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Stadtwerke Flensburg beliefern öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein mit Öko-Strom

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit mehreren Jahren Strom für öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein. Nun wurde der Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Foto: Jörg Pepmeyer

Liefervolumen entspricht mehr als die Hälfte des gesamten Flensburger Stromverbrauchs

Öffentliche Ausschreibung: Stadtwerke Flensburg erhalten erneut Zuschlag für die Strombelieferung öffentlicher Liegenschaften in Schleswig-Holstein

Flensburg. Die Stadtwerke Flensburg werden ab 2022 für zwei weitere Jahre viele öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein mit Öko-Strom versorgen. Hierzu gehören diverse Organisationen und Behörden des Bundes, des Landes Schleswig-Holstein und Kommunen mit rund 2.400 Zählern. Das Liefervolumen beträgt 255 Millionen Kilowattstunden im Jahr mehr als die Hälfte des gesamten Flensburger Stromverbrauchs. Die öffentlichen Einrichtungen hatten die Stromversorgung für die Lieferjahre 2022 und 2023 EU-weit über die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) ausgeschrieben, die nun einen neuen Rahmenvertrag mit den Stadtwerken Flensburg geschlossen hat.

Als zentraler Dienstleister des Landes Schleswig-Holstein übernimmt die GMSH die staatlichen Bauherren- und Planungsaufgaben für Land und Bund in Schleswig-Holstein. Außerdem ist sie zuständig für die Bewirtschaftung der vom Land genutzten Liegenschaften und für die Beschaffung von Material und Leistungen für die Landesbehörden. Diese Leistungen kann sie auch sonstigen Trägern der öffentlichen Verwaltung anbieten, zum Beispiel Kommunen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Für ihre Kunden schreibt die GMSH regelmäßig Rahmenverträge über verschiedenste Leistungen aus. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung für die Stromversorgung für die Jahre 2022 und 2023 konnten sich die Stadtwerke Flensburg gegen den Wettbewerb behaupten.

„Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit 2003 Strom an diverse öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein,“ berichtet Ralph Hansen, der bei den Stadtwerken für die Kundenbetreuung zuständig ist. „Deshalb freut es mich, dass unser Angebot wieder den Zuschlag bekommen hat. Bei der Ausschreibung konnten wir die fünf bereits in den Jahren 2020 und 2021 versorgten Bestandslose sichern und neue Lose hinzugewinnen.“

Der Stadtwerke Flensburg GmbH gelang es, sich erneut gegen renommierte Wettbewerber durchzusetzen und die Stromversorgung für öffentliche Liegenschaften in Schleswig-Holstein für weitere zwei Jahre zu übernehmen. Dabei waren der Preis und die Kompetenz, die die Stadtwerke bereits im Geschäft mit sogenannten Bündelkunden haben, ein mitentscheidender Faktor. „Denn die saubere Abrechnung von über 3.000 mehr oder weniger großen Gewerbekunden mit ganz unterschiedlichem Verbrauchsverhalten und Anforderungen erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Und natürlich auch das optimale Zusammenspiel der beteiligten Abteilungen Stromhandel, Netznutzung, Geschäftskundenvertrieb und Abrechnung.“ so Hansen abschließend.

Stadtwerke Flensburg steigern Flensburgs Stromabsatz um 50 %

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit einem Jahr Strom für die bundeseigenen Immoblien. Zukünftig werden es fast 500 GWh järlich sein. Foto: Jörg Pepmeyer

Die Stadtwerke Flensburg werden ab 01. Januar 2022 weitere Immobilien der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit Strom versorgen.

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, wertet das als großen Erfolg: „Wir werden damit nochmals 175 Gigawattstunden (GWh) Strom an die BImA absetzen. Mit diesem Auftrag steigern wir unseren Stromabsatz um fast die Hälfte des Verbrauchs der Stadt Flensburg. Mit den 320 GWh, die wir bereits seit 01. Januar 2021 an die BImA liefern, setzen wir an diesen Kunden sogar mehr Strom ab als an unsere Heimatstadt.“

Frank Feustel, Leiter Stromvertrieb Geschäftskunden ergänzt: „Das ist auch ein Erfolg unserer strukturierten Beschaffungspolitik. Gerade jetzt ist die Preisentwicklung auf den Energiemärkten, auf denen wir als Versorger den Strom für unsere Kunden einkaufen, äußerst schwer vorhersehbar. Und gerade bei derart großen Mengen ist es wichtig, dass der Stromeinkauf strukturiert arbeitet und Risiken minimiert werden. Nur auf dieser Basis konnten wir der BImA ein attraktives Angebot machen.“

In Summe haben die Stadtwerke jetzt acht von elf Losen der aktuellen Ausschreibung gewonnen. Sieben davon mit Ökostrom. Insgesamt werden vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 nochmals 3.200 Zähler der BImA-Immobilien versorgt. Insgesamt beliefern die Stadtwerke dann Strom an 8.000 Zähler der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Deutschlandweit zählen dazu unter anderem bekannte Behörden wie die Bundespolizei und der Zoll.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums und handelt nach den modernen Standards der Immobilienwirtschaft. Sitz der Zentrale ist Bonn. Aufgabenschwerpunkte sind das einheitliche Immobilienmanagement des Bundes, Immobilienverwaltung und -verkauf sowie die forst- und naturschutzfachliche Betreuung der Geländeliegenschaften. Die BImA verfügt zudem über ein großes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, den sie primär im Rahmen der Wohnungsfürsorge Bundesbediensteten zur Verfügung stellt. Die Wohnraumoffensive des Bundes unterstützt die Bundesanstalt, indem sie nun auch selber baut.

Die BImA deckt den Grundstücks- und Raumbedarf der Bundesressorts durch Flächen und Gebäude im eigenen Bestand, durch Neubau, Kauf oder Anmietung. Im Anschluss stellt sie den Nutzern die Liegenschaften auf der Basis von Mietverträgen zur Verfügung. Mit rund 4.700 Dienstliegenschaften verwaltet die BImA nahezu alle Dienstliegenschaften des Bundes, darunter beispielsweise die Verwaltungsgebäude der Ministerien und Oberen Bundesbehörden sowie die Bundeswehrliegenschaften im Inland.

Vertragsverlängerung – Stadtwerke Flensburg beliefern JYSK bundesweit weiter mit Öko-Strom

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Stadtwerke-Kraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Die Stadtwerke Flensburg liefern bereits seit fünf Jahren Strom an das Einrichtungsunternehmen JYSK (ehemals DÄNISCHES BETTENLAGER). Foto: Jörg Pepmeyer

Flensburg. Die Stadtwerke Flensburg versorgen JYSK bereits seit 2016 mit Öko-Strom. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von 47 Millionen Kilowattstunden pro Jahr und eine Laufzeit bis zunächst Ende 2022.

