Archiv für den Tag 5. Mai 2022

Tipps der Verbraucherzentrale für gesundes Essen bei steigenden Preisen

Die steigenden Preise für das tägliche Leben stellen viele Menschen vor Herausforderungen beim Haushalten. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie man trotz teurer Lebensmittel mit guter Planung Geld sparen und gesund essen kann.

Großes Potenzial zum Sparen bietet weniger Lebensmittelentsorgung. Wer Einkäufe und Verbrauch gut plant, kann die Verluste auf ein Minimum senken, Geld sparen und wertvolle Lebensmittel optimal verwenden. Auch an anderen Stellen gibt es Möglichkeiten, finanziell besser über die Runden zu kommen und dabei gesünder zu leben.

Fette und Öle sparsam verwenden

Mit kleinen Umstellungen beim Zubereiten von Lebensmitteln lässt sich der Verbrauch von Fett und Öl senken:

  • beschichtete Pfannen verwenden und weniger Öl hineingeben
  • fettarme Zubereitungsarten wie Dünsten oder Garen ausprobieren, weniger frittieren oder panieren
  • Butter oder Margarine dünner auf das Brot streichen
  • beim Einkauf vergleichen und nicht zu große Vorräte anlegen

Lebensmittel ersetzen und Neues ausprobieren

Zeiten wie diese bieten Gelegenheiten, um den Speiseplan umzugestalten:

  • Hirse oder Graupen sind ein wertvoller Ersatz für Reis, zudem sind sie aus der Region erhältlich
  • je nach Preislage zum Beispiel Möhren, Steckrüben und rote Bete gegeneinander austau-schen
  • Südfrüchte in Rezepten durch heimische Obstsorten der Saison ersetzen
  • Leitungswasser anstelle von gekauftem Mineralwasser trinken

Diese Lebensmittel liefern wertvolles Eiweiß

Tierische und pflanzliche Lebensmittel liefern Eiweiße und bieten Abwechslung:

  • Fertigprodukte vergleichen und auf den Anteil von Fleisch-, Fisch- und pflanzlichen Eiweißquellen achten: Ist das Produkt den Preis wirklich wert?
  • Rezepte verändern und günstiger gestalten, zum Beispiel weniger Fleisch und mehr saiso-nales Gemüse verarbeiten
  • Eiweißquellen und Fleischsorten nach Preislage und Vorliebe variieren
  • Kostengünstige und eiweißreiche Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen verwenden

Gute Planung gegen Lebensmittelverschwendung

Wer schon beim Einkauf auf die passende Menge achtet, vermeidet Lebensmittel-ver-schwendung. So gelingt es:

  • Essensplan für die kommende Woche aufstellen
  • Einkaufsliste schreiben, Alternativen bedenken
  • Sonderangebote aus Prospekten notieren
  • Lebensmittel mit bald erreichtem Mindesthaltbarkeitsdatum kaufen und in Essensplanung einbauen, etwa durch Austausch von Zutaten in Rezepten. Supermärkte bieten solche Produkte oft zum vergünstigten Preis an.

Der Cappuccino-Faktor: Das Eingesparte gut anlegen

„In Deutschland landen pro Person jährlich etwa 82 Kilogramm Lebensmittel im Abfall, der Warenwert liegt bei ca. 234 Euro. Angesichts der Inflationsentwicklung wird der Betrag weiter steigen. Da besteht noch viel Potenzial zum Sparen“, so Christine Hannemann, Leiterin der Verbraucherzentrale Flensburg. Das Geld kann man zum Beispiel in einen börsengehandelten Investmentfonds (ETF) investieren oder zum Ausgleich höherer Energiekosten zurücklegen.

Manfred „Manni“ Werner wird Ehrenbürger der Stadt Flensburg

Beschluss der Ratsversammlung

Flensburg. Auf ihrer heutigen Sitzung hat die Ratsversammlung der Stadt Flensburg Manfred Werner die Ehrenbürgerwürde der Stadt Flensburg verliehen. Diese Ehre kann Persönlichkeiten zuerkannt werden, die sich in Bezug auf die Stadt im besonderen Maße verdient gemacht haben. Über die Verleihung entscheidet die Ratsversammlung mit einfacher Mehrheit.

