Archiv der Kategorie: Luftschlossfabrik

Offener Brief an Flensburgs OB Faber: Gewaltsame Räumung der Harniskaispitze geht gar nicht!

LINKE-Fraktionsvorsitzende Gabi Ritter warnt vor Polizeiaktion ohne politisches Mandat und vor schwerem Imagesschaden für die Stadt Flensburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

am Wochenende läuft für die Bewohnerinnen und Bewohner der Harniskaispitze die vom Gerichtsvollzieher festgesetzte Frist zur Räumung des Geländes ab. Die Gerüchte, dass eine gewaltsame Räumung der Luftschlossfabrik unmittelbar bevorsteht, verdichten sich.

Gabi Ritter

Gabi Ritter, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE

Ja, es gibt einen Ratsbeschluss, der da sagt, dass die Verwaltung nunmehr daran geht, mit den Bewohnerinnen und Bewohner der Harniskaispitze zu reden, damit das Gelände möglichst konfliktfrei geräumt wird.
Ja, uns wurde berichtet, dass die Gespräche ohne Ergebnis abgebrochen wurden. Das hat nicht daran gelegen, dass die Gruppe nicht gesprächsbereit war. Vielmehr ist es nicht gelungen ein geeignetes Gelände für sie zu finden.

Für eine gewaltsame Räumung des Geländes gibt es kein politisches Mandat. Wer so etwas anstrebt, muss eine entsprechende Beschlussvorlage in die kommende Ratssitzung einbringen, die dann politisch diskutiert, juristisch abgesichert und öffentlich abgestimmt werden muss.

Bisher gibt es zu diesem Thema nur einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und in dieser Beschlussvorlage wird beantragt die Räumung auszusetzen, bis die derzeitige illegale einer anderweitigen, legalen Nutzung im Wege steht.

Bis heute gibt es keinerlei Perspektive für die Nutzung der Harniskaispitze. Somit fehlt auch die Verhältnismäßigkeit für eine gewaltsame Räumung.

Eine gewaltsame Räumung bedeutet für uns als Kommunalpolitik ein Armutszeugnis, für die Luftschlossfabrik unmenschliche Härte und für unsere „weltoffene, tolerante und transparente“ Stadt einen großen Imageschaden.

Lassen Sie uns endlich anfangen gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt darüber nachzudenken, was wir uns für die Harniskaispitze wünschen.

Lassen Sie uns gleichzeitig diskutieren, ob und wo wir alternative Wohnformen wollen, und dann alle gemeinsam nach geeigneten Grundstücken suchen.

Sie, Herr Faber, sind der Oberbürgermeister aller Flensburgerinnen und Flensburger. Lassen Sie sich nicht zum Vorschlaghammer einiger Fraktionen machen, die sich vor der Verantwortung drücken und Macht beweisen wollen!

Mit freundlichem Gruß

Gabi Ritter (Fraktionsvorsitzende, DIE LINKE)

Keine Aussetzung der Räumung der Luftschlossfabrik: Hauptauschuss gegen Befassung eines Grünen-Antrags

Das Ende der Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai rückt näher

Mit einem Dringlichkeitsantrag wollte die Ratsfraktion der Grünen auf der gestrigen Sitzung des Flensburger Hauptausschusses die drohende Räumung des Geländes der Luftschlossfabrik am Harniskai bis auf weiteres verhindern. So hieß es in dem Antrag: „Die Räumung der Harniskaispitze wird solange ausgesetzt, bis die derzeitige illegale Nutzung des Geländes einer anderweitigen legalen Nutzung konkret im Wege steht.“ Die Mehrheit der Mitglieder des Hauptausschusses sah die Dringlichkeit jedoch nicht als gegeben und lehnte eine Behandlung und Beschlussfassung des Antrages ab (Den gibt es hier: Beschlussvorlage_Gruene_-_B90_HA-2-2016.) Dazu die Pressemitteilung der Grünen und anschließend eine Stellungnahme des Flensburger Landtagsabgeordneten der Grünen, Rasmus Andresen:

Grüne zur Nichtbehandlung des Antrages „Aussetzung der Räumung der Harniskaispitze“

Mit dem Dringlichkeitsantrag HA-2/2016 beantragt die Grüne Ratsfraktion, dass die im vergangenen Jahr beschlossene Räumung des Geländes an der Harniskaispitze ausgesetzt und damit verschoben wird, bis das Gelände tatsächlich seitens der Stadt benötigt wird. Angekündigt ist eine baldige Räumung, anscheinend noch vor Monatsende.

„Als Grüne Ratsfraktion stehen wir für eine Kultur der Verhandlung und Zusammenarbeit, nicht der harten Auseinandersetzung über Gerichtsvollzieher.Solange die geplante Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner zur weiteren Nutzung des Geländes nicht durchgeführt ist, sehen wir keinerlei Notwendigkeit, jetzt den Platz räumen zu lassen!“ so Fraktionsvorsitzende Ellen Kittel-Wegner. „Auch wenn zweifelsohne das Gelände von den Beteiligten der Luftschlossfabrik wieder zur Verfügung gestellt werden muss, sobald die Planungen zur Zwischennutzung abgeschlossen sind, gäbe ein Aussetzen der Räumung genug Zeit, um eine einvernehmliche Lösung sowohl für das Wohnen der Menschen als auch die dort jetzt stattfindenden Kulturveranstaltungen zu finden. Die bisherige Leistung der Stadtverwaltung erkennen wir dabei ausdrücklich an. Genauso verhandlungsbereit erleben wir die Beteiligten der Luftschlossfabrik. Absolut nicht verstehen können wir allerdings, warum Fraktionen bereits die Dringlichkeit des Antrags ablehnen. „

Grünen-MdL Rasmus Andresen: Luftschlossfabrik ist kulturelle Bereicherung – Die Räumung des Geländes muss gestoppt werden

Zu der angekündigten baldigen Räumung der Harniskaispitze und der Weigerung einer Ratsmehrheit, über diese Frage politisch zu diskutieren, erklärt der Flensburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Rasmus Andresen:

„Flensburg braucht kulturelle Freiräume wie die Luftschlossfabrik, um sich nachhaltig entwickeln zu können. Ohne solche Projekte wie Flensburg langweiliger.