Veit Scheffel, Kundenbetreuer und Produktentwickler bei den Stadtwerken, freut sich über die Vertragsverlängerung. „Ich freue mich sehr, dass wir im nationalen Stromvergleich für unsere Kunden nach wie vor attraktiv sind. Das liegt sicher an unseren stabilen und fairen Preisen, aber auch an der jahrelangen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unserem Kunden JYSK.“

Als ein fortschrittliches Unternehmen bieten die Stadtwerke Flensburg ihren Geschäftskunden maßgeschneiderte Lösungen an, die optimal auf ihren Bedarf abgestimmt sind. „JYSK hat sich für ein Tranchenmodell entschieden, welches das Beschaffungsrisiko minimiert.“ berichtet Scheffel weiter. „Die aktuelle Strompreisentwicklung zeigt es ganz deutlich: Der Anstieg der Marktpreise für Strom (sowie Gas) kann besonders für Unternehmen momentan extreme Preiserhöhungen bedeuten. Wer auf herkömmliche Beschaffungsmodelle wie z.B. die Stichtagsbeschaffung setzt, kann von diesen Erhöhungen überrascht werden. Genau dafür bieten wir unseren Großkunden mit der Tranchenbeschaffung die Lösung.“

Auch Michael Rotermund, Head of Communications bei JYSK ist von diesem Modell überzeugt. „Zusammen mit den Stadtwerken haben wir die Gesamt-Strommenge, die wir für weite Teile unserer deutschen Filialen benötigen, in sechzehn Tranchen aufgeteilt und werden diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten kaufen. Durch den Mischpreis, der dadurch entsteht, erhoffen wir uns Vorteile. Wir legen fest, wann und zu welchem Preis wir die Tranchen kaufen, so verteilt sich das Risiko.“

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg sieht die hohe Bedeutung dieses Kunden: „Die Stadt Flensburg verbraucht pro Jahr rund 339 Millionen Kilowattstunden, JYSK 48,5. Dieser Auftrag hat ein Volumen, das fast 14 % des Flensburger Stromverbrauchs entspricht.“

Der Öko-Strom stammt aus dem Kraftwerk Bjølvo in Norwegen und wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen. Bei der Erzeugung entstehen weder CO2 noch andere Schadstoffe, was durch ein Zertifikat des TÜV Nord bescheinigt wird.

 

Preiserhöhung der Stadtwerke Flensburg: Strom mehr als 9% – Wasser 2,5%

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer – Foto: Jörg Pepmeyer

Nach der Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% folgen jetzt Strom und Wasser. Die Stadtwerke begründen die Preiserhöhung für Strom, der Arbeitspreis steigt um 9,9%, mit erheblichen Preissprüngen an den Rohstoffmärkten und Strombörsen. Beim Wasserpreis sei nach Angaben der Stadtwerke die Preiserhöhung „inflationsbedingt“ notwendig. Dazu die Mitteilung der Stadtwerke Flensburg:

Strom- und Trinkwasserpreise 2022

Die Höhe der Strompreise basiert auf unterschiedlichsten Kostenbestandteilen sowie Abgaben und Umlagen. Während die staatliche Abgabe für erneuerbare Energien für 2022 sinkt, sind die Kosten an den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe zur Stromproduktion und die Strompreise an den Strombörsen um mehr als das Doppelte gestiegen. Darum müssen die Stadtwerke Flensburg zum 01. Januar 2022 ihre Strom-Preise anpassen. Beim Trinkwasser ist dies inflationsbedingt ebenfalls notwendig.

Im gesamten Jahr 2021 lagen die Strom- und Wasserpreise der Stadtwerke auf dem Niveau des Vorjahres. Das ist in 2022 nicht mehr möglich. Beim Strom ist zwar die staatliche Abgabe für erneuerbare Energien um rund 50 % gesunken, dieser Rückgang wird aber durch außergewöhnlich stark gestiegene Preise an den Rohstoffmärkten und Strombörsen mehr als umgekehrt. Der Preis für Erdgas stieg in den letzten 12 Monaten um rund 130 %, Kohle um 70 % und CO2-Zertifikate um 113 %. Die Preise für die Beschaffung von Strom (dann notwendig, wenn das wärmegeführte Flensburger Kraftwerk nicht genügend Strom produziert), entwickelten sich um 113 % nach oben. Die Erhöhung der CO2-Preise ist staatlich gewollt. Die hohen Rohstoff- und Strombörsenpreise sind auch für Experten kaum noch zu interpretieren.

Die Märkte verhalten sich extrem nervös und die weitere Entwicklung ist schwer vorhersehbar. Für Erdgas und Kohle gibt es weltweit eine hohe Nachfrage, insbesondere in Asien, wo die Konjunktur früher angesprungen ist als in Europa. Das führt gemäß dem Gesetz von Angebot und Nachfrage zu hohen Preisen für diese Komponenten.

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg sagt zur Kostensituation: „Wir geben die Senkung der EEG-Umlage zu 100 % an unsere Kunden weiter. Bei den Beschaffungskosten und Börsenpreisen haben wir mit spitzem Bleistift gerechnet und einige Einsparpotentiale gefunden.“ Trotzdem ist eine Anpassung des Strompreises in der Grundversorgung zum 01. Januar 2022 um rund 9 % unumgänglich. Das macht bei einer Wohnung etwas mehr als 5 Euro pro Monat und bei einem Haus etwas mehr als 10 Euro pro Monat aus.

Der Trinkwasserpreis ist weniger komplex als der Strompreis, da hier deutlich weniger Kostenbestandteile einfließen. Diese sind aber inflationsbedingt gestiegen, so dass auch der Trinkwasserpreis zum 01. Januar 2022 im Grund- und Arbeitspreis um 2,5 % angepasst werden muss. Cris Wallendorf, Vertriebsleiter der Stadtwerke Flensburg, erklärt, wie sich das auswirkt: „Bei einer Wohnung sind das rund 50, bei einem Haus etwas mehr als 60 Cent pro Monat höhere Kosten, je nach Verbrauch.“

    2021 2022 22 vs 21 %
           
Strom Grundversorgung Grundpreis 89,88 €/Jahr 89,88 €/Jahr 0,0 €/Jahr 0,0
  Arbeitspreis 31,15 ct/kWh 34,22 ct/kWh 3,07 ct/kWh 9,9
Trinkwasser Grundpreis 83,19 €/Jahr 85,27 €/Jahr 2,08 €/Jahr 2,5
  Arbeitspreis 1,75 €/m³ 1,79 €/m³ 0,04 €/m³ 2,5

Die monatlichen Abschläge bleiben unverändert. Die Stadtwerke empfehlen eine entsprechende Anpassung analog zu den Energiekosten. Entweder selbst im Kundenportal oder beim Service-Cente

Bündnis solidarische Stadt Flensburg: Scharfe Kritik an der Preiserhöhung der Stadtwerke

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Heizkraftwerk am Flensburger Hafen-Westufer: Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert scharf die Fernwärme-Preiserhöhung der Stadtwerke von 12,8% – Foto: Jörg Pepmeyer

Preiserhöhung als Ergebnis verfehlter Unternehmensstrategie

Exorbitante Preiserhöhung für die Fernwärme: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen«

Gabi Ritter, Fraktionsvorsitzende von Bündnis solidarische Stadt: »Nun rächt sich die Strategie der Stadtwerke und die Flensburger Haushalte müssen zahlen« – Foto: Jörg Pepmeyer

Das Bündnis solidarische Stadt kritisiert die Unternehmensstrategie der Stadtwerke und den »intransparenten und undemokratischen Schweinsgalopp, mit dem die Preiserhöhung durchgedrückt wurde. Überfallartig wurde die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Folgen diskutieren und sozial abfedern zu können«, so Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis solidarische Stadt.

