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Stadtwerke Flensburg lösen Kohlehalde auf

Flensburg: Die Stadtwerke Flensburg lösen ihre für kalte Winter als Reservevorrat angelegte Kohlehalde auf. Grund dafür sind stillgelegte Kohlekessel und der Einsatz der im vorigen Jahr in Betrieb genommenen, umweltfreundlicheren Gas- und Dampfturbinenanlage.

Kohlehalde der Stadtwerke an der Batteriestraße

Seit Anfang August tragen die Stadtwerke Flensburg ihre 36.000 Tonnen schwere Kohlenhalde in der Batteriestraße ab. Die Kohle wurde seit 1990 als Reserve gelagert, um z.B. in zu kalten Wintern und bei Ausfall einer Kohlelieferung über den Seeweg aufgrund einer zugefrorenen Ostsee genug Vorrat zu haben. „Auf diese Reserve können wir nun verzichten, weil die GuD-Anlage zum Einsatz kommt. Umgerechnet sparen wir so rund drei Kohleschiffe ein.“ erklärt Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg.

Mit dem Betrieb der GuD-Anlage Ende vorigen Jahres wurden zwei alte Kohlekessel ersetzt und stillgelegt. Damit haben die Stadtwerke ihren Brennstoffmix, der vor dem Bau der GuD-Anlage aus Steinkohle, Ersatzbrennstoffen und Holzhackschnitzeln bestand, um den Energieträger Erdgas erweitert. „Die Bedeutung der Kohle nimmt für uns Stadtwerke weiter ab.“ so Maik Render weiter. „Aus den verschiedenen Energieträgern, die wir bei der Strom- und Wärmeproduktion einsetzen können, ergeben sich unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten und Fahrweisen. Je nachdem welche Kombination wirtschaftlicher ist, kommen z.B. entweder Kohle oder Erdgas zum Einsatz.“

Bis Oktober wird das Umlagern der Kohle andauern. Dafür haben die Tochtergesellschaften der Stadtwerke Aktiv Bus und das Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) LKWs, technisches Gerät sowie das Personal zur Verfügung gestellt.

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Stadtwerke Flensburg GmbH: 7,6 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2016

SWFL_Panorama

Sinkender Gewinn aufgrund des schwierigen Marktumfeldes und hoher Investitionen in neue Geschäftsfelder

Überschuss Stadtwerke Konzern 2016 nur bei 6,6 Mio. Euro – 2015 lag der Überschuss nach Steuern bei 8,8 Mio. Euro und 2014 bei 10,9 Mio. Euro

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Mit 401,6 Millionen Euro Umsatz in der Unternehmensgruppe haben die Stadtwerke Flensburg im letzten Jahr erstmals die 400 Millionen-Euro-Umsatzgrenze überschritten. In der Stadtwerke Flensburg GmbH liegt der Umsatz bei 388 Mio. Euro. Das operative Ergebnis der GmbH liegt mit 23,2 Millionen Euro im dritten Jahr in Folge bei über 23 Millionen Euro. Vom Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 7,6 Millionen Euro gehen 3 Millionen Euro an den 100%igen Anteilseigner, die Stadt Flensburg.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes haben die Stadtwerke sich gut am Markt behauptet und ihr Wachstum nachhaltig fortgesetzt. So stieg der Umsatz im Kerngeschäft mit Energie und Trinkwasser auch im letzten Jahr weiter von 380,3 auf 387,6 Mio. Euro.

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht sich in dem eingeschlagenen Kurs bestätigt: „Das gute Unternehmensergebnis 2016 zeigt, dass wir uns in unserem Kerngeschäft gut auf den Markt mit seinen sich ständig ändernden Rahmenbedingungen eingestellt haben. Im Hinblick auf die Zukunft des Unternehmens können und werden wir nicht nur Strom, Wasser und Fernwärme produzieren und verkaufen, sondern uns auch weitere Standbeine schaffen. In den nächsten Jahren werden wir unsere Heimatstadt Flensburg mit den Nachbargemeinden Glücksburg und Harrislee komplett mit Glasfaserkabeln ausstatten, um Bürger und Unternehmen digital zukunftssicher zu machen. Wir wollen dies Stadtteil für Stadtteil umsetzen. In den ersten drei Gebieten ist das im Hinblick auf die zahlreichen Vertragsabschlüsse schon sehr erfolgreich gelaufen. Zusätzlich bieten wir nun auch bundesweit Erdgas für Privatkunden und Unternehmen an. Auch hier konnten wir schon einige Tausend Erdgaskunden von unserem Angebot überzeugen.“

Die Basis für das operative Geschäft haben die Stadtwerke im letzten Jahr zusammen mit Aufsichtsrat und Gesellschafter intensivst überprüft. Ergebnis ist die Strategie „Klar auf Kurs – Energie mit Zukunft“. Dazu Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender des Flensburger Energieversorgers: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, neben den jährlichen Kennzahlenberatungen unsere Strategie alle fünf Jahre gründlich zu überprüfen. In 2016 wurde in enger Abstimmung mit dem Gesellschafter Stadt dieses Review zum zweiten Mal durchgeführt und die Gesamtstrategie grundsätzlich bestätigt. Nach Jahren der Konsolidierung zeigen die stabilen Ergebnisse der letzten drei Jahre, dass die strategischen Zielsetzungen richtig waren und sind. Die Neuorientierung in der Unternehmensführung hat sich bewährt. Jetzt weitere Schritte zu machen und zum Beispiel im neuen Geschäftsfeld Telekommunikation sehr hohe, aber sinnvolle Investitionen in die Region zu geben, ist eine strategische Weiterentwicklung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger mit erheblichen Vorteilen für die Stadt Flensburg und die Umlandgemeinden. Für den Konzern Stadtwerke wird es positive Effekte haben ohne dass die Versorgungssicherheit zu günstigen Preisen im Kerngeschäft gefährdet wird.“

Das bestätigen auch die Spartenergebnisse, bei denen das Stromgeschäft umsatzseitig klar an erster Stelle steht.

Strom – Absatz wächst

Im letzten Jahr ging der Stromabsatz an Endkunden durch Kundengewinne um 3,6% auf 1.551 Gigawattstunden (GWh) nach oben. Da der Stromabsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant blieb, konnten die Stadtwerke mit deutlich mehr als 200.000 Privat- und Geschäftskunden auch ihren Marktanteil leicht steigern. 81,7% seines Stromabsatzes tätigt der Flensburger Stromanbieter inzwischen außerhalb der Region. Tendenz weiter steigend.

Fernwärme – etwas zu warm

Mit 966 GWh lag der Fernwärmeabsatz zwar 4% über dem Vorjahreswert, aber immer noch unter dem durchschnittlichen Absatz der letzten fünf Jahre von knapp 1.000 GWh. Mit der Versorgung von weit über 90% aller Flensburger mit Fernwärme ist dies nicht nur eine der weltweit höchsten Abdeckungsdichten, sondern auch ein bedeutendes Geschäftsfeld für die Stadtwerke. 18,5% ihres Umsatzes machen sie in diesem Versorgungssegment.

