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Meeresspiegelanstieg in Flensburg – Fortsetzung des Workshops am 20.11.2019 in der Bürgerhalle des Flensburger Rathauses

Bis zum 1. November anmelden!

Flensburg. Bereits in einem ersten Workshop Ende 2018 wurden gemeinsam Ergebnisse von Modellierungen zu den Folgen des Meeresspiegelanstiegs besprochen und lokale sozioökonomische Szenarien erarbeitet.

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Hochwasser in Flensburg am 4./5. Januar 2017 (Foto: Jörg Pepmeyer)

Im nächsten Schritt werden jetzt  mögliche Anpassungsmaßnahmen für die Stadt Flensburg gezeigt und mit den Teilnehmer*innen  diskutiert. In Kleingruppen sollen gemeinsam Anpassungsoptionen für verschiedene betroffene Gebiete Flensburgs erarbeitet werden.

Das EVOKED-Team würde sich freuen, viele Interessierte am 20. November 2019 von 15:30 bis 19:30 in der Bürgerhalle im Rathaus in Flensburg zu unserem zweiten Workshop begrüßen zu dürfen.

Es wird um eine Anmeldung bis zum 01. November 2019 unter Angabe des Vor-und Nachnamens sowie der jeweiligen Organisation per Mail an evoked@geographie.uni-kiel.de gebeten.

Weitere Informationen gibt es in der Einladung und dem Projektflyer.

Lesvos: The Beautiful Prison – Filmvorführung und Diskussion am 11.01.2018 in Flensburg

Donnerstag, 11.01.2018, 19:00 – 21:00 Uhr
Die ganze Bäckerei
Hafermarkt 10, 24943 Flensburg

Film und Diskussion:

Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit den Geschichten und Erfahrungen von fünf Frauen auf der griechischen Insel #Lesvos. Lesvos war einer der wichtigsten Anlaufpunkte für Menschen, die sich auf dem Weg nach #Europa befinden.
Die Frauen im Film haben alle ihre eigene Geschichte darüber, wie sie die Insel erreichten. Zusammen bieten sie eine einzigartige Perspektive auf das, was auf Lesbos passiert ist und passiert:
Von den ersten Flüchtlingen auf der Insel, den Bedingungen im Flüchtlingslager Moria, autonomes Leben, Freundschaft und gegenseitige Hilfe in einem besetzten Gebäude mitten in Lesbos Hauptstadt.
Auf diese Weise zeigt der Dokumentarfilm die Brutalitäten des europäischen Grenzregimes. Gleichzeitig zeigt es Wege auf, in denen Menschen individuell und kollektiv versuchen, Momente und Räume der Menschlichkeit, Autonomiewürde und Freiheit herauszuarbeiten

The documentary engages with the stories and experiences of five women on the Greek island Lesvos. Lesvos has been one of the main arrival point for people on the move towards Europe. The women depicted in the movie all have their own story about how they reached the island. Together they offer a unique perspective on what happened and is happening on Lesvos: From the first refugees arriving on the island, the conditions in refugee camp Moria, autonomous living,  friendship and mutual aid in a squatted building in the middle of Lesvos‘ capital. This way the documentary shows the brutalities of the European border regime. At the same time it shows ways in which people, individually and collectively, try to carve out moments and spaces of humanity, autonomy dignity and freedom

www.lesvos-beautiful-prison.com

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein in Kooperation mit Aktivist*innen aus die ganze bäckerei

Atomgefahren im Ostseeraum – Diskussion und Vortrag am 17.5.2017 in Flensburg

Mittwoch, 17.05.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Die ganze Bäckerei
Hafermarkt 10, 24943 Flensburg

Die Ostsee ist infolge des minimalen Wasseraustausches mit dem Atlantik eines der am radioaktivsten belasteten Meere der Welt. Tschernobyl, Atomwaffentests und die WWA Sellafield waren die größten Verschmutzer in der Vergangenheit. Heute sind vor allem die vielen sogeannten „zivilen“ Atomanalgen zur fortgesetzten Verschmutzung durch die Freisetzung großer Mengen Radionuklide verantwortlich. Mehrere Regierungen im Wassereinzugsgebiet der Ostsee wollen diese radioaktive Kontamination der Region noch verstärken, wenn sie neue Uranabbaue, Atommülllager und Reaktorprojekte vorantreiben. Bis heute waren hier mehr als 60 Atomanlagen in Betrieb, laufen noch oder sollen demnächst errichtet werden.

