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Knudsborg-Zufahrt: Stadt Flensburg meldet Einigung mit Knudsgilde

Kritikpunkte von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter wurden nicht ausgeräumt

Gaststättenbetreiberin Ute Johannsen nimmt Stellung

Ein Beitrag von Jörg Pepmeyer

Im Konflikt um die neue Knudsborg-Zufahrt am Munketoft-Hang ist es nach Angaben der Stadt Flensburg zu einer Einigung gekommen. Dazu gleich mehr in einer Pressemeldung der Stadt vom 1. August. Anschließend daran noch eine Stellungnahme von Ute Johannsen, Gaststättenbetreiberin der Knudsburg.

Zur Erinnerung:  Angesichts des offenbar illegalen Baus einer neuen Zufahrt zur Knudsborg und massiven Eingriffs in die geschützte Hangfläche am Munketoft hatte die LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter die Stadt und die Knudsgilde scharf kritisiert. Dazu erschien gestern ein AKOPOL-Beitrag: Abholzungen an der Knudsborg: Scharfer Protest von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter nachzulesen unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/abholzungen-an-der-knudsborg-scharfer-protest-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

Die umstrittene Knudsborg-Zufahrt am Munketoft-Hang

Gabi Ritters Kritik traf wohl derartig in´s Schwarze, dass sich die Stadt Flensburg genötigt sah, wenige Stunden nach Erscheinen des AKOPOL-Beitrages eine Pressemitteilung an die Flensburger Redaktionen zu schicken, in der sie der Knudsgilde Vertragsbruch vorwarf und Sanktionen androhte. Gleichzeitig verhängte sie wegen der „Beschädigung von geschützten Bäumen“ ein Bußgeld, über dessen Höhe die Stadt allerdings keine Angabe machte. Dazu auch der AKOPOL Beitrag von gestern: Knudsborg-Zufahrt: Stadt Flensburg reagiert auf öffentliche Kritik von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter nachzulesen unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/knudsborg-zufahrt-stadt-flensburg-reagiert-auf-oeffentliche-kritik-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

In einem Kommentar zu diesem Beitrag und der gestrigen Pressemeldung der Stadt hatte Gabi Ritter kritisch angemerkt:

„Die Stadt hätte die Änderung des B-Planes durchführen müssen. Sie ist, nach eigener Aussage von Oktober 18, nachzulesen beim SHZ, zwingend notwendig. Warum hat sie das nicht getan?
2. Es ist doch wohl ganz selbstverständlich, dass sich eine Stadtverwaltung die Pläne für eine Baumaßnahme zur Genehmigung vorlegen lässt, statt sich vom Ergebnis überraschen zu lassen. Warum hat sie darauf verzichtet?
3. warum ein mehrjähriger Pachtvertrag? Die Bauarbeiten der Stadtwerke werden sicher bald beendet sein.
Die vorliegende Erklärung der Oberbürgermeisterin ist mehr als dünn!“

Zu den von Gabi Ritter aufgeführten Punkten und kritischen Fragen hat die Stadt Flensburg bisher jedoch nicht öffentlich Stellung bezogen. Stattdessen vermeldet sie nun eine Einigung mit der Knudsgilde, bei der die Knudsgilde das verhängte Bußgeld akzeptiert und verspricht, die Zufahrt baulich so herzurichten, dass sie den mit der Stadt vereinbarten Bedingungen entspricht. Von einem Rückbau der Zufahrt nach Ende der Bauarbeiten der Stadtwerke am Munketoft und der Wiederherstellung und Begrünung des als Ausgleichsfläche geschützten Hangs ist interessanterweise jedoch keine Rede, obwol es in der gestrigen Pressemitteilung der Stadt noch hieß: „Die Oberbürgermeisterin lässt in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit des Rückbaus prüfen.“ Insofern lässt die untenstehende Erklärung der Stadt weiterhin viele Fragen offen.

Pressemitteilung von Donnerstag, 1. August 2019, Stadt Flensburg:

Einigendes Gespräch über Not-Zufahrt zur Knudsborg

Flensburg. Zu einem am Ende versöhnlichen Gespräch kam heute Oberbürgermeisterin Simone Lange mit Gerd Pickardt und Glen Dierking von der St. Knudsgilde zusammen. Anlass des Gespräches war die öffentliche Diskussion um den Bau einer Zufahrt zur Knudsborg.
In diesem Gespräch, an dem auch die Justitiarin der Stadt teilnahm, kam man gemeinsam zu dem Ergebnis, dass es sich bei der jetzt neu gebauten Zufahrt zur Knudsborg lediglich um eine provisorische Einrichtung handelt. Herr Pickardt versicherte, dass diese Zufahrt baulich noch nicht fertiggestellt sei und am Ende selbstverständlich den mit der Stadt vereinbarten Bedingungen entsprechen werde. Er räumte ein, dass im Rahmen der Baumaßnahme Bäume beschädigt worden seien und die Knudsgilde das von der Stadt dafür verhängte Bußgeld akzeptiere.
Sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Gespräches ist Oberbürgermeisterin Simone Lange: „Es hat sich wieder gezeigt, dass es sich lohnt miteinander zu reden. Ich freue mich, dass die provisorische Zufahrt so fertig gestellt wird, wie wir es vereinbart hatten, zumal sie ja auch als Baustellenzufahrt für die Arbeiten am Hillig-Water-Gang genutzt werden kann.“

Gaststättenbetreiberin Ute Johannsen nimmt Stellung

Ute Johannsen, Gaststättenbetreiberin der Knudsborg, hat zu dem Streit um die Zufahrt in der Flensburger Facebookgruppe Flensburg Ahoi ⚓ schönste Stadt im Norden am 2.8.2019 einen Kommentar veröffentlicht, der zu einer differenzierteren Betrachtungsweise des Konflikts einlädt.

