Archiv für den Tag 18. April 2022

Mahnwache für den Frieden am 23. April vor dem Flensburger Büro der Grünen

Samstag, 23. April von 12 – 13 Uhr, Holm 64

Ein Kreis von parteiunabhängigen Menschen und Friedensaktivisten veranstaltet bereits seit Ende März samstags vor dem Parteibüro der Grünen im Holm 64 eine Mahnwache. Am 23. April soll es wieder eine geben. In einer Mitteilung begründen die Initiatoren ihr Anliegen:

Wir demonstrieren gegen den Krieg und für Frieden in der Ukraine, gegen eine weitere Eskalation und für Diplomatie.

Die GRÜNEN haben eine ihrer Wurzeln in der Friedensbewegung. Zur Bundestagswahl 2021 haben sie das Wahlversprechen abgegeben, sich dafür einzusetzen, dass keine Waffen und Rüstungsgüter in Kriegsgebiete geliefert werden. Ein Rüstungsexportkontrollgesetz sollte das absichern und ist im Koalitionsvertrag vereinbart.

Inzwischen befürwortet die Partei nicht nur Waffenlieferungen in die Ukraine, sondern auch eine massive Aufrüstung der Bundeswehr. Hierdurch wird die Welt aus unserer Sicht nicht sicherer. Im Gegenteil steigt die Gefahr einer Ausweitung des Krieges.

onemillionsteps – Release-Konzert am 23. April ab 19:30 Uhr in der NORDER147 in Flensburg

onemillionsteps, das ist das Trio Nora Oertel, Jonas Teichmann und Max Schneider – aus Flensburg und Hamburg und viele von euch werden sie kennen.

Sie geben am Samstag, dem 23. April, das mit großer Wahrscheinlichkeit fantastische Release-Konzert ihres Debut-Albums „WHITE IS ALL COLORS“,

in der NORDER147, Yeah! Einlass 19:30/ Beginn 20:30 Uhr Eintritt 8/ 12€

onemillionsteps

Vor Kurzem war die Rezension ihres Debut-Albums „WHITE IS ALL COLORS“ im renommierten Musiker Fachmagazin „Gitarre & Bass“ zu lesen:

„Die Ehe zwischen Indie-Soound und hochanspruchsvoller Musikalität, oft mit akademischem Hintergrund, bringt seit Jahren immer mehr hörenswerte Alben hervor. onemillionsteps konzentrieren sich dabei auf eine behagliche Stimmung aus zarten Melodien und viel Platz für Klangentwicklung, die wie die Entdeckung einer alten, vergessenen Geschichte klingt.

Der Sound des Trios steht aber zu jeder Sekunde im Jetzt: Das niedergeschlagene „I am the Weather“ stampft gnadenlos vor sich hin, während Sängerin Nora Oertel den Platz meisterhaft ausfüllt. Aufhellende Lichtblicke gibt es dagegen im heiteren „Clepsammia“, was an das unorthodoxe Zusammenspiel von Pinegroves erinnert. Während der groovend-elektronische „Treesong“ an Alt-Js „Relaxer“ denken lässt, besteht ein großer Teil von „White is all Colors“ auch einfach nur aus guten Popsongs. Der wunderbar durchkomponierte Titeltrack wird etwa vom Uptempo-Bass dominiert, bevor auf „Sick and Tired“ cleane Singlenote-Gitarren den Ton angeben.Dieses Album ist der beruhigende Beweis dafür, dass englischsprachiger Indie aus Deutschland mehr als wohlauf ist.“ Gitarre und Bass. Heft 4/22

Und der Münchner Merkur schreibt:

Ihre Band Onemillionsteps wollen Nora Oertel, Jonas Teichmann und Max Schneider als Gegenentwurf zu einer Mode verstanden wissen.

„Heute scheint es Trend, die eigene künstlerische Vision radikal autonom durchzusetzen“, lassen sie verlauten. Die Folgerung: Wenn es also immer weniger Bands gebe, braucht es vielleicht einfach die umso dringender, die es schon seit Jahren gibt. 

