VdK-Präsidentin: „Rente mit 70 wäre reine Rentenkürzung“

  • Sozialverband VdK lehnt die Forderung von Gesamtmetall-Präsident Wolf strikt ab
  • Rentenkasse muss stattdessen durch mehr Beitragszahler gestärkt werden

Berlin, 1. August 2022. Der Sozialverband VdK Deutschland kritisiert die Aussagen von Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf, nach denen das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre angehoben werden soll. Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall begründete seine Forderung mit der demografischen Entwicklung und der Belastung für die Renten- und Sozialkassen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärt dazu heute:

Verena Bentele – Präsidentin des größten deutschen Sozialverbandes VdK – Foto: © VdK / Marlene Gawrisch

„Der VdK spricht sich strikt gegen eine Rente mit 70 Jahren aus. Schon heute arbeitet nur eine Minderheit der 65-jährigen in Vollzeit. Vor allem diejenigen, die heute in körperlich oder psychisch anstrengenden Jobs arbeiten, wären von einer Erhöhung der Regelaltersgrenze betroffen. Für diese Gruppe bedeutet eine Rente mit 70 eine reine Rentenkürzung, denn sie schaffen es schon heute kaum, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten.

Statt lebensferner Überlegungen, das Renteneintrittsalter weiter heraufzusetzen, müssen wir die gesetzliche Rentenversicherung stärken. Das bedeutet: Perspektivisch müssen alle dort einzahlen – neben Angestellten auch Beamte, Selbständige und Politiker. Eine solche ‚Rente für alle‘ stärkt das System und führt zu mehr Gerechtigkeit. Vorbilder wie die Pensionskasse in Österreich zeigen, dass dieser Weg funktioniert.

Die Rentenkasse muss durch mehr Beitragszahler gestärkt werden. Dies erreichen wir auch durch mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und einen höheren Mindestlohn. Die Rechnung ist einfach: Mehr Beitragszahler, die gleichzeitig höhere Beiträge zahlen, führen zu höheren Einnahmen in das gesetzliche Rentensystem. Gegen die Erhöhung der Minijob-Grenze haben wir uns daher schon klar ausgesprochen.“

Über den VdK:

Der Sozialverband VdK ist mit über 2,1 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. Er setzt sich seit mehr als 70 Jahren erfolgreich für diejenigen ein, die sonst zu wenig wahrgenommen werden. Der Sozialverband VdK kämpft gegen soziale Ausgrenzung, Armut und ungleiche Chancen und für faire Bezahlung, solidarisches Miteinander und für soziale Gerechtigkeit.

Der VdK bietet außerdem kompetente Sozialrechtsberatung und vertritt seine Mitglieder vor den Sozialgerichten. Die 13 Landesverbände sind mit ihren Geschäftsstellen bundesweit vor Ort präsent und organisieren Hilfe und Beratung, Informationsveranstaltungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Weitere Infos unter: www.vdk.de

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Veröffentlicht am 1. August 2022, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Inklusion und Integration, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Sabine Bernotat

    Es ist eine extrem unmenschliche, ja bodenlose Frechheit die Rente bis 70 anzuheben. Das führt einzig und allein zu mehr Todesfällen kurz vorm und nach dem Renteneintritt-und sowas ist tatsächlich gewollt, damit die Beiträge für alle Rentner ausreichen. Gesellschaftlicher Mord-sonst nichts.

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    • In diesem realen Fallbeispiel der DRV über einen Grundrentenzuschlag einer Floristin, eine Frau wohlgemerkt, kommt das Makabere ans Licht. Die DRV stellt diesen Fall vor:

      „Nach ihrer Ausbildung hat sie 43 Jahre in einem Blumenfachgeschäft in Essen gearbeitet und dabei auch Schaufenster dekoriert, Kunden beraten und die Kasse bedient.
      28 Jahre war sie in Vollzeit tätig, danach 15 Jahre in Teilzeit.
      Inzwischen bezieht Frau Yilmaz eine Altersrente in Höhe von monatlich rund 633 €.“

      633 € Rente nach 48 Jahren Berufstätigkeit als Frau. 15 Jahre Teilzeittätigkeit waren vermutlich der Familie/Kinder geschuldet. Hätte sie bis 70 gearbeitet, hätte es auch nichts gebracht.

      https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Grundrente/grundrente_fallbeispiele_neu.html

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    • Korrektur: 28 plus 15 sind nur 43 Jahre – und nicht 48

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