„Bevor jetzt gleich alle über mich herfallen, möchte ich jeden bitten meinen Beitrag zu Ende zu lesen. Der Plan einer Notauffahrt für das Gelände der Knudsborg ist entstanden, weil mittlerweile seit einem Jahr die Straße Munketoft immer wieder von der einen oder anderen Seite nicht befahrbar war – oder sogar ganz gesperrt wurde. Dadurch wurde das Grundstück der Knudsborg über viele Wochen völlig vom Verkehr abgeschnitten. Alleine jetzt ruht die Baustelle am Hillig-Water-Gang seit nunmehr 5 Wochen …. man wartet auf Ersatzteile, heißt es. Vielleicht sind Fehler bei der Umsetzung der Notauffahrt durch die Gilde gemacht worden. Darüber möchte ich mir hier kein Urteil erlauben, da ich nicht in den Details stecke. Ich kann aber deutlich für die Gilde sprechen, wenn es um das Thema Baumpflege und Erhaltung geht. Das gesamt Grundstück und der dort befindliche alte Baumbestand sind erfasst und katalogisiert und es wird von Seiten der Gilde seit Jahren eine Menge getan und investiert, um die dortigen Bäume zu erhalten (teilweise alte Kastanien, die in den letzten Jahren unter Krankheiten leiden). Es wird wirklich viel gemacht um den Baumbestand zu erhalten. Der Bereich , auf dem jetzt die Notausfahrt gebaut wurde, war ein kleines Stück mit jungen Bäumen, die auf einer Art ehemaliger „Müllkippe“ vom obigen Hang standen. Wer mag, kann ja mal in das Grünland rechts der Auffahrt gehen und sich etwas genauer dort umsehen. Auswaschungen bei Regen, besonders im Bereich des kleinen Ganges oberhalb der Knudsborg sind seit Jahren ein Problem, das bisher leider niemanden interessiert hat.“

Mehr zum Thema:

AKOPOL-Beitrag vom 31.07.2019: Knudsborg-Zufahrt: Stadt Flensburg reagiert auf öffentliche Kritik von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter – „Wenn die Knudsbrüder daneben schießen, …“
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/knudsborg-zufahrt-stadt-flensburg-reagiert-auf-oeffentliche-kritik-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

AKOPOL-Beitrag vom 31.07.2019: Abholzungen an der Knudsborg: Scharfer Protest von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/abholzungen-an-der-knudsborg-scharfer-protest-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

 

 

 

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Knudsborg-Zufahrt: Stadt Flensburg reagiert auf öffentliche Kritik von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter

„Wenn die Knudsbrüder daneben schießen, …“

Mit geradezu atemberaubenden Tempo hat die Stadt Flensburg auf die Kritk von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter reagiert. Die hatte angesichts des offenbar illegalen Baus einer neuen Zufahrt zur Knudsborg am Munketoft-Hang die Stadt und die Knudsgilde scharf kritisiert. Dazu erschien gestern am frühen Nachmittag ein AKOPOL-Beitrag: Abholzungen an der Knudsborg: Scharfer Protest von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter nachzulesen unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/abholzungen-an-der-knudsborg-scharfer-protest-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

Gabi Ritters Kritik traf wohl derartig in´s Schwarze, dass sich die Stadt Flensburg genötigt sah, wenige Stunden später eine Pressemitteilung an die Flensburger Redaktionen zu schicken.  Die dokumentieren wir nun untenstehend:

Pressemitteilung von Mittwoch, 31. Juli 2019, 16:13,
Stadt Flensburg:

Wenn die Knudsbrüder daneben schießen, …

Die umstrittene Knudsborg-Zufahrt am Munketoft-Hang

Flensburg. Leider voll daneben geschossen hat die Knudsgilde mit ihrer neu angelegten Zufahrt an der Knudsborg. Entgegen dem mit der Stadt abgeschlossenen Vertrag über die Einrichtung einer temporären Not-Zufahrt für die Zeit, in der die eigentliche Zufahrt durch Bauarbeiten gesperrt ist, ist eine neue Zufahrt gebaut worden, die die vertraglich fest vereinbarte Breite von 5 Metern deutlich überschreitet und den Schutz und die Sicherung bestimmter Bäume missachtet.

Bei den Vertragsberatungen wurde für diesen Eingriff in die bestehende Hangsituation der aus der Medizin bekannte Begriff minimal-invasiv benutzt, der in diesem Sinne bedeutet sollte, die notwendige Maßnahme so klein und mit dem geringstmöglichen Schaden wie möglich durchzuführen. Leider sieht das Ergebnis jetzt ganz anders aus.

