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Bündnis solidarische Stadt Flensburg: Scharfe Kritik an der Preiserhöhung der Stadtwerke

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert scharf die Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% – Foto: Jörg Pepmeyer

Preiserhöhung als Ergebnis verfehlter Unternehmensstrategie

Exorbitante Preiserhöhung für die Fernwärme: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen«

Gabi Ritter, Fraktionsvorsitzende von Bündnis solidarische Stadt: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen« – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert die Unternehmensstrategie der Stadtwerke und den »intransparenten und undemokratischen Schweinsgalopp, mit dem die Preiserhöhung durchgedrückt wurde. Überfallartig wurde die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Folgen diskutieren und sozial abfedern zu können«, so Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis solidarische Stadt.

»Eine Strategie ist erst eine Strategie, wenn sie tatsächlich eine belastbare Strategie ist,“ ergänzt Ratsherr Andreas Zech, Diplom Kaufmann und ehemaliger Unternehmensberater. Und am kürzlich verabschiedeten Strategiepapier der Stadtwerke „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ lässt er kein gutes Haar: „Im  Strategiepapier 2021-2025 fehlt eine langfristige Strategie über 5 Jahre, um die ambitionierten und notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Klimaziele konkret erreichen zu können. Viele Fragen blieben offen, viele Themenbereiche wurden ausgeklammert. Daher haben wir, sowohl in der Gesellschafterversammlung als auch in der Ratsversammlung vom 19.08.2021 die Strategie 2021-2025 inhaltlich scharf kritisiert und konsequent abgelehnt.“

Ratsherr Andreas Zech von Bündnis solidarische Stadt: »Die Stadtwerke-Strategie 2021-2025 ist untauglich, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen.« Foto: Jörg Pepmeyer

Andreas Zech weiter: »Seit vielen Jahren haben sich die Stadtwerke erneuerbaren Energien verweigert. Ob Solar, Wind, Erdwärme, … für die Stadtwerke waren die erneuerbaren Energien kein Thema. Wider besseres Wissen hielten sie erst an der Kohle, und jetzt am Gas fest. Damit wurde und wird die Entwicklung, weg von fossilen und klimaschädlichen Brennstoffen – deren Kosten zunehmend unkalkulierbar werden – blockiert«.

Mit zunächst rekordverdächtigen 12,8 % Preiserhöhung für die Fernwärme läuten die Stadtwerke die Verteuerung ein. Der Grund: Höhere Beschaffungskosten für die klimaschädlichen Rohstoffe und die bei der Verbrennung anfallenden Emissionszertifikate.

»Dabei verschweigen die Stadtwerke, dass es sich gerade um den ersten Schritt einer Preiserhöhung von rund 25 % handelt«. Der zweite Schritt stehe für März 2022 schon im Raum. »Stets wurden klimaschonende Energiekonzepte als preistreibende, hohe Belastung für die Verbraucher*innen ins Feld geführt. Nun zeigt sich, dass es genau umgekehrt ist. Hätten die Stadtwerke schon vor Jahren angefangen, mit ihren hohen Gewinnen auf lokale, erneuerbare Energien zu setzen, wären wir dem unberechenbaren Rohstoffmarkt für fossile Brennstoffe nicht so ausgeliefert gewesen und die Preiserhöhung entsprechend moderater ausgefallen. Nun müssen 98 % der Flensburger Haushalte – also fast alle – diese Fehlentscheidungen mit ihrer Heizkostenabrechnung bezahlen«, kritisiert Gabi Ritter.

Jeglichen Mahnungen zum Trotz hätten die Stadtwerke auf ihr einträgliches Versorgungsmonopol bestanden und damit bis heute die Türen für regionale, klimaschonende und bezahlbare Versorgungsstrukturen verschlossen gehalten.

Das Bündnis solidarische Stadt erwartet jetzt von den Stadtwerken eine konsequente Umkehr ihrer Strategieplanung. Dazu gehöre als oberstes Ziel Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und soziale Verträglichkeit statt Rekordgewinne: »Flensburgs Dächer gehören umgehend mit Solarkollektoren ausgestattet. Wind, Erdwärme und Wasser sind lokale Ressourcen, die es zu nutzen gilt. Hier lohnt es zu investieren, da die Anlagen marktunabhängiger zu betreiben sind.«

Umgehend brauche es auch ein gestaffeltes Preissystem, um soziale Härten abzufedern. Ebenso erwartet das Bündnis solidarische Stadt einen transparenten Kommunikationsprozess unter Beteiligung der lokalen Energie- und Klimaschutzinitiativen und der interessierten Einwohnenden. »Deren Wissen und Expertise stellt eine unverzichtbare Ressource dar, um zeitnah in einen zukunftsfähigen, bezahlbaren Umbau der Energieversorgung einsteigen zu können«, unterstreicht Gabi Ritter abschließend.

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Zur Stadtwerke-Strategiedebatte auch der Rede-Beitrag von Ratsherr Andreas Zech auf der Ratsversammlung vom 19.08.2021

Bündnis Klimabegehren Flensburg kritisiert Strategieplanung der Stadtwerke im Vorfeld der Ratsversammlung

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das „Bündnis Klimabegehren Flensburg“  will erreichen, dass die Stadtwerke zeitnah aus der Nutzung fossiler Energieträger aussteigen – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis Klimabegehren Flensburg weist die vorliegende Strategieplanung der Stadtwerke Flensburg als ungenügend zurück. Die Ratsversammlung Flensburg wird am Donnerstag darüber entscheiden. »Gut 90 Prozent dieser Strategie entspricht Wort für Wort der Vorigen« stellt die Pressesprecherin des Bündnisses, Clara Tempel, fest. »Es liest sich, als hätte es Fridays for Future-Proteste, Dürren, Flutkatastrophen, weltweite Waldbrände und den alarmierenden IPCC-Bericht nie gegeben«. Im vorige Woche erschienenen Bericht warnt das Gremium weltweit führender Klimaforschender, dass die Erderhitzung bereits in den frühen dreißiger Jahren die 1,5 °C-Grenze überschreiten wird.

Ratsversammlung verspielt Glaubwürdigkeit

Die Flensburger Ratsversammlung wiederum hatte sich bereits vor zwei Jahren im Beschluss RV-82/2019 in der 3. Ergänzung einstimmig dazu bekannt, „mit den verfügbaren kommunalen Einflussmöglichkeiten“ dazu beizutragen, diese Grenze nicht zu überschreiten. »Die Stadtwerke Flensburg sind der größte Emittent von Treibhausgasen in der Stadt, deshalb widerspricht die Ratsversammlung ihren eigenen Beschlüssen und verspielt ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie dieser Strategieplanung zustimmt«, sagt Tempel.

Zwar ließen sich verhaltene Zeichen in die „richtige Richtung“ vernehmen – so möchten die Stadtwerke sich nun am jeweils gültigen Klimaschutzgesetz der Bundesregierung orientieren, was zurzeit Klimaneutralität bis 2045 vorsieht. Dies sei aber offensichtlich viel zu spät: »Wer seit Jahren pressewirksam vom „Flensburger Kohleausstieg“ spricht, kann nicht erst ab 2030 aus der Kohle aussteigen wollen. Wer Klimaschutz will, muss schon jetzt vorausdenken und darf nicht einfach weiter ins Geschäft mit dem Erdgas einsteigen«.