Innerhalb der nächsten Wochen das Gelände räumen zu lassen, ohne konkrete und überzeugende Pläne für die Nachnutzung zu benennen, ist kurzsichtig. Städteplanung darf nicht nur aus der Suche nach Großinvestoren bestehen. Dass sich CDU, SSW und FDP im Flensburger Rat wegducken und die unnütze Räumung des Geländes damit vorantreiben, ist engstirnig. Flensburgs Wirtschaft kann nur nachhaltig wachsen, wenn kulturelle Freiräume vorhanden sind.

Ich habe großes Verständnis für Proteste gegen diese unsinnige Ratspolitik und rufe daher zur Beteiligung an den Proteste gegen die Räumung des Geländes auf. So zum Beispiel am 1. Februar um 16 Uhr auf dem Flensburger Südermarkt und, sobald die Räumung vollzogen wird, auf dem Gelände der Luftschlossfabrik.“

Demonstration zum Erhalt der Luftschlossfabrik Flensburg am 01.02.2016 um 16:00 Uhr ab Südermarkt

Nachfolgend dokumentieren wird den Aufruf der Luftschlossfabrik-Aktivist*Innen:

Aufruf LSF DemoWann und wo:
Am 01.02.2016 um 16 Uhr, vom Südermarkt durch die Innenstadt!

Wieso:
Weil machbare Träume echte Räume brauchen und diese in der LuftschlossfAbrik für alle Interessierten offen stehen, um genutzt zu werden. Das werden sie auch! In unterschiedlichster Form mit soziokulturellen Angeboten & Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Kommt zahlreich, um den Sanierungswahn zu verhindern.

Keine Räumung!
Kein Leerstand am Harniskai! Kein Abriss und Zerstörung des wertvollen Kulturguts!
Freiraum und unkommerzielle Kulturangebote schützen! In Flensburg und überall!

ZWANGSRÄUMUNG ENTGEGENTRETEN !
LUFTSCHLOSSFABRIK VERTEIDIGEN !
FÜR EINE ECHTE UTOPIE !

Bitte unterzeichnet und teilt die Petition:
„Gegen Leerstand am Harniskai 1-3 und für den Erhalt des Kulturprojekts Luftschlossfabrik“ – https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-leerstand-am-harniskai-1-3-und-fuer-den-erhalt-des-kulturprojekts-luftschlossfabrik

Mehr zum Demo-Aufruf auch auf Facebook unter: https://www.facebook.com/events/823923857730770/

Petition zum Erhalt des Kulturprojekts „Luftschlossfabrik“ in Flensburg

Angesichts der drohenden Räumung des Geländes an der Flensburger Harniskaispitze veröffentlichen wir untenstehend eine Petition der Aktivistinnen der Luftschlossfabrik Flensburg zum Erhalt ihres Projektes. (Den Text der Petition, wie auch die Möglichkeit sie zu unterzeichnen, gibt es hier: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-leerstand-am-harniskai-1-3-und-fuer-den-erhalt-des-kulturprojekts-luftschlossfabrik )

Gegen Leerstand am Harniskai 1-3 und für den Erhalt des Kulturprojekts Luftschlossfabrik

Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt große Pläne für den Harniskai 1-3. Was daraus hervorging war jahrelanger Leerstand. Nachdem das Gelände durch direkte Bürgerbeteiligung und Eigeninitiative instand gesetzt und genutzt wurde, hat der Hauptausschuss am 6. Oktober in nicht-öffentlicher Sitzung die Räumung des Kulturprojekts Luftschlossfabrik eingeleitet. Von der Stadt Flensburg liegen weder vorläufige, noch langfristige Pläne für den Harniskai 1-3 vor. Das heißt es droht erneuter Leerstand.

Wir fordern:

– Kein Leerstand am Harniskai
– Erhalt der Luftschlossfabrik
– Kooperationsbereitschaft der Stadt

Dies wäre durch einen Zwischennutzungsvertrag für das Gelände Harniskai 1-3 möglich. Bis zur Beendigung des mehrstufigen Ideenfindungsprozess‘ und Beginn von Vorbereitungsmaßnahmen für Bauarbeiten, die das Gelände direkt betreffen, könnte das Gelände weiterhin vom Kulturprojekt genutzt werden. Somit würde zwischenzeitlicher Leerstand vermieden und es bliebe Zeit, um in Flensburg nach einem Alternativgelände zu suchen.
Aus Berücksichtigung der Schwierigkeiten bei der Suche eines Ersatzgeländes, wären die Aktivist-Innen bereit die Räumlichkeiten der bestehenden Initiativen des Projektes aufzuteilen. Dies erleichtert die Suche enorm und ermöglicht die bereits angedachte Gründung eines weiteren Bauwagenplatzes in Flensburg, sowie ein Fortbestehen des Projektes Luftschlossfabrik an einem anderen, möglichst zentralen Ort in Flensburg. Im Vordergrund sollte jedoch stehen, das Projekt als Ganzes zu erhalten.

Begründung:

Was zwischenzeitlich geschah:
Trotz einer Demonstration, Petition und monatelangen Gesprächen mit der Stadt war es nicht möglich auf Augenhöhe zu kommunizieren und eine Lösung zu finden.
Nachdem die LuftschlossfabrikantInnen der Suche nach einem Ersatzgelände zugestimmt hatten, zeigte sich der Rahmen der Möglichkeiten sehr begrenzt.
Nach Ablehnung mehrerer Vorschläge und der Prüfung eines Geländes in Weiche, welches ebenfalls abgelehnt wurde, schien Helmut Pagels* Aufgabe in seinen Augen erfüllt.
Trotz des Misserfolgs bei der Suche, wurde seitens der LuftschlossfabrikantInnen nicht aufgegeben. Es wurde keine Mühe gescheut, die Fraktionen im Rat um Termine zu bitten und dort das Anliegen vorzustellen.
Gefordert wurde die Sicherheit im Winter 15/16 nicht geräumt zu werden und der Wunsch nach weiterer Kommunikation zur Findung einer friedlichen Lösung und Vermeidung einer gewaltsamen Zwangsräumung.
Die Fraktionen zeigten sich verständnisvoll und die Begegnungen verliefen mit durchaus positiven Rückmeldungen, besonders bezüglich der nicht-Räumung im Winter und unter Zustimmung der Unmenschlichkeit dieser Aktion.
Nichtsdestotrotz wurde nur Tage nach unseren letzten Gesprächen der Räumung in einer nicht-öffentlichen Sitzung vom Hauptausschuss am 6. Oktober 2015 zugestimmt und daraufhin durch die Stadtverwaltung eingeleitet. Dies wurde von allen Fraktionen stillschweigend hingenommen. Hierüber wurde niemand in der Luftschlossfabrik informiert und es wurde jede Möglichkeit für eine weitere politische und öffentliche Debatte genommen.
Der Oberbürgermeister war auf Nachfrage an keinem Gespräch interessiert. Lediglich Helmut Pagel bat zu einem Eiltermin am 05. Januar 2016.
Bei diesem eröffnete er, in 2 Tagen würde der Gerichtsvollzieher inklusive Stadtreinigung das Gelände besichtigen und einen Räumungsbescheid zustellen. Des weiteren wurde angeboten, die BewohnerInnen in isolierten Einzelwohnungen zur Miete unterzubringen und ihre Wägen auf einem abgeschlossenen Gelände unterzustellen – allerdings ohne darin wohnen zu dürfen oder sie auch nur betreten zu können!
Dieser Vorschlag erscheint uns wie eine Farce. Ein Schachzug der erreichen soll, uns unproblematisch loszuwerden und eine Zwangsräumung mitten im Winter öffentlich wie rechtlich zu legitimieren.
In diversen Stunden Gesprächen hatten wir versucht, allen Verantwortlichen zu vermitteln, dass es sich bei der Luftschlossfabrik nicht um die BewohnerInnen des Geländes handelt. Durchaus fehlt Wohnraum für WagenbewohnerInnen in Flensburg und eine Räumung würde viele zwingen wegzuziehen oder ihre Wägen zu verkaufen, aber die Luftschlossfabrik ist viel mehr. Es ist unter Mitwirken Hunderter ein vielfältiges Kulturprojekt entstanden, welches im Alternativangebot der Stadt keinesfalls berücksichtigt wird.
Das Verhalten der PolitikerInnen sowie Stadtverwaltung trifft uns tief. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden geleistet in dem Bestreben, ein etabliertes Kulturprojekt Flensburgs zu retten und eine gewaltsame Konfrontation zu verhindern.
Leider lässt sich festhalten, dass seitens der Stadt kein akzeptabler Lösungsansatz hervorgebracht wurde, seitdem wir das letzte mal unsere Unterstützer baten, für uns zu unterschreiben. Stattdessen wurden wir hingehalten und absolut akzeptable Alternativen wurden direkt als nicht-machbar eingestuft, ohne überhaupt eine Diskussion zuzulassen.
Wir sind enttäuscht, dass soziales, kulturelles, ehrenamtliches Engagement in Flensburg so wenig gewürdigt und gewollt ist. Die Zerstörung der Idee Luftschlossfabrik wird zu einem Sinnbild des Umgangs Flensburger PolitikerInnen/Stadtverwaltung mit Freiraum und alternativem, selbstbestimmtem Leben.
Nun stehen wir also kurz vor einer gewaltsamen Zwangsräumung, von den Verantwortlichen der Stadt gewollt, bewilligt und eingeleitet. Doch das wollen wir nicht!
Die LuftschlossfabrikantInnen sind immer noch bestrebt eine friedliche Lösung zu finden und bemühen sich um weitere Gespräche mit der Stadt.
Die Hoffnung, die Konfrontation vermeiden zu können, bleibt.
Helft uns dabei die Luftschlossfabrik zu erhalten und zu schützen!

Libertäres Kulturkollektiv LuftschlossfAbrik Flensburg e.V.i.G

*Anm. (Helmut Pagel, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS )

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Flensburg, 13.01.2016 (aktiv bis 09.02.2016)

Hier weitere Informationen dazu, was bisher auf dem Gelände geschah:
www.openpetition.de/petition/online/luftscchlossfabrik-bleibt

Stellungnahme der Luftschlossfabrik-AktivistInnen zum shz-Beitrag „Harniskai – die Räumung rückt näher“ vom 07.01.2016

Am 07.01.2016 erschien im Flensburger Tageblatt unter der Überschrift „Harniskai – die Räumung rückt näher“ ein Beitrag, in dem über die drohende Räumung des Geländes an der Harniskaispitze berichtet wurde. Hierzu erreichte uns eine Stellungnahme der Luftschlossfabrik-Aktivist*Innen, die wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten möchten:

Luftschlossfabrik
Harniskai 1-3
24937 Flensburg
Kontakt: luftschlossfabrik@riseup.net

Leserbrief / Stellungnahme der Luftschlossfabrik-Aktivist*Innen,

in Bezug auf den Artikel „Harniskai – die Räumung rückt näher“ vom 07.01.2016
( http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/harniskai-die-raeumung-rueckt-naeher-id12389311.html )

Der Artikel der SHZ vom 07.01.2016 beleuchtet den Konflikt um die Luftschlossfabrik einzig aus der Perspektive der Stadtverwaltung.
Auf das verlorene Kulturprojekt, den erneuten Leerstand und den Verlauf der Verhandlungen aus der Perspektive der Luftschlossfabrik-Aktivist*Innen wird nicht eingegangen.

Nachdem sich die Stadt von der nicht-greifbaren Tycoon-GmbH hinters Licht führen ließ und es zu dem viertem Jahr Leerstand auf dem Harniskai kam, entschloss sich eine Gruppe engagierter Menschen das Gelände wieder für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Im Artikel heißt: „Was die Stadt mit einer geräumten Harniskaispitze vorhat, ist unbekannt“.
Um es mit anderen Worten auszudrücken: Die Stadt will ein Kulturprojekt zerstören, um neuen Leerstand zu erzeugen.

Das Alternativangebot der Stadtverwaltung beinhaltet keinerlei Zukunftsperspektiven für das Kulturprojekt.
Es wird ebenfalls nicht erkannt, dass das hier stattfindende kollektive und nachhaltige Zusammenleben ein Gegenentwurf zu Zwang und Konsumkultur darstellt. Isolierte Mietwohnungen daher keine Alternative.

