Blog-Archive

Campusbad – Besucherzahlen in 2016 nochmals gesteigert

Pressemitteilung der Stadtwerke Flensburg: Auch im vierten Jahr der Betriebsführung des Campusbades durch die Förde Bäder GmbH – einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Flensburg – konnte das Bad seine Besucherzahlen nochmals auf hohem Niveau steigern. Mit 286.009 Gästen war 2016 das Jahr mit der höchsten Besucherzahl überhaupt. Damit konnte bisher in jedem Jahr der Betriebsführung durch die Förde Bäder GmbH seit April 2013 die Besucherfrequenz gesteigert werden.

Der größte Zuwachs war vom Jahr 2013 auf 2014 zu verzeichnen, als mehr als 28.000 Besucher zusätzlich ins Bad kamen. Von 2015 auf 2016 betrug die Steigerung immer noch gute 6.000 zusätzliche Besuche.

Für Geschäftsführer, Dr. Andreas Ostmann ist der kontinuierliche Zuwachs eine Bestätigung der engagierten Arbeit der Mitarbeiter im Campusbad. „Offenbar gelingt es uns, durch unser Angebot und unseren serviceorientieren Umgang mit den Badegästen, eine positive Grundstimmung zu erzeugen, in der sich alle wohl fühlen. Damit können wir unsere Stammgäste halten und noch den einen oder anderen Badegast hinzugewinnen.“

Neben dem Erhalt und der laufenden Instandsetzung der Technik, sind dazu auch Neuerungen im Angebot nötig. So wurde im Sommer 2016 das Saunaaußenhaus sowohl technisch als auch optisch vollständig neu konzipiert. Mit der größten Aufguss-Sauna in Norddeutschland wird hier ein Saunaerlebnis der besonderen Art geboten.

„Aber auch im für die Gäste nicht sichtbaren Bereich der technischen Anlagen für die Badewassertechnik hat sich einiges getan. Das ist für die Gäste zwar nicht sichtbaren, zeigt aber große Wirkung,“ sagt der dafür verantwortliche Betriebsleiter Torben Kablau. Im Keller des Campusbades verbergen sich diese technischen Anlagen, für den das Campusbad-Team mittlerweile den Wartungs- und Reparaturstau der ersten Betriebsführungsjahre durch den Vorbetreiber abgearbeitet hat. Mit einem routinemäßigen Wartungsplan werden nun alle Anlagen regelmäßig von Fachfirmen auf aktuelle Funktion und Sicherheit überprüft. Dies ist auch ein Grund dafür, dass das Bad in 2016 keinen einzigen technischen Ausfall hatte, der zu einer Einschränkung der Öffnungszeiten von Sport-, Freizeitbad oder Sauna führte. So stand den Badegästen das Bad durchgehend an sieben Tagen der Woche zur Verfügung.

Neu ist ab 2016 auch, dass das Campusbad erstmals einen Auszubildenden zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausbildet. Im Jahr 2017 will das Bad genauso wie in 2018 jeweils einen weiteren Ausbildungsplatz anbieten. Damit schafft das Bad Ausbildungsplätze in der Region und wirkt dem Fachkräftemangel in der Schwimmbadbranche entgegen.

Insgesamt fällt die Jahresbilanz 2016 positiv aus. Im siebten Jahr nach Eröffnung bewegt sich das Campusbad in ruhigem Fahrwasser und freut sich auf „alte“ und neue Gäste im Jahr 2017.

Flensburger Campusbad mit erneutem Besucherrekord

Wieder Besucherrekordjahr im Campusbad – 279.766 Badgäste in 2015

Flensburg: Auch im dritten Jahr des Campusbadbetriebs durch die Stadtwerke Tochtergesellschaft Förde Bäder GmbH ist ein nochmaliger Zuwachs der Schwimm- und Badbesuche erzielt worden. Mit genau 279.766 Besuchen hat das Campusbad die höchste Besucherzahl überhaupt seit Eröffnung im März 2010 erzielt.

Im Vergleich zum Vorjahr 2014 kamen, trotz einer Verlängerten Schließungsphase für das Sportbecken im letztjährigen Sommer, 5.662 Gäste mehr ins Bad. Dabei handelt es sich vor allem um Gäste, die als zahlende Besucher das Angebot von Sport- und Freizeitbad genutzt haben. Während auch die Vereinsschwimmer mit fast 1.350 Personen zum Besucheranstieg beitrugen, war das Schulschwimmen mit 2.250 Besuchen unter der Vorjahreszahl geblieben.

