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Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg 2021: Positives Jahresergebnis in unruhigem Marktumfeld

Dekarbonisierung: Die Stadtwerke unterstützen Flensburg auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Stadt bis 2045

Deutliche Umsatzsteigerung auf 701 Millionen Euro – Jahresergebnis nach Steuern mit 1,9 Millionen Euro positiv

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Die anspruchsvolle Situation auf den Energiemärkten prägt das Ergebnis für das Jahr 2021 des Flensburger Energieversorgers. Eine weiterentwickelte Strategie gibt den entscheidenden Weg für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens vor.

Mit der Strategie „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ stellten sich die Stadtwerke Flensburg im Jahr 2021 neu auf und richten ihren Fokus auf die drei Handlungsfelder Kunde, Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Zentrales Thema für die gesamte Energiebranche war die volatile Preisentwicklung auf den Energiemärkten. Insbesondere im vierten Quartal entwickelten sich die Beschaffungspreise auf dem Strom- und Gasmarkt in bis dahin unbekannte Höhen. Die unbeständige Marktsituation erforderte innovative Maßnahmen und aktives Handeln.

Extreme Beschaffungsmarktsituationen

„Preissteigerungen und Volatilität in dieser Größenordnung konnte kein Energieversorger vorhersehen. Die Märkte haben sich komplett anders entwickelt als geplant. Diese Extremsituation haben wir als Herausforderung angenommen und gleichzeitig als Chance genutzt. Wir haben kurzfristig Anpassungen unserer Beschaffungsstrategie umgesetzt. Bei internen Prozesses, Methoden und Systemen haben wir Optimierungspotentiale ausgemacht und passen sie kontinuierlich an die neuen Bedingungen an. Eine wichtige Rolle bei der Optimierung spielt dabei unsere Digitalisierungsstrategie“, so Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Im Jahr 2021 entwickelten sich die Preise für Erdgas, Kohle und CO₂-Zertifikate um teilweise dreistellige Prozentsätze nach oben. Auf die kontinuierlich gestiegenen Beschaffungskosten reagierte das Unternehmen mit einer Anpassung der Fernwärmepreise. Die hohen Kostensteigerungen auf den Beschaffungsmärkten wurden jedoch nur teilweise an die Kunden weitergegeben.

Den bewussten Gewinnverzicht der Stadtwerke Flensburg kommentiert der Aufsichtsratsvorsitzende Thorsten Kjärsgaard: „Der Aufsichtsrat steht hinter den Entscheidungen der Stadtwerke-Geschäftsführung und die Stadt Flensburg hat als Gesellschafter auch einen Teil übernommen und auf die Gewinnausschüttung verzichtet. Dies zeigt, dass sowohl der Stadtwerke-Konzern als auch die Stadt als Gesellschafter sich ihrer Verantwortung in dieser schwierigen Zeit bewusst sind.“

Positives Jahresergebnis und Umsatzsteigerung

Trotz der extremen Preisschwankungen erzielten die Stadtwerke Flensburg im Energiegeschäft mit 4,6 Millionen Euro vor Steuern ein positives Jahresergebnis. Wenn auch unter Plan, bleibt das Ergebnis auch nach Steuern mit 1,9 Millionen Euro positiv. Insbesondere die Marktsituation im zweiten Halbjahr 2021 führte zu Ergebnisbelastungen. Den Umsatz steigerte das Unternehmen auf 701,4 Millionen Euro, was einem Wachstum von 33 Prozent entspricht.

Die angespannte Situation auf den Energiemärkten wird sich auch im Jahr 2022 nicht verbessern. Die Beschaffungspreise für Erdgas, Strom, CO₂-Zertifikate und Kohle für die Energieproduktion befinden sich weiter im Höhenflug. Dennoch blicken die Stadtwerke Flensburg zuversichtlich in die Zukunft: „Die aktuelle Marktsituation wird uns vermutlich noch eine längere Zeit begleiten. Wir nehmen diese Herausforderung an und schaffen mit allen Potenzialen unserer Geschäftsfelder die optimalen Voraussetzungen für unser Unternehmen. Die Stadtwerke sind ein Unternehmen mit hoher Substanz, einer guten Basis und einem guten Team. Das ermöglicht uns, unsere Prozesse und die Beschaffungsstrategie zu optimieren, auch über die 2020er Jahre hinaus.“, so Dirk Wernicke.

Neue strategische Ausrichtung

Die im ersten Halbjahr 2021 veröffentlichte Strategie „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ bildet den Ausgangspunkt für die zukünftige Ausrichtung der Stadtwerke Flensburg. „Mit der neuen Strategie stellen die Stadtwerke sich für die Zukunft auf und setzen die maßgebliche Orientierung für die nächsten Jahre. Aus der Strategie leiten wir drei konkrete Handlungsfelder ab: Kunde, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Mittel- und langfristig sind wir mit unserer neuen Strategie richtig aufgestellt. Die geopolitische Lage überlagert die Strategie zum Teil und andere, kurzfristigere Themen drängen in den Vordergrund. Weiterhin hat die Versorgungssicherheit unserer Kunden höchste Priorität für die Stadtwerke“, so Dr. Dirk Wernicke.

Die Kundinnen und Kunden und ihre zunehmend digitale Lebenswirklichkeit stehen im Fokus der strategischen Schwerpunkte des Unternehmens. Innovative Kundenlösungen und digitale Dienstleistungen, eine optimale Nutzung der Daten und E-Commerce sind dabei Schlüssel für Kundengewinnung und -bindung. Dazu gehört auch, die Produktentwicklung deutlich zu beschleunigen.

Ein weiteres wesentliches Ziel des Energieversorgers ist die Transformation des Flensburger Energiesystems hin zur Klimaneutralität. Das Unternehmen will die Klimaziele schneller umsetzen als vom Gesetzgeber gefordert. Der Kohleausstieg soll vor 2030 vollzogen sein. Neue fossile Erzeugungsanlagen werden die Stadtwerke nicht bauen.

Die Stadtwerke Flensburg setzen auf die Digitalisierung als drittes Handlungsziel, sowohl intern als auch extern. Die zukünftige Systemarchitektur soll zum Beispiel Daten in Echtzeit nutzen können. Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes schafft das Unternehmen die dafür notwendige Infrastruktur.

Ziel: Lückenloses Glasfasernetz

Mit dem flächendeckenden Glasfaser-Ausbau von Flensburg, Glücksburg und Harrislee fördern die Stadtwerke Flensburg die Attraktivität der Region und den Wirtschaftsstandort Flensburg. Neben der Glasfaser-Infrastruktur bietet das Unternehmen zusätzlich Endkundenprodukte für Privat- und Gewerbekunden an. Bereits 11.000 Kunden nutzen dieses Angebot. Jedes Jahr investieren die Stadtwerke einen zweistelligen Millionenbetrag in den Glasfaser-Ausbau. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 100 Millionen Euro.

Ausblick

In diesem Jahr soll der Transformationspfad für eine klimaneutrale Wärmeversorgung stehen. Ausgangspunkt hierfür ist das angekündigte Bundesförderungsprogramm „Effiziente Wärmenetze“. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der zweite Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Kessel 13 und die Errichtung des zweiten Elektrodenheizkessels (EHK) und Wärmespeichers II sind einige der Projekte, die die Transformation des Energiesystems zur Klimaneutralität vorantreiben.

Ein Arbeitskreis „Transformation“ mit kommunalpolitischen und bürgerlichen Mitgliedern hat seine Arbeit aufgenommen und begleitet die Stadtwerke Flensburg aktiv bei ihrer Erstellung des Transformationsplanes.

Dieser sieht vor, dass der Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung drei Phasen durchläuft. In der ersten Phase reduzieren die GuD-Anlagen Kessel 12 und Kessel 13 mit der Inbetriebnahme bereits 40 Prozent der CO₂-Emissionen. Die zweite Phase „Elektrifizierung“ zieht den Einsatz von Power to Heat (P2H) Systemen hinzu. Diese Anlagen erzeugen Wärme mittels Strom aus erneuerbaren Energien. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Wärmeerzeugung mittels Elektrodenheizkesseln und Großwärmepumpen. Aus heutiger Perspektive ist für die dritte Phase der Einsatz von grünem Wasserstoff geplant. Die Kessel 12 und 13 sind H2-ready und somit für den Einsatz von grünem Wasserstoff geeignet.

2021 in Zahlen

Der Umsatz des Unternehmens stieg um 33 Prozent auf 701 Millionen Euro (Vorjahr: 527 Millionen Euro). In 2021 lag der Jahresüberschuss mit 1,9 Millionen Euro im positiven Bereich.

Die Stadtwerke Flensburg haben regional und bundesweit über zwei Terawattstunden an Stromkunden abgesetzt. Das entspricht einem Wachstum von 37 Prozent zum Vorjahr und bezieht sich auf den Privat- und Geschäftskundenbereich. Insgesamt beliefert das Unternehmen fast 256.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Strom. Regional stieg der Stromabsatz auf 273 Gigawattstunden.

Im bundesweiten Erdgas-Vertrieb stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent – von 1.146 auf 1.884 Gigawattstunden. Ende des Jahres 2021 belieferten die Stadtwerke mehr als 46.000 Kunden mit Erdgas und damit 3.000 mehr als im Vorjahr. Das Erdgasgeschäft nimmt über 13 Prozent des Gesamtumsatzes ein.