Das Wasser verbindet die Gesellschaften im Wassereinzugsgebiet der Ostsee und macht sie zu engen Nachbarn – selbst wenn einige von ihnen mehr als tausend Kilometer voneinander entfernt liegen. Es umfasst die Hauptflächen von sieben Ländern: Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Russland, Deutschland und Belarus stellen weitere Gebiete des Wassereinzugsgebiets dieses Meeres. Die Ostsee ist nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für Millionen Menschen, sondern auch ein bedeutendes Erholungsgebiet für viele weitere – und sie ist Transportmittel für giftige Immissionen aus mehr als 60 Atomanlagen, die Schadstoffe an Luft und Wasser abgeben. Somit verbindet die Ostsee Bedürfnisse und Interessen von menschlichen Zivilisationen aus einem großen Gebiet und formt damit eine einmalige Gemeinschaft.

Die Präsentation soll das Bewusstsein für die Risiken, denen wir durch die Atomkraft rund um die Ostsee ausgesetzt sind, erhöhen. Sie wird einen Überblick liefern und bietet detailliertere Einblicke zu konkreten Anlagen. Außerdem wird ein Eindruck von den Anti-Atom-Bewegungen in der Ostsee-Region verschafft.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein mit atomicbaltic.nuclear-heritage.net

Erhebliche Schäden durch Ostsee-Hochwasser in Flensburg

„Land unter“ in vielen Straßenzügen am Hafen – Neues Hotel Hafen Flensburg vom Hochwasser am stärksten betroffen

Ein Bericht von Jörg Pepmeyer

Erhebliche Überschwemmungen und Schäden verursachte das Ostsee-Hochwasser am 4. und 5. Januar in Flensburg. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde das neue Hotel Hafen Flensburg an der Schiffbrücke. Dort stand das Wasser bis zu 1,40 Meter hoch.

Dass Flensburg im Gegensatz zu anderen Regionen Norddeutschlands und Schleswig-Holsteins vom Sturmtief Axel relativ unbehelligt blieb, mag den Eindruck vermittelt haben, das sei ja alles halb so schlimm. Offensichtlich nahmen deshalb viele FlensburgerInnen das bereits Tage zuvor angekündigte Hochwasser nicht so richtig ernst. Einige Zeitgenossen hielten denn auch die Warnungen der Wetterdienste für überzogen, wurde in den sozialen Medien bereits von Panikmache gesprochen. Vor allem diejenigen KFZ-Besitzer, die ihre Autos am Hafen geparkt hatten, mussten aber einsehen, dass diese Warnungen nicht unbegründet waren, denn das Wasser stieg ab dem späten Nachmittag rasend schnell. Während es am frühen Abend bereits über die Kaikante am Flensburger Hafen lief und um 20.00 Uhr schon fast knietief die Schiffbrücke überschwemmte, standen etliche Autos noch auf dem hafenseitigen Parkplatz an der Schiffbrücke. Die wurden dann im Verlauf des Abends entweder für teures Geld abgeschleppt oder von ihren überraschten Haltern relativ zügig und mit nassen Füßen aus der Gefahrenzone entfernt.

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Hochwasser in Flensburg 4./5. Januar 2017: Schiffbrücke und Willy Brandt Platz um Mitternacht (Foto: Jörg Pepmeyer)

Um 22.00 Uhr war dann aufgrund der aktuellen Nachrichten jedoch klar, dass die Hochwasserspitze tatsächlich mit rund 1,50 Meter über dem mittleren Wasserstand spätestens um Mitternacht Flensburg erreichen würde und möglicherweise sogar noch erheblich höher werden könnte. Schlussendlich erreichte nach Angabe von PEGELONLINE um 0:51 Uhr das Wasser in Flensburg bei 1,79 Meter über normal seinen Höchststand. Schon vorher meldeten dann auch viele Kneipen und Geschäfte am Hafen „Land unter“. Vor allem am Willy-Brandt-Platz, der  Schiffbrücke und am Norderhofenden schwappte das Wasser nicht nur über die Gehsteige, sondern lief auch in tiefer gelegene Gaststätten, Geschäftsräume und Keller.

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Hochwasser in Flensburg 4./5. Januar 2017: Oluf-Samson-Gang um Mitternacht (Foto: Jörg Pepmeyer)

Auch im Oluf-Samson-Gang, in der Kompagniestraße und am Kompagnietor lag der Pegel zeitweise bei mehr als einen halben Meter. Und selbst der Hafendamm unterhalb der Bahnüberführung glich einer Seenplatte.