Torben Kablau, Betriebsleiter des Campusbades ist zufrieden: „Rein rechnerisch hat damit jeder Flensburger das Campusbad fast dreimal im letzten Jahr besucht. Allein an 50 Öffnungstagen wurde die Besucherzahl von mehr als 1.000 Gästen übertroffen. In 2014 war das nur an 39 Tagen der Fall. Erfreulich ist ebenfalls der Anteil der Besucheraus dem Umland. Hier sehe ich noch Potential nach oben.“

Im Vergleich der jetzt sechs Öffnungsjahre konnte in 2015 in acht Monaten eine Monatsrekordbesucherzahl erreicht werden. Nur in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 und im August 2013 waren im Jahresvergleich höhere Monatsbesucherzahlen zu vermelden. Besucherstärkster Monat bleibt der Januar 2014. Hier kamen 29.142 Gäste ins Bad.

Insgesamt hat sich die Besucherzahl auf einem hohen Niveau stabilisiert. „Zukünftig werden Zuwächse nur noch in kleinen Schritten erreichbar sein“, schätzt Geschäftsführer Dr. Andreas Ostmann die weitere Entwicklung ein. „Ich bin zufrieden, wenn wir die jetzt erreichten Besucherzahlen halten können“, sagt er weiter.

Die Eintrittspreise blieben in 2015 konstant, allein im Saunabereich hat sich etwas getan. Hier hat der Gesetzgeber ab Juli 2015 die Mehrwertsteuer von 7% auf 19% angehoben. Diese Erhöhung musste das Campusbad 1:1 an die Kunden weitergeben. Trotz dieser gesetzlich bedingten Preiserhöhung hat das Bad auch hier die hohen Vorjahreszahlen wieder erreicht.

Im letzten Jahr hat das Campusbad auch einiges getan, um den Besuch für die Gäste angenehmer zu gestalten. Mit der erfolgreich und erstmals durchgeführten Beckenentleerung des Sportbades und der anschließenden Reparatur des Fliesenbeckenbodens, der baulichen Trennung des Eingangsbereichs vom Freizeitbad und weiterer technischer Optimierungen ist das Bad auch für das Jahr 2016 einer hohen Besucherfrequenz gut gewachsen.

Dr. Andreas Ostmann und Torben Kablau freuen sich mit dem Campusbad-Team für 2016 wieder ein attraktives Angebot für alle Gäste ob klein oder groß anzubieten, denn das Campusbad ist in jeden Fall einen Besuch wert.

Campus-Bad Flensburg – Ist das ÖPP-Märchen zu Ende?

Niedrige Besucherzahlen lassen Schlimmes befürchten

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich das Flensburger Campus-Bad vom einst hoch gepriesenen Modell einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (auch PPP = Public Private Partnership) nun zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Stadt Flensburg entwickelt hat. Gerade einmal 14 Monate ist es her, dass unter großer öffentlicher Anteilnahme der Schwimmbad-Betrieb begann. Nun droht, sollten die Besucherzahlen nicht in erheblichen Umfang steigen, die Insolvenz. Mehr dazu in dem unten dokumentierten Bericht des Flensburger Tageblattes von heute:

Besucherzahlen unter Erwartungen

Campusbad: Das kalte Entsetzen

28. Mai 2011 | 06:50 Uhr | Von Holger Ohlsen

Betreiber präsentiert Zahlen: Zielvorgaben klar verfehlt – Besucherzahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück

Für die versammelten Ratsdamen und -herren hielt der Hauptausschuss am Dienstag in seinem nicht-öffentlichen Teil einen mit Spannung erwarteten Programmpunkt bereit, der die hoch gesteckten Erwartungen in keiner Weise enttäuschte. Wolfgang Tober, Betreiber des Campusbades, war gekommen, seine Zahlen zu präsentieren. Als er ging, herrschte das blanke Entsetzen.

