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Tennor Holding von Lars Windhorst darf Flensburger Werft kaufen

Die noch nicht fertig gestelle „Honfleur“ am Ausrüstungspier der Flensburger Werft – Foto: Jörg Pepmeyer

Gläubigerversammlung stimmt Verkauf zu – Neustart der Werft Ende August

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

Die Gläubigerversammlung hat dem Verkauf der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und einem Schuldenschnitt zugestimmt. Ebenso stimmte sie einem Vergleich mit dem norwegischen Siem-Konzern, der 2014 die Werft übernommen hatte, zu. Damit können Investor Lars Windhorst und seine Tennor Holding die insolvente Werft voraussichtlich Ende August übernehmen und den Werftbetrieb weiterführen. Insolvenzverwalter Dr. Christoph Morgen teilte nach der Gläubigerversammlung auf dem Flensburger Werftgelände mit, dass der Kaufvertrag bereits schon unterschrieben sei. Damit würden fast 350 der ehemals mehr als 650 Werft-Beschäftigten ihren Arbeitsplatz behalten. Anfang August waren aufgrund der unsicheren Zukunft der Werft 300 von ihnen in eine Transfergesellschaft gewechselt.

Ende August soll dann mit dem Bau zweier RoRo-Fähren die Werft wieder neu starten. Die beiden Schiffbauaufträge im Wert von 100 Millionen Euro hatte Investor Lars Windhorst bereits vor ein paar Wochen zugesagt. Ob die Fertigstellung der noch am Ausrüstungskai der Werft liegenden „Honfleur“ und ursprünglich von Brittany Ferries in Auftrag gegebenen Großfähre in Flensburg erfolgt, ist allerdings noch nicht sicher. Sollte sich der neue Werft-Eigentümer dafür entscheiden, könnten viele Ex-Beschäftigte, die jetzt in der Transfergesellschaft untergekommen sind, wieder in Arbeit gesetzt werden. Der Betriebsrat der Werft und die IG Metall wünschen sich daher eine entsprechende Entscheidung des neuen Eigentümers.

Norweger steigen aus – Investor Lars Windhorst übernimmt Flensburger Werft vollständig

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

Nach einer Meldung des Wirtschaftsministeriums in Kiel hat der Investor Lars Windhorst die angeschlagene Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) vollständig übernommen. Seine Investmentgesellschaft Tennor Holding B.V. sei nun alleiniger Eigentümer, teilte die FSG am letzten Freitag mit. Die norwegische Siem Europe habe ihre restlichen Geschäftsanteile an Windhorsts frühere Sapinda Holding übertragen. Die Sapinda Holding war Anfang des Jahres bei der 1872 gegründeten FSG eingestiegen und hatte 76 Prozent der Anteile übernommen. Im Mai wurde die Sapinda in Tennor umbenannt.

Der norwegische Konzern Siem Industries – seit September 2014 an der FSG beteiligt – kündigte an, weiter eng mit Tennor, den Kunden sowie den Lieferanten der FSG zusammenzuarbeiten, um das langfristige Wachstum und somit die Zukunft der Werft zu sichern. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft hatte im April für das vergangene Jahr bei einem Umsatz von 213 Millionen Euro einen Nettoverlust von 111 Millionen Euro ausgewiesen. Vor allem die Verzögerungen bei einem Neubau waren Schuld an den tiefroten Zahlen.

Ebenfalls am Freitag teilte die FSG mit, dass sie ein weiteres sogenanntes Ro-Ro-Schiff an Siem übergeben habe. Es sei das bereits siebte Schiff. Die «Leevsten» ist knapp 210 Meter lang, 26 Meter breit und hat eine Tragfähigkeit von 11 900 Tonnen. Die Fähre habe einen Tiefgang von 6,45 Metern und verfüge über eine Ladekapazität von 4076 Spurmetern. Ein Spurmeter entspreche einem laufenden Meter Ladespur von zwei Metern Breite.

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