Witterungsbedingt stieg der Fernwärmeabsatz in 2021 auf 1.019 Gigawattstunden und damit um 11 Prozent im Vergleich zu 2020.

Die Absatzzahlen im Wasserbereich zeigten mit 4,9 Millionen Kubikmetern eine konstante Entwicklung.

Die Zahl der Mitarbeitenden bleibt mit 620 zu 610 auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 54 Auszubildenden liegt die Ausbildungsquote bei 9 Prozent. Damit zählen die Stadtwerke zu den größten Ausbildern der Region.

Die Stadtwerke Flensburg gleichen als Träger der kommunalen Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) deren negative Ergebnisse aus. Insgesamt übernahmen die Stadtwerke ein Minus in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

SWF-Geschäftsbericht 2021 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2021 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke Flensburg GmbH gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/geschaeftsberichte/2021/stadtwerke-flensburg-geschaeftsbericht-2021.pdf

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 18,4 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2020

4_Kraftwerk_Nachtaufnahme Beschnitten

Umsatz über 500 Millionen Euro und 300.000 Kunden

Bilanzgewinn 14,4 Mio. Euro – Töchter machen 2,7 Mio. Euro Verlust

Im letzten Jahr stand die Corona-Pandemie auch in der Wirtschaft sehr im Fokus. Die Stadtwerke haben sich den Herausforderungen und dem harten Wettbewerb im Energiemarkt dennoch erfolgreich gestellt. Der Umsatz überstieg erstmals in der Unternehmensgeschichte den Betrag von einer halben Milliarde Euro. Konkret wuchs er um 19 % oder 85 Mio. auf 527 Mio. Euro (VJ 442 Mio. Euro). Mehr als 300.000 Kunden erhalten inzwischen ihre Energie von den Stadtwerken Flensburg.

Das vergangene Jahr war für die Energieversorgung eine große Herausforderung. Neben der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen aus der Corona-Pandemie prägten den Energiemarkt im letzten Jahr zwei weitere Effekte. Zum einen gingen Energiebedarf- und Erzeugung coronabedingt zurück. Zum anderen wurde der Energiebedarf immer stärker aus regenerativen Erzeugungs-Quellen gedeckt. So lag deren Anteil in 2020 bei rund 45% und war damit so hoch wie nie zuvor.

Bei den Stadtwerken Flensburg kam in der Erzeugung aufgrund niedriger Gaspreise die erdgasbetriebene Gas- und Dampfturbinenanlage Kessel 12 stärker zum Einsatz als geplant und leistete einen deutlichen Beitrag zum guten Jahresergebnis. Erdgas ist mittlerweile der Hauptbrennstoff der Stadtwerke Flensburg für die Produktion von Strom und Fernwärme und sorgt bei gleicher Erzeugungsmenge für eine bis zu 40 %ige Einsparung von CO2.

Entwicklung der Unmsatzerlöse

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Auf der vertrieblichen Seite konnten die Stadtwerke ihre Umsatz- und Absatzziele im bundesweiten Strom – und Erdgasmarkt deutlich überschreiten und zahlreiche Kunden hinzugewinnen. Erstmals belieferte der Flensburger Versorger zum Jahresende bundesweit mehr als 300.000 Kunden mit Energie.

Dr. Dirk Wernicke, der die Stadtwerke seit 1. Januar 2021 als Geschäftsführer leitet, ist mit dem Abschluss zufrieden: „Die Stadtwerke haben in 2020 den Umsatz deutlich gesteigert und auf Basis der optimalen Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres einen guten Gewinn erwirtschaftet. Das ist eine gute Grundlage für die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Aufgaben, die wir noch vor uns haben. Aktuell passen wir unsere Strategie umfassend auf die neuen Herausforderungen des Marktes und Umfeldes sowie die politischen Vorgaben an. Wichtige Stichworte sind dabei Dekarbonisierung, also die nächsten Schritte hin zur CO2-neutralen Energieerzeugung, und Digitalisierung. Damit meine ich die Schnittstellen, die unsere Kunden von außen wahrnehmen und über die sie mit uns kommunizieren. Da tut sich einiges und wir müssen weiter vorn mit dabei sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören aber auch die unterstützenden internen Prozesse.“

Für den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Rolf Helgert ist der Erfolg des Geschäftsjahres 2020 das Ergebnis einer vorausschauenden aber auch mit ein wenig Glück verbundenen Geschäftspolitik. „Maik Render und sein Team haben in den letzten Jahren herausragend gearbeitet und damit eine gute Basis für die großen Herausforderungen der nächsten Jahre geschaffen. Die niedrigen Gaspreise und gute KWK-Förderung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den nächsten Jahren weitere große Investitionen bevorstehen, für die es jetzt gilt, Reserven anzulegen.“

Worauf die Stadtwerke im Einzelnen aufbauen können, zeigen die Ergebnisse der einzelnen Bereiche:

Strom – mehr als Flensburg dazu gewonnen

Sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich konnten die Stadtwerke Flensburg zulegen. Während im Heimatmarkt die Kundenzahl relativ stabil bliebt, wuchs sie bundesweit um 18 % oder 39.000 Kunden. In Summe versorgten die Stadtwerke zum Ende des Jahres 255.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Strom.

Kundenentwicklung

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Insgesamt hat der Flensburger Energieversorger in 2020 1.660 Gigawattstunden (GWh) Strom abgesetzt. 256 GWh oder 18,2 % mehr als im Vorjahr.

Im Absatzgebiet Flensburg, Glücksburg, Harrislee lag der Gesamtabsatz mit rund 264 GWh fast 10 % unter dem Vorjahr. Grund für den Rückgang ist ein pan-demiebedingtes Absatzminus bei Geschäftskunden

Dieser regionale Absatzrückgang wird durch den Zuwachs sowohl bei Privat- als auch Geschäftskunden im bundesweiten Stromvertrieb deutlich überkompensiert. Hier betrug der Absatzzuwachs fast 277 GWh, mehr als die gesamte Stadt Flensburg verbraucht. Mit rund 159 GWh tragen die Geschäftskunden mehr als die Hälfte zu dieser Steigerung bei.

Insgesamt ist das Stromgeschäft mit mehr als 70 % der größte Umsatzträger der Stadtwerke.

Erdgas – wächst stärker als Strom

Seit dem Einstieg der Stadtwerke in den bundesweiten Vertrieb von Erdgas im Jahr 2016 ist die Kundenzahl kontinuierlich gestiegen. Ende des Jahres 2020 belieferten die Stadtwerke 43.000 Privatkunden mit Erdgas. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16.000 Haushalten oder fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr.

Mit einem Absatz von 1.146 GWh an Privat- und Geschäftskunden konnten die Stadtwerke hier ihren Vorjahresabsatz mehr als verdoppeln.

Der bundesweite Erdgas-Absatz übersteigt inzwischen den von Fernwärme in Flensburg, Glücksburg und Harrislee um 25 %.

Insgesamt steht das Erdgasgeschäft für nahezu 10 % des Gesamtumsatzes des Flensburger Energieversorgers.

Glasfaser – Telekommunikation mit Zukunft

Seit 2016 bauen die Stadtwerke Flensburg, Glücks-burg und Harrislee flächendeckend mit schneller Glasfaser aus. Deutlich mehr als die Hälfte der 41 Aus-baugebiete sind im Bau bzw. in Betrieb. Über 8.000 Kunden haben sich bereits für ein Angebot der Stadtwerke entschieden, um mit der konsequent schnellen Glasfaser zu surfen und die Vorteile der digitalen Zukunft wie konstant hohe Übertragungsraten egal wie viele Abnehmer gerade online sind nutzen zu können. Gerade das letzte Jahr mit einer deutlichen Zunahme von Homeoffice und digitalem Arbeiten hat gezeigt, wie wichtig konsequenter Glasfaserausbau ist. Und es zeigt sich, dass die Veränderung der Arbeitswelt Bestand hat und künftig deutlich mehr auf digitaler Basis gearbeitet werden wird. Ein guter Internet-Anschluss ist dann nicht mehr nice-to-have, sondern Voraussetzung und Basis für die digitale Zukunft im Privaten und Geschäftlichen.

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke die Stadtteile Exe, Schäferhaus und Fruerlund mit Glasfaser erschlossen. Die jährlichen Investitionen für den Ausbau liegen inzwischen bei 14 Millionen Euro und sorgen dafür, dass es mit dem Ausbau schnell vorangeht.

Fernwärme – niedriger als Vorjahr

Der Fernwärmeabsatz ist vorrangig abhängig von der Temperatur. Er lag in 2020 mit 915 GWh knapp 5 % unter dem des Vorjahres (961 GWh). Hauptursache für den Rückgang ist die höhere Jahresdurchschnittstemperatur.

Trinkwasser – wie immer

Hier ändert sich seit Jahren fast nichts. Der Absatz lag mit 4,9 Mio. m³ konstant auf Vorjahresniveau.

Töchter und Beteiligungen

Die Stadtwerke Flensburg sind Träger der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie tragen die Ergebnisse der Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und gleichen auch deren negative Ergebnisse aus.

Coronabedingt sind die Verluste, die die Stadtwerke für 2020 übernehmen, insbesondere im ÖPNV im letzten Jahr deutlich gestiegen und liegen bei 2,7 Mio. Euro.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl bleibt mit 610 zu 604 im Vorjahr nahezu konstant. Die Zahl der Auszubildenden lag bei 54 (Vorjahr 52). Die Ausbildungsquote ist mit 9 % sehr hoch und belegt, dass die Stadtwerke ihrer Verantwortung als einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region gerecht werden.

