Kritik an Plänen von Christian Lindner: Paritätischer nennt Kindergelderhöhung “absolut unzureichend”

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands: Der Bundesfinanzminister setzt die falschen Prioritäten

Berlin, 9. August 2022. Die durch Medienberichte bekannt gewordenen Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner für neue Steuerentlastungen kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband als “völlig falschen Ansatz” mit einmal mehr beachtlicher sozialer Schieflage. Die von Lindner angekündigte Kindergelderhöhung dagegen sei ein an sich gutes Signal, in der Höhe jedoch absolut unzureichend. Der Paritätische fordert eine Anhebung des Kindergeldes um mindestens zehn Prozent und unterstreicht darüber hinaus die Dringlichkeit gezielter finanzieller Entlastungsmaßnahmen insbesondere für alle einkommensschwachen  Haushalte.

Die angekündigte Anhebung des Kindergeldes um acht Euro gleiche noch nicht einmal die aktuelle Inflation aus, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands: “Wer Familien wirklich entlasten will, kann nicht mit Kleckerbeträgen hantieren.” Der Paritätische hält eine Anhebung des Kindergeldes um mindestens zehn Prozent, also um 22 Euro, für angezeigt. Ziel müsse die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Kindergrundsicherung bleiben, mahnt Schneider: “Das bestehende Familienfördersystem, das wohlhabende Eltern nachwievor bevorzugt und Kinderarmut zulässt, gehört baldmöglichst vom Kopf auf die Füße gestellt.”

Als sozial ungerecht kritisiert der Verband Lindners Pläne für Steuerentlastungen. “Von einem höheren Grundfreibetrag profitieren Reiche deutlich stärker als Niedrigeinkommensbezieher. Der Bundesfinanzminister setzt angesichts der verheerenden Folgen der Inflation für arme Haushalte hier die völlig falschen Prioritäten. Die Umsetzung der FDP-Steuerpläne würde die ohnehin eklatante Einkommensungleichheit in Deutschland sogar noch vergrößern. Es kann nicht sein, dass die FDP jetzt milliardenschwere Lieblingsprojekte umsetzt und gleichzeitig den Ärmsten, die dringend auf Hilfe angewiesen werden, mit Verweis auf die Schuldenbremse finanzielle Unterstützung verweigert”, kritisiert Ulrich Schneider.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband

Der Paritätische ist ein Wohlfahrtsverband von eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Wohlfahrtspflege, die Soziale Arbeit für andere oder als Selbsthilfe leisten. Der ParitätischeGetragen von der Idee der Parität, das heißt der Gleichheit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten, getragen von Prinzipien der Toleranz, Offenheit und Vielfalt, will der Paritätische Mittler sein zwischen Generationen und zwischen Weltanschauungen, zwischen Ansätzen und Methoden sozialer Arbeit, auch zwischen seinen Mitgliedsorganisationen. Mehr unter:  https://www.der-paritaetische.de/verband/

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Veröffentlicht am 9. August 2022, in Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Was kann man von FDP-Porsche Millionären schon anderes erwarten? Bei der BT Wahl mit Ach und Krach wieder eingezogen und jetzt „Verändert“ Lindner diese Gesellschaft radikal, auch mit im Gefolge von Scholz u. „grünen“ Abnickern und Abnickerinnen. Wir haben keine funktionierende Opposition und hier hat das Grundgesetz seine Laufmasche. (Ich halte nichts von AfD)

    Der Wohlfahrtsverband hat völlig Recht; Niedrig-Verdiener und arme Rentner zahlen eh’ keine Steuern und kommen in der Gedankenwelt von Lindner nicht vor und partizipieren nicht.
    Das hält Lindner aber unter dem Tisch und täuscht so. Klar, seine wohlhabende Klientel applaudiert, denn nach Lindners absurder Vorstellung wird nur lebenslange „Leistung belohnt“. Dazu zählen Mineral-Öl-Gasgesellschaften, Investoren in LNG-Terminals u. Waffenproduzenten. Das sind Lindners, Merz, Habecks u. Scholzes Steuerzahler eben = „WIR leben schließlich in Krisenzeiten“ –
    Durch die Inbetriebnahme von Nordstream 1 und 2 und mit Fingerspitzen Kriegsdiplomatie gäbe es keine Krisenzeiten.
    Die Stadtwerke, Grundversorger in D., so heute früh im Deutschlandfunk, haben 100%-tige Gaskosten Steigerung für Verbraucher angekündigt.
    Jetzt kriegen wir „in die Fresse“; noch im März d.J. postulierte eine Versagerin, bald ständen wir vor Moskau…

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