Herrn Manfred Werner hat sich insbesondere im Bereich des Sports um die Stadt verdient gemacht. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement in Flensburg im Fuß- und Handballbereich hat er es zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Im Sport ist er als Funktionär europaweit bekannt und geachtet. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat er entscheidend zum Aufstieg Flensburgs in Spielgemeinschaft mit Handewitt in die Handball-Bundesliga beigetragen. Seit vielen Jahren spielt die SG Flensburg-Handewitt eine führende Rolle in der Handball-Bundesliga, hat Meisterschaften und Pokalsiege geholt und gehört im Handballvereinssport zur Weltspitze. Diese Entwicklung hat die Bekanntheit Flensburgs über die Grenzen unseres Landes hinaus gefördert und das Image Flensburgs maßgeblich vorangebracht. Dies wäre ohne das unermüdliche Wirken von Manfred Werner undenkbar.

Manfred Werner zählt auf nationaler und internationaler Ebene unbestritten zur sportlichen Prominenz im Handballsport. Überregional wird Handball mit Flensburg in Zusammenhang gebracht und ist zu einem großartigen Werbeträger für unsere Stadt geworden. Dafür gilt es Manfred Werner unser Dank für seine Initiativen und sein Mitwirken.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Flensburg an Manfred Werner ist ein Zeichen der Anerkennung der erworbenen Verdienste und zugleich ein Gewinn für die Stadt Flensburg, die mit Manfred Werner eine herausragende Persönlichkeit zu ihren Bürgerinnen und Bürgern zählen darf. Die Ehrenbürgerwürde wird im Rahmen eines Festaktes verliehen.

Projekt „Gut gehen lassen“ geht in die nächste Runde – Quartiersgeher*innen gesucht

Workshop im Modellgebiet „Flensburger Ypsilon“ und Untersuchungen zum Fußverkehr

Flensburg. Das Projekt „Gut gehen lassen – Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ nimmt Straßen, Wege und Plätze aus der Perspektive der Fußgänger*innen genau unter die Lupe. Als Untersuchungsgebiet wurde der Bereich des sogenannten „Flensburger Ypsilons“ zwischen dem Neumarkt im Süden und Willy-Brandt-Platz im Norden bestimmt. Hier wird der Fachverband Fußverkehr FUSS e.V. im Monat Mai einen Fußverkehrs-Check durchführen. „Im Rahmen einer ausführlichen Ortsbegehung untersuchen wir die Verkehrssicherheit und die Annehmlichkeit des öffentlichen Raums für die verschiedenen Nutzergruppen – etwa Kinder, Senioren oder mobilitätseingeschränkte Personen“, erklärt Projektleiter Patrick Riskowsky. „Der prüfende Blick richtet sich beispielsweise auf Bordsteinabsenkungen und Barrierefreiheit, ausreichende Gehwegbreiten, sichere Fahrbahnquerungen und die gute Einsehbarkeit von Kreuzungsbereichen.“

Dabei wollen die Fußverkehrsexperten neben den festgestellten Mängeln auch auf gute Situationen hinweisen, um sowohl Stärken als auch Schwächen des Fußwegenetzes zu zeigen.
Aufbauend auf dem Fußverkehrs-Check wird FUSS e.V. einen Katalog mit Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen zur Behebung der festgestellten Mängel und zur Förderung des Fußverkehrs insgesamt entwickeln. Die durch das Projekt „Gut gehen lassen“ gewonnenen Erkenntnisse lassen sich anschließend auch auf andere Stadtgebiete übertragen.

