leid und Elend, zu erleben. Die Menschen kämpfen um Normalität und Nähe, lachen sich ihre Ängste von der Seele, trauern und weinen um Verlorenes und setzen sich alle damit auseinander, welche Zukunft sie im Irak, in Bagdad, welche Zukunft ihre Kinder dort haben können.
Sara, eine alleinerziehende Mutter und Autorin, kann nicht mehr schreiben, denn alles, was sie schreiben würde, wäre eine Lüge: Sara findet es unmöglich Wörter zu finden, die exakt den Horror und die Traumata des Krieges beschreiben würden. Sara ist das Herz der Nachbarschaft. Ihre Wärme durchdringt die liebevolle Beziehung zu ihrer 9-jährigen Tochter Rima und strahlt auf alle Freundschaften, Beziehungen und Begegnungen in ihrem Alltag aus. Auch Sara überlegt mit ihrer Tochter zu flüchten, wie so viele in ihrem Viertel. Es gibt keine einfache Antwort in diesem Dilemma, zu sehr ist sie mit Menschen und Stadt verbunden. Für Rima ist es unvorstellbar Bagdad zu verlassen. Und so bleibt Sara, fährt mit ihrer Tochter über den Tigris, dem Herzen und der Seele Bagdads, in einem kleinen Boot und erklärt Rima: Es ist (auch) UNSER FLUSS … UNSER HIMMEL.
Der Film ist in deutscher Sprache und dauert 117 Minuten. Der Eintritt ist frei. Der Hut geht ’rum

Alle weiteren Veranstaltungen sind auch unter www.bergmuehle-flensburg.com abrufbar.
Bergmühle, An der Bergmühle 7
Veranstalter: Verein zur Erhaltung der Bergmühle e.V.






























































