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8. Dänisch-deutscher Musikschultag am 25. Mai 2019 in Haderslev/DK

Am Samstag den 25. Mai 2019 von 10-17 Uhr richtet Haderslev den 8. Deutsch-dänischen Musikschultag aus. Die Stadtmitte ist an diesem Tag Austragungsort für ein musikalisches Fest mit knapp 1.400 Musikschülerinnen und –schülern aus der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig, die zusammen über 60 Stunden Musik darbieten. Der Eintritt zu allen 11 Bühnen, ob draußen oder drinnen, ist frei.

Aus jeder der sieben teilnehmenden Musikschulen der deutsch-dänischen Grenzregion kommen große Gruppen von Schülerinnen und Schülern in die Stadt. Auch von der Musikschule Flensburg sind wieder viele Ensembles und Orchester dabei. Als besonderes Highlight tritt ein deutsch-dänisches Streicherprojekt mit über 100 Schülern mit einem extra einstudierten Programm auf. Gabriel Koeppen, Leiter der Musikschule Flensburg, spricht von einer bundesweit einmaligen grenzübergreifenden Kooperation: ”Die beteiligten nördlichen Musikschulen treffen sich über die Grenzen hinaus, um die Qualität und Vielfalt ihrer Arbeit zu präsentieren”.

Ganze 92 Events beinhaltet das Programm, das alle Genres abdeckt: von Rock und Pop über Weltmusik und Elektro bis Klassisch. Die Veranstaltung wird offiziell um 10 Uhr auf der Hauptbühne auf dem Platz „Gravene“ eröffnet. Der Musikschulleiter Jesper Ry Jørgensen heißt die Gäste willkommen und Kjeld Thrane (Zweiter Vorsitzender des Kulturausschusses Sønderjylland-Schleswig sowie Vorsitzender der Kultur- und Freizeitausschusses der Haderslev Kommune) wird die Eröffnungsansprache halten.
Umrahmt werden die vielen Musikerlebnisse unter anderem durch Cafés und Restaurants mit Außenplätzen und unterschiedlichen Aktivitäten. Die Läden der Stadt erwarten ihre Kunden mit
verlängerten Öffnungszeiten. Außerdem werden am Kannikepladsen einige der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Der Musikschultag endet um 16:30 Uhr auf der Hauptbühne.

Hilfreiche Links für Teilnehmer und Besucher:

Hintergrund des Musikschultags

Der Deutsch-dänische Musikschultag ist das Ergebnis der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der sieben Gebietskörperschaften Stadt Flensburg, Kreis Schleswig-Flensburg und Kreis Nordfriesland auf deutscher Seite sowie der dänischen Kommunen Tønder, Aabenraa, Sønderborg und Haderslev auf der dänischen.
Im Rahmen dieser Kooperation findet jährlich der Musikschultag statt, der wechselweise bei einem der sieben Partner stattfindet. Die Musikschülerinnen und –schüler aus der gesamten Region spielen in der Gastgeberstadt auf 10-15 Bühnen Musik.
Der Musikschultag ist ein Projekt der Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig. Die Kulturvereinbarung der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig begreift sich als eine Plattform zur regionalen Zusammenarbeit, die darüber hinaus aber auch eine europäische Dimension beinhaltet.

Info

Datum: 25. Mai, 10-17 Uhr
Ort: Auf 11 Bühnen in der Stadtmitte von Haderslev – In der Apotekergade 11, 6100 Haderslev ist
ein Infocenter eingerichtet.
Teilnehmer*innen: 1.400 Schülerinnen und Schüler aus der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig
Das Programm online:
https://issuu.com/haderslevmusikskole/docs/dansktyskmusikskoledag_program_apri
App (ab KW21): http://dtm.haderslevmusikskole.dk

Weitere Informationen:  https://www.kulturfokus.de/kulturregion/kulturvereinbarungsoenderjylland-schleswig/