Engagement der Bürgerschaft ist gefragt
Der Bürgerschaft kommt bei diesem Projekt eine wichtige Rolle zu. Bürger*innen können sich in der eigenen Wohnumgebung als „Quartiersgeher*innen“ engagieren. Im Rahmen des Projekts „Gut gehen lassen“ möchte FUSS e.V. engagierte Bürger*innen dazu anleiten, einen Fußverkehrs-Check in ihrem Quartier selbstständig durchzuführen und Missstände sowie Verbesserungsvorschläge fachlich korrekt vorzutragen. Sie erhalten dazu einen Material-Koffer mit fachlichen Informationen und Anleitungen sowie eine persönlich begleitete Begehung vor Ort. Dabei handelt es sich um eine freiwillige ehrenamtliche Aufgabe, bei der jede*r Bürger*in selbst bestimmt, wie intensiv er oder sie sich für das Thema einsetzen kann und möchte. Die von den Quartiersgeher*innen bis Dezember 2022 eingebrachten Hinweise werden ebenfalls mit dem Projektbericht dokumentiert und Anfang kommenden Jahres als Ergebnis der Stadtverwaltung übergeben. Interessierte melden sich bitte mit einer kurzen, formlosen Mail an das Projektteam bei FUSS e.V.: fvs@fuss-ev.de.

Projektlaufzeit bis April 2023
Im Rahmen des Projektes „Gut gehen lassen“ wird es in diesem Jahr weitere Veranstaltungen geben. Am Mittwoch, den 18. Mai 2022, wird ein Workshop stattfinden, bei dem verschiedene Akteure der Stadt Flensburg mitwirken, unter anderem Vertreter der Stadtteilforen sowie weitere Interessensvertretungen. Bürger*innen, die sich als Quartiersgeher*innen ausbilden lassen wollen, können vorab ebenso an dieser Veranstaltung teilnehmen. Im Sommer und Frühherbst wird es außerdem eine Aktion im öffentlichen Raum und ein Parteiengespräch auf dem Gehweg geben.

Das Projekt läuft bis April 2023 und wird vom Bundesumweltministerium (BMUV) und vom Umweltbundesamt gefördert. Im Vorfeld hatten sich bundesweit 30 Städte beim FUSS e.V. um die Teilnahme an dem Projekt als Modellstadt beworben.

Interessierte Bürger*innen, die gerne am Projekt teilnehmen möchten, wenden sich gerne an fvs@fuss-ev.de.
Informationen zum bundesweiten Projekt finden Sie auf: www.fussverkehrsstrategie.de

Museumsberg am Sonntag: Führung durch die Ausstellung „Lotte Eckener. Tochter, Fotografin und Verlegerin“ und Sonntags-Atelier für Kinder

Sonntag, 8. Mai, 11.00 Uhr
Schneiden, Ordnen, Kleben
Sonntags-Atelier für Kinder ab 6 Jahren

Sonntag, 8. Mai, 11.30 Uhr
Lotte Eckener. Tochter, Fotografin und Verlegerin
Kuratorenführung mit Dr. Michael Fuhr

Lotte Eckener, New York 1931

Der Museumsberg Flensburg zeigt bis 26.6.2022 die Ausstellung „Lotte Eckener. Tochter, Fotografin und Verlegerin“

Lotte Eckener 1920

Lotte Eckener {1906 – 1995} stand immer im Schatten ihres Vaters Dr. Hugo Eckener, dem aus Flensburg stammenden Wegbegleiter und Nachfolger des Luftschiffpioniers Ferdinand Graf Zeppelin. Dabei hat sie als Fotografin, Autorin und Verlegerin eigene Spuren hinterlassen und das kulturelle Leben ihrer Zeit mitgeprägt.

lhre Fotografien von UFA-Stars und Berühmtheiten aus dem Berliner Nachtleben der 1920er Jahre sind dabei ebenso interessant wie ihre Rolle als Mitbegründerin von ,,Simon und Koch“, des ersten deutschen Verlags der Nachkriegszeit, der ausschließlich von Frauen geführt wurde.

Zu ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreis zälhlten Persönlichkeiten wie Otto Dix, Hermann Hesse oder Carl Zuckmayer. Höchste Zeit also, diese vergessene ,,Enkeltochter Flensburgs“ wieder zu entdecken.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Hesse Museum Gaienhofen und der Literarischen Gesellschaft Forum Allmende in Konstanz.