»Eine Strategie ist erst eine Strategie, wenn sie tatsächlich eine belastbare Strategie ist,“ ergänzt Ratsherr Andreas Zech, Diplom Kaufmann und ehemaliger Unternehmensberater. Und am kürzlich verabschiedeten Strategiepapier der Stadtwerke „SWFL 21.x: Kurs grün + digital“ lässt er kein gutes Haar: „Im  Strategiepapier 2021-2025 fehlt eine langfristige Strategie über 5 Jahre, um die ambitionierten und notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Klimaziele konkret erreichen zu können. Viele Fragen blieben offen, viele Themenbereiche wurden ausgeklammert. Daher haben wir, sowohl in der Gesellschafterversammlung als auch in der Ratsversammlung vom 19.08.2021 die Strategie 2021-2025 inhaltlich scharf kritisiert und konsequent abgelehnt.“

Ratsherr Andreas Zech von Bündnis solidarische Stadt: »Die Stadtwerke-Strategie 2021-2025 ist untauglich, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen.« Foto: Jörg Pepmeyer

Andreas Zech weiter: »Seit vielen Jahren haben sich die Stadtwerke erneuerbaren Energien verweigert. Ob Solar, Wind, Erdwärme, … für die Stadtwerke waren die erneuerbaren Energien kein Thema. Wider besseres Wissen hielten sie erst an der Kohle, und jetzt am Gas fest. Damit wurde und wird die Entwicklung, weg von fossilen und klimaschädlichen Brennstoffen – deren Kosten zunehmend unkalkulierbar werden – blockiert«.

Mit zunächst rekordverdächtigen 12,8 % Preiserhöhung für die Fernwärme läuten die Stadtwerke die Verteuerung ein. Der Grund: Höhere Beschaffungskosten für die klimaschädlichen Rohstoffe und die bei der Verbrennung anfallenden Emissionszertifikate.

»Dabei verschweigen die Stadtwerke, dass es sich gerade um den ersten Schritt einer Preiserhöhung von rund 25 % handelt«. Der zweite Schritt stehe für März 2022 schon im Raum. »Stets wurden klimaschonende Energiekonzepte als preistreibende, hohe Belastung für die Verbraucher*innen ins Feld geführt. Nun zeigt sich, dass es genau umgekehrt ist. Hätten die Stadtwerke schon vor Jahren angefangen, mit ihren hohen Gewinnen auf lokale, erneuerbare Energien zu setzen, wären wir dem unberechenbaren Rohstoffmarkt für fossile Brennstoffe nicht so ausgeliefert gewesen und die Preiserhöhung entsprechend moderater ausgefallen. Nun müssen 98 % der Flensburger Haushalte – also fast alle – diese Fehlentscheidungen mit ihrer Heizkostenabrechnung bezahlen«, kritisiert Gabi Ritter.

Jeglichen Mahnungen zum Trotz hätten die Stadtwerke auf ihr einträgliches Versorgungsmonopol bestanden und damit bis heute die Türen für regionale, klimaschonende und bezahlbare Versorgungsstrukturen verschlossen gehalten.

Das Bündnis solidarische Stadt erwartet jetzt von den Stadtwerken eine konsequente Umkehr ihrer Strategieplanung. Dazu gehöre als oberstes Ziel Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und soziale Verträglichkeit statt Rekordgewinne: »Flensburgs Dächer gehören umgehend mit Solarkollektoren ausgestattet. Wind, Erdwärme und Wasser sind lokale Ressourcen, die es zu nutzen gilt. Hier lohnt es zu investieren, da die Anlagen marktunabhängiger zu betreiben sind.«

Umgehend brauche es auch ein gestaffeltes Preissystem, um soziale Härten abzufedern. Ebenso erwartet das Bündnis solidarische Stadt einen transparenten Kommunikationsprozess unter Beteiligung der lokalen Energie- und Klimaschutzinitiativen und der interessierten Einwohnenden. »Deren Wissen und Expertise stellt eine unverzichtbare Ressource dar, um zeitnah in einen zukunftsfähigen, bezahlbaren Umbau der Energieversorgung einsteigen zu können«, unterstreicht Gabi Ritter abschließend.

Siehe zum Thema Stadtwerke-Strategie auch den Stadtblog-Beitrag vom 13. August 2021: Stadtwerke-Strategiedebatte ohne Öffentlichkeit: Nix mit fossilfreier Energiewende unter: https://akopol.wordpress.com/2021/08/13/stadtwerke-strategiedebatte-ohne-offentlichkeit-nix-mit-fossilfreier-energiewende/

Zur Stadtwerke-Strategiedebatte auch der Rede-Beitrag von Ratsherr Andreas Zech auf der Ratsversammlung vom 19.08.2021

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 18,4 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2020

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Umsatz über 500 Millionen Euro und 300.000 Kunden

Bilanzgewinn 14,4 Mio. Euro – Töchter machen 2,7 Mio. Euro Verlust

Im letzten Jahr stand die Corona-Pandemie auch in der Wirtschaft sehr im Fokus. Die Stadtwerke haben sich den Herausforderungen und dem harten Wettbewerb im Energiemarkt dennoch erfolgreich gestellt. Der Umsatz überstieg erstmals in der Unternehmensgeschichte den Betrag von einer halben Milliarde Euro. Konkret wuchs er um 19 % oder 85 Mio. auf 527 Mio. Euro (VJ 442 Mio. Euro). Mehr als 300.000 Kunden erhalten inzwischen ihre Energie von den Stadtwerken Flensburg.

Das vergangene Jahr war für die Energieversorgung eine große Herausforderung. Neben der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen aus der Corona-Pandemie prägten den Energiemarkt im letzten Jahr zwei weitere Effekte. Zum einen gingen Energiebedarf- und Erzeugung coronabedingt zurück. Zum anderen wurde der Energiebedarf immer stärker aus regenerativen Erzeugungs-Quellen gedeckt. So lag deren Anteil in 2020 bei rund 45% und war damit so hoch wie nie zuvor.

Bei den Stadtwerken Flensburg kam in der Erzeugung aufgrund niedriger Gaspreise die erdgasbetriebene Gas- und Dampfturbinenanlage Kessel 12 stärker zum Einsatz als geplant und leistete einen deutlichen Beitrag zum guten Jahresergebnis. Erdgas ist mittlerweile der Hauptbrennstoff der Stadtwerke Flensburg für die Produktion von Strom und Fernwärme und sorgt bei gleicher Erzeugungsmenge für eine bis zu 40 %ige Einsparung von CO2.

Entwicklung der Unmsatzerlöse

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Auf der vertrieblichen Seite konnten die Stadtwerke ihre Umsatz- und Absatzziele im bundesweiten Strom – und Erdgasmarkt deutlich überschreiten und zahlreiche Kunden hinzugewinnen. Erstmals belieferte der Flensburger Versorger zum Jahresende bundesweit mehr als 300.000 Kunden mit Energie.

Dr. Dirk Wernicke, der die Stadtwerke seit 1. Januar 2021 als Geschäftsführer leitet, ist mit dem Abschluss zufrieden: „Die Stadtwerke haben in 2020 den Umsatz deutlich gesteigert und auf Basis der optimalen Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres einen guten Gewinn erwirtschaftet. Das ist eine gute Grundlage für die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Aufgaben, die wir noch vor uns haben. Aktuell passen wir unsere Strategie umfassend auf die neuen Herausforderungen des Marktes und Umfeldes sowie die politischen Vorgaben an. Wichtige Stichworte sind dabei Dekarbonisierung, also die nächsten Schritte hin zur CO2-neutralen Energieerzeugung, und Digitalisierung. Damit meine ich die Schnittstellen, die unsere Kunden von außen wahrnehmen und über die sie mit uns kommunizieren. Da tut sich einiges und wir müssen weiter vorn mit dabei sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören aber auch die unterstützenden internen Prozesse.“

Für den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Rolf Helgert ist der Erfolg des Geschäftsjahres 2020 das Ergebnis einer vorausschauenden aber auch mit ein wenig Glück verbundenen Geschäftspolitik. „Maik Render und sein Team haben in den letzten Jahren herausragend gearbeitet und damit eine gute Basis für die großen Herausforderungen der nächsten Jahre geschaffen. Die niedrigen Gaspreise und gute KWK-Förderung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den nächsten Jahren weitere große Investitionen bevorstehen, für die es jetzt gilt, Reserven anzulegen.“

Worauf die Stadtwerke im Einzelnen aufbauen können, zeigen die Ergebnisse der einzelnen Bereiche:

Strom – mehr als Flensburg dazu gewonnen

Sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich konnten die Stadtwerke Flensburg zulegen. Während im Heimatmarkt die Kundenzahl relativ stabil bliebt, wuchs sie bundesweit um 18 % oder 39.000 Kunden. In Summe versorgten die Stadtwerke zum Ende des Jahres 255.000 Haushalte in ganz Deutschland mit Strom.