Wegen Beschädigung von geschützten Bäumen wurden jetzt Bußgelder von der Unteren Naturschutzbehörde verhängt. Da wird die Gildekasse herhalten müssen.
Die Kommunalen Immobilien als Eigentümer des Grundstücks prüfen zur Zeit den genauen Sachverhalt und werden das Thema dann dem Verwaltungsvorstand vorlegen. Die Oberbürgermeisterin lässt in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit des Rückbaus prüfen.

Oberbürgermeisterin Simone Lange: „Wir sind der Knudsgilde wirklich weit entgegengekommen, um diese temporäre Not-Zufahrt und einen Zugang zur Knudsborg überhaupt zu ermöglichen. Dabei hatten wir natürlich die wirtschaftliche Situation des Betreibers im Auge. Wir waren aber im Wesentlichen davon geleitet, Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, den Zugang zur Knudsborg zu ermöglichen. Ich finde es sehr bedauerlich, dass das Nichteinhalten der Vereinbarungen jetzt zu dieser Situation geführt hat.“

Dazu der Kommentar von Gabi Ritter:

1. Die Stadt hätte die Änderung des B-Planes durchführen müssen. Sie ist, nach eigener Aussage von Oktober 18, nachzulesen beim SHZ, zwingend notwendig. Warum hat sie das nicht getan?
2. Es ist doch wohl ganz selbstverständlich, dass sich eine Stadtverwaltung die Pläne für eine Baumaßnahme zur Genehmigung vorlegen lässt, statt sich vom Ergebnis überraschen zu lassen. Warum hat sie darauf verzichtet?
3. warum ein mehrjähriger Pachtvertrag? Die Bauarbeiten der Stadtwerke werden sicher bald beendet sein.
Die vorliegende Erklärung der Oberbürgermeisterin ist mehr als dünn!

Nachtrag: Gaststättenbetreiberin Ute Johannsen nimmt Stellung

Ute Johannsen, Gaststättenbetreiberin der Knudsborg, hat zu dem Streit um die Zufahrt in der Flensburger Facebookgruppe Flensburg Ahoi ⚓ schönste Stadt im Norden am 2.8.2019 einen Kommentar veröffentlicht, der zu einer differenzierteren Betrachtungsweise des Konflikts einlädt.

„Bevor jetzt gleich alle über mich herfallen, möchte ich jeden bitten meinen Beitrag zu Ende zu lesen. Der Plan einer Notauffahrt für das Gelände der Knudsborg ist entstanden, weil mittlerweile seit einem Jahr die Straße Munketoft immer wieder von der einen oder anderen Seite nicht befahrbar war – oder sogar ganz gesperrt wurde. Dadurch wurde das Grundstück der Knudsborg über viele Wochen völlig vom Verkehr abgeschnitten. Alleine jetzt ruht die Baustelle am Hillig-Water-Gang seit nunmehr 5 Wochen …. man wartet auf Ersatzteile, heißt es. Vielleicht sind Fehler bei der Umsetzung der Notauffahrt durch die Gilde gemacht worden. Darüber möchte ich mir hier kein Urteil erlauben, da ich nicht in den Details stecke. Ich kann aber deutlich für die Gilde sprechen, wenn es um das Thema Baumpflege und Erhaltung geht. Das gesamt Grundstück und der dort befindliche alte Baumbestand sind erfasst und katalogisiert und es wird von Seiten der Gilde seit Jahren eine Menge getan und investiert, um die dortigen Bäume zu erhalten (teilweise alte Kastanien, die in den letzten Jahren unter Krankheiten leiden). Es wird wirklich viel gemacht um den Baumbestand zu erhalten. Der Bereich , auf dem jetzt die Notausfahrt gebaut wurde, war ein kleines Stück mit jungen Bäumen, die auf einer Art ehemaliger „Müllkippe“ vom obigen Hang standen. Wer mag, kann ja mal in das Grünland rechts der Auffahrt gehen und sich etwas genauer dort umsehen. Auswaschungen bei Regen, besonders im Bereich des kleinen Ganges oberhalb der Knudsborg sind seit Jahren ein Problem, das bisher leider niemanden interessiert hat.“

 

Mehr zum Thema:

AKOPOL-Beitrag vom 1.8.2019: Knudsborg-Zufahrt: Stadt Flensburg meldet Einigung mit Knudsgilde
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/08/01/knudsborg-zufahrt-stadt-flensburg-meldet-einigung-mit-knudsgilde/

AKOPOL-Beitrag vom 31.07.2019: Abholzungen an der Knudsborg: Scharfer Protest von LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/07/31/abholzungen-an-der-knudsborg-scharfer-protest-von-linke-ratsfrau-gabi-ritter/

Musik statt Krieg – Konzertaktion mit dem intercultural music project am 09.09.2017 am Fliegerhorst Jagel

Kundgebung, Musik und Mahnwache

Sonnabend, 9.9.2017, „Drei vor Zwölf“, 11:57 Uhr

in Jagel, Einfahrt zum Fliegerhorst an der Bundesstraße 77

Orient trifft Okzident

Von Jagel geht Krieg aus

Jagel ist zentraler Standort deutscher Kriegführung. Von hier kommen die Tornados für den Krieg gegen Syrien und Irak. Das Bundeswehrgeschwader setzt Drohnen gegen Mali und Afghanistan ein. Die Tornados und Drohnenspionieren die Ziele aus, die dann bombardiert und zerstört werden. Das ist aktive Kriegsbeteiligung.