Insbesondere ist es eine Fehlannahme, es handle sich bei der Luftschlossfabrik um ein paar „letzte verbliebene Siedler“, denn das Projekt setzt sich aus der Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Nutzer*Innen zusammen.

Entgegen der Darstellung im Artikel, wurden alle Vorschläge für Alternativgelände seitens der Nutzer*Innen hervorgebracht. Schlussendlich verblieb es bei der Prüfung des Bahngeländes, da alle weiteren Alternativvorschläge sofort abgelehnt wurden.
Daraufhin bemühten sich Aktivist*Innen in Gesprächen mit der Stadtpolitik, um friedliche Alternativen zur Zwangsräumung und die Politik zeigte sich zunächst gesprächsbereit.
Dann aber wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit am 6. Oktober 2015 die Zwangsräumung eingeleitet. Die Aktivist*Innen wurden nicht verständigt und eine weiterer Dialog, sowie eine öffentliche Debatte wurden verhindert.
Auch ein Gespräch mit dem Bürgermeister Simon Faber war nicht möglich, trotz der Dringlichkeit der Situation.

Eine gewaltsame Zwangsräumung des Geländes, Zerstörung des Kulturprojekts und Wagenplatzes, sowie erneuter Leerstand sollte nicht im Interesse der Stadtverwaltung und -politik liegen.
„Bürger werden zu Planern“ scheint jedoch nur auf dem Papier erwünscht, wie sich in Flensburgs Vergangenheit schon oft gezeigt hat.

Siehe weitere Medien-Beiträge zur Luftschlossfabrik:

Das Unterstützervideo – LuftschlossfⒶbrik – BLEIBT! Demonstration am 25.04.2015 in Flensburg unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/21/das-unterstutzervideo-luftschlossf%E2%92%B6brik-bleibt-demonstration-am-25-04-2015-in-flensburg/

Offener Brief: Aktivisten der Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai fordern ein “konfliktfreies”, uneingeschränktes Bleiberecht AKOPOL-Beitrag vom 21.04.2015 unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/21/offener-brief-aktivisten-der-luftschlossfabrik-am-flensburger-harniskai-fordern-ein-konfliktfreies-uneingeschranktes-bleiberecht/

Harniskaispitze – Luftschlossfabrik: Wir bleiben! von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 21.04.2015 unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/luftschlossfabrik-wir-bleiben-id9511181.html

Zur politischen Auseinandersetzung über die Zukunft der Luftschlossfabrik der AKOPOL-Beitrag vom 02.04.2015 Räumung der Luftschlossfabrik: Naive und durchsichtige Strategie der Flensburger VerwaltungFlensburger Ratsversammlung beschließt über Zukunft des Hafenostufers und der Harniskaispitze unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/02/raumung-der-luftschlossfabrik-naive-und-durchsichtige-strategie-der-flensburger-verwaltung/

Mehr zur Sitzung der Ratsversammlung auch in einem Beitrag von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 31.03.2015 Harniskai-Spitze – Stadt stellt Weichen für den Ostufer-Umbau unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/stadt-stellt-weichen-fuer-den-ostufer-umbau-id9350871.html

Zu den Positionen der Kommunalpolitiker und der Besetzer ein Video des shz
shz.de – Nachrichten aus Schleswig-Holstein Veröffentlicht am 24.03.2015
Debatte um die Luftschlossfabrik in Flensburg: Räumung oder nicht?
Vielen Flensburgern ist sie ein Dorn im Auge. Für viele ist sie aber auch ein einzigartiges Kulturzentrum. An der Luftschlossfabrik scheiden sich die Geister. Eine Bestandsaufnahme. Video: Springstrow/Heyse. Konzertaufnahmen und englischsprachiges Interview von Wojtek Kosciuk.

 

 

 


Keine Bühne für Nationalismus! Festival vom 28. – 29.8.2015 in der LuftschlossfⒶbrik Flensburg

Keine Bühne für Nationalismus FestivalVon 28. August um 17:00 bis 29. August um 23:45
LuftschlossfⒶbrik
Harniskai 1-3, 24937 Flensburg

══════ KEINE BÜHNE FÜR NATIONALISMUS! ═══════

In Deutschland ist es wieder chic, stolz auf sein Land zu sein und ausländerfeindliche Ressentiments zu äußern. Eine rechtsoffene Musikindustrie versucht aus diesem wiedererwachenden Nationalgefühl Geld zu machen und veräußert sich auf Grauzonen-Festivals.

Die Luftschlossfabrik Flensburg und das Aktionsbündnis ‚Keine Bühne für Nationalisten‘ setzen dieser Entwicklung eine entschlossene Absage entgegen. Vom 28. bis 29. August – zeitgleich zum Baltic Open Air Festival in Schleswig – werden auf dem Gelände des libertären Kulturkollektivs links-alternative Bands unserem Protest eine Stimme verleihen.

Und ihr seid alle herzlich dazu eingeladen!

Warum findet das Festival in Flensburg und nicht in Schleswig statt? Das ist unsere Anklage an die Stadt: Wer Jugend- und Politikarbeit vernachlässigt, öffnet den Rechten Tür und Tor! Schleswig braucht Schutzräume, von wo aus oppositionelle oder antifaschistische Arbeit organisiert werden kann.

NO RACISM! NO FASCISM! NO NATIONALISM! NO ANTISEMITISM! SMASH THE GREYZONE!

NO SEXISM! NO ANTI-HOMOSEXUALISM! REFUGEES WELCOME!

════════════════════ LINE-UP ════════════════════

THE RUMJACKS (AU), ROBINSON KRAUSE, WHITE WALLS, NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN, KRANK, JUST WAR (CZ), VOLVOX, DEATH HOAX, EDGAR R., BOVARY, KOLLMARLIBRE, ZOI!S, EXKREMENT BETON, BORDERPAKI, MORBUS DOWN, CRASS DEFECTED CHARACTER, STACKHUMANS, PIGPRIDE (HU), SOLID CHAINS, LEBEN, THE DOCKYARD, TOXIC ENEMY, LIRR., SKIN, RØKT ØRRET

Eintritt auf Spendenbasis.