Trinkwasser – konstant

Der Trinkwasserabsatz lag bei 4,8 Mio. m³ und veränderte sich in den letzten Jahren nur noch im Nachkommabereich. Unabhängig davon ist die Flensburger Trinkwasserqualität hervorragend, sowohl wertetechnisch als auch geschmacklich.

Telekommunikation und bundesweiter Erdgas – Einstieg

Gleich in zwei neuen Geschäftsfeldern sind die Stadtwerke nun tätig: in der Region (Flensburg, Glücksburg und Harrislee) ist der Einstieg in den Telekommunikationsmarkt mit Glasfaser sehr gelungen, im Erdgas wurde der bundeweite Markteintritt erfolgreich realisiert. Zwei neue Standbeine, die das Geschäftsfeld des Unternehmens erweitern und die Ergebnislage stabilisieren werden.

Kessel 12 – weniger CO2 für die Umwelt

128 Millionen Euro hat der Flensburger Energieversorger in das Kessel 12-Projekt investiert. Am 4. Oktober 2016 erfolgte die kommerzielle Inbetriebnahme der erdgasbetriebenen, neuen Gas- und Dampfturbinen-(GuD)-Anlage, dem Hauptbestandteil des Projektes. Sie ersetzt zwei alte Kohlekessel und produziert 40% weniger CO2-Emissionen bei gleicher Energiemenge. Sowohl die zeitliche Vorgabe als auch das Budget lagen voll im Plan.

Die Anlage ist jetzt einige Monate im Betrieb und bestätigt die in sie gesetzten Erwartungen. Die GuD-Anlage kann deutlich schneller hochgefahren werden als Kohlekessel und eröffnet so zusätzliches Umsatzpotential am Spot- oder Regelenergiemarkt für Strom.

Ökologisches

Neben der Inbetriebnahme der neuen GuD-Anlage reduzieren die Stadtwerke auch in ihren herkömmlichen Kesseln den Kohleanteil. Im letzten Jahr hat das Unternehmen 17.626 t Ersatzbrennstoffe mit 69,5 Prozent biogenen Anteilen, sowie 6.439 t Holzhackschnitzel und 384 t Altholz eingesetzt. Dadurch wurden 12.893 t Kohle verdrängt und ein Ausstoß von 22.878 t CO2 vermieden (Vorjahr 22.256 t).

Töchter und Beteiligungen

Hier haben die Stadtwerke den Umstrukturierungsprozess abgeschlossen und fokussieren sich zukünftig auf die kommunalen Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bäderbetrieb. Hier konnte das Campusbad im letzten Jahr mit 286.009 Gästen wieder einen neuen Besucherrekord verbuchen. Die Aktiv Bus GmbH, die den ÖPNV in Flensburg betreibt, konnte 2016 ein sechsstelliges Ergebnis vorweisen und ist damit eines der wenigen deutschen ÖPNV-Unternehmen, dass „schwarze Zahlen“ schreibt.

Mitarbeiter

Zum Bilanzstichtag beschäftige die GmbH im Energie-und Wassergeschäft – ohne Auszubildende – 638 Mitarbeiter (Vorjahr 627). Die Anzahl der Auszubildenden betrug 59 (Vorjahr 63). Im Konzern stieg die Mitarbeiterzahl von 792 auf 804, die Zahl der Auszubildenden wuchs von 64 auf 68.

Zu den obenstehenden Zahlen ein Hinweis und Kommentar von Jörg Pepmeyer:

Stadtwerke-Jahresabschluss 2016: Ein bisschen Zahlen aufhübschen kann ja nicht schaden!

Stadtwerke Konzern sogar nur mit einem Jahresüberschuss von 6,6 Mio. Euro und einem Bilanzgewinn von 3,6 Millionen Euro

Achtung: Die oben genannten Zahlen beziehen sich nur auf die Stadtwerke GmbH mit ihren Unternehmenssparten und nicht auf die Stadtwerke Flensburg als Konzern mit den verschiedenen Tochterunternehmen und Beteiligungen.

Die G & V Stadtwerke Flensburg Konzern ist insofern aufschlussreich, als der dort ausgewiesene Gewinn um eine Million Euro kleiner ist, als für die Stadtwerke GmbH. Und das hat insbesondere auch mit den Stadtwerke-Töchtern zu tun. Lediglich die Aktiv-Bus verbuchte mit 135.000 Euro einen ordentlichen Gewinn und für die Campusbad Vermietungsgesellschaft mbH wird ein Jahresergebnis von 35.356,45 Euro ausgewiesen. Für die meisten Gesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge, damit trägt die Stadtwerke-Konzernmutter aber auch die Verluste. Und der Rest der Töchter, wie die Hafen GmbH, die Betreibergesellschaft des Campusbades, der Flughafen Schäferhaus und das AWZ machten wieder ganz erhebliche Verluste. Für die Zentral-Omnibus-Bahnhof Flensburg GmbH, an der die Stadtwerke mit 20% beteiligt sind, liegt noch gar kein Jahresabschluss 2016 vor.
Somit ergibt sich als Konzernjahresüberschuss ein Betrag von 6.596.440,09 Euro. Abzüglich der 3 Millionen, die an die Stadt Flensburg abgeführt werden müssen, bleibt ein Konzern-Bilanzgewinn von lediglich 3,6 Millionen Euro.

Damit hat sich der Bilanzgewinn im Vergleich zu 2015 fast halbiert. Und der Gewinn ist auf den Gesamt-Umsatz für den Stadtwerke Konzern bemessen, weniger als ein Prozent! Andererseits haben die Stadtwerke über 150 Millionen Euro an Krediten aufgenommen. Angesichts möglicher Zinsrisiken ist der ausgewiesene Bilanzgewinn deshalb nicht unbedingt üppig. Was gleichzeitig bedeutet, das bald wohl wieder Preiserhöhungen anstehen dürften?

Und bis heute haben die Stadtwerke Flensburg nicht dargelegt, in welchem Umfang das gescheiterten KWkplus-Projekt, also die Mitverbrennung von sogenannten „Ersatzbrennstoffen“, biogenen Ersatzbrennstoffen, Holzhackschnitzeln und Altholz die Bilanz der Stadtwerke weiterhin belasten. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 60 Mio. Euro startete das Projekt Ende 2007 und erreichte auch nicht annähernd die gesteckten Planziele.

Siehe hierzu auch die G & V Stadtwerke Flensburg Konzern  im SWF-Geschäftsbericht 2016 auf Seite 60 und 61:

Zur Ertragslage Stadtwerke Flensburg Konzern und den Verlusten der verbundenen Unternehmen die Angaben im  SWF-Geschäftsbericht 2016 auf S. 48 und 49:

An dem Geschäft der Stadtwerke Flensburg Gruppe hat das Energiegeschäft der Muttergesellschaft den bei weitem größten Anteil. Der Konzernumsatz ist im Jahr 2016 um 5,9 Mio. EUR auf 401,6 Mio. EUR gewachsen (Vorjahr 395,7 Mio. EUR). Treiber dieser Entwicklung waren das bundesweite Stromendkundengeschäft sowie der preisbedingte Mehrerlös in der Fernwärme. Der deutliche Rückgang der im Großhandelsmarkt Strom erzielen Umsätze konnte mehr als kompensiert werden.

