Neuer Armutsbericht mit alarmierenden Zahlen: Sozialverband VdK fordert drittes Entlastungspaket

VdK-Präsidentin: „Drittes Entlastungspaket muss kommen“

  • Armutsbericht zeigt: Inflation und Corona treiben immer mehr Menschen in die Armut
  • Verena Bentele fordert schnelle, unkomplizierte Hilfe für Ältere und Geringverdiener

Berlin, 29.6.2022. Der Paritätische Gesamtverband hat heute seinen aktuellen Armutsbericht vorgelegt. Die Zahlen sind alarmierend: 13,8 Millionen Menschen werden mittlerweile zu den Armen in Deutschland gerechnet, das sind 600.000 mehr als vor der Pandemie. Auffällig ist der hohe Anstieg bei Rentnern, Selbstständigen sowie bei Kindern und Jugendlichen. Das Armutsrisiko ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich gewachsen, ein Ende nicht absehbar.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu:

Verena Bentele – Präsidentin des größten deutschen Sozialverbandes VdK – Foto: © VdK / Marlene Gawrisch

„Das Armutsrisiko steigt rasant, die Bundesregierung muss daher endlich zielgerichtet gegensteuern. Der Bericht des Paritätischen bestätigt, was der Sozialverband VdK schon lange vorhergesagt hat: Die negativen Folgen von Corona wirken lange nach. Die Lage spitzt sich durch explodierende Energiepreise und die hohe Inflationsrate weiter zu. Die Verbraucherpreise lagen um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Viele Menschen wissen nicht, wie sie die steigenden Kosten bezahlen sollen, ihnen drohen Gas- und Stromsperren.

Wir brauchen daher unverzüglich ein drittes Entlastungspaket für alle, die bisher von der Politik vergessen wurden: Rentnerinnen und Rentner, Bezieher von Kranken-, Übergangs- und Elterngeld sowie pflegende Angehörige. Auch viele Solo-Selbstständige sind in Not, da sie während der Pandemie ihre Altersvorsorge aufbrauchen oder sich verschulden mussten. Ihre Existenz ist wegen der Inflation gefährdet. Die Hilfen müssen darum nicht nur schnell kommen, sondern auch zielgerichtet und unkompliziert sein.

Die ohnehin knapp bemessenen Regelsätze für Hartz IV und Grundsicherung im Alter müssen zudem an die realen Kosten für Lebensmittel und Energie angepasst werden. Sonst werden die Empfänger von Grundsicherung im Alter und von Hartz IV immer weiter abgehängt. Für die bevorstehende Heizperiode und die nächste Corona-Welle müssen die Regelsätze unbedingt angehoben und die Heizkosten im Wohngeld übernommen werden.“

Über den VdK:

Der Sozialverband VdK ist mit über 2,1 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. Der Sozialverband VdK kämpft gegen soziale Ausgrenzung, Armut und ungleiche Chancen und für faire Bezahlung, solidarisches Miteinander und für soziale Gerechtigkeit.

Weitere Infos unter: www.vdk.de

Siehe dazu auch:
Armutsbericht 2022: Armutsquote in Deutschland erreicht mit 16,6% neuen Höchststand
unter: https://akopol.wordpress.com/2022/06/29/armutsbericht-2022-armutsquote-in-deutschland-erreicht-mit-166-neuen-hochststand/

Über akopol

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Veröffentlicht am 29. Juni 2022, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Inklusion und Integration, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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