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Landesweiter Workshop „Grünkohl statt Braunkohle“ für junge Aktive am 29.-31.10.2021 in Glücksburg

Fridays-for-Future-Workshop „Grünkohl statt Braunkohle“ für junge Aktive am 29.-31.10.2021 im Zentrum für nachhaltige Entwicklung „artefact“ in Glücksburg – Foto: artefact

Raus aus der Braunkohle – rein in den Grünkohl – was kann ich selber machen?

Jetzt anmelden!

Vor den Bundestagswahlen war die fridays-for-future-Generation auf der Straße, um von der nächsten Bundesregierung eine ambitionierte Klimaschutzpolitik einzufordern. Doch viele Jugendliche wollen auch selber etwas gegen die drohende Erderhitzung tun.

„Raus aus der Braunkohle – rein in den Grünkohl!“ – so lautet das Motto einer Workshop-Reihe, die noch vor der Corona-Pandemie im Glücksburger Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, gestartet wurde. An zwei Wochenenden nahmen bereits Schüler und Studierende teil, an denen Energiestrategiesimulationen und Rollenspiele etwa zum Thema Erdgaspipelines und Flüssiggas für Schleswig-Holstein zum Programm gehörten.  Beim nächsten Workshop geht es nun um eigene Handlungsfelder wie die Planung einer CO2-armen Klassenfahrt oder dem Bau eines solaren Handy-Ladegeräts.

Insbesondere schleswig-holsteinische Jugendliche können sich anmelden zum Workshop am Wochenende 29.-31. Oktober im artefact-Zentrum, das selber mit lokalen Baustoffen errichtet ist und sich komplett erneuerbar mit Strom und Wärme versorgt. Dank der Unterstützung der Bingo Projektförderung, der Lighthouse Foundation und dem Verein zur Förderung der Energiewende in Schleswig-Holstein liegt die Teilnahmegebühr im Taschengeldbereich.

Weitere Infos zur Anmeldung gibt´s unter: https://www.artefact.de/projekte/fridays-for-future-workshop/

und in der nebenstehenden PDF-Datei: fff-Workshop211029-Rein in den Grünkohl Anmeldung

artefact
Bremsbergallee 35, 24960 Glücksburg (Ostsee)
Tel.: 04631-61160
artefact.de
info@artefact.de

Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Glücksburg freut sich über Auszeichnung

Von der Kita bis zur Erwachsenenbildung: Zweifache Auszeichnung der artefact-Bildungsangebote durch RENN-Nord

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Wie kann die Energeiwende europäisch aussehen? „Changing the Game“ im artefact-Workshop – Foto: artefact

Das Glücksburger artefact-Zentrum hat mit gleich zweien seiner Bildungsformate beim Norddeutschland-Wettbewerb des Projektes SEGEL SETZEN /20/21 von BNUR und RENN.nord gewonnen.

Dr. Maria Grewe von RENN.nord (RENN – Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien) betont, wie wichtig gerade in Krisenzeiten außerschulische Angebote sind: „Bildung und Aufklärung sind Grundpfeiler für die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen am gesellschaftlichen Gemeinwohl. Sie tragen maßgeblich zur Verringerung von Diskriminierung und Ungleichheit bei.“ Alina Cornelissen von RENN.nord erläutert: „Wir möchten mit unserem Wettbewerb einen kleinen finanziellen Anschub für die Umsetzung der zahlreichen guten Ideen geben, die bei uns eingereicht worden sind.“ Aus ganz Schleswig-Holstein kamen die Beiträge, insgesamt 30 Projekte wurden jetzt ausgezeichnet.

Den ersten Platz gab es für artefact in der Kategorie „Kita“ für das Projekt „Klima-Kig: neue Energien in die Kitas!“, in dem bereits die Jüngsten in Kindergärten der Region Flensburg mit Experimenten für das Thema Klimaschutz nachhaltig begeistert werden. Katharina Uhlig, Bildungsreferentin bei artefact, hofft, dass das zwei Jahre lang in Schafflund erprobte Konzept nach der Sommerpause fortgesetzt und auch in andere Kitas getragen werden kann. „Wir planen, auch zusätzliche Multiplikatorenkurse für Mitarbeiter*innen anderer Kitas zu entwickeln.“