Mehr zum Festival auf Facebook: https://www.facebook.com/events/387798328077775/

Das Unterstützervideo – LuftschlossfⒶbrik – BLEIBT! Demonstration am 25.04.2015 in Flensburg

Die Harniskaispitze, oder die sogenannte “Liegenschaft” Harniskai 1-3 ist seit dem 20.02.2015 aus privater Pacht wieder in die Planung der Stadt Flensburg übergegangen. In einem ersten Gespräch mit der Stadtverwaltung, wurde das Angebot, von Seiten des Sanierungsträgers vorgebracht: Nach einer “konfliktlosen” Räumung in Verhandlung über eine Zwischennutzung zu treten. Die LuftschlossfAbrik soll jedoch bleiben, und ihre Autonomie behalten. Deswegen können wir der Stadt durch eine breite Unterstützerschaft zeigen, dass die Solidarität und das Interesse zum Erhalt der LSF groß ist – dazu wird Deine Unterschrift benötigt! Online-Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/luftscchlossfabrik-bleibt

Luftschlossfabrik Demo 25.4.2015Am Samstag, 25. April 2015 um 15:00 Uhr – Start Südermarkt wird es eine “LUFTSCHLOSSFABRIK BLEIBT!” Demonstration geben. Wir rufen euch auf zahlreich zu erscheinen.

Mit fahrender Bühne – zu erwarten:

KLAMPFATTACKE (singer/songwriter, Schleswig)

Rap mit HOLGER BURNER (Hamburg)

+ DIE SAMPLERAPPER (Flensburg)

+ DJ Lena Bbruch

Ziel des Demozugs ist natürlich die Luftschlossfbrik.

Dann ist folgendes im Plan:

Essen für alle!

Mit dabei: VENGA – http://www.venga-feinkostbulli.de/

In der Fahrradselbsthilfewerkstatt kannst Dir dann den besten Kaffee Flensburgs und beste Tipps zum Aufbau deines Super-Hipster-Fahrrads von Jonathan abholen.

~ halbe Stunde nach Ankunft (evtl. 18:30)

Vortrag der SAV – sozialistische Alternative Flensburg / Hamburg –
Die Flüchtlingsproblematik und der Kampf gegen Rassismus

Ab 20 Uhr:

Konzert im Saal

NORA UND DAS PONY DES ZORNS (alltime favourite Flensburger “Authentic Bird-Pop”)

– Watch: https://youtu.be/qzRcz7v9fb0

SCHENG-FOU ( live- electronics – Soloprojekt aus GUTS PIE EARSHOT)

– Listen: https://soundcloud.com/scheng-fou/ax-kobane-nergiz-oramar-mix

– Watch: https://youtube.com/watch?v=G3Va5eGwZww

+ Elektro DJ(s) – TBA

Konzert in der Ballerwerkstatt

NO OMEGA (melancholic & punshing Hardcore/Screamo masters, Stockholm)

– Watch: https://youtu.be/ed9CSy1srjk // Listen: https://noomega.bandcamp.com/album/occupants

DEATH HOAX (wrecking Hardcore, Flensburg/Kiel)

– Watch: https://youtu.be/ViHmzOW3lHE // Listen: http://deathhoax.bandcamp.com/album/bitter-world

FROM HARBOUR (melodic Metal-Hardcore, Flensburg)

– Listen: http://fromharbour.bandcamp.com/track/submerged

+ DJ TEAM FILZ UND CHAOS

– Bringen euch eine ordentliche Metal / Crust Schelle vom Plattenteller.

Cocktail – Karaoke Bar im ex-Büro

Anstoßen, weil… LSF BLEIBT! Mit Gin-Tonic & Polnische Hochzeit zur besten Partyzeit ab 01:01 Uhr. Dabei den derbsten 80er und 90er Quatsch trällern & abfeiern.

Für mehr Infos, die offizielle Website: www.luftschlossfabrik-flensburg.de

Auf Facebook: https://www.facebook.com/lsfsquat

Das Programm läuft weiter. Werdet Aktiv! Menschen mit Wagen/LKW/Bus sind eingeladen mitzuwohnen und mitzuwirken.  (Kontakt: luftschlossfabrik@riseup.net )

Es wird bald Frühling und… LUFTSCHLOSSFⒶBRIK BLEIBT!

Siehe weitere Medien-Beiträge zur Luftschlossfabrik:

Offener Brief: Aktivisten der Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai fordern ein “konfliktfreies”, uneingeschränktes Bleiberecht AKOPOL-Beitrag vom 21.04.2015 unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/21/offener-brief-aktivisten-der-luftschlossfabrik-am-flensburger-harniskai-fordern-ein-konfliktfreies-uneingeschranktes-bleiberecht/

Harniskaispitze – Luftschlossfabrik: Wir bleiben! von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 21.04.2015 unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/luftschlossfabrik-wir-bleiben-id9511181.html

Zur politischen Auseinandersetzung über die Zukunft der Luftschlossfabrik der AKOPOL-Beitrag vom 02.04.2015 Räumung der Luftschlossfabrik: Naive und durchsichtige Strategie der Flensburger VerwaltungFlensburger Ratsversammlung beschließt über Zukunft des Hafenostufers und der Harniskaispitze unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/02/raumung-der-luftschlossfabrik-naive-und-durchsichtige-strategie-der-flensburger-verwaltung/

Mehr zur Sitzung der Ratsversammlung auch in einem Beitrag von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 31.03.2015 Harniskai-Spitze – Stadt stellt Weichen für den Ostufer-Umbau unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/stadt-stellt-weichen-fuer-den-ostufer-umbau-id9350871.html

Offener Brief: Aktivisten der Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai fordern ein “konfliktfreies”, uneingeschränktes Bleiberecht

Das ist der Offene Brief, der an die Zeitungen, die Stadtverwaltung und die politischen Fraktionen der Stadt Flensburg am 20.04.2015 rausging.

Moin Moin,

nachdem die Stadt Flensburg die “Liegenschaft Harniskai 1-3“ im Dezember 2010 an die Firma Tycoon Gmbh verpachtet hat und 2 Jahre auf die Ansiedlung von “Highship Industries” wartete, ist das Gelände an der Harniskaispitze seit dem 20.02.2015 wieder in die Planung der Stadt übergegangen.