Ab 2019 verfügt die Bundeswehr in Jagel über bewaffnete Kampfdrohnen. Automatisiertes Töten durch Kampfdrohnen setzt die Hemmschwelle zum Töten weiter herab.

Krieg macht Flucht

Menschen, die nach Deutschland fliehen, kommen oft aus den Ländern, in denen Deutschland Krieg führt. Sie kommen aus Ländern, die von Deutschland ausgebeutet werden. Rohstoffe und Produkte dieser Länder werden von uns in Deutschland konsumiert und stehen den Menschen in deren Heimatländern nicht mehr zur Verfügung. Um diesen Raub abzusichern, setzt die NATO Militär ein.

Wir fordern:

Keine Kampfdrohnen, keine Ausbildung zum Töten in Jagel, zivile Nutzung des Fliegerhorstgeländes.

Kriegseinsätze der Bundeswehr stoppen.

Zivile Konfliktlösung statt neue Kriegseinsätze.

Bundeswehr abschaffen.

Offene Grenzen und Bleiberecht für alle Flüchtlinge.

Kultur schafft Frieden

Jagel bringt Zerstörung, wir bringen die Musik. Das interkulturelle Musikprojekt Neustadt-Flensburg vereint durch gemeinsames Musizieren und Singen, unterschiedliche Kulturen und auch Menschen mit persönlichen Flüchtlingsschicksalen. So bietet sich eine sehr gute Möglichkeit für unsere neu zugewanderten Freunde, die Leidenschaft wieder zu finden, kreativ zu sein und sich darin zu entfalten. Die Musiker und Musikerinnen kommen aus Deutschland, Türkei, Zypern, Drusen-Syrien, Kurdisch-Irak, Iran, Jemen, Griechenland, Albanien.

Instrumente wie Akustikund Flamenco Gitarren, arabische Oud, griechische Bouzouki, Kontrabass, Tambur, Dudelsack, Percussion, treffen zusammen. Auch wenn unsere Sprache nicht dieselbe ist, reden wir mit der Musik in der gleichen Sprache.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Aktionen am Fliegerhorst Jagel teilzunehmen.

Infos unter: www.bundeswehrabschaffen.de

Veranstalter: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Gruppe Flensburg, c/o Dr. Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
v.i.S.d.P.: Siglinde Cüppers, Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Konzert-Aktion am 21.08.2017 am Fliegerhorst Jagel

Von Bass bis Sopran – Gemeinsam gegen Rüstungswahn

Vorkonzert am Samstag, 19. August 2017, um 19 Uhr in der Theaterschule,
Adelbyer Kirchenweg 1, Flensburg

Konzert in der Theaterschule Flensburg und am Fliegerhorst Schleswig- Jagel
Unter dem Motto „Von Bass bis Sopran – gemeinsam gegen Rüstungswahn“ findet am Samstag, den 19.08.2017, um 19 Uhr in den Räumen der Theaterschule Flensburg (Adelbyer Kirchenweg 1) ein Konzert der Gruppe Lebenslaute statt. Die rund 70 Musizierenden (Chor und Orchester) spielen Werke von Werke von G.F.Händel, L.v.Beethoven und der romantischen Komponistin Emilie Mayer, außerdem erklingt Folklore aus Irland, Aserbaidschan und Afghanistan. Lebenslaute wendet sich gegen die geplante Stationierung von Kampfdrohnen in Jagel und gegen alle Kriegseinsätze der Bundeswehr. Das politisch-musikalische Netzwerk besteht seit 1986 und hat 2014 den Aachener Friedenspreis erhalten. Lebenslaute bringt Musik gerade an Orten zum Erklingen, von denen Bedrohungen und Verletzungen von Menschenrechten ausgehen. Dabei kommen auch Mittel des Zivilen Ungehorsams zum Einsatz.

Krieg beginnt in Jagel – Widerstand auch! Mahnwache am Freitag, 17. März 2017 in Jagel

mahnwache-jagel-29-10-2016-iMahnwache vor dem Tor zum Fliegerhorst Jagel bei Schleswig
Freitag, 17. März um 14.00 Uhr
mit Kurzvortrag über die Seekriegsführung aus der Luft, die zu den Aufgaben des Geschwaders gehört, am Haupttor zum Fliegerhorst Jagel

Tornados aus Jagel mischen im Krieg im Irak und in Syrien mit, Soldat*innen des Geschwaders aus Jagel steuern Drohnen vom Typ Heron1 in Afghanistan und Mali. Die Bildauswertung für die Erstellung von Zielkoordinaten findet auf dem Fliegerhorst Jagel statt – das Töten übernehmen dann andere.