Onemillionsteps machen seit 2013 Musik, und seither hat sich einiges getan für die drei Nordlichter, die mit „White is all Colors“ ein spätes, aber durchaus spannendes Album-Debüt vorlegen. Es erscheint erfreulicherweise vor allem auf Vinyl und klingt sehr organisch, obwohl die Stücke einen Spagat zwischen Indie-Rock, Pop und elektronischen Elementen wagen. Mal grüßt Björk, mal Bowie, mal die Shoegazer der Neunziger – tatsächlich aber hat das Trio, was andere Bands vergeblich suchen: einen eigenen Sound. 

CD/Vinyl: https://bit.ly/OMS_Records_Shop

Spotify: https://spoti.fi/3oYpqQN

Bandcamp: https://bit.ly/OMS_Records_Bandcamp

Apple Music: https://apple.co/33vYpwF

Tidal: https://bit.ly/oms_album_tidal  

Alle weiteren Informationen findet ihr auch auf der Webseite der NORDER147: www.norder147.com
Auf Facebook findet ihr uns hier
E-Mail: info@norder147.com
Norderstr. 147
24939 Flensburg

 

Flensburger Ostermarsch – The same procedere as every year? Nicht ganz!

Der Ostermarsch auf dem Holm

Der Ostermarsch wurde NICHT abgesagt, er konnte stattfinden.*

Ein Beitrag der DFG-VK Gruppe Flensburg

Angeführt wurde der Flensburger Ostermarsch am Samstag ab dem Nordertorplatz von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten mit ihrem Transparent: „Für eine Welt ohne Faschismus und Krieg“

Auf dem Weg zum Denkmal für die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft wurden von Ralf Strobach von der Klimagruppe Flensburg Friedenslieder gesungen.

Am Denkmal für die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft wurde eine Schweigeminute für die Opfer des russischen Angriffskrieges in der Ukraine, aber auch der Opfer der Kriege im Jemen, in Mali, Afghanistan und Syrien gedacht.

Ludwig Hecker von der VVN-BDA erklärte die Bedeutung des Denkmals. In seinem Redebeitrag erinnerte er an alle Opfergruppen der faschistischen Gewaltherrschaft, die von den Nazis verfolgt und getötet wurden. Er erinnerte auch an die von der Wehrmacht und der Waffen-SS ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen.

Zum Abschluß des Ostermarsches sprach Ekkehard Krüger am Deserteutdsdenkmal über die Entstehungsgeschichte des Flensburger Deserteurdenkmals und die politische Auseinandersetzung um die Aufstellung

Ralf Cüppers von der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen wies in seinem Beitrag auf die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure aus der Ukraine und Russlands hin und dass sie unsere Unterstützung benötigen, ebenso wie die Reservisten der Bundeswehr, die jetzt verweigern.

Er verwies auf die italienischen und griechischen Gewerkschafter, die gestreikt und damit verhindert hatten, dass über die Häfen von Genua, Livorno und Thessaloniki Waffenlieferungen in den Ukraine-Krieg verschifft werden. Dies wird von den Medien verschwiegen, aber das sollte Schule machen, wenn es darum geht, deutsche Panzer Leopard 1 fit zu machen für den Export in den Ukraine-Krieg.

Zur Verabschiedung von den Teilnehmer*innen des Ostermarsches sang Ralf Strobach mit klangvoller Stimme einen Choral für den Frieden.

Dieser Ostermarsch wird nicht für sich alleine stehen. Es wird weitere Mahnwachen und Demonstrationen geben.

Mahnwache am Freitag, den 22. April vor Rheinmetall

Die nächste Mahnwache, das wurde während des Ostermarsches vereinbart, wird für den nächsten Freitag, 22.4.2022 ab 11.00 Uhr vor FFG-Rheinmetall-Defence, Schiffbrücke gegenüber vom Volksbad angemeldet.

*) Hintergrund: Der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg hatte sich, nachdem sich die Demonstranten bereits am Nordertor versammelt hatten, kurz vor dem eigentlichen Beginn aus dem Flensburger Ostermarsch zurückgezogen. Zur Begründung die Pressemitteilung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg vom 16. April 2022: Flensburger Ostermarsch abgesagt unter:  https://www.kirchenkreis-schleswig-flensburg.de/nachrichten/artikel/nachricht/flensburger-ostermarsch-abgesagt.html

In der Pressemitteilung des Kirchenkreises heißt es, dass es Plakate auf der Versammlung am Nordertorplatz gegeben hätte, die Putin als „Befreier“ titulierten. Das wird von der DFG-VK Gruppe Flensburg sowie von zahlreichen Menschen, die vor Ort waren, energisch bestritten.

