Sicherstellung der Energie-Versorgung in Flensburg: Keine rückschrittlichen Scheinlösungen!

In einem Beitrag der Flensborg Avis vom 5. Mai unter dem Titel »Flensborg godt rustet …«, versicherte der Pressesprecher der Stadtwerke Flensburg, Peer Holdensen, dass auch bei einem Stopp der russischen Gaslieferungen die Energieversorgung der Stadt weiterhin gewährleistet sei. Die Stadtweke seien flexibel  und könnten jederzeit andere Energieträger einsetzen. Dazu untenstehend der Leserbrief von Dr. Helmreich Eberlein, Umweltschützer und Aktivist des Bündnis Klimabegehren Flensburg:

Keine rückschrittlichen Scheinlösungen!

Helmreich Eberlein , Flensburg

Am Donnerstag, 5. Mai, brachte Flensborg Avis einen Artikel »Flensborg godt rustet …«, in dem die Stadtwerke versichern, dass sie mit einem Stop der Gaslieferungen aus Russland gut umgehen könnten, weil sie sehr flexibel bei den verwendeten Brennstoffen seien: sie könnten alles von Kohle über Holz bis zu leichtem Heizöl verbrennen. Dann wird ein Klaus Schrader vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zitiert, der in Schleswig-Holstein wegen geringer Industrialisierung Vorteile sieht, und dann meint, man müsse prüfen, ob man anfangen kann, Kohle und Atomkraft als Ersatz für das fehlende Erdgas zu verwenden.

Umweltaktivist Helmreich Eberlein

Was für eine rückschrittliche Vorstellung!! Atomkraft ist out, neue Atomkraftwerke sind massiv unwirtschaftlich, Laufzeitverlängerungen für die alten sind gefährlich und gar nicht machbar – das hat das Wirtschaftsministerium bereits geprüft. Also lassen wir diese alten Mythen! Und Kohle – geht’s noch? Das kann doch nicht im Ernst die Alternative sein, dass wir die Welt an die Wand fahren sollen?

Hat Herr Schrader denn nicht die Berichte des Weltklimarates gelesen? Und wenn ihn das nicht überzeugen kann – wieviele Milliarden will er denn unnütz in CO2-Zertifikate stecken?

Der Weg kann nur die schnellstmögliche Umstellung auf Erneuerbare Energie sein. So wie das Klimabegehren Flensburg es für die Stadtwerke vorschlägt – ich kann nur jede/n auffordern, dieses Bürgerbegehren zu unterschreiben.

Erneuerbare Energie kann Fernwärme speisen und Gas ersetzen, sie muss ausgebaut werden, gespeichert werden, in Wasserstoff umgewandelt werden für Antriebe und Industrie. Daran muss man arbeiten, nicht Zeit und Geld verpulvern für das Festhalten an rückschrittlichen Scheinlösungen, die keinen Bestand haben können!

Gut, das alles kostet Zeit, aber der kurzfristige Ersatz der russischen Gaslieferungen durch anderes Gas ist für die nächste Zeit organisiert. Durch Übergangslösungen, die nichts als Notlösungen für eine begrenzte Zeit sein können, richtig, aber danach kann nicht der Rückschritt in alte fossile Strukturen oder gar Atomkraft kommen, sondern danach muss die Umstellung auf nachhaltige Lösungen vorbereitet sein und greifen.

Diese Krise muss den Turbo für die ohnehin notwendige Veränderung bringen!

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Veröffentlicht am 12. Mai 2022, in Ökologie, Bürgerbeteiligung, Bildung, Daten und Zahlen, Flensburg News, Stadtplanung, Stadtwerke, Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Ich verstehe Herrn Eberlein so, als empöre er sich über den Einsatz von fossiler Kohle, Gas und anderen Stoffen durch die Stadtwerke zur Betreibung des neuen Kessels 13 – und fordert stattdessen „Übergangslösungen, die nichts als Notlösungen für eine begrenzte Zeit sein können“ …nichts anderes als eine Übergangslösung für eine begrenzte Zeit…
    Herr Eberlein meint Frackinggas aber spricht diesen Namen nicht aus, weiß aber um die traumatischen Förderbedingungen und um die 50x gefährlicheren Ausmaße für diesen Planeten.
    Eine Übergangslösung oder gar eine Notlösung wird Frackinggas überhaupt nicht sein können; das sind Milliarden schwere Investitionen bis mind. 2043 und haben überhaupt nichts mit russischem Hahn-zu-Gerede oder dem Krieg zu tun und sind von sehr langem politischem Willen geprägt.
    Bösartig könnte man vermuten, dieser Krieg kommt ihnen für den Ausbau von LNG-terminals gerade recht.
    Selbst der Deutschlandfunk ist barrierefrei im I-net zu finden und erklärt weltweite Zusammenhänge u. Interessenlagen, Frackinggas-Lobbyismus in der EU, in Belgien, Niederlande, Australien u. weiteren Ländern und sehr besonders den USA.

    Was sich hier negativ abzeichnet für das Weltklima lässt die gute alte Kohle blass dastehen.

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