Kampfdrohnen kommen nach Jagel

Ab 2019 wird Jagel der einzige Standort der Bundeswehr sein, von dem aus die bewaffnungsfähige Großdrohne Heron TP aus gelenkt wird.
Wenn die Bundeswehr über diese sogenannten Kampfdrohnen verfügt, kann sie sich effektiver an Kriegen beteiligen. Die Großdrohne Heron TP hat die Fähigkeit, die Standorte der militärischen Gegner auszuspionieren und sie gleichzeitig zu bekämpfen.
Denn die Großdrohne Heron TP soll mit einem „Fire and Forget“ Waffensystemen wie HARM (Homing Anti-Radation Missle), ausgerüstet werden. Diese Waffensysteme können einmal abgefeuert selbständig ohne menschliche Steuerung ihre militärischen Ziele erreichen, erkennen und vernichten. Wenn sich das Waffensystem auf den Weg gemacht hat, sein Ziel zu finden, kann es nicht mehr gestoppt werden, auch dann nicht, wenn sich das Ziel als falsch heraus stellen sollte. Damit schreitet die Automatisierung der Kriegsführung weiter fort. krieg-beginnt-hier-jagel-17-3-2017

Jagel ist der Standort für die ECR- Tornados, die Flugzeuge der Elektronischen Kampfführung

ECR, Electronic Combat Recce, steht für Elektronische Kampfführung und Aufklärung. Bei den hohen Geschwindigkeiten im Einsatzflug ist es kaum möglich, dass ein Pilot das Ziel erkennt und in Millisekunden entscheidet, dass die Rakete oder Lenkwaffe abgefeuert wird. Bei Elektronischer Kampfführung entscheidet das Computersystem vollautomatisch über den Tod. Das ELS, Emitter Locator System bestimmt die Position und verschiedene andere Parameter eines gegnerischen Radars und weist sie direkt (ohne Umweg über einen menschlichen Entscheidungsträger) dem HARM Suchkopf für die schnelle Bekämpfung zu.
Mit dieser Software kommandiert das Aufklärungssystem den Piloten, erteilt die Anweisung wohin er fliegen soll, wenn es die Signalwirkung empfängt. Das ist die Umkehr bisheriger Befehlsstrukturen: Das Aufklärungssystem befiehlt dem Piloten und nicht umgekehrt. Wenn der Pilot eines Tornado nur noch die Funktion eines Chaffeurs hat, ist er verzichtbar. Drohnen übernehmen die Arbeit der Tornados, ohne dass dafür ein Pilot nötig ist.

Den Flyer mit ausführlichen Infos zur Mahnwache am 17.3., den kommenden Aktionen und dem Ostermarsch am 17.4. gibt es hier: 170317ostermarschkrieg-beginnt-hier

Weitere Informationen zum Militärstandort Jagel und unsere Mahnwachen gibt es unter http://www.bundeswehrabschaffen.de/cms/aktionen/jagel/

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Von Schleswig-Holstein geht Krieg aus – Aktion und Aktionsberatung am Samstag, 11. Februar 2017 in Jagel

mahnwache-jagel-29-10-2016-iAm Samstag, 11. Februar 2017 findet erneut eine Aktion vor der Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel statt. Alle, die sich mit uns gegen Krieg und Militär engagieren wollen, sind willkommen.

Im Anschluß findet ein Aktionsberatungstreffen und die Landesmitgliederversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen statt.
Beginn ist wieder „Drei vor Zwölf“, um 11.57 Uhr am Fliegerhorst Jagel vor der Hauptzufahrt mit einer Mahnwache, die bis 13.00 Uhr dauern soll.

zaun4Aktionsberatungstreffen

Um 13.00 Uhr gibt es ein Aktionsberatungstreffen in Jagel, Pizzeria „Sole Mio“, Bundesstraße 37, mit folgenden Themen:

1. Wie können wir die militärische Bedeutung von Jagel mit Drohnen und den Krieg, der von Jagel ausgeht, weiterhin in der Region bekannt machen und MitstreiterInnen gewinnen?
Die „Lebenslaute“ ist ein Zusammenschluß von professionellen Symphonikern aus der ganzen Republik, die einmal jährlich vor Standorten, von denen Krieg oder Umweltzerstörung ausgeht, ein Konzert geben. Die Musiker kommen im Sommer nach Jagel. Mit ihrem Konzert wollen sie unsere Aktionen in Jagel unterstützen. Sie wollen am 21. August ein Konzert in Jagel geben. Dazu müssen wir Vorarbeit leisten.

2. Antirekrutierung
Der „Tag zur Abschaffung der Bundeswehr“ wird in diesem Jahr am 10. Juni in Plön stattfinden. Während die Bundeswehr Werbung für Militär und Krieg betreibt, wollen wir eigene Aktionen entgegensetzen.
Auch in diesem Jahr wollen wir bei der Kieler Woche wieder vertreten sein und Aktionen gegen die Bundeswehrwerbung machen.
Auch bei den lokalen Werbeaktionen der Bundeswehr wollen wir vor Schulen, vor Messen und Job-Centern aktiv sein.

3. Rüstungsproduktion, Rüstungsexport und Rüstungsforschung bezogen auf die Standorte in Schleswig-Holstein. Wo können antimilitaristische Aktionen stattfinden?