Steigende Preise für Emissionsrechte

Die Klimaschädlichkeit von Erdgas kritisieren Klimaaktivist*innen in Flensburg schon seit Jahren und der aktuelle IPCC-Report bestätigt dies. Die steigenden Preise für Emissionsrechte und Erdgas haben auch gravierende soziale Auswirkungen für alle Menschen in der Stadt.

»Seit 2019 versuchen wir, Aufsichtsrat und Ratsmitglieder über diese damals bereits absehbare Entwicklung aufzuklären. Nun sind jährliche Mehrausgaben von über 10 Mio. Euro zu erwarten und letztendlich werden die Flensburger Haushalte mit ihrer Heizkostenabrechnung dafür gerade stehen müssen«, kritisiert Philipp Austermann vom „Bündnis fossilfreies Flensburg“, welches Klima- und Geschäftsdaten der Stadtwerke auf der Bündnis-Webseite fortlaufend auswertet.

Bündnis Klimabegehren fordert Paradigmenwechsel

Clara Tempel und Helmreich Eberlein (Pressesprecher_innen)

Clara Tempel und Helmreich Eberlein, Sprecher_innen des „Bündnis Klimabegehren Flensburg“ – Foto: „Bündnis Klimabegehren Flensburg“Pressefotos | Flickr

»Die Klimakrise wartet nicht« ergänzt Dr. Helmreich Eberlein. Es brauche einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

»Die Fernwärmeversorgung muss vom Ziel der rechtzeitigen vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energie her gedacht werden, nicht von der Fortschreibung des Bisherigen. Ein sofortiges 1000-Dächer-Programm auf Basis des Flensburger Solarkatasters, Großwärmepumpen an der Förde wie in Aarhus, Lieferverträge und Kooperation mit regionalen Windstrom-Produzenten, sowie eine Absenkung der Vorlauftemperatur, um Wärmeverluste zu vermeiden – um nur einige der Bausteine zu nennen, auf denen eine konsequente Energiewende für Flensburg aufbauen muss.« sagt Dr. Eberlein.

Rat soll Verantwortung beweisen

Der Rat hat diese Woche die Gelegenheit, soziale Verantwortung für die Region Flensburg zu beweisen und darüber hinaus zu zeigen, dass er das Anrecht junger Menschen und zukünftiger Generationen auf eine lebenswerte Welt ernst nimmt. »Daher erwarten wir, dass er die vorgelegte Strategieplanung zurück in die Klausur schickt und darin konkrete Maßnahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Energieversorgung festschreiben lässt«. Alles andere sei eine Bankrotterklärung der Stadt, die sich gerne als Vorreiterin beim Klimaschutz sähe.

Anlässlich der Entscheidung über die Strategieplanung am Donnerstag wird das Bündnis Klimabegehren Flensburg eine Kundgebung vor dem Deutschen Haus abhalten, Beginn ist um 15:30 Uhr. Unterdes wartet des Bündnis immer noch auf die Kostenschätzung der Stadt Flensburg, um sein Bürger*innenbegehren starten zu können. Vor nunmehr elf Wochen wurde diese bereits bei der Stadt beantragt.

Klimabegheren

Hintergrund:

Das Bündnis Klimabegehren Flensburg ist ein Zusammenschluss aus alteingesessenen Flensburger*innen, Studierenden und Vertreter*innen von Organisationen wie den Ortsgruppen von Greenpeace, Students for Future, dem VCD und dem BUND, dem Bündnis fossilfreies Flensburg und der Aktionsgruppe Klima Flensburg. Sie reihen sich mit ihrem Vorhaben in eine Vielzahl von Klimaentscheiden ein, die seit einiger Zeit auf kommunaler Ebene (z.B. in Kassel, Mannheim, Darmstadt und Lüneburg) ein deutliches Zeichen für konsequenten Klimaschutz setzen.

 

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende

Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg am Hafenwestufer – Foto: Jörg Pepmeyer

Stadtwerke-Strategie setzt weiter auf klimaschädliche und fossile Brennstoffe

UmweltschützerInnen üben scharfe Kritk

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

Scharfe Kritik übt das Bündnis Fossilfreies Flensburg an der derzeitigen Debatte zur Fortschreibung und Aktualisierung der Stadtwerke-Strategie. Die wird derzeit nicht nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, sondern auch eine wirkliche Wende zur auschließlichen Nutzung erneuerbarer Energien wie Sonne und Wind sei nach Ansicht der BündnisaktivistInnen derzeit nicht absehbar.

Am 30. Juli hatten UmweltaktivistInnen anlässlich des Internationalen Aktionstags gegen fossilen Gasausbau das Vordach des Kundenzentrums der Stadtwerke in der Nikolaistraße „besetzt“ und den Ausstieg der Flensburger Stadtwerke aus der Nutzung von Erdgas gefordert. Die KommunalpolitikerInnen und die Unternehmensführung zeigten sich davon wenig beindruckt und wollen in den nächsten Wochen die Strategiedebatte abschließen.  So hat sich bereits der Hauptausschuss in seiner letzten Sitzung damit beschäftigt. Und auf der kommenden Ratsversammlung am 19.8. steht das Thema als TOP 9 auf der Tagesordnung: Stadtwerke Flensburg GmbH hier: 5-Jahres Strategie Evaluierung; Strategie 2021 – 2025 „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ RV-94/2021

Sieht man sich die dazugehörige Powerpoint-Präsentation 5-Jahres_Strategie-Evaluierung_SWFL_2021 genauer an, dann ist man erstaunt über die sehr allgemeinen und nichtssagenden Formulierungen. Von einem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ist explizit nicht die Rede. So wird schwammig von der Dekarbonisierung gesprochen, was eher meint, die Nutzung von Steinkohle zurückzufahren. Mit dem neuen Kessel 13 hat man sich jedoch für mindestens 20 Jahre ebenso auf die Verbrennung von Erdgas, auch Fracking-Gas aus den USA festgelegt. Und erst Ende 2030 will man aus der Kohleverbrennung komplett aussteigen. Alles muss sich natürlich wirtschaftlich rechnen. Das, obwohl die Stadtwerke für rund 75% der schädlichen Treibhausemissionen in Flensburg verantwortlich sind. So gesehen scheint es also zusammenfassend bei der Strategiedebatte wohl eher nach dem Motto zu gehen, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Am Rande bemerkt, dass Flensburg mit seinem weichgespülten „Klimapakt“ am Ziel der Klimaneutralität erst im Jahr 2050 weiter festhält, mutet nach den derzeitig dramatischen Wetter-Ereignissen in der Welt und dem Klimabericht des IPCC wie ein schlechter Witz an.