Weitere Ausstellung:

  • Dorothee Bachem. Am Ufer des Eridanos
    noch bis 6.6.2022

Aktuelle Öffnungszeiten: 10.00 – 17.00 Uhr, täglich außer montags

Für jeden Museumsbesuch gilt die 2G-Regel und Maske tragen ist erwünscht. Kinder ab 7 Jahren benötigen den Testnachweis der Schule.

Museumsberg

Museumsberg
Museumsberg 1
24937 Flensburg
Tel.: 0461 – 852956
museumsberg@flensburg.de
https://www.museumsberg-flensburg.de/

5. Kammerkonzert des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters – 15. Mai Museumsberg Flensburg

Sonntag, 15. Mai, 11.15 Uhr:

5. Kammerkonzert des Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchesters

Jetzt Ticket ab 16,00 € buchen

Antonín Dvořák (1841–1904)
Fünf Bagatellen op. 47

Sergei Prokofjew (1891–1953)
Flötensonate D-Dur op. 94

Zoltán Kodály (1882–1967)
Serenade op. 12

Robert Schumann (1810–1856)
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63

Mit seinen Bagatellen komponierte Antonín Dvořák eine außergewöhnlich wirksame Tanzsuite alten Stils für Streicher und Harmonium, eine Besetzung, die er in den späten 1870er-Jahren kennenlernte, als er regelmäßig mittwochs mit seiner Bratsche zur Hausmusik antrat. Mit viel Spielwitz kommt in allen Sätzen der böhmische Tonfall zum Vorschein.

Sergei Prokofjews strahlende Flötensonate, die er 1943 zeitgleich zu seinem bezaubernden Ballett CINDERELLA komponierte, lässt nichts von den dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs erahnen. Musikalisch bündelt sie die prägenden Merkmale seines Stils, für den Solisten hält sie zudem große technische Herausforderungen bereit.

Zoltán Kodály hatte wie auch Bela Bartók die Mission, die authentische Volksmusik der ungarischen Bauern zu erfassen und zu bewahren. Bartók, der von der Serenade op. 12 beeindruckt war, schrieb eine glühende Rezension, in der er die Originalität und den großartigen Reichtum der instrumentalen Effekte und Melodien lobte.

In nur einer Woche hat Robert Schumann sein erstes Klaviertrio fertig gestellt, das für den 28. Geburtstag seiner Frau Clara als Überraschung gedacht war. Noch am Abend kam es zur Uraufführung, bei der Clara den Klavierpart übernahm und schwärmte: „Der erste Satz ist für mich einer der schönsten, den ich kenne.“

Besetzung:

Claudia Dane*
Ina Peeken*

Ort: Hans-Christiansen-Haus, Aula

VVK auch an der Museumskasse oder Theaterkasse

Weitere Informationen und Tickets hier: https://www.sh-landestheater.de/stuecke/5-kammerkonzert-21-22/

Schleswig-Holstein hat gewählt – und nu? Diskussionsveranstaltung am 12. Mai um 17 Uhr online auf Zoom

Jetzt anmelden!

Eine Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung:

Analysen und Ausblicke mit Sönke Rix, MdB, und Prof. Dr. Wilhelm Knelangen

Die Wählerinnen und Wähler in Schleswig-Holstein wählen am 8. Mai einen neuen Landtag und stellen damit die Weichen für die Landespolitik der kommenden Jahre. Vier Tage später blicken wir auf das Ergebnis, das sicherlich viel Gesprächsstoff bieten wird. Ausgehend von den bis dahin vorliegenden Wahlanalysen werden wir diskutieren, wer in Schleswig-Holstein wie gewählt hat und was aus dem Ergebnis politisch folgt: Welche Themen und Akteur_innen haben im Wahlkampf die größte Rolle gespielt? Welche Aufgaben liegen vor der nächsten Landesregierung – und wer wird diese voraussichtlich bilden? Was bedeutet das Wahlergebnis für die Parteien im nördlichsten Bundesland und vielleicht auch darüber hinaus?

