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Mahnwache am 19.10.2019 um „Zwei vor Zwölf“ vor dem Fliegerhorst Schleswig/Jagel

Krieg ist gegen die Natur

Sonnabend, 19. Oktober 2019 um 11.58 Uhr, „Zwei vor Zwölf“
Mahnwache vor dem Tor zum Drohnen- und Tornadostandort Jagel bei Schleswig

Militär zerstört Natur,

zum Beispiel:
· im Krieg gegen Syrien und gegen den Irak Einsatz vor allem durch den Einsatz von weißem Phosphor und Uranmunition,
· im Krieg gegen Jugoslawien durch den Einsatz von Uranmunition,
· im Vietnam-Krieg durch Entlaubung des Dschungels und Napalm,
· durch die Atomwaffeneinsätze in Hiroshima und Nagasaki

Krieg, Militär und Rüstungsindustrie sind Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen, Feinstaubbelastungen und Umweltkatastrophen weltweit. Im Kyoto Protokoll und den anderen UN-Klimadokumenten einschließlich der Charta von Paris wurden diese von den Regierungen, auf Druck der NATO-Staaten, allerdings absichtlich ausgeklammert und in Statistiken nicht extra ausgewiesen. Treibhausgase von Miltärflugzeugen und –fahrzeugen werden dem Verkehr zugeschrieben. Treibhausgase ´aus der Kriegswaffenproduktion werden der Industrie zugeschrieben.
Staatliche Militärapparate gehören zu den größten Verbrauchern von Energie und anderen Ressourcen und verschlingen jährlich weltweit 1,8 Billionen Dollar an Rüstungsausgaben, etwa 250 Dollar pro Einwohner, mehr als ein Mensch im Südsudan zum Leben hat. Dabei sind Privat- und Söldnerarmeen noch nicht einmal mitgerechnet. Die Armeen weltweit verursachen enorme Mengen an klimaschädlichen Emissionen: bei der Produktion, dem Handel, Export und Transport von Waffen, bei Manövern und vor allem durch Kriegseinsätze selbst und bei den Besatzungen.
Die Emissionen der Bundeswehr steigen mit den zunehmenden Auslandseinsätzen, mit der wachsenden Kriegslogistik der Bundeswehr und mit dem angestrebten Ausbau der Streitkräfte und der Militärausgaben.
Die militärbedingten Emissionen entstehen nicht nur durch die unglaublich vielen Flugstunden der Kampfjets in Kriegseinsätzen in unserem heutigen Zeitalter der luftgestützten Kriegsführung. Bei Einsätzen werden Drohnen nund Aufklärungsflugzeuge in die Luft geschickt. Die damit verbundenen Bombardierungen setzen zusätzliche Treibhausgase, Feinstaub und Gifte frei.

Militärische Aktionen müssen tagtäglich eingeübt werden. Eine Flugstunde des Jagdflugzeugs Eurofighter erzeugt mit 11 Tonnen Kohlenstoffdioxid so viel, wie durchschnittlich eine in Deutschland lebende Person im gesamten Jahr produziert. Eine Flugstunde des Mehrzweckkriegsflugzeugs Tornado erzeugt mit 12 Tonnen Kohlendioxid so viel, wie ein Diesel-PKW mit 1.500 Fahrstunden.

Nicht nur die Luftwaffe, auch die Marine, Landstreitkräfte und das Cyber-Kommando produzieren Kohlendioxid. Ein Kampfpanzer Leopard 2 wiegt zwar nur 35mal so viel wie ein Diesel-PKW (VW Passat), verbraucht aber einhundertmal so viel Kraftstoff pro Kilometer.

Die Bundeswehr ist bei 18 Auslandseinsätze weltweit mit ihren umweltschädlichen Kriegsschiffen Kriegsflugzeugen und Fahrzeugen dabei. 2018 gab es 24 Kriege und bewaffnete Konflikte. Doch nicht nur die Ein- und Ausübung von Krieg beschleunigen die Erderwärmung. Es sind auch die Unfälle, die damit einhergehen. Vor einem Jahr, im September 2018, brannte wochenlang ein Moor im Emsland. Die Ursache war eine Raketenschießübung der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz. Dieser eine Fehlschuß verursachte einen wochenlang nicht zu löschenden Brand und setzte enorme Mengen an Treibhausgasen und Feinstaub frei, mehr als durch alle steuerfinanzierten CO2-Einsparmaßnahmen eines ganzen Jahres vermieden wurden.