Region Sønderjylland- Schleswig
Lyren 1 ● DK-6330 Padborg
Tel. +45 7467 0501 ● Fax +45 7467 0521
www.region.dkwww.region.dewww.pendlerinfo.org
www.kulturfokus.dkwww.kulturfokus.de

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Musik statt Krieg – Konzertaktion mit dem intercultural music project am 09.09.2017 am Fliegerhorst Jagel

Kundgebung, Musik und Mahnwache

Sonnabend, 9.9.2017, „Drei vor Zwölf“, 11:57 Uhr

in Jagel, Einfahrt zum Fliegerhorst an der Bundesstraße 77

Orient trifft Okzident

Von Jagel geht Krieg aus

Jagel ist zentraler Standort deutscher Kriegführung. Von hier kommen die Tornados für den Krieg gegen Syrien und Irak. Das Bundeswehrgeschwader setzt Drohnen gegen Mali und Afghanistan ein. Die Tornados und Drohnenspionieren die Ziele aus, die dann bombardiert und zerstört werden. Das ist aktive Kriegsbeteiligung.

Ab 2019 verfügt die Bundeswehr in Jagel über bewaffnete Kampfdrohnen. Automatisiertes Töten durch Kampfdrohnen setzt die Hemmschwelle zum Töten weiter herab.

Krieg macht Flucht

Menschen, die nach Deutschland fliehen, kommen oft aus den Ländern, in denen Deutschland Krieg führt. Sie kommen aus Ländern, die von Deutschland ausgebeutet werden. Rohstoffe und Produkte dieser Länder werden von uns in Deutschland konsumiert und stehen den Menschen in deren Heimatländern nicht mehr zur Verfügung. Um diesen Raub abzusichern, setzt die NATO Militär ein.

Wir fordern:

Keine Kampfdrohnen, keine Ausbildung zum Töten in Jagel, zivile Nutzung des Fliegerhorstgeländes.

Kriegseinsätze der Bundeswehr stoppen.

Zivile Konfliktlösung statt neue Kriegseinsätze.

Bundeswehr abschaffen.

Offene Grenzen und Bleiberecht für alle Flüchtlinge.

Kultur schafft Frieden

Jagel bringt Zerstörung, wir bringen die Musik. Das interkulturelle Musikprojekt Neustadt-Flensburg vereint durch gemeinsames Musizieren und Singen, unterschiedliche Kulturen und auch Menschen mit persönlichen Flüchtlingsschicksalen. So bietet sich eine sehr gute Möglichkeit für unsere neu zugewanderten Freunde, die Leidenschaft wieder zu finden, kreativ zu sein und sich darin zu entfalten. Die Musiker und Musikerinnen kommen aus Deutschland, Türkei, Zypern, Drusen-Syrien, Kurdisch-Irak, Iran, Jemen, Griechenland, Albanien.

Instrumente wie Akustikund Flamenco Gitarren, arabische Oud, griechische Bouzouki, Kontrabass, Tambur, Dudelsack, Percussion, treffen zusammen. Auch wenn unsere Sprache nicht dieselbe ist, reden wir mit der Musik in der gleichen Sprache.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Aktionen am Fliegerhorst Jagel teilzunehmen.

Infos unter: www.bundeswehrabschaffen.de

Veranstalter: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Gruppe Flensburg, c/o Dr. Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
v.i.S.d.P.: Siglinde Cüppers, Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Konzert-Aktion am 21.08.2017 am Fliegerhorst Jagel

Von Bass bis Sopran – Gemeinsam gegen Rüstungswahn

Vorkonzert am Samstag, 19. August 2017, um 19 Uhr in der Theaterschule,
Adelbyer Kirchenweg 1, Flensburg