Während die Stadt geduldig auf den versprochenen Bau von Flugbooten wartete, erschloss sich eine Gruppe engagierter Menschen, das bis dahin brachliegende Gelände zu beleben. Es entstand die Luftschlossfabrik.

Wenn sich Menschen die Freiheit nehmen, ein Gelände zu besetzen, um dort ein offenes Kulturzentrum zu erschaffen, schießen sie in den Augen der Politiker_innen weit über das Maß an Beteiligung hinaus, das ihnen zusteht.

Am Harniskai haben Bewohner_innen der Stadt Flensburg das Gelände, das zuvor an eine Briefkastenfirma verpachtet wurde, zurückerobert. Damit ist ein Raum entstanden, in dem sie ihre eigenen Ziele verwirklichen können. Seit August 2013 wurde ein selbstverwalteter Ort für Kultur erschaffen, der sich nicht an Profit orientiert, sondern an den Menschen.

Die Gebäude wurden ohne einen Cent der Stadt instandgehalten/-gesetzt und wieder zugänglich gemacht. Es entstanden u.a. offene Werkstätten, ein Tonstudio, ein Umsonstladen, eine Lehmhütte mit Pizza-Steinofen und ein Wagenplatz, in dem alternative Wohnkultur gelebt wird.

Nun hat die Stadtverwaltung diesen Ort wiederentdeckt und startet anscheinend den zweiten Anlauf, für das Gelände einen profitablen Investor zu finden. Im Zuge der Pläne für den Ost-Hafen soll das ganze Gebiet vorzeigbar gemacht werden. Als Flaniermeile für zahlungskräftige Tourist_Innen oder potentieller Ansiedlungsort für profitable Industrie.
Die Luftschlossfabrik ist kein Ort der Profit abwirft und soll auch keiner werden. Hier geht es nicht darum, die Dinge mit Geld aufzuwiegen. Es geht darum, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das Gelände lebt von der Beteiligung der Menschen, die es nutzen und gestalten.

Mit der Forderung, das Gelände zu räumen, um an einer Diskussion über die Zwischennutzung beteiligt zu werden, zeigt die Stadtverwaltung, was sie von selbstbestimmtem, emanzipatorischem Leben hält. Mit der Formulierung, dies “konfliktfrei” zu tun, zeigt sieaußerdem, wie wenig sie davon versteht.

Die Räumung IST der Konflikt. Unsere Forderung ist daher ein “konfliktfreies”, uneingeschränktes Bleiberecht! Einen Ort einfach zu verlassen, der die letzten 1 1/2 Jahre als Freiraum galt und ihn in dem Konsumeinheitsbrei versinken zu sehen, würde mehr bedeuten, als nur den Verlust des Geländes. Wir werden nicht einfach klein beigeben, nur weil die Stadtverwaltung Interesse an dem Gelände bekundet. Was mit solchen Gebieten passiert, durfte sich die Flensburger Stadtbevölkerung in den letzten Jahren zur Genüge angucken.

Ob Leerstand im prunkvollen “Klarschiff” oder die mehr oder minder effektive Nutzung der teureren Asphaltfläche auf der Europawiese; die Flensburger Bevölkerung wünscht sich nutzbare und offene Räume, ohne hohe finanzielle Aufwendung. In der Zeit der Besetzung ist am Harniskai viel mehr entstanden, als die Stadt dort jemals schaffen könnte. Es ist ein Raum entstanden, den Menschen, egal welcher sozialen Schicht, Herkunft oder Geschlechts, gleichberechtigt mitgestalten können. Diesen gilt es, als Gegenkonzept zur vorherrschenden hierarchischen und kommerziellen Stadtplanung zu erhalten.

Wir brauchen keine Stadtverwaltung die uns sagt, wie die Dinge zu laufen haben und wir brauchen auch keinen Raum für potentielle, profitable Investoren. Wir brauchen einen Ort, an dem wir Kultur selbst schaffen können. Einen Ort den wir selbst gestalten können und dessen Grenze nicht der Geldbeutel ist.

Bei einer Diskussion über die weitere Nutzung der Fläche wollen wir der Stadtverwaltung nicht als Bittsteller_innen gegenübertreten, sondern als gleichberechtigte Teilnehmer_innen in einem offenenDialog wahrgenommen werden.

Das Gelände dafür zuerst zu räumen, kommt für uns nicht in Frage. Es geht uns nicht darum, über eine Zwischennutzung mitzudiskutieren, bis eine profitablere Idee gefunden wird. Es geht uns um den Erhalt der Luftschlossfabrik als Freiraum und offenes Kulturprojekt, in dem alle Menschen der Stadt willkommen sind. Wir haben die Nase voll von einer Politik, die sichausschließlich an wirtschaftlichen Interessen und Profit orientiert.

Wir laden alle herzlich ein, sich in Workshops, Kultur- und Musik-Projekten, Raumgestaltung und Bauvorhaben mit einzubringen, um neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen und so gemeinsam die Luftschlossfabrik konstruktiv mitzugestalten. Ab dem 19.04.2015 jeden Sonntag ab 16:00 Uhr. – Ankündigung dazu auf der offiziellen Internetpräsenz: http://luftschlossfabrik.5cz.de/d-i-ymeetings

Die Luftschlossfabrikant_innen des libertären Kulturkollektivs LuftschlossfAbrik

Stadt und Besetzer sollten einen vorläufigen Nutzungs- und Pachtvertrag abschließen

Ein Kommentar von Jörg Pepmeyer

Was ist auszusetzen an der Besetzung einer teilweise verseuchten Industriebrache, die kein Investor bisher haben wollte, und auf der Menschen ohne jemand anderen zu stören, alternative Lebens- und Arbeitsformen ausprobieren wollen?
Ich halte die Besetzung der Harniskaispitze und die Position der Besetzer deshalb unter den gegebenen Unständen für moralisch, rechtlich und sachlich nicht verwerflich. Bisher hat es auch noch keine Räumungsklage oder eine gerichtliche Aufforderung zur Räumung des Geländes gegeben.
Ich kann auch nicht erkennen, dass es derzeit in planungspolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht Alternativen zur augenblicklichen Nutzung gibt.
Insofern kann man mit den Besetzern bis es konkrete Pläne und Vorhaben für eine andere Nutzung des Geländes gibt, rechtsverbindliche Vereinbarungen treffen, sollten Stadt und Besetzer einen vorläufigen Nutzungs- und Pachtvertrag abschließen. Dann sind alle zufrieden.

