SSW: Die Tafeln brauchen jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe

SSW-Fraktionschef Harms hat die Landesregierung aufgefordert, ein geplantes Programm zur Sicherung der Tafeln schnell auf den Weg zu bringen.

Mehr Bedürftige und weniger Lebensmittelspenden: Bereits die Corona-Krise war für die 56 Tafeln in Schleswig-Holstein eine enorme Herausforderung.
Mit der Ukraine-Krise wird die Situation nun zusätzlich verschärft. Denn die steigenden Preise für Lebensmittel, Kraft- und Heizstoffe drängen immer mehr Menschen an den Rand der finanziellen Belastbarkeit. Hinzu kommen geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die sich angesichts bürokratischer Hürden und der Ungewissheit, ob und wann sie staatliche Leistungen erhalten, ebenfalls in den Tafeln mit dem Notwendigsten versorgen.
Bundesweit müssen deshalb immer mehr Tafeln der öffentlichen Hand die Überlastungsanzeige ihrer Strukturen mitteilen.
In Schleswig-Holstein ist zumindest mittelfristig Entlastung zu erwarten. Wie die Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage des SSW-Fraktionsvorsitzenden Lars Harms ergeben hat, plant das Land aktuell ein Programm zur Sicherung des Tafelbetriebs. Ziel ist es, die Folgen des Ukrainekriegs abzumildern und den Bestand der Tafeln zu sichern.
 
Das Programm soll nach Angaben der Landesregierung über die Kreise und kreisfreien Städte abgewickelt werden. Wann es realisiert, und in welcher Höhe Mittel zur Verfügung gestellt werden, teilte die Landesregierung nicht mit.
„Dass ein solches Programm in der Planung ist, begrüße ich sehr. Wichtig ist aber, dass es jetzt schnell und unkompliziert auf den Weg gebracht wird“, mahnt Harms.
„Nicht, dass man sich wieder in Details verliert, wie wir es bei Förderprogrammen der Jamaika-Regierung schon erlebt haben, und das Regelwerk am Ende so kompliziert ist, dass kaum Mittel abfließen. Damit wäre niemandem geholfen“.

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Veröffentlicht am 8. Juni 2022, in Bürgerbeteiligung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Hartz IV, Inklusion und Integration, Soziales, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Laut Statista.de gibt es Stand Januar 2022 insges. 956 Tafeln in Deutschland.
    Diese Zahl bildet ab, wie sehr sich bundesdeutsche Politiker auf die Spendenbereitschaft und auf die Notwendigkeit der Inanspruchnahme der freiwilligen Organisation eingerichtet haben, ohne sich darüber im Geringsten zu schämen und zu reflektieren, ob das mit ihren Entscheidungen über geklaute Renten und ihrer trügerischen Agenda etwas zu tun hätte?
    Diese Mentalität der „Hans guckt-zumindest-mittelfristig- in die Luft“ wird sich als „könnte…hätte…Fahrradkette“ auflösen, weil nämlich bisher spendende Discounter schon vor halbem Jahr damit anfingen, ihre Bestellmengen so zu reduzieren, damit immer weniger Lebensmittel als schwer verkäuflich liegen bleiben.
    Insgesamt sind Nahrungsmittel nicht nur knapper sondern auch teurer, wie wir alle wissen; Alternativ in angebliche staatliche Fördertöpfe zu schauen, müsste zwangsläufig wieder neue Gesetze hervorrufen und da teile ich die Bedenken von Herrn Harms, und wie wir alle auch wissen, ist Deutschland der Erfinder und der Meister von Bürokratie.
    Aus diesem Grund sind die TAFELN bisher so bequem für alle Parteien, denn weder dafür zahlen oder Entscheidungen treffen waren nötig, all das wurde schön auf die Ehrenamtlichen ausgelagert.
    Denen jedoch fehlt mittlerweile auch der teuere Sprit für ihre Fahrzeuge! Selbstverständlich hat hier der „Tankrabatt“ aus der Patsche geholfen, oder war die nur Steuerverschwendung an ganz andere als die Tafeln?

    nein, ich will nicht schon wieder auf die Prioritäten des 100 Milliarden Sonder-„Vermögens“ anspielen – unter anderem dafür, dem weltweiten Klima den Todesstoß zu versetzen, wie die DKP es im vorherigen Beitrag detailgenau benannte, danke dafür.

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