Archiv für den Tag 11. Juni 2022

Fragen zur Zukunft unserer Stadt – Scharfe Kritik auf Podiumsdiskussion an der Planungspolitik der Stadt Flensburg

Das idyllische Bild vom Flensburger Hafenufer täuscht: Auf der Veranstaltung am Donnerstag wurde außerordentlich kritisch über die Zukunft der Stadt und aktuelle Planungsvorhaben diskutiert. – Foto: Jörg Pepmeyer

Am Donnerstag hatte die Flensburger Initiative „Unser Raum im Quartier“ (URIQ) zu einer Podiumsdiskussion mit Fishbowl in die Aula der Duborg-Skolen eingeladen. Rund 100 Interessierte diskutierten unter Moderation von Wulf Dau-Schmidt, der als selbstständiger Stadtentwickler in Kiel arbeitet, mit Stephan Kleinschmidt, Dezernent für Projektkoordination, Dialog und Image der Stadt Flensburg, Andreas Kemper, Publizist und Soziologe, Cordelia Feuerhake, die in verschiedenen Initiativen und im Vorstand des lokalen Verschönerungsvereins tätig ist, sowie Victoria Claußen, Kunststudentin an der EUF, zum Thema Stadtentwicklung in Flensburg.

Im Mittelpunkt der Vorträge stand dabei die Verfügbarkeit und Nutzung des Stadtraums durch die Bürger:innen unter verschiedenen Fragestellungen: Geht Stadtentwicklung uns alle etwas an? Welchen Stadtraum wünschen wir uns und welcher entsteht in Wirklichkeit aktuell? Wer hat die Möglichkeit sich an der Entwicklung zu beteiligen und welche Faktoren beeinflussen diese? Wie entsteht und wandelt sich der eigene städtische Lebensraum?

Deutlich wurde bei der anschließenden Fishbowl, dass viele Menschen mit dem derzeitigen Handeln von Politik und Verwaltung in Flensburg völlig unzufrieden sind. Vor allem Stephan Kleinschmidt bekam die geballte Kritik zahlreicher Anwesenden, darunter auch viele zivilgesellschaftliche Akteure sowie Mitglieder von Bürgerinitiativen, zu hören. Die gingen mit den städtischen Entscheidungen zur Luftschlossfabrik, dem Bahnhofswald, Bunnies Ranch und ebenso mit aktuellen Planungsvorhaben, wie z.B. am Ostufer scharf ins Gericht. Auch die Planung für das neue Zentralkrankenhaus und der ungelöste Konflikt um die Sicherstellung eines Angebots für Schwangerschaftsabbrüche im neuen Klinikum war Thema.

Der schwerwiegendste Vorwurf war jedoch, dass Stadt und Politik zunehmend unter Ausschluss der Öffentlichkeit wichtige Entscheidungen zur Zukunft der Stadt treffen und sich entgegen anderslautender Absprachen und Beschlüsse dem Druck finanzstarker Investoren ohne Not beugen würden. Stadtentwicklung und Stadtplanung würden damit privatisiert und den monetären Interessen einiger Weniger geopfert.

Zur Durchsetzung würden dabei rigoros Fakten geschaffen, Projekte und wichtige soziale Begegnungsorte, die diesen Interessen im Wege stehen, dem Erdboden gleichgemacht. Das Vorgehen der Stadt im Bahnhofstal, der Abriss der Vereinsanlagen und des Sportplatzes des ehemaligen VfB Nordmarks, die Vertreibung von Bunnies Ranch, wie auch die Abholzung des Bahnhofswalds seien völlig unnötig gewesen, betonten mehrfach Diskussionsteilnehmer:innen. Sie machten ebenso kein Hehl aus ihrer emotionalen Betroffenheit und tiefen Enttäuschung über die städtischen und politischen Entscheidungsträger:innen. Es fehle ihnen, so weiter die Kritik, der Mut und die Bereitschaft zu einem ehrlichen, ergebnisoffenen und kompromissbereiten Dialog mit der Bevölkerung.