Konzert in der Theaterschule Flensburg und am Fliegerhorst Schleswig- Jagel
Unter dem Motto „Von Bass bis Sopran – gemeinsam gegen Rüstungswahn“ findet am Samstag, den 19.08.2017, um 19 Uhr in den Räumen der Theaterschule Flensburg (Adelbyer Kirchenweg 1) ein Konzert der Gruppe Lebenslaute statt. Die rund 70 Musizierenden (Chor und Orchester) spielen Werke von Werke von G.F.Händel, L.v.Beethoven und der romantischen Komponistin Emilie Mayer, außerdem erklingt Folklore aus Irland, Aserbaidschan und Afghanistan. Lebenslaute wendet sich gegen die geplante Stationierung von Kampfdrohnen in Jagel und gegen alle Kriegseinsätze der Bundeswehr. Das politisch-musikalische Netzwerk besteht seit 1986 und hat 2014 den Aachener Friedenspreis erhalten. Lebenslaute bringt Musik gerade an Orten zum Erklingen, von denen Bedrohungen und Verletzungen von Menschenrechten ausgehen. Dabei kommen auch Mittel des Zivilen Ungehorsams zum Einsatz.

6. Dänisch-Deutscher Musikschultag/dansk-tysk musikskoledag am 10.06.2017 in Tønder/DK

Musik ohne Grenzen

1400 Mitwirkende von 7 deutschen und dänischen Musikschulen, 80 Ensembles und Orchester musizieren auf 11 Bühnen drinnen und draußen. Unter anderem tritt das Folk Baltica Ensemble mit dem bekannten Folkmusiker Harald Haugaard auf. Das JazzcoastOrchestra der Musikschule Flensburg ist ebenso ein Leckerbissen der Veranstaltung. Der Eintritt ist frei.

Am Sonnabend, dem 10. Juni 2017, kann man eine einzigartige Zusammenarbeit über die deutsch-dänische Grenze hinweg erleben. Dann treffen sich mehr als 1.000 Musiker und Schüler der Musikschulen zum 6. Dänisch-deutschen Musikschultag, der in diesem Jahr in Tondern stattfindet. Die Teilnehmer kommen von den sieben Musikschulen in der Region Sønderjylland – Schleswig; nämlich: Tønder, Haderslev, Aabenraa, Sønderborg, Flensburg, Husum und Schleswig. Von 10.00 bis 17.00 Uhr wird sowohl klassische als auch rhythmische Musik mit Solisten, Ensembles, Chören, Bands, Bigbands und Sinfonieorchestern geboten. Der Eintritt zu allen elf Bühnen, ob draußen oder drinnen, ist frei.

Der Tag steht ganz im wahrsten Sinne des Wortes im Zeichen von Musik ohne Grenzen – denn viele der Ensembles haben Mitglieder aus deutschen und dänischen Musikschulen. Außerdem ist die Veranstaltung eine großartige Kooperation der vier Kommunen auf dänischer Seite sowie der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg auf deutscher Seite. Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen eröffnet den Musiktag um 10.00 Uhr in der Schweizerhalle im Tønder Kulturhus; danach geht es in der ganzen Stadt los. Zur Eröffnung spielt das Deutsch-dänische Streicherprojekt, ein Musikschulprojekt mit Streichmusikschülern von allen Musikschulen aus der ganzen Region.

Sind auch dabei: Das JazzcoastOrchestra der Musikschule Flensburg Mehr zum Orchester unter http://www.jazzcoastorchestra.de/

In diesem Jahr sind die Tønder Kulturskole (Kulturschule) und die Gemeinde Tondern Gastgeber für den Deutsch-dänischen Musikschultag mit Teilnehmern von den sieben Musikschulen in der Region Sønderjylland – Schleswig. Gleichzeitig bieten an diesem Tag auch die Künstler der Tønder Kulturskole im Tønder Skulpturpark Kunstaktivitäten an, an denen das Publikum gratis teilnehmen kann. Die Kunstwerke sollen dann noch am selben Tag als Bühnenkulisse zur Aufführung des Balletts genutzt werden. Im Skulpturenpark kann man auch die Balletttruppe der Kulturschule bei den Proben für den späteren Auftritt auf dem Marktplatz beobachten. Die eigentliche Aufführung vom Ballett „Das häßliche Entlein” findet um 16.00 Uhr auf dem Marktplatz statt, mit den neu hergestellten Kunstwerken als Kulisse.