In der Kategorie Jugendliche wurde außerdem die Online-Version des Planspiels „Changing the game“ ausgezeichnet, bei dem die Teilnehmer*innnen spielerisch in Gruppen das bestehende Energieversorgungssystem in ein zukunftweisendes und umweltfreundlicheres Szenario für das Jahr 2030 umwandeln können. Das Energiestrategiespiel, das 2009 an der Universität Kopenhagen entwickelt und von artefact für den deutschsprachigen Raum angepasst wurde, wurde bislang von hunderten Schülern, Klimamanagern und anderen Teilnehmern in Deutschland und Österreich unter Anleitung eines geschulten Trainers in vor Ort-Workshops mit Infotafeln, Karten und Legosteinen realisiert. Artefact-Mitarbeiter Niklas Neumeyer arbeitet derzeit an einer digitalen Fassung des Simulationsspiels, die damit eine nochmal deutlich größere Zielgruppe erreichen soll.
Das Team von artefact freut sich sehr und bedankt sich bei RENN.nord für die Auszeichnung!

Weitere Infos: artefact
Bremsbergallee 35, 24960 Glücksburg (Ostsee)
Tel.: 04631-61160
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artefact in Glücksburg: Zentrum für nachhaltige Entwicklung investiert in die Zukunft

Das Zentrum für nachhaltige Entwicklung „artefact“ in Glücksburg – Foto: artefact

Neue Dachhaut, pädagogische und technische Innovationen

Auch ohne Gäste und Besucher tut sich derzeit viel im Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact. Wo noch im Herbst Jugendliche aus Ratzeburg ein Seminar zu Fridays for future durchführten, stapelten sich in den letzten Wochen Maurerkübel und Dachbalken.
„Das ist wohl der einzige Vorteil der Pandemie“ meint Geschäftsführer Werner Kiwitt bei der Bauabnahme des erneuerten Dachs: „Angesichts geplatzter Seminar- und Urlaubsbuchungen konnten die Fachfirmen konsequent ihre Arbeiten durchziehen.“ Die Dachdeckerfirma Davidsen aus Flensburg und Holzverbindung aus Wees hatten bis zu fünf Fachleute gleichzeitig im Einsatz, um Bauschäden in Fassaden und Dachkonstruktionen zu beheben und gleichzeitig die Voraussetzungen für nachhaltige Attraktivierungen zu schaffen. Große Dachflächen wurden mit witterungsresistenten Materialien wie Resitrix eingedeckt, die nicht nur über Jahrzehnte wasserdicht, sondern auch die notwendige Grundlage sind für die geplante umfangreiche Begrünung unterschiedlicher Dachformen.
„Im Frühjahr sollen all diese Flächen mit unterschiedlichen flachwurzelnden Kräutern und anderen Pflanzen belegt werden, um damit Artenvielfalt und Bienenweide auf die Dächer zu holen und nebenher die darunterliegenden Räume zu klimatisieren.“ so Kiwitt. „Doch auch innovative Solartechniken auf dem Dach und im Energieerlebnispark sind in Planung.“

Allein aus eigener Kraft könnte der gemeinnützige Bildungsträger die Investitionen von 450.000 € nicht aufbringen.  Als eine der ersten Bildungseinrichtungen für Nachhaltigkeit wurde artefact soeben landesweit von gleich drei Ministerien zum viertenmal rezertifiziert, da die selbstentwickelten non-formalen Bildungskonzepte nicht nur Schulklassen, sondern auch die Besucher im Gästehaus und Touristen im Energieerlebnispark erreichen.  Zuschüsse vom Land, der Aktivregion und der Bingo Projektförderung konnten auch aufgrund des überregionalen Bekanntheitsgrades eingeworben werden.

Das artefact-Team will die Herausforderungen von Klimakrise und drohender Heisszeit noch stärker einbeziehen in das handlungsorientierte Konzept für den Energieerlebnispark, der im Frühjahr auch einen neuen Namen bekommen soll. Zur Deckung der Eigenleistungen wurde eine Spendenkampagne gestartet, die die Investitionen in die nächsten Jahrzehnte ermöglichen sollen. Über bereits 49.000,- € kann sich das zehnköpfige artefact-Team freuen: „Viele Besucher, die Motivation und Anregungen von hier mitgenommen haben, wollen nun auch selber beitragen zu einer enkeltauglichen Zukunft.“ so Kiwitt: Vom 10,- €-Beitrag eines Schülers bis zur Belegschaft einer Firma, die „statt Weihnachtsfest“  7.500,- Euro gespendet hat, reicht die Palette der Unterstützer. „Das gibt Auftrieb für die Herausforderungen, die wir nach Corona zu meistern haben.“

