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Simone Lange und Alexander Ahrens ziehen ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz zurück

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange und Alexander Ahrens, Oberbürgermeister von Bautzen, haben heute überraschend auf der Regionalkonferenz der SPD in Saarbrücken ihren Verzicht auf die Kandidatur für den SPD-Vorsitz bekannt gegeben. Sie wollen dafür das Kandidatenteam aus dem früheren NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken unterstützen. In einer gemeinsamen Erklärung auf der Facebook-Seite von Simone Lange heißt es dazu:

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange verzichtet auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz

„Echte Veränderung braucht Mut, Herzblut und Teamgeist. Alexander und ich unterstützen das Team Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans – und wir bitten all unsere UnterstützerInnen, dies auch zu tun, weil wir echte Veränderung nur gemeinsam erreichen.

Dazu hier unsere Erklärung verbunden mit großem Dank und einem Ärmel hoch für den weiteren Prozess:

Die Sozialdemokratie darf sich nie wieder den freien Kräften des Marktes unterwerfen. Die Sozialdemokratie darf keine Politik der schwarzen Nullen machen. Wir müssen wieder die Vorkämpferin für einen gut ausgebauten Sozialstaat sein und uns für gleiche Lebensbedingungen aller einsetzten, wenn wir die Schicksale der Menschen endlich anerkennen und für einen solidarischen Zusammenhalt kämpfen. Gerechter Lohn, Gleiche Behandlung beim Arzt, gleiche Chancen in der Bildung.

Unsere Solidarität muss den 90 Prozent der Menschen in unserem Land gelten, die sich die Hälfte des Vermögens teilen, während die andere Hälfte in den Händen von nur 10 Prozent liegt! Wir können und wollen nicht Politik für alle machen! Das war nie der Auftrag der SPD! Unser Auftrag ist Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität! Nur durch Solidarität mit den Benachteiligten, können wir Gerechtigkeit erkämpfen und nur durch eine gerechte Gesellschaft können wir frei sein!

Auch der menschliche Umgang mit anders Denkenden gehört zum Wesen der Sozialdemokratie, das Ausgrenzen von Meinungen definitiv nicht.

Die Entzauberung der AfD liegt in der Sachdebatte, weil sie genau das nicht will. Die AfD will mit rassistischen und populistischen Parolen Märtyrerin sein, aber sie ist keine. Märtyrer ist nur, wer sich selbst opfert. Die AfD opfert sich nicht selbst. Sie opfert die Menschlichkeit und Demokratie.
Darin sind Alexander und ich uns einig, wie sich zwei Menschen nur einig sein können.

Ich gehöre zu denen, die alles tun würden, um AfD Funktionäre zu meiden, denn ich habe die Haltung, dass man mit Rechtsradikalen keinen Umgang haben sollte. Alexander wirbt für einen anderen Weg, nämlich einen sachlichen Umgang mit dem Ziel, die AfD zu entzaubern. Die Unterschiedlichkeit unserer Haltung ist sicher auch ein Spiegel der unterschiedlichen Haltungen innerhalb der Mitgliedschaft. Und auch wenn man nicht einer Meinung ist: ich sage, unterschiedliche Haltungen müssen möglich sein! Haltung ist Grundlage jeden politischen Erfolges. Du kannst mit Haltung gewinnen oder verlieren, ohne Haltung hast du schon verloren. Eines ist aber klar, es muss die Aufgabe der Sozialdemokratie sein, die rechten Parteien zu schwächen und dorthin zu schicken, wo sie hingehört: in die Geschichtsbücher als Randnotiz und abgeschlossenes Kapitel!

Wer sich nicht scheut, dort anzugreifen, wo es weh tut und wer dann auch noch handelt, statt nur zu reden, der zeigt, dass er Haltung hat und wird unsere Partei wieder erfolgreich machen.

Alexander und ich, wir werden unsere Kraft und unsere Kandidatur deshalb heute einem Team übergeben, von dem wir zutiefst überzeugt sind, genau diese Haltung haben.
Norbert Walter Borjans und Saskia Esken kämpfen wie kein anderer für Steuergerechtigkeit und mehr Demokratie. Wir haben uns entschieden die jetzt schon sehr guten Chancen für das Team zu unterstützen und bitten alle, die uns bis heute gestärkt haben, dies auch zu tun.