Die Filmklassen der Tønder Kulturskole dokumentieren die Aufführung in der ganzen Stadt. Außerdem kann man auf einem Markt in der Fußgängerzone professionelle Künstler und Kunsthandwerker aus der ganzen Region Sønderjylland – Schleswig erleben. Für diesen Kunsthandwerkermarkt ist „Højer Kunst og Kultur” verantwortlich. Alle Geschäfte erweitern aus Anlass diesen Tages ihre Öffnungszeiten bis 16.00 Uhr. Der Musiktag wird um 16.30 Uhr auf dem Marktplatz abgerundet. Dann tritt das Folk Baltica Ensemble zusammen mit dem bekannten Folkmusiker Harald Haugaard auf.

Den Programm-Flyer zur Veranstaltung gibt es hier: Programmflyer DDM 2017

Mehr zur Veranstaltung auch unter: http://dänisch-deutscher-musikschultag.com/

Von Schleswig-Holstein geht Krieg aus – Aktion und Aktionsberatung am Samstag, 11. Februar 2017 in Jagel

mahnwache-jagel-29-10-2016-iAm Samstag, 11. Februar 2017 findet erneut eine Aktion vor der Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel statt. Alle, die sich mit uns gegen Krieg und Militär engagieren wollen, sind willkommen.

Im Anschluß findet ein Aktionsberatungstreffen und die Landesmitgliederversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen statt.
Beginn ist wieder „Drei vor Zwölf“, um 11.57 Uhr am Fliegerhorst Jagel vor der Hauptzufahrt mit einer Mahnwache, die bis 13.00 Uhr dauern soll.

zaun4Aktionsberatungstreffen

Um 13.00 Uhr gibt es ein Aktionsberatungstreffen in Jagel, Pizzeria „Sole Mio“, Bundesstraße 37, mit folgenden Themen:

1. Wie können wir die militärische Bedeutung von Jagel mit Drohnen und den Krieg, der von Jagel ausgeht, weiterhin in der Region bekannt machen und MitstreiterInnen gewinnen?
Die „Lebenslaute“ ist ein Zusammenschluß von professionellen Symphonikern aus der ganzen Republik, die einmal jährlich vor Standorten, von denen Krieg oder Umweltzerstörung ausgeht, ein Konzert geben. Die Musiker kommen im Sommer nach Jagel. Mit ihrem Konzert wollen sie unsere Aktionen in Jagel unterstützen. Sie wollen am 21. August ein Konzert in Jagel geben. Dazu müssen wir Vorarbeit leisten.

2. Antirekrutierung
Der „Tag zur Abschaffung der Bundeswehr“ wird in diesem Jahr am 10. Juni in Plön stattfinden. Während die Bundeswehr Werbung für Militär und Krieg betreibt, wollen wir eigene Aktionen entgegensetzen.
Auch in diesem Jahr wollen wir bei der Kieler Woche wieder vertreten sein und Aktionen gegen die Bundeswehrwerbung machen.
Auch bei den lokalen Werbeaktionen der Bundeswehr wollen wir vor Schulen, vor Messen und Job-Centern aktiv sein.

3. Rüstungsproduktion, Rüstungsexport und Rüstungsforschung bezogen auf die Standorte in Schleswig-Holstein. Wo können antimilitaristische Aktionen stattfinden?

