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Highship-Gelände besetzt – SSW gegen neue Nutzer an der Flensburger Harniskaispitze?

Stadt Flensburg sieht derzeit keine Möglichkeit, das Gelände zu räumen

Es ist doch überraschend, was derzeit an der Harniskaispitze in Flensburg passiert. Vor mehr als einer Woche haben dort mehr als zwanzig vorwiegend junge Menschen das Gelände, auf dem die Firma Highship plante, Bodeneffektfahrzeuge zu bauen, friedlich besetzt. Sie wollen die opulent große Fläche, auf der noch Betriebsgebäude und eine große Lagerhalle stehen, für verschiedene kulturelle Aktivitäten nutzen, Werkstätten einrichten und dort auch leben. Ironisch berichten die Aktivisten denn auch von den Planungen zur Errichtung einer „Luftschlossfabrik“ an der Harniskaispitze. Alles in allem also ein klassisches Alternativprojekt, mit dem alternative Lebens- und Arbeitsformen umgesetzt werden sollen.

Offensichtlich sind die neuen „Nutzer“ auf dem wunderschönen Grundstück am Wasser aber dem SSW ein Dorn im Auge. Dessen Vertreter, Edgar Möller hatte auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am 20.08.2013 unter TOP 11.1 „Erbpachtfläche Harniskaispitze“ die Verwaltung um Prüfung gebeten, „welche Einwirkungsmöglichkeiten die Stadt hat, auf der Erbpachtfläche von Highship eine Verfestigung ungewünschter Nutzungen zu verhindern“.

Michael Draeger von der Verwaltung antwortete in der Sitzung, „dass die Stadt wegen der laufenden Erbpacht keinen Zugriff auf die Grundstücksnutzung hat.“ Damit sieht sie keinerlei rechtliche Möglichkeit die Besetzer vom Gelände zu vertreiben. Edgar Möller ließ jedoch nicht locker und bat trotzdem um eine entsprechende Prüfung.

Schade, bisher habe ich den SSW für liberal und tolerant gehalten und nicht für so piefig. Und letztendlich stören die jungen Menschen dort doch keinen. Wenn jemand überhaupt reagieren müsste, dann Barbara Geisel von Highship Industries und Tycoon Immobilien & Co, aber die interessiert das bunte Treiben an der Harniskaispitze derzeit nicht. Welch Wunder!

Jörg Pepmeyer

Mehr auch zu den Absichten und Zielen der BesetzerInnen an der Harniskaispitze auch in dem Beitrag Erklärung der neuen NutzerInnen des Geländes am Flensburger Harniskai unter: https://akopol.wordpress.com/2013/09/10/erklarung-der-neuen-nutzerinnen-des-gelandes-am-flensburger-harniskai/

Und in einem Artikel von Carlo Jolly vom 26. August 2013 im Flensburger Tageblatt bzw. auf shz.de  An der Harniskaispitze öffnet die „Luftschlossfabrik“ Auf dem Gelände der verhinderten Flugboot-Montage ist über Nacht neues Leben eingezogen unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/an-der-harniskaispitze-oeffnet-die-luftschlossfabrik-id3511976.html

Tycoon/Highship-Projekt am Harniskai: Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber empfiehlt Auflösung des Vertrages

Vorhaben der Firma Tycoon am Harniskai unrealistisch

(Pressemitteilung der Stadt Flensburg vom 8.4.2013) Angesichts der Berichterstattungen der vergangenen Tage wird immer deutlicher, dass das Vorhaben der Firma Tycoon, am Flensburger Harniskai Bodeneffektfahrzeuge zu montieren nunmehr als unrealistisch anzusehen ist. Die Versprechungen der Firma, die im Übrigen auch gegenüber der WTSH abgegeben wurden, haben sich mittlerweile vielfach als ungedeckte Schecks erwiesen. Der Oberbürgermeister wird deshalb dem Hauptausschuss empfehlen, ihm das Mandat zu erteilen, das Vertragsverhältnis mit der Firma Tycoon so schnell wie möglich zu beenden. Als solide Entscheidungsgrundlage für die nichtöffentliche Sitzung wird den Fraktionen dazu auch der Kaufvertrag (Anm. J.P.: da hat sich offenbar ein kleiner Fehler in der PM der Stadt eingeschlichen, es muss wohl „Pachtvertrag“ heißen ) in Kopie zum internen Gebrauch ausgehändigt
Oberbürgermeister Simon Faber: „Das Projekt High-Ship wurde der Stadt Flensburg seinerzeit als eine große Chance verkauft. Ich kann zwar verstehen, dass mein Vorgänger diese nicht verstreichen lassen wollte, in Zukunft muss bei geplanten Ansiedlungsvorhaben jedoch eine gründlichere Prüfung erfolgen – auch wenn uns die Investoren von Dritten angedient werden“. Gleichwohl unterstreicht Oberbürgermeister Faber die Wichtigkeit von innovativen Ansiedlungsprojekten: „Der Fall High-Ship darf nun nicht dazu führen, dass wir attraktive Ansiedlungen in Flensburg nicht mehr realisieren wollen. Im konkreten Fall sind wir jedoch nun an einem Punkt angelangt, an dem wir unsere Vertragspartner nicht mehr als seriös anerkennen können. Die Stadt kann sich hier nicht länger an der Nase herumführen lassen. Deswegen werde ich dem Hauptausschuss empfehlen, uns das Mandat für eine schnellstmögliche Beendigung des Vertragsverhältnisses zu erteilen“.
Der Vertrag mit der Firma Tycoon sah ursprünglich eine Nutzung des Grundstückes Harniskaispitze über 30 Jahre vor. Produziert werden sollten hier neuartige Bodeneffektfahrzeuge.

Kathrin Ove, Pressestelle des Rathauses, Stadt Flensburg

 

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