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Von Schleswig-Holstein nach China: Bildungskonzepte von artefact machen Schule

Trotz Corona-Lockdown und geschlossenem Energie-Erlebnispark kam in den letzten Wochen keine Langeweile im Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg auf. Großflächige Dacharbeiten werden derzeit von Fachfirmen durchgeführt, um eine sturmfeste Grundlage  für eine Erweiterung der Dachbegrünung und eine ungewöhnliche Solaranlage zu schaffen.

Katharina Uhlig und Werner Kiwitt stellen die Klimabildungs-App für Jiangsu vor – Foto: artefact

Unter Dach fehlen zwar derzeit alle Gäste, ob Schulklasse oder Winterurlauber, doch vor Ort und in zahlreichen home offices arbeitete monatelang ein internationales Team. Im Auftrag der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ erstellten mehrere Experten für schulische und außerschulische Klimabildung ein Kompendium von Methoden und Unterrichtsmaterialien auf der Basis schleswig-holsteinischer Erfahrungen, die in den nächsten Jahren in einer der modernsten Provinzen Chinas zum Einsatz kommen könnten.

Diplomingenieur Zhongping Wu aus Flensburg, die beiden Kreisfachberater des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein, IQSH, und Fachleute für naturwissenschaftlichen Unterricht und BNE, Gunnar Hansen und Elona Gutschlag gehörten ebenso zum Team wie eine Firma in Bejing, die mit der Entwicklung der ersten chinesischen Apps für Schüler zu Klimaschutz und eigenem ökologischem Fußabdruck beauftragt wurde. Nach sechs Monaten intensiver Recherchen und Austausch über unterschiedliche digitale Formate konnten nun die beiden artefact-Mitarbeiter im Team, Werner Kiwitt und die unter anderem für digitale Bildungsangebote zuständige Referentin Katharina Uhlig, die ersten analogen Ausdrucke des 200-Seiten-Werks und die Android-App präsentieren.   

Sehr gespannt auf die Konzepte und Anwendbarkeit ist Hu Qiying, die Projektdirektorin des GIZ-Büros in Nanjing, der alten Königsstadt und jetzigen Hauptstadt der Provinz Jiangsu. Das dortige Low Carbon Development Project hat ehrgeizige Ziele zur Senkung der Klimagase in der industriereichen Provinz im Norden von Shanghai. Als ehemalige Studentin des Studiengangs Energy and Environmental Management an der Universität Flensburg führte sie im vergangenen Jahr eine Delegation nach Sonderborg und Flensburg, um mehr von der Umsetzung der lokalen Klimapakt-Konzepte zu erfahren sowie nach Glücksburg, wo das Zentrum für nachhaltige Entwicklung seit nunmehr dreißig Jahren mit Deutschlands erstem Energieerlebnispark und vor Allem außerschulichen Angeboten für zukunftsfähige Lebensweisen qualifiziert und motiviert.

Aus der Idee eines fachpädagogischen Transfer -Projektes wurde eine internationale Ausschreibung, die das artefact-Team um Projektleiter Werner Kiwitt mit ihrem Angebot gewinnen konnte. Für Kiwitt, der sieben Jahre mit dem Schwerpunkt Curriculumentwicklung im Ausland arbeitete und zuletzt mehrere Hochschulen in Bolivien zur Ausbildung in erneuerbaren Energien beriet, war das Projekt trotzdem eine Herausforderung: „Aufgrund von Corona musste der geplante.Projektablauf völlig verändert werden. Statt erster Workshops mit chinesischen Schülern und Lehrern und direktem Einblick in die regionalen Voraussetzungen mussten wir sehr viel mutmaßen und als Trockenübung dokumentieren. Umso gespannter sind wir nun, ob und wie die Kooperation fortgesetzt wird.“ Als ein mögliches Handlungsfeld wurde auf chinesischen Wunsch hin explizit ein Zukunftsprojekt  in die Materialsammlung eingearbeitet: für eine chinesische Sommerschule im artefact Energieerlebnispark, der „im Jahr nach Corona“ neu öffnen wird als Klimapark Glücksburg – aber das ist eine andere Geschichte.

THE FEMALE ANSWER: Syrena Fong mit „WHERE IS THE LINE?“ vom 4. bis 6. Dezember in der NORDER147

„WO ZIEHST DU DIE GRENZE?“

Zum 23.sten Jahrestag der Übergabe Hongkongs an die chinesische Regierung trat das „National Security Law“, NSL, in Kraft. Dieses Gesetzt ist die Antwort auf die größte demokratische Protest-Bewegung Hongkongs, die im vergangenen Jahr vonstatten ging. Es wurde verabschiedet, um die Stadt als „gesetzestreuen Teil Chinas zu bewahren“ und „die Stadt vor Aufständischen, die Terrorismus praktizieren“ zu sichern.