 

Siehe weitere Beiträge zur Luftschlossfabrik:

Harniskaispitze – Luftschlossfabrik: Wir bleiben! von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 21.04.2015 unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/luftschlossfabrik-wir-bleiben-id9511181.html

Das Unterstützervideo – LuftschlossfⒶbrik – BLEIBT! Demonstration am 25.04.2015 in Flensburg unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/21/das-unterstutzervideo-luftschlossf%E2%92%B6brik-bleibt-demonstration-am-25-04-2015-in-flensburg/

Räumung der Luftschlossfabrik: Naive und durchsichtige Strategie der Flensburger Verwaltung – Flensburger Ratsversammlung beschließt über Zukunft des Hafenostufers und der Harniskaispitze vom 02.04.2015 unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/02/raumung-der-luftschlossfabrik-naive-und-durchsichtige-strategie-der-flensburger-verwaltung/

 

Demonstration zum Erhalt der Luftschlossfabrik am 25.04.2015 auf dem Südermarkt in Flensburg

Libertäres Kulturkollektiv
LuftschlossfⒶbrik – BLEIBT!

Die Harniskaispitze, oder die sogenannte „Liegenschaft“ Harniskai 1-3 ist seit dem 20.02.2015 aus privater Pacht wieder in die Planung der Stadt Flensburg übergegangen. In einem ersten Gespräch mit der Stadtverwaltung, wurde das Angebot, von Seiten des Sanierungsträgers vorgebracht: Nach einer „konfliktlosen“ Räumung in Verhandlung über eine Zwischennutzung zu treten. Die LuftschlossfAbrik soll jedoch bleiben, und ihre Autonomie behalten. Deswegen können wir der Stadt durch eine breite Unterstützerschaft zeigen, dass die Solidarität und das Interesse zum Erhalt der LSF groß ist – dazu wird Deine Unterschrift benötigt! Online-Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/luftscchlossfabrik-bleibt

Am Samstag, 25. April 2015 um 15:00 Uhr – Start Südermarkt – wird es eine „LUFTSCHLOSSFABRIK BLEIBT!“ Demonstration geben.  Wir rufen euch auf zahlreich zu erscheinen.

Mit fahrender Bühne – zu erwarten:
Rap mit HOLGER BURNER (Hamburg)
und den SAMPLERAPPERN (Flensburg)

Für mehr Info, die offizielle Website: www.luftschlossfabrik-flensburg.de

Auf Facebook: https://www.facebook.com/lsfsquat

Zu den aktuellen politischen Auseinandersetzung über die Zukunft der Luftschlossfabrik siehe den AKOPOL-Beitrag Flensburger Ratsversammlung beschließt über Zukunft des Hafenostufers und der Harniskaispitze unter: https://akopol.wordpress.com/2015/04/02/raumung-der-luftschlossfabrik-naive-und-durchsichtige-strategie-der-flensburger-verwaltung/

Debatte um die Luftschlossfabrik in Flensburg: Räumung oder nicht? Mehr zu den Positionen der Kommunalpolitiker und der Besetzer in einem Video des shz https://www.youtube.com/embed/Iwaz8pqYkpA„>

Luftschlossfabrik Demo 25.4.2015

Räumung der Luftschlossfabrik: Naive und durchsichtige Strategie der Flensburger Verwaltung

Flensburger Ratsversammlung beschließt über Zukunft des Hafenostufers und der Harniskaispitze

“LuftschlossfabrikⒶbrik – BLEIBT!” – Demonstration zum Erhalt der Luftschlossfabrik am 25. April um 15 Uhr ab Südermarkt

Alles wieder auf Anfang, so könnte man die Entscheidung und den Beschluss der Flensburger Ratsversammlung vom letzten Donnerstag zur Zukunft des östlichen Hafenufers bezeichnen. Nachdem die hochfliegenden Träume von 5-Sterne-Hotels und der Ansiedlung eines innovativen Industriebetriebes an der Harniskaispitze zerplatzt sind, hat man nun beschlossen, fast das gesamte Hafenostufer zum Sanierungsgebiet zu entwickeln. Ebenso hofft man dafür Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein locker zu machen.
Allerdings stört bei den Plänen das von Angehörigen der alternativen Szene besetzte und in städtischem Besitz befindliche Gelände an der Harniskaispitze mit der „Luftschlossfabrik“. Doch mit dem Beschluss der Ratsversammlung meint man auch dieses Problem adäquat lösen zu können. Die Idee dazu mutet etwas skurril und naiv an, denn die Besetzer sollen erst die Harniskaispitze freiwillig räumen, damit sie anschließend über die Zukunft des Gebiets mitdiskutieren dürfen. Dabei ist durch den neuen Beschluss sowieso vom Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik beabsichtigt, alle Flensburger an der Debatte zu beteiligen.
Interessant ist, dass vor allem die Verwaltung darauf gedrängt hat, die Besetzer vom Gelände zu bekommen. Offensichtlich scheint insbesondere ein hoher Verwaltungsbeamter des Technischen Rathauses die Besetzung des Geländes am Harniskai, für die er schon mal vor Jahren ganz besonders investorenfreundliche Pläne im Planungsausschuss vorgestellt hatte, sehr persönlich zu nehmen. Der entsprechende Passus in der von der Verwaltung erarbeiteten und mehrheitlich von der Ratsversammlung verabschiedeten Beschlussvorlage lässt denn auch darauf schließen, dass die derzeitigen „Gespräche“ mit den Besetzern lediglich einer Befriedungsstrategie dienen sollen, die zum Ziel hat, dass die Besetzer sang- und klanglos die Segel streichen. So will man offenbar eine publicityträchtige polizeiliche Zwangsräumung mit negativen Folgen für die Stadt umgehen. In einem Beitrag des Flensburger Tageblattes vom 30.03.2015 heißt es denn auch unter Bezugnahme eines Sprechers der Flensburger Verwaltung: „Beschlusslage in der Stadt ist, Kuchel weist darauf hin, dass für die kurz- bis mittelfristige Nutzung der Flächen öffentliche Beteiligung einschließlich der aktuellen Nutzer vorgesehen ist – aber unter der Bedingung eines geräumten Geländes. Eine Zuspitzung befürchtet Kuchel im Moment nicht. „Zur Zeit spricht die Stadtsanierung mit den Besetzern.“
Da soll er sich mal nicht täuschen, denn die Besetzer wollen mit ihren Unterstützern am 25. April in Flensburg für den Erhalt der Luftsschlossfabrik demonstrieren, mobilisieren derzeit bundesweit unter dem Motto „LuftschlossfabrikⒶbrik – BLEIBT!“ und denken gar nicht daran, das Gelände am Harniskai freiwillig zu räumen.