Dass der angepeilte „Kurs grün + digital“ der Stadtwerke in die falsche Richtung weist, um eine echte Energiewende in Flensburg zu schaffen, macht ebenso ein Faktenpapier deutlich, dass die UmweltschützerInnen von Fossilfreies Flensburg vor kurzem präsentiert haben. Sie haben 15 Fakten über die Stadtwerke zusammengetragen, die wir untenstehend den LeserInnen des Stadtblogs für die weitere Debatte in der Stadt wärmstens empfehlen möchten:

Alles wie gehabt

Dass sich seit zehn Jahren nichts geändert hat an der Geheimniskrämerei der Stadtwerke und der politischen EntscheiderInnen, zeigt auch der STADTBLOG-Beitrag zur Forderung nach einer öffentlichen Debatte der Stadtwerke-Strategie vom 10.07.2011:

Stadtwerke Flensburg: Zwei Schritte vor, einer zurück – AKOPOL-Fraktion fordert mehr Transparenz und Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Stadtwerke-Strategiedebatte! unter: https://akopol.wordpress.com/2011/07/10/stadtwerke-flensburg-zwei-schritte-vor-einer-zuruck/

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 18,4 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2020

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Umsatz über 500 Millionen Euro und 300.000 Kunden

Bilanzgewinn 14,4 Mio. Euro – Töchter machen 2,7 Mio. Euro Verlust

Im letzten Jahr stand die Corona-Pandemie auch in der Wirtschaft sehr im Fokus. Die Stadtwerke haben sich den Herausforderungen und dem harten Wettbewerb im Energiemarkt dennoch erfolgreich gestellt. Der Umsatz überstieg erstmals in der Unternehmensgeschichte den Betrag von einer halben Milliarde Euro. Konkret wuchs er um 19 % oder 85 Mio. auf 527 Mio. Euro (VJ 442 Mio. Euro). Mehr als 300.000 Kunden erhalten inzwischen ihre Energie von den Stadtwerken Flensburg.

Das vergangene Jahr war für die Energieversorgung eine große Herausforderung. Neben der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen aus der Corona-Pandemie prägten den Energiemarkt im letzten Jahr zwei weitere Effekte. Zum einen gingen Energiebedarf- und Erzeugung coronabedingt zurück. Zum anderen wurde der Energiebedarf immer stärker aus regenerativen Erzeugungs-Quellen gedeckt. So lag deren Anteil in 2020 bei rund 45% und war damit so hoch wie nie zuvor.

Bei den Stadtwerken Flensburg kam in der Erzeugung aufgrund niedriger Gaspreise die erdgasbetriebene Gas- und Dampfturbinenanlage Kessel 12 stärker zum Einsatz als geplant und leistete einen deutlichen Beitrag zum guten Jahresergebnis. Erdgas ist mittlerweile der Hauptbrennstoff der Stadtwerke Flensburg für die Produktion von Strom und Fernwärme und sorgt bei gleicher Erzeugungsmenge für eine bis zu 40 %ige Einsparung von CO2.

Entwicklung der Unmsatzerlöse

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Auf der vertrieblichen Seite konnten die Stadtwerke ihre Umsatz- und Absatzziele im bundesweiten Strom – und Erdgasmarkt deutlich überschreiten und zahlreiche Kunden hinzugewinnen. Erstmals belieferte der Flensburger Versorger zum Jahresende bundesweit mehr als 300.000 Kunden mit Energie.

Dr. Dirk Wernicke, der die Stadtwerke seit 1. Januar 2021 als Geschäftsführer leitet, ist mit dem Abschluss zufrieden: „Die Stadtwerke haben in 2020 den Umsatz deutlich gesteigert und auf Basis der optimalen Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres einen guten Gewinn erwirtschaftet. Das ist eine gute Grundlage für die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Aufgaben, die wir noch vor uns haben. Aktuell passen wir unsere Strategie umfassend auf die neuen Herausforderungen des Marktes und Umfeldes sowie die politischen Vorgaben an. Wichtige Stichworte sind dabei Dekarbonisierung, also die nächsten Schritte hin zur CO2-neutralen Energieerzeugung, und Digitalisierung. Damit meine ich die Schnittstellen, die unsere Kunden von außen wahrnehmen und über die sie mit uns kommunizieren. Da tut sich einiges und wir müssen weiter vorn mit dabei sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören aber auch die unterstützenden internen Prozesse.“

Für den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Rolf Helgert ist der Erfolg des Geschäftsjahres 2020 das Ergebnis einer vorausschauenden aber auch mit ein wenig Glück verbundenen Geschäftspolitik. „Maik Render und sein Team haben in den letzten Jahren herausragend gearbeitet und damit eine gute Basis für die großen Herausforderungen der nächsten Jahre geschaffen. Die niedrigen Gaspreise und gute KWK-Förderung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den nächsten Jahren weitere große Investitionen bevorstehen, für die es jetzt gilt, Reserven anzulegen.“

Worauf die Stadtwerke im Einzelnen aufbauen können, zeigen die Ergebnisse der einzelnen Bereiche:

Strom – mehr als Flensburg dazu gewonnen

Sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich konnten die Stadtwerke Flensburg zulegen. Während im Heimatmarkt die Kundenzahl relativ stabil bliebt, wuchs sie bundesweit um 18 % oder 39.000 Kunden. In Summe versorgten die Stadtwerke zum Ende des Jahres 255.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Strom.

Kundenentwicklung

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Insgesamt hat der Flensburger Energieversorger in 2020 1.660 Gigawattstunden (GWh) Strom abgesetzt. 256 GWh oder 18,2 % mehr als im Vorjahr.

Im Absatzgebiet Flensburg, Glücksburg, Harrislee lag der Gesamtabsatz mit rund 264 GWh fast 10 % unter dem Vorjahr. Grund für den Rückgang ist ein pan-demiebedingtes Absatzminus bei Geschäftskunden

Dieser regionale Absatzrückgang wird durch den Zuwachs sowohl bei Privat- als auch Geschäftskunden im bundesweiten Stromvertrieb deutlich überkompensiert. Hier betrug der Absatzzuwachs fast 277 GWh, mehr als die gesamte Stadt Flensburg verbraucht. Mit rund 159 GWh tragen die Geschäftskunden mehr als die Hälfte zu dieser Steigerung bei.

Insgesamt ist das Stromgeschäft mit mehr als 70 % der größte Umsatzträger der Stadtwerke.

Erdgas – wächst stärker als Strom

Seit dem Einstieg der Stadtwerke in den bundesweiten Vertrieb von Erdgas im Jahr 2016 ist die Kundenzahl kontinuierlich gestiegen. Ende des Jahres 2020 belieferten die Stadtwerke 43.000 Privatkunden mit Erdgas. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16.000 Haushalten oder fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr.

Mit einem Absatz von 1.146 GWh an Privat- und Geschäftskunden konnten die Stadtwerke hier ihren Vorjahresabsatz mehr als verdoppeln.

Der bundesweite Erdgas-Absatz übersteigt inzwischen den von Fernwärme in Flensburg, Glücksburg und Harrislee um 25 %.

Insgesamt steht das Erdgasgeschäft für nahezu 10 % des Gesamtumsatzes des Flensburger Energieversorgers.

Glasfaser – Telekommunikation mit Zukunft

Seit 2016 bauen die Stadtwerke Flensburg, Glücks-burg und Harrislee flächendeckend mit schneller Glasfaser aus. Deutlich mehr als die Hälfte der 41 Aus-baugebiete sind im Bau bzw. in Betrieb. Über 8.000 Kunden haben sich bereits für ein Angebot der Stadtwerke entschieden, um mit der konsequent schnellen Glasfaser zu surfen und die Vorteile der digitalen Zukunft wie konstant hohe Übertragungsraten egal wie viele Abnehmer gerade online sind nutzen zu können. Gerade das letzte Jahr mit einer deutlichen Zunahme von Homeoffice und digitalem Arbeiten hat gezeigt, wie wichtig konsequenter Glasfaserausbau ist. Und es zeigt sich, dass die Veränderung der Arbeitswelt Bestand hat und künftig deutlich mehr auf digitaler Basis gearbeitet werden wird. Ein guter Internet-Anschluss ist dann nicht mehr nice-to-have, sondern Voraussetzung und Basis für die digitale Zukunft im Privaten und Geschäftlichen.

