Streit um Ostermarsch in Flensburg: Stellungnahme des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg

Flensburger Ostermarsch abgesagt

Pressemitteilung vom 16.04.2022: Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Schleswig-Flensburg hat den diesjährigen Ostermarsch am Sonnabend, den 16. April am Flensburger Nordertor unmittelbar vor Beginn abgesagt.

Unter dem Motto „Krieg ist keine Lösung – gemeinsam für den Frieden“ hatte der Flensburger Stadtpastor den Zug für ein breites Bündnis angemeldet. Das Bündnis hatte sich im Vorfeld darauf geeinigt, gegenseitigen Respekt zu zeigen sowie auf Parteifahnen zu verzichten. Die Demonstration von Einzelpositionen sollte nicht das breite Bündnis gefährden. Friedens- und Regenbogenfahnen hingegen waren ausdrücklich erwünscht. Der Vorbereitungsgruppe gehörten Vertreter*innen der Partei DIE LINKE, Die Grünen, DKP, Deutsche Friedensgesellschaft, Frauen in Schwarz, Bahnhofswald, Aktionsgruppe Klima Flensburg sowie der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg an.

Als die Veranstalter zum Nordertor kamen, fanden sie Plakate vor, die diese Verabredungen der Vorbereitungsgruppe widersprachen. Zu sehen waren Forderungen wie die Bundeswehr abzuschaffen, aus der Nato auszutreten oder sogar Putin als „Befreier“ titulierten.

Pröpstin Rebecca Lenz und Stadtpastor Johannes Ahrens baten die betreffenden Personen auf das Mitführen derartiger Banner zu verzichten und wiesen auf die Absprachen im Vorfeld hin. Nachdem dieser Bitte nicht entsprochen wurde, entschieden Pröpstin und Stadtpastor gemeinsam, die Veranstaltung für beendet zu erklären und luden stattdessen vor Ort zur weiteren Diskussion ein. Im folgenden entspannen sich etliche engagierte Gespräche und teils hitzige Diskussionen.

„Es ist klar, dass wir derzeit ausgesprochen gegensätzliche Vorstellungen haben, wie etwa mit dem Krieg in der Ukraine umzugehen ist. Pazifisten wird gerne Traumtänzerei vorgeworfen – und umgekehrt Menschen, die Waffenlieferungen für das Gebot der Stunde halten, werden als Kriegstreiber diffamiert. Eigentlich hätte ich gerne beiden Seiten meinen Respekt dafür gezollt, trotz dieser Differenzen an einem gemeinsamen Ostermarsch teilzunehmen“, erklärte Ahrens.

Pröpstin Rebecca Lenz zeigte sich enttäuscht über den Verlauf und verwies darauf, dass „Frieden im Inneren eines jeden Menschen“ anfange. „Krieg ist keine Lösung, sondern das Problem – ein Problem, für das es keine einfachen Lösungen gibt. Aber uns verbindet die Vision vom gemeinsamen Frieden, auch wenn wir in einzelnen Fragen uneins sind.“

Zu finden auch unter:  https://www.kirchenkreis-schleswig-flensburg.de/nachrichten/artikel/nachricht/flensburger-ostermarsch-abgesagt.html

Hinweis der Stadtblog-Redaktion:

In der Pressemitteilung des Kirchenkreises heißt es, dass es Plakate auf der Versammlung am Nordertorplatz gegeben hätte, die Putin als „Befreier“ titulierten. Das wird in einer Stellungnahme der DFG-VK sowie von zahlreichen Menschen, die vor Ort waren energisch bestritten.

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Veröffentlicht am 19. April 2022, in Bürgerbeteiligung, Flensburg News, Soziales. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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