Während viele Anlieger der vom Hochwasser betroffenen Straßenzüge sich auf die immer mal wieder auftretenden Fluten mehr oder weniger eingerichtet haben und entsprechende Vorkehrungen trafen, um die Schäden möglichst gering zu halten, erwischte es das neue Hafenhotel an der Schiffbrücke mit voller Wucht. Schon am frühen Abend versuchte man dort mit Sandsäcken und Hochwasser-Schotts alle kritischen Gebäudeeingänge zu sichern.

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Hochwasser in Flensburg 4./5. Januar 2017: Überfluteter Innenhof Hotel Hafen Flensburg gegen 1:00 Uhr (Foto: Jörg Pepmeyer)

Doch das Wasser kam derartig schnell und drückte die Barrieren einfach zur Seite, stieg über die eigens eingesetzten Schotts und überflutete in Windeseile weite Teile des Erdgeschosses sowie den Hof im hinteren Teil des Gebäudekomplexes. In einzelnen Bereichen und Gebäudeteilen stand das Wasser um Mitternacht bis zu 1,40 Meter hoch, drückte dabei Fenster und Türen ein, ergoß sich in die Fahrstuhl- und Versorgungsschächte und drohte sogar die bereits geräumte Tiefgarage des Hotels zu überfluten.

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Hochwasser in Flensburg 4./5. Januar 2017: Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Pumpen am Hotel Hafen Flensburg gegen 1:00 Uhr (Foto: Jörg Pepmeyer)

Die Flensburger Feuerwehr versuchte daher mit ihren Einsatzkräften und starken Pumpen noch mehr Schaden abzuwenden, dennoch konnte sie nicht verhindern, dass sich immer mehr Wasser auch über die von den Feuerwehrleuten gelegte Sandsack-Barriere den Weg in den Hof des Hafenhotels bahnte. Dort stand es um 1.00 Uhr nachts fast anderhatb Meter hoch und drückte gefährlich auf Fenster und Türen.

Über den Umfang der durch das Hochwasser verursachten Schäden konnten in der Nacht weder Mitarbeiter des Hotels, noch die Feuerwehrmänner konkrete Angaben machen.  Für das vor einem Monat eröffnete Vier-Sterne-Hotel und seine Belegschaft dürfte das alles jedenfalls ein herber Schlag sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich die möglichen Schäden in Grenzen halten und zügig behoben werden können und der Betrieb des Hotels auch in wirtschaftlicher Hinsicht damit nicht nachhaltig beeinträchtigt wird.

Zum Hochwasser in Flensburg auch ein Video des shz, das die Situation am Abend des 4. Januar um 21.30 Uhr am Flensburger Hafen und an der Schiffbrücke zeigt:

In Flensburg wurden am Mittwochabend erste Parkplätze in Wassernähe überspült. Gegen 21:30 Uhr erreichte das Wasser dann auch die Straße Schiffbrücke am nördlichen Ufer, woraufhin diese für den Straßenverkehr gesperrt wurde. Erste Keller liefen voll. Die Pegelstandsvorhersage des BSH rechnet für die Förde mit einem maximalen Wasserstand von rund 6,20 Meter. Das Video zeigt erste unkommentierte Aufnahmen vom Hochwasser im Flensburger Hafen.

Zum gleichen Thema und zum Wassereinbruch im Hotel Hafen Flensburg auch der Beitrag auf shz.de vom 5.1.2017:
Sturmflut in Flensburg : Hilferufe aus dem Hochwassergebiet
Wassermassen fluten die Schiffbrücke und sorgen für den Ausnahmezustand – besonders schlimm erwischte es das Hotel Hafen Flensburg
unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/hilferufe-aus-dem-hochwassergebiet-id15763871.html

Siehe zum Hochwasser auch den zusammenfassenden Beitrag mit Videos aus Kiel und Flensburg auf shz.de vom 5.1.2017:
Gesperrte Straßen, volle Keller: Sturmflut 2017 hinterlässt Schäden an der Ostseeküste
Es war die stärkste Sturmflut seit zehn Jahren – und sie war noch heftiger als zunächst erwartet.
unter: http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/gesperrte-strassen-volle-keller-sturmflut-2017-hinterlaesst-schaeden-an-der-ostseekueste-id15756981.html

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