Ergebnis – erfreulich, aber Einmal-Effekte

Auch das Ergebnis der Stadtwerke hat sich nach oben entwickelt. So lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 33,4 Mio. Euro um 2,8 Mio. Euro oder 9,3 % über dem Vorjahr. Beim Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) gab es eine Steigerung von 15,1 auf 18,4 Mio. Euro.

Davon werden über 7,3 Mio. Euro an den städtischen Haushalt abgeführt.

Neben dem Vertriebsgeschäft für Energie waren dafür besonders zwei Faktoren verantwortlich. So lag der Preis für Erdgas, der als Brennstoff für die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Kessel 12 eingesetzt wird, niedriger als erwartet. Darum setzten die Stadtwerke diese Anlage häufiger ein als geplant und erwirtschafteten höhere Erträge. Für die Umwelt ist dies auch gut, denn die GuD-Anlage produziert bei gleicher Erzeugungsleistung 40 % weniger CO2. In den Sommermonaten erfolgte die Energieerzeugung ausschließlich über die GuD-Anlage.

Dazu kommt ein zweiter Ergebnis-Effekt. Die umweltschonende Energieerzeugung mit Erdgas wird mit dem Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Gesetz gefördert. Allerdings nur für eine insgesamt festgelegte Anzahl an Betriebsstunden. In 2020 lief die KWK-Anlage Kessel 12 mehr Stunden als geplant. Die Stadtwerke erhielten deswegen eine höhere Förderung als für das Jahr 2020 vorgesehen.

Zahlen und Daten aus dem Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg GmbH

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2020:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen. Angaben aus dem Geschäftsbericht der SWF 2020, S. 63:

IV. Ergänzende Angaben

1. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe und Organkredite

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung sind unter Punkt 9 und 10 aufgeführt.
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung beliefen sich im Geschäftsjahr auf 433 TEUR, die sich aus einem erfolgsunabhängigen Anteil in Höhe von 277 TEUR und einem erfolgsabhängigen Anteil in Höhe von 156 TEUR zusammensetzen.

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates verteilen sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Aufsichtsrat

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich die Gesamtbezüge auf 151 TEUR.
Zum Stichtag betragen die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen
für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen 2,4 Mio. EUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften abgesichert.

Die G & V der Stadtwerke Flensburg GmbH

SWF-Geschäftsbericht 2020, S. 51 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

G und V SWF 2020

Zusammensetzung der Umsatzerlöse

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 62-63

Umsatzerlöse

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Jahr 2020

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 48-49 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Bilanz SWF

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 67

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke Flensburg GmbH gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2020.pdf

Stadtwerke Flensburg beliefern die Unternehmensgruppe fischer mit Ökostrom

Zahl der deutschlandweit mit Stadtwerke-Energie belieferten Haushalte wächst weiterhin

Flensburg: Die Stadtwerke Flensburg versorgen die fischerwerke GmbH & Co. KG und die fischer automotive systems GmbH & Co. KG mit Ökostrom. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von jährlich rund 25 Millionen Kilowattstunden und eine Laufzeit bis zunächst Ende 2021.

Seit Januar dieses Jahres beziehen die fischerwerke GmbH & Co. KG sowie die fischer automotive systems GmbH & Co. KG Ökostrom aus 100%iger Wasserkraft von den Stadtwerken Flensburg.

„Insgesamt werden wir in diesem Jahr über 25 Millionen Kilowattstunden an die Unternehmensgruppe fischer liefern. Das entspricht etwa 7% des gesamten Flensburger Verbrauchs. Den gelieferten Strom beziehen wir wie für alle Geschäfte dieser Größenordnung von der Strombörse.“, berichtet Oliver Rein, Abteilungsleiter für Geschäftskunden bei den Stadtwerken und zuständig für das Akquirieren von Großkunden.

„Der Wettbewerb um Kunden ist hart. Deshalb freut es mich besonders, dass wir im bundesweiten Stromvergleich weiter so attraktiv für unsere Kunden sind. Ich freue mich, dass wir die Unternehmensgruppe fischer aus Baden-Württemberg für uns gewinnen konnten.“, sagt er weiter.

Insgesamt wachsen die Stadtwerke Flensburg im bundesweiten Strommarkt kontinuierlich sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich mit attraktiven Angeboten. Aktuell liefern die Stadtwerke bundesweit Strom an rund 265.000 Haushalte. Dazu kommen noch rund 47.000 Kunden, die mit Erdgas beliefert werden, so dass deutlich mehr als 310.00 Haushalte Energie aus Flensburg beziehen.

Dreimal Null – Keine Preiserhöhungen der Stadtwerke Flensburg für 2021

Stadtwerke Flensburg: Im nächsten Jahr bleiben die Preise für Strom, Wärme und Wasser in Flensburg, Glücksburg und Harrislee genauso wie im Jahr 2020.

Es ändert sich nichts, obwohl die Stadtwerke kräftig in der Region investieren. Für die beiden Gas- und Dampfturbinenanlagen Kessel 12 und Kessel 13 sind es in zehn Jahren rund 225 Millionen Euro. Damit sinkt der CO2-Ausstoss bei gleicher Energieerzeugungsmenge um 40 %. Weitere Schritte auf dem Weg zum CO2-neutralen Kraftwerk befinden sich bereits in der Planung.

Für den flächendeckenden Glasfaserausbau in Flensburg, Glücksburg und Harrislee nehmen die Stadtwerke weitere 100 Millionen Euro in die Hand und investieren damit in die digitale Zukunft der Region.

Darüber hinaus werden die Versorgungsnetze nicht nur kontinuierlich erneuert, sondern es stehen hier einige größere Projekte für eine sichere Energieversorgung an. In der Summe verlegen die Stadtwerke hier von 2020 bis 2024 in fünf Jahren 85 Millionen Euro unter der Erde.

Zusammen werden in diesen Bereichen mehr als 400 Millionen Euro in die Umwelt, die Zukunft und eine sichere Versorgung investiert. Diese Summe liegt in einer Größenordnung, die fast dem gesamten Jahresumsatz der Stadtwerke im Jahr 2017 entspricht.

Trotz dieser Investitionsoffensive bleiben die Energie- und Wasserpreise im nächsten Jahr wie sie sind. Wie sieht es hier im Einzelnen aus?
Im Wasserbereich verzichten die Stadtwerke auf eine eigentlich notwendige Preiserhöhung und werden gestiegenen Kosten durch Optimierungsmaßnahmen ausgleichen.

Energie- und Wasserpreise 2021 vs. 2020

2020 2021 21 vs. 20
Strom (Einfachtarif) ct %
Arbeitspreis ct/kWh 31,15 31,15 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 89,88 89,88 0,00 0,00
Flensburger Wärme
Arbeitspreis sekundär Euro/MWh 70,48 70,48 0,00 0,00
Arbeitspreis primär Euro/MWh 68,92 68,92 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 534,00 534,00 0,00 0,00
Wasser
Arbeitspreis Euro/m3 1,75 1,75 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 83,19 83,19 0,00 0,00

Bei Strom und Wärme halten sich steigende und sinkende Kostenbestandteile ungefähr in der Waage, sodass hier alle Preise bleiben wie in diesem Jahr.
So sind beispielsweise die Kosten für die Beschaffung von Kohle und Erdgas bis Mitte dieses Jahres gesunken. Danach stiegen sie aber wieder an. Die Preise für CO2-Zertifikate bewegen sich dagegen weiter auf sehr hohem Niveau und werden auf Basis des neuen Brennstoffhandelsgesetzes auch in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter nach oben gehen.
Bei den staatlichen Abgaben auf den Strompreis haben sich zwar einige Reduzierungen ergeben, diese bewegen sich aber im Nachkomma-Centbereich und können nichts daran ändern, dass der Staatsanteil am Strompreis immer noch deutlich über 50 % liegt.

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg

Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein

Auch im Bürgerbüro im Flensburger Rathaus kann noch bis  zum 2. März 2020 mit der Abgabe der Unterschrift das Volksbegehren unterstützt werden.

Am 2. September startete ein breites Bündnis das Volksbegehren zum Schutz des Wassers – das erste Volksbegehren in Schleswig-Holstein seit 10 Jahren.

Ziel ist ein besserer Schutz des Wassers vor den Risiken der Gas- und Ölförderung sowie mehr Transparenz durch Aufdeckung von Gefahren. Bereits 98 durch Erdölförderung [in Schleswig-Holstein!] verursachte Schadensfälle, bei denen Boden und Wasser verunreinigt wurden, wurden auf Nachfrage von der Landesregierung eingeräumt.

Hinter dem Volksbegehren steht ein Bündnis von rund 20 ganz unterschiedlichen Organisationen und Initiativen, wie der Bund für Umweltund Naturschutz Deutschland, die Bürgerinitiative gegen das CO2 Endlager e.V., die Schutzstation Wattenmeer, die Piratenpartei, die SPD und der SSW.

Bis zum 2. März 2020 müssen mindestens 80.000 gültige Unterstützerunterschriften geleistet werden, damit es zum Volksentscheid kommt. Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein, einen deutschen Pass und seit mindestens 6 Wochen ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben.