Unsere Gäste

Über diese und weitere Fragen sprechen wir mit dem Kieler Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Knelangen von der Christian-Albrechts-Universität Kiel und dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der SPD Schleswig-Holstein, Sönke Rix, MdB.

Moderation: Dietmar Molthagen, Friedrich-Ebert-Stiftung

Anmeldung und Organisation

Schleswig-Holstein hat gewählt – und nu? Analysen und Ausblicke
Donnerstag, 12. Mai 2022, 17 bis 18:30 Uhr

online auf der Plattform zoom

Bitte melden Sie sich über die FES Internetseite an
www.fes.de/lnk/wahl-sh

Alle angemeldeten Teilnehmer_innen erhalten am 11.5. die Zugangsdaten sowie Datenschutzhinweise per Email.

Die Veranstaltung  ist öffentlich und kostenfrei!

Für eine starke Soziale Demokratie

Viele weitere Veranstaltungen zu aktuellen politschen Themen gibt es auf unserer Internetseite julius-leber-forum.de Hier finden Sie Informationen über die FES, unser Engagement und unsere Angebote. Sie können sich zu Veranstaltungen persönlich anmelden oder online teilnehmen, FES-Publikationen lesen und auf unseren Kanälen im Sozialen Netz mitdiskutieren:

Twitter: @FESHamburg
facebook: fb@fes.nord

Friedrich-Ebert-Stiftung
Tel. 040-325 874-0
hamburg@fes.de
www.julius-leber-forum.de

Keine klare Antwort der Landesregierung zur Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Deponie Harrislee

SSW-MdL Christian Dirschauer: Jamaika duckt sich weg vor der Landtagswahl

Mit einer Landesregierung aus CDU, Grünen und/oder FDP bliebe Harrislee wohl weiterhin in der Gefahrenzone, wenn es um die Entsorgung radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken geht. So lautet die Einschätzung des SSW-Landtagsabgeordneten Christian Dirschauer.

Der SSW-Landtagsabgeordnete Christian Dirschauer wirft der Landesregierung vor, sich einen „schlanken Fuß“ zu machen.

Anlass ist die Antwort von Umweltminister Albrecht auf eine kleine Anfrage Dirschauers (Drucksache 19/3797). Ob die Landesregierung ausschließen könne, dass es zu einer Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Deponie Harrislee ab 2023 kommt, wollte der SSW-Politiker wissen. Die Antwort des Ministers fiel denkbar karg aus: Zuständig für die Abfallentsorgung seien die Standortkreise der Kernkraftwerke. Harrislee sei für die Lagerung grundsätzlich geeignet.

Minister Albrecht mache sich einen bemerkenswert schlanken Fuß, sagt Dirschauer: „Es ist schließlich kein Geheimnis, dass die Landesregierung längst nicht mehr auf freiwillige Lösungen, sondern auf Zwangszuweisungen setzt“. Die Deponiestandorte Lübeck-Niemark und Johannistal hätten dies trotz erheblicher Widerstände aus Politik und Gesellschaft schmerzhaft zu spüren bekommen.

„Es ist unübersehbar, dass die Landesregierung sich angesichts der Landtagswahl nicht in die Karten schauen lassen will. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wer grün, gelb oder schwarz wählt, muss damit rechnen, dass Harrislee weiter in er Gefahrenzone bleibt, wenn Ende 2022 über die nächste Charge AKW-Bauschutt entschieden werden soll“, sagt Christian Dirschauer und unterstreicht: „Mit dem SSW ist das jedenfalls nicht zu machen“.

Allein durch die unmittelbare Nähe zum Nachbarstaat Dänemark, der sich von Anfang an bewusst gegen Atomkraft entschieden habe, verbiete sich der Deponiestandort Harrislee. „Das wäre eine Provokation, die das gute Verhältnis im Grenzland nachhaltig beschädigen könnte“, so Dirschauer.