Jörg Pepmeyer

Mehr zur Sitzung der Ratsversammlung auch auf shz.de in dem Beitrag von Holger Ohlsen Harniskai-Spitze – Stadt stellt Weichen für den Ostufer-Umbau unter:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/stadt-stellt-weichen-fuer-den-ostufer-umbau-id9350871.html

Debatte um die Luftschlossfabrik in Flensburg: Räumung oder nicht? Mehr zu den Positionen der Kommunalpolitiker und der Besetzer in einem Video des shz

Für noch mehr Info, die offizielle Website der Luftschlossfabrik: www.luftschlossfabrik-flensburg.de

Luftschlossfabrik auf Facebook: https://www.facebook.com/lsfsquat

Geiselbefreiungsparty am 20.02.2015 um 15.00 Uhr in der Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai

Luftschlossfabrik bleibt

Freitag, 20.02.2015 um 15.00 Uhr
Harniskai 1-3, Flensburg

Die Geiselbefreiungsparty ist die Finissage der aktuellen Kunstausstellung in der LuftschlossfⒶbrik.

An diesem Tag fällt das Gelände wieder an die Stadt zurück.
Freut euch darauf, dass die Kultur der LUFTSCHLOSSFⒶBRIK den Flensburgern/innen erhalten BLEIBT!

Ihr seit herzlich eingeladen ein letztes Mal die Kunstausstellung mit uns zu feiern.

– Siebdrucke dein eigenes „ŁʊƒϮšϿɧłʘƨƨƒⒶƂʁɸƘ bleibt!“-Shirt oder anderes (mitgebrachtes) Kleidungsstück. Gegen Solispende.

– Baue ein neues Schild für die LuftschlossfⒶbrik am Südtor. Verschiedenes Material und ein Paar Ideen vorhanden.

– Karaoke-Bar 80’s & 90’s! Ab 23:23 Uhr.

Es wird eine schöne Lichtkulisse installiert und andere Überraschungen geben…

Für mehr Info, die offizielle Website: www.luftschlossfabrik-flensburg.de

Auf Facebook: https://www.facebook.com/lsfsquat

Stellungnahme der Bewohner der Luftschlossfabrik am Harniskai zur Hauptausschuss-Sitzung am 10.02.2015

LUFTSCHLOSSFABRIK BLEIBT! … KEIN LUFTSCHLOSS

Dieser Text wurde den Politikern vorgelegt, welche heute in der Hauptversammlung im Rathaus über uns tagen werden:

Hiermit erklärt sich das Projekt „Luftschlossfabrik“ zum offenen Dialog mit den Verantwortlichen der Stadtpolitik bereit.

Da die Liegenschaften Harniskai 1-3 wieder in das Eigentum der Stadt Flensburg übergegangen sind, ist die bisherige Situation des „rechtfreien“ Raumes nicht mehr gegeben. Das Projekt sieht sich nun in der Position, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und den Prozess in einer Weise zu formen, der dem Allgemeinwohl zu Gute kommt.

Die rechtliche Sicherheit muss im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Stadt und Luftschlossfabrik geschaffen werden, um weiterhin die offene und unkommerzielle Raumnutzung zu gewährleisten.

Das Projekt ist Teil der Stadtentwicklung geworden und kann deshalb nicht aus der Planung ausgeschlossen werden. Hier wurden Tatsachen aus dem Nichts geschaffen. Das einzige offene Kulturprojekt Flensburgs hat enorme Aufmerksamkeit erlangt, die auch einen entscheidenden Einfluss auf die Prozessführung hatte und letzten Endes zum Rückfall an die Stadt beigetragen hat.

Hier wurden ohne nennenswerte Mittel in Eigeninitiative Maßnahmen zum Erhalt der baulichen Struktur getroffen. Die Infrastruktur wurde aus eigenen Mitteln in Stand gesetzt und ausgebaut.

Die Akteure der Luftschlossfabrik sind ein relevanter Teil der Flensburger Bevölkerung, der konstruktive Lösungen entwickelt, wie auf Lücken im kulturellen und sozialen Angebot der Stadt reagiert werden kann.

Die Luftschlossfabrik steht für:

• Offenheit

• Gemeinnützigkeit

• Kultur

• Soziale Schnittpunkte

• Kunst

• Musik

• Kreativität

• Vielfalt

• Freiheit

• Kompetenz

Zur Kontaktaufnahme und für weitere Informationen steht Ihnen die Website www.Luftschlossfabrik-Flensburg.de zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachtrag vom 11.02.2015:

Naht das baldige Ende der Luftschlossfabrikam Harniskai?

Zum Ergebnis der oben genannten Ausschuss-Sitzung am 10.02.2015 ein Beitrag von Holger Ohlsen im Flensburger Tageblatt vom 11.02.2015 Aus für die Luftschlossfabrik – Flensburg: Der Weg zur Harniskai-Räumung ist frei unter: http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/flensburg-der-weg-zur-harniskai-raeumung-ist-frei-id8928666.html

Auch wenn akut die Räumung noch nicht ansteht, die Besetzer der Harniskaispitze und ihre Unterstützer müssen sich nun erheblich mehr  einfallen lassen, als lediglich eine Stellungnahme auf Ihrer Homepage zu veröffentlichen.

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