Um 16.30 Uhr beginnt die formale Landesmitgliederversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigten KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hamburg-Schleswig-Holstein, hierzu sind auch unorganisierte KriegsgegnerInnen eingeladen, die Grundsätze und Ziele der DFG-VK teilen.
Unsere Grundsatzerklärung lautet:
„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

Weitere Informationen zum Militärstandort Jagel und unsere Mahnwachen gibt es unter http://www.bundeswehrabschaffen.de/cms/aktionen/jagel/
Um 19.00 Uhr gibt es ein gemeinsames Abendessen für alle Teilnehmer, die das wollen.

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Mahnwache und Kundgebung am 17.12.2016 um 11.57 Uhr am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel

Von Jagel geht Krieg aus

Mahnwache und Kundgebung
Samstag, 17. Dezember 2016, 11.57 Uhr
Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel

jagel-mahnwache-dezember

Am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die nächste, zu der wir herzlich einladen,  ist am Sonnabend, den 17.12.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf“. Den Flyer zur Mahnwache gibt es hier

Soldatinnen und Soldaten aus Jagel sind im Krieg

– in Afghanistan, im Irak, in Syrien und jetzt auch in Mali. Seit dem 1.November 2016 steuern Soldaten*innen vom Fliegerhorst Jagel bei Schleswig eine Drohne vom Typ Heron 1 über Mali, zwei weitere sollen folgen. Heeresaufklärer aus Eutin sind bereits in dem westafrikanischen Staat mit der dreieinhalbfachen Fläche der BRD. Pioniere aus Husum hatten Anfang des Jahres 2016 bereits das Feldlager in Gao am Rande des umkämpften Nordens von Mali aufgebaut.

Koloniale Interessen in Mali

Viele Bewohner*innen der Wüstenregion Nordmalis fühlen sich von der Zentralregierung aus dem bevölkerungsreichen tropischen Süden des Landes benachteiligt oder gar unterdrückt. Der bewaffnete Konflikt eskalierte, nachdem in Folge der Zerschlagung des Staates Libyen Söldner mit modernen Waffen ins Land strömten. maliDie im Norden Malis in Stämmen organisierte Bevölkerung rief einen unabhängigen Staat namens Azawad aus. Saudi Arabien und Katar nutzen die instabile Lage und finanzierten rivalisierende islamistische Milizen, die bald die Oberhand gewannen. Frankreich, die frühere Kolonialmacht griff im Januar 2013 mit der Operation Serval in den Konflikt ein, um seine postkolonialen Interessen im französischsprachigen Westafrika abzusichern und drängte die Aufständischen zurück. Drei Wochen zuvor hatten die UN mit der Resolution 2085 ein Eingreifen unter Führung der Afrikanischen Union (AFISMA) gebilligt. Es gelang allerdings nicht, die Konflikte im Norden Malis zu lösen, der Krieg dauert an.
Beim Krieg in Mali geht es nicht darum, den Menschen dort zu helfen, das ist mit Militär auch gar nicht möglich. Der Krieg in Mali dient der Rekolonisierung. Frankreich und die EU wollen dort Wirtschafts- und Machtinteressen in Westafrika militärisch absichern. Die EUStaaten betrachten Nord und Westafrika seit langem als ihren „Hinterhof“. Im unerschlossenen Wüstengebiet werden Rohstoffe wie etwa Phosphat und Uran vermutet, die sie nicht der Konkurrenz überlassen wollen. Insbesondere Frankreich will mit der westafrikanischen Gemeinschaftswährung Franc-CFA seinen Einfluss auf die ehemaligen Kolonien erhalten und nutz den Konflikt für eine Ausweitung der Truppenstationierung in der Region.

Erfolglose Interventionen

Zur Zeit gibt es vier sogenannte „Missionen“ in Mali: Operation Barkhane, ein französischer Militäreinsatz mit 3000 Soldat*innen, hauptsächlich Kampftruppen, in Mali, aber auch in Mauretanien, Niger, Burkina Faso und Tschad operiert. Ihre Aufgabe ist es Aufständische zu „jagen“. MINUSMA mit 13. 298 Soldaten, die Fortsetzung von AFISMA, ist für die „Stabilisierung“ in Nordmali zuständig, die Bundeswehr ist mit bis zu 650 Soldat*innen beteiligt, aktuell sind es 541. Diesem Kriegseinsatz sind auch die Soldat*innen aus Jagel und Eutin zugeordnet. EUTM Mali ist ein 680 Soldat*innen starker Ausbildungseinsatz für die Soldat*innen der Malischen Zentralregierung. Die Bundeswehr ist mit bis zu 300 Soldat*innen beteiligt, aktuell sind es 131. EUCAP Sahel MALI, eine Ausbildungsoperation für Polizei- und Gendarmeriekräfte. Der Personalumfang beträgt etwa 100 Zivilpersonen. Auch hierbei ist die BRD beteiligt.

Soldat*innen aus Jagel liefern die Zielkoordinaten, das Töten  übernehmen dann die Verbündeten

Mit seinen Aufklärungssoldat*innen, die man besser Spionagesoldat*innen nennen sollte, beteiligt sich die Bundeswehr aktiv am Krieg. Drohnen wie Heron1, gesteuert von Soldat*Innen aus Jagel, oder LUNA, gesteuert von Soldat*innen aus Eutin liefern die Zielkoordinaten für den späteren Beschuss durch Kampftruppen, z.B. der
französischen Operation Barkhane. Soldat*innen aus Jagel bei Schleswig liefern aktuell in
drei Kriegsgebieten entsprechende Zielkoordinaten: in Afghanistan mit Drohnen vom
Typ Heron1, im Irak und in Syrien sowie in angrenzenden Gebieten mit Recce-Tornados und nun auch in Mali mit Heron-1-Drohnen.