Um 16.30 Uhr beginnt die formale Landesmitgliederversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigten KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hamburg-Schleswig-Holstein, hierzu sind auch unorganisierte KriegsgegnerInnen eingeladen, die Grundsätze und Ziele der DFG-VK teilen.
Unsere Grundsatzerklärung lautet:
„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

Weitere Informationen zum Militärstandort Jagel und unsere Mahnwachen gibt es unter http://www.bundeswehrabschaffen.de/cms/aktionen/jagel/
Um 19.00 Uhr gibt es ein gemeinsames Abendessen für alle Teilnehmer, die das wollen.

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Mahnwache und Kundgebung am 17.12.2016 um 11.57 Uhr am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel

Von Jagel geht Krieg aus

Mahnwache und Kundgebung
Samstag, 17. Dezember 2016, 11.57 Uhr
Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel

jagel-mahnwache-dezember

Am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die nächste, zu der wir herzlich einladen,  ist am Sonnabend, den 17.12.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf“. Den Flyer zur Mahnwache gibt es hier

Soldatinnen und Soldaten aus Jagel sind im Krieg

– in Afghanistan, im Irak, in Syrien und jetzt auch in Mali. Seit dem 1.November 2016 steuern Soldaten*innen vom Fliegerhorst Jagel bei Schleswig eine Drohne vom Typ Heron 1 über Mali, zwei weitere sollen folgen. Heeresaufklärer aus Eutin sind bereits in dem westafrikanischen Staat mit der dreieinhalbfachen Fläche der BRD. Pioniere aus Husum hatten Anfang des Jahres 2016 bereits das Feldlager in Gao am Rande des umkämpften Nordens von Mali aufgebaut.

Koloniale Interessen in Mali

Viele Bewohner*innen der Wüstenregion Nordmalis fühlen sich von der Zentralregierung aus dem bevölkerungsreichen tropischen Süden des Landes benachteiligt oder gar unterdrückt. Der bewaffnete Konflikt eskalierte, nachdem in Folge der Zerschlagung des Staates Libyen Söldner mit modernen Waffen ins Land strömten. maliDie im Norden Malis in Stämmen organisierte Bevölkerung rief einen unabhängigen Staat namens Azawad aus. Saudi Arabien und Katar nutzen die instabile Lage und finanzierten rivalisierende islamistische Milizen, die bald die Oberhand gewannen. Frankreich, die frühere Kolonialmacht griff im Januar 2013 mit der Operation Serval in den Konflikt ein, um seine postkolonialen Interessen im französischsprachigen Westafrika abzusichern und drängte die Aufständischen zurück. Drei Wochen zuvor hatten die UN mit der Resolution 2085 ein Eingreifen unter Führung der Afrikanischen Union (AFISMA) gebilligt. Es gelang allerdings nicht, die Konflikte im Norden Malis zu lösen, der Krieg dauert an.
Beim Krieg in Mali geht es nicht darum, den Menschen dort zu helfen, das ist mit Militär auch gar nicht möglich. Der Krieg in Mali dient der Rekolonisierung. Frankreich und die EU wollen dort Wirtschafts- und Machtinteressen in Westafrika militärisch absichern. Die EUStaaten betrachten Nord und Westafrika seit langem als ihren „Hinterhof“. Im unerschlossenen Wüstengebiet werden Rohstoffe wie etwa Phosphat und Uran vermutet, die sie nicht der Konkurrenz überlassen wollen. Insbesondere Frankreich will mit der westafrikanischen Gemeinschaftswährung Franc-CFA seinen Einfluss auf die ehemaligen Kolonien erhalten und nutz den Konflikt für eine Ausweitung der Truppenstationierung in der Region.

