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Kundgebung im Carlisle Park: Teilnehmer*innen fordern Erhalt des Bahnhofswalds und eine Wende in Flensburg

Baumprotest im Carlisle-Park am Bahnhof

Ein Beitrag und Fotos von Jörg Pepmeyer

Klarmachen zur Wende!

So lässt sich das Motto beschreiben, unter dem sich heute rund 70 Teilnehmer*innen zu einer Protest-Kundgebung, natürlich unter Wahrung der Corona-Regeln, im Carlisle-Park am Bahnhof trafen. Eingeladen dazu hatten die beiden Umweltaktivisten Christiane Schmitz-Strempel und Günter Strempel. Unterstützt wurden sie von der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg, von Greenpeace, attac und weiteren Mitstreiter*innen verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen und Bürgerinitiativen sowie Einzelpersonen in Flensburg. Somit ein sehr breites und buntes Bündnis.

Vorrangig ging es zwar um den Erhalt des Bahnhofswalds, der im Rahmen eines Hotelneubaus der Axt zum Opfer fallen soll, aber die Protestler hatten noch eine ganze Menge mehr im Gepäck. Sie präsentierten eine Aktion, die deutlich machen sollte, dass in Flensburg eine Wende überfällig sei, im Bereich des Verkehrs, in der Stadtplanung, beim nachhaltigen Schutz wertvoller Naturflächen, bei der Bürgerbeteiligung und vieles mehr. Also hin zu einer wirklich lebenswerten, ökologischen, solidarischen und demokratischen Stadt. Im Park bauten sie dazu aus alten Ästen und Stämmen einen Baum nach, der mit großen Blättern bestückt wurde, auf denen die Kritikpunkte standen. Anschließend wendeten die Aktivisten dann gemeinsam das Blatt. Nun wurden die Alternativen und die Forderungen an die Politik sichtbar.

Günter Strempel spricht zu den Anwesenden

Das war dann auch Thema der Ansprache von Günter Strempel an die Kundgebungsteilnehmer*innen. Er machte ebenso deutlich, dass die Flensburger Politik derzeit nicht nur das Vertrauen der Bürger*innen verspiele, sondern gleichzeitig mit ihren Entscheidungen wertvolle Naturflächen vernichte und vorrangig die privaten Interessen von Investoren und Bauspekulanten bedienen würde. Ohne dass die Bürger*innen die Möglichkeit hätten, angemessen gehört und beteiligt zu werden. So dürfe es nicht mehr weitergehen. Deshalb bedürfe es einer grundsätzlichen Wende in der Stadt. Seine Rede ist hier nachzulesen: Auftakt_Rede Guenter Strempel

Dass die vielgescholtenen Flensburger Kommunalpolitiker*innen sich mehrheitlich die Chance entgehen ließen, mit den Protestlern ins Gespräch zu kommen, war außerordentlich schade. Es wäre sicherlich ein spannender Dialog geworden. Trotz Einladung an die Ratsfraktionen, bei denen lediglich Arne Rüstemeier von der CDU sich ebenso wie die Grünen, die allerdings nur über ihre Fraktions-Geschäftsführerin, per Mail entschuldigte und eine Absage erteilte, war LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter die einzige Kommunalpolitikerin, die den Weg in den Carlisle-Park fand und von der Baum-Aktion besonders angetan war.

LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter unterstützt die Kritik und die Forderungen der Protestierenden im Carlisle-Park

Sie unterstützt die Kritik und Forderungen der Aktivisten voll und ganz und zweifelt daran, dass angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise der geplante Hotelneubau am Bahnhof tatsächlich irgendwann realisert werden kann. Sie sieht ebenso keinen Grund ausgerechnet den Bahnhofswald dafür zu opfern.

Sie fordert gleichzeitig ein völlig neues Denken und eine neue Debatte zur zukünftigen Entwicklung Flensburgs. Angesichts der drohenden wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Folgen der Corona-Krise stünden die Stadt Flensburg und die Kommunalpolitiker*innen vor Herausforderungen, die mit einem „Weiter so“ nicht zu bewältigen seien. Das gelte insbesondere für die Stadtplanung, die Kultur- und Bildungseinrichtungen, den Wohnungsbau, städtische Investitionsvorhaben, wie die Verlagerung des Wirtschaftshafens und viele weitere Dinge.
Um das wirklich sozial fair und nachhaltig zu bewältigen, braucht es ganz erheblich mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie in der Stadt, so Gabi Ritter.

Fasst man die Kundgebung zusammen, dann war doch sehr überraschend, wie trotz Corona viele Flensburger*innen weiterhin bereit sind, sich mit viel Kreativität, Sachverstand und Engagement in die Politik einzumischen. Bei den Gesprächen mit den Teilnehmer*innen und Gabi Ritter war zudem festzustellen, dass die Sorge um die zukünftige Entwicklung in der Stadt außerordentlich groß ist. Groß ist aber auch das Bedürfnis, die möglichen Probleme und Aufgaben mit den Entscheidungsträgern aus Verwaltung und Politik zu lösen und gemeinsam Handlungsalternativen zu entwickeln. Offensichtlich hat man aber im Rathaus und in den Parteien mehrheitlich nicht begriffen, dass dieses bürgerschaftliche Engagement, das Wissen und die Lebenserfahrung dieser Menschen eine große Ressource sind, die man zur Bewältigung der Krise und ihrer Folgen unbedingt nutzen sollte. Bezieht man die Menschen nicht mit ein, oder agiert mit ihnen nicht fair und auf Augenhöhe, wird es weitere und möglicherweise noch schärfere Konflikte in der Stadt geben.

