Für ein friedvolles und soziales Duburg!

Ein  Beitrag der Bürgerinitiative für ein friedvolles und soziales Duburg

Seit über ein Jahrzehnt: Verrottendes Haus und spekulativer Leerstand auf Duburg, ohne dass die Stadt eingreift.

Es reicht!

Heute hatten wir uns zusammengetan, um gemeinsam an unserem Gartenprojekt an der Schloßstraße in einem kleinen Hoffest einen gemütlichen Abend zu verbringen. Wir, das sind Nachbarn aus dem Umfeld der Schloßstraße und  der Burgstraße, die sich schon lange kennen und schätzen. Wir hattten uns gedacht, bei Wein und Musik nicht nur über den Zustand unseres Viertels locker und entspannt sprechen zu können. Aber Pustekuchen! Was wir erleben durften, war filmreich. Während wir also dasaßen, entsponn sich vis a vis eine Schlägerei von mehreren Personen mittenmang auf der Schloßstraße. Ausgangangspunkt war ein heftiger Streit zwischen Menschen osteuropäischer Herkunft um eine Frau, der äußerst brutal für einen der Betroffenen endete.

Um es gleich vorneweg zu sagen, es geht hier nicht um rassistische Anwürfe, sondern um den generellen Zustand des zwischenmenschlichen Zusammenlebens auf Duburg. Wir erleben seit Jahren eine zunehmende Verelendung der Menschen auf Duburg, die in prekären sozialen Verhältnissen leben. Gleichzeitig leben wir mit vielen Menschen zusammen, die mit sich und ihrer Lebenssitaution völlig überfordert sind und von existenziellen und Armuts-Ängsten geplagt werden. Ebenso erleben wir einen enormen Druck auf den Wohnungsmarkt, werden Mietshäuser an Immobilienspekulanten verkauft und die alten BewohnerInnen aus ihren Wohnungen geworfen.

In der Burgstraße wurden innerhalb weniger Monate gleich drei Menschen aufgund richterlicher Anordnung in die Psychatrie eingewiesen. Menschen, deren zum Teil gewalttätig initiierte Konflikte und psychische Erkrankung für den nachbarschaftlichen Zusammenhalt im Viertel eine erhebliche Herausforderung darstellen.  Wir erinnern gleichzeitig in diesem Zusammenhang an den gewaltsamen Tod eines 16-jährigen jungen Mannes vor mehr als einem Jahr auf der Aussichtsplattform an der Duborg-Skolen. Eine städtischerseits gut konzeptionierte und aufsuchende Sozialarbeit und Unterstützung für die dort wohnende Bevölkerung unter Einbeziehung der Nachbarschaften findet nach unserer Erfahrung auf Duburg nicht statt. Ebensowenig gibt es ein quartiersbezogenes psychosoziales Beratungs- und Betreuungsangebot.

Wir sind jedoch nicht bereit zur Resterampe all derjenigen „auffälligen“ Menschen zu werden, die anderswo keiner mehr haben will, und die man meint kostengünstig aufgrund der niedrigen Wohnungsmieten und unversorgt in unserem Viertel unterzubringen. Als Alternative schlagen wir deshalb die Eigenheimgebiete in Tastrup, Tarup und anderswo in Flensburg vor, und würden uns eine faire Verteilung des oben beschriebenen Personenenkreises dort wünschen.

Um es noch klarer zu sagen: Wir sind nicht gegen Menschen, die arm sind, einen  Migrationshintergrund haben, körperlich oder seelisch krank sind, aber wir sind nicht bereit die Kosten einer Politik mitzutragen, die jahrzehntelang systematisch soziale Konflikte provoziert, die wir schlussendlich in unserem Viertel auszubaden haben. Wir erwarten, dass sich die Verantwortlichen im Rathaus und in der Kommunalpolitik endlich der Probleme bewusst werden, die es nicht in unserem Stadtviertel gibt. Wir halten es ebensowenig für sinnvoll mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen und einem Budget von 40.000 Euro drei Monate lang die Ordnung mit privaten Sicherheitsleuten am Südermarkt sicher zu stellen. Wie viele SozialarbeiterInnen/StreetworkerInnen zur Befriedung der Konflikte und Hilfe der Betroffenen könnte man dafür bezahlen? Wie viele SozialarbeiterInnen/StreetworkerInnen könnte man dafür auf Duburg bezahlen?

Wir verlangen, dass sich Verwaltung und Kommunalpolitik endlich auch um die FlensburgerInnen kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die keine finanzkräftige Lobby haben und die sich tagtäglich um ihre Existenz sorgen. Wir erwarten, dass die KandidatInnen für die OberbürgermeisterInnenwahl die Frage beantworten, was wollen sie für die Bevölkerung auf Duburg und die mehr als 25% der Flensburger Bevölkerung tun, die armutsbedroht sind, sich verzweifelt mühsam über Wasser halten und die nicht wissen, wie sie den akuten Herausforderungen durch die Folgen des Ukrainekriegs und den exorbitant gestiegenen Lebenshaltungskosten begegnen sollen?

Siehe dazu auch den Stadtblog-Beitrag vom 26.06.2022: Schon wieder die Neustadt? – Klischees helfen nicht weiter! unter: https://akopol.wordpress.com/2022/06/26/schon-wieder-die-neustadt-klischees-helfen-nicht-weiter/

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Veröffentlicht am 14. August 2022, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Hartz IV, Inklusion und Integration, Rat & Ausschüsse, Soziales, Stadtplanung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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