Auch in 2016 ist das Stromgeschäft der Muttergesellschaft der Hauptumsatzträger, wobei der Schwerpunkt auf dem bundesweiten Endkundengeschäft liegt. Der deutschlandweite Stromabsatz in andere Netzgebiete erreichte in 2016 einen Anteil von 81,7 Prozent am gesamten Stromabsatz des Unternehmens (Vorjahr 80,9 Prozent). Nur noch 18,3 Prozent gingen in das eigene Netzgebiet.

Die Gesamtzahl der außerhalb Flensburgs versorgten Produktkunden ist gegenüber dem Vorjahr um rd. 15.000 bzw. rd. 10 Prozent auf rd. 162.800 gestiegen. Zugleich war die Zahl der Produktkunden im eigenen Netzgebiet mit rd. 1.500 bzw. rd. 2,5 Prozent auf rd. 55.500 rückläufig.

Während im eigenen Netzgebiet der Stromabsatz insgesamt mit -0,6 Prozent (-1,7 GWh) nahezu stabil blieb, nahm der Absatz der Stadtwerke Flensburg in den anderen Netzgebieten um 54,9 GWh zu. Insgesamt ergab sich in dem Stromsegment ein Anstieg des Vertriebsabsatzes um 53,2 GWh von 1.498,1 GWh auf 1.551,3 GWh.

Der vor allem durch Witterungseffekte beeinflusste Fernwärmeabsatz übertraf mit 966,4 GWh das Vorjahr (928,8 GWh). Daraus resultiert ein Umsatz von 71,1 Mio. EUR (Vorjahr
67,2 Mio. EUR).

Bei den verbundenen Unternehmen traten im Einzelnen die folgenden Entwicklungen ein:

Aktiv Bus erzielte in seinem Busverkehrs- und Transportgeschäft einen Jahresüberschuss.

Die Hafen GmbH sah sich mit einem weiter zurückgehenden Güterumschlag konfrontiert. Weniger Umsatzerlöse und höhere Aufwendungen führten zu einem gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Betriebsverlust.

Für die FFB verbinden sich Vorhaltung und Betrieb der regionalen Infrastruktureinrichtung Flughafen Flensburg-Schäferhaus mit hohen Fixkosten, wodurch die Spielräume für grundlegende Veränderungen der Kostensituation begrenzt sind. Insgesamt ergab sich für das Unternehmen ein Verlust über dem Vorjahr.

Bei der AWZ endete das Geschäftsjahr mit einem gegenüber dem Vorjahr geringeren Jahresverlust.

Die FöB GmbH als Betreiberin des Flensburger Campusbades verzeichnete eine erneute Zunahme der Besucherzahlen und damit die bisher höchste Jahresbesucherzahl seit der Eröffnung des Bades. Das Jahr endete mit einem gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Betriebsverlust.

Die CBVG als Vermieterin des Flensburger Campusbades erzielte einen Jahresüberschuss.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 3,9 Mio. EUR um 5,1 Mio. EUR unter dem Vorjahr (9,1 Mio. EUR). Der Unterschied zum Vorjahr resultiert zum Teil aus der Anwendung der Neudefinition der Umsatzerlöse gemäß BilRUG ab dem01.01.2016, die sich mit rd. 1,4 Mio. EUR auswirken. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und die periodenfremden Erträge fallen im Geschäftsjahr insgesamt um 2,3 Mio. EUR geringer aus.

Der Materialaufwand – die bei weitem größte Aufwandsposition im Konzern – liegt mit rd. 296,9 Mio. EUR um rd. 2,6 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Darin spiegeln sich die gesunkenen Marktpreise für Strom- und Kohlebeschaffungen der Muttergesellschaft wider.

Gestiegen sind die Aufwendungen für den Gasbedarf der Erzeugungsanlagen. Die im Materialaufwand enthaltenen Aufwendungen für bezogene Leistungen bewegen sich mit 20,7 Mio. EUR rd. 2,6 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau.

Mit rd. 50,5 Mio. EUR liegt der Personalaufwand etwas über dem des Vorjahres. Zum Bilanzstichtag hatte der Konzern – ohne Auszubildende – eine Personalstärke von 804 Mitarbeitern (Vorjahr 792). Die Anzahl der Auszubildenden betrug 68 (Vorjahr 69).

Die Abschreibungen weisen einen Anstieg zum Vorjahr von rd. 4,2 Mio. EUR auf. Dies resultiert im Schwerpunkt aus dem Zuwachs des Anlagevermögens mit den neuen Erzeugungsanlagen der Muttergesellschaft. Durch den Abschluss der Maßnahmen verzeichnen diese Vermögensgegenstände nun ihren Abschreibungsbeginn oder sind bereits in der ganzjährigen Abschreibung.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 21,9 Mio. EUR mit 2,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Aus der operativen Geschäftstätigkeit ergibt sich somit ein
Ergebnis über alle Konzern-Geschäftsfelder von 16,5 Mio. EUR (Vorjahr 20,7 Mio. EUR).
Das negative Finanzergebnis fällt mit -5,6 Mio. EUR leicht besser aus als im Vorjahr (-5,9 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung aller dieser Effekte wird insgesamt ein Ergebnis vor Steuern von knapp 11,0 Mio. EUR (Vorjahr 14,9 Mio. EUR) erwirtschaftet.

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ermittelt sich ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 7.180 TEUR und unter Abzug der sonstigen Steuern ein Konzernjahresüberschuss von 6.596 TEUR.

SWF-Geschäftsbericht 2016 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2016 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke GmbH,  den Stadtwerke-Konzern mit den Tochter- bzw. verbundenen Unternehmen gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2016.pdf

Zum Jahresabschluss 2015 der Stadtwerke Flensburg (übrigens, in der SWF-Pressemitteilung wird der Überschuss fairerweise für den Gesamtkonzern angegeben), den entsprechenden Vergleichszahlen und mit einem Kommentar von Jörg Pepmeyer der AKOPOL-Beitrag vom 26. Mai 2016 : Stadtwerke Flensburg: 8,8 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2015 unter: https://akopol.wordpress.com/2016/05/26/stadtwerke-flensburg-88-mio-euro-ueberschuss-im-geschaeftsjahr-2015/

Zum Jahresabschluss 2016 der Stadtwerke Flensburg siehe auch den Beitrag von Carlo Jolly vom 30.5.2017 auf shz.de Stadtwerke Flensburg : Mehr als 200.000 Kunden beziehen Strom aus Flensburg
unter: https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/mehr-als-200-000-kunden-beziehen-strom-aus-flensburg-id16932126.html

Flensburger Stadtwerke starten Vermarktung für schnelles Internet in der Gartenstadt Weiche ab April 2017

Glasfaser ist grün – Stadtwerke mit kompletten Produktsortiment der Telekommunikation mit Internet, Telefon und Fernsehen

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: In Tarup hat die Glasfaser-Einführung und Inbetriebnahme hervorragend geklappt. In Engelsby reichte der Platz für die Einführungsveranstaltung der Stadtwerke in der Kurt-Tucholsky-Schule kaum aus. Mehr als 500 Gäste wollten sich dort über ihr Glasfaserangebot informieren. Eine hohe, zweistellige Kundenzahl hat auch schon den Vertrag abgeschlossen. Und jetzt ist der nächste Stadtteil dran. Ab April 2017 können sich die Anwohner der Gartenstadt Weiche für einen schnellen Glasfaseranschluss der Stadtwerke mit konstant hohen Übertragungsraten entscheiden.