Was ist struktureller Rassismus? – Vortrag „Philosophie mittenmang“ am 11. Mai im Schifffahrtsmuseum Flensburg

Vortrag und Diskussion mit Kristina Lepold, Juniorprofessorin für Sozialphilosophie/Kritische Theorie an der Humboldt-Universität zu Berlin

Mittwoch, 11.5.2022, 18:00 Uhr, Schifffahrtsmuseum Flensburg – Eintritt frei

In einem Beitrag für die FAZ aus dem letzten Jahr hat der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse den Begriff des strukturellen Rassismus prominent kritisiert. Das Problem besteht aus Thierses Sicht darin, dass die Rede von strukturellem Rassismus alle weißen Menschen zu Schuldigen erkläre. Ausgehend von dieser Kritik geht Kristina Lepold, Juniorprofessorin für Sozialphilosophie/Kritische Theorie an der Humboldt-Universität zu Berlin,  der Frage nach, was struktureller Rassismus eigentlich genau ist. Dabei wird sich zeigen, dass struktureller Rassismus von individuellem Rassismus unterschieden werden muss und in erster Linie das Funktionieren von sozialen Institutionen und Praktiken betrifft. Das Problem, das Thierse sieht, stellt sich somit nicht. Der Vortrag schließt mit Überlegungen dazu, dass Einzelne jedoch möglicherweise eine politische Verantwortung haben, gegen strukturellen Rassismus in sozialen Institutionen und Praktiken aktiv zu werden. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Philosophie mittenmang“ statt.

In dieser Reihe reden eingeladene Philosophinnen und Philosophen mit allen Interessierten über aktuelle und bewegende Themen aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft. Und dazu gehen sie mittenmang in die Stadt, dorthin, wo sich drängende Fragen stellen: in Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken, Museen usw.

VdK-Präsidentin: „Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke länger in Arbeit halten“

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement kann Arbeitslosigkeit und vorzeitigen Rentenbezug verhindern

  • VdK fordert mehr Verbindlichkeit und Anstrengungen in den Betrieben

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Berlin, 05.05.2022. Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke scheiden häufig früher aus dem Arbeitsleben aus. Dabei könnten sie länger berufstätig sein und für das Alter vorsorgen, wenn die Betriebe für sie ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchführen würden. Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai weist der VdK auf dieses wenig bekannte und wenig genutzte Instrument hin. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu:

Verena Bentele – Präsidentin des größten deutschen Sozialverbandes VdK – Foto: © VdK / Marlene Gawrisch

„Nur rund 40 Prozent der langzeiterkrankten Beschäftigten erhalten überhaupt ein Angebot für ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Im Dienstleistungsbereich und im Handwerk sind es noch weniger. Im Koalitionsvertrag hatte die Regierung versprochen, das BEM verbindlicher zu gestalten. Nun muss sie auch liefern. Der VdK fordert: krankheitsbedingte Kündigungen durch Arbeitgeber, die kein BEM durchgeführt haben, müssen unwirksam sein. Die Schwerbehindertenvertretung ist grundsätzlich an jedem BEM-Verfahren zu beteiligen, auch wenn der Beschäftigte nicht schwerbehindert oder gleichgestellt ist.

Das gilt auch für die sogenannte ‚stufenweise Wiedereingliederung‘, die sich als effektive Maßnahme bewährt hat. Die betriebliche Inklusion darf nicht länger unter den Tisch fallen. Denn Arbeitslosigkeit und vorzeitiger Rentenbezug wegen Erwerbsminderung kosten ein Vielfaches mehr als Rehabilitation, Prävention und Wiedereingliederungsmaßnahmen. Angesichtes des Fachkräftemangels sollten Betriebe alles tun, um ihre Beschäftigen lange in Arbeit zu halten.“

Hintergrund: Mit dem Instrument des BEM soll Beschäftigten nach längerer Arbeitsunfähigkeit die Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtert und der Arbeitsplatz nach Möglichkeit den individuellen gesundheitlichen Bedürfnissen angepasst werden: So können etwa Arbeitsabläufe geändert oder Arbeitsplätze mit technischen Hilfen ausgestattet werden, für die es Fördermöglichkeiten durch die Rehabilitationsträger oder Inklusionsämter gibt. Auf ein BEM haben Beschäftigte mit oder ohne Behinderung Anspruch, wenn sie länger als sechs Wochen mit oder ohne Unterbrechungen im Jahr krankgeschrieben sind.