So könne eine ökologische, demokratische, soziale und gemeinschaftsstiftende Entwicklung der Stadt nicht funktionieren. Gleichzeitig würden grundlegende demokratische Teilhaberechte ausgehebelt. Damit werde das Vertrauen in die Politik und Verwaltung zerstört, sinke die Bereitschaft der Bürger:innen sich ehrenamtlich für die Entwicklung der Stadt und in öffentlichen Beteiligungsverfahren zu engagieren, leiste dies der Resignation und der allgemeinen Politikverdrossenheit Vorschub, so die zusammenfassende Kritik.

Am Ende der Diskussion wirkte Stephan Kleinschmidt sehr angefasst, versprach aber in der Leitungskonferenz des Rathauses kommende Woche Bericht über die Veranstaltung und den massiv geäußerten Unmut zu erstatten. Gleichzeitig versprach er sich zukünftig weiteren öffentlichen Debatten zu stellen und regte an, eine weitere Veranstaltung im ähnlichen Format zu machen. Moderator Wulf Dau-Schmidt, der sich einen Abschluss der Debatte mit einem positiven Ausblick gewünscht hatte, konnte diese Idee nur unterstützen. Auch die Organisatoren der Veranstaltung zeigten sich bereit, den öffentlichen Diskurs in dieser Richtung weiterzuführen.

Weitere Informationen unter www.uriq.de und in den sozialen Medien.

URIQ ist eine Kooperation des Vereins Bunnies Ranch e. V., dem Kulturhaus und Veranstaltungsort Norder147, der Initiative Recht auf Stadt Flensburg und der Zwischenraumagentur Flensburg.

Museumsberg Flensburg: Konzert mit dem Ganna Ensemble am 26. Juni

Sonntag, 26. Juni, 19.00 Uhr
Ganna Ensemble
Konzert mit der ukrainischen Künstlerin Ganna.

Starke Stimme, starker Sound – GANNA

Jetzt Karten bestellen!

Der Museumsberg Flensburg präsentiert das GANNA Ensemble. Die Berliner Band der ukrainischen Sängerin und Komponistin Ganna Gryniva verbindet verschiedenen Welten von Jazz bis Folklore mit experimenteller Musik. Inspiriert von musikalischen Forschungsreisen in verschiedene Regionen der Ukraine, erweckt GANNA die ukrainische Folklore zu einem zweiten Frühling und nimmt ihre Zuhörer*innen auf eine spannende Reise mit. Virtuos und spielerisch, aber auch voller Melancholie tauchen die Musiker*innen in die Geschichte und das Geheimnis der verschiedenen Musiktraditionen ein und erschaffen eine neo-native Sprache. Im August 2020 wurde GANNAs Debüt-Album Dykyi Lys (Wilder Fuchs auf Ukrainisch) veröffentlicht, das von der internationalen Musikpresse beachtliche Anerkennung erhielt.

Sonntag, 26.06.2022, 19 Uhr

Museumsberg Flensburg

Karten kosten: 25 €, ermäßigt 23 €

Vorverkauf über die Webseite der Tourismus Agentur Flensburg oder an der Museumskasse.

Hier finden Sie eine Hörprobe: https://gannaband.com/de/

Zu ihr und ihrem künstlerischem Schaffen ein sehr schöner Beitrag von Sophia Fischer auf Deutschlandfunk Kultur:
Jazzsängerin Ganna Gryniva: Eine Füchsin in der Stadt
Wandelt mühelos durch die musikalischen Welten des Jazz: Sängerin Ganna Gryniva
Von Sophia Fischer • 10.05.2021
Die ukrainische Künstlerin Ganna Gryniva verbindet mühelos Jazz mit den Traditionen ihrer Heimat und klassischer Musik. Der Einstand stellt das aktuelle Album „Dykyi Lys“ im Gespräch vor. Weiterlesen:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/jazzsaengerin-ganna-gryniva-eine-fuechsin-in-der-stadt-100.html

Ausstellungseröffnung am 26. Juni um 11:30 Uhr:

Zu sehen vom 26. Juni – 23. Oktober 2022 auf dem Museumsberg Flensburg

Aktuelle Öffnungszeiten: 10.00 – 17.00 Uhr, täglich außer montags

Für jeden Museumsbesuch gilt die 2G-Regel und Maske tragen ist erwünscht. Kinder ab 7 Jahren benötigen den Testnachweis der Schule.