Glasfaser wird in der digitalen Welt immer unverzichtbarer. Mit diesem Übertragungsmedium können neue Angebote wie Telemedizin, E-Learning, Altersgerechte Assistenzsysteme, E-Government, hochauflösendes Fernsehen oder Streaming-Dienste optimal genutzt werden. Ohne Glasfaser wird eine Teilnahme an der digitalen Welt irgendwann kaum noch möglich sein. Sie ist nach Ansicht der Stadtwerke und Experten das Kommunikationsmedium der Zukunft. Nur sie liefert störungsfrei konstant hohe Übertragungsraten.

Damit alle Einwohner in Flensburg, Glücksburg und Harrislee nicht digital zurückbleiben müssen, bauen die Stadtwerke Flensburg ihr mehr als 450 km langes Glasfasernetz kontinuierlich aus. Stadtteil für Stadtteil. Jahr für Jahr.

Vorgezogen haben die Stadtwerke jetzt den Anschluss der Gartenstadt Weiche. Hier sind aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen die Übertragungsraten zum Teil so niedrig, dass viele digitalen Möglichkeiten nicht oder nur mit großen Einschränkungen genutzt werden können. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren keine größeren Verbesserungen zu erwarten sind, während im Gegenzug die Anforderungen an die digitalen Übertragungsraten weiter steigen werden. Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, freut sich, dafür kurzfristig eine Lösung anbieten zu können: „Der Ausbau der Gartenstadt Weiche war für dieses Jahr noch nicht geplant. Wir haben aber gesehen, dass hier kurzfristigerer Handlungsbedarf besteht und uns entschieden, hier schon dieses Jahr aktiv zu werden. Ich freue mich, dass uns der Aufsichtsrat und auch heute die Gesellschafterversammlung die Freigabe für die vorgezogene Investition im siebenstelligen Bereich gegeben hat und wir in der Gartenstadt starten können.“ Ulla Meixner, Geschäftsbereichsleiterin Telekommunikation bei den Stadtwerken, ergänzt: „Ich finde es toll, dass wir zusammen mit Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter so schnell eine Lösung für die besondere Situation in der Gartenstadt Weiche gefunden haben. Jetzt können wir dort umgehend die digitale Versorgung optimieren und zukunftsfähig machen. Darunter werden die anderen Stadtteile der Region nicht leiden. Es war ohnehin geplant, die Gartenstadt Weiche mit Glasfaser zu erschließen. Wir machen das jetzt nur etwas früher als geplant. Dadurch wird aber kein anderer Haushalt in der Region seinen Glasfaseranschluss später erhalten als vorgesehen, da wir mit dem vorgezogenen Budget zusätzliche Kapazitäten für die Gartenstadt Weiche schaffen konnten.“

Wie in allen anderen Stadtteilen, wird es auch wieder eine Informationsveranstaltung geben, auf der die Bürger sich persönlich informieren können. Ort und Zeit geben die Stadtwerke noch bekannt. Matthias Winter, Abteilungsleiter Telekommunikation, rechnet mit hoher Resonanz: „In Tarup und Engelsby haben wir viele Kunden in kurzer Zeit von unserem Glasfaserangebot überzeugt. In der Gartenstadt Weiche müsste das Interesse aufgrund der speziellen Situation sehr hoch sein und wir hoffen auch hier auf viele Interessenten.“

Zusätzlich zu der allgemeinen Informationsveranstaltung wird die Telekommunikationsabteilung der Stadtwerke auch wieder eine persönliche, individuelle Beratungsgespräche anbieten. Termin und Ort folgen ebenfalls.

Wie in den anderen Stadtteilen auch, erhalten alle, die sich im Aktionszeitraum für den Glasfaseranschluss entscheiden, diesen kostenfrei und sparen so rund 1.000 Euro.

Neben dem reinen Glasfaseranschluss liefern die Stadtwerke das komplette Produktsortiment der Telekommunikation mit Internet, Telefon und Fernsehen. Die „Förde-Flat“ bietet dafür zunächst zwei Wahlmöglichkeiten. Je nach Bandbreitenbedarf kann der Kunde zwischen 60 Mbit/s im Download und 15 Mbit/s im Upload oder 120 / 60 Mbit/s wählen. Kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen inklusiv. Für Geschäftskunden gibt es Förde-Flat Business mit symmetrischen Bandbreiten und individuelle Lösungen für Unternehmen mit speziellen Anforderungen.

Die Telefonie-Flatrate gilt nicht nur im deutschen, sondern auch für Anrufe ins dänische Festnetz. Wer weder Telefon noch TV über Glasfaser möchte, findet auch ein reines Internet-Produkt.

Selbstverständlich bieten die Stadtwerke auch eine telefonische Beratung an: Unter der Telefonnummer 487-4477 beantwortet das Service-Center Fragen zu Glasfaseranschluss und Produkten von montags – freitags von 8:00 – 20:00 und samstags von 10:00 – 16:00 Uhr.

Der große Vorteil von Glasfaser ist die hohe Stabilität und Geschwindigkeit der Datenlieferung, gerade wenn eine Glasfaserleitung wie beim StadtwerkeAnschluss bis ins Haus oder die Wohnung des Nutzers gelegt wird. Die Übertragungsraten bleiben immer konstant so hoch wie sie der Nutzer mit seinem Produkt gebucht hat, egal wie viele andere Surfer gerade online sind. Dies ist bei Kupfer- oder Koaxialkabelanschlüssen nicht so. Hier sinken die Datenübertragungsraten kontinuierlich mit jedem Nutzer, der online geht.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.swfl-glasfaser.de oder über die Stadtwerke Website www.stadtwerke-flensburg.der.

Energieversorgung der Zukunft – Diskussionsveranstaltung am 02.02.2017 um 18:30 Uhr in der Phänomenta Flensburg

Wird die Energiewende gelingen und fühlen sich die Menschen dabei mitgenommen?
Haben wir die richtigen Rezepte in Flensburg und wird die Energie in der modernen Stadt für alle bezahlbar bleiben?

Um diese und viele andere Fragen rund um das Thema Energieversorgung zu diskutieren, lädt die Flensburger SPD am Donnerstag, den 2. Februar 2017 um 18:30 Uhr in die Pänomenta, Norderstr. 157-163 in Flensburg ein.

Es diskutieren
– die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, Expertin für Erneuerbare Energien und Umweltwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion
– und der Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, Dipl.-Ing. Maik Render.

Moderation: Prof. Dr. Heiner Dunckel.