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke die Stadtteile Exe, Schäferhaus und Fruerlund mit Glasfaser erschlossen. Die jährlichen Investitionen für den Ausbau liegen inzwischen bei 14 Millionen Euro und sorgen dafür, dass es mit dem Ausbau schnell vorangeht.

Fernwärme – niedriger als Vorjahr

Der Fernwärmeabsatz ist vorrangig abhängig von der Temperatur. Er lag in 2020 mit 915 GWh knapp 5 % unter dem des Vorjahres (961 GWh). Hauptursache für den Rückgang ist die höhere Jahresdurchschnittstemperatur.

Trinkwasser – wie immer

Hier ändert sich seit Jahren fast nichts. Der Absatz lag mit 4,9 Mio. m³ konstant auf Vorjahresniveau.

Töchter und Beteiligungen

Die Stadtwerke Flensburg sind Träger der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie tragen die Ergebnisse der Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und gleichen auch deren negative Ergebnisse aus.

Coronabedingt sind die Verluste, die die Stadtwerke für 2020 übernehmen, insbesondere im ÖPNV im letzten Jahr deutlich gestiegen und liegen bei 2,7 Mio. Euro.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl bleibt mit 610 zu 604 im Vorjahr nahezu konstant. Die Zahl der Auszubildenden lag bei 54 (Vorjahr 52). Die Ausbildungsquote ist mit 9 % sehr hoch und belegt, dass die Stadtwerke ihrer Verantwortung als einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region gerecht werden.

Ergebnis – erfreulich, aber Einmal-Effekte

Auch das Ergebnis der Stadtwerke hat sich nach oben entwickelt. So lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 33,4 Mio. Euro um 2,8 Mio. Euro oder 9,3 % über dem Vorjahr. Beim Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) gab es eine Steigerung von 15,1 auf 18,4 Mio. Euro.

Davon werden über 7,3 Mio. Euro an den städtischen Haushalt abgeführt.

Neben dem Vertriebsgeschäft für Energie waren dafür besonders zwei Faktoren verantwortlich. So lag der Preis für Erdgas, der als Brennstoff für die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Kessel 12 eingesetzt wird, niedriger als erwartet. Darum setzten die Stadtwerke diese Anlage häufiger ein als geplant und erwirtschafteten höhere Erträge. Für die Umwelt ist dies auch gut, denn die GuD-Anlage produziert bei gleicher Erzeugungsleistung 40 % weniger CO2. In den Sommermonaten erfolgte die Energieerzeugung ausschließlich über die GuD-Anlage.

Dazu kommt ein zweiter Ergebnis-Effekt. Die umweltschonende Energieerzeugung mit Erdgas wird mit dem Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Gesetz gefördert. Allerdings nur für eine insgesamt festgelegte Anzahl an Betriebsstunden. In 2020 lief die KWK-Anlage Kessel 12 mehr Stunden als geplant. Die Stadtwerke erhielten deswegen eine höhere Förderung als für das Jahr 2020 vorgesehen.

Zahlen und Daten aus dem Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg GmbH

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2020:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen. Angaben aus dem Geschäftsbericht der SWF 2020, S. 63:

IV. Ergänzende Angaben

1. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe und Organkredite

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung sind unter Punkt 9 und 10 aufgeführt.
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung beliefen sich im Geschäftsjahr auf 433 TEUR, die sich aus einem erfolgsunabhängigen Anteil in Höhe von 277 TEUR und einem erfolgsabhängigen Anteil in Höhe von 156 TEUR zusammensetzen.

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates verteilen sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Aufsichtsrat

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich die Gesamtbezüge auf 151 TEUR.
Zum Stichtag betragen die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen
für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen 2,4 Mio. EUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften abgesichert.

Die G & V der Stadtwerke Flensburg GmbH

SWF-Geschäftsbericht 2020, S. 51 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

G und V SWF 2020

Zusammensetzung der Umsatzerlöse

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 62-63

Umsatzerlöse

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Jahr 2020

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 48-49 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Bilanz SWF

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 67

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke Flensburg GmbH gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2020.pdf

Klimabegehren Flensburg: Infoveranstaltung am 1. Juni

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Klimabegehren Flensburg: Online-Informationsveranstaltung!

Dienstag, 1. Juni 2021 um 19:00 Uhr

Wir starten ein Bürger*innenbegehren für ein klimapositives Flensburg – bist du dabei?

Du interessierst dich für unser Klimabegehren? Du hast Fragen oder Ideen? Du hast Lust, mitzumachen und mit uns gemeinsam auf ein fossilfreies Flensburg hinzuwirken? Dann bist du hier genau richtig!

Am 1. Juni um 19:00 Uhr stellen wir bei einer Online-Veranstaltung unser Klimabegehren vor. Wir beschreiben die Ausgangslage in Flensburg und erklären, wie so ein Bürger*innenbegehren überhaupt abläuft. Außerdem erzählen wir, welche Möglichkeiten es gibt, sich bei uns einzubringen – von Unterschriftensammeln über strategische Planung bis hin zu kreativen Aktionen ist alles dabei!

Bitte per Mail anmelden

Wenn du teilnehmen willst, schick uns zur Anmeldung bitte eine kurze Mail an moin@klimabegehren-flensburg.de.
Die Veranstaltung wird über das Video-Tool BigBlueButton stattfinden und ist für jede*n ohne Anmeldung zugänglich. Wir freuen uns, wenn du dich mit Mikrofon und/oder Kamera in die Veranstaltung einwählst, das ist aber keine Voraussetzung zum Mitmachen.

Du willst dich gerne einbringen, hast aber an dem Termin keine Zeit oder keine Lust auf noch ein Online-Treffen? Dann abonniere am besten unseren Newsletter (https://klimabegehren-flensburg.de/neuigkeiten/) und schreibe uns eine Mail (moin@klimabegehren-flensburg.de), dann nehmen wir Kontakt mit dir auf.

Bündnis Klimabegehren Flensburg

KlimabegherenDas Bündnis Klimabegehren Flensburg ist ein Zusammenschluss aus alteingesessenen Flensburger*innen, Studierenden und Vertreter*innen von Organisationen wie den Ortsgruppen von Greenpeace, Students for Future, dem VCD und dem BUND, dem Bündnis fossilfreies Flensburg und der Aktionsgruppe Klima Flensburg.
Wir reihen uns ein in eine Vielzahl von Klimaentscheiden, die seit einiger Zeit auf kommunaler Ebene (z.B. in Kassel, Mannheim, Darmstadt und Lüneburg) ein deutliches Zeichen für konsequenten Klimaschutz setzen.

 
Siehe zum Klimabegehren Flensburg auch den Stadtblog-Beitrag vom 19. Mai 2021
Flensburger Initiative startet Klimabegehren – Stadtwerke sollen bis 2035 fossilfrei werden
unter: https://akopol.wordpress.com/2021/05/19/flensburger-initiative-startet-klimabegehren-stadtwerke-sollen-bis-2035-fossilfrei-werden/
 

Flensburger Initiative startet Klimabegehren – Stadtwerke sollen bis 2035 fossilfrei werden

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das „Bündnis Klimabegehren Flensburg“  will erreichen, dass die Stadtwerke bis 2035 komplett aus der fossilen Energiegewinnung aussteigen – Foto: Jörg Pepmeyer

„Bündnis Klimabegehren Flensburg“ für mehr Klimaschutz

Eine Gruppe von Flensburger*innen hat sich zusammengeschlossen, um in den kommenden Wochen ein Bürger*innenbegehren für mehr Klimaschutz zu starten. Das neu gegründete „Bündnis Klimabegehren Flensburg“ hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Energieerzeugung der Stadtwerke bis 2035 fossilfrei wird. Dafür plant die Gruppe, im Rahmen eines Bürger*innenbegehrens Unterschriften zu sammeln und so den Druck auf Stadt und Stadtwerke zu erhöhen, das Pariser Klimaabkommen auf kommunaler Ebene umzusetzen.