Das ist kein Einzelfall und erstaunt nicht, denn die Bundeswehr übt ständig den Krieg und die Zerstörung ein: Die Zerstörung von menschlichen Leben, die Zerstörung der Umwelt und die Zerstörung des Klimas! Nichts ist zerstörerischer als die Militär und Rüstungsindustrie. Zerstörung ist ihre Aufgabe, es ist ihr Wesenskern.
Militäraktionen zerstören nachhaltig. In der Nord- und Ostsee sind nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 1,6 Millionen Tonnen Munition versenkt worden. Darunter sind auch chemische Waffen. Die voranschreitende Korrosion setzt Giftstoffe frei.

Selbst ein begrenzter Atomkrieg, z.B. zwischen Indien und Pakistan würde durch die enorme Feinstaubbelastung in der Atmosphäre einen sofortigen radikalen Klimawandel auslösen, nur in die andere Richtung: Nuklearer Winter mit der Folge von fehlenden Ernten und Verhungern aller Menschen auf der Erde.

Die Bundesregierung redet davon, dass der Klimawandel Kriege hervorrufen wird. Die Bundesregierung redet von Klimaschutzmaßnahmen und von von der Bundeswehr, die dabei hilfreich sein soll. Jetzt soll die Bundeswehr in Thüringen, in Bayern und in Sachsen-Anhalt in den Wäldern eingesetzt werden, um abgestorbene Bäume fortzuschaffen und gegen den Borkenkäfer vorzugehen. Doch Militär ist kein Waldschutz! Kriege verschärfen den Klimawandel, das Militär ist und kann kein Klimaschutz sein.

Die Abschaffung der Bundeswehr – das ist Klimaschutz!

Postkartenaktion zur Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages der Vereinten Nationen.

Keine neuen Atomwaffen ! Keine „nukleare Teilhabe“!
Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen!

Wir verteilen diese Postkarten, die sich an die Parteien des schleswigholsteinischen Landtages richten. Es werden die Politiker*innen dieser Parteien damit aufgefordert, sich über die Ländervertretung dafür einzusetzen, dass die Bundesrepublik Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet.
Statt atomarer Abrüstung erleben wir weltweit eine wachsende atomare Unsicherheit. Während abgeschlossene Rüstungskontroll- und Abrüstungsmaßnahmen für Atomwaffen aufgekündigt werden, weigert sich die Bundesregierung bislang, dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen von 2017 beizutreten.
Über 70 Staaten haben ihn unterzeichnet und die ersten 26 Staaten haben den Vertrag bereits ratifiziert: Der Heilige Stuhl, Guayana, Thailand, Mexico, Cuba, Palästina, Venezuela, Palau, Österreich, Vietnam, Costa Rica, Nicaragua, Uruguay, Neuseeland, Cook Island, Gambia, Samoa, San Marino, Vanuatu, St. Lucia, El Salvador, Südafrika, Panama, St. Vincent und die Grenadinen, Bolivien, Kasachstan……. und es werden immer mehr. Es wäre ein wichtiges friedenspolitisches Signal wenn der NATO-Staat Bundesrepublik Deutschland sich diesen Staaten anschließt und den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet.
Die Stadt Flensburg hat sich dem ICAN-Städteappell für die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages bereits angeschlossen.
Damit dieser Appell nicht alleine steht, ist es notwendig, daß sich auch viele Flensburgerinnen und Flensburger persönlich dafür einsetzen:
Die Entwicklung neuer atomarer Waffensysteme mit flexibleren Einsatzmöglichkeiten zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen unterschreibt und der Bundestag ihn ratifiziert. Das können Sie mit der Postkartenaktion zum Ausdruck bringen.
Wenn es nicht gelingt, die Entwicklung und Anschaffung neuer und flexibler Atomwaffen zu verhindern, wird der vorsätzliche Einsatz von neuen atomaren Massenvernichtungswaffen damit wahrscheinlicher. Die Gefahr versehentlicher, atomarer Kettenreaktionen bei kriegerischen oder krisenhaften Eskalationen unter Beteiligung der Atommächte nimmt deutlich zu. Durch die atomare Aufrüstung werden notwendige Ressourcen vergeudet, die zum Kampf gegen die Umweltzerstörung, Klimaschutz und weltweite Armutsbekämpfung notwendig wären