Kundenentwicklung

(zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Insgesamt hat der Flensburger Energieversorger in 2020 1.660 Gigawattstunden (GWh) Strom abgesetzt. 256 GWh oder 18,2 % mehr als im Vorjahr.

Im Absatzgebiet Flensburg, Glücksburg, Harrislee lag der Gesamtabsatz mit rund 264 GWh fast 10 % unter dem Vorjahr. Grund für den Rückgang ist ein pan-demiebedingtes Absatzminus bei Geschäftskunden

Dieser regionale Absatzrückgang wird durch den Zuwachs sowohl bei Privat- als auch Geschäftskunden im bundesweiten Stromvertrieb deutlich überkompensiert. Hier betrug der Absatzzuwachs fast 277 GWh, mehr als die gesamte Stadt Flensburg verbraucht. Mit rund 159 GWh tragen die Geschäftskunden mehr als die Hälfte zu dieser Steigerung bei.

Insgesamt ist das Stromgeschäft mit mehr als 70 % der größte Umsatzträger der Stadtwerke.

Erdgas – wächst stärker als Strom

Seit dem Einstieg der Stadtwerke in den bundesweiten Vertrieb von Erdgas im Jahr 2016 ist die Kundenzahl kontinuierlich gestiegen. Ende des Jahres 2020 belieferten die Stadtwerke 43.000 Privatkunden mit Erdgas. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16.000 Haushalten oder fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr.

Mit einem Absatz von 1.146 GWh an Privat- und Geschäftskunden konnten die Stadtwerke hier ihren Vorjahresabsatz mehr als verdoppeln.

Der bundesweite Erdgas-Absatz übersteigt inzwischen den von Fernwärme in Flensburg, Glücksburg und Harrislee um 25 %.

Insgesamt steht das Erdgasgeschäft für nahezu 10 % des Gesamtumsatzes des Flensburger Energieversorgers.

Glasfaser – Telekommunikation mit Zukunft

Seit 2016 bauen die Stadtwerke Flensburg, Glücks-burg und Harrislee flächendeckend mit schneller Glasfaser aus. Deutlich mehr als die Hälfte der 41 Aus-baugebiete sind im Bau bzw. in Betrieb. Über 8.000 Kunden haben sich bereits für ein Angebot der Stadtwerke entschieden, um mit der konsequent schnellen Glasfaser zu surfen und die Vorteile der digitalen Zukunft wie konstant hohe Übertragungsraten egal wie viele Abnehmer gerade online sind nutzen zu können. Gerade das letzte Jahr mit einer deutlichen Zunahme von Homeoffice und digitalem Arbeiten hat gezeigt, wie wichtig konsequenter Glasfaserausbau ist. Und es zeigt sich, dass die Veränderung der Arbeitswelt Bestand hat und künftig deutlich mehr auf digitaler Basis gearbeitet werden wird. Ein guter Internet-Anschluss ist dann nicht mehr nice-to-have, sondern Voraussetzung und Basis für die digitale Zukunft im Privaten und Geschäftlichen.

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke die Stadtteile Exe, Schäferhaus und Fruerlund mit Glasfaser erschlossen. Die jährlichen Investitionen für den Ausbau liegen inzwischen bei 14 Millionen Euro und sorgen dafür, dass es mit dem Ausbau schnell vorangeht.

Fernwärme – niedriger als Vorjahr

Der Fernwärmeabsatz ist vorrangig abhängig von der Temperatur. Er lag in 2020 mit 915 GWh knapp 5 % unter dem des Vorjahres (961 GWh). Hauptursache für den Rückgang ist die höhere Jahresdurchschnittstemperatur.

Trinkwasser – wie immer

Hier ändert sich seit Jahren fast nichts. Der Absatz lag mit 4,9 Mio. m³ konstant auf Vorjahresniveau.

Töchter und Beteiligungen

Die Stadtwerke Flensburg sind Träger der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie tragen die Ergebnisse der Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und gleichen auch deren negative Ergebnisse aus.

Coronabedingt sind die Verluste, die die Stadtwerke für 2020 übernehmen, insbesondere im ÖPNV im letzten Jahr deutlich gestiegen und liegen bei 2,7 Mio. Euro.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl bleibt mit 610 zu 604 im Vorjahr nahezu konstant. Die Zahl der Auszubildenden lag bei 54 (Vorjahr 52). Die Ausbildungsquote ist mit 9 % sehr hoch und belegt, dass die Stadtwerke ihrer Verantwortung als einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region gerecht werden.

Ergebnis – erfreulich, aber Einmal-Effekte

Auch das Ergebnis der Stadtwerke hat sich nach oben entwickelt. So lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 33,4 Mio. Euro um 2,8 Mio. Euro oder 9,3 % über dem Vorjahr. Beim Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) gab es eine Steigerung von 15,1 auf 18,4 Mio. Euro.

Davon werden über 7,3 Mio. Euro an den städtischen Haushalt abgeführt.

Neben dem Vertriebsgeschäft für Energie waren dafür besonders zwei Faktoren verantwortlich. So lag der Preis für Erdgas, der als Brennstoff für die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Kessel 12 eingesetzt wird, niedriger als erwartet. Darum setzten die Stadtwerke diese Anlage häufiger ein als geplant und erwirtschafteten höhere Erträge. Für die Umwelt ist dies auch gut, denn die GuD-Anlage produziert bei gleicher Erzeugungsleistung 40 % weniger CO2. In den Sommermonaten erfolgte die Energieerzeugung ausschließlich über die GuD-Anlage.

Dazu kommt ein zweiter Ergebnis-Effekt. Die umweltschonende Energieerzeugung mit Erdgas wird mit dem Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Gesetz gefördert. Allerdings nur für eine insgesamt festgelegte Anzahl an Betriebsstunden. In 2020 lief die KWK-Anlage Kessel 12 mehr Stunden als geplant. Die Stadtwerke erhielten deswegen eine höhere Förderung als für das Jahr 2020 vorgesehen.

Zahlen und Daten aus dem Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg GmbH

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2020:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen. Angaben aus dem Geschäftsbericht der SWF 2020, S. 63:

IV. Ergänzende Angaben

1. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe und Organkredite

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung sind unter Punkt 9 und 10 aufgeführt.
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung beliefen sich im Geschäftsjahr auf 433 TEUR, die sich aus einem erfolgsunabhängigen Anteil in Höhe von 277 TEUR und einem erfolgsabhängigen Anteil in Höhe von 156 TEUR zusammensetzen.