Das konkrete Ziel des Bürger*innenbegehrens ist es, die Stadt Flensburg dazu anzuhalten, bis spätestens 2035 aus der fossilen Energiegewinnung auszusteigen. Das Kraftwerk am Hafen, welches in kommunaler Hand liegt, stellt die größte CO2-Quelle der Stadt dar. Bisher werden der Strom und die Wärme für Flensburg fast ausschließlich aus fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdgas hergestellt. Helmreich Eberlein vom Bündnis Klimabegehren Flensburg: „Wir müssen deutlich rascher Lösungen erreichen, als vom Klimapakt und den Stadtwerken bisher angepeilt. Eine Umstellung auf erneuerbare Energien im Jahr 2050 ist deutlich zu spät, wenn wir unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz gibt uns Rückenwind“.

Clara Tempel und Helmreich Eberlein (Pressesprecher_innen)

Clara Tempel und Helmreich Eberlein, Pressesprecher_innen des „Bündnis Klimabegehren Flensburg“ – Foto: „Bündnis Klimabegehren Flensburg“Pressefotos | Flickr

Ein Bürger*innenbegehren ist ein Instrument der direkten Demokratie, das Bürger*innen die Möglichkeit gibt, die lokale Politik mitzugestalten. Damit das Begehren erfolgreich ist, müssen die Mitglieder des Bündnisses rund 5000 Unterschriften für ihr Anliegen sammeln. Sollte die Stadt nicht auf die Forderung der Klimaschützer*innen eingehen, kommt es zu einem Bürger*innenentscheid, also zu einer offiziellen Abstimmung. „Mit dem Klimabegehren können wir uns in die träge Stadtpolitik einmischen. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass die Ratsversammlung die Klimakrise noch nicht ernstzunehmen scheint. Deswegen übernehmen wir als Flensburger Bürger*innen Verantwortung und starten die Klimawende von unten“, sagt Clara Tempel, Transformationsstudierende an der Universität Flensburg.

Die Mitglieder des Bündnisses haben sich mit ihrem Anliegen bereits an die Stadt gewandt und Gespräche mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung geführt. Nun warten sie auf die Kostenschätzung der Stadt – ein formaler Schritt, der bei einem Bürger*innenbegehren notwendig ist. In den nächsten Wochen soll vor allem Aufmerksamkeit für das Klimabegehren geschaffen werden, bis dann im Sommer die Unterschriftensammlung startet. So haben die Klimaschützer*innen heute ihre Website veröffentlicht und planen eine digitale Infoveranstaltung am 1. Juni um 19 Uhr. „Wir laden alle Flensburger*innen ein, sich über unser Begehren zu informieren. Neben der Unterschrift gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, sich einzubringen!“, betont Eberlein.

KlimabegherenDas Bündnis Klimabegehren Flensburg ist ein Zusammenschluss aus alteingesessenen Flensburger*innen, Studierenden und Vertreter*innen von Organisationen wie den Ortsgruppen von Greenpeace, Students for Future, dem VCD und dem BUND, dem Bündnis fossilfreies Flensburg und der Aktionsgruppe Klima Flensburg. Sie reihen sich mit ihrem Vorhaben in eine Vielzahl von Klimaentscheiden ein, die seit einiger Zeit auf kommunaler Ebene (z.B. in Kassel, Mannheim, Darmstadt und Lüneburg) ein deutliches Zeichen für konsequenten Klimaschutz setzen.

 

Unter Vertrag: Globus Warenhäuser erhalten zukünftig ihren Strom aus Flensburg

Flensburg. Die Stadtwerke Flensburg werden ab 2023 die GLOBUS SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG mit Strom versorgen. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von jährlich rund 184 Millionen Kilowattstunden und eine Laufzeit bis Ende 2024.

„Der Wettbewerb um Stromkunden in Deutschland ist hart umkämpft.“ meint Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke Flensburg. „Deshalb freut es mich umso mehr, dass sich Globus für unseren Strom entschieden hat.“

Das Unternehmen Globus ist ein Handelsunternehmen, welches neben SB-Warenhäusern, Baumärkten und Elektrofachmärkten in Deutschland auch Geschäfte im Ausland unterhält. „Wir haben den Zuschlag für sämtliche deutsche Globus SB-Warenhäuser erhalten. So werden ab 2023 rund 184 Millionen Kilowattstunden Strom an das Unternehmen geliefert. Mit dieser Menge können vergleichsweise 60.000 Haushalte in einem Jahr mit Strom versorgt werden.“ so Mario Albrozeit, der im Vertrieb für die Geschäftskunden zuständig ist.

„Dass sich wieder ein Unternehmen aus Süddeutschland für den Strom aus Flensburg entschieden hat, zeigt, dass wir im bundesweiten Vergleich sehr gut dastehen. Sicher ist der Preis entscheidend. Aber nicht nur: Der Kunde soll rundherum zufrieden sein. Deshalb bieten wir nicht nur ein sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis, sondern auch die Sicherheit eines seriösen Stromanbieters mit langjähriger Erfahrung.“ macht Cris Wallendorf deutlich.

Insgesamt wachsen die Stadtwerke Flensburg im bundesweiten Strommarkt kontinuierlich sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich. Aktuell liefern die Stadtwerke bundesweit Strom an rund 263.000 Haushalte. Dazu kommen noch rund 47.000 Kunden, die mit Erdgas beliefert werden

Grüner Wasserstoff als goldener Weg der Flensburger Energiewende?

Energie-Puzzle – Grafik: CC by oemof-developer group

Ein Beitrag von Simon Hilpert & Jonas Lage

Das Thema Wasserstoff (H2) wird von verschiedenen Initiativen und Akteur*innen im Zuge der Diskussion um die Zukunft der Strom- und Wärmeversorgung der Stadtwerke Flensburg immer wieder auf den Tisch gebracht. Die Diskussionen werden seit dem Jahr 2020 zudem durch die verkündete nationale Wasserstoffstrategie[1] der Bundesregierung befördert. Von zivilgesellschaftlichen Initiativen, wie dem Verein Erneuerbare Energien & Speicher e. V., wird grüner Wasserstoff schon länger als ein Lösungsansatz für eine klimafreundliche Flensburger Fernwärmeversorgung befürwortet. Die Idee: es könne lokaler Überschussstrom, der aufgrund von Netzengpässen anfällt, sinnvoll genutzt werden. Und auch die Stadtwerke Flensburg haben bei der neuen Gas- und Dampfturbinen (GUD)Anlage in wasserstofffähige Gasturbinen investiert, um in Zukunft auch Wasserstoff statt Erdgas einsetzten zu können.