Krieg beginnt in Jagel – Widerstand auch

Jagel ist ein expandierender Bundeswehrstandort.

Kampfflugzeugstandort Jagel

Zusätzlich zu den Aufklärungstornados gibt es dort noch Tornados in der Kampfversion für die Seekriegsführung und Tornados mit der Spezialfunktion gegnerisches Radar zu orten und abzuschießen. In 2017 soll die Pilotenausbildung von US-amerikanischen Holoman nach Jagel verlegt werden. Bereits Mitte November 2016 erlebten die Menschen in der Umgebung des Fliegerhorstes erhöhte Lärmbelästigung.

Drohnenstandort Jagel

Bereits seit 2010 spioniert das Jageler Geschwader mit Drohnen des Types Heron 1 in Afghanistan. Die Schulung für Drohnenpiloten findet in Jagel statt. Für Großdrohnen sind längst Startbahn und Hangars in Jagel gebaut. Für die Bundeswehr sollen Großdrohnen beschafft werden, Standort wird dann Jagel sein.

Regelmäßiger Protest am Fliegerhorst Jagel seit Sommer 2016

mahnwache-jagel-29-10-2016-i12 Protestaktionen organisierte die DFG-VK gemeinsam mit Bündnispartner*innen aus Schleswig-Holstein bereits vor der Einfahrt zum Fliegerhorst Jagel. Bei jeder Aktion stand ein inhaltliches Thema im Vordergrund. Bei der Aktion am 17.Dezember 2016 soll der Blick auf die Kriegsbeteiligung in Westafrika gerichtet werden. Kriegsgegner*innen sind herzlich eingeladen

Auch weiterhin werden regelmäßige Protestdemonstrationen, Mahnwachen, Kundgebungen vor dem Fliegerhorst statt, eine weitere am 11. Februar 2017. Termine und Informationen dazu werden bekanntgegeben, immer jeweils aktuell auf  http://www.bundeswehrabschaffen.de

Die erweiterte Neuauflage der Broschüre „Geheime Kriege – Aufrüstung der Bundeswehr mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung“ kann bestellt werden bei: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

 

Mahnwache und Kundgebung am 29.10.2016 um 11.57 Uhr am Tornado- und Drohnen-Standort Jagel

mahnwache-jagel-29-10-2016-iAm Tornado- und Drohnen-Standort Jagel finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die nächste, zu der wir einladen,  ist am Sonnabend, den 29.10.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf“

Ein Beitrag zum Stand der Atomrüstung, der Modernisierung der Atomwaffen und der Nuklearen Teilhabe der Bundeswehr daran von Carsten Orth ist dafür vorgesehen.

Mahnwache und Kundgebung
Samstag, 29. Oktober 2016, 11.57 Uhr
Hauptzufahrt zum Fliegerhorst Jagel

Dazu laden wir hiermit herzlich ein.

Mahnwache Jagel 10.9.2016

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Atomwaffenlager Jagel?

Im Jahre 2009/2010 hatte der inzwischen verstorbene Bundesaußenminister Westerwelle verlangt, daß die letzten verbliebenen Atomwaffen aus der Bundesrepublik Deutschland abgezogen werden. Im Koalitionsvertrag der Unionsparteien und der FDP sagte die Bundesregierung 2009 den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland zu. Zu dem Zeitpunkt gingen alle davon aus, daß es nur noch an einem deutschen Standort, Büchel, Atomwaffen gibt, etwa 20 Stück. Bundeskanzlerin Merkel bestand jedoch darauf, dass die Verhandlungen über den Abzug der Raketen gemeinsam mit den anderen NATO-Ländern und keinesfalls im Alleingang durchgeführt werden sollen. Im März 2010 beschloss der Bundestag mit breiter Mehrheit, die Bundesregierung solle sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen.“

Im September 2015 wurde bekannt, dass die USA 20 neue amerikanische Atombomben vom Typ B61-12 in Büchel deponieren werden, welche deutlich zielgenauer sind, als die bisher dort gelagerten. Im Kriegsfall sollen deutsche Tornado-Piloten die Angriffe mit den US-Bomben fliegen. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte dazu: „Uns beunruhigt, dass Staaten, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben, und zwar im Rahmen der Nato-Praxis der Nuklearen Teilhabe. Das ist eine Verletzung der Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen.“