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates verteilen sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Aufsichtsrat

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich die Gesamtbezüge auf 151 TEUR.
Zum Stichtag betragen die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen
für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen 2,4 Mio. EUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften abgesichert.

Die G & V der Stadtwerke Flensburg GmbH

SWF-Geschäftsbericht 2020, S. 51 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

G und V SWF 2020

Zusammensetzung der Umsatzerlöse

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 62-63

Umsatzerlöse

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Jahr 2020

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 48-49 (zum Vergrößern der Ansicht auf die Tabelle klicken)

Bilanz SWF

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020, Seite 67

Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

SWF-Geschäftsbericht 2020 zum Download

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2020 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke Flensburg GmbH gibt es hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2020.pdf

Stadtwerke Flensburg beliefern die Unternehmensgruppe fischer mit Ökostrom

Zahl der deutschlandweit mit Stadtwerke-Energie belieferten Haushalte wächst weiterhin

Flensburg: Die Stadtwerke Flensburg versorgen die fischerwerke GmbH & Co. KG und die fischer automotive systems GmbH & Co. KG mit Ökostrom. Der Vertrag hat ein Liefervolumen von jährlich rund 25 Millionen Kilowattstunden und eine Laufzeit bis zunächst Ende 2021.

Seit Januar dieses Jahres beziehen die fischerwerke GmbH & Co. KG sowie die fischer automotive systems GmbH & Co. KG Ökostrom aus 100%iger Wasserkraft von den Stadtwerken Flensburg.

„Insgesamt werden wir in diesem Jahr über 25 Millionen Kilowattstunden an die Unternehmensgruppe fischer liefern. Das entspricht etwa 7% des gesamten Flensburger Verbrauchs. Den gelieferten Strom beziehen wir wie für alle Geschäfte dieser Größenordnung von der Strombörse.“, berichtet Oliver Rein, Abteilungsleiter für Geschäftskunden bei den Stadtwerken und zuständig für das Akquirieren von Großkunden.

„Der Wettbewerb um Kunden ist hart. Deshalb freut es mich besonders, dass wir im bundesweiten Stromvergleich weiter so attraktiv für unsere Kunden sind. Ich freue mich, dass wir die Unternehmensgruppe fischer aus Baden-Württemberg für uns gewinnen konnten.“, sagt er weiter.

Insgesamt wachsen die Stadtwerke Flensburg im bundesweiten Strommarkt kontinuierlich sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich mit attraktiven Angeboten. Aktuell liefern die Stadtwerke bundesweit Strom an rund 265.000 Haushalte. Dazu kommen noch rund 47.000 Kunden, die mit Erdgas beliefert werden, so dass deutlich mehr als 310.00 Haushalte Energie aus Flensburg beziehen.

Dreimal Null – Keine Preiserhöhungen der Stadtwerke Flensburg für 2021

Stadtwerke Flensburg: Im nächsten Jahr bleiben die Preise für Strom, Wärme und Wasser in Flensburg, Glücksburg und Harrislee genauso wie im Jahr 2020.

Es ändert sich nichts, obwohl die Stadtwerke kräftig in der Region investieren. Für die beiden Gas- und Dampfturbinenanlagen Kessel 12 und Kessel 13 sind es in zehn Jahren rund 225 Millionen Euro. Damit sinkt der CO2-Ausstoss bei gleicher Energieerzeugungsmenge um 40 %. Weitere Schritte auf dem Weg zum CO2-neutralen Kraftwerk befinden sich bereits in der Planung.

Für den flächendeckenden Glasfaserausbau in Flensburg, Glücksburg und Harrislee nehmen die Stadtwerke weitere 100 Millionen Euro in die Hand und investieren damit in die digitale Zukunft der Region.

Darüber hinaus werden die Versorgungsnetze nicht nur kontinuierlich erneuert, sondern es stehen hier einige größere Projekte für eine sichere Energieversorgung an. In der Summe verlegen die Stadtwerke hier von 2020 bis 2024 in fünf Jahren 85 Millionen Euro unter der Erde.

Zusammen werden in diesen Bereichen mehr als 400 Millionen Euro in die Umwelt, die Zukunft und eine sichere Versorgung investiert. Diese Summe liegt in einer Größenordnung, die fast dem gesamten Jahresumsatz der Stadtwerke im Jahr 2017 entspricht.

Trotz dieser Investitionsoffensive bleiben die Energie- und Wasserpreise im nächsten Jahr wie sie sind. Wie sieht es hier im Einzelnen aus?
Im Wasserbereich verzichten die Stadtwerke auf eine eigentlich notwendige Preiserhöhung und werden gestiegenen Kosten durch Optimierungsmaßnahmen ausgleichen.

Energie- und Wasserpreise 2021 vs. 2020

2020 2021 21 vs. 20
Strom (Einfachtarif) ct %
Arbeitspreis ct/kWh 31,15 31,15 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 89,88 89,88 0,00 0,00
Flensburger Wärme
Arbeitspreis sekundär Euro/MWh 70,48 70,48 0,00 0,00
Arbeitspreis primär Euro/MWh 68,92 68,92 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 534,00 534,00 0,00 0,00
Wasser
Arbeitspreis Euro/m3 1,75 1,75 0,00 0,00
Grundpreis Euro/Jahr 83,19 83,19 0,00 0,00

Bei Strom und Wärme halten sich steigende und sinkende Kostenbestandteile ungefähr in der Waage, sodass hier alle Preise bleiben wie in diesem Jahr.
So sind beispielsweise die Kosten für die Beschaffung von Kohle und Erdgas bis Mitte dieses Jahres gesunken. Danach stiegen sie aber wieder an. Die Preise für CO2-Zertifikate bewegen sich dagegen weiter auf sehr hohem Niveau und werden auf Basis des neuen Brennstoffhandelsgesetzes auch in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter nach oben gehen.
Bei den staatlichen Abgaben auf den Strompreis haben sich zwar einige Reduzierungen ergeben, diese bewegen sich aber im Nachkomma-Centbereich und können nichts daran ändern, dass der Staatsanteil am Strompreis immer noch deutlich über 50 % liegt.

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2020

Strompreis bleibt konstant – Fernwärme und Wasser verteuern sich

Flensburg: Obwohl im nächsten Jahr gesetzlichen Abgaben und Umlagen steigen, halten die Stadtwerke den Strompreis im eigenen Netzgebiet Flensburg, Glücksburg und Harrislee konstant.

Zum 1. Januar 2020 steigt die gesetzliche Abgabe für die Förderung von Strom aus Erneuerbarer Energie (EEG-Umlage) um 5,5%. Die Entgelte der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber für die Nutzung der überregionalen Stromnetze gehen ebenfalls deutlich nach oben. Die staatlichen Abgaben und Umlagen, die jeder Verbraucher über seine Stromrechnung zahlen muss, und die von den Stromversorgern nicht zu beeinflussen sind, machen damit inzwischen schon rund 53% des Strompreises aus.

Die Stadtwerke werden die gestiegenen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben und die Strompreise nicht erhöhen, sondern für 2020 stabil halten. Das ist so nur möglich, weil die Stadtwerke Ihre Prozesse verschlankt und die Kostenstruktur noch weiter verbessert haben.

Für die Flensburger Wärme und das Trinkwasser haben sich die allgemeinen Kosten und die Preise für CO2 insgesamt nach oben entwickelt, so dass hier eine Preisanpassung notwendig ist. Der Arbeitspreis für die Wärme steigt darum um 2,5%, der Grundpreis um 0,84%. Beim Wasser werden Arbeits- und Grundpreis um 1,6% teuer. Das sind 3 Cent pro 1.000 Liter (m³) oder 0,003 Cent pro Liter.