Nun ist im Dezember 2020 eine Studie im Auftrag von Greenpeace Energy mit dem Titel „Grün oder Blau? Wege in die Wasserstoffwirtschaft 2020-2040[2] veröffentlicht worden. In dieser Studie wird die zukünftige Nutzung von Wasserstoff aus ökologischer und wirtschaftlicher Perspektive analysiert. Die Studie zeigt, dass sogenannter „grüner“ Wasserstoff – hergestellt durch Elektrolyse von Wasser mit erneuerbarem Strom – sowohl aus Kosten- als auch Klimaschutzgesichtspunkten  „blauem“ Wasserstoff – in der Regel hergestellt aus Erdgas mit nachgelagerter CO2 Speicherung – überlegen ist. Für uns ist die Studie ein Anlass, die Zukunft von Wasserstoff in Flensburg noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

Wasserstoff – die Zukunftstechnologie für Strom- und Wärmewende?

Grüner Wasserstoff ist knapp und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben, da das inländische wirtschaftliche und technische Potential begrenzt ist. Konsequenterweise kommen viele Studien zu dem Schluss, dass Wasserstoff vorwiegend dort eingesetzt werden sollte, wo keine Alternativen zur Verfügung stehen und ein hohes CO2-Minderungspotential besteht. Dazu zählen u.a. die Bereitstellung von Prozessdampf in der Chemieindustrie, die CO2-neutrale Eisenerzreduktion  in der Stahlindustrie sowie der Schwerlastgütervekehr. Die Strom- und Wärmeversorgung stehen in diesen Studien in der Regel nicht an erster Stelle. Allerdings entwickelt eine Studie[3] der Agora Energiewende aus dem November 2020 Szenarien, nach denen im Jahr 2050 durchaus 156 TWh H2 zur Produktion von Strom und Fernwärme eingesetzt werden. Gleichzeitig, so nimmt die Studie an, beläuft sich der Import von H2 im Jahr 2050 auf 184 TWh. Von wo dieser Wasserstoff importiert wird, steht nicht fest, zumal andere westliche Industrieländer vor genau demselben Problem des hohen Energiebedarfs bei begrenzten einheimischen Ressourcen stehen dürften.

Anders als die Studie von der Agora Energiewende, hat die Bundesregierung schon Ideen, wo der Wasserstoff herkommen könnte: aus Afrika. Unlängst hat der Afrikabeauftragte der Bundesregierung den Kongo als möglichen Produzent für Wasserstoff für Deutschland ins Spiel gebracht[4], schon zu Beginn des vergangenen Jahres, hatte Entwicklungsminister Müller ein Wasserstoffabkommen mit Marokko angebahnt[5].  Diese Logik ist schon lange bekannt: Der Ressourcenhunger der reichen Länder des Globalen Nordens soll durch Ausbeutung von Ressourcen vornehmlich in Ländern des Globalen Südens gestillt werden. Ermöglicht wurde dies früher durch Beherrschung und Ausbeutung von Kolonien, heutzutage durch ungleiche Machtverhältnisse auf dem Weltmarkt. Ein solcher Import von Energie lagert die Kosten unserer Lebensweise im Globalen Norden aus und schreibt damit koloniale Ungerechtigkeiten und Ausbeutung fort.

Darüber hinaus spricht auch die praktische Erfahrung mit derartigen internationalen Großprojekten im Energiebereich gegen diese Strategie. So etwa das an kulturell-politischen und techno-ökonomischen Herausforderungen gescheiterte DESERTEC Projekt, bei dem Strom aus der MENA Region (Middle East & North Africa) nach Europa importiert werden sollte. Auch hier gab es seinerzeit schon massive Kritik aufgrund der Auslagerung von Kosten, der Ausnutzung und Fortschreibung kolonialer Machtverhältnisse.

Als weiteres Argument spricht der Klimaschutz selbst gegen Wasserstoff als Schlüsseltechnologie für die (Flensburger) Wärmewende: Der Fokus auf Wasserstoff führt zur weiteren Nutzung von Gas in der Übergangsphase bis ausreichend Wasserstoff zur Verfügung stehen könnte, wodurch zusätzliche CO2 Emissionen verursacht werden. Mit diesen kumulierten Emissionen ist mit Blick auf das verbleibende CO2-Budget davon auszugehen, dass Flensburg seinen Beitrag für die Erreichung des 1.5 °C Ziels deutlich verfehlen würde. Berechnungen hierzu, die am Zentrum für nachhaltige Energiesysteme der Univerität Flensburg angefertigt wurden, befinden sich aktuell im Veröffentlichungsprozess.

Was heißt das für die Strom- und Wärmeversorgung in Flensburg?

Angesichts der stark wachsenden Nachfrage nach Wasserstoff hebt die Greenpeace Studie hervor, dass dieser aus Kosten- und Klimagesichtspunkten erst nach (in dieser Reihenfolge) Suffizienz-, Effizienz- und Elektrifizierungsmaßnahmen eingesetzt werden sollte. Konkret für Flensburg könnte diese Priorisierung der Maßnahmen der Greenpeace Energy Studie folgendes bedeuten:

  • Suffizienz: Forderung der Reduktion von Wohnflächen pro Kopf, da in den vergangenen fünf Jahrzehnten die Wohnfläche pro Kopf um 250 Prozent gestiegen ist und damit alle Effizienzgewinne durch bessere Dämmung zunichtegemacht worden sind. Dies kann z.B. durch die Begrenzung von Neubaugebieten für Einfamilienhäuser bei einer gleichzeitigen Förderung gemeinschaftlicher Wohnprojekte – etwa durch Konzeptvergaben – geschehen. Eine soziale Wohnraumförderung im Bestand, wie es sie beispielsweise in Tübingen gibt, könnte dazu beitragen bestehende Wohnfläche besser auszunutzen und sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen.
  • Effizienz: Energetische Sanierungen sollten auch in Flensburg vorangetrieben werden. Dabei ist es wichtig von den Stadtwerken Flensburg Strategien einzufordern, wie das Fernwärmenetz mit der höchsten Anschlussdichte in Deutschland auch bei einem stark reduzierten Wärmebedarf ökonomisch und ökologisch sinnvoll betrieben werden kann – oder eben auch nicht. Möglicherweise hat die Fernwärme, wie wir sie jetzt kennen, dann auch keine oder nur eine eingeschränkte Zukunft in Flensburg? Gerade bei einer großen Infrastruktur mit langfristigen Investitionen ist die fehlende langfristige Strategie der Stadtwerke hoch problematisch. Hier blindlings allein auf Wasserstoff zu setzen verlagert das Problem nur, anstatt es zu lösen.
  • Elektrifizierung als Alternative: Großwärmepumpen, genutzt in Zeiten hoher Wind- und PV-Erzeugung und damit korrespondierenden niedrigen Börsenpreisen, könnten schon vor 2030 dazu beitragen, die Emissionen der Stadtwerke zu senken. Aus Perspektive des deutschen Stromsystems haben wir in Flensburg an der Küste einen Vorteil, da wir das Wasser als Wärmequelle nutzen können. Anderen Städten in Deutschland steht eine solche Wärmequelle für Wärmepumpen wie die Förde nicht zur Verfügung. Solidarisch und systemisch kosteneffizient wäre es daher, sich diesen Vorteil zu Nutze zu machen, um die begrenzten Wasserstoffmengen, für Spezialanwendungen oder in Sonderfällen auch für die Wärmeversorgung für andere Stadtwerke in Deutschland frei zu machen.