Über den VdK:

Der Sozialverband VdK ist mit über 2,1 Millionen Mitgliedern die größte sozialpolitische Interessenvertretung Deutschlands. Er setzt sich seit mehr als 70 Jahren erfolgreich für diejenigen ein, die sonst zu wenig wahrgenommen werden. Der Sozialverband VdK kämpft gegen soziale Ausgrenzung, Armut und ungleiche Chancen und für faire Bezahlung, solidarisches Miteinander und für soziale Gerechtigkeit.

Weitere Infos unter: www.vdk.de

SSW-MdB Stefan Seidler und SF fordern Ende der Muschelfischerei in der Flensburger Förde

Stefan Seidler und Pia Olsen Dyhr – Foto: (c) Stefan Seidler

„Die Flensburger Förde ist unglaublich verunreinigt. Wir müssen gemeinsam über die Grenze hinweg Verantwortung übernehmen für unsere Förde. Das gilt sowohl für die Politik als auch für Bürger und Unternehmen“, mahnt der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler während seines Besuches in der dänischen Hauptstadt nach einem Treffen mit dänischen Parteivertretern der Sozialistischen Volkspartei (SF).

„Eine Förde im Gleichgewicht mit gesunden Muschelbänken, Steinriffen, Meeresgras und einer entwickelten Flora und Fauna wird eine große Bedeutung haben für die Umgebung als ein attraktiver Ort für Mensch und Tier. Ich bin froh, dass die SF die erste Partei auf dänischer Seite ist, welche hier voranschreitet.“

Während seines dreitägigen Besuches in Kopenhagen ist der SSW-Bundestagsabgeordnete mit verschiedenen Vertretern der dänischen Regierung und des Parlaments zusammengekommen, um über die grenzüberschreitende Kooperation zu sprechen.

Eines der Ergebnisse der Gespräche ist, dass Seidler und Pia Olsen Dyhr, Vorsitzende der SF, übereingekommen sind, ein Ende der Muschelernte in der Flensburger Förde zu fordern.

Seit Jahren wird der Meeresboden der Förde regelmäßig durch Fischtrawler massiv aufgewühlt, um die Muscheln vom Grund zu schaben. Durch die Aufwirbelung von Sediment wird die natürlich Fauna und Flora massiv geschädigt, es kommt zu Nährstoffanreicherung im Wasser und in Folge zu verstärkter Algenbildung, welche wieder zu Sauerstoffmangel und Fischsterben führt.

Um die Artenvielfalt in der Förde zu schützen, werden Seidler und die SF das Thema nun auf die Tagesordnung setzen, da es bislang auf dänischer Seite an einem Verbot mangelt.

Landtagswahlen in Schleswig-Holstein: Bestehende Jamaika-Koalition bekennt sich zu neuen Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer

  • DUH hat Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der anstehenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein zu neuen Förderplänen befragt
  • Rückhalt für Wintershall Dea: Aktuelle Jamaika-Regierung steht geschlossen hinter neuen Ölbohrungen und widerspricht Pariser Klimazielen
  • Die DUH fordert die Parteien auf, sich von den neuen Ölbohrungen im Wattenmeer zu distanzieren