Erfolglose Interventionen

Zur Zeit gibt es vier sogenannte „Missionen“ in Mali: Operation Barkhane, ein französischer Militäreinsatz mit 3000 Soldat*innen, hauptsächlich Kampftruppen, in Mali, aber auch in Mauretanien, Niger, Burkina Faso und Tschad operiert. Ihre Aufgabe ist es Aufständische zu „jagen“. MINUSMA mit 13. 298 Soldaten, die Fortsetzung von AFISMA, ist für die „Stabilisierung“ in Nordmali zuständig, die Bundeswehr ist mit bis zu 650 Soldat*innen beteiligt, aktuell sind es 541. Diesem Kriegseinsatz sind auch die Soldat*innen aus Jagel und Eutin zugeordnet. EUTM Mali ist ein 680 Soldat*innen starker Ausbildungseinsatz für die Soldat*innen der Malischen Zentralregierung. Die Bundeswehr ist mit bis zu 300 Soldat*innen beteiligt, aktuell sind es 131. EUCAP Sahel MALI, eine Ausbildungsoperation für Polizei- und Gendarmeriekräfte. Der Personalumfang beträgt etwa 100 Zivilpersonen. Auch hierbei ist die BRD beteiligt.

Soldat*innen aus Jagel liefern die Zielkoordinaten, das Töten  übernehmen dann die Verbündeten

Mit seinen Aufklärungssoldat*innen, die man besser Spionagesoldat*innen nennen sollte, beteiligt sich die Bundeswehr aktiv am Krieg. Drohnen wie Heron1, gesteuert von Soldat*Innen aus Jagel, oder LUNA, gesteuert von Soldat*innen aus Eutin liefern die Zielkoordinaten für den späteren Beschuss durch Kampftruppen, z.B. der
französischen Operation Barkhane. Soldat*innen aus Jagel bei Schleswig liefern aktuell in
drei Kriegsgebieten entsprechende Zielkoordinaten: in Afghanistan mit Drohnen vom
Typ Heron1, im Irak und in Syrien sowie in angrenzenden Gebieten mit Recce-Tornados und nun auch in Mali mit Heron-1-Drohnen.

Krieg beginnt in Jagel – Widerstand auch

Jagel ist ein expandierender Bundeswehrstandort.

Kampfflugzeugstandort Jagel

Zusätzlich zu den Aufklärungstornados gibt es dort noch Tornados in der Kampfversion für die Seekriegsführung und Tornados mit der Spezialfunktion gegnerisches Radar zu orten und abzuschießen. In 2017 soll die Pilotenausbildung von US-amerikanischen Holoman nach Jagel verlegt werden. Bereits Mitte November 2016 erlebten die Menschen in der Umgebung des Fliegerhorstes erhöhte Lärmbelästigung.

Drohnenstandort Jagel

Bereits seit 2010 spioniert das Jageler Geschwader mit Drohnen des Types Heron 1 in Afghanistan. Die Schulung für Drohnenpiloten findet in Jagel statt. Für Großdrohnen sind längst Startbahn und Hangars in Jagel gebaut. Für die Bundeswehr sollen Großdrohnen beschafft werden, Standort wird dann Jagel sein.

Regelmäßiger Protest am Fliegerhorst Jagel seit Sommer 2016

mahnwache-jagel-29-10-2016-i12 Protestaktionen organisierte die DFG-VK gemeinsam mit Bündnispartner*innen aus Schleswig-Holstein bereits vor der Einfahrt zum Fliegerhorst Jagel. Bei jeder Aktion stand ein inhaltliches Thema im Vordergrund. Bei der Aktion am 17.Dezember 2016 soll der Blick auf die Kriegsbeteiligung in Westafrika gerichtet werden. Kriegsgegner*innen sind herzlich eingeladen

Auch weiterhin werden regelmäßige Protestdemonstrationen, Mahnwachen, Kundgebungen vor dem Fliegerhorst statt, eine weitere am 11. Februar 2017. Termine und Informationen dazu werden bekanntgegeben, immer jeweils aktuell auf  http://www.bundeswehrabschaffen.de

Die erweiterte Neuauflage der Broschüre „Geheime Kriege – Aufrüstung der Bundeswehr mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung“ kann bestellt werden bei: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Mahnwache und Kundgebung am 29.10.2016 um 11.57 Uhr am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel

mahnwache-jagel-29-10-2016-iAm Tornado- und Drohnen-Standort Jagel finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die nächste, zu der wir einladen,  ist am Sonnabend, den 29.10.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf“

Ein Beitrag zum Stand der Atomrüstung, der Modernisierung der Atomwaffen und der Nuklearen Teilhabe der Bundeswehr daran von Carsten Orth ist dafür vorgesehen.