Stadtwerke Flensburg: 8,8 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2015

SWFL_PanoramaStadtwerke Flensburg mit guten Zahlen – Jahresabschluss 2015

(Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg) Im fünften Jahr der Strategie „Energie im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ haben die Stadtwerke Flensburg ihr Geschäft nachhaltig stabilisiert. Mit einem Konzern-Umsatz von fast 400 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss nach Steuern von 8,8 Millionen Euro nutzt das Unternehmen die Chancen des Energiemarktes und ist gut für die Zukunft aufgestellt. Das operative Ergebnis von 23,7 Millionen Euro ist das zweite gute positive Ergebnis in Folge.

Wie sehen die Zahlen im Detail aus? Im Konzern stieg der Umsatz auf 395,7 Mio. Euro (VJ 392,2 Mio. Euro) und ist von der 400 Mio.-Euro-Marke nicht mehr weit entfernt. Annähernd analog ging der Umsatz im Kerngeschäft mit Energie und Trinkwasser nach oben (380,1 Mio. Euro zu 376,4 Mio. Euro im VJ).

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist sehr zufrieden: „Das gute Unternehmensergebnis 2015 bestätigt, dass wir unser Geschäft stabilisiert und auf eine breitere Basis gestellt haben. Diesen Weg wollen wir mit dem Geschäftsbereich Telekommunikation und dem damit verbundenen Ausbau des Glasfasernetzes in der Region konsequent weiter verfolgen. Überregional wollen wir zusätzliche Erträge mit dem für 2016 geplanten Einstieg in das bundesweite Erdgasgeschäft für Privat- und Geschäftskunden erwirtschaften.“

Dr. Andreas Ostmann ergänzt als verantwortlicher Geschäftsbereichsleiter für den Jahresabschluss: „Im letzten Jahr haben wir unser Projekt Kessel 12 fertig gestellt und die Anlage in den Probebetrieb genommen. Damit haben wir erstmals die volle Finanzierung mit entsprechenden Zinslasten beansprucht und die Abschreibungsphase mit Beträgen im siebenstelligen Bereich begonnen. Das wir trotz dieses nicht unbeträchtlichen Einflusses ein so gutes Ergebnis erwirtschaftet haben, bestätigt, wie gut wir heute und für die Zukunft inzwischen aufgestellt sind.“

Bei dem Vergleich der einzelnen Sparten der Stadtwerke dominiert mittlerweile eindeutig das Stromgeschäft.

Strom – Umsatz mit Endkunden wächst

Im letzten Jahr steigerten die Stadtwerke ihren Stromabsatz an Endkunden durch Kundengewinne um 9,7% auf 1.498 Gigawattstunden (GWh). Eine deutliche Bestätigung für die Wettbewerbsfähigkeit des Flensburger Stroms, denn der bundesweite Stromverbrauch stieg nicht, sondern lag ungefähr auf Vorjahresniveau. Insgesamt macht der Flensburger Energieversorger 80,9 % seines gesamten Stromabsatzes außerhalb des Heimatmarktes Flensburg. Das Wachstum resultiert sowohl aus dem Privat- als auch aus dem Geschäftskundenbereich. Bundesweit, aber auch in der Region haben die Flensburger Kunden dazu gewonnen. Im Ergebnis konnten die Stadtwerke im Juni 2015 erstmals den 200.000sten privaten Strom-Kunden begrüßen.

Fernwärme – Besser als Vorjahr, aber zu warm

Das zweitstärkste Geschäftsfeld der Stadtwerke ist ein stark klimaabhängiges. Ein relativ warmes erstes und viertes Quartal 2015 sorgten nur für eine relativ kleine Absatzsteigerung zum sehr schlechten Fernwärmejahr 2014. Mit 914 GWh lag der Absatz der Fernwärme deutlich unter einem bisher „normalen“ Fernwärme-Durchschnittsjahr von 1.000 GWh. Da im Flensburger Kraftwerk Strom und Fernwärme bisher immer nur gekoppelt produziert werden, fehlen durch die geringere Wärmeproduktion auch die Stromerlöse, der an der Börse hätte erzielt werden können.

Trinkwasser – konstant

Der Trinkwasserabsatz lag bei 4,9 Mio. m³ und hat sich auf diesem niedrigen Niveau festgesetzt. Um die hohe Flensburger Trinkwasserqualität zu gewährleisten, müssen die Stadtwerke häufiger Rohrspülungen durchführen. Ein Trinkwassermangel ist in Flensburg nicht zu befürchten, da diese natürliche Ressource kontinuierlich „nachwächst“.

Kessel 12 – flexibel und umweltschonend

Im letzten Jahr konnten die Stadtwerke die neue GuD-Anlage als Hauptbestandteil des Kessel 12-Projektes erstmals im Probebetrieb fahren und einen wesentlichen Schritt zur Modernisierung ihres Kraftwerkes realisieren. Die neue umweltschonende Gas- und  Dampfturbinenanlage (GuD) ersetzt zwei alte Kohlekessel Damit werden 40% weniger CO2-Emissionen verursacht. Zeitlich und budgetseitig verläuft alles weiter plangemäß. Die neue, zentrale Leitwarte ist fertig gestellt und das Kraftwerk wird nur noch von dort aus gesteuert, statt wie früher von drei dezentralen Warten.

Mit der neuen GuD-Anlage werden die Stadtwerke aber nicht nur umweltschonender, sondern auch flexibler. Da Gaskessel viel schneller „hochgefahren“ werden können als behäbigere Kohlekessel, kann schneller Strom produziert und am Spot- oder Regelenergiemarkt verkauft werden. Ein zusätzlicher Umsatzbringer für die Stadtwerke.

Ökologisches

Neben der Reduzierung der CO2-Emissionen durch die neue GuD-Anlage führen weitere Projekte zu Vorteilen für die Umwelt. So speisen die Stadtwerke seit Ende 2015 grüne Fernwärme aus einer Weeser Biogas-Anlage in ihr Netz ein. Wärme aus „Erneuerbarer Energie“ aus dem Flensburger Klärwerk wird ab 2016 die Flensburger Wärme ebenfalls etwas grüner machen. Mit beiden Projekten sorgen die Stadtwerke dafür, dass nachhaltig ihr CO2 Ausstoß sinkt.

Der kommunale Windpark Borkum, an dem die Stadtwerke mit rund 6% beteiligt sind, liefert seit letztem Jahr umweltfreundlichen Strom aus Windenergie.

Im Kraftwerk haben die Stadtwerke 25.195 t Ersatzbrennstoffe mit ca. 61 Prozent biogenen Anteilen, sowie 1.185 t Holzhackschnitzel und 2.457 t Altholz eingesetzt. Dadurch wurden 14.660 t Kohle verdrängt sowie ein Ausstoß von 22.256 t CO2 vermieden (Vorjahr 29.800 t).

Töchter und Beteiligungen

Mit der Abwicklung der Tochter IT Power GmbH haben die Stadtwerke die Neuordnung ihres Beteiligungsgeschäftes im letzten Jahr abgeschlossen. Der Schwerpunkt liegt jetzt bei den kommunalen Infrastruktureinrichtungen. Ziel ist hier, die Verluste der Töchter, die von den Stadtwerken getragen werden und sich auf das Konzernergebnis auswirken, weiter zu minimieren.

