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Keine Einigung beim Gütetermin Harniskai: Stadt Flensburg will gegen Tycoon klagen

luftschlossfabrikStellungnahme der Luftschlossfabrik zur Güteverhandlung der Liegenschaft am Harniskai

Gestern, am 17.12.13 trafen die Vertretungen der Tycoon Immobilien GmbH und der Stadt Flensburg zusammen, um unter Anleitung der Justiz eine Einigung bezüglich der Liegenschaft Harniskai 1-3 zu erzielen. Nachdem es bei der Güteverhandlung der beiden Parteien zu keinerlei Einigung kam, wurde die Verhandlung ergebnislos geschlossen.

Kunst und Kultur wird in anderen Städten bereits als Ressource erkannt und zur Stadtaufwertung genutzt, daher hoffen wir, dass auch die Stadt Flensburg Ihre Kreativpotentiale nutzt und fördert. Zumal dies kaum eine Mehrbelastung für den Haushaltsplan darstellt. Wir hoffen, dass dieser Sachverhalt als Win-Win-Situation wahrgenommen wird und die Stadt Ihr Kulturpotential ernst nimmt.
Unkommerzielle Kunst und Kultur braucht eine Stadt und das ist genau das, was aktuell in der Luftschlossfabrik passiert.
Das Gelände hat auf jeden Fall mehr verdient, als dem Verfall und dem Vandalismus ausgesetzt zu sein. Durch die Instandsetzung, Verschönerung und Belebung der Gebäude und Innenräume zeigen die Beteiligten, wie eine vielfältige Nutzung, im Gegensatz zum Anlagenwahn am Ostufer, einen Boden für Kreative und Kulturschaffende entstehen lässt.
Die Fläche und die Gebäude inspirierten nicht nur die Künstler_innen und andere Nutzer_innen, sondern auch die Besucher_innen der Luftschlossprojektes. Dass dieses Konzept aufgeht, konnten die Gäste des Grand Openings in unterschiedlichsten Angeboten miterleben: Kinderbasteln & Schminken, Siebdruck- und andere Workshops, Vorträge, Flohmarkt und Live Bands. „Das hat Flensburg noch nicht gesehen“, wurde uns von vielen Seiten begeistert zugetragen. Kulturelle Vielfalt, die von unterschiedlichsten Menschen zelebriert wird, sollte ein fester Bestandteil einer offenen, maritimen und kulturübergreifenden Stadt wie Flensburg sein.
Mit der Luftschlossfabrik wurde in kürzester Zeit ein alternatives Projekt geschaffen, das für alle Menschen zugänglich und bereichernd sein kann. Realisiert wurden bisher ein Umsonstladen, Veranstaltungsräume eine Selbsthilfe-Fahrrad -Werkstatt und Proberäume.
Eröffnet wird ab dem nächsten Jahr die Skater-Rampe, eine Küche für Alle (KüfA – Volxküche), Gemeinschaftsgarten, Holz-, Näh-, PC- und Technik-Werkstätten. Eine Werkstatt für Bodeneffektfahrzeuge ist vorerst nicht geplant!

Für alle Interessierten ist das Info-Büro ab Januar jeden Dienstag (17-19 Uhr) und Donnerstag (15-17 Uhr) geöffnet. Am 5. Januar wird zu einem offenem Austausch bei Kaffee und Kuchen geladen. Besonders möchten wir noch auf die Kunstausstellung am 01. Februar 2014 mit experimenteller Live-Jazz-Performance hinweisen.
Wir wünschen uns von der Stadt Flensburg, Akzeptanz und Wertschätzung der durch Eigeninitiative und Engagement geschaffenen Kulturinitiative Luftschlossfabrik.

Mehr auch zur Güteverhandlung vor dem Flensburger Landgericht in einem Artikel des Flensburger Tageblatts vom18.12.2013 Erbbau-Streit – Harniskai-Investor vor Gericht unter:  http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/harniskai-investor-vor-gericht-id5223536.html

Highship-Gelände besetzt – SSW gegen neue Nutzer an der Flensburger Harniskaispitze?

Stadt Flensburg sieht derzeit keine Möglichkeit, das Gelände zu räumen

Es ist doch überraschend, was derzeit an der Harniskaispitze in Flensburg passiert. Vor mehr als einer Woche haben dort mehr als zwanzig vorwiegend junge Menschen das Gelände, auf dem die Firma Highship plante, Bodeneffektfahrzeuge zu bauen, friedlich besetzt. Sie wollen die opulent große Fläche, auf der noch Betriebsgebäude und eine große Lagerhalle stehen, für verschiedene kulturelle Aktivitäten nutzen, Werkstätten einrichten und dort auch leben. Ironisch berichten die Aktivisten denn auch von den Planungen zur Errichtung einer „Luftschlossfabrik“ an der Harniskaispitze. Alles in allem also ein klassisches Alternativprojekt, mit dem alternative Lebens- und Arbeitsformen umgesetzt werden sollen.

Offensichtlich sind die neuen „Nutzer“ auf dem wunderschönen Grundstück am Wasser aber dem SSW ein Dorn im Auge. Dessen Vertreter, Edgar Möller hatte auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am 20.08.2013 unter TOP 11.1 „Erbpachtfläche Harniskaispitze“ die Verwaltung um Prüfung gebeten, „welche Einwirkungsmöglichkeiten die Stadt hat, auf der Erbpachtfläche von Highship eine Verfestigung ungewünschter Nutzungen zu verhindern“.

Michael Draeger von der Verwaltung antwortete in der Sitzung, „dass die Stadt wegen der laufenden Erbpacht keinen Zugriff auf die Grundstücksnutzung hat.“ Damit sieht sie keinerlei rechtliche Möglichkeit die Besetzer vom Gelände zu vertreiben. Edgar Möller ließ jedoch nicht locker und bat trotzdem um eine entsprechende Prüfung.

Schade, bisher habe ich den SSW für liberal und tolerant gehalten und nicht für so piefig. Und letztendlich stören die jungen Menschen dort doch keinen. Wenn jemand überhaupt reagieren müsste, dann Barbara Geisel von Highship Industries und Tycoon Immobilien & Co, aber die interessiert das bunte Treiben an der Harniskaispitze derzeit nicht. Welch Wunder!

Jörg Pepmeyer

Mehr auch zu den Absichten und Zielen der BesetzerInnen an der Harniskaispitze auch in dem Beitrag Erklärung der neuen NutzerInnen des Geländes am Flensburger Harniskai unter: https://akopol.wordpress.com/2013/09/10/erklarung-der-neuen-nutzerinnen-des-gelandes-am-flensburger-harniskai/

Und in einem Artikel von Carlo Jolly vom 26. August 2013 im Flensburger Tageblatt bzw. auf shz.de  An der Harniskaispitze öffnet die „Luftschlossfabrik“ Auf dem Gelände der verhinderten Flugboot-Montage ist über Nacht neues Leben eingezogen unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/an-der-harniskaispitze-oeffnet-die-luftschlossfabrik-id3511976.html

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