Die Aufgabe für die Stadtwerke Flensburg ist zugegebener Maßen eine große techno-ökonomische und soziale Herausforderung. Daher ist es wichtig, dass sich zivilgesellschaftlichen Initiativen wie beispielsweise Bündnis Fossilfreies Flensburg, Aktionsgruppe Klima oder Fridays for Future weiter kritisch mit den Plänen der Stadtwerke auseinandersetzen und sich in die Debatte einschalten. Im Hinblick auf den Klimaschutz ist Wasserstoff zur Strom- und Wärmeproduktion in Flensburg allerdings weder global sozial gerecht noch systemisch sinnvoll. Natürlich kann ein kleiner Teil für Spitzenlastzeiten oder sogenannte Dunkelflauten auch in wasserstofffähigen Gasturbinen verwendet werden. Als grüner, zukunftsfähiger Hauptenergieträger der Stadtwerke Flensburg sollte Wasserstoff allerdings nicht verstanden werden. Im Gegenteil: die alleinige Fokussierung auf Wasserstoff behindert aus unserer Sicht eine konstruktive Debatte über sinnvolle Lösungsansätze zur Transformation hin zu einer langfristig klimaneutralen Flensburger Energieversorgung, die eine Reduktion des Energieverbrauchs sowie alternative Technologien einschließt.


[1]  https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/die-nationale-wasserstoffstrategie.html

[2]  https://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/docs/pressematerial/2020_Studie_Gruen_oder_Blau_final.pdf

[3]  https://static.agora-energiewende.de/fileadmin2/Projekte/2020/2020_10_KNDE/A-EW_195_KNDE_WEB_V111.pdf

[4]  https://taz.de/Energiewende-auf-Kosten-Afrikas/!5717316/

[5] https://www.wiwo.de/politik/deutschland/csu-entwicklungsminister-mueller-will-wasserstoff-produktion-mit-marokko-aufbauen/25544390.html

Stadtwerke Flensburg beliefern die Unternehmensgruppe fischer mit Ökostrom

Zahl der deutschlandweit mit Stadtwerke-Energie belieferten Haushalte wächst weiterhin

Flensburg: Die Stadtwerke Flensburg versorgen die fischerwerke GmbH & Co. KG und die fischer automotive systems GmbH & Co. KG mit Ökostrom. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von jährlich rund 25 Millionen Kilowattstunden und eine Laufzeit bis zunächst Ende 2021.

Seit Januar dieses Jahres beziehen die fischerwerke GmbH & Co. KG sowie die fischer automotive systems GmbH & Co. KG Ökostrom aus 100%iger Wasserkraft von den Stadtwerken Flensburg.

„Insgesamt werden wir in diesem Jahr über 25 Millionen Kilowattstunden an die Unternehmensgruppe fischer liefern. Das entspricht etwa 7% des gesamten Flensburger Verbrauchs. Den gelieferten Strom beziehen wir wie für alle Geschäfte dieser Größenordnung von der Strombörse.“, berichtet Oliver Rein, Abteilungsleiter für Geschäftskunden bei den Stadtwerken und zuständig für das Akquirieren von Großkunden.

„Der Wettbewerb um Kunden ist hart. Deshalb freut es mich besonders, dass wir im bundesweiten Stromvergleich weiter so attraktiv für unsere Kunden sind. Ich freue mich, dass wir die Unternehmensgruppe fischer aus Baden-Württemberg für uns gewinnen konnten.“, sagt er weiter.

Insgesamt wachsen die Stadtwerke Flensburg im bundesweiten Strommarkt kontinuierlich sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich mit attraktiven Angeboten. Aktuell liefern die Stadtwerke bundesweit Strom an rund 265.000 Haushalte. Dazu kommen noch rund 47.000 Kunden, die mit Erdgas beliefert werden, so dass deutlich mehr als 310.00 Haushalte Energie aus Flensburg beziehen.

Dreimal Null – Keine Preiserhöhungen der Stadtwerke Flensburg für 2021

Stadtwerke Flensburg: Im nächsten Jahr bleiben die Preise für Strom, Wärme und Wasser in Flensburg, Glücksburg und Harrislee genauso wie im Jahr 2020.

Es ändert sich nichts, obwohl die Stadtwerke kräftig in der Region investieren. Für die beiden Gas- und Dampfturbinenanlagen Kessel 12 und Kessel 13 sind es in zehn Jahren rund 225 Millionen Euro. Damit sinkt der CO2-Ausstoss bei gleicher Energieerzeugungsmenge um 40 %. Weitere Schritte auf dem Weg zum CO2-neutralen Kraftwerk befinden sich bereits in der Planung.

Für den flächendeckenden Glasfaserausbau in Flensburg, Glücksburg und Harrislee nehmen die Stadtwerke weitere 100 Millionen Euro in die Hand und investieren damit in die digitale Zukunft der Region.

Darüber hinaus werden die Versorgungsnetze nicht nur kontinuierlich erneuert, sondern es stehen hier einige größere Projekte für eine sichere Energieversorgung an. In der Summe verlegen die Stadtwerke hier von 2020 bis 2024 in fünf Jahren 85 Millionen Euro unter der Erde.

Zusammen werden in diesen Bereichen mehr als 400 Millionen Euro in die Umwelt, die Zukunft und eine sichere Versorgung investiert. Diese Summe liegt in einer Größenordnung, die fast dem gesamten Jahresumsatz der Stadtwerke im Jahr 2017 entspricht.

Trotz dieser Investitionsoffensive bleiben die Energie- und Wasserpreise im nächsten Jahr wie sie sind. Wie sieht es hier im Einzelnen aus?
Im Wasserbereich verzichten die Stadtwerke auf eine eigentlich notwendige Preiserhöhung und werden gestiegenen Kosten durch Optimierungsmaßnahmen ausgleichen.

Energie- und Wasserpreise 2021 vs. 2020

2020 2021 21 vs. 20
Strom (Einfachtarif) ct %
Arbeitspreis ct/kWh 31,15 31,15 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 89,88 89,88 0,00 0,00
Flensburger Wärme
Arbeitspreis sekundär Euro/MWh 70,48 70,48 0,00 0,00
Arbeitspreis primär Euro/MWh 68,92 68,92 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 534,00 534,00 0,00 0,00
Wasser
Arbeitspreis Euro/m3 1,75 1,75 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 83,19 83,19 0,00 0,00

Bei Strom und Wärme halten sich steigende und sinkende Kostenbestandteile ungefähr in der Waage, sodass hier alle Preise bleiben wie in diesem Jahr.
So sind beispielsweise die Kosten für die Beschaffung von Kohle und Erdgas bis Mitte dieses Jahres gesunken. Danach stiegen sie aber wieder an. Die Preise für CO2-Zertifikate bewegen sich dagegen weiter auf sehr hohem Niveau und werden auf Basis des neuen Brennstoffhandelsgesetzes auch in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter nach oben gehen.
Bei den staatlichen Abgaben auf den Strompreis haben sich zwar einige Reduzierungen ergeben, diese bewegen sich aber im Nachkomma-Centbereich und können nichts daran ändern, dass der Staatsanteil am Strompreis immer noch deutlich über 50 % liegt.

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg

Neubau „Kessel 13“: Stadtwerke Flensburg investieren 100 Millionen Euro in erdgasbetriebene GuD-Anlage

Verträge für Gasturbine und Abhitzekessel Kessel 13 unterschrieben

Flensburg: Die Stadtwerke Flensburg investieren rund 100 Millionen Euro in den Bau einer zweiten erdgasbetriebenen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) „Kessel 13“ im Kraftwerk an der Flensburger Förde. Die zwei bedeutendsten Bausteine des Neubau-Projektes sind jetzt unter Dach und Fach. Die Verträge für die Gasturbine und den Abhitzekessel sind unterzeichnet.