Zum Abschluss:

Manchmal müssen auch nach der Wende die Dinge noch mal richtig gestellt werden, so der Unterstützer und Musiker Ueze Oldenburg…

Nachtrag

Untenstehend der Bericht über die Aktion von Marc Reese in der Flensborg Avis vom 13.05.2020 Überschrift übersetzt: „Ein toter Baum wird gefüllt mit Leben.“ 

Fridays for Future ruft zur Demonstration am 21. Februar in Flensburg auf

Freitag, 21. Februar 2020 um 10:00
Treffpunkt: Störtebecker Schiffscafe
Hafenspitze

Für den 21.02. ruft die Fridays for Future Bewegung wieder zu Demonstrationen für eine Klimawende auf. Auch die Flensburger Umwelt-Aktivisten beteiligen sich daran. Untenstehend ihr Aufruf:

Seit über einem Jahr wird nun schon regelmäßig in vielen Städten weltweit gestreikt. Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern – eigentliche alle, die an einer lebenswerten, für uns und unserer Umwelt gerechten, Zukunft interessiert sind. Seit über einem Jahr setzt sich eine ganze Generation intensiv mit der Klimakrise, den laufenden und entstehenden Debatten – den Folgen, Lösungsvorschlägen- und versuchen auseinander und versucht diese lange in den Hintergrund gerückte Thematik auf den ersten Platz der Agenda zu bringen.

Als Antwort der Großen Koalition erhalten wir einen nett gemeinten Versuch, die Wissenschaft ernst zu nehmen, ein Klimapaket, welches sich von dem Pariser Klimaabkommen – das 1,5 Grad Ziel zu erreichen – endgültig abwendet. Kein sogenanntes Maßnahmenpaket.  Für ernstzunehmende Klimapolitik – eine Politik, die wirklich nachhaltig für alle in die Zukunft schaut – vordenkt und handelt!
Und auch für den Klimaschutz in Flensburg heißt das: Abholzung des Bahnhofswalds geht gar nicht!

Also, ab auf die Straße am 21. Februar!
Bringt alle mit!

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#klimagerechtigkeit #climatejustice #fridaysforfuture #NeustartKlima #Klimapaketchen #whatdowewant #climaterevolution #fridaysforfutureflensburg #studentsforfutureflensburg

Mehr Infos zu Fridays for Future Flensburg auch auf Facebook

 

#NeustartKlima – Fridays for Future ruft zum Klimastreik und zur Demonstration am 29.11. in Flensburg auf

Freitag, 29. November 2019 von 11:00 bis 13:00
Treffpunkt: Carlisle Park am Bahnhof

Für den 29.11. ruft die Fridays for Future Bewegung zu ihrem vierten globalen Klimastreik auf. Auch die Flensburger Umwelt-Aktivisten beteiligen sich daran. Untenstehend ihr Aufruf:

Seit über einem Jahr wird nun schon regelmäßig in vielen Städten weltweit gestreikt. Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern – eigentliche alle, die an einer lebenswerten, für uns und unserer Umwelt gerechten, Zukunft interessiert sind. Seit über einem Jahr setzt sich eine ganze Generation intensiv mit der Klimakrise, den laufenden und entstehenden Debatten – den Folgen, Lösungsvorschlägen- und versuchen auseinander und versucht diese lange in den Hintergrund gerückte Thematik auf den ersten Platz der Agenda zu bringen.

Als Antwort der Großen Koalition erhalten wir einen nett gemeinten Versuch, die Wissenschaft ernst zu nehmen, ein Klimapaket, welches sich von dem Pariser Klimaabkommen – das 1,5 Grad Ziel zu erreichen – endgültig abwendet. Kein sogenanntes Maßnahmenpaket. Ein Scherz. Deswegen hören wir nicht auf laut zu sein! Am Freitag den 29.11.19 gehen wir wieder weltweit auf die Straße und demonstrieren für Klimapolitik. Für ernstzunehmende Klimapolitik – eine Politik, die wirklich nachhaltig für alle in die Zukunft schaut – vordenkt und handelt!
Also, ab auf die Straße am 29.!
Bringt alle mit!

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Aufgrund verschiedener vorweihnachtlicher Traditionen und Vergnügungsinstallationen müssen wir den Start der Demo an einen etwas dezentraleren Ort als sonst verlegen – daher Treffpunkt um 11:00 Uhr am Carlisle Park (das ist der, der auf dem Weg zum Bahnhof liegt).

Ciao Kakao und bis Freitag!

#klimagerechtigkeit #climatejustice #fridaysforfuture #NeustartKlima #Klimapaketchen #whatdowewant #climaterevolution #fridaysforfutureflensburg #studentsforfutureflensburg

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