Öffentliche Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 26. April im Rathaus Flensburg

Thema auf der SUPA-Sitzung: Die Verlegung des Wirtschaftshafens vom Ostufer an das Stadtwerke-Ufer – Foto: Jörg Pepmeyer

Gleich zweimal steht auf der SUPA-Sitzung das Thema Verlagerung des Wirtschaftshafens an das Westufer an: Einmal geht es um die bauliche Ertüchtigung der Liegenschaft der Stadtwerke Flensburg mit dem Ziel der bereits beschlossenen nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftshafens ab dem 01.01.2023 auf der Hafen-Westseite und zum anderen um zwei Anfragen des SSW zum Stand der Fördermittel Hafen-Ost und zur Verlegung des Wirtschaftshafens. Da will der SSW wissen, was die Verlegung des Wirtschaftshafens auf die Westseite bei der von der Verwaltung angegebenen Summe von 2,5 Millionen Euro beinhaltet. Ebenso will er wissen, mit welchen Folgekosten zu rechnen ist und welche nicht-stadteigenen Grundstücke für die Umsetzung des Rahmenplans Hafen-Ost erworben werden müssen.

Weitere TOPS zum Thema:

  • Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels für die Stadt Flensburg
  • Finanzierung des Sozialtickets (Testphase) und Verstetigung
  • Naturschutzgebiet Schäferhaus Süd
  • Regionaler Nahverkehrsplan
  • Fortschreibung des IV-Säulen-Modells zur Sicherung der bedarfsgerechten Flensburger Wirtschaftsflächenentwicklung
  • Neubau Wohngebäude Neustadt 10 / Werftstraße

Interessierte EinwohnerInnen können die Sitzung ab 16 Uhr im Ratssaal des Rathauses mitverfolgen. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich und es gelten Corona-bedingte Zugangsbeschränkungen, mehr dazu untenstehend in der Tagesordnung.

Stadt Flensburg                                                                                                         Flensburg, 14.04.2022
Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt,
Planung und Stadtentwicklung

Bekanntmachung
zur 70. Sitzung des Ausschusses für
Umwelt, Planung und Stadtentwicklung
am Dienstag, 26.04.2022, 16:00 Uhr,
Rathaus, Ratssaal

Rathaus

Bitte beachten Sie die nachstehenden Hinweise für die Öffentlichkeit:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist die Anmeldung für eine Gästeliste erforderlich, da nur begrenzte Kapazitäten an Plätzen für Gäste zur Verfügung stehen. Sollten darüber hinaus noch Plätze frei sein, kann auch unangemeldeten Gästen bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenze Einlass gewährt werden. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter 0461/85 23 21 oder per Mail an Helbing.Sabine@Flensburg.de. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Gäste mit einer Mobilitätseinschränkung um einen Hinweis bei der Anmeldung.

Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung:
Wir weisen darauf hin, dass beim Fortbewegen in den Räumlichkeiten des Rathauses eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Am Platz darf diese abgelegt werden.

Die unter „B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil“ aufgeführten Tagesordnungspunkte werden nach Maßgabe der Beschlussfassung des Ausschusses voraussichtlich nichtöffentlich beraten.

Tagesordnung

A. Voraussichtlich öffentlicher Teil

1. Bestätigung der Tagesordnung

2. Bekanntgabe der nichtöffentlich gefassten Beschlüsse der letzten Sitzung

3. Einwendungen gegen die Niederschrift über den öffentlichen Teil der 69. Sitzung vom 29.03.2022

4. Naturschutzgebiet Schäferhaus Süd Antrag der Flensburger Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, Die Linke SUPA-32/2022

5. 2. Regionaler Nahverkehrsplan des Planungsraumes I für den Zeitraum 2022 bis 2026 / Entwurfsfassung zur Einleitung des Beteiligungsverfahrens SUPA-35/2022
5.1 Vorstellung durch das Büro IGES Institut GmbH

6. Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels für die Stadt Flensburg RV-37/2022

7. Bauliche Ertüchtigung der Liegenschaft der Stadtwerke Flensburg mit dem Ziel der bereits beschlossenen nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftshafens ab dem 01.01.2023 auf der Hafen-Westseite FA-30/2022

8. Fortschreibung des IV-Säulen-Modells zur Sicherung der bedarfsgerechten Flensburger Wirtschaftsflächenentwicklung SUPA-33/2022

9. Finanzierung des Sozialtickets (Testphase) und Verstetigung FA-23/2022

10. Mitteilungen
10.1 MV: Neubau Wohngebäude Neustadt 10 / Werftstraße SUPA-12/2022

11. Beschlusskontrolle

12. Beantwortung früherer Anfragen
12.1 Behinderungen von Haussanierungen durch Popup Bikelines Anfrage der CDU-Fraktion AF-16/2022 1. Ergänzung

13. Anfragen/Anregungen
13.1 Stand der Fördermittel Hafen-Ost; Anfrage der SSW-Ratsfraktion vom 15.03.2022 AF-14/2022
13.2 Stand der Fördermittel Hafen-Ost; Anfrage der SSW-Ratsfraktion vom 15.03.2022 hier: Antwort der Verwaltung AF-14/2022 1. Ergänzung
13.3 Verlegung des Wirtschaftshafens; Anfrage der SSW-Ratsfraktion vom 15.03.2022 AF-15/2022
13.4 Verlegung des Wirtschaftshafens; Anfrage der SSW-Ratsfraktion vom 15.03.2022 hier: Antwort der Verwaltung AF-15/2022 1. Ergänzung

B. Voraussichtlich nichtöffentlicher Teil

14. Einwendungen gegen die Niederschrift über den nichtöffentlichen Teil der 69. Sitzung vom 29.03.2022

15. Mitteilungen

16. Beschlusskontrolle

17. Beantwortung früherer Anfragen

18. Anfragen/Anregungen

Für die Richtigkeit:

Axel Kohrt, Vorsitzender
Carsten Barz, Protokoll

Alle Unterlagen und die Beschlussvorlagen zur Sitzung gibt es hier

Stadtrundgang „Starke Frauen im Norden – grenzenlos“ am 29. April – Jetzt anmelden!

Stadtführung des Gleichstellungsbüros mit Hilke Rudolph – Schauspielerin, Kabarettistin Petuh

Freitag, 29. April 2022 von 16.30 – 18.30 Uhr
Treffpunkt: Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus

Um Anmeldung wird gebeten

Der Stadtrundgang „Starke Frauen im Norden – grenzenlos“ erinnert an bekannte Flensburgerinnen, die sich mit ihrem Wirken über gesellschaftliche, moralische und sprachliche Grenzen hinweggesetzt haben. Mit ihren ganz speziellen Lebensentwürfen hinterlassen sie eindrucksvolle Fußstapfen und setzen Meilensteine für die Gleichberechtigung von Frauen in Flensburg.

Stadtführung mit Hilke Rudolph – Schauspielerin, Kabarettistin Petuh
Freitag, den 29. April 2022, 16.30 – 18.30 Uhr

Treffpunkt: Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus

Bei der Führung handelt es sich um eine Veranstaltung des Gleichstellungsbüros der Stadt Flensburg.

Anmeldungen bitte unter 0461/85 – 28 06 oder gleichstellungsbuero@flensburg.de.
Die Veranstaltung kostet 6.- €.

Veranstaltung von Gleichstellung Flensburg

Petition an den Bundestag: Sofortprogramm für energetische Unabhängigkeit von Russland und Stärkung der Mobilitätswende

Bundestag – Petition 131775:

Der Bundestag soll ein Sofortprogramm beschließen und umgehend auf den Weg bringen.
Ziel ist eine Beschleunigung der Mobilitätswende, um Deutschland energetisch unabhängiger von Russland zu machen.
Der Bundestag möge seiner Verpflichtung nachkommen, die gesellschaftliche Stabilität durch Energiesouveränität und den Schutz der Lebensgrundlagen zu gewährleisten.
Dafür ist es zwingend nötig, die Anliegen von Sicherheitspolitik mit sozialgerechten Klima- und Umweltschutzmaßnahmen zu verbinden.