Deshalb fragen wir, wer seitens der Bundesregierung den Beschluß des Bundestages mißachtet hat, sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einsetzen,“ und statt dessen das „Abkommen über die Teilhabe an US-amerikanischen Atomwaffen durch die Bundeswehr“ mit den USA ausgehandelt und beschlossen, in Folge dessen es mehr Atomwaffen in Deutschland geben wird anstatt  weniger?
An welchen Bundeswehrstandorten sind bereits jetzt (September 2016) Waffen mit atomarer Munition stationiert?
An welchen weiteren Bundeswehrstandorten sollen künftig weitere Waffen mit atomarer Munition gelagert werden?
An welchen Bundeswehrstandorten und in welchen Gebäuden, sind die baulichen Voraussetzungen für die Lagerung von atomarer Munition gegeben?
Wird in Jagel oder Büchel oder anderswo in Deutschland bereits jetzt der fiktive Einsatz von Atomwaffen im Rahmen der atomaren Teilhabe geübt – wann zuletzt fand solch eine Übung statt.
Wenn die Waffenausbildung der Tornado-Piloten der Bundeswehr auf dem US-amerikanischen Atomwaffenstützpunkt Holoman nicht mehr stattfindet, ab wann wird der fiktive Einsatz von Atomwaffen im Rahmen der atomaren Teilhabe in Jagel geübt oder an welchen anderen Standorten der Bundeswehr?
Wird das Training der Tornado-Piloten der Bundeswehr mit Atomwaffen stattfinden oder mit Attrappen von Atomwaffen?

atomwaffendepotdreifachumzaeuntBereits während unserer Friedensfahrradtour im Juli fiel uns auf dem Gelände des Drohnen- und Tornadostandortes Jagel ein besonderes Bauwerk auf: Diese Anlage ist dreifach umzäunt und erinnert daher an das Atomwaffenlager in Meyn zwischen Schafflund und Flensburg, das in den 90er Jahren geräumt und zurückgebaut wurde. Deja-vu, deshalb sehen wir sie uns jetzt einmal genauer an.

Das kleine Schild am Eingang war wie folgt lesbar: gefaehrlicherbetriebsteilmaximal
„Gefährlicher Betriebsteil“.
Worin die Gefährlichkeit besteht, wird aus diesem Schild nicht klar, es wäre auch naiv, anzunehmen, daß die Bundeswehr schreibt: Hier sind die amerikanischen Atomwaffen gelagert, über die wir im Rahmen der nuklearen Teilhabe verfügen dürfen.

Aber die Warnschilder im Eingangsbereich legen Schlußfolgerungen nahe:
Auf dem Klingelschild steht „AMMO51“ammo51
AMMO steht für Ammunition und die Zahl 51 paßt zum Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“
Daß hier kein Feuer gemacht werden darf, ist sowohl für konventionelle als auch für Atomwaffen plausibel, ebenso, daß so ein Feuer nicht mit Wasser zu löschen ist.gasmaskenpflicht
Für die Annahme eines atomaren Waffenlagers spricht das Gebot, eine Atemschutzmaske tragen zu müssen (naja, biologische oder Chemiewaffen könnten es auch noch sein, aber die sind ja verboten).

Daß diese Anlage nur zu zweit zu betreten ist, ist sowohl für konventionelle als auch für Atomwaffen plausibel. Aber das Gebot, daß diese zwei Personen nur in Ganzkörperschutzanzügen eintreten sollen, ist wieder ein Hinweis auf Atomwaffen.
Gemäß Abkommen über die Teilhabe an US-amerikanischen Atomwaffen durch die Bundeswehr vom 15.11.2015 werden Standorte in Deutschland mit Atomwaffen ausgerüstet und Jagel steht auf dieser Liste. Ob jetzt schon Atomwaffen da sind, oder wann sie kommen sollen, ist auf den Fotos natürlich nicht sichtbar.

Mahnwache vor dem Drohnenstandort und Fliegerhorst Jagel am 10.09.2016 um 11.57 Uhr

Mahnwache Jagel 10.9.2016 I

Das neue Weißbuch der Bundeswehr

Mit dem vor kurzem vom Bundeskabinett verabschiedeten „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ wurde eine neue strategische Standort- und Kursbestimmung für die deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr formuliert. Es legt gleichzeitig die Leitlinien für die zukünftige Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesregierung fest. (Zur umfangreichen öffentlichen Kritik am neuen Weißbuch siehe auch die Beiträge auf http://www.weissbuch.org/ )

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen meint dazu:

„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Wir sind daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

„Unser Fazit lautet: Dieses Weißbuch ist trotz des Orwellschen Neusprech das aggressivste militärische Strategiepapier seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Wie in vergangenen Kolonialkriegen sollen mit militärtechnischer Überlegenheit andere Länder beherrscht werden. Die technologische Überlegenheit äußert sich nicht mehr nur in Atomwaffen, über die die Bundeswehr durch die „nukleare Teilhabe“ verfügt, sondern in der nächsten Aufrüstungsstufe mit Cyberkrieg, Drohnen und Elektronischer Kampfführung. Am Standort dieser Aufrüstung, dem Drohnen-Standort Jagel, finden regelmäßig antimilitaristische Kundgebungen und Mahnwachen statt.

Die nächste, zu der wir einladen, ist am Sonnabend, den 10.9.2016, 11.57 Uhr wieder um „Drei vor Zwölf““

Mehr zur Kritik der DFG-VK am neuen Weißbuch und das Flugblatt zur Mahnwache: Die Veröffentlichung des Weißbuches 2016 als gelungene Maßnahme der hybriden KriegführungFlugblattversion

v.i.S.d.P.: Cüppers, Postfach 0112, 24925 Flensburg
flensburg@bundeswehrabschaffen.deMahnwache Jagel 10.9.2016

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