Von angepeilten 200 000 Besuchern (gesamt) waren im ersten Jahr tatsächlich nur 134 000 gekommen – wobei der seinerzeit gegen Glücksburger und andere Widerstände eingebaute Spaßfaktor besonders enttäuschte. Im Spaßbadbereich hatte Tober 150 000 Gäste veranschlagt, das Ziel erreichte er nicht einmal zu 50 Prozent. Gerade 74 000 Gäste wollten auf dem Campus ihren Badespaß haben. Und als ob das alles nicht schlimm genug wäre, setzte Tober noch ein saures Sahnehäubchen obendrauf: Die Besucher-Zielvorgabe, eine der wichtigsten Größen in der betriebswirtschaftlichen Darstellung, war willkürlich aus der Luft gegriffen.

Tobers Zahlen: Nicht ermittelt, nur geschätzt

Auf Befragen musste Tober einräumen, diese Zahlen habe er nicht ermittelt, die habe er nur geschätzt. Dabei hätte er eigentlich wissen müssen, das geschätzte Zahlen gewisse Risiken in sich bergen. Im März 2008, als die Ratsversammlung mit der Mehrheit von CDU, SSW, Grünen und Teilen der SPD einen letzten verzweifelten Versuch der FDP abblockte, das Ausschreibungsverfahren wieder auf Null zu stellen, taumelte die Lagune Cottbus schon der Insolvenz entgegen. Die Lagune Cottbus war stets als Referenzprojekt angepriesen worden, aber auch sie geriet zunehmend in den Sog zwischen geschätzten und tatsächlichen Besucherzahlen. Nach nicht einmal zwei Jahren war sie mit mehr als 500 000 Miesen pleite, die Stadt Cottbus hat sie seither als Sorgenkind am Hals. Betreiber bis zum Insolvenzantrag: Wolfgang Tober, der das Bad – wie in Flensburg auch – mit dem Finanzdienstleister Commerzreal als privat-öffentliches Projekt errichtet hatte.

Beim Frankfurter Investor hält man sich mit Bewertungen vornehm zurück und leitet alle Fragen an die Stadt weiter. Dort sagt Kämmerer Henning Brüggemann, die im Ausschuss genannten Zahlen seien kein Drama, sondern lediglich eine „Problemanzeige“ und er sagt, dass Flensburg kein Risiko trägt, weil Commerzreal während der nächsten 25 Jahre den Betreiber stellen muss. Aber auch das ist in dem Augenblick Makulatur, in dem Commerzreal die für das Campusbad gegründete Tochtergesellschaft in die Insolvenz schickt, weil sie den Kapitaldienst nicht erwirtschaftet. Für diesen Fall, so Brüggemann, könnte die Stadt noch eine Bürgschaft ziehen, die es ihr ermögliche, das Bad weiter zu betreiben. Die Rede ist von (unbestätigten) 500 000 Euro und Brüggemann räumt ein: „Die Bürgschaft ist natürlich irgendwann aufgebraucht.“

Die Politik wollte sich unter Hinweis auf die Nicht-Öffentlichkeit der Sitzung öffentlich nicht äußern. Hinter vorgehaltener Hand wird man deutlicher. „Katastrophe“, „unglaublich“, „das wird die nächste Riesenbaustelle“. Leichter hat es SPD-Fraktions-Chef Helmut Trost, der seinerzeit als Privatier die Entstehung des Campusbades von außen verfolgte. „Man hat die Nachfragesituation für zwei Bäder auf so engem Raum überschätzt. Da wäre mehr Skepsis angebracht gewesen.“

Der Artikel ist zu finden unter shz-online: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/218/campusbad-das-kalte-entsetzen.html

Noch mehr Artikel zum Thema Campusbad auch unter: https://akopol.wordpress.com/category/campusbad/ und ÖPP (oder auch PPP) – Das Märchen von der hilfreichen Heuschrecke unter: https://akopol.wordpress.com/2011/05/28/opp-%e2%80%93-das-marchen-von-der-hilfreichen-heuschrecke/

Und noch ein Artikel vom 30.5.2011 auf shz-online: Ein Bad, das zu weit weg ist von den Bürgern unter: http://www.shz.de/nachrichten/lokales/flensburger-tageblatt/artikeldetails/article/111/ein-bad-das-zu-weit-weg-ist-von-den-buergern.html

ÖPP-Projekt Campusbad – Mal eben ein paar Millionen versenken:

Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage des Campusbades dokumentieren wir untenstehend noch mal den Leserbrief des Arbeitskreises Kommunalpolitik in der Flensborg Avis vom 11.4.2008, der sich kritisch mit dem Beschluss der Ratsversammlung zum Neubau des Campusbades auseinandersetzt. Schon damals wies der Arbeitskreis eindringlich auf die Risiken dieses ÖPP-Projektes hin.