Das Flugblatt zur Aktion gibt es hier: Flugblatt zur PostkarteFL

Krieg beginnt in Jagel – Statt immer neuer Kriege: Frieden schaffen ohne Waffen

Seit 2015 treffen sich Kriegsgegner*innen etwa einmal im Monat zu einer Protestaktion am Fliegerhorst Jagel. Inzwischen wissen immer mehr politisch Interessierte in Schleswig-Holstein, dass von Jagel Krieg ausgeht. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir daran arbeiten, im Rest der Republik bekannt zu machen, dass Jagel zum zentralen Drohnenstandort der Bundeswehr ausgebaut wird.

Dagegen wollen wir gemeinsam mit ihnen protestieren.

Wir fordern Verzicht auf Krieg als Mittel der Politik und deswegen:
Fordern wir allgemeine und vollständige Abrüstung.

Wir wollen bei uns beginnen und die Bundeswehr abschaffen.
Wir fordern, die Schließung des Fliegerhorst Jagel, der für die Kriegseinsätze der Bundeswehr als Dreh- und Angelpunkt permanent für weitere Kriegseinsätze ausgebaut wird.
Wir fordern, damit aufzuhören, die Bundeswehr mit Drohnen auszurüsten.
Wir fordern den Verzicht auf Werbung für den Soldatenberuf und Verzicht auf die Rekrutierung neuer Soldatinnen und Soldaten als Schritt zur Abrüstung.

Anfahrt:
Mit der Bahn: Bahnhof Schleswig dann ca. 4 km B77 Richtung Jagel
Bus vom Bahnhof Schleswig nach Jagel um 11:18 Uhr
Mit dem Auto: Autobahn 7 Abfahrt Schleswig-Jagel, B77 Richtung Jagel

Den Einladungsflyer für den 19.10. mit der Anfahrtskizze zum Fliegerhorst gibt es hier: https://akopol.files.wordpress.com/2019/09/krieg-ist-gegen-die-natur-1.pdf

Mahnwachen gegen Krieg und Militär: Regelmäßig protestieren KriegsgegnerInnen mit unterschiedlichen Aktionen am Fliegerhorst. Das Geschwader ist dadurch als todbringende Bundeswehreinheit bekannt geworden. Infos über gelaufene und zukünftige Aktionen gibt es unter jagel.bundeswehrabschaffen.de

DFG-VK Gruppe Flensburg
v.i.S.d.P.: Dr. Ralf Cüppers, Mühlenholz 28a, 24943 Flensburg.
Email: flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Stadtwerke Flensburg: Öffentliche Dokumentation der KWKplus-Schadstoffwerte unvollständig

AKOPOL-Fraktion fordert öffentliche und umfängliche Dokumentation der Emissionswerte

Bereits im Jahr 2004 hatten sich die Stadtwerke Flensburg dafür entschieden, im Rahmen des KWKplus-Projektes zukünftig sogenannte Ersatzbrennstoffe, also aufbereiteten Gewerbemüll und Holzhackschnitzel in drei ihrer Kraftwerkskessel mit zu verbrennen. Im Zuge des Anhörungsverfahren für das Projekt, wie auch auf einer öffentlichen Veranstaltung in Glücksburg im Frühling 2006 hatte es zudem die Zusicherung der Stadtwerke-Verantwortlichen und des Vorstands gegeben, die KWKplus-Schadstoffwerte nicht nur regelmäßig dem Staatlichen Umweltamt in Schleswig mitzuteilen, sondern diese auch für die Öffentlichkeit einsehbar und kontinuierlich zu dokumentieren. Ausgangspunkt hierfür waren insbesondere die Bedenken des Kieler Toxikologen Dr. Hermann Kruse, der Glücksburger Gemeindevertretung und der „Bürgerinitiative gegen die Müllverbrennung im Heizkraftwerk Flensburg“ hinsichtlich der zukünftigen und möglicherweise gesundheitsgefährdenden Emissionen durch die Mitverbrennung von Müllbestandteilen. Als Beispiel für eine entsprechende Dokumentation wurde hierfür die Darstellung der Schadstoffwerte für die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) in Neumünster genannt (Messwertedarstellung unter: http://www.stadtwerke-neumuenster.de/data/energie/kraftwerk/tev.php )