Vertragsunterzeichnung – Foto v.l.n.r.: Dr. Björn Henning, Vice President, Head of Business Unit Boiler, Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe, Ute Langhausen, Authorized Manager, Commercial Tendering Manager, Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe Karsten Müller-Janßen, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau und Projekte, Stadtwerke Flensburg Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg Anna Brunell, Commercial Sales Manager SIT, (Siemens Schweden) Christoph Schütte, Head of Subregion Germany, Siemens AG Dirk Veenhuizen, Senior Sales Manager SIT

Auftragnehmer für die Gasturbine ist die Firma Siemens, die mit ihrem Typ SGT 800 C1 allerneueste Technik für das Flensburger Kraftwerk liefert. Für Karsten Müller-Janßen, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau und Projektleiter Kessel 13 bei den Stadtwerken Flensburg ist auch die langfristige Zusammenarbeit wichtig: „Die neue Turbine ist das Nachfolgemodell der Anlage, die bereits im Kessel 12 erfolgreich läuft. Wir sind damit so zufrieden, dass wir die Zusammenarbeit mit Siemens fortsetzen und deren neueste Turbinenversion einsetzen wollen.“ „Wir freuen uns ein weiteres gemeinsames Kapitel der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Flensburg aufzuschlagen und den Umbau des Erzeugungsparks mit umweltfreundlicher und zukunftssicherer Gasturbinenspitzentechnolgie zu unterstützen“ fügt Matthias Kress, Siemens Gas and Power, Vice President Sales Germany Power Generation hinzu.

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, ergänzt: „Insgesamt investieren wir innerhalb von rund 10 Jahren eine viertel Milliarde Euro in den Kohleausstieg und die Erneuerung unseres Kraftwerkparks. Auch langfristig ist das im Hinblick auf die Energiewende eine gute Entscheidung. Wir können im neuen Kessel 13 bis zu 50% Wasserstoff verbrennen. Regenerativ erzeugtes synthetisches Methan können wir zu 100% einsetzen. Unser Kessel 12 kann diese Brennstoffe in den gleichen Anteilen verarbeiten. Damit sind wir für den zunehmenden Einsatz regenerativer Brennstoffe in Zukunft gut aufgestellt.“

Der Abhitzekessel stammt von der Firma Mitsubishi Hitachi Power Systems (MHPS). „Unser überzeugendes technologisches Konzept und unsere Erfahrung als Energieanlagenbauer waren ausschlaggebend für die Auftragsvergabe“, sagt Thomas Bohner, CEO von MHPS Europe.

Dirk Roschek, Geschäftsbereichsleiter Erzeugung ergänzt: „Überzeugt hat uns auch, dass wir mit den Haupt-Komponenten der GuD-Anlage Kessel 13, der Siemens-Gasturbine und dem Mitsubishi-Abhitzekessel, einen Brennstoffnutzungsgrad von 93% erreichen. Das ist noch etwas besser als die ohnehin schon sehr guten 92% des Kessel 12.“

Der Kessel 13 soll im Jahr 2022 in Betrieb gehen. So ersetzen die Stadtwerke innerhalb von sechs Jahren vier von fünf Kohlekesseln im Flensburger Heizkraftwerk. Bereits im Jahr 2016 gingen mit Inbetriebnahme des Kessel 12 zwei Kohlekessel außer Betrieb.

Der Kessel 13 senkt die CO2-Emissionen bei gleicher Energie-Erzeugungsmenge um 40% und spart allein rund 130.000 CO2 pro Jahr. Deutlich mehr als Flensburgs gesamter Fahrzeugbestand mit 60.000 Tonnen pro Jahr an CO2 emittiert.

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2020

Strompreis bleibt konstant – Fernwärme und Wasser verteuern sich

Flensburg: Obwohl im nächsten Jahr gesetzlichen Abgaben und Umlagen steigen, halten die Stadtwerke den Strompreis im eigenen Netzgebiet Flensburg, Glücksburg und Harrislee konstant.

Zum 1. Januar 2020 steigt die gesetzliche Abgabe für die Förderung von Strom aus Erneuerbarer Energie (EEG-Umlage) um 5,5%. Die Entgelte der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber für die Nutzung der überregionalen Stromnetze gehen ebenfalls deutlich nach oben. Die staatlichen Abgaben und Umlagen, die jeder Verbraucher über seine Stromrechnung zahlen muss, und die von den Stromversorgern nicht zu beeinflussen sind, machen damit inzwischen schon rund 53% des Strompreises aus.

Die Stadtwerke werden die gestiegenen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben und die Strompreise nicht erhöhen, sondern für 2020 stabil halten. Das ist so nur möglich, weil die Stadtwerke Ihre Prozesse verschlankt und die Kostenstruktur noch weiter verbessert haben.

Für die Flensburger Wärme und das Trinkwasser haben sich die allgemeinen Kosten und die Preise für CO2 insgesamt nach oben entwickelt, so dass hier eine Preisanpassung notwendig ist. Der Arbeitspreis für die Wärme steigt darum um 2,5%, der Grundpreis um 0,84%. Beim Wasser werden Arbeits- und Grundpreis um 1,6% teuer. Das sind 3 Cent pro 1.000 Liter (m³) oder 0,003 Cent pro Liter.

Insgesamt bedeutet das: Für eine Wohnung kosten Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 1,38 Euro und für ein Haus rund 3,63 Euro pro Monat mehr als in 2019.

Dazu ein Kommentar von Dr. Ralf Cüppers:

Diese Meldung ist vielleicht nicht gelogen, aber doch grob mißweisend.

Denn die angegebene Erhöhung von 0,003 Cent pro Liter stimmen nur für einen wasserverschwenderischen Großverbraucher. Für umweltbewußte Stadtwerkekunden ist der Betrag vielfach höher.

Warum ist das so?
Die Stadtwerke nehmen einen hohen Grundpreis vom 75 Euro. Für einen sparsamen Kunden, der sein Trinkwasser wirklich nur trinkt, also 2 Liter am Tag oder 730 Liter im Jahr, beträgt der Anteil des Grundpreises pro Liter bereits >10 Cent.
Bei einer Erhöhung der Kosten um 1,6% beträgt die Erhöhung hier 0,16 Cent pro Liter, das ist das 53fache des von den Stadtwerken und akopol verbreiteten Wertes. So grob kann man sich eigentlich nicht verrechnen. Verlassen sich die Autoren der Mitteilung darauf, dass die Bürger in Flensburg so schlechten Mathematikunterricht hatten, daß es niemandem auffällt?
Der Wasserverschwender, der eine Million Liter Trinkwasser verbraucht, wird mit hingegen.einer Verringerung des Grundpreises auf 0,00001 Cent pro Liter belohnt.
Die Stadtwerke fördern und belohnen Wasserverschwendung.
Das geht zu Lasten der Umwelt und nachfolgender Generationen!

Die Lösung ist einfach und klar:
Völlige Abschaffung des Grundpreises und Umlage der gesamten Kosten der Trinkwasserversorgung nur auf einen einheitlichen Preis pro Liter der für wirklich jeden gilt. Ohne Rabatte für Wasserverschwender, Großverbraucher, Industrie etc! Ein Liter ist ein Liter ist ein Liter und der kostet für alle gleich viel.

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