Überschuss um 2,1 Mio. Euro geringer als im Jahr 2014 – KWKplus weiterhin mit hohen Verlusten?

Ein Kommentar von Jörg Pepmeyer

Auch wenn die Stadtwerke in ihrer Pressemitteilung versuchen, das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 besonders positiv darzustellen, so liegt das um 2,1 Mio. Euro unter dem von 2014. Zwar werden im Zusammenhang mit dem neuen Kessel 12 erhöhte Abschreibungskosten geltend gemacht, aber ob dies die alleinige Erklärung für den Gewinneinbruch von 2.1 Mio. Euro ist, geht aus der obenstehenden PM der Stadtwerke leider nicht hervor. (Siehe hierzu auch den Beitrag Jahresabschluss 2014 der Stadtwerke Flensburg: Überschuss in Höhe von 10,9 Mio. Euro unter:  https://akopol.wordpress.com/2015/05/26/jahresabschluss-2014-der-stadtwerke-flensburg-uberschuss-in-hohe-von-109-mio-euro/ )

Allerdings dürfte die Mitverbrennung von sogenannten „Ersatzbrennstoffen“, biogenen Ersatzbrennstoffen, Holzhackschnitzeln und Altholz im Rahmen des KWKplus-Projektes die Bilanz der Stadtwerke weiterhin nachhaltig belasten. Mit einem Investitionsvolumen von 60 Mio. Euro startete das Projekt Ende 2007 und erreichte bis heute auch nicht annähernd die gesteckten Planziele. Schon in einem Beitrag vom 4.12.2010 auf dem AKOPOL-Blog  (siehe die untenstehenden Beitrags-Links) wurde deutlich, dass die seit 2007 eingesetzten Mengen an Ersatzbrennstoffen auch nicht annähernd die angepeilten 160.000 Tonnen im Jahr erreichten. Damit war auch die Einsparung von 90.000 Tonnen Kohle jährlich obsolet.

Ende 2006 bis Anfang 2009, also innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren, wurden nur 43.500 Tonnen EBS mitverbrannt, was einer Einsparung von gerade einmal 24.000 Tonnen Kohle entsprach. Im Jahr 2009 waren es dann 43.000 Tonnen EBS incl. Holzhackschnitzeln. Die Menge an eingesetzten Holzhackschnitzeln war dabei 2009 geradezu lächerlich gering, nämlich 2.800 Tonnen. Auch für die folgenden Jahre ergab sich keine wirkliche Steigerung der Zahlen, so lag die Menge der eingesetzten Ersatzbrennstoffe plus Altholz und Holzhackschnitzel 2014 bei etwa 35.400 Tonnen und im Jahr 2015 sogar bei nur knapp 29.000 Tonnen. Somit konnten seit 2007 ebenso wenig die erwarteten Erträge aus den Einsparungen für nicht benötigte Kohle und dem Verkauf nicht genutzter CO2-Zertifikate generiert werden. Zusätzlich lief die Förderung der Bundesregierung für KWKplus im Jahr 2010 aus. Auch die ursprünglich in´s Auge gefasste eigene Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen durch das AWZ wurde schlussendlich nicht weiter verfolgt, sondern erfolgt jetzt in Neumünster. Dazu auch der Beitrags-Link ganz zum Schluss. Ebenso verschleuderte man unglaublich hohe Beträge für Beraterleistungen an Herrn Baar und sein Unternehmen Baar-Consulting, der mit seinen Mitarbeitern für die Planung und Realisierung des Projektes maßgeblich mitverantwortlich war und später geschasst wurde. Dazu auch unten der vorletzte Beitrags-Link.

Wie sich das alles betriebswirtschaftlich und hinsichtlich der doch recht hohen Investitionskosten für das KWKplus-Projekt darstellt und wie hoch die möglichen Verluste bzw. Abschreibungen für das Projekt seit 2009 waren bzw. in den nächsten Jahren noch sein werden, wurde von den Stadtwerken bisher nicht öffentlich kommuniziert. Anzunehmen ist, dass diese Zahlen noch nicht mal die Aufsichtsratsmitglieder der Stadtwerke kennen. Vielleicht sollten sie das auf der nächsten Aufsichtsratssitzung zum Thema machen.

Hier nun weitere Beiträge zum Thema KWKplus-Projekt der Stadtwerke Flensburg:

KWKplus : 60 Millionen für die Technik der Zukunft
Ein Mammut-Projekt ist abgeschlossen: In fünf Jahren haben die Stadtwerke 60 Millionen Euro in das Heizkraftwerk investiert und erste Schritte zum CO2- freien Kraftwerk getan.
vom 28. Januar 2009 auf shz.de unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/60-millionen-fuer-die-technik-der-zukunft-id901861.html

KWKplus-Projekt der Stadtwerke Flensburg ein Millionengrab? – Kaum Erträge, aber hohe Kosten
Veröffentlicht am 4. Dezember 2010 von akopol unter:
https://akopol.wordpress.com/2010/12/04/kwkplus-projekt-der-stadtwerke-flensburg-ein-millionengrab/

60-Millionen-Projekt : Akopol: Zweifel an Projekt KWK Plus
vom 7. Dezember 2010 auf shz.de unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/akopol-zweifel-an-projekt-kwk-plus-id2794706.html

Flensburger Stadtwerke : Millionen-Schleuder KWK Plus?
Neun Millionen in vier Jahren: Stadtwerke-Gesellschafter diskutieren nach WiF-Präsentation Beratertätigkeit beim Kraftwerksumbau
vom 4. Mai 2011 auf shz.de
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/millionen-schleuder-kwk-plus-id1351316.html

MEISH an Neumünster : Sorgenkind unter neuer Haube
Stadtwerke verpachten Müllaufbereitung und Produktion von Ersatzbrennstoffen an den holsteinischen Mitbewerber
vom 13. Januar 2012 auf shz.de unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/sorgenkind-unter-neuer-haube-id103013.html

 

Windgas aus Flensburg – Die EnergieGenossenschaft lädt ein zu Information und Diskussion am 25.3.2014 in Flensburg

EnergiegenossenschaftDie Energiewende nördlich und südlich der deutsch-dänischen Grenze

Zeit: Dienstag, 25. März 2014 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr
Ort: Stadtwerke Flensburg, Batteriestraße 48, 24939 Flensburg

Die EnergieGenossenschaft Flensburg lädt ein zum Austausch mit Experten aus der Wind – und Wasserstoffbranche, aus der Politik, der Wirtschaft und mit Bürgern und Bürgerinnen.
Diskutieren Sie mit uns über unser Konzept Power to Gas, als die zukünftige wirtschaftliche Chance für Flensburg und Umgebung, um lokale und regionale Kreisläufe nachhaltig zu sichern.