Das hier ist kein Abschied, sondern ein Schritt nach vorn. Ihr seht uns wieder auf verschiedenen Regionalkonferenzen als Team Norbert&Saskia!

Euch allen unser Respekt und Dank, dass ihr mit uns geht in eine neue Zeit !“

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Simone Lange und Alexander Ahrens kandidieren für den Vorsitz der SPD

Die Oberbürgermeisterin von Flensburg, Simone Lange, und der Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens, kandidieren gemeinsam für den Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Sie wollen der Partei Glaubwürdigkeit zurückbringen und ein unverwechselbares Profil verleihen, mit dem sie wieder Wahlen gewinnt.

Die kleinste und zugleich wichtigste gesellschaftliche Einheit in Deutschland seien die Städte und Gemeinden. Hier werde Basisarbeit geleistet von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und von ehrenamtlichen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern. Sie kämpften an vorderster Stelle für Demokratie, machten sie erlebbar, lebendig und hätten einen „direkten“ Draht zu den Menschen vor Ort. „Umso wichtiger ist es nun, aus diesen Kommunen heraus Verantwortung für unsere Partei zu übernehmen, sie zu erneuern und die drängenden und wichtigen Themen unserer Zeit auf die Tagesordnung zu setzen.“, sagt Alexander Ahrens.

Simone Lange erklärt: „Ich weiß, dass dieses Land in 20 Jahren ein anderes Land sein wird und ich will, dass es dann ein besseres Land ist! Es wird Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Ich fühle mich bestärkt durch das Ergebnis meiner Kandidatur des vergangenen Jahres und trete deshalb erneut an.“

Als erstes wollen die beiden Kandidaten eine Debatte über soziale Sicherheit, über eine menschzentrierte Klimapolitik und über Demokratie führen. Das seien die drängendsten Themen der Zeit, die alle miteinander in Beziehung stehen würden

Viele Menschen hätten Angst vor der Zukunft, weil sie das Gefühl haben, dass nichts mehr sicher ist: Wie kann ich trotz Klimaschutz noch bezahlbar mit dem Auto auf Arbeit kommen? Wie kann ich in Würde leben, wenn ich meine Arbeit verliere? Wer garantiert mir eine gute medizinische Versorgung und wie kann ich mir die leisten? Diese Ängste und die ungleiche Verteilung von Vermögen würden sie an unserer Demokratie zweifeln lassen. Simone Lange und Alexander Ahrens wollen, dass unser Leben sicher ist und unsere Demokratie stark. Es gebe nichts schöneres als soziale Demokratie und deshalb wollen sie die Menschen zurückgewinnen und mit ihnen die SPD.

Simone Lange ist in der DDR, im thüringischen Rudolstadt geboren, lebt seit 1999 in Flensburg und ist von Beruf Polizeibeamtin. Von 2012 bis 2016 war sie Landtagsabgeordnete in Schleswig-Holstein und ist seit 2017 Oberbürgermeisterin von Flensburg. Sie hat nach ihrer Kandidatur zum Bundesvorsitz das Buch „Sozialdemokratie wagen“ veröffentlicht.

Alexander Ahrens ist in Westberlin geboren, lebt seit 2008 in Bautzen, von Beruf Volljurist und Chinawissenschaftler und ist seit 2015 Oberbürgermeister von Bautzen (Sachsen).

„Wir sind bereit, gemeinsam Verantwortung für unsere Partei und unser Land zu übernehmen und eine echte, glaubwürdige Erneuerung der Partei einzuleiten. Dazu gehört auch ein Austritt aus der Großen Koalition. Wir freuen uns auf die Regionalkonferenzen in den nächsten Wochen und werben um Unterstützung bei den Orts- und Kreisverbänden. Es ist Zeit, dass die bei den Menschen erfolgreichen Kommunalpolitiker das Ruder übernehmen.“ so Ahrens und Lange.

Gemeinsam verstehen sie ihre Kandidatur als eine einmalige Chance, der Basis eine starke Stimme zu geben. „Wir fordern alle dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und in die SPD einzutreten um eine wirkliche Erneuerung zu erreichen. Noch bis zum 16. September können alle Interessierten Mitglied werden und unsere Kandidatur unterstützen.“

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