Archiv für den Tag 9. Dezember 2025

Roter Filmabend am 16. Dezember im Gewerkschaftshaus in Flensburg

Am 16. Dezember um 18 Uhr zeigen wir im Gewerkschaftshaus (Große Straße 22, Konferenzraum) einen mehrfach ausgezeichneten Spielfilm, der die Realität eines Mannes im Kampf mit einem entmenschlichten Sozialsystem porträtiert.

Die Geschichte macht eindrücklich sichtbar, welche strukturellen Folgen der Abbau des Sozialstaats für das Leben vieler Menschen hat und wie viele Menschen unverschuldet durch die Mühlen der Jobcenter in Perspektivlosigkeit landen. Im Film setzen die Menschen dem ein solidarisches Miteinander entgegen, um neuen Mut und Hoffnung zu schöpfen.

Gerade angesichts der aktuellen politischen Angriffe auf soziale Sicherungssysteme möchten wir den Film zum Anlass nehmen, über diese Entwicklungen mit Euch ins Gespräch zu kommen.

Vor dem Film gibt es einen kurzen Input, der in das Thema einführt.

Im Anschluss laden wir zu einer offenen Diskussion ein.

Wir freuen uns auf euer Kommen! 

Veranstalter: SAV und akopol

Vortrag: „Aus dem Oluf, aus dem Sinn? Die Verdrängung der Prostitution und ihre Folgen“ am 11. Dezember im Schifffahrtsmuseum Flensburg

Berühmt ist der Oluf für vieles: angeblich erster sozialer Wohnungsbau in Flensburg, Heimstätte für Arbeiter und einfache Leute, Puschenpuff und Ferienwohnungskonflikt. Doch was davon lässt sich nachweisen, was ist reiner Mythos? Das Schifffahrtsmuseum widmet sich daher dem Gang in einer Sonderausstellung. In der Ausstellung wird die über 400-jährige Geschichte des Olufs als Straße der Schiffer und des Handwerks erzählt. Außerdem werden die Schicksale der gesellschaftlichen Randgruppen beleuchtet und nachgespürt, was dran ist an seinem Ruf als ehemals gemütlichste Bordellstraße des Nordens. Dazu gibt es im Rahmen der Ausstellung zahlreiche Vortragsveranstaltungen. Zur Eröffnung der Ausstellung Mitte Juli erschien ebenso eine Buch über den Oluf.

Vortrag am 11.12.: „Aus dem Oluf, aus dem Sinn? Die Verdrängung der Prostitution und ihre Folgen“

Seit den 1980er Jahren verdrängte die Flensburger Stadtverwaltung aktiv die Prostitution aus dem Oluf und dem Hafenquartier, obwohl zahlreiche damit befassten Institutionen davor warnten. Doch wie ging es im Oluf wirklich zu? Wohin wurde die Flensburger Sexarbeit verdrängt und wie sind die heutigen Arbeitsbedingungen? Diese Fragen beantworten Christina Wacker von cara*SH, der Fachberatungsstelle für Prostituierte in Schleswig-Holstein, und Dr. Martin Müller, Kurator der Sonderausstellung im Flensburger Schifffahrtsmuseum.

Eintritt frei

Donnerstag, 11.12.2025 um 18:30 Uhr, Schifffahrtsmuseum Flensburg, Schiffbrücke 39, 24939 Flensburg

Neue Studie: Armut nimmt durch hohe Mieten immer mehr zu

Mietwohnungen in der Flensburger Toosbüystraße. Auch in Flensburg sind die Mieten erheblich angestiegen. Foto: Jörg Pepmeyer

Paritätischer Bericht zu Wohnarmut ist erschienen

Berlin, 09. Dezember 2025

• Durch die Berücksichtigung von Wohnkosten wird eine bislang unsichtbare Gruppe von 5,4 Millionen Menschen sichtbar, die an und unter der Armutsgrenze lebt.

• Nicht 13 Millionen, sondern 18,4 Millionen Menschen müssten demnach als arm gelten.

• Insgesamt leben damit 22,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in Wohnarmut.

Immer mehr arme Menschen werden noch ärmer durch ihre Wohnkosten. Das ergibt eine Expertise des Paritätischen Gesamtverbandes zum zweiten Mal in Folge. Demnach sind 5,4 Millionen mehr Menschen armutsgefährdet als nach konventionellen Berechnungen, die keine Wohnkosten, also Warmmiete und Strom, berücksichtigen. Statt 13 Millionen gelten demnach 18,4 Millionen Menschen in Deutschland als arm. Das sind 22,3 Prozent der Bevölkerung. Vor einem Jahr waren es noch 21,2 Prozent.

Jochim Rock – Foto: Paritätischer

“Das eigene Zuhause wird immer stärker zur Armutsfalle. Dieser Trend ist nicht neu, darf sich aber unter keinen Umständen weiter verfestigen. Wir beobachten eine Abwärtsspirale, an deren Ende immer öfter die Wohnungslosigkeit steht. Dieser soziale Sprengstoff muss endlich entschärft werden”, kommentiert Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes und Mitautor der Expertise.

Beim genauen Blick auf die Studie des Verbandes zeigt sich, dass einige Gruppen überproportional von Wohnarmut betroffen sind. Besonders hoch fällt die Wohnarmut mit 31 Prozent bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahren und bei älteren Menschen ab 65 Jahren mit 29 Prozent aus. 31 Prozent aller Paare mit drei oder mehr Kindern sind von Wohnarmut betroffen und bei Alleinerziehenden sind es vier von zehn Haushalten. In allen Bundesländern liegt die Wohnarmut über der regulär ermittelten Armut, besonders stark ist der Abstand in Hamburg, Berlin und dem Saarland.

Studie zum Download (Doppelklick auf Bild)

Für Rock ist klar, wer in dieser Situation gefragt ist: “Die Bundesregierung hat bisher viel zu wenig für den Schutz von Mieterinnen und Mietern vor steigenden Mieten getan. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hilft kein Bauen um jeden Preis. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten, keine zusätzlichen Luxuswohnungen, die die Preise weiter in die Höhe treiben. Nötig ist vielmehr die gezielte Förderung von bezahlbarem Wohnraum sowie die Entfristung der Preisbindung im sozialen Wohnungsbau. Und mit der neuen Grundsicherung droht die Bundesregierung, die Übernahme von Wohnkosten in vielen Fällen drastisch einzuschränken. Stattdessen muss es darum gehen, Mietwucher und Renditestreben zu Lasten breiter Bevölkerungsgruppen endlich wirksam zu begrenzen. Anstatt die Schuld Bürgergeld-Beziehenden in die Schuhe zu schieben, sollte die Regierung entschieden gegen die Verursacher von Mietwucher vorgehen.“

Die Expertise basiert auf einer Sonderauswertung im Auftrag des Paritätischen, die auf offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes (auf Grundlage von MZ-SILC) basiert. Bei der Berechnung der Armutsquoten werden alle Personen gezählt, die in Haushalten leben und deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. Anders als bei der konventionellen Armutsberechnung werden bei der Wohnarmutsberechnung bei der Ermittlung des Medians die Wohnkosten abgezogen.

Dokumente zum Download

Mieten fressen Einkommen (2 MB)

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