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Kommunalwahl in Flensburg: Freie Kulturszene mit Entscheidungshilfe

Das Bündnis Freie Kultur hat eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl veröffentlicht. Hier der Text:

DER WERT FREIER KULTUR

Wahlempfehlung des Bündnisses Freie Kultur

Das Bündnis Freie Kultur ist ein Zusammenschluss professioneller freischaffender Kulturschaffender und freier Kulturinstitutionen Flensburgs. Es möchte auf auf den Wert Freier Kultur aufmerksam machen und die spezifischen Arbeitsbedingungen dieser Branche in den Fokus rücken. Eine zentrale Forderung des Bündnisses anlässlich der Kommunalwahl 2018 besteht darin, dass sich der Wert kultureller Praxis auch in der finanziellen Förderung spiegeln muss. Laut Künstlersozialkasse beträgt das durchschnittlicheBruttojahreseinkommen der Versicherten € 17.000. Durch die bestehende Unterfinanzierung der Freien Kulturszene wird dieser der Boden für Innovationsfähigkeit, Kreativität und professionelles zukunftsorientiertes Handeln entzogen.
Die sieben Ratsfraktionen wurden gebeten, Stellung zu nehmen. Deren Kernaussagen sprechen für sich
SSW
„Der SSW fordert mehr Investitionen in den Kulturbereich, so dass die Stadt
langfristig statt 3% ihres Gesamthaushaltes 4% für den Kulturbereich ausgibt
[…]. Der SSW wird sich dafür einsetzen, dass die Zuschüsse [für die Freie
Kulturszene] nach 2021 weiter erhöht werden, damit diese wertvollen alternativen
Kulturangebote weiter gestärkt und ausgebaut werden können.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss idealerweise auch im Kulturbereich gelten.“
SPD
„Bei der Erarbeitung von kulturellen Gegenentwürfen zur etablierten Kultur
braucht es entsprechende Freiräume. Die SPD setzt sich daher für eine deutliche
Erhöhung des Kulturetats im Haushalt ab 2019 ein.
Wer mit Kultur Geld verdient, muss davon ausreichend leben und etwas für seine
Altersvorsorge zur Seite legen können.“
Bündnis 90/Die Grünen
„Unser Ziel ist es, bei geringem finanziellem Spielraum die kulturelle Vielfalt zu
fördern und wir setzen uns im Besonderen für die Förderung derer ein, die nicht
auf ein Massenpublikum setzen können.
[…] Das unwürdige System der institutionalisierten Selbstausbeutung im freien
Kulturbetrieb muss durchbrochen werden.“
Die Linke
„Von den großen Visionen einer breiten Förderung kritischer kultureller Freiräume,
die ihren Teilnehmer*innen ein auskömmliches Arbeiten ermöglicht, sind wir noch
weit entfernt. Trotzdem gilt es dafür auch in der Zukunft zu streiten.
[…] Es ist [im Ausschuss für Kultur und Tourismus] ein Essential unserer
Arbeit, eine gleiche Bezahlung entsprechend der üblichen Tarife [für Freie
Kulturschaffende] einzufordern.“
CDU
„Die CDU setzt sich […] für den Erhalt der vorhandenen Kulturangebote, aber auch
für weitere Spitzenkultur ein.
[…] Wo eine Aufgabe durch die Stadt oder ihre Töchter hauptamtlich erledigt wird,
sorgen städtische Beschlüsse für die tarifliche Bezahlung. Ob Vereine sich dem
freiwillig anschließen und diese Mittel einspielen/durch Beiträge einnehmen,
obliegt nicht der Aufsicht durch die Stadt.“
FDP
„Kultur darf auch in Zeiten knapper Kassen nicht gänzlich infrage gestellt werden.
Es sollte […] ein Markenzeichen der freien Kulturszene sein, sich selber zu
finanzieren und nicht von Subventionen abhängig zu sein. […] Es ist nicht möglich,
Projekte, die nur wenig Interesse finden aber viel Geld kosten, zu unterstützen.“
WiF
„[…] Für die bestehenden Rahmenbedingungen ist […] viel für die freie Kultur
herausgeholt worden. […] Dennoch kann man sich leicht mehr und weitergehende
Förderungen vorstellen.
Eine […] allgemeine Bezahlungsforderung [für Freie Kulturschaffende] würde der
städtischen Finanzlage ebenso wenig gerecht wie der Vielfalt unterschiedlicher Projekte.“

Das Ganze auch als Flyer zum Weiterverschicken: Das Wahlempfehlung_Flyer.

Ein sehr informativer und ausführlicher Artikel dazu auch auf shz.de:

Kultur in Flensburg : Die freie Szene muckt auf

Bündnis von Künstlern weist auf Wert der Arbeit und Unterfinanzierung hin und befragt Kommunalpolitik – alle Ratsfraktionen nehmen Stellung – Quelle: https://www.shz.de/19397191 ©2018

 

 

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