Bis zum Ende der obigen Frist kannst auch Du direkt im Bürgerbüro im Flensburger Rathaus dieses Volksbegehren mit Deiner Unterschrift unterstützen. Denn die Abgabe der Unterschrift im Rathaus ist die beste Methode, dieses Begehren zu unterstützen, da Deine Unterschrift dann direkt verifiziert ist – in der Vergangenheit sind Initiativen schon gescheitert, da die Echtheit der Unterschriften angezweifelt wurde.

Rathaus-Finder: http://www.rathausfinder.de/schutz-des-wassers-sh

Mehr Infos: http://www.vi-wasser.de/ und  http://www.vi-wasser.de/files/Folder_VI-Wasser_web.pdf

Auf Facebook: https://www.facebook.com/VolksbegehrenWasser/

Siehe dazu auch den AKOPOL-Beitrag vom 7.9.2019:
Torpedieren die Grünen das Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein?
Die Verantwortlichen der Initiative für das Volksbegehren bitten  in einem Offenen Brief die Grüne Landtagsfraktion nachdrücklich, „die Verbreitung alternativer Fakten zum Volksbegehren zu beenden und den Schutz des Wassers und den Einsatz für mehr Transparenz nicht weiter zu bekämpfen.“
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/09/07/torpedieren-die-gruenen-das-volksbegehren-zum-schutz-des-wassers-in-schleswig-holstein/

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2020

Strompreis bleibt konstant – Fernwärme und Wasser verteuern sich

Flensburg: Obwohl im nächsten Jahr gesetzlichen Abgaben und Umlagen steigen, halten die Stadtwerke den Strompreis im eigenen Netzgebiet Flensburg, Glücksburg und Harrislee konstant.

Zum 1. Januar 2020 steigt die gesetzliche Abgabe für die Förderung von Strom aus Erneuerbarer Energie (EEG-Umlage) um 5,5%. Die Entgelte der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber für die Nutzung der überregionalen Stromnetze gehen ebenfalls deutlich nach oben. Die staatlichen Abgaben und Umlagen, die jeder Verbraucher über seine Stromrechnung zahlen muss, und die von den Stromversorgern nicht zu beeinflussen sind, machen damit inzwischen schon rund 53% des Strompreises aus.

Die Stadtwerke werden die gestiegenen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben und die Strompreise nicht erhöhen, sondern für 2020 stabil halten. Das ist so nur möglich, weil die Stadtwerke Ihre Prozesse verschlankt und die Kostenstruktur noch weiter verbessert haben.

Für die Flensburger Wärme und das Trinkwasser haben sich die allgemeinen Kosten und die Preise für CO2 insgesamt nach oben entwickelt, so dass hier eine Preisanpassung notwendig ist. Der Arbeitspreis für die Wärme steigt darum um 2,5%, der Grundpreis um 0,84%. Beim Wasser werden Arbeits- und Grundpreis um 1,6% teuer. Das sind 3 Cent pro 1.000 Liter (m³) oder 0,003 Cent pro Liter.

Insgesamt bedeutet das: Für eine Wohnung kosten Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 1,38 Euro und für ein Haus rund 3,63 Euro pro Monat mehr als in 2019.

Dazu ein Kommentar von Dr. Ralf Cüppers:

Diese Meldung ist vielleicht nicht gelogen, aber doch grob mißweisend.

Denn die angegebene Erhöhung von 0,003 Cent pro Liter stimmen nur für einen wasserverschwenderischen Großverbraucher. Für umweltbewußte Stadtwerkekunden ist der Betrag vielfach höher.

Warum ist das so?
Die Stadtwerke nehmen einen hohen Grundpreis vom 75 Euro. Für einen sparsamen Kunden, der sein Trinkwasser wirklich nur trinkt, also 2 Liter am Tag oder 730 Liter im Jahr, beträgt der Anteil des Grundpreises pro Liter bereits >10 Cent.
Bei einer Erhöhung der Kosten um 1,6% beträgt die Erhöhung hier 0,16 Cent pro Liter, das ist das 53fache des von den Stadtwerken und akopol verbreiteten Wertes. So grob kann man sich eigentlich nicht verrechnen. Verlassen sich die Autoren der Mitteilung darauf, dass die Bürger in Flensburg so schlechten Mathematikunterricht hatten, daß es niemandem auffällt?
Der Wasserverschwender, der eine Million Liter Trinkwasser verbraucht, wird mit hingegen.einer Verringerung des Grundpreises auf 0,00001 Cent pro Liter belohnt.
Die Stadtwerke fördern und belohnen Wasserverschwendung.
Das geht zu Lasten der Umwelt und nachfolgender Generationen!

Die Lösung ist einfach und klar:
Völlige Abschaffung des Grundpreises und Umlage der gesamten Kosten der Trinkwasserversorgung nur auf einen einheitlichen Preis pro Liter der für wirklich jeden gilt. Ohne Rabatte für Wasserverschwender, Großverbraucher, Industrie etc! Ein Liter ist ein Liter ist ein Liter und der kostet für alle gleich viel.

Torpedieren die Grünen das Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein?

Die Verantwortlichen der Initiative für das Volksbegehren bitten in einem Offenen Brief die Grüne Landtagsfraktion nachdrücklich, „die Verbreitung alternativer Fakten zum Volksbegehren zu beenden und den Schutz des Wassers und den Einsatz für mehr Transparenz nicht weiter zu bekämpfen.“

Offener Brief an die Landtagsfraktion SH von Bündnis90/Die Grünen

Unterzeichnende Vertrauenspersonen des Volksbegehrens zum Schutz des Wassers
Am Holm 17
24326 Nehmten

Nehmten, den 26.08.2019

Sehr geehrte Damen und Herren der Landtagsfraktion SH von Bündis 90/Die Grünen,

uns wurde der Sprechzettel Ihrer Fraktion zum Volksbegehren zum Schutz des Wassers zugeleitet, verbunden mit der Bitte eines Empfängers um eine detaillierte Antwort. Da dieser Sprechzettel offensichtlich schon weite Kreise gezogen hat, antworten wir in einem offenen Brief.

Die kursiv gestellten Passagen stellen die Behauptungen der Landtagsfraktion dar (kleinere Schreibfehler wurden der besseren Lesbarkeit wegen korrigiert). Unsere Erwiderung folgt jeweils in normaler Schrift.

Bereits am 24.02.2017, also noch vor dem Start der Volksinitiative, nutzte der damalige Minister Dr. Robert Habeck Amt und Rederecht im Landtag, um die Initiatoren der Volksinitiative in einer öffentlichen Versammlung zu verleumden, indem er uns unterstellte, vorsätzlich gegen die Verfassung zu verstoßen (Beweis: Aufnahme der Landtagssitzung vom 24.02.2017 ab ca. 1:52). Dabei wusste er, dass wir die Rechtsauffassung der Landesregierung nicht teilten und bis heute nicht teilen. Ihm musste bekannt sein, dass fünf der sechs Punkte der Volksinitiative zulässig sind und das Frackingverbot im Landeswasserrecht umstritten ist. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hatte in einem Gutachten dargelegt, dass diese Rechtsfrage offen ist. Derzeit wird die Zulässigkeit eines Frackingverbots im Landeswasserrecht vor dem Landesverfassungsgericht in Schleswig verhandelt. Die mündliche Verhandlung ist für den 01.10.2019 um 10 Uhr angesetzt.

Wir haben diesen Angriff damals nicht öffentlich kommentiert, da wir uns nicht auf ein so tiefes Niveau begeben wollten.

In der Kurzfassung eines Schreibens von Nina Schneider vom 27.06.2019 werden nachweislich unwahre Behauptungen aufgestellt:

1. Von den 4 Anliegen der Volksinitiative (VI) soll nun 1 Punkt mit einem Volksbegehren durchgesetzt werden. Dieser betrifft die Offenlegung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, wenn es um relevante Informationen z.B. in Bezug auf Fracking geht. Im April 2019 gab es dazu einen mit der Initiative geeinten Kompromiss wegen erheblicher rechtlicher Bedenken an der ursprünglichen Formulierung der VI. Die Koalition hat diesen Kompromiss aufgrund rechtlicher Hinweise aus der Anhörung von Sachverständigen in zwei kleinen Punkten verändert. Diese Änderungen sind in einem Punkt lediglich klarstellend und stärken außerdem den Rechtsschutz der Betroffenen. Diese minimale Änderung des Kompromisses will die Volksinitiative trotz der Hinweise aus der Anhörung nicht mitgehen. Die VI muss nun ihre ursprüngliche Formulierung verwenden, gegen die erhebliche rechtliche Bedenken bestehen. Aus diesem Grund und weil wir die Forderung inhaltlich weitestgehend umgesetzt haben, sollten wir die Volksinitiative nicht unterstützen.

Tatsache ist, dass nicht 4, sondern 6 Anliegen mit der Volksinitiative verfolgt werden.

Wie der auch den Grünen bekannten Bekanntmachung der Landesregierung vom 02. Juli 2019 zum Start des Volksbegehrens zum Schutz des Wassers zu entnehmen ist, hat der Landtag fünf Punkte des Volksbegehrens für zulässig erklärt, einschließlich des Punktes zur Offenlegung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Auch das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Landtages hatte diesen Punkt als zulässig erachtet. Die Behauptung erheblicher rechtlicher Bedenken, ohne die Stellungnahmen und ihre jeweiligen Verfasser vollständig mitzuteilen, ist daher unzutreffend. Vielmehr gibt es von Seiten der Koalition massiven Widerstand dagegen, dass auskunftspflichtige Stellen von sich aus im überwiegenden öffentlichen Interesse Geheimnisse offenbaren dürfen. Es ist auch unwahr, dass nur zwei kleine Punkte verändert worden seien und es sich dabei um minimale Änderungen handeln würde. Vielmehr ist der Zweck der Gesetzesänderung mit den Änderungen weitgehend aufgegeben worden.