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2022/_03/_11/Petition_131775.$$$.a.u.html

Die Zeichnungsfrist endet am 26. April 2022.

Krieg, Frieden, Siber und dieBasis beim Ostermarsch

Ostermarsch am 15.4. nach Jagel: Protest gegen die Teilnahme von Mitgliedern der Basis und ihrem Landtagsspitzenkandidaten David Claudio Sieber am Demo-Treffpunkt Bahnhof Schleswig – Foto: subtilus.info

Ein Beitrag von subtilus.info vom 17. April 2022

Für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist David Claudio Siber Spitzendkandidat für die Partei die Basis. Er warb in seinem Telegram Kanal für den Ostermarsch in Jagel und tauchte auch dort auf. Als er dort auftauchte, intervenierten Personen und wiesen die Veranstalter*innen auf seine Rolle bei der Basis hin und forderten „Putinversteher bei der Basis – verpisst euch“. Siglinde Cüppers, eine der Veranstalter*innen, weigerte sich, am Mikrofon erklären zu lassen, worum es bei der Kritik an Siber gehe. Ralf Cüppers erklärte daraufhin, dass solange es keine aus seiner Sicht kritischen Zeichen (wie typische Nazi-Symbole) gibt, niemand ausgeschlossen würde. Die Kritiker*innen erklärten dann, dass sie nicht auf einer Demo mit Siber sein wollen und sagten, wenn der nicht ausgeschlossen würde, würden sie gehen. Im Resultat gingen etwa 10 Personen, die sich nicht mit einem rechtsoffenen Parteifunktionär auf einer Demo bewegen wollten, in einem eigenen Spaziergang zum Fliegerhorst in Jagel.

Als die andere Demogruppe (ca. 80 Personen) in Jagel ankam, gab es erneut Diskussionen. Weitere bekannte Querdenker*innen aus Heide wurden gesichtet. In einem Redebeitrag sagte Jörg Pepmeyer (Akopol), dass für Nationalismus kein Platz sei und dass für Siber als Spitzenkandiat einer rechtsoffenen Partei kein Platz sei auf dieser Veranstaltung. Ein Teil der Leute klatschte, ein großer Teil aber auch nicht und es gab vereinzelt Buhrufe. Daraufhin ging Siber zur Bühne, pöbelte ihn an und ging dann beleidigt kurz weg, kam dann aber wieder und diskutierte mit Menschen. Einige nahmen ihn in Schutz. Er durfte bleiben, einige Kritiker*innen verließen enttäuscht die Veranstaltung endgültig.

Dass die Veranstalter*innen des Ostermarschs (DFG-VK Schleswig-Holstein) keine klare Abgrenzung gegen rechtsoffene Tendenzen haben ist traurig. Dass sich auch andere Teilnehmende von DKP bis gewaltfreier Friedensbewegung nicht an Sibers Anwesenheit zu stören schienen ist erschreckender Ausdruck, wie weit Querfront-Gedanken akzeptiert sind. Sie demonstrieren lieber gemeinsam mit rechten und rechtsoffenen Personen als weniger Teilnehmende auf ihren Demos zu haben. Wenn dann am Fliegerhost ein Plakat hängt „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung“ ist das blanker Hohn. Die VVN-BdA ,von der das Plakat stammte, distanziert sich hingegen ausdrücklich von Querdenken und Co.

Auch in Flensburg kam es beim Ostermarsch zu einer Spaltung. Im Endeffekt liefen auch hier DKP, DFG-VK und Querdenker gemeinsam.

Das zeigt und führt zu einer weiteren Normalisierung rechter Positionen und Narrative.

Doch zurück zu Siber und seinem Engagement für Frieden:
Inhalte von Russia Today (russischer Staatssender) teilte Herr Siber noch bis Ende März, also bis lange nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Zu diesem Angriff sagt er in einem Wahlkampfinterview: „Das ist ein Verbrechen – seitens Russland, aber auch seitens der Ukraine.“ Es ist sicher richtig, dass der Krieg eine Vorgeschichte hat, aber einen (wie er selbst sagt) völkerrechtswidrigen Angriff auch dem angegriffenen Staat in die Schuhe zu schieben ist schon ein starkes Stück.

