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Zukunft zum Greifen nah – Bald Wasserstoff-Tankstelle in Flensburg?

Projektleiter der H2 Mobilty GmbH & Co.KG nehmen Flensburger Standorte ins Visier

Flensburg. Kein Verkehrslärm, keine Abgase und regionale Ressourcen als Antriebsenergie – das Konzept von Wasserstoffautos, deren Tank innerhalb von drei Minuten zu Dieselkosten befüllbar ist und deren Reichweite derzeit rund 500 km beträgt, überzeugt viele.  Voraussetzung zur alltäglichen Nutzung der modernen Wasserstofftechnologie ist jedoch eine entsprechende Tank-Infrastruktur, die bislang in Deutschland nur spärlich vorhanden ist. Mit dem Ausbau dieser Infrastruktur hat die Bundesregierung daher im Rahmen eines Projekts die zu diesem Zweck gegründete Firma H2 Mobility GmbH & Co.KG aus Berlin beauftragt. Deren Aufgabe ist es derzeit, bis 2018/2019 insgesamt 100 mit Bundesmitteln geförderte Wasserstofftankstellen in Deutschlands Metropolen zu errichten.

Dass nun auch Flensburg in die nähere Betrachtung gekommen ist, verdankt die  Stadt u.a. dem Engagement des Vereins „Erneuerbare Energie und Speicher e.V.“ und der  „Energie des Nordens GmbH & Co.KG“.  Diese waren nach Beteiligung an einer im März von H2 Mobility ausgelobten Ausschreibung und anschließender Präsentation in Berlin zwar in erster Instanz gescheitert. Dennoch scheinen die Flensburger mit ihren Argumenten  – Flensburgs Klimapakt, die Lage an der A7 und im Zentrum eines Einzugsgebiets von Kolding bis Hamburg und nicht zuletzt ihrem entschlossenen Engagement – nachhaltigen Eindruck in Berlin hinterlassen zu haben.

Am heutigen Donnerstag, 6. Juli kamen daher zwei Projektmanager der H2 Mobility nach Flensburg, um gemeinsam mit Paul Hemkentokrax, Vertretern von „Erneuerbare Energie und Speicher e.V.“ und  „Energie des Nordens GmbH & Co.KG“ sowie Oberbürgermeisterin Simone Lange mögliche Standort für eine Wasserstoff-Tankstelle in Flensburg ins Visier zu nehmen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange, die im Januar dieses Jahres eine Woche lang Gelegenheit hatte, selbst ein modernes Wasserstoffauto zu testen, ist begeistert:  „Für mich klingt das nach Zukunft- zum Greifen nah. Für Flensburg, unsere Stadt des Klimapakts, würde ich mir eine Wasserstoff-Tankstelle sehr wünschen.“ „Ich bin auf jeden Fall überzeugt, sollte es mit dem Ausbau  klappen, bin ich als erste mit am Start.“ so die Oberbürgermeisterin weiter.

Auf dem Foto (von links nach rechts): Paul Hemkentokrax (Geschäftsführer Aktiv Bus), Mike Hutmacher (Projektmanager H2 Mobility), Lorenz Jung (Projektleiter H2 Mobility), Marko Bartelsen (Energie des Nordens GmbH & Co KG), Oberbürgermeisterin Simone Lange, Dr. Peter Harms (Vorsitzender Verein Erneuerbare Energie und Speicher e.V.) und Ulrich Jochemsen (Pionier Erneuerbare Energien)

 

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Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange testet Wasserstoff-Auto

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Henning Brüggemann (Klimapakt-Vorsitzender), Simone Lange (Oberbürgermeisterin Stadt Flensburg) sowie Reinhard Christiansen und Marko Bartelsen (beide Energie des Nordens GmbH) (v.l.n.r.). freuen sich über das Zukunftspotenzial der innovativen Wasserstoff-Mobilität.

2018 erste Wasserstofftankstelle in Haurup

Flensburg. Gleich zu Beginn Ihres Amtsantrittes testet Oberbürgermeisterin Simone Lange für drei Tage ein Wasserstoff-Auto. Das innovative Fahrzeug der Marke Hyundai ix35, das eine maximale Reichweite von 594 Kilometern besitzt, hinterlässt im Fahrbetrieb keine Emissionen. „Es ist ein völlig neues Fahrgefühl – nicht nur wegen der Geräuschlosigkeit, sondern auch weil man überhaupt kein schlechtes Gewissen mehr beim Autofahren haben muss“, so Simone Lange. Auch Bürgermeister und Klimapakt-Vorsitzender Henning Brüggemann ist begeistert: „Die Wasserstoff-Technologie besitzt ein enormes Zukunftspotenzial und wird damit auch zunehmend ein Thema für den Klimapakt Flensburg werden“. Initiator der außergewöhnlichen Probefahrt war Reinhard Christiansen, Geschäftsführer der Firma „Energie des Nordens“, der mit seinem Unternehmen den Bau einer Wasserstoff-Tankstelle plant. Im 1. Quartal 2018 soll die erste Wasserstoff-Tankstelle Schleswig-Holsteins in Haurup (Amt Handewitt) eröffnet werden: „Ohne die entsprechende Tankinfrastruktur können keine Wasserstoff-Autos gekauft werden. Deshalb fangen wir mit dieser Pionierarbeit jetzt an. Damit hat Schleswig-Holstein gute Chancen Vorreiter auf allen Gebieten der Erneuerbaren Energien zu werden“, so Christiansen. Nicht nur deswegen denkt Simone Lange auch schon zukunftsorientiert an die mögliche Anschaffung eines neuen Dienstwagens nach. Damit setzt sie ein klares Zeichen für den Einsatz von weiteren erneuerbaren Energien in der Klimastadt/Region Flensburg.

Hintergrund: Bau einer Wasserstoff-Tankstelle in Haurup
Die Energiewende umfasst viele Sektoren: Strom, Wärme und Mobilität. Im Rahmen des Förderprogramms NEW4.0 wird der Elektrolyseur im Raum Handewitt gefördert. Der geplante Elektrolyseur wandelt den Windstrom um in Wasserstoff. Dieser soll nicht nur in die naheliegende Gasleitung eingespeist werden, sondern auch über eine Tankstelle an Kraftfahrzeuge abgegeben werden. Erst wenn im Norden Schleswig-Holstein eine Tankstelle für Wasserstoff zur Verfügung steht, kann die Mobilitätswende ausgedehnt werden auf Kraftfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik. Der zurzeit noch große Vorteil gegenüber Kraftfahrzeugen mit Akkus und Kabelbetankung besteht in der kurzen Betankungszeit in nur drei Minuten und in der großen Reichweite.

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