2. Im Einzelnen:

1)

Was wollte die Volksinitiative ursprünglich? Die VI verfolgte insgesamt 3 Änderungen im Landeswassergesetz und 1 Änderung im Landesverwaltungsgesetz.

Tatsache ist, dass insgesamt 5 Änderungen im Landeswassergesetz und eine Ergänzung im Landesverwaltungsgesetz angestrebt werden.

3. a) Klarstellung, dass unter Grundwasser i.S.d. Landeswassergesetzes auch das sog. „tiefe Grundwasser“ (z.B. Sole) gemeint ist. Diesbezüglich besteht nach Auffassung des wissenschaftlichen Dienst des Landtags keine Gesetzgebungsbefugnis des Landes, weil diese grundsätzliche Begriffsbestimmung dem Bundeswassergesetz vorbehalten ist. Der Landtag hat die Volksinitiative daher in diesem Punkt als unzulässig abgelehnt. Dagegen hat die VI das Landesverfassungsgericht zur Klärung angerufen.

Diese Darstellung ist falsch. Diese Gesetzesergänzung ist als zulässig anerkannt worden und Teil des vom Landtag genehmigten Volksbegehrens. Sie ist Bestandteil eines auch von Bündnis90/Die Grünen getragenen Antrags auf Änderung des Landeswassergesetzes (Umdruck 19/2253). Eine Anrufung des Landesverfassungsgerichts wegen diese Punktes hat nicht stattgefunden. Wir haben das Landesverfassungsgerichts wegen des von uns geforderten Frackingverbots im Landeswasserrecht angerufen. Die Landtagsverwaltung hat bisher weder Kosten noch Mühen gescheut, um ein Frackingverbot im Landeswasserrecht zu verhindern.

4. b) 2 weitere von der VI gewünschte Änderungen im Landeswassergesetz (Haftung für Eingriffe ins Grundwasser und Meldepflicht bei unvorhergesehener Erschließung von Grundwasser) sind in der laufenden Novellierung des Landeswassergesetzes aufgenommen worden, also VI diesbezüglich erfolgreich. Der Gesetzentwurf befindet sich aktuell in der Anhörung. Es ist nicht zu erwarten, dass diesbezüglich Änderungsbedarf entsteht.

Es ist richtig, dass vier Punkte aus der Volksinitiative auf der Tagesordnung des Landtags stehen (Umdruck 19/2253). Allerdings standen diese Punkte Anfang des Jahres bei Behandlung der Volksinitiative schon einmal auf der Tagesordnung des Landtages und wurden dann ohne Begründung einfach wieder abgesetzt. Aufgrund des bisherigen Verhaltens der Regierungskoalition besteht kein Vertrauen unsererseits mehr auf die vollständige Umsetzung. Nur in dem Druck des Volksbegehrens sehen wir eine Absicherung dafür, dass es nicht wieder zu einer Absetzung dieser Punkte von der Tagesordnung kommt. Erfolgreich ist eine Volksinitiative erst, wenn das Gesetz beschlossen worden ist, nicht schon bei unverbindlichen und bereits in der Vergangenheit mehrfach gebrochenen Versprechungen und Anträgen.

5. c) Über das Thema Wasser hinaus, forderte die VI, dass in Fällen eines überwiegenden öffentlichen Interesses, Behörden Informationen auch dann veröffentlich können, wenn Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse tangiert wären. § 88 a LVwG SH – Geheimhaltung Die Beteiligten haben Anspruch darauf, daß ihre Geheimnisse, insbesondere die zum persönlichen Lebensbereich gehörenden Geheimnisse sowie die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, von der Behörde nicht unbefugt offenbart werden. „Das gilt nicht, wenn das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe überwiegt.“ (Ergänzung der VI unterstrichen)

2) Was hat die Koalition nun beschlossen?

1. a) Im Gemeinsamen Arbeitskreis wurde gemeinsam mit der Volksinitiative der ursprüngliche Vorschlag der VI wegen rechtlicher Bedenken des MILI modifiziert. Der geeinte Vorschlag wurde zur Anhörung in den Innenausschuss eingereicht. Dieser lautete sodann: 12 Absatz 5 IZG SH:

„(5) Unbeschadet anderer Vorschriften können informationspflichtige Stellen nach § 2 Absatz 3 Nummer 1 dieses Gesetzes Geheimnisse Verfahrensbeteiligter (§ 88a des Landesverwaltungsgesetzes) offenbaren, soweit dies nach den Umständen zur Wahrung überwiegender öffentlicher Interessen oder zum Schutz höher zu bewertender Rechtsgüter der Allgemeinheit erforderlich ist.“

b)

In der schriftlichen Anhörung gab es relevante Hinweise darauf, die beabsichtigte Gesetzesformulierung dahingehend zu ergänzen, dass Umweltinformationen nach Abs. 1 und 4 des § 12 IZG handelt und dass in der Regel vor einer Offenbarung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen eine Anhörung der Betroffenen durchzuführen ist. Der Gesetzentwurf wurde daher vor allem auf Wunsch der FDP ergänzt. Die Volksinitiative konnte sich den Anregungen der Anzuhörenden nicht öffnen und beharrte auf dem ursprünglich gefundenen Kompromiss.

c)

Grüne Position: Wir hätten eine Beibehaltung der mit der Volksinitiative geeinten Textfassung präferiert. Aus Sicht der Anzuhörenden war eindeutig, dass aus der Systematik des IZG und des weiteren Absätze von § 12 bereits ohne ausdrückliche Nennung mit dem Gesetzentwurf nur Umweltinformationen gemeint sein können. Das Anliegen der FDP sollte daher im Wesentlichen zur Klarstellung dienen, dem haben wir uns letztlich angeschlossen. Die Volksinitiative sieht in der Beschränkung auf Umweltinformationen eine Beschränkung des Anwendungsbereichs. Auch die grundsätzliche Anhörungsverpflichtung der Behörden gegenüber Betroffenen ergibt sich bereits aus dem Gesetzen ((IZG, LVwG) und letztlich aus dem im Grundgesetz garantierten Recht auf Rechtsschutz und ein faires Verfahren. Insbesondere hatten wir das Anhörungsrecht so gestaltet, dass es in eiligen Fällen zu Gunsten des Schutzes der Öffentlichkeit auch entfallen kann. Deswegen war auch diese Ergänzung letztlich für die Intention der VI völlig unschädlich. Das jetzt von der VI eingeleitete Volksbegehren (mindestens 80.000 Unterschriften erforderlich) muss sich auf den ursprünglichen Text der Volksinitiative beziehen. Zu diesem bestehen erhebliche rechtliche Bedenken. Insoweit sollte das Volksbegehren also vom Landesverband nicht weiter unterstützt werden. Den mit der Initiative getroffenen Kompromiss haben wir aus unserer Sicht umgesetzt und hinsichtlich der Anhörungsrechte rechtsstaatlich ergänzt.

Die Behauptung, bei der von uns geforderten Ergänzung des Landesverwaltungsgesetzes respektive dem dazu vereinbarten Kompromiss ginge es nur um Umweltinformationen, ist unwahr. Das Gegenteil ist den Grünen auch wiederholt und nachdrücklich von den Vertrauenspersonen des Volksbegehrens mitgeteilt worden. Ziel der Regierungskoalition bei der kurzfristigen Änderung des vereinbarten Kompromisses sollte daher keinesfalls im Wesentlichen eine „Klarstellung“ sein, sondern zentrale Folgen der Gesetzesergänzung wurden aushebelt. Die Änderungen waren weder mit den Initiatoren der Volksinitiative abgesprochen worden, noch den anderen Landtagsfraktionen ausreichend frühzeitig zur Kenntnis gebracht worden. Das undemokratische und unredliche Vorgehen der Regierungskoalition war ein wesentlicher Grund dafür, dass sich SPD und SSW dem Volksbegehren angeschlossen haben.

Die Vertrauenspersonen fordern deshalb die Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen auf, weitere unwahre Tatsachenbehauptungen zu unterlassen.

Insbesondere sind folgende oder vergleichbare Aussagen, die hier zusammenfassend bzw. exemplarisch dargestellt wurden, gegenüber allen bisherigen Empfängern dieser Behauptungen deutlich als unwahr klarzustellen:

  1. Die Initiatoren des Volksbegehrens hätten mit der Volksinitiative vorsätzlich gegen die Verfassung verstoßen.
  2. Die von der Regierungskoalition vorgenommenen Änderungen des Kompromisses zum Informationsgesetz seien in einem Punkt lediglich klarstellend und stärkten außerdem den Rechtsschutz der Betroffenen. Diese seien minimale Änderung des Kompromisses, die den Zielen der Volksinitiative nicht entgegenstehen.
  3. Unter Grundwasser i.S.d. Landeswassergesetzes sei auch das sog. „tiefe Grundwasser“ (z.B. Sole) gemeint ist. Diesbezüglich besteht nach Auffassung des wissenschaftlichen Dienst des Landtags keine Gesetzgebungsbefugnis des Landes, weil diese grundsätzliche Begriffsbestimmung dem Bundeswassergesetz vorbehalten sei. Der Landtag habe die Volksinitiative daher in diesem Punkt als unzulässig abgelehnt. Dagegen habe die VI das Landesverfassungsgericht zur Klärung angerufen.
  4. Die VI verfolgte insgesamt 3 Änderungen im Landeswassergesetz und 1 Änderung im Landesverwaltungsgesetz.