Die Basis ludt zu einer Wahlkampfveranstaltung vom 12.3.22 in Flensburg an der Holmnixe Hermann Ploppa (ebenfalls in dieBasis, in der Vergangenheit aufgefallen durch den Versuch nachzuweisen, dass „der Hitler-Faschismus im Wesentlichen eine Schöpfung der US-amerikanischen und der englischen Oligarchie“ sei) ein. Der ist der Meinung, dass Putin sich vornehm zurückhielt und „immer wieder mit Engelsgeduld“ die „Frechheiten der westlichen Wertegemeinschaft“ hinnahm. Soviel Verständnis für Putin zu einem Zeitpunkt, wo bereits russische Bomben auf eine Geburtsklinik in Mariupol gefallen waren, ist geschmacklos. Und auch inhaltlich angesichts der Drohungen und Annektionen der letzten Jahre mehr als fragwürdig.

Gleichzeitig versucht sich dieBasis als Friedenspartei zu inszenieren. Auf einem der Wahlplakate ist eine Friedenstaube abgebildet, auf einem anderen Siber und die Parole „Frieden mit Russland, Frieden in Europa“.

Über ihn und darüber dass er Inhalte zahlreicher rechter bis rechtsextremer Kanäle teilt, berichteten wir schon einmal umfangreich im August 2021. Seitdem hat sich nicht viel geändert.

Weiterhin teilt er immer wieder Inhalte der neurechten Plattform „Tichys Einblicke“, zuletzt am 12.4.2022. Die Inhalte der rechtspopulistischen Onlineplattform Reitschuster werden von ihm mehrfach täglich verlinkt, ebenso wie die von epoch times, einem „Leitmedium der Rechtspopulisten“. Auch von Hans Georg Maaßen (bekannt für neurechte Ideologie und Antisemitismus) haben wir am heutigen Tag (17.4.22) noch eine Buchempfehlung geteilt gefunden.

Interessant sind auch die Thesen Sibers zum menschengemachteten Klimwandel, decken sie sich doch mit typisch rechten Narrativen. So sagt er: „Die Leute die sehr stark in dieser Klimahysterie verfangen sind, berufen sich auf den Umstand, dass sie denken, dass es möglich wäre, durch eine komplette Verhaltensänderung der Menschheit den Klimawandel zu stoppen. Das ist eine sehr kühne These, die sich wissenschaftlich nicht belegen lässt.“ Er meint zum Klimawandel, dass dies auch irrelevant sei, denn: „Wenn wir den Faktor Mensch aus der ganzen Sache subtrahieren, gibt es den Klimawandel noch immer.“ Das leugnet den menschengemachten Klimawandel. Siber ist damit in der Basis nicht allein, andere Parteifunktionäre vertreten deutlich offensiver rechte Positionen, beispielhaft sei hier auf eine Recherche zum Direktkandidaten für Flensburg, Reinhold Majeske verwiesen, der Klimabewegung ebenso selbstverständlich diffamiert wie er AfD-Inhalte teilt.

Dennoch verortet Siber die Basis als „irgendwo in einem Bereich zwischen sehr links bis Mitte, leicht konserativ“. Das ist wenig überraschend bei jemand, dessen Definition von linker Politik reichlich krude ist. Laut Siber sei in der Vergangenheit jede Politik, welche die bestehenden Verhältnisse habe ändern wollen links gewesen. Heute würde der „mediale Apparat“ allerdings jede Kritik an der Regierung als „rechtsaußen oder rechtsoffen oder rechtsradikal“ oder „zur AfD“ gehörig abstempeln. Siber nutzt klassisch für die Querdenken-Bewegung plumpe Verdrehungen und Diffamierungen um abzulenken von der eigenen Nähe zu rechtem Gedankengut. Ob er das selbst als rechts wahrnimmt ist dabei überhaupt nicht entscheidet. Wer Kandidaten unterstützt, die gegen Geflüchtete hetzen, ist schuldig an der Verbreitung menschenverachtender Ideologie.

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