Offensichtlich scheint man bei den Stadtwerken in Flensburg von der im Jahr 2006 gegebenen Zusicherung nicht mehr viel zu halten. Denn halbwegs kontinuierliche Messwerte gibt es auf der KWKplus-Homepage der Stadtwerke Flensburg nur für 2008 und bis April 2009 (siehe unter: http://www.kwkplus.de/index.php?menuID=12&pageID=37 und http://www.kwkplus.de/pdf/Emissionswerte_Kessel_9_10_11-2010.pdf ). Für 2010 ist lediglich für die Kessel 10 und 11 ein Monatswert für Oktober angegeben, Kessel 9 war nicht im Betrieb. Für 2011 gibt es überhaupt keine Werte. Ebenso gibt es keine Darstellung der Jahresmittelwerte für 2009 und 2010. Bei allen angegebenen KWKplus-Messwertreihen fehlen jedoch insbesondere die Messwerte für die hochgiftigen Dioxine und Furane, für Quecksilber sowie die Schwermetalle der Gruppe A: Cd, Tl (Cadmium, Thallium); die Schwermetalle der Gruppe B: Sb, As, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V, Sn und die Schadstoffwerte der Gruppe C: As, Benzo(a)pyren, Cd, Co, Cr in mg/m³. Auffällig ist ebenso, dass die Messwerte für Schwefeloxide als SO2 mit 145,43 bzw. 122,98 mg/m³ im Oktober 2010 für die KWKplus-Kessel 10 bzw. 11 im Vergleich zum Jahresmittelwert 2009 der TEV Neumünster wie auch zum Wert der TEV für die Kalenderwoche 11 in 2011 um das Tausendfache (!!!) höher liegen. Der Jahresmittelwert 2009 für die TEV Neumünster: Schwefeloxide als SO2 = 0,113 mg/m³. Auch in den Jahren 2008 und 2009 liegt der Schwefeldioxid-Ausstoß für die Flensburger KWKplus-Kessel bei ähnlich hohen Werten, wie im Oktober 2010.

Hinsichtlich der Quecksilber- und Schwermetallbelastung lässt sich leider aufgrund der fehlenden Flensburger Daten jedoch kein Vergleich mit Neumünster anstellen. Interessant ist jedoch, dass die Stadtwerke Flensburg in der Flensburger Tagespresse am 27.03.2008 eine detaillierte Darstellung der Jahresmittelwerte 2007 für den Schadstoffausstoß im Rahmen des Einsatzes von Sekundärbrennstoffen im Heizkraftwerk Flensburg unter „Amtliche Bekanntmachungen“ veröffentlichten. Darunter auch die Werte für Dioxine und Furane, wie auch für Quecksilber und die Schwermetalle der Gruppen A, B und C.Warum dies nicht mehr geschieht, ist völlig unverständlich.

Die AKOPOL-Fraktion fordert daher den Vorstand, wie auch die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg im Sinne einer umfänglichen Transparenz und Bürgerinformation auf, unverzüglich für eine regelmäßige, vollständige und öffentliche Dokumentation der Schadstoffwerte nicht nur der mit Ersatzbrennstoffen befeuerten Kessel zu sorgen, sondern darüber hinaus auch die bei der Kohleverfeuerung entstehenden Schadstoffe zu dokumentieren.

Nachtrag vom 1. April 2011:

Zwar haben nach Erscheinen dieses Blog-Artikels die Stadtwerke auf ihrer KWKplus.de-Seite die Messwerte für Nov./Dez. 2010 und Jan./Febr. 2011 hinzugefügt, aber dennoch fehlen weiterhin die oben genannten Jahresmittelwerte bzw. vollständige Monatswerte für 2008, 2009 und 2010 sowie die Messwerte für Quecksilber, Dioxine und Furane und für die Schwermetalle der Gruppen A, B und C.

Ebenso ist unverständliche, warum es auf der Homepage der Flensburger Stadtwerke keinen direkten Link zum KWkplus-Projekt und den entsprechenden Messwerten gibt. Wie sollen bitte schön BürgerInnen diese Informationen finden, wenn sie nicht wissen, dass diese nur auf einer externen Seite zu finden sind? Es gibt also hinsichtlich einer transparenten Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke Flensburg noch viel zu tun.

Zum Thema erschien in der Flensborg Avis am 2.4.2011 der untenstehende Artikel von Dirk Thöming: Stadtwerke glemte at oplyse om røgværdier

 

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