Mahnwache und Kundgebung
Samstag, 29. Oktober 2016, 11.57 Uhr
Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel

Dazu laden wir hiermit herzlich ein.

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Atomwaffenlager Jagel?

Im Jahre 2009/2010 hatte der inzwischen verstorbene Bundesaußenminister Westerwelle verlangt, daß die letzten verbliebenen Atomwaffen aus der Bundesrepublik Deutschland abgezogen werden. Im Koalitionsvertrag der Unionsparteien und der FDP sagte die Bundesregierung 2009 den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland zu. Zu dem Zeitpunkt gingen alle davon aus, daß es nur noch an einem deutschen Standort, Büchel, Atomwaffen gibt, etwa 20 Stück. Bundeskanzlerin Merkel bestand jedoch darauf, dass die Verhandlungen über den Abzug der Raketen gemeinsam mit den anderen NATO-Ländern und keinesfalls im Alleingang durchgeführt werden sollen. Im März 2010 beschloss der Bundestag mit breiter Mehrheit, die Bundesregierung solle sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen.“

Im September 2015 wurde bekannt, dass die USA 20 neue amerikanische Atombomben vom Typ B61-12 in Büchel deponieren werden, welche deutlich zielgenauer sind, als die bisher dort gelagerten. Im Kriegsfall sollen deutsche Tornado-Piloten die Angriffe mit den US-Bomben fliegen. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte dazu: „Uns beunruhigt, dass Staaten, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben, und zwar im Rahmen der Nato-Praxis der Nuklearen Teilhabe. Das ist eine Verletzung der Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen.“

Deshalb fragen wir, wer seitens der Bundesregierung den Beschluß des Bundestages mißachtet hat, sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen,“ und statt dessen das „Abkommen über die Teilhabe an US-amerikanischen Atomwaffen durch die Bundeswehr“ mit den USA ausgehandelt und beschlossen, in Folge dessen es mehr Atomwaffen in Deutschland geben wird anstatt  weniger?
An welchen Bundeswehrstandorten sind bereits jetzt (September 2016) Waffen mit atomarer Munition stationiert?
An welchen weiteren Bundeswehrstandorten sollen künftig weitere Waffen mit atomarer Munition gelagert werden?
An welchen Bundeswehrstandorten und in welchen Gebäuden, sind die baulichen Voraussetzungen für die Lagerung von atomarer Munition gegeben?
Wird in Jagel oder Büchel oder anderswo in Deutschland bereits jetzt der fiktive Einsatz von Atomwaffen im Rahmen der atomaren Teilhabe geübt – wann zuletzt fand solch eine Übung statt.
Wenn die Waffenausbildung der Tornado-Piloten der Bundeswehr auf dem US-amerikanischen Atomwaffenstützpunkt Holoman nicht mehr stattfindet, ab wann wird der fiktive Einsatz von Atomwaffen im Rahmen der atomaren Teilhabe in Jagel geübt oder an welchen anderen Standorten der Bundeswehr?
Wird das Training der Tornado-Piloten der Bundeswehr mit Atomwaffen stattfinden oder mit Attrappen von Atomwaffen?

atomwaffendepotdreifachumzaeuntBereits während unserer Friedensfahrradtour im Juli fiel uns auf dem Gelände des Drohnen- und Tornadostandortes Jagel ein besonderes Bauwerk auf: Diese Anlage ist dreifach umzäunt und erinnert daher an das Atomwaffenlager in Meyn zwischen Schafflund und Flensburg, das in den 90er Jahren geräumt und zurückgebaut wurde. Deja-vu, deshalb sehen wir sie uns jetzt einmal genauer an.