Wir bitten die Landtagsfraktion nachdrücklich, die Verbreitung alternativer Fakten zum Volksbegehren zu beenden und den Schutz des Wassers und den Einsatz für mehr Transparenz nicht weiter zu bekämpfen.

 

Die Vertrauenspersonen:                       Die Vertreter der Vertrauenspersonen:

Dr. Reinhard Knof

Dr. Patrick Breyer                                  Frank Tietgen

Klaus Schöllhorn

Anhänge: 

2019_Bekanntmachung Ges-entwurf u Begr des Volksbegehrens

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WD 3-049-17

Mehr zum Volksbegehren:

Unterstütze das Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein! – Auch im Bürgerbüro im Flensburger Rathaus kann bis zum 2. März 2020 mit der Abgabe der Unterschrift das Volksbegehren unterstützt werden.
unter https://akopol.wordpress.com/2019/09/02/unterstuetze-das-volksbegehren-zum-schutz-des-wassers-in-schleswig-holstein/

Süddeutsche Zeitung vom 2.9.2019: Volksinitiative zum Schutz des Wassers im Clinch mit Grünen unter: https://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-kiel-volksinitiative-zum-schutz-des-wassers-im-clinch-mit-gruenen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190902-99-713288

Weitere Infos: http://www.vi-wasser.de/ und der Infoflyer: http://www.vi-wasser.de/files/Folder_VI-Wasser_web.pdf

Auf Facebook: https://www.facebook.com/VolksbegehrenWasser/

 

Unterstütze das Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein!

Auch im Bürgerbüro im Flensburger Rathaus kann bis zum 2. März 2020 mit der Abgabe der Unterschrift das Volksbegehren unterstützt werden.

Am 2. September startete ein breites Bündnis das Volksbegehren zum Schutz des Wassers – das erste Volksbegehren in Schleswig-Holstein seit 10 Jahren.

Ziel ist ein besserer Schutz des Wassers vor den Risiken der Gas- und Ölförderung sowie mehr Transparenz durch Aufdeckung von Gefahren. Bereits 98 durch Erdölförderung [in Schleswig-Holstein!] verursachte Schadensfälle, bei denen Boden und Wasser verunreinigt wurden, wurden auf Nachfrage von der Landesregierung eingeräumt.

Hinter dem Volksbegehren steht ein Bündnis von rund 20 ganz unterschiedlichen Organisationen und Initiativen, wie der Bund für Umweltund Naturschutz Deutschland, die Bürgerinitiative gegen das CO2 Endlager e.V., die Schutzstation Wattenmeer, die Piratenpartei, die SPD und der SSW.

Bis zum 2. März 2020 müssen mindestens 80.000 gültige Unterstützerunterschriften geleistet werden, damit es zum Volksentscheid kommt. Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein, einen deutschen Pass und seit mindestens 6 Wochen ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben.

Bis zum Ende der obigen Frist kannst auch Du direkt im Bürgerbüro im Flensburger Rathaus dieses Volksbegehren mit Deiner Unterschrift unterstützen. Denn die Abgabe der Unterschrift im Rathaus ist die beste Methode, dieses Begehren zu unterstützen, da Deine Unterschrift dann direkt verifiziert ist – in der Vergangenheit sind Initiativen schon gescheitert, da die Echtheit der Unterschriften angezweifelt wurde.

Rathaus-Finder: http://www.rathausfinder.de/schutz-des-wassers-sh

Mehr Infos: http://www.vi-wasser.de/ und  http://www.vi-wasser.de/files/Folder_VI-Wasser_web.pdf

Auf Facebook: https://www.facebook.com/VolksbegehrenWasser/

Siehe dazu auch den AKOPOL-Beitrag vom 7.9.2019:
Torpedieren die Grünen das Volksbegehren zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein?
Die Verantwortlichen der Initiative für das Volksbegehren bitten  in einem Offenen Brief die Grüne Landtagsfraktion nachdrücklich, „die Verbreitung alternativer Fakten zum Volksbegehren zu beenden und den Schutz des Wassers und den Einsatz für mehr Transparenz nicht weiter zu bekämpfen.“
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/09/07/torpedieren-die-gruenen-das-volksbegehren-zum-schutz-des-wassers-in-schleswig-holstein/

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 7,9 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2018

Stadtwerke investieren 300 Millionen Euro

Töchter machen 1,7 Mio. Euro Verlust – Stadt Flensburg erhält 4 Mio. Euro

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Auch im letzten Jahr haben die Stadtwerke ihren Umsatz weiter gesteigert. Er lag mit 432,6 Mio. Euro im Energie-, Telekommunikations- und Wassergeschäft um 16,3 Mio. Euro oder 3,9% über dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 19,3 Mio. Euro (Vorjahr 22,9 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) erreichte eine Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr 11,3 Mio. Euro). Vier Millionen Euro gehen als Gewinnabführung an den 100%igen Anteilseigner, die Stadt Flensburg.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 55

Nachdem der Staat in den letzten Jahren wesentlicher Akteur der Klima – und Energiepolitik war, nehmen die Energieversorger den Ball jetzt stärker auf und treiben die Themen Kohleausstieg, Digitalisierung und Sektorenkopplung voran. Das macht das Energiegeschäft deutlich komplexer und schwerer kalkulierbar. Das trifft auch auf die Energiepreise und Beschaffungskosten zu. Der Strompreis an der Börse, die Erdgas- und Kohleeinkaufspreise sowie die Kosten für CO2-Zeritifikate sind im letzten Jahr gestiegen wie schon lange nicht mehr.

Die Stadtwerke Flensburg haben sich durch eine weitblickende strategische Ausrichtung und eine das Risiko minimierende Beschaffungsstrategie gut darauf eingestellt und das Jahr mit einem sehr soliden Ergebnis abgeschlossen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render sieht das genauso: „In diesem schwierigen Marktumfeld haben wir uns mit einem operativen Ergebnis von 19,4 Millionen Euro sehr gut behauptet. Auch der Jahresüberschuss nach Steuern von 7,9 Millionen Euro ist ein deutlich positiver Wert.

Drei Projekte aus dem letzten Jahr möchte ich besonders hervorheben. Überregional haben wir unser Erdgasgeschäft sehr gut ausbauen können und versorgen bundesweit rund 22.000 Kunden. Den Absatz haben wir im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. Als Zweites habe ich mich über die Zustimmung der Flensburger Ratsversammlung am 8. November 2018 gefreut. Wir können damit den Bau der nächsten erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg angehen. Die Anlage „Kessel 13“ soll im Jahr 2022 in Betrieb gehen und zwei weitere Kohlekessel vorzeitig ersetzen. Insgesamt ersetzen wir damit vorzeitig vier von fünf Kohlekessel durch umweltschonendere erdgasbetriebene Erzeugungsanlagen und nehmen damit das Kohleausstiegsdatum der Bundesregierung deutlich vorweg. Der Kessel 13 senkt die CO2-Emissionen bei gleicher Erzeugungsmenge um 40%. So werden wir 120.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, doppelt so viel wie der gesamte Flensburger Kraftfahrzeugbestand emittiert. Und als Drittes kommen wir mit unserem Glasfaserausbau gut voran. Wir wollen Flensburg, Glücksburg und Harrislee innerhalb von zehn Jahren flächendeckend mit Glasfaser ausbauen und investieren hier 100 Millionen Euro. Dass wir die geplanten Anschlussziele klar erreicht haben, zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender des Flensburger Energieversorgers, summiert: „Insgesamt investieren die Stadtwerke mit den beiden Kraftwerksneubauprojekten und dem Glasfaserausbau 300 Millionen Euro für die Umwelt und die Zukunftssicherung der Region. Dass dies gelingt, ohne weitere strategische Ziele des Unternehmens aufgeben zu müssen, ist eine besondere, unternehmerische Leistung auch im Jahr 2018.

In Zahlen hat sich das Geschäftsjahr 2018 wie folgt entwickelt:

Strom – stabil

Mit einem Absatz von 1.493 Gigawattstunden (GWh) lag der Stromabsatz an Endkunden in etwa auf dem Vorjahresniveau (1.530 GWh). Das Privatkundengeschäft war durch ein Wachstum geprägt, während der Wechsel einiger weniger Geschäftskunden vorrangig für das Absatzminus von 2,4% verantwortlich war. Unabhängig davon bleibt das Stromgeschäft der Hauptumsatzträger der Stadtwerke Flensburg mit einem Anteil von rund 75% am Gesamtumsatz.

Erdgas – wächst

Hier entwickelt sich ein zweites wichtiges Standbein im bundesweiten Geschäft der Stadtwerke Flensburg. Mehr als 22.000 Haushalte und Geschäftskunden haben sich für Erdgas aus Flensburg entschieden. Der Absatz stieg auf mehr als das Vierfache des Vorjahres.