Museumsberg

Museumsberg
Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956
museumsberg@flensburg.de
https://www.museumsberg-flensburg.de

Stadtteilfest am 19. Juni im Manfred-Werner-Stadion in Weiche – Beginn 13 Uhr

Gemeinsam statt einsam!

Wir laden euch herzlich ein am Sonntag, den 19.06.2022 an dem Stadtteilfest und der Auftaktveranstaltung im Manfred-Werner-Stadion in Weiche, Bredstedter Str. 2 in Flensburg teilzunehmen.

Wir planen und entwickeln in Zusammenarbeit mit der Stadt Flensburg und der Deutschen Fernsehlotterie einen stadtteilnahen Treffpunkt und ein Quartiersbüro mit vielfältigen Anknüpfungspunkten für Familien und Bürger*innen.

Durch die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung des SC Weiche Flensburg 08 kann das Fest am 19.06.2022 im Manfred-Werner-Stadion veranstaltet werden.

Wir möchten den Bürger*innen und Institutionen aus dem Stadtteil die Möglichkeit geben, sich mit Ideen und Wünschen für den Stadtteil zu beteiligen und gemeinsam einen schönen Nachmittag zu verbringen. Die Eröffnung der Festivität findet um 13:00 Uhr mit Grußworten von Frau Oberbürgermeisterin Simone Lange statt.

Eine der vielfältigen Aktionen ist der Kinder/Eltern Flohmarkt ohne Standgebühr (keine Händler). Anmeldung bitte bei Björn Pyrus unter 016090733058.

Des Weiteren gibt es eine große Hüpfburg, eine Kinder Rodelbahn, Kinderschminken und Vereine und Sport aus dem Stadtteil stellen sich vor.

Wir freuen auf ein gelungenes und inspirierendes Fest mit euch.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Stadt Flensburg und aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie.

Tanztheater in der Pilkentafel am 18. Juni: »I’ll be your mirror« und »[+0day]«

tanz.nord

tanz.nord kommt wieder nach Flensburg.

Mit tanz.nord schaffen vier Projektpartner aus Hamburg und Schleswig eine Struktur, die den Austausch der freien Tanzszenen beider Bundesländer im Fokus hat. tanz.nord ermöglicht Gastspiele und showcase.nord Neuproduktionen an neu für den Tanz gewonnenen Spielorten in Schleswig-Holstein und in Hamburgs Außenbezirken. Zudem werden produktionsunabhängige Recherchevorhaben gefördert sowie Vernetzungs- und Arbeitstreffen organisiert. Durch Schulpartnerschaften und ein vorstellungsbegleitendes Vermittlungsprogramm macht sich tanz.nord für eine langfristige Publikumsentwicklung außerhalb urbaner Zentren stark.

Aufführung in der Pilkentafel

Samstag, 18. Juni um 20 Uhr

Für alle Stücke ist der Eintrit frei!

DIe Stücke:


Premiere »I’ll be your mirror«

Teresa Hoffmann – Lucie Schroeder – Hye-Eun Kim

Eine Objektchoreographie für und mit Menschen allen Alters. Ich möchte Dir anbieten, Deine Zeugin zu sein. Ich sehe Dich schwimmen,  ich sehe Dich überlaufen. Ich könnte mitströmen und kleine Wellen für Dich erzeugen.


Premiere »[+0day]«

Inspiriert von Moshé Feldenkrais‘ Worten„The behavior of human beings is firmly based on the self-image they have made for themselves” ist das Thema des Projekts die Erforschung des eigenen Selbstbildes.Können wir uns selbst authentisch finden?

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist logo-pilkentafel.jpg.Die aktuellen Hygienevorschriften entnehmen sie bitte unserer Homepage.