Die Maximalstrafe sowohl für ständige, als auch für nicht permanente Bewohner*innen der Stadt, im und außerhalb des Landes, ist die Verurteilung zu lebenslänglicher Haftstrafe. Das Gesetzt ist schwammig genug formuliert, um es der Regierung zu ermöglichen alles, was ihr missfällt, als „subversiv, terroristisch oder als Verbündung mit dem Feind“ zu interpretieren. Dadurch ist eines mehr als sicher: Der Kampf Hongkongs, den Status als „freieste Stadt Chinas“ zu behalten, wird immer schwieriger.

Dieses künstlerische Projekt zielt darauf ab, die nicht ganz so offensichtlichen Auswirkungen des National Security Laws zu untersuchen und die der demokratischen Bewegung zugrundeliegende „fluidity“ (Beweglichkeit) als ihre Grundvoraussetzung zu untersuchen.

Was bedeutet es, in einem Klima der Überwachung und der Unterdrückung zu leben? Was bedeutet es für die Einwohner*innen Hongkongs, die außer Landes leben, wenn ihnen bei ihrer Rückkehr in die Heimatstadt Verurteilung droht? Wie weit kannst du mit deiner Kritik an den Autoritäten gehen? Welche Rolle spielst du selbst in all dem?

Angst, Selbst-Zensur, Überwachung, Sicherheit…. Wo ziehst du selbst die Grenze?

Für nähere Informationen, meldet euch bitte per Mail unter danyheck147@gmail.com

THE FEMALE ANSWER – International residency program of NORDER147

Haben Frauen einen „anderen Blick“ auf unsere Welt, ihre Krisen und Konflikte? Haben weibliche Reaktionen, Antworten, Lösungsansätze eine andere Ausrichtung als die der Männer? Und welche Formen und Ausformungen nehmen entsprechende künstlerische Auseinandersetzungen von Künstlerinnen an?

Mit diesen plakativen Fragestellungen, möchten wir sowohl Raum, als auch Öffentlichkeit schaffen für kritische engagierte Künstlerinnen. Die NORDER147 lädt im Rahmen des Projekts „THE FEMALE ANSWER“ Künstlerinnen aus den verschiedensten Ländern ein, zu aktuellen Situationen auf der Welt oder in ihren Heimatländern Positionen zu entwickeln.

Bedingt durch die sehr unterschiedlichen Erfahrungen in den jeweiligen Gesellschaften unter sehr verschiedenen politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen, werden subjektive Perspektiven und kontroverse Standpunkte entstehen.

Alle weiteren Informationen findet ihr auch auf der Webseite der NORDER147: www.norder147.com
Auf Facebook findet ihr uns hier
E-Mail: info@norder147.com
Norderstr. 147
24939 Flensburg

 

ATTAC-Veranstaltung mit Prof. Dr. Manfred Henningsen am 19.7.2012 im Flensburger Borgerforeningen

Amerika, China und Europa angesichts der amerikanischen Präsidentschaftswahlen

Die Flensburger ATTAC-Gruppe lädt ein zu

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Manfred Henningsen (Universität Honolulu/Hawaii)

Am Donnerstag, den 19. Juli 2012, um 19.30 h
im Borgerforeningen, Holm 17, Flensburg
Eintritt frei

Manfred Henningsen ist seit 1970 Professor für politische Wissenschaften an der University of Hawaii in Honolulu. Er wurde 1938 in Flensburg geboren und hat in München promoviert. Seine letzte deutsche Buch- Veröffentlichung war Der Mythos Amerika (Frankfurt 2009).

Er publizierte in der April-Nummer der Zeitschrift CICERO (Berlin) einen Artikel über „Grossmacht Paranoia“, in dem er die Beziehungen zwischen USA und China beschreibt. (www.cicero.de)

In seinem Vortrag wird er die explosiven politischen und ökonomischen Probleme in den drei wichtigsten Weltregionen vergleichen und über die Gefahren sprechen, die die Lähmung der amerikanischen Politik, die politische Unberechenbarkeit Chinas und die Konzeptionslosigkeit der EU für die Welt bedeuten. Manfred Henningsen hat im April und Mai China besucht und in Beijing Vorträge gehalten.

Veranstalter und verantwortlich: Elke Mahnke, attac gruppe flensburg attacflensburg@googlemail.com

Hier geht´s zum Veranstaltungsflyer: attac henningsen A5 19.07.12

 

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