Glasfaser – gut im Plan

Die Stadtwerke bauen Flensburg, Glücksburg und Harrislee in den nächsten Jahren Stadtteil für Stadtteil komplett mit schneller Glasfaser aus. Zwölf von 41 Ausbaugebieten sind im Bau bzw. in Betrieb und die Kunden profitieren bereits von den Vorteilen der Glasfaser wie z.B. schnellen Übertragungsraten – unabhängig davon, wie viele Nutzer gerade gleichzeitig im Netz sind.

Wärme – öfter milde Winter

Bei der Wärme hat sich wenig getan. Mit 966 GWh wurde der Vorjahresabsatz (976 GWh) fast exakt getroffen. Hier halten sich Klimaerwärmung sowie bauliche Dämmaktivitäten und eine wachsende Anschlusszahl aus den Neubaugebieten die Waage.

Trinkwasser – wie in den Vorjahren

Hier bewegt sich seit Jahren auf der Absatzseite sehr wenig. Mit 4,9 Mio. m³ wurde nur etwas mehr Trinkwasser abgesetzt als im Jahr davor mit 4,8 Millionen m³. Der lange und heiße Sommer hat sich kaum ausgewirkt.

Umwelt – kleiner Kohleausstieg

Auch im letzten Sommer 2018 konnten die Stadtwerke komplett auf den Einsatz von Kohle verzichten. Von Juni bis September lief in Flensburgs Kraftwerk ausschließlich die Gas- und Dampfturbinen-Anlage mit Erdgas. Sie ersetzt seit 2016 zwei alte Kohlekessel und erzeugt 40% weniger CO2-Emissionen bei gleicher Energiemenge als bei der Verbrennung von Kohle.

Als weitere Brennstoffe setzten die Stadtwerke Ersatzbrennstoffe mit biogenen Anteilen sowie Holzhackschnitzel und Altholz ein.

Insgesamt wurden dadurch mehr als 100.000 Tonnen Kohle ersetzt.

Töchter und Beteiligungen

Die Stadtwerke Flensburg nehmen hier die Funktion der kommunalen Daseinsvorsorge wahr und tragen die Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bäderbetrieb.

In Summe übernehmen die Stadtwerke rund 1,7 Millionen Euro Verluste der Töchter aus dem letzten Jahr. Nur so können das öffentliche Leben und der Verkehr in der Stadt funktionieren.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl entsprach zum 31. Dezember 2018 mit 641 in etwa dem Vorjahr, die Zahl der Auszubildenden lag bei 51 (Vorjahr 59).

Eine Folienpräsentation der Stadtwerke zum Geschäftsjahr 2018 mit der detaillierten Entwicklung in den einzelnen Unternehmenssparten gibt es hier: 190523_SWFL_Präsentation_JA_2018_Presse

Untenstehend ergänzende Zahlen aus dem Geschäftsbericht der Stadtwerke Flensburg

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2018:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft der Stadtwerke Flensburg zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 55/56:

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich die Gesamtbezüge auf rd. 125 TEUR.  Zum Stichtag betragen die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen rd. 2.185 TEUR sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen rd. 66 TEUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften abgesichert.

Die G & V der Stadtwerke Flensburg im SWF-Geschäftsbericht 2018:

Jahresergebnis 2018 Töchter Stadtwerke Flensburg (nur unmittelbare Beteiligungen):

• Aktiv Bus: 622 T€
• Förde Bäder GmbH 523 T€
• Flensburger Hafen GmbH 391 T€
• Summe der Töchter der kommunalen Infrastrukturleistungen und öffentlichen Daseinsvorsorge:
rd. 1,7 Mio. €

Der Anteilsbesitz der Stadtwerke Flensburg GmbH stellt sich nach § 285 Nr. 11 HGB per 31.12.2018 in Verbindung mit § 271 Abs. 1 HGB wie folgt dar:

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 51

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Geschäftsjahr 2018:

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 43/44

Verbindlichkeiten

Für die Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten (lt. § 268 Abs. 5 HGB):

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 54

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2018 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke gibt es zum Download hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2018.pdf

 

 

 

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2019 für Strom, Wasser und Fernwärme

Strompreis steigt erheblich – Fernwärme und Wasser verteuern sich ebenfalls

Gestiegene Beschaffungskosten sorgen für höhere Energiepreise

Flensburg: Die Beschaffungskosten für die Rohstoffe zur Energieproduktion und die Preise für CO2-Zertifikate sind gestiegen. Zum Teil erheblich. Darum müssen, so die Stadtwerke Flensburg, der Strompreis und der Preis für Flensburger Wärme zum 1. Januar 2019 angehoben werden. Wasser verteuert sich ebenfalls.

Zu Beginn des Jahres 2018 hatte das Unternehmen den Strompreis für die Grundversorgung noch um 4,5% senken und die Energiekosten für 2018 insgesamt stabil halten können.

Für 2019 ist das nicht möglich. Die seit Monaten stetig steigenden Rohstoff- und CO2-Zertifikatspreise erhöhen nach Angaben der Stadtwerke die Kosten für die Produktion von Strom und Flensburger Wärme im Flensburger Kraftwerk erheblich. Laut Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke konnte das Unternehmen deren Einfluss aber abmildern: „35% der Kostensteigerung geben wir nicht an unsere Kunden weiter. Durch Optimierungen in unseren Prozessen und einige besser als geplant laufende Geschäftsaktivitäten konnten wir die Auswirkungen für unsere Kunden deutlich reduzieren.“  Insgesamt sei die Kostensteigerung aber so hoch, dass die Stadtwerke die Energiepreise zum 1. Januar 2019 wie folgt anpassen müssen:

2019 2018 Differenz
19 vs 18
Strom (Einfachtarif)  
Arbeitspreis ct /kWh 31,15 28,41 2,74
Grundpreis Euro / Jahr 89,88 89,88 0,00
Flensburger Wärme  
Arbeitspreis sekundär Euro / MWh 68,76 65,93 2,83
Arbeitspreis Euro / MWh 67,25 64,48 2,77
Grundpreis Euro / Jahr 529,54 508,20 21,34
Wasser  
Arbeitspreis Euro / m³ 1,72 1,69 0,03
Grundpreis Euro / Jahr 81,88 80,35 1,53

Beim Wasser ist eine Anpassung notwendig, um die höheren Ausgaben für Instandhaltung und Reparaturen im Wassernetz auszugleichen. Es ist die erste Änderung des Grundpreises seit 1. Februar 2011, also seit fast 8 Jahren.

Zusammen gefasst bedeutet das: Für eine Wohnung fallen im nächsten Jahr im Schnitt für Strom, Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 7 Euro pro Monat mehr an, für ein Haus sind es 17 Euro.

Siehe auch: Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2020
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/11/22/stadtwerke-flensburg-neue-preise-ab-januar-2020/

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 11,3 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2017

Töchter machen 1,9 Mio. Euro Verlust

Erstmalig werden auch die Vergütungen für die Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrates genannt

Flensburg: Im letzten Jahr haben die Stadtwerke ihren Umsatz um 7,4% gesteigert. Mit 416,3 Millionen Euro lag er im reinen Energie-und Wassergeschäft erstmals über der 400 Mio. Euro Marke. In der Unternehmensgruppe waren es 428,6 Mio. Euro. Das operative Ergebnis der GmbH liegt mit 23,6 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt 11,3 Millionen Euro. Drei Millionen Euro gehen als Gewinnabführung an den 100%igen Anteilseigner, die Stadt Flensburg. Weitere rund 8,4 Mio. Euro erhält die Stadt aus Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer.

Neben dem schwierigen Marktumfeld mit hohem Preis- und Wettbewerbsdruck werden auch die Rahmenbedingungen des Energiemarktes immer komplexer. Mit Energiewende, Digitalisierung und Sektorenkopplung müssen Energieversorger sich in den unterschiedlichsten Themenfeldern behaupten und das unter ständiger Unsicherheit aufgrund der nicht mehr vorhersehbaren und kaum planbaren Rahmenbedingungen. Die Stadtwerke Flensburg haben das in den letzten Jahren gut gemeistert und sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Jahresüberschuss nach Steuern den positiven Trend der letzten Jahre fortgeschrieben.

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist darum auch sehr zufrieden: „Wir haben im operativen Ergebnis im vierten Jahr in Folge die 23 Millionen-Euro-Marke überschritten. Mit dem Jahresüberschuss nach Steuern von 11,3 Millionen setzen wir den positiven Trend der letzten Jahre fort. Und das nicht nur in unserem Kerngeschäft mit Energie und Wasser. Im Jahr 2017 haben wir begonnen, unseren Heimatstandort Flensburg mit den Nachbargemeinden Glücksburg und Harrislee komplett mit schnellen Glasfaserkabeln auszustatten. Wir investieren in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro in die digitale Zukunft unserer Region und sind die einzige größere Stadt in Schleswig-Holstein, in der der Glasfaserausbau flächendeckend betrieben wird. Jeder, der einen Glasfaseranschluss will, bekommt diesen auch von uns. Stadtteil für Stadtteil. Auch überregional tut sich etwas. Mit unseren bundesweiten Erdgasprodukten für Privatkunden und Unternehmen sind wir in 2017 richtig durchgestartet. Bis Ende des Jahres konnten wir rund 15.000 Kunden für uns gewinnen.“

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender des Flensburger Energieversorgers, ergänzt: „Die Stadtwerke Flensburg als kommunales Unternehmen garantieren die Versorgungssicherheit, sichern Arbeitsplätze, unterstützen die heimische Wirtschaft und liefern wichtige Einnahmen für den städt. Haushalt bei immer noch sehr günstigen Energiepreisen. Die nachhaltige strategische Ausrichtung mit einer Prioritätensetzung in der operativen Ausrichtung der verschiedenen Ziele und die gemeinsame Konsolidierungsarbeit werden auch im Jahr 2017 belohnt.