Im Podium:
• Simone Lange, MdL für Flensburg
• Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg
• Reinhard Christiansen, ARGE Netz
• Dr. Werner Diwald, Encon-Europe, Berlin und Prenzlau
• Ove Petersen, GP Joule, Reußenköge
• Frank von Bahlen, Greentec Campus Nordfriesland
• Ulrich Jochimsen, Aufsichtsrat EnergieGenossenschaft Flensburg

Als Gast wird Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein anwesend sein. Wir werden
ihm im Rahmen dieser Veranstaltung unser Konzept überreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Ursula Thomsen-Marwitz / Otto Hübner
Vorstand EGFL eG i. G.

Flensburg * Brixstraße 34c * post@energiegenossenschaft-flensburg.de

Tel. 0461 3155521 * Mobil: 015153712913 *

http://www.energiegenossenschaft-flensburg-eg-i-g.de

Stadtwerke Flensburg übernehmen Stromnetz der Nachbargemeinde Harrislee

Schleswig-Holstein Netz AG und Stadtwerke Flensburg einigen sich über Übertragung der Stromnetze in Harrislee

(Pressemitteilugn der Stadtwerke Flensburg) Die Schleswig-Holstein Netz AG und die Stadtwerke Flensburg haben den Vertrag zum Kauf des Harrisleer Stromnetzes unterschrieben. Die Stadtwerke Flensburg werden damit zum 1. Januar 2014 Eigentümer der Stromleitungen der Grenzgemeinde mit allen Rechten und Pflichten.
Bereits im Jahr 2009 hatte sich der Flensburger Energieversorger kurz nach der Ausschreibung um die Stromnetz-Konzession in Harrislee beworben. Nach intensiven Verhandlungen unterschrieben am 16. Dezember 2011 Harrislees damaliger Bürgermeister Dr. Wolfgang Buschmann und Stadtwerke Flensburg Geschäftsführer Maik Render den sogenannten Stromnetz-Konzessions-Vertrag, der dazu berechtigt, in einer Stadt oder Gemeinde ein Stromnetz zu betreiben. Dies war Startschuss und Basis für den nächsten Verhandlungsblock. Denn Eigentümer des Stromnetzes war nicht die Gemeinde Harrislee, sondern die Schleswig-Holstein Netz AG, mit der ein Kaufpreis für das Stromnetz gefunden werden musste. Da es sich hier technisch, finanziell und vor allem strategisch um ein großes Projekt für die Stadtwerke handelt, war zu erwarten, dass dieser Prozess Zeit in Anspruch nehmen würde
Maik Render, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg freut sich über den konstruktiven Verhandlungsverlauf: „Natürlich gibt es bei Verkäufen von Stromnetzen immer einen Interessenkonflikt. Ein Verkäufer soll etwas verkaufen, was er gar nicht verkaufen möchte. Der Käufer vermutet deswegen einen zu hohen Preis. Wenn beide Parteien sich das vor Augen halten und es schaffen, ausschließlich auf der Sachebene zu sprechen, kommen beide auch zu einem vernünftigen Ergebnis. Sicher ist es bei den Gesprächen mit der Schleswig-Holstein Netz AG auch mal hart zur Sache gegangen, aber eben nur um die Sache und immer mit gegenseitiger Wertschätzung. Herr Dr. Andreas Ostmann als Verhandlungsführer auf unserer Seite hat ein für beide Seiten tragfähiges Ergebnis erzielt. Und das ohne anwaltliche oder gerichtliche Unterstützung!“
Über den Kaufpreis für das Harrisleer Stromnetz ha-ben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Bei einem Blick auf die Landkarte, ist schnell erkenn-bar, wie gut die Orte Flensburg und Harrislee aus Stromnetz-Sicht zusammen passen. Die Harrisleer können sich darauf verlassen, dass die Stadtwerke Flensburg in Harrislee die gleichen hohen Standards an die Versorgungssicherheit und Stromversorgunganlegen, wie dies in Flensburg seit Jahrzehnten der Fall ist.
Das Stromnetz in Harrislee hat eine Länge von 153 Kilometern – dadurch wächst das Flensburger Strom-netz mit einer Länge von 1.085 Kilometern um 14 Prozent auf fast 1.240 Kilometer. Zu den 306 Netzstationen in Flensburg kommen 59 Harrisleer hinzu. Die Zählerzahl erhöht sich um 6.600 aus Harrislee oder etwa 10 Prozent auf insgesamt 70.600.

Flensburg Fjord Tourismus GmbH (FFT): Gesellschafterversammlung entlässt Geschäftsführer Finn Jensen

Finn Jensen ab sofort von seinen Aufgaben freigestellt

Die Gesellschafterversammlung der Flensburg Fjord Tourismus GmbH (FFT) hat in ihrer Sitzung am 30.07.2013 beschlossen, den Geschäftsführer der FFT Finn Jensen von seinen Aufgaben freizustellen.

Herr Jensen hat die Position als Geschäftsführer der FFT zum 01.01.2010 aufgenommen. Vorher war er in leitender Funktion im Unternehmen tätig. In seinen Jahren in der FFT konnte der das touristische Profil der Stadt Flensburg deutlich schärfen und Flensburg als Reise- und Veranstaltungsstadt innerhalb Deutschlands und darüber hinaus positionieren.

In den kommenden Wochen wird es die vordringlichste Aufgabe des Gesellschafters der FFT sein, die Stelle des Geschäftsführers neu zu besetzen. Hierzu wird eine Findungskommission eingesetzt.

Pressemitteilung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Flensburg Fjord Tourismus GmbH (FFT).

Auch er ein Opfer der „Strategiedebatte“?

Meine Güte, geht das schnell in Flensburg. Erst wird Maren Reimann vom TBZ ihren Geschäftsführer-Posten los, jetzt Finn Jensen. Dass möglicherweise nicht nur Finn Jensen, sondern auch Maren Reimann bei der strategischen Neuausrichtung städtischer Töchter und Unternehmen im Wege gestanden haben und man nur einen Anlass suchte, um sie loszuwerden, pfeifen denn auch so manche Spatzen vom Rathausdach

Mehr zu den Hintergründen der Entlassung von Finn Jensen auch in einem Artikel von Holger Ohlsen auf shz-Online vom 26.6.2013 Dienstwagen-Affäre – FFT-Chef macht Auto-Geschäft mit sich selbst unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/artikel/illegales-auto-geschaeft-mit-sich-selbst.html

Mehr zur Entlassung der ehemaligen TBZ-Chefin Maren Reimann in zwei Beiträgen auf shz-online von Gunnar Dommasch vom 19.6.2013 Geschäftsführer der Stadtwerke übernimmt – Flensburg trennt sich von TBZ-Chefin Reimann unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/artikel/flensburg-trennt-sich-von-tbz-chefin-reimann.html und von Holger Ohlsen vom 6.7.2013 Personalrat steht TBZ-Chefin bei unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/artikel/personalrat-steht-tbz-chefin-bei.html

Stadtwerke Flensburg investieren in moderne Gas- und Dampfturbinenanlage

Stadtwerke Flensburg vergeben zweistelligen Millionenauftrag in der Region

(Presseinfo der Stadtwerke Flensburg) Im Rahmen des Kesselneubauprojektes „Kessel 12“ ersetzen die Stadtwerke Flensburg bis zum Jahr 2015 zwei alte Kohle-Kessel durch eine moderne Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD). Dafür investieren sie insgesamt 128 Millionen Euro, die auf verschiedene Einzellose aufgeteilt werden. Das zweitgrößte Einzellos in zweistelliger Millionenhöhe ist jetzt in der Region an die Firma TIG Group GmbH (ehemals Wulff Deutschland GmbH) in Husum vergeben worden. Dafür erhalten die Stadtwerke den Abhitzekessel für die neue Gas- und Dampfturbinenanlage.