Das kleine Schild am Eingang war wie folgt lesbar: gefaehrlicherbetriebsteilmaximal
„Gefährlicher Betriebsteil“.
Worin die Gefährlichkeit besteht, wird aus diesem Schild nicht klar, es wäre auch naiv, anzunehmen, daß die Bundeswehr schreibt: Hier sind die amerikanischen Atomwaffen gelagert, über die wir im Rahmen der nuklearen Teilhabe verfügen dürfen.

Aber die Warnschilder im Eingangsbereich legen Schlußfolgerungen nahe:
Auf dem Klingelschild steht „AMMO51“ammo51
AMMO steht für Ammunition und die Zahl 51 paßt zum Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“
Daß hier kein Feuer gemacht werden darf, ist sowohl für konventionelle als auch für Atomwaffen plausibel, ebenso, daß so ein Feuer nicht mit Wasser zu löschen ist.gasmaskenpflicht
Für die Annahme eines atomaren Waffenlagers spricht das Gebot, eine Atemschutzmaske tragen zu müssen (naja, biologische oder Chemiewaffen könnten es auch noch sein, aber die sind ja verboten).

Daß diese Anlage nur zu zweit zu betreten ist, ist sowohl für konventionelle als auch für Atomwaffen plausibel. Aber das Gebot, daß diese zwei Personen nur in Ganzkörperschutzanzügen eintreten sollen, ist wieder ein Hinweis auf Atomwaffen.
Gemäß Abkommen über die Teilhabe an US-amerikanischen Atomwaffen durch die Bundeswehr vom 15.11.2015 werden Standorte in Deutschland mit Atomwaffen ausgerüstet und Jagel steht auf dieser Liste. Ob jetzt schon Atomwaffen da sind, oder wann sie kommen sollen, ist auf den Fotos natürlich nicht sichtbar.

Mahnwache vor dem Drohnenstandort und Fliegerhorst Jagel am 10.09.2016 um 11.57 Uhr

Mahnwache Jagel 10.9.2016 I

Das neue Weißbuch der Bundeswehr

Mit dem vor kurzem vom Bundeskabinett verabschiedeten „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ wurde eine neue strategische Standort- und Kursbestimmung für die deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr formuliert. Es legt gleichzeitig die Leitlinien für die zukünftige Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesregierung fest. (Zur umfangreichen öffentlichen Kritik am neuen Weißbuch siehe auch die Beiträge auf http://www.weissbuch.org/ )

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen meint dazu:

„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Wir sind daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

„Unser Fazit lautet: Dieses Weißbuch ist trotz des Orwellschen Neusprech das aggressivste militärische Strategiepapier seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Wie in vergangenen Kolonialkriegen sollen mit militärtechnischer Überlegenheit andere Länder beherrscht werden. Die technologische Überlegenheit äußert sich nicht mehr nur in Atomwaffen, über die die Bundeswehr durch die „nukleare Teilhabe“ verfügt, sondern in der nächsten Aufrüstungsstufe mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung. Am Standort dieser Aufrüstung, dem Drohnen-Standort Jagel, finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt.

Die nächste, zu der wir einladen, ist am Sonnabend, den 10.9.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf““

Mehr zur Kritik der DFG-VK am neuen Weißbuch und das Flugblatt zur Mahnwache: Die Veröffentlichung des Weißbuches 2016 als gelungene Maßnahme der hybriden KriegführungFlugblattversion

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.deMahnwache Jagel 10.9.2016

Das Demokratische Café in Flensburg am 8.2.2014 um 17 Uhr im Stadtteilhaus, Neustadt 12

Demokratisches Cafe I 8.2.2014

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