Insgesamt bedeutet das: Für eine Wohnung kosten Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 1,38 Euro und für ein Haus rund 3,63 Euro pro Monat mehr als in 2019.

Dazu ein Kommentar von Dr. Ralf Cüppers:

Diese Meldung ist vielleicht nicht gelogen, aber doch grob mißweisend.

Denn die angegebene Erhöhung von 0,003 Cent pro Liter stimmen nur für einen wasserverschwenderischen Großverbraucher. Für umweltbewußte Stadtwerkekunden ist der Betrag vielfach höher.

Warum ist das so?
Die Stadtwerke nehmen einen hohen Grundpreis vom 75 Euro. Für einen sparsamen Kunden, der sein Trinkwasser wirklich nur trinkt, also 2 Liter am Tag oder 730 Liter im Jahr, beträgt der Anteil des Grundpreises pro Liter bereits >10 Cent.
Bei einer Erhöhung der Kosten um 1,6% beträgt die Erhöhung hier 0,16 Cent pro Liter, das ist das 53fache des von den Stadtwerken und akopol verbreiteten Wertes. So grob kann man sich eigentlich nicht verrechnen. Verlassen sich die Autoren der Mitteilung darauf, dass die Bürger in Flensburg so schlechten Mathematikunterricht hatten, daß es niemandem auffällt?
Der Wasserverschwender, der eine Million Liter Trinkwasser verbraucht, wird mit hingegen.einer Verringerung des Grundpreises auf 0,00001 Cent pro Liter belohnt.
Die Stadtwerke fördern und belohnen Wasserverschwendung.
Das geht zu Lasten der Umwelt und nachfolgender Generationen!

Die Lösung ist einfach und klar:
Völlige Abschaffung des Grundpreises und Umlage der gesamten Kosten der Trinkwasserversorgung nur auf einen einheitlichen Preis pro Liter der für wirklich jeden gilt. Ohne Rabatte für Wasserverschwender, Großverbraucher, Industrie etc! Ein Liter ist ein Liter ist ein Liter und der kostet für alle gleich viel.

Stadtwerke Flensburg: Klima-Aktivisten halten Neubau von Kessel 13 für unnötig und schädlich

Protest gegen den Neubau von Kessel 13 auf der Klimastreik-Demo am 20.09.2019

Forderung nach klimaneutraler Energieerzeugung bei den Stadtwerken

In einer außerordentlichen Sitzung hatte die Ratsversammlung der Stadt Flensburg am 8. November letzten Jahres den Bau der nächsten erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg genehmigt. Bei einem Investitionsvolumen von mittlerweile 95 Mio. Euro sollen mit dem Neubau von Kessel 13  jährlich 120.000 to CO2 eingespart werden.

Mittlerweile häufen sich aber die kritischen Stimmen aus dem Lager der Flensburger Umweltaktivisten und Klimaschützer an dem Projekt und zur weiteren Nutzung fossiler Brennstoffe. Sie kritisieren, dass der geplante Neubau keine wirkliche Verbesserung für den Klimaschutz bedeute, weil die Förderung und die Verbrennung von Erdgas enorm klimaschädlich sei. Die Stadtwerke würden, selbst wenn sie damit aus der Kohleverbrennung ausstiegen, auf eine veraltete „Brückentechnologie“ setzen, die den Umstieg auf andere klimaneutrale Energiealternativen bei dem Flensburger Versorgungsunternehmen auf Jahre blockiere. Auch die hohen Investitionskosten von 95 Mio. Euro werden als unnötig betrachtet und stünden in keinem Verhältnis zu den angestrebten CO2-Einsparungen. Sie würden zudem bedeuten, dass die Stadtwerke über 5 Jahre hinweg die derzeitige, fest vereinbarte Gewinnabführung an die Stadt Flensburg in Höhe von 4 Mio. Euro aussetzen. Damit fehlten zukünftig insgesamt 20 Mio. Euro in der Stadtkasse. Das träfe gleich doppelt den Klimaschutz und die Kunden und Bürger in Flensburg. Glücklicherweise sei die letztendliche Entscheidung bei den Stadtwerken aber noch nicht gefallen, heißt es bei den Klimaschützern, sei das Projekt noch in der Planungsphase. Umso notwendiger wäre es jetzt in der Öffentlichkeit eine sachgerechte Debatte über das Für und Wider des Neubaus von Kessel 13 anzustoßen und welche Alternativen es im Rahmen einer klimaneutralen und betriebswirtschaftlich sinnvollen Energieversorgung in Flensburg gibt. Dies sollte ebenso zu einer neuerlichen Entscheidung und einem Beschluss der Ratsversammlung führen.

Platz für eine Wasserstoffelektrolyse-Anlage wäre auf dem weitläufigen Gelände der Stadtwerke vorhanden.

Dazu der Standpunkt von Jörg Pepmeyer:

Warum setzen die Flensburger Stadtwerke mit ihrem geplanten 95 Mio. Euro teuren Kessel 13 auf klimaschädliche Erdgasbefeuerung und auf weitere CO2-Emissionen und nicht auf eine Wasserstoffelektrolyse-Anlage und die Wasserstofftechnologie? Für diese klimaneutrale Alternative gibt es auch den dafür benötigten Strom quasi vor der Haustür, nämlich durch die Abnahme des überschüssigen Windstroms der Windmüller in Nordfriesland und die verstärkte Nutzung der Photovoltaik. Schon jetzt kooperieren die Stadtwerke mit Schulen auf Eiderstedt, auf deren Dächern sie Photovoltaikanlagen aufgebaut haben. Leider ist aber in Flensburg bis auf eine Demoanlage bei den Stadtwerken Derartiges nicht zu finden.
Würde man zudem alle leeren Dachflächen in Flensburg und in Deutschland, angefangen mit Produktions- und Lagerhallen, mit entsprechenden Anlagen belegen, würde das locker ausreichen, um Flensburgs und Deutschlands Energiebedarf zum Großteil zu decken. Schon im Juni 2019 produzierte die Photovoltaik 7,2 TWh elektrische Energie und war damit erstmals überhaupt im Monatsschnitt vor Braunkohle und Windenergie wichtigste deutsche Stromquelle. https://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik_in_Deutschland Vorausgesetzt der Sonnenstrom würde zusammen mit dem Windstrom entsprechend gespeichert und/oder über Wasserstoffelektrolyse energetisch umgewandelt und genutzt, hätten wir auch ausreichend Energie für Verkehr und Mobilität und könnten die Pariser Klimaziele auch in Flensburg blitzschnell erreichen.