Den Kaufvertrag für den neuen Anlagenteil haben die Vertragspartner am Freitag den 15. Februar 2013  bei den Stadtwerken unterzeichnet. Karsten Müller-Janßen, Projektleiter des Kesselneubauprojektes, freut sich über die regionale Vergabe: „Wir haben die Anlage, wie eine Vielzahl anderer Lose auch, europaweit ausgeschrieben und ich freue mich sehr darüber, dass ein Husumer Unternehmen es geschafft hat, sich gegen die überregionalen Wettbewerber durchzusetzen. Dadurch verbleiben Kapital und Wertschöpfung in der Region.“
Mit der Montage des neuen Kessels wird die TIG Group voraussichtlich im April 2014 beginnen. Mitte des darauf folgenden Jahres geht er in Betrieb und soll die erste Energie produzieren.
Dirk Roschek, Leiter der Erzeugung bei den Stadtwerken erklärt: „Der Abhitzekessel dient innerhalb der Gas- und Dampfturbinenanlage zur Nutzung der Abgase aus der Gasturbine. Mit den Abgasen wird im Abhitzekessel 525°C heißer Dampf erzeugt, den die Stadtwerke zur Strom- und Fernwärmeerzeugung einsetzen.“
Durch die optimale, im Prinzip mehrstufige, Ausnutzung des Brennstoffes Erdgas erzielt die gesamte GuD-Anlage einen Wirkungsgrad von mehr als 92%, der somit mehr als 10% über dem aktuellen Gesamt-Wirkungsgrad des aktuellen Kraftwerks liegt. Mit dem teilweisen Ersatz der Kohle durch Erdgas reduziert das Unternehmen bei gleicher Energieproduktion den spezifischen CO2-Ausstoss um 40%.
Die Stadtwerke betreiben in ihrem Flensburger Heizkraftwerk drei Wirbelschichtkessel für die Wärme- Grundversorgung mit einem Mix aus Steinkohle, Ersatzbrennstoffen und Holzhackschnitzeln. Für die Spitzenlasten sind drei weitere Kessel sowie für einen Störungsfall in der Batteriestraße vier Reserveheizwerke vorhanden. Nach Inbetriebnahme der neuen, mit Erdgas betriebenen Anlage werden auch noch die oben aufgeführten Brennstoffe weiter eingesetzt. Aus den verschiedenen Energieträgern (Kohle, Ersatzbrennstoffe (EBS), Holzhackschnitzel und Erdgas) ergeben sich neue, unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten und Fahrweisen. Sie können den jeweiligen Marktgegebenheiten bei der Brennstoffbeschaffung und dem Verkauf von Strom an der Börse flexibler als bisher angepasst werden.

Stadtwerke Flensburg nutzen überschüssigen Strom mit neuem Elektrodenheizkessel

Stadtwerke Flensburg nehmen Stromheizung in Betrieb

(Presseinfo der Stadtwerke Flensburg) Am 30. Januar 2013 haben der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein Herr Dr. Robert Habeck, Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Helgert, Geschäftsführer Maik Render, Erzeugungsleiter Dirk Roschek und Projektleiter Claus Hartmann den neuen Elektrodenheizkessel gemeinsam mit einem Druck auf den „grünen Knopf“ bei winterlichen Temperaturen in Betrieb genommen.

Stadtwerke FL. INbetriebnahme Elektrodenheizkessel

Der rund 2 Millionen Euro teure Elektrodenheizkessel erhitzt kaltes Wasser auf eine Temperatur von knapp unter 100°C. Das heiße Wasser wird danach in einem großen Wärmespeicher „gelagert“ und letztendlich zur Flensburger Fernwärme- und Warmwasserversorgung eingesetzt. Betriebswirtschaftlich rechnet sich der Elektrodenheizkessel immer dann, wenn die Stadtwerke Strom günstig an der Strombörse einkaufen können. Das ist der Fall, wenn in Deutschland deutlich mehr Strom produziert als benötigt wird. Bei diesem Überangebot muss das Stromnetz entlastet werden, um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden. Neben dem planmäßigen Einsatz an der Strombörse soll der Elektrodenheizkessel auch das Stromübertragungsnetz entlasten, indem er Strom aus kurzfristigen Lastschwankungen abnimmt.

Je größer das Überangebot an Strom ist, desto günstiger sind die Preise. Das kann so weit gehen, dass Strom zu negativen Preisen angeboten wird, d.h. die Stadtwerke erhalten Geld dafür, dass sie Strom vom Markt nehmen. Um die Weihnachtszeit 2012 zum Beispiel lag der Strompreis aufgrund eines großen Überangebotes bei bis zu minus 200 Euro pro Megawattstunde (MWh). Für die Stadtwerke rechnet sich der Elektrodenheizkessel bereits ab einem Strompreis von unter 10 Euro pro MWh. Im Normalfall liegt der Börsenpreis für Strom bei rund 50 Euro pro MWh.

Claus Hartmann, Projektleiter für den neuen Elektrodenheizkessel bei den Stadtwerken Flensburg ist sicher, dass jetzt Strom abgenommen werden kann: „Vor der offiziellen Inbetriebnahme haben wir natürlich Tests mit dem neuen Kessel gefahren und die ersten Megawattstunden abgenommen. Auch das erste heiße Fernwärmewasser haben wir bereits produziert. Alles lief problemlos und der Wirkungsgrad für die Heißwasserproduktion lag nahe bei 100%. Durch die Abnahme von ohnehin vorhandenem Strom sparen wir effektiv CO2-Emissionen ein, da für die damit erzeugte Wärme keine Steinkohle und Ersatzbrennstoffe verbrannt werden müssen.“

Der Leiter des Kraftwerks, Dirk Roschek, ergänzt: „An extrem warmen Sommertagen könnte der sonst benötigte Kohlekessel im Kraftwerk sogar ganz abgestellt werden. Und ganz nebenbei haben wir uns mit dem Elektrodenheizkessel auch eine zusätzliche kleine Erzeugungsanlage für Fernwärme gebaut, die die Versorgungssicherheit in Flensburg weiter erhöht.“

Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render freut sich über die bundesweite Aufmerksamkeit des Projektes: „Die Kombination aus Elektrodenheizkessel und Wärmespeicher, die eine aus heutiger Sicht sinnvolle Möglichkeit zur Stromspeicherung darstellt, ist unseres Wissens die erste bundesweit. Die Anwesenheit unseres Energiewendeministers Herr Dr. Habeck zeigt, dass auch die Landesregierung dieses innovative Projekt entsprechend würdigt. Wir erhalten dazu aus ganz Deutschland Anfragen und haben schon einigen, auch großen, Wettbewerben die Anlage vor Ort präsentiert.“

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