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Hartz IV und Sanktionspraxis – Diskussionsveranstaltung mit der Jobcenter-Rebellin Inge Hannemann am 13.9.2013 in der Neustadt 21, Flensburg

Inge Hannemann, suspendierte Jobcenter-Mitarbeiterin aus Hamburg-Altona, verweigert sich der gängigen Sanktionspraxis

Vortrag und Diskussion mit Inge Hannemann
am Freitag, den 13.09.13 um 19.00 Uhr
in der Neustadt 21 (Alte Deutsche Bank), Flensburg 

Als Auftakt zur 6. bundesweiten Aktionswoche des Bedingungslosen Grundeinkommens hat die Flensburger Ortsgruppe der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen gemeinsam mit  der lokalen attac-Gruppe die ehemalige Arbeitsvermittlerin des Jobcenters HH-Altona Inge Hannemann eingeladen.

Inge Hanneman, auch als „whistleblowerin“  bekannt und seit April 2013 von der Arbeit freigestellt, wird am Freitag, den 13.09, in N21 (Alte Deutsche Bank) über ihre Erfahrungen im Altonaer Jobcenter sprechen und über den aktuellen Stand der juristischen Auseinandersetzungen mit ihrem bisherigen Arbeitgeber.
Seit ihrer Freistellung ist sie eine öffentlich umstrittene Person – sie befindet sich im Rechtsstreit mit der Bundesagentur für Arbeit, weil sie sich immer wieder kritisch zur Arbeitsweise der Jobcenter geäußert hat, zur Hartz IV Gesetzgebung und ihrer drakonischen Anwendung – sie prangert vor allem die entmündigende Sanktionspolitik an, die von den Ämtern immer wieder als Druck- und Repressionsmittel bei Erwerbslosen eingesetzt wird.
Seit 2011 schreibt sie systemkritische Anmerkungen auch öffentlich in ihrem Internetblog und dies in schonungslosem Ton. Seither nimmt der Ärger mit der Behörde zu. Sie erfährt aber auch zunehmend Solidaritätsbekundungen aus der gesamten Bevölkerung, nicht nur von bisherigen KollegInnen sondern auch von ehemaligen „Kunden“, Erwerbslosen- und Grundeinkommensgruppen bis hin zu prominenten PolitikerInnen, wie Katja Kipping und Heiner Geißler.
Noch kämpft sie darum zu ihrem alten Arbeitsplatz zurückkehren zu dürfen, was ihr, wie es in den Interviews heißt, aus politischen Gründen verwehrt wird,  zeitgleich organisiert sie sich mit MitstreiterInnen und setzt sich als erste „Hartz IV Klägerin“ eines deutschen Jobcenters für die Wiedereinführung eines unangetasteten Existenzminimums für alle ein, zum Beispiel in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens.
An den Vortrag schließt sich eine offene Diskussion an, in der wir Inge u. a. befragen wollen, welche radikalen Arbeitsmarktreformen in ihren Augen zu einer Entspannung und Humanisierung des Arbeitsmarktes führen würden und wie eine sinnvollere und gerechtere Verteilung gesellschaftlicher Arbeit in Zukunft aussehen könnte.

Ansprechperson: Katherine Dunning, Tel. 04622–2122 (AB)

Spannend und passend zum Thema auch der Beitrag auf altonabloggt: Bezirksversammlung Altona – Beratungsanspruch Eingliederungsvereinbarung unter: http://altonabloggt.wordpress.com/2013/09/05/bezirksversammlung-altona-beratungsanspruch-eingliederungsvereinbarung/

Zum Thema auch die Presse-Info der Bundesagentur für Arbeit 035 vom 14.06.2013 Inge Hannemann gefährdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter unter: http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2013/Presse-13-035.html

Zu Ingrid Hannemanns Beweggründen und Positionen empfehlen wir das untenstehende Video

Ein Gespräch mit „videoatonale“ Berlin vom 15. April 2013

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