Dazu der AKOPOL-Beitrag vom 11.09.2018: Kessel 13 – Stadtwerke Flensburg bauen nächste moderne erdgasbetriebene KWK-Anlage
unter: https://akopol.wordpress.com/2018/11/09/kessel-13-stadtwerke-flensburg-bauen-naechste-moderne-erdgasbetriebene-kwk-anlage/

Aktuelle Beiträge zum Thema Wasserstofftechnologie in der Region und Hamburg

IHK-Nord-Themenseite: Wasserstoff in Norddeutschland – Norddeutschlands Vorreiterrolle als Wasserstoffregion unter: https://www.ihk-nord.de/produktmarken/energiepolitik-industriepolitik/Neuer_Inhalt20190627-nt-wasserstoff/4463386

Einladung: 23. und 24. Oktober 2019: International Hydrogen-Symposium in Hamburg

Handelsblatt vom 16.09.2019: Klimaneutraler Wasserstoff: Altmaier plant Produktion in industriellem Maßstab Der Wirtschaftsminister will den „grünen Wasserstoff“ aus der Nische holen und ihn über den Labormaßstab hinaus produzieren. Die Branche betrachtet das mit Wohlwollen. Von  unter: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energiewende-klimaneutraler-wasserstoff-altmaier-plant-produktion-in-industriellem-massstab/25014108.html

SPIEGEL-Online vom 06.09.2019:
Energiewende Hamburg plant weltgrößte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse
Wasserstoff aus Ökostrom könnte zu einem zentralen Baustein werden, um die Wirtschaft klimaneutral zu machen. Hamburg will nun eine weltweit einzigartige Anlage in den Hafen holen.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/wasserstoff-elektrolyse-hamburg-plant-weltgroesste-anlage-im-hafen-a-1285352.html

Wasserstoffprojekt in Nordfriesland
Ellhöft: Ein Wind-Dorf setzt auf Wasserstoff
Das kleine Dorf Ellhöft setzte früh auf Windenergie und wurde damit wohlhabend. Nun fallen die Anlagen aus der Förderung, aber die Windmüller vom Land sind schon einen Schritt weiter – dank Wasserstoff. Von Angela Schmid |
unter: https://edison.handelsblatt.com/ertraeumen/ellhoeft-ein-wind-dorf-setzt-auf-wasserstoff/23627132.html

Ein Beitrag von Panorama 3/NDR ebenfalls über Wasserstoffprojekte und Wasserstoffelektrolyse in Nordfriesland
Wasserstofftechnologie – zu Unrecht in der Nische
von Nils Naber, Sendedatum 10.09.2019
unter https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Wasserstofftechnologie-zu-Unrecht-in-der-Nische,wasserstoff158.html

Und ebenso passend zum Thema ein Bericht im Handelsblatt vom 23.09.2019: Power-To-X: Start-up Enapter will Wasserstoff für jedermann machen
Wasserstoff-Start-ups erleben einen Boom. Die meisten setzen dabei auf Industrie-Anlagen. Enapter liegt eine andere Idee zugrunde, entstanden in Thailands Norden. unter: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/power-to-x-start-up-enapter-will-wasserstoff-fuer-jedermann-machen/25044702.html

Jahresabschluss der Stadtwerke Flensburg: 7,9 Mio. Euro Überschuss im Geschäftsjahr 2018

Stadtwerke investieren 300 Millionen Euro

Töchter machen 1,7 Mio. Euro Verlust – Stadt Flensburg erhält 4 Mio. Euro

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Auch im letzten Jahr haben die Stadtwerke ihren Umsatz weiter gesteigert. Er lag mit 432,6 Mio. Euro im Energie-, Telekommunikations- und Wassergeschäft um 16,3 Mio. Euro oder 3,9% über dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 19,3 Mio. Euro (Vorjahr 22,9 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss nach Steuern (EAT) erreichte eine Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr 11,3 Mio. Euro). Vier Millionen Euro gehen als Gewinnabführung an den 100%igen Anteilseigner, die Stadt Flensburg.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 55

Nachdem der Staat in den letzten Jahren wesentlicher Akteur der Klima – und Energiepolitik war, nehmen die Energieversorger den Ball jetzt stärker auf und treiben die Themen Kohleausstieg, Digitalisierung und Sektorenkopplung voran. Das macht das Energiegeschäft deutlich komplexer und schwerer kalkulierbar. Das trifft auch auf die Energiepreise und Beschaffungskosten zu. Der Strompreis an der Börse, die Erdgas- und Kohleeinkaufspreise sowie die Kosten für CO2-Zeritifikate sind im letzten Jahr gestiegen wie schon lange nicht mehr.

Die Stadtwerke Flensburg haben sich durch eine weitblickende strategische Ausrichtung und eine das Risiko minimierende Beschaffungsstrategie gut darauf eingestellt und das Jahr mit einem sehr soliden Ergebnis abgeschlossen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render sieht das genauso: „In diesem schwierigen Marktumfeld haben wir uns mit einem operativen Ergebnis von 19,4 Millionen Euro sehr gut behauptet. Auch der Jahresüberschuss nach Steuern von 7,9 Millionen Euro ist ein deutlich positiver Wert.

Drei Projekte aus dem letzten Jahr möchte ich besonders hervorheben. Überregional haben wir unser Erdgasgeschäft sehr gut ausbauen können und versorgen bundesweit rund 22.000 Kunden. Den Absatz haben wir im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. Als Zweites habe ich mich über die Zustimmung der Flensburger Ratsversammlung am 8. November 2018 gefreut. Wir können damit den Bau der nächsten erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) im Kraftwerk der Stadtwerke Flensburg angehen. Die Anlage „Kessel 13“ soll im Jahr 2022 in Betrieb gehen und zwei weitere Kohlekessel vorzeitig ersetzen. Insgesamt ersetzen wir damit vorzeitig vier von fünf Kohlekessel durch umweltschonendere erdgasbetriebene Erzeugungsanlagen und nehmen damit das Kohleausstiegsdatum der Bundesregierung deutlich vorweg. Der Kessel 13 senkt die CO2-Emissionen bei gleicher Erzeugungsmenge um 40%. So werden wir 120.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, doppelt so viel wie der gesamte Flensburger Kraftfahrzeugbestand emittiert. Und als Drittes kommen wir mit unserem Glasfaserausbau gut voran. Wir wollen Flensburg, Glücksburg und Harrislee innerhalb von zehn Jahren flächendeckend mit Glasfaser ausbauen und investieren hier 100 Millionen Euro. Dass wir die geplanten Anschlussziele klar erreicht haben, zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender des Flensburger Energieversorgers, summiert: „Insgesamt investieren die Stadtwerke mit den beiden Kraftwerksneubauprojekten und dem Glasfaserausbau 300 Millionen Euro für die Umwelt und die Zukunftssicherung der Region. Dass dies gelingt, ohne weitere strategische Ziele des Unternehmens aufgeben zu müssen, ist eine besondere, unternehmerische Leistung auch im Jahr 2018.

In Zahlen hat sich das Geschäftsjahr 2018 wie folgt entwickelt:

Strom – stabil

Mit einem Absatz von 1.493 Gigawattstunden (GWh) lag der Stromabsatz an Endkunden in etwa auf dem Vorjahresniveau (1.530 GWh). Das Privatkundengeschäft war durch ein Wachstum geprägt, während der Wechsel einiger weniger Geschäftskunden vorrangig für das Absatzminus von 2,4% verantwortlich war. Unabhängig davon bleibt das Stromgeschäft der Hauptumsatzträger der Stadtwerke Flensburg mit einem Anteil von rund 75% am Gesamtumsatz.

Erdgas – wächst

Hier entwickelt sich ein zweites wichtiges Standbein im bundesweiten Geschäft der Stadtwerke Flensburg. Mehr als 22.000 Haushalte und Geschäftskunden haben sich für Erdgas aus Flensburg entschieden. Der Absatz stieg auf mehr als das Vierfache des Vorjahres.

Glasfaser – gut im Plan

Die Stadtwerke bauen Flensburg, Glücksburg und Harrislee in den nächsten Jahren Stadtteil für Stadtteil komplett mit schneller Glasfaser aus. Zwölf von 41 Ausbaugebieten sind im Bau bzw. in Betrieb und die Kunden profitieren bereits von den Vorteilen der Glasfaser wie z.B. schnellen Übertragungsraten – unabhängig davon, wie viele Nutzer gerade gleichzeitig im Netz sind.