Weitere Infos: artefact
Bremsbergallee 35, 24960 Glücksburg (Ostsee)
Tel.: 04631-61160
artefact.de
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Global lernen, lokal bauen bei artefact in Glücksburg (Ostsee) – Film zur Pionierarbeit von artefact

Von Schleswig-Holstein nach China: Bildungskonzepte von artefact machen Schule

Trotz Corona-Lockdown und geschlossenem Energie-Erlebnispark kam in den letzten Wochen keine Langeweile im Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg auf. Großflächige Dacharbeiten werden derzeit von Fachfirmen durchgeführt, um eine sturmfeste Grundlage  für eine Erweiterung der Dachbegrünung und eine ungewöhnliche Solaranlage zu schaffen.

Katharina Uhlig und Werner Kiwitt stellen die Klimabildungs-App für Jiangsu vor – Foto: artefact

Unter Dach fehlen zwar derzeit alle Gäste, ob Schulklasse oder Winterurlauber, doch vor Ort und in zahlreichen home offices arbeitete monatelang ein internationales Team. Im Auftrag der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ erstellten mehrere Experten für schulische und außerschulische Klimabildung ein Kompendium von Methoden und Unterrichtsmaterialien auf der Basis schleswig-holsteinischer Erfahrungen, die in den nächsten Jahren in einer der modernsten Provinzen Chinas zum Einsatz kommen könnten.

Diplomingenieur Zhongping Wu aus Flensburg, die beiden Kreisfachberater des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein, IQSH, und Fachleute für naturwissenschaftlichen Unterricht und BNE, Gunnar Hansen und Elona Gutschlag gehörten ebenso zum Team wie eine Firma in Bejing, die mit der Entwicklung der ersten chinesischen Apps für Schüler zu Klimaschutz und eigenem ökologischem Fußabdruck beauftragt wurde. Nach sechs Monaten intensiver Recherchen und Austausch über unterschiedliche digitale Formate konnten nun die beiden artefact-Mitarbeiter im Team, Werner Kiwitt und die unter anderem für digitale Bildungsangebote zuständige Referentin Katharina Uhlig, die ersten analogen Ausdrucke des 200-Seiten-Werks und die Android-App präsentieren.   

Sehr gespannt auf die Konzepte und Anwendbarkeit ist Hu Qiying, die Projektdirektorin des GIZ-Büros in Nanjing, der alten Königsstadt und jetzigen Hauptstadt der Provinz Jiangsu. Das dortige Low Carbon Development Project hat ehrgeizige Ziele zur Senkung der Klimagase in der industriereichen Provinz im Norden von Shanghai. Als ehemalige Studentin des Studiengangs Energy and Environmental Management an der Universität Flensburg führte sie im vergangenen Jahr eine Delegation nach Sonderborg und Flensburg, um mehr von der Umsetzung der lokalen Klimapakt-Konzepte zu erfahren sowie nach Glücksburg, wo das Zentrum für nachhaltige Entwicklung seit nunmehr dreißig Jahren mit Deutschlands erstem Energieerlebnispark und vor Allem außerschulichen Angeboten für zukunftsfähige Lebensweisen qualifiziert und motiviert.

Aus der Idee eines fachpädagogischen Transfer -Projektes wurde eine internationale Ausschreibung, die das artefact-Team um Projektleiter Werner Kiwitt mit ihrem Angebot gewinnen konnte. Für Kiwitt, der sieben Jahre mit dem Schwerpunkt Curriculumentwicklung im Ausland arbeitete und zuletzt mehrere Hochschulen in Bolivien zur Ausbildung in erneuerbaren Energien beriet, war das Projekt trotzdem eine Herausforderung: „Aufgrund von Corona musste der geplante.Projektablauf völlig verändert werden. Statt erster Workshops mit chinesischen Schülern und Lehrern und direktem Einblick in die regionalen Voraussetzungen mussten wir sehr viel mutmaßen und als Trockenübung dokumentieren. Umso gespannter sind wir nun, ob und wie die Kooperation fortgesetzt wird.“ Als ein mögliches Handlungsfeld wurde auf chinesischen Wunsch hin explizit ein Zukunftsprojekt  in die Materialsammlung eingearbeitet: für eine chinesische Sommerschule im artefact Energieerlebnispark, der „im Jahr nach Corona“ neu öffnen wird als Klimapark Glücksburg – aber das ist eine andere Geschichte.

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