Mehr auch auf der Homepage www.pilkentafel.de

Unterhaltsame Nachwuchsgewinnung

Foto: Spielerisch der Robotik auf der Spur. www.anjamenzel.de; Copyright: Phänomenta Flensburg

Das landesweite Festival MINT-Kultur*en Schleswig-Holstein startet in Flensburg

Flensburg. Eine essbare Solarzelle bauen, mit dem Smartphone einen 3D-Scan erzeugen, von den überaus merkwürdigen Stabschrecken lernen – das Festival MINT-Kultur*en will in ganz Schleswig-Holstein Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Zugang zur Faszination der naturwissenschaftlich-technischen Phänomene ermöglichen. Zwischen Juni und Oktober 2022 werden die Festivals landesweit in unterhaltsamen Formaten auf die Bedeutung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) für die Gesellschaft aufmerksam machen. Das MINTKultur*en Festival startet am 17. und 18. Juni 2022 vor und in Flensburgs Science Center Phänomenta.

„Der Hintergrund für unser unterhaltsames Festival ist allerdings ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem“, erklärt Peter Heering, Professor für Physik und ihre Didaktik sowie Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Europa-Universität Flensburg (EUF). „Uns ist in weiten Teilen eine naturwissenschaftlich-technische Grundbildung abhandengekommen. Das hat zur Folge, dass unsere Gesellschaft oft nicht mehr weiß, wie sie zu Erkenntnissen gelangt. Denn das Wissen um naturwissenschaftliche Konzepte, Untersuchungsmethoden und Denkweisen sowie der Zusammenhang zwischen Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft sind elementar, um gesellschaftliche Prozesse zu verstehen. Ohne dieses Wissen nehmen im gesellschaftlichen Diskurs populistische Ideen schnell überhand. Die Bereitschaft und das Interesse, sich mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Problemen auseinanderzusetzen, schwindet. Das schlägt sich dann einerseits in einem teilweise wissenschaftsfeindlichen Klima in der Gesellschaft und andererseits in einem Mangel an MINT-Fachkräften nieder. Wir brauchen daher neue Wege, Kinder und Jugendliche für das Themengebiet MINT zu begeistern.“

Die Zahlen sind tatsächlich alarmierend: Die MINT-Arbeitskräftelücke steigt in diesem Halbjahr auf einen Rekordwert, wie etwa das Institut der deutschen Wirtschaft in seinem aktuellen Ingenieurmonitor (April 2022) meldet. Die größten Engpässe bestehen gegenwärtig bei den Ingenieuren in den Bereichen Energie/Elektro und IT, während die Nachfrage nach Fachkräften weiter steigt. Dafür sorgen Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie.

Auch die Kultusministerkonferenz ist besorgt: Bundesweit fehlen Lehrkräfte in den Fächern Mathematik, Chemie und Physik und Informatik sowie bei beruflichen Lehrkräften vor allem in den Fachrichtungen Metall-, Elektro- sowie Fahrzeugtechnik. Vorhaben wir die beschleunigte Energiewende werden durch diesen Mangel gefährdet. Deutschlands Wohlstand und Innovationsfähigkeit stehen auf dem Spiel.

Vor diesem Hintergrund finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von Dezember 2020 bis November 2023 das schleswig-holsteinische Verbundprojekt Science@Seas. Partner in diesem Projekt sind das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, die Europa-Universität Flensburg sowie die Technische Akademie Nord e. V. Unter einer gemeinsamen Dachmarke erweitern sie bereits bestehende MINT-Angebote und Strukturen im Flächenland Schleswig-Holstein.

Im Zentrum stehen dabei Angebote für Jugendliche wie Trainings zum Forschen, zum kreativ-handwerklichen Entwickeln oder zum Unternehmertum (Make!MINT, Investigate!MINT und Unternimm!MINT). Die regionalen MINT-Festivals sind ein Projektbaustein. Sie werden von der EUF und der Phänomenta verantwortet.

Die Termine der diesjährigen Festivals MINT-Kultur*en und das Flensburger Programm hier: https://www.uni-flensburg.de/physik/outreach/festival-mintkulturen

Alle Infos zum Projekt unter: https://www.bildung-forschung.digital/digitalezukunft/de/bildung/mint-cluster/science-seas.html

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