Wärme – öfter milde Winter

Bei der Wärme hat sich wenig getan. Mit 966 GWh wurde der Vorjahresabsatz (976 GWh) fast exakt getroffen. Hier halten sich Klimaerwärmung sowie bauliche Dämmaktivitäten und eine wachsende Anschlusszahl aus den Neubaugebieten die Waage.

Trinkwasser – wie in den Vorjahren

Hier bewegt sich seit Jahren auf der Absatzseite sehr wenig. Mit 4,9 Mio. m³ wurde nur etwas mehr Trinkwasser abgesetzt als im Jahr davor mit 4,8 Millionen m³. Der lange und heiße Sommer hat sich kaum ausgewirkt.

Umwelt – kleiner Kohleausstieg

Auch im letzten Sommer 2018 konnten die Stadtwerke komplett auf den Einsatz von Kohle verzichten. Von Juni bis September lief in Flensburgs Kraftwerk ausschließlich die Gas- und Dampfturbinen-Anlage mit Erdgas. Sie ersetzt seit 2016 zwei alte Kohlekessel und erzeugt 40% weniger CO2-Emissionen bei gleicher Energiemenge als bei der Verbrennung von Kohle.

Als weitere Brennstoffe setzten die Stadtwerke Ersatzbrennstoffe mit biogenen Anteilen sowie Holzhackschnitzel und Altholz ein.

Insgesamt wurden dadurch mehr als 100.000 Tonnen Kohle ersetzt.

Töchter und Beteiligungen

Die Stadtwerke Flensburg nehmen hier die Funktion der kommunalen Daseinsvorsorge wahr und tragen die Infrastruktureinrichtungen Hafen, Flughafen, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bäderbetrieb.

In Summe übernehmen die Stadtwerke rund 1,7 Millionen Euro Verluste der Töchter aus dem letzten Jahr. Nur so können das öffentliche Leben und der Verkehr in der Stadt funktionieren.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl entsprach zum 31. Dezember 2018 mit 641 in etwa dem Vorjahr, die Zahl der Auszubildenden lag bei 51 (Vorjahr 59).

Eine Folienpräsentation der Stadtwerke zum Geschäftsjahr 2018 mit der detaillierten Entwicklung in den einzelnen Unternehmenssparten gibt es hier: 190523_SWFL_Präsentation_JA_2018_Presse

Untenstehend ergänzende Zahlen aus dem Geschäftsbericht der Stadtwerke Flensburg

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung  im Jahr 2018:

Der Aufsichtsrat setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Anteilseigner, also der Stadt Flensburg und der Belegschaft der Stadtwerke Flensburg zusammen. Die städtischen Vertreter sind zum Teil KommunalpolitikerInnen. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Geschäftsführung zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Die Aufsichtsratsmitglieder sind somit keine „MitarbeiterInnen“ der Stadtwerke. Anders ist das bei den BelegschaftsvertreterInnen. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten ebenso kein „Gehalt“, sondern eine „Vergütung“ für ihre Tätigkeit, die sie selbst versteuern müssen.

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 55/56:

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich die Gesamtbezüge auf rd. 125 TEUR.  Zum Stichtag betragen die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen rd. 2.185 TEUR sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen rd. 66 TEUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften abgesichert.

Die G & V der Stadtwerke Flensburg im SWF-Geschäftsbericht 2018:

Jahresergebnis 2018 Töchter Stadtwerke Flensburg (nur unmittelbare Beteiligungen):

• Aktiv Bus: 622 T€
• Förde Bäder GmbH 523 T€
• Flensburger Hafen GmbH 391 T€
• Summe der Töchter der kommunalen Infrastrukturleistungen und öffentlichen Daseinsvorsorge:
rd. 1,7 Mio. €

Der Anteilsbesitz der Stadtwerke Flensburg GmbH stellt sich nach § 285 Nr. 11 HGB per 31.12.2018 in Verbindung mit § 271 Abs. 1 HGB wie folgt dar:

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 51

Bilanz der Stadtwerke Flensburg GmbH für das Geschäftsjahr 2018:

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 43/44

Verbindlichkeiten

Für die Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten (lt. § 268 Abs. 5 HGB):

Geschäftsbericht Stadtwerke Flensburg 2018, S. 54

Den ausführlichen Geschäftsbericht 2018 der Stadtwerke Flensburg mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung für die Stadtwerke gibt es zum Download hier https://www.stadtwerke-flensburg.de/fileadmin/user_upload/pdf/geschaeftsberichte/swfl-geschaeftsbericht-2018.pdf

 

 

 

Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2019 für Strom, Wasser und Fernwärme

Strompreis steigt erheblich – Fernwärme und Wasser verteuern sich ebenfalls

Gestiegene Beschaffungskosten sorgen für höhere Energiepreise

Flensburg: Die Beschaffungskosten für die Rohstoffe zur Energieproduktion und die Preise für CO2-Zertifikate sind gestiegen. Zum Teil erheblich. Darum müssen, so die Stadtwerke Flensburg, der Strompreis und der Preis für Flensburger Wärme zum 1. Januar 2019 angehoben werden. Wasser verteuert sich ebenfalls.

Zu Beginn des Jahres 2018 hatte das Unternehmen den Strompreis für die Grundversorgung noch um 4,5% senken und die Energiekosten für 2018 insgesamt stabil halten können.

Für 2019 ist das nicht möglich. Die seit Monaten stetig steigenden Rohstoff- und CO2-Zertifikatspreise erhöhen nach Angaben der Stadtwerke die Kosten für die Produktion von Strom und Flensburger Wärme im Flensburger Kraftwerk erheblich. Laut Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke konnte das Unternehmen deren Einfluss aber abmildern: „35% der Kostensteigerung geben wir nicht an unsere Kunden weiter. Durch Optimierungen in unseren Prozessen und einige besser als geplant laufende Geschäftsaktivitäten konnten wir die Auswirkungen für unsere Kunden deutlich reduzieren.“  Insgesamt sei die Kostensteigerung aber so hoch, dass die Stadtwerke die Energiepreise zum 1. Januar 2019 wie folgt anpassen müssen:

2019 2018 Differenz
19 vs 18
Strom (Einfachtarif)  
Arbeitspreis ct /kWh 31,15 28,41 2,74
Grundpreis Euro / Jahr 89,88 89,88 0,00
Flensburger Wärme  
Arbeitspreis sekundär Euro / MWh 68,76 65,93 2,83
Arbeitspreis Euro / MWh 67,25 64,48 2,77
Grundpreis Euro / Jahr 529,54 508,20 21,34
Wasser  
Arbeitspreis Euro / m³ 1,72 1,69 0,03
Grundpreis Euro / Jahr 81,88 80,35 1,53

Beim Wasser ist eine Anpassung notwendig, um die höheren Ausgaben für Instandhaltung und Reparaturen im Wassernetz auszugleichen. Es ist die erste Änderung des Grundpreises seit 1. Februar 2011, also seit fast 8 Jahren.

Zusammen gefasst bedeutet das: Für eine Wohnung fallen im nächsten Jahr im Schnitt für Strom, Flensburger Wärme und Trinkwasser rund 7 Euro pro Monat mehr an, für ein Haus sind es 17 Euro.

Siehe auch: Stadtwerke Flensburg: Neue Preise ab Januar 2020
unter: https://akopol.wordpress.com/2019/11/22/stadtwerke-flensburg-neue-preise-ab-januar-2020/

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