37,5 Mio. Euro für das Hallenbad?

Leserbrief in Flensborg Avis vom 11.04.2008

Nicht nachvollziehbar ist die Entscheidung der Stadt Flensburg und der Ratsversammlung, auf dem Campus-Gelände ein kombiniertes Sport- und Freizeitbad im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) mit einem Privatinvestor, der Commerzbank-Tochter Commerz Real AG, zu bauen. Offensichtlich kennt die Mehrheit der Ratsmitglieder nicht mal mehr ihren Beschluss vom letzten Jahr, in dem sie sich zwar für den Neubau eines Hallenbades aussprach, aber ebenso den Kostenrahmen vorgab. So hieß es, bei einem Neubau und Betrieb eines Hallenbades im Rahmen eines ÖPP-Projektes, sollten sich die Aufwendungen der Stadt am aktuellen Betriebskostenzuschuss für das bestehende Hallenbad von 600.000 Euro jährlich orientieren.

Davon ist nicht mehr die Rede. Nun soll der städtische Betriebskostenzuschuss sogar im Rahmen des kürzlich beschlossenen Projektes auf 1,5 Mio. Euro jährlich steigen! Somit zahlt die Stadt Flensburg dem Investor, also der Commerz Real AG, bei einer Vertragsdauer von 25 Jahren insgesamt 37,5 Mio. Euro. Das ist mehr als das Zweieinhalbfache der geplanten Baukosten von 14 Mio. Euro! Vorab der Betriebskosten, Besuchererlöse und Einnahmen aus dem Wellness- und Gastronomiebereich, hat der Investor somit sein Risiko mit einer Kapitalrendite von etwa 11% p. A. weitestgehend abgesichert! Gibt es zudem noch öffentliche Fördermittel, wird das ganze Geschäft sogar noch lukrativer für ihn.

Andererseits ist die Stadt damit noch nicht aus dem Schneider, denn die Kalkulationsgrundlage für den kostendeckenden Betrieb des neuen Bades sind 200.000 Besucher jährlich. Das Glücksburger “Spaßbad”, die Fördeland-Therme, schreibt erst bei einer Jahresquote von 250.000 Besuchern schwarze Zahlen und ist davon noch meilenweit entfernt. Eine jährliche Besucherzahl von 450.000 für beide Bäder anzunehmen (im Abstand von nicht einmal acht Kilometern) ist aber schlichtweg illusorisch. Voraussehbar werden beide Hallenbäder Verluste einfahren, für die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit der Gemeinde Glücksburg die Stadt Flensburg doppelt geradestehen muss.

Die Betreiber des neuen Campus-Bades haben zudem eine Preisstruktur vorgestellt, die im Schnitt einer Preis-Erhöhung von ca. 35% entspricht, zieht man die Eintrittspreise des jetzigen Hallenbades zum Vergleich heran. Auch das lässt sich mit dem Ratsbeschluss vom letzten Jahr nicht vereinbaren.

Stutzig macht in diesem Zusammenhang, dass die umfassende Modernisierung und Sanierung des alten Hallenbades nach Angaben städtischer Finanzexperten mit 1,2 Mio. Euro jährlich zu Buche schlagen würde (wobei die tatsächliche Investitionssumme nicht genannt wurde). Das ist auf die Laufzeit des angedachten ÖPP-Vertrages gerechnet, immerhin eine Ersparnis von 7 Mio. Euro oder 300.000 Euro jährlich.

Warum man sich bei der Stadt und in der Ratsversammlung im Rahmen dieser Variante nicht entschieden hat, einen Hallenbad-Neubau alleine zu realisieren, ist angesichts der städtischen Schuldenlast völlig unverständlich. Denn es macht sicherlich keinen Sinn, ein überdimensioniertes und gegen alle finanzielle Vernunft sprechendes Hallenbad zu bauen, bei dem offensichtlich der Investor den größten Nutzen hat. Wie das im Zweifelsfall enden kann, zeigt exemplarisch das Scheitern eines ähnlichen Projektes auf Sylt. Übrigens unter der Beteiligung des gleichen Investors, der am Bau und Betrieb der Glücksburger “Fördeland-Therme” beteiligt ist.

Jörg Pepmeyer, Flensburg / Arbeitskreis Kommunalpolitik

%d Bloggern gefällt das: