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Ronald Blaschke in Flensburg: „Bedingungsloses Grundeinkommen kann nur schrittweise eingeführt werden.“

Feldversuche nicht tauglich

Bedingungsloses Grundeinkommen – dieses Thema bewegt Flensburg. So war es nicht verwunderlich, dass der Veranstaltungsort „Schwarzer Walfisch“ am 12.04. gut besucht war. DIE LINKE. hatte zu diesem Thema einen hochkarätigen Experten eingeladen: Ronald Blaschke, Mitgründer des deutschen Netzwerks Grundeinkommen und des europäischen Netzwerks Unconditional Basic Income Europe und Autor mehrerer Bücher, referierte zum BGE und diskutierte im Anschluss mit den Teilnehmer*innen.

In seinem Vortrag beleuchtet er zunächst den historischen Hintergrund dieser bereits aus damaliger Sicht schon revolutionären Idee. So gehen erste Ansätze bis ins 18. Jahrhundert zurück.
Im weiteren
Verlauf gab Blaschke einen Überblick über die Eckpunkte eines wirklich bedingungslosen Grundeinkommens (BGE): Ein flexibler Grundbetrag für alle Einwohner*innen. Dieser Betrag müsse sich an den aktuellen Lebenshaltungskosten orientieren. Arbeitszwang oder gar Sanktionen seien in dem Konzept nicht vorgesehen. Gegenfinanziert werde das BGE zum einen durch eine höhere Besteuerung von sehr hohen Einkommen und Vermögen sowie durch Einspareffekten durch wegfallende Transferleistungen des Staates. Nach seriösen Berechnungen würde eine vollständige BGE-Einführung ca. 800 Mrd. Euro kosten.

Feldversuchen, wie z.B. in Flensburg gefordert, erteilte Blaschke eine Absage. Da diese immer nur einen eng begrenzten Personenkreis umfassen würden, stellten sie keine wirksame „Versuchsanordnungen“ dar. Ferner stoße man auf sehr viele Fragen hinsichtlich der Verteilungsgerechtigkeit und nicht zuletzt der Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz. Gleichwohl seien Diskussionen über Feldversuche geeignete „Türöffner“, um das Thema in der breiteren Öffentlichkeit diskutabel zu machen.

Er führte weiter aus, dass die Einführung eines BGE aus seiner Sicht schrittweise erfolgen müsse (z.B. durch Einführung eines Kindergrundeinkommens, Abschaffung von Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger*innen und Einführung einer Grundrente).

Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine lebhafte Diskussion, in deren Verlauf sich Ronald Blaschke den Fragen der Besucher*innen stellte. – (wtfl – Jochen Gehler)

Ronald Blaschke: Bedingungsloses Grundeinkommen am 31.05.2017 in Leipzig

„Grundeinkommen – Von der Vision zum politischen Projekt“ – Info- und Diskussionsabend mit Ronald Blaschke am 12.04.2018 im Schwarzen Walfisch in Flensburg

 DIE LINKE Flensburg veranstaltet einen Info- und Diskussionsabend mit Ronald Blaschke, der die Materie von Bedingungslosem und anderen Grundeinkommen gut kennt, – am 12.04. um 19 Uhr im „Schwarzen Walfisch“ (Angelburger Str. 44).

Ronald Blaschke

Die Idee des Grundeinkommens ist seit 1796 in der Welt. Heute wird überall auf der Welt über das Grundeinkommen diskutiert, Modelle werden erarbeitet, Feldversuche angestrebt.

Ronald Blaschke ist Mitgründer des deutschen Netzwerks Grundeinkommen und des europäischen Netzwerks Unconditional Basic Income Europe. Er hat mehrere Bücher zum Grundeinkommen mit herausgegeben sowie eine Vielzahl von Beiträgen zu den Themen Grundeinkommen, Armut und Wachstumskritik veröffentlicht.

Ronald Blaschke führt in das Thema Grundeinkommen ein, geht auf Modelle und mögliche Einführungsschritte für Deutschland ein. Dabei wird er auch auf die aktuelle Situation in Schleswig-Holstein eingehen und sich z.B. mit den Inhalten des Jamaika-Koalitionsvertrages auseinandersetzen.

Ende 2017 hatte es in Flensburg den Vorstoß für einen Feldversuch zum Bedingungslosen Grundeinkommen in Flensburg gegeben. Was es mit solchen „Versuchen“ auf sich hat, wird bei dieser Veramstaltung ebenfalls eine Rolle spielen. Diskutiert werden Chancen und Risiken von Feldversuchen zum Grundeinkommen.

Ronald Blaschke: Bedingungsloses Grundeinkommen am 31.05.2017 in Leipzig

Zum Thema BGE in Schleswig-Holstein und in Flensburg auch ein kritischer AKOPOL-Beitrag:

Grundeinkommen für alle in Schleswig-Holstein? – Armut bekämpfen sieht anders aus unter: https://akopol.wordpress.com/2017/06/28/grundeinkommen-fuer-alle-in-schleswig-holstein-armut-bekaempfen-sieht-anders-aus/

Veranstaltungen zum Grundeinkommen am 18.9. und 27.9.2013 in Flensburg

6. Internationale Woche des Grundeinkommens

Nach der überaus gut besuchten und gelungenen Veranstaltung der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen und attac mit Inge Hannemann, bei der es auch um das bedingungslose Grundeinkommen ging, möchten wir hier noch auf zwei weitere Veranstaltungen zum Thema Grundeinkommen hinweisen, die im Rahmen der 6. Internationalen Woche des Grundeinkommens in Flensburg stattfinden.