Für den Aufsichtsrat ist wichtig, dass mit weiter reduziertem Einsatz von Kohle die Unternehmenszusagen für unsere Klimaziele zur CO2 Reduzierung eingehalten werden. Die Stadt und Umlandgemeinden unseres Versorgungsgebietes mit Glasfaseranbindungen und attraktiven Telekommunikations-Diensten der Stadtwerke zu versorgen ist eine große unternehmerische und finanzielle Herausforderung. Es ist erfreulich und beruhigend, dass der großartige Zuspruch unserer Kunden auch hier die getroffenen Entscheidungen unterstützt.

Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensführung und  den Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit zum Wohle unserer Kunden.“

Im Einzelnen stellt sich das Geschäftsjahr 2017 wie folgt dar:

Strom – stabil

Im letzten Jahr bewegte sich der Stromabsatz an Endkunden mit 1.530 Gigawattstunden (GWh) etwa auf dem Vorjahresniveau (1.551 GWh). Der leichte Rückgang von 1,4% ist einem geringen Rückgang bei der Kundenzahl und einem allgemeinen Stromverbrauchsrückgang geschuldet. So ging der bundesweite Stromverbrauch in 2017 insgesamt um 0,8% zurück. Nach wie vor ist das Stromgeschäft die tragende Säule der Stadtwerke Flensburg. Es macht fast 80% des Gesamtumsatzes aus.

Erdgas – Angebot

Seit Ende 2016 bieten die Stadtwerke bundesweit neben Strom auch Erdgas an. Mit Erfolg: Bis Ende 2017 haben bereits 15.000 Haushalte zu dem Energieversorger aus Flensburg gewechselt und sich damit für ein konzernfreies Erdgas-Angebot entschieden.

Glasfaser

Die Stadtwerke werden Flensburg, Glücksburg und Harrislee in den nächsten Jahren komplett mit schneller Glasfaser versorgen. Die Umsetzung erfolgt Stadtteil für Stadtteil. Im Aktionszeitraum erhält jeder Kunde seinen Glasfaseranschluss kostenlos. In den ersten vier Stadtteilen hat dies mit 2.500 Anschlüssen hervorragend funktioniert und die Anschlussquoten haben die Erwartungen des Flensburger Energie- und Telekommunikationsanbieters übertroffen.

Fernwärme – immer öfter warme Winter Mit 976 GWh in 2017 pendelt sich der Fernwärmeabsatz über die Jahre betrachtet auf einen Wert von knapp unter 1.000 GWh ein. Nahezu alle Flensburger Haushalte und Unternehmen werden mit Fernwärme versorgt. Die 674 km Fernwärmeleitung reichen bis ins
10 km entfernte Glücksburg oder in die dänische Grenzgemeinde Padborg.

Die Stadtwerke versorgen die Stadt Flensburg schon seit 1969 mit umweltschonender Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung. Damit haben sie die Sektorenkopplung, die jetzt im Rahmen der Energiewende von allen Seiten gefordert wird, schon lange vor dieser Forderung umgesetzt. Sektorenkopplung ist die gekoppelte oder gemeinsame Betrachtung der Sektoren der Energie wie Strom, Wärme, E-Mobilität, Industrie und Kälte.

Trinkwasser – wie im Vorjahr

Mit 4,8 Mio. m³ haben die Stadtwerke bis auf die erste Stelle hinter dem Komma exakt so viel Trinkwasser wie im Vorjahr an ihre Flensburger Kunden geliefert.

Für die Umwelt

Im Jahr 2016 nahmen die Stadtwerke ihre 128 Millionen Euro teure Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) „Kessel 12“ in Betrieb und ersetzten damit zwei alte Kohlekessel. Die neue GuD-Anlage erzeugt 40% weniger CO2-Emissionen bei gleicher Energiemenge als bei der Verbrennung von Kohle. Im Sommer 2017 war es dann soweit: Die Stadtwerke konnten erstmals überhaupt in der Fernwärmeversorgung komplett auf Kohle verzichten. Von Ende Juni bis September lief in Flensburgs Kraftwerk ausschließlich die GuD-Anlage mit Erdgas.

Als weitere Brennstoffe setzten die Stadtwerke
16.883 t Ersatzbrennstoffe mit ca. 45 Prozent biogenen Anteilen sowie 7.712 t Holzhackschnitzel (biogene Anteile 100 Prozent) und 1.819 t Altholz (biogene Anteile 99,6 Prozent) ein. Dadurch wurden rd. 16.105 t Kohle verdrängt und 23.233 t CO2 vermieden.

Insgesamt zeigen die Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen Wirkung: Bezogen auf jede einzelne erzeugte GWh gingen die CO2-Emissionen im Gesamtjahr 2017 im Vergleich zum Jahr 2010 um 20% zurück.

Töchter und Beteiligungen

Hier übernehmen die Stadtwerke die Rolle der kommunalen Daseinsvorsorge und tragen die Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bäderbetrieb.

Das professionell und zukunftsorientiert geführte Unternehmen Aktivbus ist auch im Jahr 2017 mit einem Wirtschaftsergebnis von unter einhunderttausend Euro Verlustausgleich vorbildlich.

In Summe übernehmen die Stadtwerke rund 1,9 Millionen Euro Verluste der Töchter, die notwendig sind, damit das öffentliche Leben und der Verkehr in der Stadt funktionieren.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl entsprach mit 639 fast genau dem Vorjahr, ebenso die Zahl der 59 Auszubildenden.

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2017:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 55

Zu den obenstehenden Zahlen auch die G & V der Stadtwerke Flensburg im SWF-Geschäftsbericht 2017

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 46

Jahresergebnis 2017 Töchter Stadtwerke Flensburg (nur unmittelbare Beteiligungen)

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 53

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Jahr 2017

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2017, S. 44

SWF-Geschäftsbericht 2017 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2017 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2017.pdf

 

 

 

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab 2018 für Strom, Wasser und Fernwärme

Strompreis sinkt – Fernwärmepreis steigt

Flensburg: Der Strompreis für die Grundversorgung sinkt im nächsten Jahr ab 1. Januar um 4,5%. Der Wasserpreis geht erstmals nach vier Jahren ohne Anpassung leicht nach oben. Nachdem der Fernwärmepreis in 2017 konstant blieb, steigt er in 2018 um rund 2,8%. In der Summe bleiben die Energiekosten für 2018 stabil.

Der Grund für den sinkenden Strompreis sind vorrangig die gesunkenen, vorgelagerten Netznutzungsentgelte. Diese werden von den großen, überregionalen Stromnetzbetreibern erhoben, um die Stromnetze zu betreiben und neue Leitungen zu bauen. Die Kosten dafür werden über die Netzentgelte über den regionalen Stromanbieter an den Verbraucher weitergegeben. Während die Steuern und Umlagen u.a. auch die für die Förderung der erneuerbaren Energien sich zum nächsten Jahr nur leicht verändern und sich alle Abgaben und Umlagen unter dem Strich nahezu ausgleichen, gehen die vorgelagerten Netznutzungsentgelte deutlich nach unten. Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke will diese Senkung komplett weitergeben: „Wir können die vorgelagerten Netznutzungsentgelte zwar nicht beeinflussen, aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen. Wir wollen und werden die signifikante Senkung dieser Entgelte 1:1 durchreichen und komplett an unsere Kunden weitergeben, sodass wir damit den Strompreis senken können.“ Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke ergänzt: „Je nach Größe des Haushaltes sinken dadurch im nächsten Jahr die Stromkosten um rund 30 bis 60 Euro. Ich möchte hier auch noch einmal herausstellen, dass wir mit diesem Arbeitspreis unter dem Niveau des Jahres 2013 liegen.“

Im Detail geht der Arbeitspreis für Strom in der Grundversorgung von 29,96 Ct/kWh auf 28,41 Ct/kWh nach unten. Der Grundpreis bleibt konstant.

Nachdem die Stadtwerke den Wasserpreis vier Jahre lang konstant halten konnten, wird dieser für 2018 leicht angepasst werden. Er geht um 3 Ct für 1.000 Liter (=1 m³) Wasser nach oben. In Zahlen sind das 1,69 Euro pro m³ in 2018 im Vergleich zu 1,66 Euro für die Jahre 2014 bis 2017. Der Grundpreis bleibt hier wie beim Strom konstant.

Für die Fernwärme hatten die Stadtwerke den Preis im Jahr 2017 nicht verändert. Die Ausgaben für den Substanzerhalt in den Netzen und in der Energieerzeugung machen hier eine Anpassung für 2018 notwendig. So steigt der Grundpreis für Fernwärme um 1%. Die Arbeitspreise für das Primär- und Sekundärnetz gehen um 3,5% nach oben (Primär: von 62,30 auf 64,48 und Sekundär von 63,70 auf 65,93 Euro/MWh). Das macht bei einer Wohnung 1,43 Euro pro Monat und bei einem Haus 5,45 Euro mehr.

In Summe werden Wohnungsinhaber im nächsten Jahr für Strom, Fernwärme und Trinkwasser 0,93 Euro weniger und Hausbesitzer 0,62 Euro mehr ausgeben. Prozentual sind das -0,72 bzw. 0,2 %.

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