Berlin, 5.5.2022: Die derzeitige Regierung in Schleswig-Holstein spricht sich geschlossen für neue klimaschädliche Ölbohrungen im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer aus. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne, Die Linke und SSW anlässlich der Landtagswahlen am kommenden Sonntag. Im Gegensatz zu den aktuellen Regierungsparteien positionierten sich SPD, SSW und Die Linke in ihren Stellungnahmen klar gegen neue Ölbohrungen auf der Förderinsel Mittelplate. Obwohl eine Antwort von Daniel Günther, Spitzenkandidat der CDU, als einzige noch aussteht, geht aus dem Antrag „Energieversorgung sichern – Erdölförderung befristet gestatten“ der Jamaika-Koalition vom 11. März 2022 hervor, dass die schleswig-holsteinische CDU die neue Ölförderung bis 2041 unterstützt. Die DUH kritisiert die fehlende Distanzierung der aktuellen Jamaika-Koalition und fordert die Parteien auf, sich gegen die geplanten neuen Ölbohrungen des größten deutschen Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea auszusprechen.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „In einem Küstenland wie Schleswig-Holstein hätte ich mehr Sensibilität für den Klimaschutz erwartet. Die aktuell regierende Jamaika-Koalition will bei der Wahl am Sonntag aber offenbar mit neuen fossilen Geschäftsmodellen ins Rennen gehen. Das widerspricht den Pariser Klimazielen und gefährdet den Lebensraum von zehn Millionen Wattvögeln sowie Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen. Statt dem klima- und umweltschädlichen Geschäftsmodell von Wintershall Dea weiter Vorschub zu leisten, sollten sich die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten für eine fossilfreie Zukunft und insbesondere für den Schutz des Nationalparks Wattenmeer einsetzen. Wir fordern alle Parteien auf, sich von den neuen Ölbohrungen auf der Mittelplate zu distanzieren und Wintershall Dea deutlich zu machen, dass fossile Gewinne auf Kosten des Wattenmeers ein Ende haben müssen.“

Wintershall Dea fördert bereits seit 1987 Öl in der Nordsee und plant neben neuen Bohrungen auch eine Verlängerung der Ölförderung bis 2069. Die Pläne des Konzerns widersprechen klar den Klimazielen: So hat etwa die Internationale Energieagentur (IEA) im vergangenen Jahr herausgestellt, dass ab 2021 keine neuen Förderprojekte mehr starten dürfen, wenn wir das 1,5-Grad-Ziel von Paris einhalten wollen. Zudem wären die Folgen eines Unfalls bei den Bohrungen für den hoch sensiblen Naturraum Wattenmeer katastrophal.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Neue Ölbohrungen sind ein großes Risiko für das Wattenmeer, für die Klimaziele verheerend und für die Versorgungssicherheit absolut unnötig. Nur ein Prozent des gesamten jährlichen Ölverbrauchs in Deutschland werden derzeit durch die Mittelplate abgedeckt, das entspricht einer jährlichen Förderung von rund 1 Millionen Tonnen. Durch die neuen Bohrungen sollen lediglich rund 120.000 Tonnen im Jahr hinzukommen  – diese verschwindend geringe Menge ist keine Rechtfertigung für die immensen Risiken. Der Krieg in der Ukraine darf nicht als Ausrede genutzt werden, um jetzt fossile Geschäftsmodelle zu zementieren. Energieeinsparungen, die energetische Sanierung von Gebäuden und der Ausbau Erneuerbarer Energien können einen viel substantielleren Beitrag leisten, um unabhängig von russischem Öl zu werden. Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten müssen diese Zukunftsmaßnahmen forcieren, statt auf ein totes Pferd zu setzen.“

Hintergrund: 

Mehr Infos unter: https://www.duh.de

Die derzeit gültige Förderbewilligung für die Offshore-Plattform Mittelplate von Wintershall Dea im Nationalpark Wattenmeer erlaubt die Ölförderung bis Ende 2041. Das Verfahren zur Bewilligung einer Verlängerung und weiterer Ölbohrungen läuft derzeit noch – der Antrag von Wintershall Dea liegt aktuell zur Entscheidung beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Im Falle einer Genehmigung wäre die Ölförderung im Wattenmeer bis 2069 und damit weit über die geplante Klimaneutralität Deutschlands möglich.

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