Die Grundeinkommensdebatte in Dänemark & Deutschland
Über die soziale Situation und neue Formen der Arbeit

Mit Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen, Deutschland) und
Lars Thomsen Mikkelsen (Basic Income Earth Network, Dänemark)

Mittwoch, 18. September um 20.00 Uhr
Gemeindehaus St. Petri
Bauer Landstr. 17 – 24939 Flensburg

Armut und Reichtum ….

gibt es in Deutschland und überall. Manche haben zu viel,andere haben zu wenig. Ebenso kann nicht jeder bezahlt arbeiten. Auch wenn er – oder sie – es will.
Die moderne Industrie produziert derart effektiv, dass dafür nicht mehr viele Menschen gebraucht werden. Das Heer der nun „Arbeitslosen“ wächst und wächst. Und es wächst die Unzufriedenheit. Denn nur Arbeit gegen Geld zählt wirklich. Oder?
Die Idee oder die „Debatte Grundeinkommen“ will einen neuen Weg gehen. Auch Erziehung, Pflege, Soziales Engagement usw. sind Arbeit. Alles soll bezahlt sein, wenn es gebraucht wird. Und alle Menschen brauchen grundsätzlich gleich viel.
Also könnte doch jeder sein Grundeinkommen bekommen. Wer mehr braucht, arbeitet mehr. Und die Kontrollen, z.B. der ARGE oder die staatlichen Subventionen von Arbeitsplätzen, fallen weg. Wie das genau? Am 18. September erfahren wir mehr.
Ronald Blaschke und Lars Thomsen Mikkelsen können erzählen. Und wir können einmal Ungewohntes denken und besprechen.

Wie Jesus übrigens: Matthäus erzählt das Gleichnis (Kapitel 20).
Jeder arbeitet und bekommt genug. Aber nicht für´s Prassen. Es ist genug da für das Leben. Aber nicht für die Gier.

Und hier noch ein kurzer historischer Hinweis zum Bemühen der dänischen Freunde um ein bedingungsloses Grundeinkommen: Bereits 1978 schlugen in Dänemark Intellektuelle ein Grundeinkommen unter der Bezeichnung „Bürgerlohn“ eine demokratische und ökologische Gesellschaft und Wirtschaft sowie eine gerechte Einkommensverteilung in dem Bestseller mit dem Namen „Revolt from the center“ (Aufruhr der Mitte: Modell einer künftigen Gesellschaftsordnung, Hamburg 1979) vor. Das Buch ist immer noch lesenswert und besitzt „Kultstatus“.

Eine Veranstaltung des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg in Kooperation mit der Ev.–Luth. Kirchengemeinde St. Petri Flensburg; Ev.-luth. Kirchengemeinde Ansgar, Dansk Kirke Flensborg, „mitten – im Leben!“ und der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen, Ortgruppe Flensburg

Infos/Anmeldung: Diakon Detlef Flüh
Wassermühlenstr. 12
24376 Kappeln
Tel.: 04642 – 91 11 30 E-Mail: flueh.diakon@kirche-slfl.de

Die Bürgerinitiative für das Bedingungslose Grundeinkommen lädt ein zu einem Vortrags- und Diskussionsabend:

Wie funktioniert unser Geldsystem und gibt es Alternativen?

Freitag, 27. September 2013 um 19 Uhr,
Stadtteilhaus, Neustadt 12 – Flensburg (Nähe Nordertor)

Unser Geldsystem ist Basis für die Versorgung von uns Menschen mit dem Lebensnotwendigen. Und natürlich ist es Basis für jegliche wirtschaftliche Aktivität.
Daher macht es Sinn, es einmal genauer zu untersuchen und zu schauen, wie es aufgebaut ist, was es für Regeln hat – kurz: wie es funktioniert.

Unser jetziges Geldsystem ist das „Fraktionale Reservesystem“ oder auch „Schuldgeldsystem“ genannt. Wie es zu diesem Namen kommt und wie es funktioniert werden wir untersuchen und da überall auf der Welt die Verschuldungskrise wächst – diese Geldsysteme auseinander zu brechen drohen – und die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend aus einander klafft, ist offensichtlich, dass da irgendwo der Wurm drin sein muss.
Daher werden wir diesen Abend auch nutzen, um Euch über gemeinnützige Alternativen zu unserem jetzigen Schuldgeldsystem zu informieren.

Für die Veranstaltung konnten wir Thomas Irmer gewinnen, der durch den Abend führen wird.

Wir freuen uns über eine rege Beteiligung und Thomas freut sich besonders, wenn Ihr interessierte Freunde und Bekannte mitbringt, um dieses wichtige Thema zu betrachten und zu erörtern.

P.S.:
Wer an diesem Abend keine Zeit hat, den Vortrag aber gerne besuchen möchte, für den gibt es eine zweite Möglichkeit zwei Tage vorher, am:
Mittwoch, den 25.09.2013 um 18.00 Uhr im ADS-Haus, Speicherlinie 34, Flensburg
Organisiert wird dieser Abend von Deutschlands nördlichstem Tauschring „LETS-Flensburg“  (LETS = Local Exchange Trading System)

Für alle Veranstaltungen gilt: Eintritt frei!

Eine Einladung der Initiative in Flensburg in der “BürgerInnen-Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen Schleswig-Holstein”, http://bge-sh.de <- Dort im Forum anmelden, mitdiskutieren und sehen was gerade läuft. Betrachtet bitte auch unseren Blog http://bgeflensburg.de und unsere Facebookgruppe https://www.facebook.com/groups/bge4flensburg/

 

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